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Adobe Lightroom für unterwegs: So klappt die Bildbearbeitung auf Mobilgeräten (jetzt auch unter Android)

Letzten Monat hat Adobe die neue Version seiner Lightroom-App für Mobilgeräte veröffentlicht. Erstmals steht diese nicht nur für iPhones und iPads zur Verfügung, sondern auch für Android-Geräte. Aber wie gut klappt die Fotobearbeitung per Tablet oder gar Smartphone?

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App kostenlos, aber nur mit Abo nutzbar

Die Lightroom-App ist kostenlos in den jeweiligen App-Stores erhältlich, lässt sich jedoch nur mit einem Creative-Cloud-Abo von Adobe nutzen. Des weiteren muss Lightroom als Desktopanwendung  mindestens in der Version 5.4 installiert sein. Dafür ist es dann aber möglich, Fotos nach Belieben auf dem Desktop und dem Mobilgerät zu bearbeiten. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich mit der Desktopanwendung über seine Adobe-ID im Lightroom-Netzwerk anmeldet – auch wenn man bereits in der Creative Cloud angemeldet ist. Über das Lightroom-Netzwerk werden nun alle Fotos zwischen Desktopanwendung und mobiler App synchronisiert.

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Anmelden zur Synchronisierung in der Desktopanwendung

Außerdem hat man über eine Weboberfläche Zugriff auf alle Fotosammlungen, die man synchronisiert. Diese lassen sich auf sozialen Netzwerken teilen oder als Link an bestimmte Personen weitergeben.

Fotos per App bearbeiten

Wie die klassische Lightroom-Anwendung unterstützt auch die App zahlreiche RAW-Formate und kann freilich auch JPEG- und PNG-Dateien öffnen. In den meisten Fällen wird man wohl ohnehin eher Aufnahmen bearbeiten wollen, die mit dem Smartphone selbst gemacht wurden.

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Grundeinstellungen in der App

Öffnet man ein Foto in der App, stehen einem viele bekannte Möglichkeiten zur Bearbeitung zur Verfügung. So sind alle Funktionen der Grundeinstellungen vorhanden. Darüber lassen sich unter anderem Temperatur, Weißabgleich und Tönung sowie die verschiedenen Werte für Tonwert und Präsenz einstellen.

Neben den Grundeinstellungen gibt es über 40 Vorgaben, die in fünf Kategorien unterteilt sind. Über diese Vorgaben lassen sich Fotos unter anderem in bestimmte Farbstimmungen bringen oder mit Effekten wie Körnungen und Vignetten versehen. Die Vorgaben der App sind nicht so umfangreich wie die der Desktopanwendung, aber dennoch recht vielfältig.

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Vorgaben in der App

Als drittes ist das Freistellungswerkzeug integriert. Auch hier lassen sich wie in der Desktopanwendung verschiedene Seitenverhältnisse auf einen Bildausschnitt anwenden. Anders als auf dem Desktop ist eine Drehung des Bildes jedoch nicht möglich.

Wie man es von Lightroom gewohnt ist, werden Änderungen nicht destruktiv gespeichert. Dabei arbeitet die App mit sogenannten Smart-Vorschauen, die über die Desktopanwendung mit den Originalfotos synchronisiert werden.

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Freistellungswerkzeug in der App

Ebenfalls in die mobile App übernommen wurde die Diashow. Sammlungen lassen sich so einfach präsentieren und anderen zeigen.

Bedienung mit Zwei- bis Dreifingergesten

Während man am Desktop mit Maus und Tastatur genügend Eingabegeräte hat, um schnell und effektiv Einstellungen vornehmen zu können, hat man am Tablet oder Smartphone lediglich seine Hand zur Verfügung.

Daher lassen sich in der Lightroom-App bestimmte Funktionen mit Zwei- beziehungsweise Dreifingergesten aufrufen. So werden per Doppeltipp mit zwei Fingern die Metadaten beziehungsweise das Histogramm des Fotos eingeblendet. Der dritte Finger kommt ins Spiel, wenn es darum geht, während der Bearbeitung eine Vorher-Nachher-Ansicht einzublenden. Hält man drei Finger auf das Foto, wechselt die Ansicht in die Vorher-Ansicht. Beim Loslassen erscheint wieder die aktuelle Ansicht.

Fotos bewerten und markieren

Das Bewertungssystem von Lightroom steht auch in der App zur Verfügung. Neben der Vergabe von bis zu fünf Sternen gibt es auch die Möglichkeit, Fotos als “ausgewählt” oder “abgelehnt” zu markieren. Über einfache Gesten nach oben beziehungsweise unten können Fotos innerhalb einer Sammlung schnell sortiert werden.

Intuitive Bedienung für schnelle Bildbearbeitung

Insgesamt ist die Bedienung der App sehr intuitiv und dank der kurzen Hilfeeinblendungen während der ersten Anwendung schnell verständlich. Die Synchronisation mit der Desktopanwendung sorgt für einen unkomplizierten Wechsel zwischen den Anwendungen.

Eine professionelle Bildbearbeitung würde ich mit der App nicht machen. Aber wer mit seinem Smartphone Fotos in sozialen Netzwerken teilen möchte, hat mit der Lightroom-App viele Möglichkeiten, von unterwegs das Beste aus seinen Fotos herauszuholen.

Übrigens: Mit LightZone und Darktable haben wir Ihnen hier bei Dr. Web bereits veritable Alternativen zu Lightroom vorgestellt. Die funktionieren zwar nicht mobil, sind dafür aber komplett kostenlos.

Links zum Beitrag

(dpe)

Von Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet.

Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

Eine Antwort auf „Adobe Lightroom für unterwegs: So klappt die Bildbearbeitung auf Mobilgeräten (jetzt auch unter Android)“

Leider finde ich nirgendwo einen Kommentar dazu, wie man vollständig gestaltete Diashows vom Desktop auf das iPad bekommt ohne eine der Features zu verlieren – besonders die Zoomfunktion mit Gesten bei Fotos und das sofortige Abspielen von Clips.
Wenn man nur Sammlungen syncen kann, geht außerdem die benutzerdefinierte Ordnung verloren.

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