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11 x schlechte Usability

Klar, Websites werden für den Nutzer gemacht. Informationen sollten intuitiv zugänglich, Tools einfach bedienbar sein. Die tägliche Surferfahrung kann von diesem Ideal etwas abweichen. Kontaktinformationen bleiben auch nach minutenlanger Fahndung unauffindbar […]

Klar, Websites werden für den Nutzer gemacht. Informationen sollten intuitiv zugänglich, Tools einfach bedienbar sein. Die tägliche Surferfahrung kann von diesem Ideal etwas abweichen. Kontaktinformationen bleiben auch nach minutenlanger Fahndung unauffindbar, beim Bestellformular nervt beharrlich das System-Pop-Up und verlangt die Eingabe weiterer Daten, obwohl schon längst alle Pflichtfelder ausgefüllt wurden, und bei der dynamischen Navigation kommt man selbst im nüchternsten Zustand kaum auf die Unterebene. Die Liste der Punkte, die für ein unschönes Nutzererlebnis sorgen, ließe sich noch beliebig fortsetzen. Die Usability-Experten von Netlife Research aus Norwegen haben 12 Usability-Sünden herausgepickt und in eine Kalenderform gepackt, für jeden Monat ein Verbrechen am User. Der Bad Usability Calendar 2008.

Alte Bekannte sind dabei, wie ein Log-in zu verlangen, obwohl es nicht nötig wäre, oder Schriftgrößen, die so winzig sind, dass selbst die Lupe nicht hilft. Eigentlich sind es nicht 12, sondern nur 11 Negativbeispiele. Schauen Sie sich bitte mal den Juni an:

Bad Usability Kalender

Das ist ein Kalender von useit.com, der Website des Usability-Papstes Jakob Nielsen. Nichts daran auszusetzen, oder?

Sehr erheiternd, der Februar: ein Kalender zum Selberbauen… Die Bad Usability-Kalender erscheinen seit 2005; die vergangenen Jahrgänge können hier ebenfalls herunter geladen werden, obwohl der 2005er nur einem Norweger Spass machen dürfte.

Nachtrag 5.2.: Den Kalender 2007 gibt es nun auch auf Deutsch.

Von Michael Dobler

Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.

9 Antworten auf „11 x schlechte Usability“

Nichts daran auszusetzen, oder?

1. bei „June“ ist das „e“ vollkommen grundlos (oder man möge mich aufklären) in einem anderen Farbton als das „Jun“

2. „Week“ wurde ausgeschrieben, die Tage jedoch nicht

3. Sind nur „Week, Mo, Tu etc.“ Links, oder auch die Tage sowie der „June“?
Wenn ja – Inkonsitenz in der Unterstreichung bzw. Kennzeichnung von Links.
Wenn nein – dann möchte sich hier sicher niemand den Kauderwelsch auch nur vorstellen, falls all diese Links tatsächlich nutzbar gemacht werden und dann noch unterstrichen/nicht unterstrichen sind und man daran seinen Terminplan ablesen soll.

4. Die Bread Crumb Navigation am oberen Rand (gelbe Leiste) steht nicht in Zusammenhang mit dem Kalender (doppelte Elemente welche das gleiche bewirken bringen nur Konfusion)

5. Wie ist das aktuelle Datum gekennzeichnet? Am Beispiel nicht ersichtlich. Ist das ganz sicher ein interaktiver Kalender oder nur eine Hintergrundbildattrappe?

6. Wo ist Platz für Vermerke die auf eine Belegung/einen Termin an dem Datum verweisen? Wo ist die Tagesansicht um eine Übersicht aller Tagestermine aufzuschlüsseln?

7. Welchen genauen Zweck erfüllt der Balken am oberen Rand? Breadcrumb und Suche? Wozu dann diese gelbe Signalfarbe? Einfach nur ablenkend.

8. 12 Negativbeispiele wie z.B. zu kleine und unleserliche Schriftarten? Dann sollte man mal die Schriftart von „Search“ auf dem Button überprüfen, mehr als unleserlich (und das nicht nur wegen der Komprimierung).

Alles in allem eine peinliche Selbstdarstellung von einem weiteren peinlichen Papst. Wann lernen eigentlich die Herren das ihre dogmatische Predigerei weit weniger Realitätsnah ist als die Geschichte vom Rotkäppchen? Der Papst ist Geschichte, Usability richtet sich immer noch nach mehr Faktoren als lediglich eigene Meinung und Ignoranz. Natürlich hat der gute Herr stellenweise recht. Ja mal ganz ehrlich, wer schlechte Usability-konzepte entwickelt wird vom Markt doc sowieso bestraft. Heute sehen wir http und .app doch eher Zielgruppenorientiert und nur dann wird es auch genutzt. Daher haben sogar Seiten mit desaströsen Usability-konzepten (Übrigens auch ein nicht so ganz Usability-konformes Wort, das tolle Usability…[Anwenderfreundlichkeit, Benutzerfreundlichkeit, Zugänglichkeit]) deutlich höhere Anwenderzahlen.
Und: Wer sagt denn dass, nur weil es unbequem ist, die Zähne nicht geputzt werden müssen? Wir gewöhnen uns an vieles „lästige“, eben gerade weil wir genau davon profitieren.

Usability hin oder her – dass wir nicht auf Arabisch schreiben sollten wenn wir Europäer erreichen wollen muss doch auch ohne päpstliche Erleuchtung klar sein.

MfG,
-bys

Von wegen Guru, ich lach mich schlapp, wenn ich nicht vorher beim Betrachten seiner Webseite einschlafe *gähn* das Design ist nicht nur das Gegenteil von Ästhetik, sondern auch noch lähmend… im wahrsten Sinne des Wortes *gähn*

Ich möcht bloss wissen, wer solche Leute – die solchen InstantSuppen-Content* auf einer solchen InstentSuppen-Webseite* präsentieren – zum Guru macht…

*) InstantSuppen-Content = kann man sich leicht selbst machen
*) InstantSuppen-Webseite = keine Würze drin

@ ~~~d(o.o)b~~~
Ne Webseite von Jakob Nielsen? Ok…
Jakob Nielsen’s Website

Ich stimm dir vollkommen zu…

– No risk, no fun…

Who is Jakob Nielsen?

Ein Besserwisser, der es sich zur Profession gemacht hat, andere Webseiten medial zu zerlegen. Dabei sollte er zuerst einmal vor der eigenen Türe kehren: Seine Seite ist das pure Grausen. Sein Ästhetik-Empfinden ist jedenfalls nicht besonders ausgebildet. Und dass wir nicht mehr anno 1997 leben, wird er ja wohl schon mitbekommen haben.

Daraus lernen wir: Eine Website mit guter Usability und geregeltem Workflow muss nicht automatisch schön und angenehm fürs Auge sein. Jakob Nielsen zeigt es uns vor. Dummerweise runieren derartige Umstände dann trotzdem die Bewertungsnote einer Website. Daher: Knapp vorbei ist auch daneben. Nicht Genügend, setzen!

@Michael:
Natürlich liegt der Mann mit seinen Aussagen über Usability grösstenteils richtig – das bestreite ich gar nicht…
Aber man muss nun wirklich keine Religion daraus machen – da bin ich mit Ingo einer Meinung…
Und es ist doch wirklich so: Wer nur ein wenig nachdenkt und sich in einen Besucher hineinversetzt, kommt auch von selbst darauf, was geht und was man besser sein lässt…
Und : Wo wären wir denn, wenn wir nicht auch hin und wieder innovative Ideen einbringen würden? Wir hätten wahrscheinlich alle solche Seiten wie Nielsen… ;-P
Alles hat seine Grenzen, aber manchmal muss man sie überschreiten – No risk, no fun…
Nielsen mag etwas von Usability verstehen – von Webdesign hat er meiner Meinung nach keinen grossen Plan… ;-P
BTW : Kennt jemand eine von Nielsen gestaltete Website?…

hAVE pHUN
~~~d(o.o)b~~~

Nielsen hat es geschafft, aus Dingen die eigentlich logisch sind, eine Art Religion zu machen. Mal ehrlich… die paar Regeln, die er da seit 1996 zelebriert, hätten die meisten von uns niederschreiben können.

Usability-Papst? – Nein! Wer konsequent auf dem Stand von 1996 bleibt, kann nicht im Web 2.0 mitreden. Klar, einige Sachen sind wirklich nützlich, aber selbstverständlich(schon seit dem Web 1.0), wenn man auf seiner Seite mehr als nur „optimiert für“ Nutzer haben will.

Nichts daran auszusetzen, oder? – Doch, schaut doch noch einmal genau hin, was drüber und drunter steht. Und darin besteht hier auch die Kritik! Und Nielsen ist bekannt für langweiligste Designs. Er denkt wohl, dass er seine Seite für alle alternativen Ausgabegeräte optimieren muss. Aber die visuelle Benutzergruppe ist sicherlich deutlich größer. Soll heißen die Leute die auch die Seite normal besuchen können werden nicht beachtet. Also eine 5% Seite. Wer es braucht…

Usability-Papst?…
Sorry, aber über den Typ kann ich immer wieder lachen…
Wer eine Seite wie Jakob Nielsen besitzt, kann – was die Usability angeht – nun wirklich nicht viel falsch machen…
Aber : die Seite ist schnöde und langweilt mich zu Tode…
Gut, das ich nicht gläubig bin… ;-P

hAVE pHUN
~~~d(o.o)b~~~

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