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Dirk Metzmacher 12. April 2019

Krumm, schief, blass? So wertest du Fotos von Gebäuden kreativ auf

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Etwas Abstand zum Objekt oder ein gutes Weitwinkelobjektiv sorgen dafür, dass große Gebäude im Ganzen abgelichtet werden können. Trotzdem kommt es zu Verzerrungen, wie etwa verschobene Horizonte oder gebogene Linien. In Photoshop kannst du diese Fehler leicht ausbügeln und einige weitere Optimierungen vornehmen. Auch Camera RAW und Adobe Lightroom bieten uns dazu Lösungen an.

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Tipp #1: Objektivkorrektur in Camera RAW

Du kannst RAW-Dateien und natürlich auch JPEGs in Adobe Camera RAW öffnen. Nach dem Start wechselst du da in die Palette Objektivkorrekturen. In aktuellen Photoshop CC-Versionen kannst du auch den Weg über Filter > Camera RAW-Filter wählen.

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Trevi Fountain, #172449233, SoWhat

Aktiviere den Reiter Manuell und probiere unter Upright eine der Schaltflächen wie etwa ausgewogene Perspektivkorrektur, Nur horizontale Korrektur oder Nur vertikale Korrektur aus. Ist diese Korrektur noch nicht auf den Punkt, so korrigiere die Verzerrung weiter von Hand. Nutze dazu die angebotenen Regler unter Transformieren. Der Regler Vertikal etwa kann dafür sorgen, dass stürzende Linien sich gerade aufrichten. Verschiebe den Regler also solange, bis die Linien gerade stehen.

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Alternative: Objektivkorrektur in Adobe Lightroom

Auch in Lightroom stehen uns nützliche Werkzeuge zur Verfügung, um Verzerrungen etwas entgegen zu setzen. Das Bild wird ausgewählt und über Entwickeln zur Bearbeitung bereit gemacht. Auf der rechten Seite wird nun die Palette Objektivkorrekturen aufgerufen.

Setze ein Häkchen bei Profilkorrekturen aktivieren und klicke unter Upright auf Auto. Probiere auch die Schaltflächen Ebene, Vertikal und Voll aus. Wechsele zum Eintrag Profil und gib die Marke und das Modell deiner Kamera an.

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Wurde die Korrektur noch nicht zu deiner Zufriedenheit umgesetzt, so wechselst du zu Manuell und verschiebst da zunächst den Regler Vertikal. Nutze dann die Regler Horizontal bis Seitenverhältnis und aktiviere Zuschnitt beschränken, damit der unerwünschte weiße Rand sofort weg geschnitten wird. Über Details erhöhst du die Schärfe und nutzt die Rauschreduzierung.

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Noch eine Alternative: Objektivkorrektur in Photoshop

In Photoshop direkt gehst du auf Filter > Objektivkorrektur, um Verzerrungen auszugleichen. Wechsele zum Reiter Benutzerdefiniert und spiele zunächst mit dem Regler Verzerrungen entfernen, der sich auf tonnenförmige Verzerrungen bezieht. Stürzende Linien korrigierst du über die Regler Vertikale Perspektive und Horizontale Perspektive. Hilfreich ist es dabei, unten auf der linken Seite Raster einblenden zu aktivieren.

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Tipp #2: Horizont ausrichten

Ist der Horizont klar ersichtlich, wie etwa am Meer, so fällt sofort auf, wenn der Fotograf seine Kamera bei der Aufnahme etwas schief gehalten hat. Der Horizont sollte aber gerade verlaufen. Mit dem Linealwerkzeug könntest du diesen auch nachträglich noch gerade rücken (das Werkzeug versteckt sich hinter der Pipette). Klicke auf der linken Seite den Horizont an, halte die Maustaste gedrückt und ziehe eine Linie bis zur rechten Seite auf, immer entlang des Horizontes. Klicke dann oben in der Optionsleiste den Button Ebene gerade ausrichten. Das Bild wird automatisch ausgerichtet und freigestellt.

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black wooden church, #154642274, FCG

Tipp #3: Perspektivisch stempeln

Du kennst den Kopierstempel zum Kopieren von Bildelementen. Bei Perspektiven stößt dieser sehr schnell an seine Grenzen. Die Lösung ist der Perspektivische-Kopierstempel, der sich allerdings etwas versteckt. Drücke Strg+J, um die Ebene zu kopieren. Gehe dann im Menü auf Filter > Fluchtpunkt. Für die perspektivische Retusche muss diese zunächst definiert werden. Klicke dazu entlang der „Fluchtlinien“ im Dokument und ziehe damit das blaue Gitternetz auf.

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Aktiviere den Stempel und bestimme mit gedrückter Alt-Taste und einem Klick ins Dokument die Quelle zum Kopieren. Male dann (ohne Alt-Taste) über das Bildelement, das überdeckt werden soll. Photoshop passt automatisch die Perspektive an. So konnte diese kleine Taube hier schnell retuschiert werden. Der Verlauf der Pflastersteine bleibt dabei erhalten.

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Pantheon, #176443106, Phant

Tipp #4: Schatten und Lichter kontrollieren

Die Perspektive ist stimmig, so auch der Horizont und selbst unerwünschte Objekte wurden schon überdeckt und weg retuschiert – und doch wirkt das Foto noch nicht ganz stimmig. Es fehlt der letzte Feinschliff. Klicke dazu auf Filter > Camera RAW-Filter und spiele mit den Reglern Tiefen, Lichter, Weiß und Schwarz, um Unter- und Überbelichtungen auszugleichen und um besonders die Schatten im Detail zu kontrollieren.

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Erhöhe den allgemeinen Kontrast und über den Regler Klarheit die Mikrokontraste. Mir ist das Foto noch zu grünstichig, weshalb sich die Palette HSL/Graustufen anbietet, um über die Reiter Farbton, Sättigung und Luminanz den Farbbereich Grüntöne ganz gezielt anzusprechen. Auch die Gelbtöne wurden hier noch angepasst.

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Beautiful Edinburgh, #112513559, Shaiith

(Dieser Beitrag erschien erstmals im Juni 2014 und wird seitdem aktuell gehalten. Das letzte Update erfolgte im April 2014.)

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

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