Kategorien
Webdesign

Google Docs, Office Live Workspace und Acrobat.com

Die Verlagerung der Nutzdatenspeicherung vom lokalen Rechner ins Internet, „in the cloud“ sagt man ja neuerdings, ist in vollem Gange. Das kommt Nutzern entgegen, die selbst oft bis ständig in the cloud, an wechselnden Einsatzorten tätig sind. Kann ich auf alle relevanten Arbeitsdaten zugreifen, sofern ich einen beliebigen Internetanschluss zur Verfügung habe, kann ich an ebenso beliebiger Stelle produktiv werden. Im Folgenden vergleiche ich die derzeit wichtigsten Online-Dienste zur Speicherung gängiger Office-Dokumente…

In the cloud

Es gibt selbstverständlich Kritik am Cloud Computing und so mancher Einwand ist berechtigt. Mein grundsätzlicher Rat an dieser Stelle, betreiben Sie keine Datenverlagerung ins Web, wenn es für Sie nicht erforderlich ist, also keinen Zusatznutzen bringen würde. Arbeiten Sie ohnehin nur an einem einzigen Computer und nicht mit anderen Teleworkern zusammen an den gleichen Dokumenten, wäre auf den ersten Blick nicht ersichtlich, warum Ihre Arbeit im Web gespeichert werden müsste.

Ich persönlich bin ein echter Daten-Nomade und als solcher sehr froh über die neuen Dienste. Seit langem nutze ich ausschließlich Googlemail für die Korrespondenz und Google Calendar für die Terminplanung. Nur zu Zwecken der Datensicherung synchronisiere ich beide Dienste mit meinem lokalen Outlook, das ansonsten unbenutzt bleibt.

Auch mein RSS-Reader ist online. Zwar haben Programme, wie etwa der mittlerweile kostenlose FeedDemon von Nick Bradbury ein paar tolle Funktionen und sind auch schneller als Online-Apps. Allerdings ist die ubiquitäre Verfügbarkeit der Onlinedienste, wo immer ich Internetzugang habe, für mich das absolute Killerkriterium. Seit ich über eine UMTS-Datenflat verfüge, ist dieser Aspekt noch einmal ein Stück wichtiger geworden. Hätte ich meine Daten nur auf einem stationären PC, könnte ich meinen Job heutzutage nicht mehr vernünftig erledigen.

Wohin mit den Officedaten?

Nun haben sich in den vergangenen Jahren vielerlei Dienste gebildet, die Teilaspekte der täglichen Büroarbeit abdecken. In den letzten zwei Jahren hat mir dabei besonders Google Docs zur Seite gestanden, womit ich Texte und Kalkulationstabellen erstelle. Der normale Text und die normale Tabelle benötigen in der Regel keine Sonderfunktionalitäten, wie etwa Pivotcharts oder makrobasierte Abläufe, so dass ich mit der Online-Lösung GDocs, die übrigens über die Zeit immer besser geworden ist, gut zurecht gekommen bin.

Screenshot
Google Text & Tabellen -Gesamtübersicht

Die einzige noch fehlende Komponente stellt die Speicherung beliebiger Daten online dar. Google Text & Tabellen speichert die damit erstellen Daten. Zoho Office wiederum nur deren eigene Formate. Aber wo speichere ich meine PDFs oder aufwändigere Dokumente, die ich mit einem Desktop-Programm erstellt habe?

Sicherlich gibt es bereits seit Jahren WebDAV-basierte Lösungen, wie den SmartDrive bei Web.de oder das OpenExchange-Postfach bei 1&1 oder einfach ein WebDAV-Verzeichnis auf eigenem Webspace. Sowas nutze ich auch.

Der Nachteil dabei besteht darin, dass es sich tatsächlich nur um Remote-Ordner handelt. Es gibt kein Dokumentenmanagement what so ever. Keine Sortierung, keine Voransicht, kein Sharing, kein Mailing, kein Suchen, nix. Das ist – gelinde gesagt – unkomfortabel und schränkt die mobile Produktivität deutlich ein. Schon die Tatsache, jedes Dokument erst herunterladen zu müssen, nur um dann fest zu stellen, dass es doch nicht das richtige war, ist frustrierend.

Von daher war es nur eine Frage der Zeit, bis webbbasierte Dokumenten-Management-Systeme zur Verfügung gestellt werden würden. Ich war im Grunde sicher davon ausgegangen, dass Google seine Officesuite zügig auch für andere Formate, mindestens für PDF öffnen würde, um den Vorsprung vor der Konkurrenz zu nutzen. Erstaunlicherweise hat Google bis heute nicht einmal den Ansatz einer Lösung präsentiert.

Nun treten zwei bekannte Software-Riesen an, um diesen Mangel mit eigenen Lösungen zu beheben und dem Marktführer Nutzer abzujagen. Microsoft ist seit einigen Tagen mit seinem Office Live Workspace und Adobe mit dem Dienst Acrobat.com online. Beide lohnen eine nähere Betrachtung.

Microsofts Office Live

Vorab: Office Live ist tatsächlich ein reines Dokumentenmanagementsystem. Dabei ist es egal, welcher Art die hochgeladenen Dokumente sind. Von einigen Formaten kann Office Live eine Voransicht anzeigen, von vielen nicht. Acrobat.com hingegen bietet mit Buzzword auch einen, allerdings schlecht integrierten Texteditor.

Screenshot
Office Live Workspace, GDocs fast zum Verwechseln ähnlich

Technisch basiert Office Live auf HTML/CSS/AJAX und läuft sogar im Firefox unter Linux problemlos. Installiert man das kostenlose Office Live Update kann man aus anderen Office-Anwendungen wie Word, Excel et cetera direkt auf seinen Workspace lesend und schreibend zugreifen. Offive Live ist schnell, optisch ansprechend, übersichtlich und funktional. Dateien lassen sich einfach hochladen und mit anderen teilen. Es gibt eine rudimentäre Versionsverwaltung, Dateien können mit Kommentaren und Notizen versehen werden. Das Anlegen eigener Ordner, genannt Workspaces ist vorgesehen, um eine aufgabengerechte Vorsortierung zu gewährleisten.

Zwei Haken hat das Angebot: Es bietet nur 500 MB Speicherplatz und – es ist von Microsoft.

Adobes Acrobat.com

Acrobat.com ist auf den ersten Blick sympathischer. Es bietet 5 GB Speicherplatz und es ist nicht von Microsoft. Außerdem enthält es einen Texteditor und ist in der Lage, aus den hochgeladenen Dateien PDFs zu erzeugen. Ein Online-Konferenzmodul ähnlich Netmeeting ist auch an Bord.

Nachvollziehbarerweise, aber dennoch leider, basiert Acrobat.com komplett auf Flash, respektive der Servertechnologie AIR, die sich auf Clientseite eben als Flash manifestiert. Flash ist nicht wirklich schnell, nicht transparent und funktioniert unter Linux nur eingeschränkt. Hochgeladene Dateien können als Flash-Preview (nur manche Formate) betrachtet und natürlich mit anderen geteilt werden.

Screenshot
Acrobat.com -Gewöhnungsbedürftige Übersicht, die die Bezeichnung nicht rechtfertigt

Wirklich übel ist die Übersichtsseite aller hochgeladenen Dokumente. Anders als Gdocs und Office Live, die die Dokumente mit Datums- und Zeitangaben anzeigen und die üblichen Sortierfunktionen anbieten, unterlässt Acrobat.com eine aussagefähige Übersichtsdarstellung gleich ganz und bietet die untaugliche Ansicht als Thumbnails oder Liste an, wobei in der Liste keinerlei Angaben mit Ausnahme des Dokumententitels stehen. Es gibt lediglich vordefinierte Sortiermöglichkeiten, unter anderen nach Hinzufüge- respektive letztem Änderungsdatum. Allerdings erscheinen auch dann keine Datumsangaben, sondern die Dokumente werden lediglich unter einer Überschrift wie „in April“ geblockt dargestellt. Dies kann man beim besten Willen nicht als sinnvolles Dokumentenmanagement bezeichnen, zumal es auch keine Suchfunktion gibt, die diesen Mangel wenigstens lindern könnte.

Auch Buzzword ist beileibe kein großer Wurf. Erstens finden sich die damit erstellten Dokumente nicht in der Dokumentenübersicht wieder. Buzzword führt eine eigene Übersicht, die in einem separaten Fenster geöffnet wird. Da kann ich auch gleich eine separate Lösung nehmen. Zweitens sind die Funktionen in Buzzword, speziell verglichen mit dem Funktionsumfang in Google Text & Tabellen nur als rudimentär zu bezeichnen. Nicht einmal die für die schreibende Zunft wichtige Funktion „Wörter/Zeichen zählen“ gibt es.

Da man mit Flash natürlich prinzipiell jede Art von Oberfläche schaffen kann, überrascht es nicht, dass Acrobat.com das hübscheste Produkt seiner Art und angeglichen an die Oberflächen der kommenden Adobe CS4-Produktlinie ist.

Fazit

Im Ergebnis lässt sich sagen, dass derzeit Office Live die bessere Variante bietet. Dies, nicht zuletzt aufgrund der optischen Nähe, insbesondere für Nutzer von Google Text & Tabellen, die sich völlig problemlos zurechtfinden werden. Die beste Variante wäre eine Öffnung des Google-Dienstes selber für andere Dateiformate. Käme eine solche Lösung, wäre wiederum der Umstieg von Office Live problemlos machbar. Für diese Übergangszeit werde ich bei Office Live bleiben… ™

Kategorien
WordPress

Tabbed Widgets: WP-Sidebar besser nutzen

Die meisten WordPress-Blogger, die ich kenne, verwenden immer dann dreispaltige Layouts, wenn sich aufgrund der relativen Fülle der vorgesehenen Widgets bei zweispaltigen Layouts eine zu lange Sidebar ergeben würde. Im Ergebnis kommt dann vielfach dabei heraus, dass im dreispaltigen zwar nun alle Widgets gut sitzen, das Theme nach unten hin aber viel Mut zur Lücke zeigt. Noch dazu sind die meisten zweispaltigen Layouts sowieso schöner und bloggiger. Ein Dilemma?

Nicht mehr, denn Kaspars Dambis hat ein schickes WordPress-Plugin entwickelt, dass es Ihnen erlaubt, eine nahezu unbegrenzte Menge Content in die Sidebar zu verlagern, ohne dabei unübersichtlich zu werden. Das Plugin hört auf den aufschlussreichen Namen Tabbed Widgets, beschreibt damit aber nur untertreibend seine Fähigkeiten.

Tabbed Widgets (TW) wird plugin-typisch installiert und bietet sodann eine Konfigurationsseite gleichen Namens unterhalb des „Design“-Menüs an, mit dessen Hilfe Sie es an Ihre inhaltlichen Bedürfnisse anpassen können.

Die Optionenseite zu TW

Öffnen Sie die Optionenseite, stellen Sie fest, dass TW die Nutzung von bis zu acht verschiedenen Widgets mit unterschiedlichen Inhalten ermöglicht. Zur Auswahl steht die gesamte Funktionalität, die Sie auch separat als Widget in WordPress einbinden könnten. Speziell mit Text- und RSS-Widgets sind flexibelste Inhaltsbereiche denkbar.

Auswahlmöglichkeiten im einzelnen Tab

Schauen wir uns ein Tabbed Widget etwas genauer an. Unter „Widget-Title“ können Sie eine übergeordnete Überschrift ersinnen, die Sie allerdings erst mittels Klick auf „show Title“ auch tatsächlich sichtbar machen. Die einzelnen Tabs 1 bis 6 bestücken Sie, entsprechend Ihrer Vorstellungen, mit vorhandenen Widgets und vergeben unter Titel den Text, der im jeweiligen Tab erscheinen soll. Der Radiobutton vor den einzelnen Tabs legt bei Aktivierung den jeweiligen Karteireiter als Startanzeige fest, während der Klick auf „Default start tab“ bedeutet, dass immer Tab 1 bei Aufruf der Website angezeigt werden soll.

Die Option „Rotate tabs with interval“ führt dazu, dass in Kombination mit einem vorzugebenden Sekundenintervall ein automatischer Wechsel stattfindet. So gelingt es, dem Unerfahrenen die Nutzung der Tabs automagisch begreiflich zu machen und den verborgenen Content zu zeigen, ohne dass der Besucher explizit klickend darum bitten müsste. Mittels „Choose random start tab“ erreichen Sie die zufällige Auswahl des Starttabs beim Seitenaufruf.

Beispielkonfiguration

Haben Sie Ihre Wunsch-Tabbed-Widgets vorbereitet, begeben Sie sich auf die Seite Design > Widgets und klicken sie in die Sidebar, wo sie dann per Drag and Drop angeordnet werden können. Die Tabbed Widgets sind zur Identifizierung entsprechend der Optionsseite durchnummeriert.

Einfügen ins Theme per Design > Widget

Rufen Sie nun Ihre Blog-Startseite auf, werden Sie ein Ergebnis ähnlich dem folgenden sehen.

Beispiel einer tabbed Navigationsoptik

Eine schöne Funktionalität habe ich Ihnen bislang unterschlagen. Nämlich die Möglichkeit, die Tabs auch als Accordion anzeigen zu lassen. Accordion ist eine hauptsächlich von Apple populär gemachte Slide-Technik, bei der ein Klick auf ein Navigationselement dazu führt, dass der Inhalt nach unten ausgeklappt wird, wobei die übrigen Accordion-Tabs mit nach unten wegrutschen. Accordion-Tabs sind zum Beispiel immer da sinnvoll, wo die Grenze nebeneinander anzuordnender Tabs erreicht wird, was bei Standard-Sidebars spätestens nach vier Tabs mit kurzen Titeln der Fall sein wird. Accordion-Tabs können längere Titel tragen und auch die maximale Zahl von sechs Tabs halten.

Ein Accordion-style Tabbed Widget

Normale Tabs und Accordion-Tabs können frei gemischt werden, ebenso wie animierte und nicht animierte Widgets. TW basiert auf jQuery und bietet mittels Einbindung des Cornerz-Plugins auch optisch abgerundete Tabs. Teilweise wird darüber berichtet, dass Accordion-Tabs nicht, wie gewünscht, funktionieren und anstelle eleganter Ausklapptechnik ganz profan sämtliche Inhalte ohne Slides präsentieren. Tritt dieser Effekt auch bei Ihnen auf, lohnt es sich wahrscheinlich, den Tipps in und nach diesem Kommentar zu folgen, die exakt beschreiben, was Ihr Theme-Autor nicht codex-konform implementiert hat und wie Sie das unkompliziert beheben können.

Design-Anpassungen nehmen Interessierte auf die gewohnte Art und Weise im Stylesheet uitabs.css vor, das sich im Unterverzeichnis „js“ des Plugin-Verzeichnisses befindet. Viel Erfolg! ™

Kategorien
Webdesign

MAMA: Operas Projekt bringt Analysen für Webentwickler

MAMA ist ein ambitioniertes, mit erstaunlich langem Atem betriebenes Projekt der kleinen skandinavischen Browserschmiede Opera. MAMA wird eine Suchmaschine für diejenigen unter uns, die sich tagtäglich mit der strukturellen Seite des Web auseinandersetzen müssen. MAMA sucht nicht danach, „was“ im Web steht, sondern „wie“ es im Web steht. Klingt interessant, oder?

Was ist MAMA?

Derzeit ist MAMA (Metadata Analysis and Mining Application), zumindest hinsichtlich des bisher nutzbaren Teils, lediglich eine Studie über den strukturellen Zustand des Web. Das ist interessant, aber interessanter ist die Vision, die die Entwickler verfolgen. Bereits innerhalb der nächsten Monate soll MAMA als Suchmaschine zugänglich werden. Sie könnten dann gezielt nach Seiten suchen, die bestimmte Strukturmerkmale verwenden. Sie suchen also nicht nach den Inhalten, sondern nach der Technik, mit der die Inhalte dargestellt werden. Wozu soll das gut sein?

Nun, der Browser-Hersteller wird den Nutzen einer solchen Applikation im Vorbeigehen erfassen, ebenso wie das Mitglied der Standardisierungsgremien. Aber auch der herkömmliche Webentwickler wird das Angebot gern in Anspruch nehmen. Ich gebe ein paar Beispiele.

Ihr Auftraggeber steht auf Flash und behauptet, jeder setze das ein. Sie sind aber der Auffassung, dass Flash auf seiner Site eher kontraproduktiv sein würde. Sie bemühen MAMA und weisen ihm nach, dass die Flash-Nutzung in Deutschland insgesamt seit Jahren rückläufig ist, schon jetzt nur noch 25 % aller Seiten flashed sind und dass die erfolgreicheren Sites seiner Branche zu 95 % kein Flash verwenden (das letzte Ergebnis ist geraten, der Rest ist MAMA).

Im Team gibt es Streit, weil sie bei einer Migration einer Website aus Kostengründen darauf verzichten wollen, sämtliche Tabledesigns auf CSS umzustellen. Ihr Kollege behauptet, Tables verwende heutzutage keiner mehr. MAMA gibt Ihnen Schützenhilfe und belegt, dass die drei Table-Tags (table, tr, td) sämtlich in der Top Ten der meist verwendeten HTML-Tags sind. Häufiger werden nur Tags, wie a oder img, sowie die unumgänglichen Tags, wie Head, HTML oder Body benutzt.

Natürlich können Sie MAMA, wenn es denn live geht, auch einfach benutzen, um sich Inspiration für die Umsetzung ähnlicher Projekte zu holen. Sie geben die favorisierte Technik vor und MAMA zeigt Ihnen Seiten, die sie verwenden.

Soweit ist es noch nicht. Wie gesagt, ist MAMA momentan lediglich eine Studie zum Thema Webstruktur. Aktuell beantwortet das Projekt statisch und auf der Basis veraltender Daten Fragen, die den Status Quo des WWW betreffen. So kann man, wie bereits erwähnt, etwas über die Häufigkeit des Einsatzes von Flash erfahren oder sich von der Omnipräsenz der Tabellenlayouts im heutigen Web überzeugen lassen. Genauso desillusionierend mag es für die Ambitionierteren sein, zu sehen, dass gerade einmal rund 4 % aller getesteten Seiten positiv durch den W3C Validator gelaufen sind, sowie, dass lediglich 50 % aller Seiten mit einem Behauptungsbadge, sie seien valide, tatsächlich auch den Test bestanden.

Wenn man dann noch zur Kenntnis nimmt, dass trotz großen Hypes aktuell lediglich etwas über 3 % aller getesteten Sites aus Deutschland Ajax, genauer das XMLHttpRequest-Objekt verwenden und CSS hauptsächlich für die Text-Auszeichnung, quasi als billiger Ersatz für das Font-Element genutzt wird, kann man schon depressiv werden. Erwähnte ich schon, dass das Tabellenlayout nach wie vor das Web dominiert? Werden Tabellen eingesetzt, dann typischerweise dreifach ineinander verschachtelt. Okay, ich möchte nicht weiter darauf rumhacken, deshalb schauen wir jetzt mal auf …

…die Zusammensetzung der Datenbasis

Wenn man bedenkt, dass Opera 3,5 Millionen URLs analysiert hat, stellt sich unweigerlich die Frage danach, welche das gewesen sind und warum genau diese und nicht etwa andere. Egal nämlich welche Studie zur Größe des WWW man in die Betrachtung nimmt, man stellt durchgängig fest, dass eine Stichprobe von 3,5 Mio URLs viel zu niedrig und statistisch nicht relevant sein kann. Jedenfalls werden das mit Berechtigung all diejenigen unter Ihnen sagen, die sich, wie ich, einige Semester mit Statistik beschäftigen mussten. Einerseits.

Andererseits reden wir über das Web. Das Web ist schon an sich keine homogene oder auch nur homogenisierbare Masse. Nicht einmal vollständig katalogisierbar ist es und ohnehin in ständigem Wandel befindlich. Folgen Sie mal spaßeshalber in Foren oder Blogs dem ein oder anderen älteren (älter als ein Jahr) Link. Sie werden sich vermutlich nicht einmal wundern, wie viele dahinterliegende Seiten mittlerweile den Weg allen Irdischens gegangen sind. Zumeist sind das jedoch Websites ohne größere gefühlte Relevanz. Und in der Tat haben die Macher des MAMA-Projekts sich auch ein Stück weit auf „gefühlte Relevanz“ verlassen.

In der Zeit nach MAMAs Geburt, Anfang des neuen Jahrtausends (2002 – 2004) nutzten die Entwickler eine URL-Datenbasis, die sie im Wesentlichen aus den verschiedenen Randomlink-Generatoren bei Yahoo zusammen gesammelt hatten. Es handelte sich also um eine echte Zufallsstichprobe. Schon damals war klar, dass eine reine Zufallsstichprobe in einer Gesamtgrößenordnung von rund 750.000 URLs absolut keine hieb- und stichfesten Ergebnisaussagen über den strukturellen Zustand des Web zulassen konnte. Und so empfanden die Entwickler die Stichprobe auch eher als Entwicklungsumgebung für die Verbesserung der verschiedenen MAMA-Analysetools.

Über die Jahre ist diese Stichprobe auf rund 500.000 URLs zusammen geschmolzen, was die Dynamik des Web selbst anhand einer so kleinen Stichprobe eindrücklich zeigt. Keine der auf diese Weise gewonnenen URLs findet sich jedoch in den aktuellen Ergebnissen des Projekts repräsentiert, es sei denn, sie war zufällig in der für die neuen Auswertungen benutzten Datenbasis enthalten.

Die aktuelle Datenbasis setzt sich zusammen aus dem Gesamtdatenbestand des Open Directory Project (Dmoz), der Liste der W3C-Mitglieder und der Alexa Global Top 500 List. Das DMoz wählten die Entwickler aus teils hemdsärmeligen Gründen. Ein wesentlicher Punkt war, dass es keinen größeren urheberrechtlichen Einschränkungen unterliegt, wie etwa die Indizes von Google und anderen. Ein ebenso relevanter Punkt war die freie Verfügbarkeit des Gesamtdatenbestandes als Downloaddatei. Weniger hemdsärmelig allerdings und als guter Grund geeignet war der Umstand, dass das DMoz teils die Basis, zumindest aber einen Kernbereich der Suchmaschinen von Google, Lycos, Hotbot und vielen anderen bildet. Nicht zuletzt gab die schiere Menge von über 4 Millionen von Hand ausgewählter und katalogisierter URLs einen wesentlichen Faktor ab.

Die Liste der W3C-Mitglieder wurde als eine Art Gegenprobe eingepflegt. Man ging davon aus, dass sich die Mitglieder des W3C auf ihren eigenen Websites stärker an Standards orientieren würden als andere (was sich aber nicht im erwarteten Umfang bestätigte). Der Einsatz der Alexa-Liste mit den 500 global populärsten Websites stellt für mich den Part dar, wo sich das MAMA-Projekt auf gefühlte Relevanz verlässt. Sicher muss man davon ausgehen, dass die 500 populärsten Websites nach Alexa-Zählung eine besondere Alltags-Relevanz und möglicherweise auch Repräsentativität für den Zustand des Web bieten könnten. Auf der anderen Seite fallen mir spontan einige Dutzend in Deutschland populäre Sites ein, die auf die Umsetzung struktureller Standards ungefähr soviel geben, wie ich freiwillig dem Finanzamt. Es ist daher nicht stringent logisch, vom Zustand der Topsites auf den Zustand des Web insgesamt zu schließen.

Diese Einschränkung gilt insgesamt. Niemand, außer dem auf dem Stand der Technik arbeiten wollenden Webdesigner, der an einem Webprojekt beteiligt ist, legt einen besonderen Fokus auf die Einhaltung von Standards. Wer muss, sieht noch zu, dass er eine weitestgehende Barrierearmut hinbekommt. Wer das nicht muss, lässt es in aller Regel, vor allem unter Kostengesichtspunkten.

Was bedeutet das nun für die MAMA-Datenbasis? Statistiker würden sie verwerfen. Praktiker werden sich mit der Auswahl unter Berücksichtigung der ganzen weichen Fakten anfreunden können. Alle verwendeten URLs sind nach dem Empfehlungsprinzip handverlesen. Im Grunde muss man sagen, dass die Datenbasis zwar systemische Fehler aufweist, aber keine machbare andere Datenbasis denkbar ist, die nicht wenigstens genauso fehlerbehaftet wäre. Die Alternative für die MAMA-Entwickler bestünde letztlich nur darin, das Projekt einzustampfen. Nehmen wir also, was wir kriegen können und warten auf das Public Going der MAMA als Suchmaschine live and on the scene… ™

Kategorien
Webdesign

Mozy Home – Kostenloses Onlinebackup

Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, wird man nicht umhin kommen, zuzugeben, dass die Datensicherung am eigenen Computer zu denjenigen Tätigkeiten gehört, die am ehesten hinten rüber kippen. Kurz: Man macht sie nicht. Ab und an schießt einem dann heiß der Gedanke durch den Kopf, dass man doch mal wieder sichern müsste. Gelegentlich lässt man diesem Gedanken auch Taten folgen. Allerdings kann bei den meisten Computeristen von planvoller, systematischer Datensicherung in der Regel wohl eher nicht die Rede sein. Mit der im folgenden vorgestellten Lösung „Mozy Home“ könnte sich das ändern…

Datensicherung ist immer mit Arbeit verbunden. Auch wenn es heutzutage bereits recht komfortable Desktop-Programme gibt, die den Aufwand im Wesentlichen auf das Wechseln der DVD-RWs reduzieren, der Aufwand bleibt. Und Wartezeit. Vor allem Wartezeit. Und die frustrierende Erfahrung, dass selbst Backups auf DVD nicht immer funktionieren, wenn man sie tatsächlich einmal braucht, wird auch mehr als nur einer von Ihnen kennen. Wie schön wäre es doch, wenn man ein Backup-System hätte, das man einmalig aufsetzt und dann vergessen kann, weil es selbständig im Hintergrund werkelt und dabei Speicherplatz benutzt, den man nicht verkratzen, verlegen oder vergessen kann.

Ich fand diese für mich perfekte Lösung vor einigen Wochen. Sie hört auf den wenig sprechenden Namen „Mozy Home“ und ist eine Online-Backup-Lösung. Als Verwender hat man wenig zu tun. Man errichtet einen Account auf Mozy.com, lädt den Client runter, den es für Windows und OS X gibt und richtet die zu sichernden Verzeichnisse, sowie den Zeitplan für die Sicherungen ein.

Ich entschied mich zunächst für die kostenlose Variante. 2 GB Speicherplatz verschenkt Mozy nämlich. Für mich nicht im Ansatz ausreichend, aber immerhin eine gute Ausgangsbasis, das Angebot ausgiebig zu testen, bevor man möglicherweise Geld in den Sand setzt. Mittlerweile habe ich auf die kostenpflichtige Variante für knappe 5 Dollar im Monat upgedatet. Unbegrenzter Speicherplatz (für einen Computer) steht mir seitdem zur Verfügung.

Grundsätzlich macht Online-Backup nur Sinn, wenn man über eine entsprechende Anbindung ans Datennetz verfügt, was Mozy vorab auch prüft. Außerdem muss der Rechner schon die meiste Zeit des Tages laufen, ansonsten kommen große Backupsessions nicht zum Ende. Wer diese beiden Voraussetzungen erfüllt, könnte an Mozy seine Freude haben.

Ein wichtiger Punkt, gerade bei Online-Backup-Lösungen, denen man wichtige Daten überantwortet, ist die Verlässlichkeit des Anbieters. In der Vergangenheit haben sich schon die verschiedensten Dienstleister an dieser Thematik versucht. Die meisten sind mittlerweile nicht mehr am Markt, denn verschiedene Punkte muss ein Online-Speicherplatzanbieter einfach erfüllen:

  • die Anbindung der Server muss breitbandig genug für viele parallele Datenübertragungen sein
  • die Server müssen mehrfach redundant und mit großen Speichermedien ausgestattet sein
  • der Serverpark muss schnell wachsen können und dennoch beherrschbar bleiben.

Der Anbieter hat demnach relativ hohe Vorinvestitionen und muss auch im laufenden Betrieb finanzielle Flexibilität behalten, um erforderlich werdende Investitionen in die Infrastruktur zügig tätigen zu können, ganz zu schweigen von den potenziell hohen Kosten für den entstehenden Traffic. Es ist daher kein Wunder, dass sich der Markt auf wenige Dienstleister konzentriert. Zu den größten Speicherplatzdiensten gehören heutzutage Akamai, die man allerdings als Marke kaum wahrnnimmt, sowie Amazon, die mit ihrem S3-Service dabei sind, Akamai Marktanteile abzujagen. Viele kleinere Anbieter kaufen den Platz, den sie vermieten, wiederum bei einem der beiden ein.

Mozy gehört zum Speicherhersteller EMC, der seinerseits möglicherweise wieder die beiden anderen Genannten mit Hardware ausstattet. Jedenfalls besteht darin sein Hauptgeschäftszweck. Es dürfte daher gerechtfertigt sein, Mozy ein gewisses Standing im Markt zuzutrauen. Jedenfalls ist nicht mit dem kurzfristigen Zusammenbruch des Unternehmens und dem damit einhergehenden Spontanverlust Ihrer Daten zu rechnen. Aber bitte, ich bin nicht der Buffett, grundsätzlich kann eine lokale Sicherung nie schaden… ™

Kategorien
WordPress

Die besten Kommentarplugins für WordPress

Kommentare sind das Salz in der Suppe des Bloggers. Für kleine Mengen Meinungsmaterial bietet ein Standard-Wordpress ausreichend Funktionalität zur vernünftigen Verwaltung des Lesercontent. Bei vielen Beiträgen würde man sich als Bloginhaber bequemere Werkzeuge vorstellen. Und auch die Kommentatoren sind nicht unbedingt komfortabel bedient. Heute stelle ich Ihnen zwei WordPress-Plugins vor, die dem Admin und der kommentierenden Leserschaft ein deutliches Plus an Komfort bieten.

Better Comments Manager

Beginnen wir mit DEM Kommentar-Plugin für den Blogadministrator, dem Better Comments Manager (BCM). BCM ist ein Plugin für das Admin-Backend. Es kann als Unterpunkt des Kommentare-Menü aufgerufen werden, steht aber ab WP 2.5 auch als Hauptmenüpunkt in der obersten Navigationshierarchie. Ein kleiner Bildvergleich mag den Unterschied zwischen der Standard-Kommentarverwaltung und dem BCM verdeutlichen:

Die Standardwerkzeuge von WP zur Kommentarverwaltung
Die Standardwerkzeuge von WP zur Kommentarverwaltung

Die starke erweiterte Kommentarbearbeitung im BCM
Die starke erweiterte Kommentarbearbeitung im BCM

Auf den ersten Blick entdecken Sie mehrere Bearbeitungsoptionen, die Ihnen standardmäßig nicht geboten werden. Wie gewohnt, können Sie den konkreten Kommentar zurückweisen, löschen oder als Spam deklarieren. BCM bietet aber mehr:

Edit: Bearbeiten Sie den Kommentar. Sinnvoll beispielsweise, wenn sich der Kommentator als verbal inkontinent gezeigt hat, der Kommentar in Gänze aber durchaus Wert hat. Ixxen Sie die bad words raus und gut ist.

Threaded Reply: Sorgt für Kompatibilität zum Plugin „Brian´s Threaded Comments“, welches manch einer benutzt, um Kommentare in einer Art Forenansicht anzuordnen. Der Leser hat die Möglichkeit, konkret auf einzelne Kommentare zu antworten und diese Antwort wird direkt unterhalb des betroffenen Kommentars abgelegt. Aus meiner Sicht absolut unmöglich und nogo, weil man so die chronologische Sortierung durchbricht, was es einem weniger engagierten Leser nahezu unmöglich macht, dem Kommentarstrang sinnvoll zu folgen.

New Reply: Dies ist eines der beiden Killerfeatures, denn diese Funktion erlaubt es Ihnen, direkt aus dem Backend auf Kommentare zu antworten. Sie brauchen nicht mehr ins Frontend zu wechseln, um dort das Kommentarfeld zu bestücken, sondern antworten Ihren Lesern direkt aus dem Administrationsbereich heraus. Ein Segen, wenn man mit vielen Kommentaren hantiert, aber auch nützlich bei geringeren Aufkommen. Ein Klick auf New Reply öffnet unter dem Kommentar ajaxified ein Textfeld, in das Sie umstandslos schreiben können. Bequemer geht es nicht.

View All: Das zweite Killerfeature wechselt bei Klick in die Ansicht aller Kommentare zu dem betroffenen Artikel, so dass Sie die Möglichkeit haben, vor einer Antwort gesammelt alle übrigen Kommentare zur Kenntnis zu nehmen. Wieder, ohne dass Sie ins Frontend wechseln oder die Kommentare aus Verwalten > Artikel und Klick auf die Kommentareblase ansteuern müssten.

Obwohl Ihnen als Admin an dieser Stelle des Textes bereits vollends gedient ist, empfehle ich Ihnen dennoch weiter zu lesen. Denn Ihre Leser werden Ihnen den Einsatz des folgenden Plugins danken.

WP Ajax Edit Comments

Endlich mal ein Plugin für die Komfortfunktion „Kommentator darf Kommentar editieren“, das keine Eingriffe in den Quellcode der Comments.php erfordert. WP Ajax Edit Comments von Ronald Huereca ist eine „out of the box“-funktionierende Lösung für weniger code-affine WP-Blogger und bietet dabei alles, was man sich wünschen kann.

Es gibt einige wenige Überschneidungen zu obigem Plugin, wie zum Beispiel die Möglichkeit, Kommentare im Backend zu editieren. Mit WP Ajax Edit Comments (WAEC) geht das allerdings auch aus dem Frontend heraus. Zusätzlich bietet WAEC sowohl im Backend, wie auch im Frontend die Möglichkeit, die vom Kommentator eingegebene Verlinkung mit einem einfachen Klick auf De-Link zu entfernen. Praktisch etwa bei vernünftigen Kommentaren, deren Verfasser jedoch auf stark werbelastige oder sonstwie inakzeptable Websites verlinken.

Die Adminfunktionalität des WAEC im Frontend

Nach der Aktivierung des Plugins ist es mit Standardeinstellungen sofort funktional. Die Sprache wird aus den Standardeinstellungen des Blogs genommen. WAEC setzt auf WP 2.5 auf, läuft also mit niedrigeren Versionen nicht. Allein für das Plugin lohnt sich allerdings meines Erachtens schon das Update auf 2.5, sollten Sie das nicht ohnehin schon hinter sich haben. Die übersichtliche Konfigurationsseite unter Einstellungen > Ajax Edit Comments bietet mehr Optionen, als es der Durchschnittsblogger wünschen wird. Es lässt sich einstellen, wie lange editiert werden darf und exakt, wer was editieren können soll.

Darf der Kommentator neben seinem Kommentar auch seinen Namen und/oder seine E-Mailadresse ändern oder sollen das nur Admins können? Soll das Standard-WP-Interface zur Kommentarbearbeitung abgeschaltet werden? Welcher Text soll angezeigt werden, wenn ein Kommentar als Spam erkannt wird? Welches Antispamtool wird verwendet? Soll ein Countdown angezeigt werden, der auf die verbleibende Edit-Zeit hinweist? Soll sich WAEC um die Umlautkonvertierung kümmern? Der Edit-Vorgang selber läuft dann mit state-of-the-art Ajax ab. Probieren Sie es aus. Ihre Leser werden begeistert sein. ™

Das Popup zur Kommentarbearbeitung

Kategorien
Webdesign

Faktura kostenlos: Bamboo Invoice

Schreiben Sie Ihre Rechnungen mit Word? Verfolgen Sie Ihre Zahlungseingänge in einer Exceltabelle? Oder umgekehrt? Eine Faktura haben Sie bisher nicht angeschafft, weil Sie der Auffassung sind, dass jede denkbare Lösung zu groß für Sie wäre? Warum nutzen Sie nicht die Open-Source-Anwendung „Bamboo Invoice“ und schreiben künftig von überall her Ihre Rechnungen? Ich zeige Ihnen, wie das geht…

Bamboo Invoice ist ein in kontinuierlicher Entwicklung befindliches Open-Source-Projekt des Programmierers Derek Allard. Mittlerweile wurde auch ein Google-Codeprojekt angelegt, allein es gibt noch keine Inhalte. Bamboo Invoice wird auf eigenem Webspace installiert. Es setzt PHP 5 und eine Datenbank, am besten MySQL oder MySQLi voraus. Allard liefert aber auch Treiber für MSSQL, Postgre, OCI8, SQLite und ODBC mit. Zur Generierung von PDFs muss die DOM-Extension installiert sein. Bamboo Invoice unterstützt derzeit englisch, französisch, deutsch, niederländisch, rumänisch, spanisch, portugiesisch, bulgarisch, schwedisch und italienisch. Die Übersetzung ist in den meisten Fällen gut, kann jedoch bisweilen ein bisschen Nacharbeit gebrauchen.

Das Hauptmenü
Das Hauptmenü

Die Installation geht schnell und unproblematisch von der Hand. Lediglich zwei Konfigurationsdateien sind mit der URL der Anwendung sowie den Datenbankdaten zu versorgen. Hernach unterstützt Sie ein Installer bis zur Betriebsfertigkeit. Nachdem Sie Ihre wesentlichen Firmendaten, wie Adresse, Währung, Steuersatz eingegeben haben, können Sie beginnen, Rechnungen zu erfassen. Das System hilft Ihnen bei der Kundenverwaltung, der Rechnungsschreibung und der Offene-Posten-Verwaltung. Durch den Einsatz des CodeIgniter-Frameworks ist eine laufende Optimierung der Applikationsengine in Einklang mit der Roadmap des CodeIgniter-Projektes sicher gestellt. Das gesamte System ist massiv ajaxified und dadurch sehr geschmeidig, elegant zu bedienen und zu betrachten. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit lässt keinerlei Wünsche offen.

Zwecks Weiterverarbeitung der Rechnungsdaten, vor allem zur Weitergabe an den Steuerberater, kann Bamboo die Rechnungsdaten als XLS oder XML exportieren. Ebenso ist der Download der gesamten Datenbank vorgesehen. Mittels eines Autoupdaters hält sich Bamboo stets auf dem aktuellsten Stand. Hat man die erste Rechnung erfasst, zeigt sich die ganze Funktionsvielfalt des Systems. Man kann zu jeder Rechnung Notizen erfassen, man kann Rechnungen per E-Mail versenden, diese ausdrucken oder als PDF ausgeben. Man kann sie bearbeiten oder löschen und sie in einer Übersicht auflisten lassen, die sortier- und filterbar ist.

Benutzt man Bamboo über einen längeren Zeitraum, werden zunehmend die Berichtsfunktionen interessant, mit deren Hilfe man seine Umsätze auf einer Zeit-Umsatz-Schiene grafisch auswirft. Die Statistiken lassen sich von jährlich auf die einzelnen Quartale herunterbrechen, so dass man die unterjährige Umsatzentwicklung einigermaßen im Überblick behalten kann.

Was Bamboo derzeit noch nicht kann

Bamboo kann nicht automatisch bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung helfen, weil es keine eigentliche funktionalität für das Rechnungsausgangsbuch gibt. Auch die Berichtsfunktion hilft nur denjenigen, die eine vierteljährliche Steuererklärung abgeben müssen, da sie sich nicht auf monatlich herunterbrechen lässt. Bamboo hat keine Artikelverwaltung. Jeder fakturierte Artikel muss jedesmal von Hand erfasst werden. Weiterhin gibt es keine Benutzerverwaltung. Bamboo kann keine Signaturen verarbeiten und ist insofern für den rechtssicheren Rechnungsverkehr per Mail nicht zu verwenden. Andererseits kenne ich keine kleinen Dienstleister, die tatsächlich signierte Rechnungen vermailen. Außer dem genannten Bericht bietet Bamboo keine Übersichten an. So wären sicherlich kundenbezogene Übersichten interessant, beispielsweise zu Umsätzen, Zahlungszielinanspruchnahmen, Artikeln et cetera.

Während einige dieser Features sicherlich nie Eingang in Bamboo finden werden, arbeitet der Programmierer an anderen bereits. In Kürze soll es ein User-Management geben. Dann könnten mehrere Benutzer des Unternehmens mit eigenen Rechten in Bamboo arbeiten. Auch die Erweiterung der Berichtsfunktion mit Blick auf Übersichten nach Kunde befindet sich bereits in Arbeit. Eine schöne Möglichkeit der Kundenbindung wird die avisierte Funktionalität sein, automatisch eine Danke-E-Mail zu generieren, wenn die Zahlung erfasst wurde. An eine Artikelverwaltung ist zwar gedacht, eine Realisierung aber momentan nicht auf dem Plan. Stattdessen sollen sogenannte wiederkehrende Tasks definiert werden können, die dann im Grunde die gleiche Funktionalität bieten würden. Auch geplant sind wiederkehrende Rechnungen, in deutschen Faktura-Programmen zumeist als Abo-Rechnungen bezeichnet.

Man sieht, der Programmierer hat noch einiges vor, liefert aber bereits mit der aktuellen Version ein Produkt ab, dass sich alle, die bislang nicht mit einer Faktura arbeiten, zumindest einmal ansehen sollten. Der zeitliche Aufwand gilt nicht als Hemmschuh. Ich hatte Bamboo innerhalb von 10 Minuten installiert und innerhalb weiterer 10 Minuten inhaltlich erfasst. ™

Screenshots aus dem Programm:

Erfolgreiche Installation - Statusmeldung
Erfolgreiche Installation – Statusmeldung

Das erste Login - wie auch alle weiteren Logins
Das erste Login – wie auch alle weiteren Logins

Das Kundenmenü - Neue erfassen, bestehende bearbeiten
Das Kundenmenü – Neue Rechnungen erfassen, bestehende bearbeiten

Rechnungen erfassen - Keine Fragen offen

Die Möglichkeiten der Rechnungsbe- und verarbeitung

Kategorien
WordPress

CommentMailer – Wichtiges WordPress-Plugin mit Macken

Warum stellt er ein Plugin vor, dass er schon in der Überschrift als fehlerbehaftet bezeichnet, werden Sie sich fragen. Und die Frage ist berechtigt. Die Antwort lautet: Weil es derzeit kein anderes Plugin gibt, dass dem Blogger die Möglichkeit gibt, seinen Lesern die Funktion „E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Kommentaren“ zu bieten, ohne sich dabei einem Abmahnrisiko auszusetzen. Das für diese Zwecke beliebteste Plugin „Subscribe To Comments“ nämlich, scheint den deutschen Rechtsanforderungen nicht zu genügen…

Diese Erfahrung jedenfalls musste Jan Tißler, Betreiber des Upload-Magazins machen. Kern des Problems ist, und das betrifft lediglich gewerbliche Seiten (Achtung: schwammige Definition des Begriffs je nach Gericht), dass die Funktion die Eingabe einer beliebigen E-Mail-Adresse zulässt und dabei nicht mehr prüft, ob der Besitzer der E-Mailadresse tatsächlich selber willentlich die Kommentarbenachrichtigung gesetzt hat. Das Problem ist im Grunde seit Jahren bekannt, aber bislang nicht auf Kommentarbenachrichtigungen bezogen worden.

Klar ist indes seit Jahren, dass die Anmeldung zu E-Mailnewslettern in Deutschland nur nach dem Double-Opt-In-Verfahren zulässig ist. Der Interessent füllt seine E-Mailadresse in ein Webformular zur Bestellung eines Newsletters und erhält daraufhin eine Systemmail, die ihn auffordert, den innerhalb der Mail untergebrachten Link zu klicken, um damit bewusst zu bestätigen, dass er tatsächlich den Newsletter erhalten will. Bestätigt er das nicht, erhält er keine Lieferung. Man mag es für logisch halten, dass dieses Verfahren demnach auch für Kommentarbenachrichtigungen, die man durchaus als Newslettern ähnlich bezeichnen könnte, bindend ist. Genau diese Funktionalität bietet das in tausendfachem Einsatz befindliche Plugin „Subscribe To Comments“ jedoch nicht an.

Hier kommt das Plugin CommentMailer ins Spiel, dass es zwar schon länger gibt, dies bislang allerdings unter weitestgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit. CommentMailer bietet nicht den Komfort eines „Subscribe To Comments“ (STC), das komfortabel über eine Optionspage konfiguriert werden kann und das einen funktionsreichen Subscriptionmanager für den Abonnenten vorhält.

CommentMailer hat nur einen einzigen, dafür aber entscheidenden Vorteil: Es stellt das Double-Opt-In sicher. Klickt der Kommentator das Häkchen, um über neue Kommentare per E-Mail benachrichtigt zu werden an, sendet ihm das Blog eine Systemmail zu, in der sich ein Link befindet, mittels dessen er bestätigen kann, tatsächlich die Benachrichtigungsfunktion einschalten zu wollen. Reagiert er auf diese E-Mail nicht, passiert gar nichts. Er wird weder in der entsprechenden WP-Tabelle als Abonnent eingetragen, noch erhält er weitere Mails. So will es das deutsche Recht.

Aufgrund der nun akuten Problematik mit STC ist Geschwindigkeit in die Fortentwicklung des CommentMailer geraten. Als ich das Plugin gestern abend testete, schauderte es mich noch regelrecht ob der fiesen Texte in schlechtem Englisch, sowie der fehlenden Rückmeldungen bei Klicks auf die jeweils zu klickenden Links. So gab es weder eine Rückmeldung über den Erfolg des Anmelde-, noch eine über den Erfolg des Abmeldevorgangs. Funktionieren tat jedoch beides einwandfrei, sprich der gewünschte Erfolg trat ein, allein die sichtbare Reaktion unterblieb. Hier die Bilder:


Die erste E-Mail mit der Bitte um Bestätigung


Alle Folgemails, wenn neue Kommentare erfolgt sind

Heute mittag steht anstelle der bislang aktuellen Version 0.1.3 bereits die Version 0.1.4.2 zum Download zur Verfügung, die im Wesentlichen die fiese Englischsprachigkeit durch ein kumpelhaftes Deutsch ersetzt, die fehlenden Rückmeldungen zumindest codefunktional einfügt, sowie vor allem die durch Michael Weingärtner festgestellten schweren Sicherheitslücken beseitigt. Letzteres verstehe ich bislang aber eher als Work in Progress. Man sollte ein Auge auf der weiteren Entwicklung haben und jeweils zügig bereitgestellte Updates installieren.

Auch die aktuelle sprachliche Gestaltung der Textausgaben ist – wie gesagt – Geschmackssache. Dies ist jedoch insofern unproblematisch, als dass das Plugin nur aus einem einzelnen, relativ kurzen PHP-File besteht, in welchem man schnell die Textteile finden und durch solche des eigenen Gusto ersetzen kann.

Um das Plugin zum Versand der entsprechenden Mails zu bewegen, kann es bei Ihrem Provider erforderlich sein, in der Optionspage die Verifyoption (-f) der PHP-Funktion mail() zu verwenden. Sicher weiß ich, dass dies erforderlich ist bei Kunden von HostEurope, während es bei Kunden von All Inkl definitiv nicht erforderlich ist. Wichtig: Die Verifyoption funktioniert nur bei Verwendung einer E-Mailadresse, die auch bei dem Provider liegt. Sonst kann die Option die Verifizierung nicht leisten. Sie können es also bei diesen Providern nicht so wie ich machen, denn ich nutze meine Gmail-Adresse.


In der unteren Zeile müssen Sie ggfls eintragen: -f absender@domain.tld

Fazit: STC abschalten, CommentMailer installieren. E-Mailversandmöglichkeiten prüfen, gegebenenfalls per -f aktivieren. Texte nach Gusto anpassen. Keine Abmahnung erhalten. Auf Elan des Pluginentwicklers setzen, was die Fortentwicklung betrifft (etwa Verwaltungsoberfläche auch für Abonnenten, Anpassung der Texte per Optionspage etc.).

Kategorien
Webdesign

RSS – Fluch der Technik

Haben Sie auch schon erschöpft vor Ihrem Feedreader gesessen und sich gefragt, ob es wirklich sein muss, dass alles noch durch zu scannen? Letztlich haben Sie es doch getan, immerhin hatten Sie die Feeds ja alle eigenhändig abonniert. Und dafür hatten Sie doch sicherlich einen Grund? Ich fühle mit Ihnen…

„RSS macht das Netz irgendwie unpersönlich.“ Irritiert bemerke ich diesen Gedanken. Er kam ungefragt. „RSS macht das Netz auch irgendwie uninteressant.“ Mein Hirn will mich offenbar recht unverblümt zum kritischen Denken anregen. Und wie ich so auf meinen Google Reader glotze, fällt mir auf, dass mein Unterbewusstsein Recht hat.

Ein Wust gleichförmig dargestellter Informationen, respektive Informationshappen, läuft, wie die Buchstabenkolonnen in Matrix, meinen Bildschirm herab. Nichts fängt das Auge ein, jede Zeile ist wie die nächste. Stumpf blickend drehe ich am Scrollrad, immer ängstlich, doch noch irgendwas Interessantes oder sogar Wichtiges im Informationflow zu übersehen.

Was waren das doch Zeiten, als man Webseiten noch wirklich zu besuchen pflegte. Als man sich am Design und den darin aufbereiteten Informationen erfreute und Stammwebsites wie Stammlokale hatte, die man täglich oder wenigstens nahezu täglich frequentierte. Geht heutzutage doch gar nicht mehr. Man stelle sich mal vor, man müsste all die Seiten, die man per Reader „scannt“, wie man neuerdings so schön sagt, tatsächlich aufrufen, womöglich per URL-Eingabe in die Adresszeile des Browsers. Unvorstellbar! Wie lange soll das denn dauern? Da habe ich im Reader die Infos x-mal schneller zur Kenntnis genommen. Ganz zu schweigen davon, dass ich heutzutage mindestens die vierfache Informationsmenge aufnehmen kann, muss, will als noch vor einigen Jahren. Passend dazu entwickelt die Studienindustrie Studien, die einem weis machen sollen, das Design sei sowieso nicht mehr wichtig. Information rulez.

RSS ist der Knüller. Content Syndication at ease. Die längst vergessenen Internetunternehmen des beginnenden Jahrtausends wären froh gewesen, sie hätten schon auf diesen Zug aufspringen können. (Psst. Sie hätten es sogar gekonnt, wussten es aber noch nicht.) Und tatsächlich lassen sich die grundlegenden Vorteile von RSS nicht vollständig weg diskutieren. Schneller kann man nicht an aktuelle Informationen gelangen, respektive diese veröffentlichen. Das Problem besteht also nicht in der Technik an sich, sondern in deren massenhafter Nutzung. Kein Blog, der nicht Feeds in allen möglichen Formaten anbietet. Auch Nachrichtenportale und Social Networks lassen sich nicht lumpen. Große Unterschiede gibt es nur im Umfang der Bereitstellung.

Dabei finde ich Feeds, die lediglich die Überschrift des Beitrags beinhalten, wie den von SpOn unter dem Gesichtspunkt der Informationsüberflutung sogar besser als die Volltextfeeds der deutschen und internationalen Bloggeria. Man blickt einfach nicht mehr durch. Schnell kommen bei ambitionierten Netzteilnehmern wie mir einige hundert RSS-Abonnements zusammen. Ausgefeilte Ablagestrategien werden entwickelt, um der Flut überhaupt noch Herr werden zu können. Letztlich vergeblich.

Ich scrolle weiter durch endlose Kolonnen getippter Wörter. Mein Google Reader bleibt unbarmherzig bei einer noch zu lesenden Zahl von 1000+ Beiträgen und rührt sich nicht. Verflixt. Werden das denn gar nicht weniger? Ich drehe schneller. Mittlerweile fliegen die Beiträge nach oben an meinen Augen vorbei. Lesen ist nicht mehr möglich. Da, plötzlich beginnt der Beitragszähler nach unten zu laufen. Glücksgefühle stellen sich ein. Der Beitragszähler fällt auf Null. Ich habe es tatsächlich geschafft!

Ein temporärer Erfolg, der nur bis zum nächsten Stein währt, der den Berg hochgerollt werden will, um auf der anderen Seite wieder herab zu rollen. Kurz flackert ein revolutionärer Gedanke auf: Warum kündige ich nicht einfach alle RSS-Feeds und beschaffe mir Informationen wieder durch gezielte Besuche meiner früheren Lieblingssites? Natürlich werde ich auf diese Weise unmöglich die gleiche Informationsmenge erreichen können. Aber ich wäre sicherlich glücklicher. Vielleicht. Oder? ™

Kategorien
WordPress

Photo Dropper – Freie Bilder für das Blog per WordPress-Plugin

Nicht erst seit dem kostenpflichtigen Auftreten eines web-weit bekannten Hobbyfotografen, der mit seiner Frau eine berühmt-berüchtigte Kochbuchseite betreibt und fleißig Leute abkassiert, die diese Bilder in Blogs oder Foren einbinden, ist das Thema Bildnutzungsrechte populär geworden. Zwischenzeitlich hat sich so mancher Blogger darauf verlegt, entweder seine Beiträge gar nicht mehr zu bebildern oder alle Bilder selbst zu schießen.

Der eine erhält ein langweiliges, bleiwüstengleiches Blog, der andere muss einen Riesenaufwand betreiben und wird doch nicht für jede Gelegenheit ein Bild haben. Dabei wissen wir doch alle: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“. Heute stelle ich Ihnen eine Lösung vor, die Sie begeistern kann.

Bevor wir anfangen, möchte ich noch erwähnen, dass es je nach Anwendungsbedarf durchaus Seiten gibt, auf denen gemeinfreie (public domain) oder konkludent gemeinfreie (das deutsche Pendant zur Public Domain) Bilder angeboten werden. Hierzu gehören für den Bereich „Bilder“ insgesamt die Wikimedia Commons, wo man sich allerdings die einzelne Lizenz genau ansehen muss, da dort nicht ausschließlich gemeinfreie Bilder zu finden sind und für den Bereich von Lebensmittel-Bildern gibt es beispielsweise das Projekt Lebensmittelfotos, auf dem es ausschließlich konkludent gemeinfreie Fotos gibt. Gemeinfreie Fotos stellen immer die beste Alternative dar, weil diese von jedermann zu jedem legalen Zweck eingesetzt werden dürfen. Dabei ist nicht einmal eine Quellenangabe erforderlich (aber höflich ist es).

Eine rundheraus vernünftige Alternative für den allgemeinen Blog-Gebrauch stellen aber auch die Creative-Commons-Lizenzen dar. Diese gibt es in verschiedener Ausprägung. Mal ist das Bild völlig frei zu gebrauchen, solange man die Quelle nennt (CC Attribution). Mal ist die Nutzung stärker eingeschränkt, wie beispielsweise bei der Attribution-NonCommercial-NoDerivs-Lizenz, die Ihnen nicht erlaubt, das Bild zu bearbeiten oder es kommerziell zu nutzen. Damit sind solche Bilder schon unbrauchbar für Blogger, die Adsense-Blöcke geschaltet haben. Eine sehr gute Übersicht zu den verschiedenen Creative-Commons-Lizenzen hat Skellie verfasst. Natürlich in perfect english.

Kommen wir zu Photo Dropper (PD). PD ist ein WordPress-Plugin, dass sich mittels eines kleinen Icons oberhalb des Texteditors in den Bereich der Mediathek einklinkt. Mittels eines simplen Klicks auf das Icon rufen Sie ein sehr übersichtliches Interface auf, das lediglich aus einem Suchfeld besteht. In dieses Feld geben Sie einen Suchbegriff ein, zu dem Sie Bilder finden möchten.

PD durchsucht daraufhin die CC-lizensierten Flickr-Fotos und bietet Ihnen auf einer oder mehreren Übersichtsseiten die Fundstücke an. Sie haben nun die Möglichkeit, eine kleine (S-), mittlere (M-) oder große (L-) Version des vorangezeigten Bildes in Ihren Blogbeitrag zu übernehmen. Im Moment der Übernahme generiert PD einen Text-String, der die Konformität zur für das gewählte Bild gültigen CC-Lizenz herstellt. Dieser Text- und Link-String erscheint standardmäßig unter dem Foto, kann dann aber bei der weiteren Bearbeitung des Beitrags auch zum Ende des Textes mitgenommen werden, wenn man nur ein Bild im Beitrag verwendet. Das eigentliche Bild bearbeiten Sie dann mit dem üblichen WordPress-Dialog, wenn Sie dies wünschen.

Die automatische Auswahl ausschließlich CC-lizensierten Materiales und die ebenso automatische Generierung des lizenzkonformen Bildnachweistextes stellt eine enorme Arbeitserleichterung dar, respektive macht den ökonomischen Einsatz CC-lizensierter Bilder überhaupt erst möglich. Blogger, die ihren Blog kommerziell nutzen, müssen darauf achten, dass sie zunächst, nach Installation des Plugins, unter dem Menüpunkt „Einstellungen“ die Optionenseite zu PD aufrufen und dort den Haken setzen bei “Show only photos that can be used commercially”. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass PD wirklich nur Bilder mit der entsprechenden Lizenz zur kommerziellen Nutzung anzeigt. Ich habe den Haken vorsichtshalber in allen meinen Blogs gesetzt. So befindet man sich jedenfalls auf der sicheren Seite.

Wenn man dann den Beitrag fertig geschrieben und illustriert hat, sollte man es sich zur Gewohnheit machen, kurz dem generierten Link zu folgen und mit eigenen Augen zu checken, ob die von PD angegebene Lizenz auch tatsächlich richtig ist. Das sieht man bei Flickr auf einen Blick in der Spalte rechts neben dem Bild unter „Weitere Informationen“. Warum checken? – Nun, ich habe zwar noch nie eine Abweichung entdeckt und ich nutze PD schon ein paar Monate, aber ich bin Netzbürger. Ich bin paranoid. Letztlich bleibt man als Blogger für die Einhaltung der Lizenz allein verantwortlich. Man kann die Verantwortung nicht auf PD abschieben.

Beachtet man allerdings diese kleinen Einschränkungen, so ist Photo Dropper derzeit die flexibelste, günstigste, zeitsparendste und rechtssicherste Weise, das eigene Blog mit wirklich starken Bilder zu schmücken. Folgend noch einmal die wesentlichen Bereiche von Photodropper als Bildergalerie: ™

1. Der Optionendialog im Menü Einstellungen

2. Das Icon oberhalb des Texteditors zum Aufruf des Such-Interface

3. Mehr als ein simples Suchfeld wird zur Interaktion nicht benötigt

4. Das Suchergebnis für den Beispielsuchbegriff

5. Das fertig eingefügte Bild mit dem korrekten Lizenzhinweis

Kategorien
Webdesign

Google Apps, Folge 2: Konfiguration des E-Mail-Dienstes

Mit „Google Apps For Your Domain“ zielt der Suchmaschinenbetreiber auch auf den Markt kleiner Unternehmen und Institutionen. Rund um das Hauptprodukt „GoogleMail“ ist eine sinnvolle Software As A Service entstanden, die einem sämtliche wesentlichen Möglichkeiten der modernen Kommunikation und des Informationsharing anbietet. In der heutigen Folge 2 unserer kleinen Artikelserie zu „Google Apps“ will ich Ihnen zeigen, wie Sie den Apps E-Mail-Dienst für Ihre Domain konfigurieren…

Ich gebe zu, es wäre schon irgendwo logischer gewesen, wenn dieser Teil der Serie Folge 1 gewesen wäre. Andererseits hätten Sie sich dann mit Recht gefragt, wofür Sie den Aufwand betreiben sollen. Jetzt kennen Sie die Nutzenargumentation bezüglich des Kernstücks Googlemail und haben bereits entschieden, ob es für Sie lohnenswert sein könnte, sich mit dem Thema Konfiguration überhaupt auseinanderzusetzen. Wenn Sie diesen Satz lesen, gehe ich davon aus, Sie wollen es wissen…

Schritt 1: Anmeldung und Bestätigung der Domain

Für den weiteren Verlauf nehme ich an, dass Sie bereits über eine fix und fertig registrierte Domain bei irgendeinem der üblichen Webhoster verfügen. Sollte das nicht so sein, weise ich der Vollständigkeit halber darauf hin, dass Google in Kooperation mit dem Hoster GoDaddy ebenfalls Domains anbietet. Die kosten 10 USD pro Jahr und können ausschließlich mittels Google Checkout bezahlt werden. Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass Google derart registrierte Domains direkt für die Apps-Nutzung konfiguriert, so dass Sie sofort loslegen können. Allerdings ist die Selbstkonfiguration anhand dieses Beitrags hier auch kein Hexenwerk.

Press rewind. Sie haben also eine Domain und wollen sich für Google Apps anmelden. Das geschieht in drei Schritten ohne nennenswerte Preisgabe schützenswerter Daten an dieser Stelle. Hier geben Sie lediglich den Domainnamen ein und bestätigen Ihren Status (Administrator oder Enduser). Ich gehe davon aus, dass Sie der Administrator sind, ansonsten geben Sie diesen Beitrag bitte an Ihre IT-Abteilung weiter ;-) Für die gesamte Konfiguration verwende ich die Domain BloXperts.de. Nur, damit Sie sich nicht wundern.

Anmelden der Domain

Im folgenden Schritt geben Sie an, wie viele Nutzer Sie unter Google Apps verwalten möchten. Laut Google gibt es keine Beschränkung. Weitere Felder erfassen die Daten des Apps-Administrators, sowie Bezeichnung und Größe des Unternehmens, der Einrichtung, Familie …

Schritt 2 im Anmeldevorgang

Im zunächst letzten Schritt legen Sie noch den Nutzernamen und das Passwort des Administrators fest. An dieser Stelle haben Sie auch die Gelegenheit, sich mit den AGB zu beschäftigen.

Schritt 3/3 der Anmeldung

Klicken Sie hier auf „Ich stimme zu. Fortsetzung der Einrichtung“ werden Sie mit dem Dashboard konfrontiert. Der Hauptübersicht des Apps-Dienstes also, mit der Sie künftig häufiger zu tun bekommen werden.

Das Apps Dashboard

Ihr Augenmerk sollten Sie jetzt auf die mit einem gelb hinterlegten Ausrufezeichen markierte Zeile richten. Google fordert Sie auf, einen Nachweis zu erbingen, dass Sie auch tatsächlich der Administrator der angegebenen Domain sind. Zur Führung dieses Nachweises existieren zwei Möglichkeiten, von denen ich aus Geschwindigkeitsgründen allerdings nur die erste empfehle. Sie besteht darin, eine HTML-Datei mit einem von Google vorgegebenen Inhalt in das Stammverzeichnis Ihrer Domain zu kopieren. Nach einem Klick auf „Bestätigen“ prüft Google sofort, ob es die Datei mit dem vorgegebenen Inhalt per Web erreichen kann, und die Sache ist erledigt.

Bestätigung der Domaininhaberschaft

Alternativ können Sie den Nachweis auch durch das Setzen eines CNAME-Eintrages erbringen. Hierzu benötigen Sie Zugriff auf die DNS-Verwaltung Ihrer Domain, was möglicherweise nicht bei allen Webhostingprovidern gegeben ist. Ich erläutere das Thema CNAME später noch etwas ausführlicher, deshalb mag an dieser Stelle der Hinweis reichen, dass die Bestätigung der Domaininhaberschaft per CNAME-Eintrag bis zu 48 Stunden in Anspruch nehmen kann. Abhängig davon, wann sich die DNS-Zonen-Server weltweit abgleichen, kann Google den geänderten DNS-Eintrag überprüfen, jedenfalls nicht sofort. Im Grunde macht diese Art der Nachweisführung nur für solche Domaininhaber Sinn, die keinen Webspace zur Domain gebucht haben, sondern diese bei einer reinen DNS-Verwaltung liegen haben. Mangels Space kann natürlich auch keine Datei hochgeladen und per Web abfragbar gemacht werden.

Schritt 2: Aktivierung des Services E-Mail

Wurde die Domain auf die ein oder andere Weise bestätigt, können Sie Ihr Dashboard künftig unter der URL https://www.google.com/a/ihre_domain.de, in unserem Beispiel also https://www.google.com/a/bloxperts.de erreichen und werden mit folgendem Anmeldeschirm konfrontiert.

Anmeldebildschirm zu Google Apps

Hier weisen Sie sich mit dem zuvor definierten Administratorkonto aus und befinden sich im Dashboard. Wenn Sie sich die diversen verfügbaren Services im unteren Teil des Dashboard ansehen, stellen Sie fest, dass sämtliche Dienste mit „Nicht aktiv“ gekennzeichnet sind. Als Erstes wollen wir das für den Dienst E-Mail verändern.

Der Dienst E-Mail ist noch inaktiv

Klicken Sie auf den Link „E-Mail aktivieren“, versorgt Google Apps Sie mit einer recht detaillierten Erläuterung, was Ihnen bevorsteht, nämlich das Ändern von MX-Datensätzen in den DNS-Einstellungen Ihrer Domain. Die Vorgehensweise ist vergleichsweise simpel, vorausgesetzt, Sie haben Zugriff auf die DNS-Verwaltung. Sollte dies nicht der Fall sein, kann die Aktivierung nur über den Support Ihres Providers durchgeführt werden, möglich sollte es in jedem Falle sein. Oder anders ausgedrückt: Es gibt keine plausiblen technischen Gründe, Ihnen die Änderung des MX-Eintrages zu verweigern.

Ich ändere nun den MX-Eintrag für unsere Beispieldomain BloXperts.de. Diese liegt bei 1 & 1. Dort rufe ich zunächst die Domainverwaltung auf:

DNS-Verwaltung bei 1 & 1

Darin wähle ich die Domain BloXperts.de aus und klicke auf DNS > Einstellungen bearbeiten:

DNS-Einstellungen bearbeiten

Im folgenden Screen suche ich den Abschnitt „Erweiterte Einstellung“. Ich stelle fest, dass unter MX-Einträge der Radiobutton bei „Default Mailserver“ aktiv ist und klicke auf „Anderer Mailserver“. Der Screen erweitert sich, ich tätige folgende Eingaben und speichere diese ab:

MX-Datensatz ändern

Hernach bestätige ich im Dashboard von Google Apps, das ja immer noch an der Stelle steht, an der wir es in Richtung 1 & 1 verlassen haben, den Button „Ich habe diese Schritte ausgeführt“. Apps springt zurück ins Dashboard und ich sehe bei E-Mail:

Apps E-Mail wird aktiviert

Nun heißt es nur noch Geduld haben. Nach dem nächsten Zonen-Update sollte Ihr Mailserver auf Google Apps umgestellt sein.

Schritt 3 (optional): E-Mail-URL verschönern

Nach der Aktivierung des E-Mail-Dienstes können sich die User unter folgender URL zur Nutzung der Webmail anmelden: http://mail.google.com/a/bloxperts.de

Schön ist was anderes, oder? Hier kommt die Erstellung von CNAME-Datensätzen ins Spiel. Ich klicke im Dashboard beherzt auf „E-Mail“ und sehe unter anderem folgende Konfigurationsmöglichkeit:

Schönere URL für Apps E-Mail

Dort klicke ich auf URL ändern und erhalte folgende Ansicht, in der ich eine Subdomain als Direktzugang zum Webmailscreen anlegen kann. Ich wähle hier „supermail“, also http://supermail.bloxperts.de

Schöne URL für Apps E-Mail!

Naheliegenderweise ist die Vergabe der Subdomain an dieser Stelle zwar wichtig, aber nicht ausreichend, weil der DNS natürlich ebenfalls über meinen Wunsch, die Subdomain „supermail“ künftig Richtung Google Apps zu lenken, unterrichtet werden muss. Ich wechsele also in bereits bekannter Weise zu 1 & 1. Dort wähle ich in der Domainverwaltung Neu > Subdomain anlegen:

Anlage einer Subdomain beim Hoster

Hier lege ich korrespondierend zum Eintrag in Google Apps die Subdomain „supermail“ an:

Namenswahl und Anlage

Hernach wähle ich in der Domainverwaltung diese Subdomain aus und klicke auf DNS > Einstellungen bearbeiten, um zu folgendem Screen zu gelangen:

DNS-Einstellungen der Subdomain anpassen

An dieser Stelle aktiviere ich den Eintrag „CNAME-Eintrag vornehmen“ und trage folgendes ein:

CNAME-Datensatz angelegt

Nun korrespondieren die Eintragungen im DNS mit denen im Apps Dashboard. Nach dem nächsten Zonen-Update, also in längstens 48 Stunden, in der Regel deutlich früher, werden sich meine E-Mail-User unter der zwar blöden, aber leichter zu merkenden URL http://supermail.bloxperts.de in ihre Accounts einloggen können.

Übrigens: Die Anleitung zur Umleitung von Subdomains auf ghs.google.com aka Anlegen von CNAME-Datensätzen gilt für alle Services. So könnte man beispielsweise den Calendar auf http://kalender.bloxperts.de umleiten, Text & Tabellen auf http://buero.bloxperts.de etc. Sie benötigen lediglich ein ausreichend großes Kontingent anlegbarer Subdomains in Ihrem Webhosting-Paket.

Schritt 4: Useradministration

Sind Sie bis hierhin gekommen, können Sie damit beginnen, Nutzerkonten einzurichten. Für kleine Einheiten werden Sie das im Dashboard unter dem Punkt Nutzerkonten manuell erledigen. Dabei geben Sie zunächst nur Vor-, Nach- und Benutzername ein. Ein Passwort wird generiert, kann aber auch manuell vergeben werden. Die Detailkonfiguration erfolgt später mittels Klick auf den bereits angelegten Nutzer in der Nutzerliste.

Wollen Sie gleichzeitig mehrere Nutzer anlegen, erstellen Sie am besten eine CSV-Datei mit Excel nach dem unter dem Link „Mehrere Nutzer gleichzeitig hochladen“ vorgesehenen Schema. Dabei sollten Sie generell noch ein Häkchen setzen, wo es heißt „Es ist eine Passwortänderung erforderlich, wenn sich neue oder aktualisierte Nutzer anmelden“. Auf diese Weise geben Sie Ihren Nutzern das gute Gefühl, mittels eines selbst gewählten Passwortes tatsächlich nur allein Zugang zu ihren Mailaccounts zu haben. Was übrigens auch stimmt. Der Admin hat keine Möglichkeit, an, respektive in die Mailaccounts der Nutzer zu gelangen.

Haben Sie grob alle Nutzer angelegt, geht es ans Fein-Tuning. Klicken Sie auf einen beliebigen Nutzer in der Liste und Sie erhalten folgende Übersicht:
Detailkonfiguration des Nutzerkontos

Hier können Sie dem Nutzer Administrationsrechte für die Domain erteilen, was allenfalls noch auf ein oder zwei weitere Personen neben Ihnen zutreffen wird.

Praxisrelevanter sind jedoch die Punkte „Alias hinzufügen“ und „einer E-Mail-Liste hinzufügen“. Ein Alias ist eine weitere Adresse, unter der der Nutzer erreicht werden soll. Klassischerweise ordnet man hier sämtliche generischen Adressen, die man irgendwie haben muss, irgendwem zu. Also für mich würde man eventuell neben petereit@bloxperts.de auch noch das Alias admin@bloxperts.de oder postmaster@bloxperts.de einrichten. Frau Kaschubbke aus dem Sekretariat würde vielleicht noch das Alias post@bloxperts.de auf´s Auge gedrückt bekommen. Ich denke, der Einsatzzweck ist hinreichend klar geworden.

Aber: Ein Alias kann nicht doppelt vergeben werden. Ist Frau Kaschubbke post, dann kann es Ihre Kollegin Frau Konopka nicht sein. Was nun aber, wenn Frau Kaschubbke nicht aufpasst, nicht da ist oder keinen Bock hat? In so mancher Organisationsstruktur wird es sicherlich gewünscht sein, dass Mails an bestimmte Adressen, wie etwa post oder mail oder info oder geschaeftsleitung an mehrere Empfänger verteilt werden. So ist auf jeden Fall sichergestellt, dass immer irgendwer die Mail zur Kenntnis nimmt.

Diesen Zweck erreichen Sie bequem mit „E-Mail-Listen“. Betrachten Sie das Postfach „info@bloxperts.de“ einfach nicht als Konto, sondern legen es als Liste an. Und dieser Liste fügen Sie dann beliebig viele Nutzer hinzu. So bleibt die Empfängerzahl variabel und jederzeit simpel veränderlich. Aliases und Listen erscheinen gleichberechtigt in der Kontenliste. Listen offenbaren mittels einfachen Klicks ihre Teilnehmer, Aliases zeigen direkt den zugeordneten Nutzer an. Übersichtlicher geht es nicht.

Nun stellen Sie natürlich nicht beginnend mit dem Tage Null auf Apps E-Mail um. Vielmehr werden Ihre Nutzer auch bislang schon E-Mail-Services genutzt haben. Im geschäftlichen Umfeld aller Voraussicht nach unter Verwendung eines POP-Client, wie Outlook. Gehen Sie davon aus, dass diese Nutzer Ihnen, wenn Sie den Umstieg ankündigen, nur deshalb um den Hals fallen werden, weil sie Sie so besser erwürgen können. Deshalb merken Sie sich diese URL gut.

Dort stellt Google nämlich das Tool „E-Mail-Uploader“ zum Download bereit. Der auf dem Client zu installierende E-Mail-Uploader lädt sämtliche E-Mails und Kontakte aus dem bisher genutzten Desktop-Client, am zuverlässigsten bei Outlook, in das jeweilige Google Apps E-Mailkonto hoch. Der E-Mail-Uploader liegt im Source vor und kann bei Bedarf auch auf exotischere Desktop-Clients angepasst werden.

Sind Ihre Nutzer vollkommen renitent, dann lassen Sie sie weiter mit Outlook arbeiten und konfigurieren Sie das Apps E-Mailkonto einfach in Outlook. Dabei ist nur wichtig, dass Sie sämtliche Dinge abschalten, die Apps E-Mail schon von Haus aus mitbringt, allen voran den Junkfilter. Dieser führt nämlich bei dem ohnehin vorgefilterten Inhalt der Apps E-Mailkonten zu gar lustigen Ergebnissen. Man hat den Eindruck, einen Prüfer vom Finanzamt zu beobachten, der nicht glauben will, dass es tatsächlich nichts zu finden gibt und der deshalb die ganze Bude auf den Kopf stellt.

Auch wenn Google den Einsatz des IMAP-Protokolles empfiehlt, lautet meine Empfehlung klar POP3. Ich weiß nicht, wem ich den schwarzen Peter zuschieben muss. Fakt ist aber, Apps E-Mail per IMAP ist in allen von mir getesteten Clients, als da wären Outlook 2003 und 2007, Outlook Express, Live Mail und Thunderbird schlichtweg nicht zu gebrauchen. Zäh, unvollständig, mit einem Wort: unzuverlässig. Ich nutze daher für die renitenten User ausnahmslos POP3 mit Outlook-Clients. Darin müssen die Einstellungen wie folgt aussehen:

Outlook-Einstellungen

Der Posteingangsserver heißt „pop.gmail.com“, der Postausgangsserver „smtp.gmail.com“. Der Postausgangsserver erfordert Authentifizierung, daher bitte, wo möglich, einen Haken bei „Gleiche Einstellungen wie für Posteingangsserver verwenden“ setzen. Ein Hinweis noch. Wenn Sie schon wissen, dass Sie da ein paar renitente Gesellen haben, sparen Sie sich um Himmels willen bei diesen Leuten den Einsatz des E-Mail-Uploaders. Denn haben Sie ihn erst einmal zum Einsatz gebracht und richten hernach den POP-Zugriff im Client ein, werden alle zuvor hochgeladenen Mails wieder heruntergeladen, und zwar unter dem aktuellen Datum. Das völlige Chaos ist vorprogrammiert, speziell wenn der Uploader sich um ein paar Tausend Mails gekümmert hatte.

Bevor ich es noch vergesse. Damit der POP3-Zugriff klappt, muss man ihn manchmal in den Einstellungen des Apps E-Mailkontos aktivieren. Dazu muss sich der Nutzer einmal einloggen, im Webmail dann auf Einstellungen klicken, hernach den Punkt „Weiterleitung und POP“ und dort „POP für alle Nachrichten aktivieren“ anwählen. Ich sage bewusst „manchmal“, denn meistens ist der POP-Zugriff bereits automatisch aktiviert. Klappt es bei Ihnen also nicht, mag es erforderlich sein, den eben beschriebenen Weg zu gehen.

So. Nun läuft Apps E-Mail auch im Client. Ihre Nutzer merken als einzigen Unterschied das nahezu völlige Ausbleiben von Spam und werden Ihnen künftig ab und an auch mal guten Morgen sagen. Vielleicht.

Das war´s für heute. In der nächsten Folge der Reihe „Google Apps“ beschäftigen wir uns mit den Services „Calendar“ und „Startseite“. Je nachdem wie lang der Text wird, nehme ich auch noch „Chat“ hinzu. Mal sehen. Sites und Text & Tabellen erhalten jedenfalls jeweils eigene Folgen. Bleiben Sie mir gewogen! ™

Kategorien
Webdesign

Google Apps, Folge 1: E-Mail

Mit „Google Apps For Your Domain“ zielt der Suchmaschinenbetreiber auch auf den Markt kleiner Unternehmen und Institutionen. Rund um das Hauptprodukt „GoogleMail“ ist eine sinnvolle Software As A Service entstanden, die einem sämtliche wesentlichen Möglichkeiten der modernen Kommunikation und des Informationsharing bietet. Heute will ich Ihnen zeigen, wie Sie davon profitieren können, Google Apps E-Mail auch auf Ihrer Domain nutzbar zu machen.

Beispiel 1: Virtuelles Team GmbH

Die „Virtuelles Team GmbH“ hat keine Büroflächen. Ihre fünf Mitarbeiter arbeiten ausschließlich per Internet zusammen. Da sie gemeinsam an Projekten tätig sind, ist nicht nur eine saubere E-Mai-Abstimmung, sondern auch das Führen gemeinsamer Kalender, sowie die Bearbeitung von Pflichtenheften, Arbeitsdokumenten oder Kalkulationen erforderlich. Außerdem macht es Sinn, dass jeder Projektmitarbeiter aktuelle Informationen in strukturierter Form online für die Teammitglieder publizieren kann. Die „Virtuelles Team GmbH“ (VT) weiß es vielleicht noch nicht, aber sie ist die Hauptzielgruppe des Produktes „Google Apps“. Mit „Google Apps“ könnte die VT die Komponenten „Googlemail“, „Calendar“, „Text & Tabellen“ und „Websites“ integriert nutzen. Im heutigen Beitrag will ich mich jedoch auf die Nutzung der E-Mail-Anwendung beschränken.

Beispiel 2: Familie Meier

In der Familie Meier leben zwei Erwachsene und drei Kinder. Die Kinder sind zwischen 10 und 14 Jahren alt und wollen mit ihren Freunden auch per E-Mail kommunizieren können. Herr Meier kennt die Risiken virtueller Kommunikation und möchte vor allem verhindern, dass seine Kinder mit Viagra, Penisverlängerungen und gefälschten Breitling-Uhren in Kontakt geraten. Er traut ihnen genug Medienkompetenz im Übrigen zu, ist aber hinsichtlich der Vielzahl unerwünscht zugesandter E-Mails unsicher. Auch für Familie Meier macht es Sinn, „Google Apps“ einzusetzen.

Beispiel 3: Sportverein Hintertux

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Sportverein Hintertux haben seit Jahren Probleme, ihre Tätigkeiten vernünftig zu koordinieren und zu kommunizieren. Immer wieder werden Termine abgestimmt und von einigen doch wieder vergessen oder nicht weitergegeben. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass in Hintertux die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut und wenn man ehrlich ist, stimmt das auch. Selbst Trainings- und Spieltermine sind Geheimwissen derjenigen, die unmittelbar betroffen sind, und das ist noch der beste Fall. Auch der Sportverein Hintertux würde mit einer kombinierten Lösung aus „Googlemail“ und dem „Calendar“ sicherlich gute Erfahrungen machen und seine Koordination stark verbessern können. Ganz abgesehen vom positiven Imagefaktor, den es hätte, wenn Hintertux all seinen Mitgliedern eine kostenlose Webmailadresse mit der Funktionalität von „Googlemail“ und dem Domainnamen des Sportvereins verfügbar machte. Dabei ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass eine solche Lösung die knappe Zeit des ehrenamtlichen Administratoren nur unwesentlich beanspruchen würde.

Gemeinsamkeiten der drei Beispiele

Aus unterschiedlichen Gründen wird in allen genannten Beispielen Wert darauf gelegt, dass die Kommunikation unter eigener Domain erfolgt. Die VT will natürlich mit ihren Kunden nicht unter fremder Flagge kommunizieren. Sollen die etwa denken, dass man sich nicht einmal eine eigene Domain für einen Euro achtzig im Monat leisten kann? Herr Meier hat eine eigene Domain registriert, weil er davon ausgeht, dass unter den Sammelnamen (etwa @gmx.de oder @hotmail.com) der großen Hoster potenziell noch viel mehr unerwünschtes Zeug ankommen wird, als auf einer weniger bekannten privaten Domain. Und der Sportverein Hintertux möchte ein Team-Gefühl erzeugen, um eine stärkere Bindung der Mitglieder an den Verein zu erreichen und nutzt deshalb ebenfalls eine eigene Domain.

Diese drei Beispiele sind echt. The names have been changed, aber die Szenarien sind stimmig. Allen Dreien ist noch eines gemeinsam: Ich administriere sie. Ich breite also hier keine Theoretika aus, sondern Erfahrungswissen. Die umfassendste Nutzung liegt natürlich bei unserer VT vor. Ihr werden wir in der nächsten Folge der Beitragsreihe „Google Apps“ wieder begegnen, ebenso wie unseren Vereinsmeiern aus Hintertux.

Vorteile von Googlemail

„Googlemail“ ist hinsichtlich seiner Features konkurrenzlos. Dies ist keine kühne Behauptung, sondern eine aus vielen selbst durchgeführten Tests anderer, auch kostenpflichtiger Produkte gewonnene Faktenerkenntnis. Es ist schnell, es ist gut strukturiert, die Nutzererfahrung ist überragend. Ich persönlich nutze Googlemail seit 2005 ausschließlich. Lediglich zu Sicherungszwecken habe ich noch ein Outlook installiert, das ich per Pop3 mit den Googlemails fülle. Dahinter steckt ein Stück Paranoia dergestalt, dass ja schließlich morgen ein Tornado sämtliche Google-Rechenzentren platt machen könnte und dann wären womöglich meine ganzen Mails weg (deswegen auch Pop3 und nicht Imap).

Haben Sie weitere Konten bei anderen Providern. können Sie bis zu fünf Stück davon sowohl zum Senden, wie auch zum Empfangen in Ihr Googlemail-Konto einbinden. Dabei entscheiden Sie, ob über andere Konten eingehende E-Mails auch unter dem Eingangskonto beantwortet werden sollen. Ganz grundsätzlich können Sie bei jeder E-Mail, die Sie verfassen, per Dropdown-Menü wählen, von welchem Konto aus Sie diese zu verschicken gedenken.

Nutzt man „Googlemail“ über den Firefox, kann man sinnvolle Plugins, wie Better Gmail, Gmail Space, Remember The Milk For Gmail und schicke Userstylesheets per Stylish nutzen, um so die Nutzererfahrung noch einmal deutlich zu verbessern. Menschen mit mehreren Googlemail-Konten sollten auch mal ein Auge auf den Gmail Manager werfen, der es erlaubt per einfachem Klick von einem Konto zum nächsten zu wechseln. Nutzt man „Googlemail“ über „Chrome“, ist man in der Lage, „Googlemail“ mittels des Setzens einer sogenannten Anwendungsverknüpfung (hinter dem Link erklärt Klaus wie´s geht) das Verhalten einer Desktopanwendung beizubiegen.

Das Killerfeature von „Googlemail“ für mich persönlich ist, neben der rasanten Geschwindigkeit der Oberfläche, dem flexiblen, auch über Filter steuerbaren Tagging und dem integrierten Chatclient, der Spam-Filter. Ich kommuniziere seit über 15 Jahren per E-Mail und habe daher den Anstieg der Spam-Mails und den Kampf dagegen live miterlebt und natürlich auch geführt. Dabei machte ich im Fazit durchweg schlechte Erfahrungen. War der Spam-Filter zu rigide, kamen selbst harmloseste Mails nicht mehr durch. Nutzte man eine der vielen Listen, war man darauf angewiesen, dass der Listenbetreiber zeitnah engagiert blieb, was sich zumeist auch als Wunschdenken erwies. Selbst die quasi manuelle Führung einer Spamword-Liste probierte ich vor einigen Jahren. Auch das ist keine Option, will man nicht zum Vollzeit-EDV-Hausmeister verkommen. Zuletzt war ich ganz zufrieden mit den Spamfiltern des Providers Domainfactory, allerdings nicht mit deren Webmailinterface. An den Filter von „Googlemail“ jedoch reicht keine mir bekannte alternative Lösung auch nur annähernd heran. Falschpositive, wie auch Falschnegative kommen zwar vor, aber lediglich in einer Größenordnung von ungefähr 1:1000; zu vernachlässigen also.

Insbesondere die Mitarbeiter der VT GmbH sind restlos begeistert von ihrem radikal reduzierten Spammail-Aufkommen. Vor dem Einsatz von Google Apps nutzte man Outlook mit seinem lernfähigen Junkmail-Filter, den man allerdings auch täglich mit neuen Junkmails trainieren durfte aka musste. Man hatte zuletzt nicht den Eindruck, dass überhaupt ein Lerneffekt eintrat. Fand der Mitarbeiter X vor dem Einsatz von Google Apps morgens ins Postfach blickend im Schnitt 200 Spammails vor, so hat sich diese Zahl durch den Einsatz von Apps auf Null reduziert. Von bislang mehreren Tausend Spammails in der Woche sind unter zehn Stück geblieben.

Ein weiterer Pluspunkt besteht darin, dass ein- und ausgehende E-Mails automatisch einem Virusscan unterzogen werden. Eines der Haupteinfallstore für Viren bleibt damit, bei konsequenter Nutzung von Googlemail, geschlossen. Natürlich ist auch weiterhin die Installation einer Virenschutzsoftware zu empfehlen. Immerhin können Viren auch über Websites oder Wechselmedien den Weg auf Ihren Computer finden. Beispielsweise im Google Pack findet sich die erforderliche Software.

Übrigens. Spamfilter und Antivirus wendet Google auch auf diejenigen E-Mails an, die von Konten kommen, die Sie zusätzlich über Googlemail abrufen lassen. Ein Feature, dass man bei anderen nicht einmal kostenpflichtig erhält, gleichzeitig aber die Voraussetzung dafür ist, überhaupt sinnvoll innerhalb eines Googlemail-Kontos mit mehreren anderen Konten zu arbeiten.

Haben Sie ein hohes Mailaufkommen und müssen desöfteren mal eine Mail suchen? Ich habe Outlook 2007 gegen Gmail getestet. In Outlook 2007 musste ich zuerst noch den Volumenboliden „Windows Desktop Search“ nachinstallieren, bevor es überhaupt ans Suchen ging und dies dann auch nur zäh. „Googlemail“ nutzt offensichtlich die prinzipiell gleiche Engine für das Durchsuchen der Mails, wie für das Durchsuchen des Web. Mir ist noch keine ähnlich schnelle Lösung bekannt geworden.

In der kostenlosen Standardedition der „Google Apps“ erhält man derzeit pro User ein Postfach mit einer Größe von 7 Gigabyte. Mein Konto, dass ich seit 2005 konsequent nutze, verwendet von diesen 7 Gigabyte bislang 1,5. Der durchschnittliche Benutzer dürfte also auf Jahre hinaus keinerlei Platzprobleme bekommen. Sollte dies doch vorkommen, besteht die jederzeitige Möglichkeit auf die Premier Edition der Google Apps up zu daten. Diese kostet derzeit rund 45 USD pro User und Jahr, beinhaltet aber dann neben 25 Gigabyte pro Postfach auch noch eine 10-Jahres-E-Mail-Archivinglösung von Postini (aktuell nur in der englischen Sprachversion).

Nutzen für unsere Beispielszenarien

Wie bereits gesagt ist die VT unter Produktivitätsgesichtspunkten restlos vom Spamfilter begeistert. Außerdem findet sie es auch nicht von Nachteil, dass E-Mails künftig als Einfallstor für Viren ausfallen. Sicherlich hätte sich die VT auch für eine der frei verfügbaren Projektgruppen-Softwares entscheiden und diese auf einem eigenen Server betreiben können. Man hatte sich sogar einige Exemplare angesehen. Aber Zeit ist Geld und Geld wird mit Kundenprojekten, nicht mit eigenen verdient. „Google Apps“ belastet weder Geld-, noch Zeitbudget. Ein Argument, dem sich gerade kleinere Einheiten nicht verschließen können.

Der Sportverein Hintertux, respektive dessen Mitglieder sind hocherfreut über eine einheitliche E-Mailadress-Struktur. So kann jedes Mitglied die Adresse eines anderen Mitglieds erraten, wenn es den Namen des Mitglieds kennt. Außerdem kommt auch hier, wo es vorwiegend um private PC-Nutzer geht, der Virenschutz und der Spamfilter hervorragend an und beschert dem Vereinsvorstand einen Imagegewinn (obwohl der ja gar nichts dafür kann ;-)). Und der Admin ist zufrieden, weil seine knappe Freizeit mit der Administration von „Google Apps“ kaum belastet wird.

Lediglich für Vater Meier musste ich noch ein anderes Problem in den Griff bekommen, bevor auch er seinen Kindern die Zugangsdaten zu deren E-Mailaccounts aushändigte. Sie erinnern sich, dass Vater Meier seine Kids vor Spammails schützen wollte. Das gelingt mit „Googlemail“ zwar prinzipiell grandios, hat aber einen kleinen Haken namens Spamcount. Als Spam identifizierte Mails werden in den Ordner Spam abgelegt, der in der Navigation auch sichtbar, also klickbar und damit zugänglich ist. Nun ermöglicht immerhin Better Gmail (FF-Plugin) das Verstecken des Spamcount, also der Zahl der aktuell im Ordner liegenden Spammails, nicht aber das Verstecken des Ordners an sich. Somit hätten Meiers Kinder, neugierig, wie Kinder nun mal sind, jederzeit per einfachem Klick auf das Wörtchen „Spam“ Zugriff auf die ganzen Viagra-Mails nehmen können.

Letztlich haben wir für dieses Problem zwei Lösungen gefunden. Die erste, die im Grunde nichts weiter erfordert und sehr wirkungsvoll ist, besteht darin, den Zugang zu „Googlemail“ lediglich per POP3 über einen Client, wie „Thunderbird“, „Outlook Express“, „Livemail“, whatever zu ermöglichen. Diese Clients rufen den Spammailordner nicht ab und gut ist. Weil es aber unter Kids offenbar üblich ist, Webmail zu verwenden, reichte Vater Meier diese Lösung nicht aus. Die zweite Möglichkeit ist weniger wirkungsvoll, aber dennoch letztlich die von Meier favorisierte. Sie besteht darin, dass eine Filterdefinition den Spam-Ordner immer sofort leert, wenn eine Mail hinein verschoben wird. Auf diese Weise zählt natürlich der Spamcount nicht hoch und der Spamordner bleibt stets leer. Dafür jedoch füllt sich der Papierkorb, der prinzipiell genauso zugänglich ist, aber nicht über einen Zähler verfügt. Das Risiko, dass seine Kids den Inhalt des Papierkorbs würden inspizieren wollen, hielt Meier jedoch für gering. Ich hätte die POP3-Lösung gewählt…

Habe ich Sie nun für den Einsatz der „Google Apps“-E-Mail interessieren können, werden Sie sich möglicherweise auch dafür interessieren, wie sie in den Genuss des Angebotes kommen können und was Sie dafür wie konfigurieren müssen. Bleiben Sie Dr. Web gewogen und abonnieren Sie den RSS-Feed. In wenigen Tagen geht´s weiter… ™

Die Hauptübersicht für die Administration der Google Apps Hauptübersicht für die Administration der Google Apps
Kategorien
Webdesign

Filezilla-Server als Alternative zu den FTP-Diensten im IIS

Haben Sie sich auch schon über die mangelnde Funktionalität und die hakelige Konfiguration des in den IIS enthaltenen FTP-Servers geärgert? Würden Sie gern eine komfortablere Alternative einsetzen, die nicht nur mehr Möglichkeiten bietet, sondern auch noch kostenlos ist? Dann lesen Sie bitte weiter…

Seit rund 10 Jahren betreibe ich neben Linux-basierten Managed-Servern auch einige Windows Rootserver. Nicht etwa, weil ich Windows als Webserverplattform so überzeugend fände, sondern vielmehr, weil ich auf der Basis von Microsoft-Produkten programmiere. Den komplexeren Teil meiner Webprojekte erstelle ich auf der Basis von ASP, respektive ASP.NET. Und dies wiederum nicht, weil ich ASP für besser als PHP hielte, sondern schlicht, weil ich auch Desktop-Anwendungen, die interoperabel zu den Office-Produkten aus dem Hause MS sein müssen, erstelle und von daher das Knowhow einfach da ist. Ich bin kein leidensbereiter Glaubenskrieger, sondern gnadenloser Pragmatiker.

Von Beginn an habe ich allerdings bei den Windows-Servern den IIS ausschließlich als Webserver genutzt. Mailserver (obschon prinzipiell Teil der IIS) war lange Zeit Ipswitch iMail (ein ganz schöner preisintensiver Geselle) und ist jetzt MailEnable. Dieser sogar, weil er nur noch zum scriptgesteuerten Versand von Mails benötigt wird, in der kostenlosen Standardedition. Als FTP-Server verwende ich seit Jahren den Filezilla-Server, den ich Ihnen im weiteren Verlauf dieses Artikels näher bringen möchte.

Warum verwende ich nicht den FTP-Server aus den IIS?

Zu Beginn meiner Windows Rootserver-Karriere gab es einen ganz einfachen Grund, der die IIS als FTP-Server disqualifizierte. Bis einschließlich zur Version 5 war der IIS nicht in der Lage, die Basisverzeichnisse einzelner User voneinander zu isolieren. Im Grunde eine vollkommene Unmöglichkeit, wenn man nicht grenzenloses Vertrauen in seine User setzen will. Erst seit der Version 6, also seit Windows Server 2003, ermöglichen es die IIS die FTP-Benutzer voneinander auf verschiedene technische Weisen zu isolieren. Die potenziell sicherste Methode beruht auf der Authentifizierung mittels Active Directory, woran man bereits erkennen kann, dass die Philosophie von Microsoft in Sachen FTP-Zugriff eher auf Intranet-Lösungen, denn auf FTP-Server in the wild abzielt.

Da die Benutzerverwaltung für den FTP-Server Teil der allgemeinen Benutzerverwaltung des OS ist, schlagen Sicherheitslücken im Betriebssystem natürlich nicht nur auf diesen Dienst durch, sondern es entsteht umgekehrt ein erhöhtes Risiko für die Serversicherheit insgesamt. Immerhin ist FTP vor über 30 Jahren gerade als einfaches System für den lesenden und schreibenden Zugriff auf Serversysteme entwickelt worden. FTP ist quasi per definitionem ein Sicherheitsrisiko. Microsoft selber empfiehlt denn auch, wenig verwunderlich, den FTP-Dienst abzuschalten, wenn er nicht unbedingt benötigt wird.

Ein weiteres Manko des FTP-IIS besteht in der Benutzer-Isolation an sich. Zum einen ist diese wenig komfortabel einzurichten, was verschmerzbar ist. Zum anderen jedoch hat die Isolationsmöglichkeit nicht den Benutzer als Ausgangsgröße vor Augen, sondern die FTP-Site. Vereinfacht ausgedrückt: Ich kann einen „isolierten“ Benutzer nur innerhalb einer FTP-Site einrichten, die auch noch einem bestimmten, ms-vorgegebenem Verzeichnisaufbau genügen muss.

Inwiefern ist Filezilla anders?

Filezilla-Server ist ein kompaktes Progrämmchen mit nur wenigen Einstellmöglichkeiten, die jedoch den FTP-IIS mühelos in den Schatten stellen. Es ist einfach zu installieren und ebenso einfach zu konfigurieren. Da keine Einbindung in die Benutzerverwaltung des Betriebssystems stattfindet, schlagen dortige Sicherheitsprobleme nicht auf Filezilla durch, vice versa.

Das Killerargument ist jedoch, dass Filezilla mit dem Benutzer im Vordergrund an die Sache herangeht. Jeder Benutzer kann Zugriff auf beliebig viele Verzeichnisse nehmen und Basisverzeichnisse (Homedirectories) müssen nicht unter einem gemeinsamen Root liegen, wie im IIS. Durch diese Flexibilität ermöglicht der Filezilla-Server die Definition aller denkbaren FTP-Zugriffskonstrukte. Sogar dem Datenbankprogrammierer Müller geben wir mit Filezilla einen Zugriff auf das Datenbankverzeichnis des Servers, das selbstverständlich aus Sicherheitsgründen völlig außerhalb der Webserver-Hierarchie liegt und dessen Inhalt vollständig per System-DSN verfügbar ist. Nicht auszudenken, was passierte, wenn man den Müller an die Website-Daten ließe oder umgekehrt den Grafiker an die Datenbanken. Der Oberadministrator bekommt einen Komplettzugriff auf das Hauptverzeichnis der Daten-Festplatte und Praktikant Schulte wird auf das Bilderverzeichnis begrenzt, in das er Illustrationen für den CMS-Content hochladen darf. Bislang bin ich auf noch keine Zugangskombination gestoßen, die ich mit Filezilla nicht hätte anbieten können.

Wenn ich jetzt Ihr Interesse an Filezilla geweckt haben sollte, lesen Sie einfach weiter. Im Folgenden erläutere ich kurz, aber ausreichend, denn das Programm ist leicht durchschaubar, Installation und Konfiguration. Haben Sie Bedenken, ob Filezilla auch für Ihren Windows-Server das Richtige ist, möchte ich Sie ermutigen, ihn einfach mal auszuprobieren. Er ist innerhalb von fünf Minuten installiert und konfiguriert und bei Nichtgefallen genauso schnell wieder weg. Für die Testdauer müssen Sie natürlich den FTP-IIS kurzzeitig deaktivieren, was aber ebenso mit zwei Klicks wieder rückgängig gemacht ist.

Eine Zielgruppe habe ich noch vergessen. Nämlich all diejenigen unter Ihnen, die einen FTP-Server aufsetzen wollen, aber kein Windows-Server-Betriebssystem einsetzen. Auch für Sie ist das Produkt interessant, denn Filezilla setzt kein Server-OS voraus, sondern läuft mit der gleichen Funktionalität auch unter Windows Vista, XP und 2000. Dann brauchen Sie nur noch einen Account bei DynDNS, den entsprechenden Updater, sowie eine Portfreigabe in Ihrer Fritzbox und schon sind auch Sie ready to go.

Installation und Konfiguration des Filezilla-Server

Nachdem Sie sich das nur rund 2,5 MB Installationspaket von der Projektsite heruntergeladen haben, starten Sie es mit einem beherzten Doppelklick. Auch wenn die Installation nur wenig Interaktion verlangt, lohnt es sich, nicht einfach gewohnheitsmäßig auf Next zu klicken, obschon die Default-Einstellungen durchweg sinnvoll gewählt sind. Alle Eiligen dürfen also ruhig durchklicken…

Auswahl der Installationskomponenten

Im Normalfall werden Sie wohl eher keinen Wert auf den Sourcecode legen, so dass Sie diese Standardauswahl in der Tat einfach mit „Next“ bestätigen können. Als nächstes treffen Sie die Auswahl, ob auf dem Server das Interface gestartete werden soll, sobald sich ein User anmeldet. Diese Einstellung ist im Grunde Geschmackssache. Soll das Interface nicht automatisch starten, was der Auswahl „Start manually“ gleichkäme, kann man allerdings auch nicht verfolgen, was der per FTP angemeldete User auf dem Server gerade anstellt. Möglicherweise möchte man dies aber, natürlich nur bei Homeservern, doch wissen. Ich installiere standardmäßig die erste Auswahl.

Auswahl Start des Interface

Eine wesentliche Konfigurationsmöglichkeit ergibt sich im folgenden Schritt. Sie müssen entscheiden, ob Filezilla als Windows-Dienst installiert und mit Windows gestartet werden oder ob Filezilla zwar als Dienst, aber nicht automatisch gestartet werden soll. Ein Relikt aus vergangenen Betriebssystemarchitekturen dürfte die dritte Möglichkeit, den Filezilla-Server nicht als Dienst zu installieren, sondern per Autostart-Eintrag als normale Anwendung zu starten, sein.

Ist die Installation gelaufen, wird im Standard das Filezilla-Interface gestartet. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich auch mit entfernten Filezilla-Servern zu verbinden. Sie benötigen die Adresse des Remoteservers, sowie das hoffentlich dort vergebene Passwort. Da zur Nutzung dieser Option allerdings auf dem Remotesystem zusätzlich der Port 14147 geöffnet werden muss, empfehle ich diese Vorgehensweise nicht. Jeder offene Port stellt ein zusätzliches Sicherheitsrisiko dar. Verbinden Sie sich per Remote-Desktop-Verbindung mit Ihrem Windows-Rootserver und starten das Filezilla-Interface dann dort lokal. Das ist nicht langsamer, sicherer und die Remote-Desktop-Verbindung haben Sie ohnehin.

Nach dem Login, das lokal normalerweise lediglich aus einem Klick auf OK bestanden haben wird, sehen Sie den folgenden, reichlich übersichtlichen Screen. Im oberen Teil wird Ihnen bei bestehenden FTP-Verbindungen angezeigt werden, was die Verbundenen gerade so auf Ihrem Server treiben und im unteren Teil wird Ihnen angezeigt, wer just verbunden ist.

Um jetzt den Server sinnvoll in Betrieb zu nehmen, ist es erforderlich, mindestens einen User zu definieren. Haben Sie eine Vielzahl unterschiedlicher User anzulegen, mag es für Sie Sinn machen, zunächst eine oder mehrere Gruppen mit den jeweiligen Zugangsparametern anzulegen und hernach lediglich noch die neuen User den schon vorhandenen Gruppen zuzuordnen. Da der User die Berechtigungsstruktur der Gruppe übernimmt, spart man sich auf diese Weise einiges an Klickarbeit und vermeidet Fehler. Außerdem schlagen spätere Änderungen an der Gruppendefinition automatisch auf alle User durch. Da die Gruppendefinition prinzipiell zur Userdefinition identisch ist, zeige ich hier lediglich die Neuanlage eines Benutzers.

Dieser Vorgang ist nahezu selbsterklärend und unterliegt auch nur wenigen Schritten. Hat man per „Add“ einen Usernamen hinzugefügt, kann man das Konto aktivieren (Enable Account) und ein Passwort vergeben. Verwalter großer User-Mengen notieren sich noch etwas unter Description (Der Picklige aus der Cafeteria zum Beispiel). Interessant mag an dieser Stelle noch der Hinweis auf die Möglichkeit sein, Secure-FTP zu erzwingen (Force SSL for user login). Sind Sie bis hierhin gekommen, sind Sie schon fast durch. Jetzt legen Sie unter „Shared Folders“ noch fest, welche Zugangsberechtigungen und -möglichkeiten der neue Benutzer bekommen soll.

Das zuerst angelegte Verzeichnis wird als Homedirectory, also Startpunkt des Benutzers auf dem FTP-Server definiert, kann aber nach Anlage weiterer Pfade ducrh Klick auf „Set as home dir“ leicht wieder geändert werden. Zu jedem Pfad besteht die Möglichkeit, genau vorzugeben, was der Benutzer darin machen können dürfen soll. Sie entscheiden, ob er Dateien lesen, schreiben, löschen oder erweitern (wichtig bei abgebrochenen Uploads) können soll. Auch bei den Verzeichnisrechten differenzieren Sie nach „Erstellen“, „Löschen“, „Inhalte auflisten“, sowie über die Anwendung dieser Rechtekonstruktionen auf etwaige Unterverzeichnisse.

Wollen Sie einem Benutzer Zugriff auf Verzeichnisse geben, die nicht unterhalb des definierten Home-Verzeichnisses liegen, so stellt auch so etwas Filezilla nicht vor Probleme. Dem frei zu gebenden Verzeichnis wird einfach ein Alias verpasst. Dadurch erscheint das Directory im Virtual Filesystem des Filezilla als Unterverzeichnis zum Homedirectory.

Beispiel:
Das Homedirectory ist d:\upload\
Zusätzlich freigeben wollen Sie aber auch c:\geheimedaten
Dann definieren Sie das in den Shared Folders des Filezilla so: Directory: c:\geheimedaten > Alias: d:\upload\geheimedaten.
Auf diese Weise erscheint der eigentlich auf C: liegende Ordner als ein Unterverzeichnis des Homedirectory.

Das kann man prinzipiell mit beliebig vielen Verzeichnissen so handhaben. Aufpassen sollte man allerdings, dass man dadurch keine rekursiven Freigaben, also Freigaben, die eigentlich schon in anderen Freigaben enthalten sind, erzeugt. Das könnte zwar der Filezilla-Server handlen, aber möglicherweise der FTP-Client Ihres Benutzers nicht.

So, Ihr Filezilla-Server läuft jetzt wie eine Eins und schon bald werden Sie ihn nicht einmal unter Gewaltandrohung oder für Geld gegen den schlappen Gesellen aus den IIS tauschen wollen. Fragen können Sie gern im Kommentarbereich loswerden. Eventuell schreibe ich auch noch einen Beitrag zu den übrigen Konfigurationsmöglichkeiten, sollte sich der Bedarf abzeichnen. Jetzt erst einmal viel Vergnügen mit einem FTP-Server, der diese Bezeichnung tatsächlich verdient. ™

Kategorien
Webdesign

Kuschelig 2.0, graue Herren und die dräuende Katastrophe

In der aktuellen Ausgabe des „Schleppnetz“ finden sich beachtlich viele Fragmente aus den Tagesnachrichten. Wobei man nicht einmal sagen kann, dass es ausschließlich solche politischer Natur sind. Sogar Heilpädagogik und Hypochondrie sind vertreten. Was das nun alles mit Google, dem Uhlig und dem CCC zu tun hat, erfährt man selbst dann nicht, wenn man weiterliest. Aber es zwingt einen ja auch keiner…

Die CSU stürzt auf 43 Prozent ab , die Rechtslastigen gewinnen in Österreich. Beckenbauer schlägt vor, den Mannschaftskapitän bei Bayern München von Spiel zu Spiel neu zu bestimmen und als ob es eine Strafe dafür wäre, dass Klinsmann ihm nicht folgt, spielt Bayern am Folgewochenende wieder grenzwertig. Das Kindergeld steigt um 10 Euro, der Krankenkassenbeitrag auch, dafür sinkt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung. Auch in Deutschland gehen die ersten Banken vor die Hunde, eine Frau erschlägt ihren schlafenden Ehemann mit einem Beil, die Hirnforschung versucht sich an Erklärungen und wie zufällig kommen uns neue Studien unter, wonach Niederländer besonders oft Streit mit dem Nachbarn haben, während Italiener besser flirten. Es ist also richtig was los im Real Life und wenn man genügend Nachrichten liest, kann man auch den großen Zusammenhang erahnen. Das reale Leben nähert sich einem Kulminationspunkt und Schäuble bereitet akribisch und mit großer Umsicht alles dafür vor.

Gut, dass wir Webseitenschrauber und andere Netizens fast schon rein virtuell existieren. Wenn man mal von dem bisschen Körper, das uns noch geblieben ist, absieht. Hier im Netz ist es doch viel kuscheliger, jedenfalls wenn man die quasi medienkonvergenten Vorgänge übersieht, in denen uns die Härte des RL in der Virtualität einholt. Wie zum Beispiel beim neuerlichen Datenskandal bei Obermanns Truppe oder beim Versuch einiger Kommunen, Google per Unterlassungsverfügung am Fotografieren des Gemeindegebiets zu hindern.

Warum müssen diese Old-School-RealLifer eigentlich so fürchterlich unentspannt sein? Lass doch die Googles ihre Fotos machen. Wo soll sich denn da der Handlungsbedarf begründen? Okay, man mag sich durchaus mit einiger Berechtigung fragen, ob die Kartografierung der Welt in 3D tatsächlich als sinnvoll betrachtet werden muss, sollte oder auch nur kann. Aber, solange es uns nichts kostet, können wir doch das Zusatzangebot nutzen. Sicher. Ich weiß, dass es auch in den USA Probleme gegeben hat. Dort sind die GoogleCars relativ ungeniert fotografierend in Bereiche vorgedrungen, die mehr als eindeutig als Privatweg und mit „Durchfahrt verboten“ gekennzeichnet waren. Nacktbilder sind aber meines Wissens keine dabei rausgekommen.

Wundern darf einen dieses Verhalten natürlich schon deshalb nicht, weil Google noch ein junges Unternehmen ist. Gerade mal 10 Jahre ist der Kleine alt. Da ist rüpelhaftes Betragen als Teil der Entwicklungsstufe normal. Wie wir aus der modernen Erziehungstheorie wissen, kann es dem Heranwachsenden massiv schaden, wenn man ihn zu stark in seinen Möglichkeiten beschneidet. Ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft würde er so nie werden. „It takes a village to educate a child“, sagt der englische Volksmund. Im Falle von Google sogar ein global village. Also, liebe friesische Bürgermeister, stay cool.

Auch als verwunderlich muss die Aufregung um den Datenklau bei der Telekom gelten, insbesondere, soweit man auf die Gefährdung der Sicherheitslage prominenter Kunden abhebt. Immerhin fand der Datendiebstahl dem Vernehmen nach schon Anfang 2006 statt. Wenn also eine Gefährdungslage bestanden haben sollte, dann doch wohl eher zeitnah zum Zeitpunkt des Diebstahls. Außerdem pflegen gerade Prominente andauernd ihre Lebensumstände zu verändern. Da nützen zwei Jahre alte Adressen im Zweifel nix, will man nicht bloß die Ex-Ex-Freundin, respektive -Frau antreffen.

So erscheint doch die Vorgehensweise der deutschen Staatsanwaltschaften gegen die diversen Abzockerportale im Internet schon deutlich sinnvoller. Immerhin geht es hier um echten Schaden mit echten Geschädigten und nicht bloß um ein „Geschmäckle“, wie im Falle Google StreetView oder einen alten Zopf, wie bei Obermanns Datenklaunerie. Überhaupt scheint es mir so zu sein, dass es potenziell netzschädlich ist, wenn sich Größen aus dem RL in das ihnen unbekannte Netz der Netze begeben. Zumindest Kunden des Downloadportals der US-Warenhauskette Walmart würden mir hier sicherlich unumwunden zustimmen. Die verlieren nämlich in wenigen Tagen ihre teuer gekaufte Musik, wenn Walmart die Downloadserver abschaltet und die Kunden-PCs danach das Abspielen mangels DRM-Bestätigung verweigern werden. Ein schöneres Plädoyer für den Konsumentenboykott DRM-geschützter Medien könnte nicht einmal der CCC halten, der sich allerdings in letzter Zeit ohnehin lieber mit beleuchteten Hochhäusern beschäftigt.

Lassen Sie uns zuletzt noch einen Blick auf Blogdorf richten. Sie wissen schon, dieses relativ kleine Dörfchen, diese Fortsetzung des Studentenwohnheims mit anderen Mitteln, diese Brutstätte des Neointellektualismus, in der sich Generationen denkfähiger und denkwürdiger Menschen, die sich auf der Straße nicht einmal grüßen würden, bisweilen laut schreiend miteinander unterhalten, um durch Lautstärkemessungen entscheiden zu können, wer denn nun Recht hat. Ein Hort der Glückseligkeit für alle, die des Mobbens hinreichend mächtig sind oder Spaß daran haben, gemobbt zu werden. Moment. Bevor sich jetzt jemand aufregt (was in Blogdorf erstaunlich schnell geht), will ich natürlich gern einschränken: „Nicht alle Blogger sind so! Und die, die doch so sind, werden immer weniger.“

Diese These stütze ich jedenfalls auf die Hoffnung stiftende Analyse der Blogcharts, wonach die Verlinkungsdichte in Blogdorf deutlichst rückläufig ist, was hier sehr schön, wenn auch unter anderer Bewertung von Robert Basic auseinander gedröselt wird. Mein Lieblingssatz: „So schließe ich mit dem fiesen Gedanken, dass sich die deutsche
Blogosphäre, warum auch immer, extrem gesagt, zu einer assozialen und
weniger zu einer asoziierten Blogosphäre entwickelt.“

Jedenfalls blicken wir kurz zurück auf die letzten Tage in Blogdorf, so stellen wir fest, dass meine Eingangsthese stimmt. Blogdorf ist dieser Tage Kuschelig 2.0. Abgesehen von dem dramatisch gefaketen Auseinanderbersten der fünf Filmfreunde, was wohl letztlich nur ein Schrei nach Liebe war, findet sich in den Blogs der üblichen Verdächtigen kaum Empörenswürdiges. Na gut. Der Fairness halber will ich den Sturm im Wasserglas um das Löschen eines Beitrags im Handelsblatt-Blog des Ökonomen Uhlig nicht verschweigen. Im Affekt hatte die Handelsblatt-Chefredaktion einen Beitrag gelöscht, den Uhlig wohl im Affekt geschrieben hatte, worauf dieser wiederum im Affekt erklärte, sein Blog sei damit Geschichte. Nachdem sich der Wasserdampf vom vielen heißen Atem gelegt hatte, gab es auch wieder Annäherung und Erläuterung und sogar Parteinahmen für die Chefredaktion. Fast schon kuschelig.

Einzig Martin Weigert nimmt auf Netzwertig.com Worte in den Mund, die zwar unspektakulär daherkommen, hinsichtlich der Auswirkungen dessen, was er beschreibt, jedoch einen heißen Herbst versprechen. Weigert thematisiert zunächst nüchtern die potentiellen Auswirkungen der Finanzkrise auf Webunternehmen. Ganz im Sinne von Kuschelig 2.0 bemüht sich Martin darum, die Chancen der Krise in den Vordergrund zu stellen. Allerdings wirkt gerade dieser Part seiner Analyse doch tatsächlich sehr bemüht. Realistisch betrachtet wird im Web 2.0 in den kommenden Monaten ein Unternehmenssterben, gekoppelt mit stark sinkenden Gründungszahlen, zu verzeichnen sein. Denn in der Tat werden die Finanzierungsmöglichkeiten junger und in Gründung befindlicher Unternehmen künftig gegen Null tendieren. Ich würde sogar eine ähnliche, sogar eine größere Katastrophe, wie zu Zeiten der Internet-Bubble Anfang des Jahrtausends nicht für ausgeschlossen halten. Erwähnte ich schon, dass man mir noch nie nachgesagt hat, ich sei harmoniesüchtig?

Erwähnte ich weiterhin schon, dass seit einigen Tagen eine Art Rivva-Konkurrent namens Blogmonitor online ist? Nicht? Na, ist auch nicht so wichtig. Schauen Sie, wenn Sie mögen, halt selbst mal vorbei. Verpassen tun Sie aber auch nix, wenn Sie es nicht tun.

So. Damit mir nun aber keiner vorwerfen kann, meine Geschichte enthielte gar keine Helden, schließe ich mit einem Verweis auf den stets hoch geschätzten Klaus Jarchow und seinen Stilstand-Blog.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche

D. Petereit

—————

[Schleppnetz ist eine wöchentliche Kolumne zum Webgeschehen. Themen sind alle Vorkommnisse, Begebenheiten, Texte, die im Aufmerksamkeitsnetz des Bloggers hängen geblieben sind.]
Kategorien
Webdesign

phpMyAdmin in neuer Version 3.0

Wer kennt nicht das Schweizer Taschenmesser in Sachen MySQL-Administration? phpMyAdmin (PMA) hat sich in einer derart umfassenden Art und Weise durchgesetzt, dass selbst Heinz Meier es als Bestandteil seiner Web-Visitenkarte D zur Verfügung hat. Oder besser „hätte“, wenn er denn damit überhaupt etwas anzufangen wüsste. Was in der Regel nicht der Fall sein wird. Und das ist auch gut so, liebe Genossinnen und Genossen.

Dieses Schweizer Taschenmesser, dass man in freier Hoster-Wildbahn in der Regel in der Version 2.11 antrifft, wurde nun also in der Version 3.0, dabei sogar als stable vorgelegt. Ein voller Versionssprung klingt immer recht spektakulär und so habe ich mir PMA direkt einmal angesehen. Für alle Leser mit wenig Zeit: Für den normalen Codergebrauch reicht die bisherige Version völlig. Updatebedarf besteht nicht!

Überhaupt sehe ich für die breite Masse der Seitenbetreiber keine rechte Notwendigkeit zu einem Versionswechsel, zumal PMA 3.0 PHP 5.2 und MySQL 5.0 voraussetzt. Beides steht bei vielen Webspaceanbietern derzeit noch gar nicht zur Verfügung und, und das ist im Grunde entscheidender, ist für gängige Anwendungen, wie WordPress oder Drupal auch nicht erforderlich. Populäre Scripts, die zwingend MySQL 5 verwenden würden, wüsste ich im Augenblick nicht zu benennen.

Screenshot

Abgesehen von der fehlenden Notwendigkeit braucht sich Otto Normalproviderkunde auch schon deshalb keine Gedanken zu machen, weil die Hoster die PMA-Infrastruktur in der Regel selber mehr oder weniger zeitnah anpassen (mit Ausnahme der Großen, wie Strato und 1 & 1, die bisweilen eine erstaunliche Loyalität zu veralteten Softwareversionen an den Tag legen). Dennoch bleibt es natürlich jedem PHP-Webspaceinhaber unbenommen, sich PMA zusätzlich in aktuellster Version auf einer Subdomain zu installieren, so er die Systemvoraussetzungen mitbringt.

Genau das habe ich heute nachmittag getan. Als Kunde von All-Inkl steht mir sowohl PHP 5.2, wie auch MySQL 5.0 zur Verfügung. Die Installation gestaltet sich in der Grundkonfiguration einfach wie bisher. Einige Einträge in der config.inc.php reichen zu Testzwecken völlig aus. Sicherheitsbewusste Administratoren wird die neue Möglichkeit der Authentifizierung mittels SweKey-USB-Stick interessieren.

Screenshot

Nach dem Login ist zunächst weder optisch noch funktional ein Unterschied zu älteren Versionen erkennbar. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass das Exportieren und Importieren ganzer Datenbanken deutlich schneller als bislang abläuft. So macht man doch gern mal ein Backup mehr. Auch schön ist die Möglichkeit, Queries abzuspeichern. So lassen sich wiederkehrende Standardaufgaben rationeller abwickeln. Mutige SQL-Administratoren könnten so bei Zeitmangel auch mal weniger versierte Kräfte ranlassen. Im Grunde müsste sich auch an der Benutzeroberfläche Nennenswertes getan haben, denn die Integration des Javascript-Frameworks MooTools kann letztlich nur die Ajaxifizierung des PMA zum Ziel gehabt haben. Allein, mir ist es – bis auf unwesentliche Optionsfeldkosmetik – nicht aufgefallen…

Der Vollständigkeit halber will ich noch erwähnen, dass PMA jetzt bereits Funktionen unterstützt, die erst in kommenden MySQL-Versionen implementiert sein werden. Aber darüber können wir immer noch reden, wenn es soweit ist…

Kategorien
Webdesign

Wer braucht Dreamweaver CS4?

Natürlich jeder! Wird zumindest Adobe auf Nachfrage behaupten. Aber was steckt wirklich hinter dem vollmundigen Marketingsprech? Wir haben uns die aktuelle Version CS4, die ab Dezember auch in deutscher Sprache erhältlich sein wird, einmal näher angeschaut.

Eines muss ich diesem Beitrag vorausschicken. Ich liebe Dreamweaver. Seit 1999 baue ich kleine und große Projekte unter dem nahezu ausschließlichen Einsatz der Funktionalitäten von DW und den vielen verfügbaren Extensions. Lediglich einen Codeeditor wie Textmate oder HomeSite zog ich bisweilen bei überschaubaren Änderungsbedarfen vor.

Fast zehn Jahre verbinden mich nun also mit diesem Produkt und da will ich durchaus eine gewisse Parteilichkeit einräumen. Andererseits ist es nicht so, dass ich nicht zwischenzeitlich immer wieder auch andere Produkte evaluiert hätte. Letztendlich bin ich aber stets bei DW geblieben. Es gab einfach keine bessere Alternative.

Nun hat Adobe im Rahmen ihres „Brilliant Event“ vor einigen Tagen die neue Produktpalette aus Creative Suite 4 recht ausführlich vorgestellt, darunter auch Dreamweaver CS4. Abgesehen davon, dass das Event insgesamt der Bezeichnung „Brilliant“ eher nicht gerecht geworden ist und von daher die Präsentation von DW jedenfalls im Vergleich zu den anderen Produkten nicht wesentlich schlechter ausfiel, war ich doch einigermaßen enttäuscht und zugleich begeistert.

Programmansicht – Vollbild ansehen

Ich fange mal mit den begeisternden Elementen an und gehe dabei davon aus, dass der geneigte Leser dieses Beitrages über die bisherigen Möglichkeiten des Dreamweaver grob im Bilde ist.

Live-Ansicht, Code-Navigator und zugehörige Dateien

Auf der Basis der Webkit-Engine zeigt Dreamweaver während der Bearbeitung auf Wunsch live an, wie sich die Seite dem Besucher darstellen würde. Natürlich nur insoweit zuverlässig, als dies lediglich für die Annahme gilt, dass der Besucher ebenfalls einen auf Webkit basierenden Browser, wie zum Beispiel „Safari“, benutzt. Trotz dieser stets im Kopf zu behaltenden Einschränkung kann so bei stark designlastigen Seiten ein nennenswerter Produktivitätsgewinn erreicht werden, der sich aus gesparter Zeit speist. Zusammen mit dem Code-Navigator, einer Art Firebug im Dreamweaver, gewinnt die Funktion noch einmal erheblich. Und an dieser Stelle kommt auch die Funktion „zugehörige Dateien“ ins Spiel.

Habe ich im DW CS4 die Live-Ansicht einer Seite auf dem Schirm, werden mir auch die zugehörigen Dateien, wie externe Javascripts und CSS eingetabbt. Ich kann also per einfachen Klick auf den entsprechenden Karteireiter zu jeder der zur Hauptseite gehörenden Dateien wechseln. Das ist bequem, aber noch nicht der Knaller. Wirklich innovativ ist, dass ich in DW CS4 durch das Markieren eines Elementes in der Live-Ansicht auf Wunsch automatisch zu den Codestellen springen kann, die das Design dieses Elementes bestimmen. Ganz ähnlich Firebug also. Und ebenfalls wie in Firebug werden Änderungen an den Elementdefinitionen direkt wieder in der Live-Ansicht angezeigt. Diese Funktionalität wird sicherlich sofort nahtlos in den Arbeitsablauf eines jeden DW-Nutzers eingebaut werden – in meinen jedenfalls. Und für mich persönlich rechtfertigt sich allein dadurch der Updatepreis von gewohnt heftigen 300 Euro.

Code-Hinweise, verbessertes CSS-Editing, AJAX

Da DW CS4 den Fokus sehr stark in Richtung AJAX schiebt, kann es nur als konsequent bezeichnet werden, dass künftig ein weit verbessertes Codehinting für Javascript angeboten wird. Natürlich ist der DW-User schon seit Jahren gewohnt, dass DW beim Coden versucht, sinnvolle Vorschläge für die weiteren Bearbeitungsschritte zu machen.

Allerdings galt das bislang nur für die Standard-Sprachfunktionen. DW CS4 erweitert dieses Codehinting in Richtung auf Javascript-Frameworks, wie etwa Spry, das seit der letzten Version CS3 in DW Einzug fand, aber auch in Richtung selbstgeschriebener externer Scripte. Auch hier steckt ein erhebliches Potenzial zur Produktivitätssteigerung, sofern man häufig mit Frameworks arbeitet, die nicht Spry heißen oder in großem Maße eigene Scripte erstellt und verwendet.

Programmansicht – Vollbild ansehen

Damit habe ich die begeisterungswürdigen Neuerungen abschließend aufgezählt. Ansonsten gibt es lediglich kleinere Änderungen, die im Grunde nicht der Rede wert sind. Da Adobe aber auch die nicht bemerkenswerten Änderungen als innovativ beschreibt, will ich diese der Vollständigkeit halber kurz bewerten:

  • CS4 erweitert die Einbindung des auch separat frei erhältlichen AJAX-Frameworks Spry, synchronisiert damit aber im Grunde lediglich DW mit dem aktuellen Entwicklungsstand von Spry. Echte Vorteile ergeben sich daraus nur für solche DW-Nutzer, die nicht in der Lage sind, das Spry-Framework außerhalb grafischer Einstelldialoge zum Einsatz zu bringen.
  • CS4 trennt im Eigenschaftendialog endlich konsequent zwischen CSS und HTML. Eine Maßnahme, die mindestens seit drei Versionen überfällig ist.
  • Auch der CSS-Eigenschaftenbereich ist künftig präsenter und leichter erreichbar, wenngleich ich niemanden kenne, der ihn wirklich benutzt. Letztlich führt im Webdesign kein Weg an der Durchdringung der formalen, wie auch der Definitionsstruktur einer Stylesheet-Datei vorbei. Der DW-Eigenschaftenbereich für das Zusammenklicken von CSS ist da eher kontraproduktiv und wiegt den Anwender in trügerischer Sicherheit.
  • Smart-Objects nennt Adobe die Verknüpfung zwischen Photoshop-Datei und DW. In DW können Grafiken resized und in sonstiger Weise vielfältig bearbeitet werden, ohne dass destruktive Änderungen an der Originaldatei vollzogen werden. Nicht schlecht, aber auch kein Knüller und schon gar kein adäquater Ersatz für das seit der vorletzten Version geschasste Imageready.
  • Eine unscheinbare Spry-Funktion wird zur Knüllerfunktion „HTML-Datensätze“ aufgeblasen. Tatsächlich kann DW CS4 nun Inhalte von XML- und HTML-Tabellen auslesen und als Datenquelle für ein dynamisches Layout verwenden. Der Vorgänger konnte meiner Erinnerung nach nur XML und schon diese Funktion hat keiner gebraucht.
  • Die neue Benutzeroberfläche sieht nicht nur düster aus, sie macht es auch durch fehlende optische Abgrenzung der Anwendungen untereinander nicht eben leichter, mit mehreren Adobe-Anwendungen zuverlässig gleichzeitig auf einem Monitor zu arbeiten. Ich jedenfalls fand mich schon mehrfach im falschen Programm wieder.

Alles in allem lässt sich resümieren, dass die kommende Version von DW für den Designer einen Produktivitätsgewinn bedeuten wird. Der Coder, der Datenbankanbindungen und andere Funktionalitäten zu programmieren hat, erhält mit der neuen Version keine weitergehenden Hilfen als er bis dato schon hatte. Dies gilt insbesondere für diejenigen Programmierer, die Seiten auf der Grundlage von ASP.NET zu erschaffen haben. Einst ein Pionier auf dem Sektor der ASP-Unterstützung, ist DW auf dem Level von 2000 stehen geblieben. Über ASP 1.1 hinaus bietet DW nach wie vor keine Unterstützung. Gerüchten zufolge soll in der kommenden Version sogar diese Unterstützung rausfliegen, womit DW ernsthaft nur noch PHP unterstützen würde, dies allerdings auch lediglich auf dem Stand bisheriger Versionen.

Der treue DW-Jünger wird insbesondere dann das Update kaufen, wenn er CS3 übersprungen hat. Im Grunde wirken die neuen Funktionen auch nur aus dieser Sicht innovativ. Und Produktivitätssteigerungen sind im enger werdenden Geschäft der Design-Agenturen selbst dann ein Kaufargument, wenn sie bloß einen relativ mäßigen Zeitgewinn prognostizieren lassen würden. Insofern wird der ernsthafte kommerzielle Designer, sofern er bisher mit DW gearbeitet hat, schon aus Wettbewerbsgründen updaten. Müssen müsste er nicht. ™