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Animationen für den Produktverkauf

von Michael Dobler

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. Jeder weiß das. Animationen, also bewegte Einzelbilder, sind noch effektiver wenn es darum geht, komplexe Sachverhalte ohne Textwüsten auf den Punkt zu bringen.

Flash kann manchmal nerven – wenn einem beim Anstarren des Ladebalkens Spinnweben zwischen den Fingern wachsen, oder sich die Navigation erst nach minutenlanger Irrfahrt mit der Maus in dem kleinen Quadrat am Bildschirm unten rechts offenbart. Doch im Bereich der visuellen Informationsvermittlung kann Flash seine Stärken ausspielen.

Unternehmen stehen häufig vor der Herausforderung, ihre technologisch anspruchsvollen Produkte so an den Mann zu bringen, dass es auch ein interessierter Laie versteht. Die SICK AG demonstriert auf ihrer Corporate Website die Anwendungsbereiche von Sensoriklösungen mit Flash-Animationen.

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4 Phasenbilder einer Animation aus der Automobilindustrie. Das Applikationsumfeld ist auf das Wesentliche reduziert, damit nicht nebensächliche Details ablenken.

Animation im neuen Fenster anschauen

Aus dem Zusammenspiel zwischen Produktmanager, Konzeptioner mit technischem Verständnis und einem Grafik- und Flash-Profi entstehen so anschauliche Informationsbausteine, die Kunden und Interessenten bei der Entscheidungsfindung weiterhelfen.

Ebenfalls der Flash-Technologie bedient sich der Spezialchemie-Hersteller Degussa, um die Vorteile eines seiner Produkte erfahrbar zu machen. In Zeitraffer-Form wird die Wirkungsweise eines Bautenschutzmittels über einen längeren Zeitraum demonstriert.

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Im Splitscreen-Verfahren kann der Interessent sehen, wie Wettereinflüsse einer Außenfassade zusetzen.

Ohne Animation hätten nicht annährend so informative, reale Vorher-/Nachher-Bilder und viel erläuternder Text, der insbesondere im Internet nicht gern gelesen wird, das Produkt vermarkten müssen.

Zur Animation im neuen Fenster – Klicken Sie auf „Watch the Animation Film

Der Gestaltungsspielraum ist unbegrenzt. So können Unternehmen Anwendungsgebiete für ihre Technologien in Branchen aufzeigen, die sie noch gar nicht bedienen – die Animation funktioniert hier als Türoffner für neue Märkte.

Ein weiteres Problem, welches sich mit Animationen geschickt umgehen lässt, sind die Themen Verletzung von Markenrechten, und der oft problematische und zeitraubende Zugang zu Original-Fotos. Firmen öffnen meistens nur sehr ungern und mit restriktiven Auflagen ihre Werkstore für fremde Fotografen. Durch die Verwendung von Fantasie-Markennamen spart man sich lästige Anfragen bei PR-Abteilungen und hat keinen klagenden Anwalt am Hals. Und wer die konkrete Maschine von Kunde A zeigt, der bekommt vielleicht von Kunde B eine Beschwerde, weil der sich vernachlässigt fühlt.

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In dieser Hölle will niemand fotografieren.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Dateigröße und der großen Verbreitung des Flash-Players sind Flash-Animationen besonders gut für die Präsentation im Internet geeignet. Doch neben dem Internet gibt es noch weitere Einsatzmöglichkeiten und Vorteile:

Messen
Mechanische Exponate kosten schnell einen größeren fünfstelligen Betrag und brauchen viel teure Standfläche. Animationen dagegen können in unbegrenzter Zahl über ein Platz sparendes Kiosk-System gezeigt werden.

Außendienstbesuch
Der Vertriebsmann kann nicht alle Produkte und kiloschwere Druckwerke in seiner Aktentasche mitschleppen, aber auf seinem Laptop die wichtigsten Applikationsanimationen aus der Branche des Kunden. Das unterstützt das Verkaufsgespräch und sorgt auch einmal beim miesepetrigen Einkäufer für ein Aha-Erlebnis.

Fachvorträge
Powerpoint-Präsentationen voller Clip Art-Bildchen und Text lösen bei vielen Teilnehmen automatisch Gähnattacken aus. Als Alternative zum Einheitsbrei lockern Animationen mit realistischem Sound jeden Vortrag auf, und die Aufmerksamkeit des Publikums ist einem gewiss.

Ergänzung zur Betriebsanleitung
Wer fürchtet nicht die in meist schlechtem Deutsch abgefassten Betriebsanleitungen mit kryptischen Schaubildern? Eine Animation, die den Kunden Schritt für Schritt zum Ziel führt, könnte dagegen das Frustpotenzial erheblich senken und Beschwerdeanfrufe in der Hotline reduzieren.

Internationalisierung
Animationen sind weitestgehend sprachneutral. Die Kosten der Sprachlokalisierung dadurch vergleichsweise gering. Zudem vereinfacht und verkürzt die Auslagerung der Sprachbestandteile in einer XML-Datei den Übersetzungsprozess.

Angemessenes Preis-/Leistungsverhältnis
Eine anspruchsvolle Animation mit mehreren Sequenzen kann schnell einige Tausend Euro kosten und verlangt seitens des Auftraggebers eine intensive Zusammenarbeit. Doch angesichts der zahlreichen Vorteile und Verwendungsmöglichkeiten ist das Preis-/Leistungsverhältnis angemessen. Zudem sind die klassischen Alternativen wie Exponate oder Kataloge teurer und nicht so flexibel. ™

Erstveröffentlichung 06.04.2006

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Attraktive Bildpräsentation – Teil 2

Im zweiten Teil lassen wir uns von beeindruckenden Landschaftsaufnahmen inspirieren, kleben Fotoecken, fliegen ins Weltall und landen vor einer digitalen Pinwand, bevor wir die Lupe herausholen und uns damit einen Fototicker ansehen.

Im Internet-Auftritt des GEO-Magazins erhält regelmäßig ein Fotograf im Portfolio des Monats die Gelegenheit, seine Aufnahmen zu präsentieren. Gelungen ist die Mischung aus Bildern und vertiefendem Text. Der Leser erfährt zunächst etwas über die Arbeitsphilosophie des Fotografen und wird so auf die Bilderschau eingestimmt. Porträt und Interview liefern bei Bedarf zusätzliche Hintergrundinformationen.

Interessant ist die „Portfolio“-Navigation. Sie offenbart sich als Pop-Up in der stilistischen Form eines Kontaktabzugsbogens, den Fotografen häufig zur Vorselektion ihrer Bilder einsetzen.

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Der Kontaktabzugsbogen- alle Bilder auf einen Blick.

Um die Bilderschau richtig genießen zu können ist eine Zweiteilung der Bildschirmfläche ratsam: Links die Normalansicht, und rechts daneben das Pop-Up mit den Bildern im Kleinformat platzieren. Die Bilder können nun in der Portfolio-Ansicht nach Belieben ausgewählt und in der Normalansicht näher betrachtet werden. Das mutet zunächst etwas umständlich an, bietet aber den besten Zugriff auf spannende Motive.

Ebenfalls Anleihen in der Welt der Analogfotografie nehmen die Kreativen von V Twelve Design. Ihre Projektbeispiele stecken in Fotoecken, die normalerweise Bilder in Fotoalben Halt geben.

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Dank Photoshop sitzt der Screenshot in der Ecke.

Tief blicken in die unendlichen Weiten des Universums lassen die Bilder des Teleskop-Satelliten Hubble, die auf der Hubblesite sehr originell in die Internet-Umlaufbahn gebracht werden.

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Besucher – übernehmen Sie!

Die Foto-Galerie bietet dem Betrachter zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten. So ist die Anzahl der pro Seite angezeigten Vorschaubilder – beim Mouseover in Plasmagrün eingerahmt – von 10, 50 bis 100 frei wählbar. Wer sich die „Show Options“ auf den Schirm holt, hat die volle Kontrolle.

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Die Show Options: maximale Flexibilität in der Bildpräsentation.

Bildbeschreibungen, alle Bilder oder nur einzelne Themen, die Bilder mit der besten Auflösung zuerst – alles liegt in den Händen des Benutzers und bietet ihm ähnliche Freiheitsgrade wie eine professionelle Viewer-Software.

Vielfältig sind auch die angebotenen Ausgabeformate. Supernovas und Planetennebel können den Bildschirmhintergrund zieren, hoch auflösende Bildvarianten laden zu Photoshop-Experimenten ein. Für Astronomieprofessoren gibt es gleich das druckfertige PDF. Und in der Präsentationsansicht weisen kleine Vorschaubilder den Weg durch die Galerie.

Vom Hubblesite-Webmaster können Unternehmen lernen, wie bei der Bestückung ihrer Corporate Websites mit Bildern die unterschiedlichen Bedürfnisse der Zielgruppen zu berücksichtigen sind. So sollte im Pressebereich Bildmaterial immer für den Druck und den Einsatz in digitalen Medien zum Download bereit stehen, und wer online kauft, der will auch einmal ein Produkt von nahem sehen.

Karborn ist wegen seiner Vorschaltseite ein Besuch wert. Die Website des zwanzigjährigen Designers John Leigh gleicht im Eingangsbereich einer vollgehängten Pinwand.

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Die digitale Pinwand – kreatives Durcheinander.

Leigh präsentiert so in origineller Weise seine Arbeiten. Die Bilder überlappen einander und scheinen um die Gunst des Betrachters zu ringen. Schade nur, dass ganz gleich auf welches der Bilder ein Klick erfolgt, immer nur die normale Startseite zum Vorschein kommt. In Gestalt einer Imagemap hätte die Pinwand als grafische Referenz-Sitemap für ein intensiveres Nutzererlebnis sorgen können.

Mit Flash an Bord des Browsers eröffnen sich im Bild-Archiv von Topleftpixel ungewöhnliche Bildeindrücke.

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Das voyeuristische Flash-Auge.

Der Betrachter kann hier zur Lupe greifen und dank eines Flash-Effekts Teile der Szenerie heranzoomen. Das ist nicht nur eine nette Spielerei, sondern die Kombination aus niedrig auflösendem Bild und Lupe spart Ladezeit. Die hoch auflösende Version gibt es optional.

Flash wertet auch das Foto-Projekt Chromasia auf. Alle Bilder ziehen in Kleinansicht in Form eines schmalen Fototickers an einem vorüber.

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Den Ticker gibt es auch als Desktop-Anwendung.

Die Geschwindigkeit des Tickers ist über integrierte Buttons steuerbar. Bei Mousover stoppt der Bildstreifen und zeigt den Titel des jeweiligen Bildes an.

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Klassische Werbung neu durchdacht

Wer mit seiner Webseite groß ‚rauskommen möchte, sollte sich nicht nur auf Online-Werbung verlassen. Die Welt dreht sich auch außerhalb weiter. Wer das bedenkt und sich an ein paar Regeln hält, kann schnell und günstig neue Besucher begeistern.

Wer in der Welt jenseits von Bits und Bytes wirbt, braucht kurze, prägnante URLs. Im Web muss das nicht sein, per Copy&Paste oder einfach durch Klick kommen die Besucher, egal wie kryptisch die URL auch klingen mag. Es ist beinahe unmöglich sich lange und komplizierte Seiten auf dem Weg zum nächsten Computer zu merken.

Im Prinzip kann alles Werbung machen. Ob es das Nummernschild am Auto oder ein Reklameschild vor dem Ladengeschäft ist, den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Eine URL auf Briefpapier und Visitenkarte ist Pflicht, aber auch auf dem Briefumschlag macht sie sich gut, denn vielleicht interessiert sich der Briefträger ja auch für Ihre Dienste.

Beschriftung für Auto und Nummernschild liefert zum Beispiel der Beschriftungsservice Hamann. Zwei Nummernschildhalter fürs Auto mit der URL in Wunschfarbe und –Schrift kosten 15 EUR, ein einzelner nur 10 EUR. Auch Jacken und Hemden lassen sich für Werbung nutzen, besonders wenn man viel unterwegs ist und unter Leute kommt. Bei Spreadshirt können, nachdem ein eigener Shop dafür eingerichtet ist, Logos oder Text in guter Flockdruck-Qualität auf Textilien aller Art gedruckt werden.

Wer Besucher fangen will, tut besonders gut daran auf die Zielgruppe zu achten. Jemand mit einem Schild um den Bauch loszuschicken, der auf einem Pferdemarkt für eine Computerseite werben soll, bringt kaum Interessenten. Läuft er über die CeBIT, sieht das schon anders aus.

Um eine breite Zielgruppe anzusprechen, haben die Firmen Infoscreen und Sit & Watch Ideen entwickelt. Infoscreen versorgt wartende Fahrgäste in Bahnhöfen und Flughäfen mit aktuellen Informationen und Klatsch & Tratsch. Hier lassen sich zu moderaten Preisen viele Menschen gleichzeitig erreichen. Der Sekundenpreis bei Infroscreen beginnt bei 0,035 EUR pro Bildschirm. Die Buchung eines 10-Sekunden-Spots über 5 Halb-Tage auf allen zehn Hamburger Bildschirmen kostet 875,- EUR. In München mit 28 Bildschirmen läge der Preis bei 2487,- EUR. Mit größerem Werbebudget lassen sich auch mehrere Städte zusammen berieseln, oder man investiert in Bewegtbilder.

Sit & Watch ist für die Werbung auf Toiletten großer Kinos oder Szene-Kneipen zuständig. Insgesamt bringt es die Firma nach eigenen Angaben auf über 11000 Plakatflächen in deutschen Großstädten. Sit & Watch schätzt eine nahezu ungeteilte Aufmerksamkeit von 48 Sekunden für die Plakate. Für Werbung auf einer der 5000 Kino-Plakatflächen zahlt man ab 1,20 EUR pro Plakat und Tag, zuzüglich der Druckkosten.

Klassische Werbung fängt mit neuen Ideen Besucher, und zwar ohne Riesen-Budgets für Fernseh- oder Zeitschriftenwerbung. Das zeigt erfolgreich die berüchtigte New Yorker Werbeagentur Gogorilla, für die nichts schlimmer als ein werbefreies Fleckchen ist. Und so hat sie neben Glückskeksen, Werbekondomen und bedrucktem Toilettenpapier auch mit Werbesticker verzierte Geldscheine im Ideen-Programm. Man darf sich anregen lassen.

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Attraktive Bildpräsentation – Teil 1

Detailarme Bilder in Briefmarkengröße gehören zum grauen Alltag im Netz. Dabei kann ein Bild bekanntlich für mehr als tausend Worte stehen. Dass es auch anders, vor allem attraktiver geht, zeigen große ebenso wie weniger bekannte Vertreter. Bilderpräsentationen, die Spaß machen und eine Website aufwerten.

Die Online-Dependance von Die ZEIT wählt als Navigationselement für ihre Fotogalerie die Analogie einer Bibliothek. Der Nutzer „geht“ von Etage zu Etage und findet dort jeweils eine Fotoausstellung.

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Die aktuelle Ausstellung ist im ersten Stock. An der „Fassade“ der Bibliothek ist ein exemplarisches Bild zu sehen.

Die Gebäudeanalogie wird in der Fotopräsentation konsequent durchgehalten. Usability-Guru Jakob Nielsen bekäme zwar angesichts eines horizontal zu scrollenden Screens weitere graue Haare, jedoch sind die der Reihe nach gehängten Fotos stimmig und entsprechen dem realen Besuch einer Ausstellung.

Zur Realitätsnähe trägt auch die dreidimensionale Anmutung und Türen, durch die der Ausstellungsbesucher die einzelnen Räume betritt, bei. Unter jedem Bild ist ein Link zur Vita des Fotografen angebracht. Jedes Foto lässt sich in der Großansicht, hinter der auch eine wirklich deutlich größere Version zum Vorschein kommt, näher studieren.

Die Großansicht wurde mit einem Javascript-Popup realisiert. Popup-Blocker könnten hier den Ausstellungsgenuss trüben. Kleines Manko. Hat der Besucher sich an allen Fotos auf einer Etage satt gesehen und möchte zur nächsten Etage gehen, muss er unter Umständen das Aufsichtspersonal fragen, denn die Navigationstreppe versteckt sich unterhalb der Fotopräsentation und ist selbst auf einem 19 Zoll-Monitor nur teilweise zu erkennen.

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Per Mausklick kann sich Besucher schnell von Ausstellungsraum zu Ausstellungsraum „beamen“..

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Die Galerie von Die ZEIT ist ein Paradebeispiel für eine ansprechende Foto-Präsentation. Besonders wohl fühlen wird sich der entdeckerische Nutzer, den unkonventionelle Navigationskonzepte herausfordern. Künstler könnten mit der Raumanalogie auf ihren Internetpräsenzen Werke spannend ins rechte Licht rücken.

Der Tag in Bildern
Der Stern begleitet die wichtigsten Themen und Ereignisse eines Tages mit einer chronologischen Bilderschau, die sowohl im Headerbereich als auch am Ende jeder Seite des Nachrichtenmagazins beworben wird. Im Headerbereich begnügen sich die Layout-Strategen mit einer eher unauffälligen Grafik links neben dem Suchfeld. Am Seitenende wird der Leser prominenter mit einer Thumbnail-Vorschau der letzten fünf Bilder zum Klicken eingeladen.

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Direkt neben dem Suchfeld ist der „Tag in Bildern“ ein optionaler Zugang zu Informationen.

Aus Usability-Sicht schade ist, dass ganz gleich auf welches der Vorschaubilder der Mausklick erfolgt, immer nur das zuletzt in die Bilderschau eingespeiste Motiv zum Vorschein kommt.

Die Bilderschau glänzt mit einer Zeitleiste aus kleinen Quadraten, die stellvertretend für ein Bild stehen. Datum und Trennlinien grenzen die Tagesstrecken voneinander ab. Als navigatorische Alternative kann der Leser die gewohnten Vor- und Zurück-Links zum Blättern verwenden.

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Der Tag in Bildern. Ohne Grafikschnickschnack, dezent im Corporate Design des Gesamtauftritts.

Textlich flankiert werden die Bilder durch Bildunterschriften und Teaser, Appetitanreger, die einen Klick auf den darunter stehenden Link zum Langartikel provozieren sollen. Die Bilderschau ist somit keine Einbahnstraße, sondern ein visuelles Navigationselement, welches zu weiterführenden Informationen überleitet und dazu dient, den Leser möglichst lange im eigenen, werbevermarkteten Angebot zu halten.

Wer seinen Cursor weiter suchend über die Stern-Seite bewegt, der findet das „Liebes Leben“, eine Form der Bildpräsentation, die auch für alle Homepagebetreiber jenseits nackter Haut eine sprudelnde Inspirationsquelle darstellt. Der Einstieg erfolgt über die letzten drei Fotostrecken, angerissen durch ein repräsentatives Bild, den Namen des Fotografen und dem Thementitel.

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Die ausgewählte Fotostrecke öffnet sich in einem Extra-Fenster, während im Hintergrund die erste Übersichtsseite von „Liebes Leben“ geladen wird.

Die Fotogalerie

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1. Fotostrecken-Navigation
Der Nutzer hat die Wahl. Entweder er sieht sich die Bilder der Reihe nach an, klickt dazu auf das Einzelbild, benutzt den „Vor“-Link. Oder er wählt gezielt eines aus der Thumbnail-Vorschau aus, die passend zum Fotografen-Sujet in Form eines Negativstreifens gestaltet ist. Die Thumbnails sind groß genug um zu sehen, ob sich ein Besuch lohnt. Alternativ geht es auch im „Blindflug“ durch Klick auf eine Zahl – die Anzahl der Zahlen verrät gleichzeitig den Umfang der Fotostrecke. Am Ende des Bildstreifens kann der Besucher Informationen zum Fotografen abrufen.

2. Servicefunktion
Falls dem User ein Bild aus der Fotostrecke so gut gefällt, dass er es gerne einem anderen empfehlen würde, kann er das ohne in sein E-Mail-Programm wechseln zu müssen, mittels der „Foto versenden“-Funktion tun, die auf jeder Seite unterhalb des Bildes zur Verfügung steht.

3. Pull-Down Fotografen-Liste
Der Wechsel zu anderen Fotostrecken kann über das Pull-Down im Header erfolgen. Die Fotografen sind dort in chronologischer Reihenfolge gelistet. Nur einen dekorativen oder typografischen Zweck erfüllt der „Go“-Button rechts neben dem Pull-Down. Er wird nie benötigt, da die Auswahl eines Fotografen automatisch einen Seitenwechsel auslöst.

4. Übersichtsseiten
Übersichtsseiten runden die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten der Fotostrecken ab. Hier kann der Besucher gezielter als beim Pull-Down weitere Serien auswählen. Kleine Anreißertexte mit weiterführenden Links versuchen neben den bereits bekannten Thumbnails zum Klicken zu animieren. Wer auf „mehr“ klickt, erhält nicht etwa mehr Text, sondern landet ebenso wie bei der Auswahl eines Thumbnails auf dem ersten Bild der Fotostrecke.

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Als weiteres Schmankerl könnte bei jedem Seitenwechsel ein anderes Header-Bild erscheinen.

Die Internetausgabe des bilderlastigen Magazins gibt durch eine vielseitige und ansprechende Präsentation ihres Bildmaterials Anschauungsunterricht für Webworker. Über die reine Bildpräsentation hinausgehen die „Bilder des Tages“ als Ergänzung zur textbasierten Navigation. Dies steht nicht nur einer Medienseite gut zu Gesicht, sondern jeder Firma mit einem Newsbereich oder einer Firmenchronologie. Sehr schön ließen sich so zudem Produktneuheiten auf einen Blick präsentieren.

Erstveröffentlichung 18.01.2006

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E-Mail-Marketing: Fünf Ideen für mehr Abonnenten

von Michael Dobler

E-Mail-Marketing ist für Ihr Unternehmen dann besonders effektiv und kostengünstig, wenn möglichst der gesamte Kundenkreis auf elektronischem Weg erreicht werden kann. Leider glänzt meistens nur ein geringer Prozentsatz der Kundendatensätze mit dem begehrten @-Zeichen. Höchste Zeit das zu ändern.

1. Messen
Messen sind Kontaktbörsen. Kunden und Interessenten besuchen den Stand und schauen sich die Produktneuheiten an. Das ist die Gelegenheit, um auf Abonnentenfang zu gehen. Schwören Sie das Standpersonal darauf ein, immer zum Abschluß eines Kontaktgesprächs nach der E-Mail-Adresse zu fragen.

Eventuell spornen Sie Ihre Mitarbeiter zusätzlich an, in dem Sie einen Preis für den eifrigsten Adressensammler ausloben. Gewinnspiele üben einen großen Reiz aus. Platzieren Sie im Informationsbereich ihres Messestands eine große Acryl-Box und einen Aufsteller, der für die Vorzüge Ihres Newsletters wirbt. Jeder der seine Visitenkarte in die Box steckt, nimmt automatisch an der Verlosung teil. Noch mehr Kärtchen liegen am letzten Messetag in der Box, wenn Sie eine Promotionkraft engagieren, die aktiv auf die Standbesucher zugeht und zur Teilnahme am Gewinnspiel animiert.

2. Anzeigen
Wenn Sie mit Anzeigen in Fachzeitschriften für Ihr Unternehmen werben, ist es ein Leichtes, gleich noch die Trommel für Ihren Newsletter zu schlagen. Integrieren Sie dazu ein aufmerksamkeitsstarkes grafisches Element, mit einem Appetitanreger und einem Werbelink. Der Appetitanreger könnte ein Gewinnspielversprechen sein oder die Aussicht auf ein exklusives Informationsangebot.

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Werbelink: je kürzer desto besser.

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Je attraktiver die Belohnung, desto größer die Motivation.

3. Print-Mailings/Postkarte
Die Postadresse Ihrer Kunden haben Sie. Warum nicht also auf dem klassischen Snailmail-Weg Neuabonnenten gewinnen? Die Deutsche Post bietet neben dem Full-Service von Druck bis Versand in ihrer Mailingfactory eine Galerie mit mehr als 40 Word-Vorlagen – interessant als Ideenpool für das eigene Mailing.

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Vorsicht: Mailings vom Reißbrett bringen meist nicht die gewünschten Response-Raten. Mit einem individuell auf Ihr Unternehmen zugeschnittenes Mailing einer Agentur, die etwas von medienübergreifenden Marketingmaßnahmen versteht, fahren Sie besser.

Zum Inhalt: Preisen Sie die Vorteile – exklusive Rabatt-Aktionen, Informationen – Ihres Newsletter-Abonnements an. Lassen Sie wenn möglich Ihre Abonnenten selbst sprechen. Testimonials von zufriedenen Abonnenten sind eine vertrauensbildende Maßnahme und erhöhen die Glaubwürdigkeit. Der Werbelink

http://www.ihrefirma.de/newsletter

darf selbstverständlich nicht fehlen. Mit einem attraktiven Gewinnspiel als Anreiz erhöhen Sie die Anzahl der Registrierungen. Wundern Sie sich aber nicht, wenn Ihnen eine Newsletter-Ausgabe später unerwartet viele Abmeldungen in den Posteingang flattern. Ein Teil der Neuzugänge war nur auf die Preise aus.

Eine Alternative zum Print-Mailing ist die Postkarte. Sie ist günstiger – bei Flyerpilot kosten 1000 Postkarten rund 75 Euro – dafür haben Sie aber nicht so viel Weißfläche um Ihren Newsletter an den Kunden zu bringen.

4. Außendienstbesuch
Nicht nur auf einer Messe besteht die Chance, Kunden nach der Mailadresse zu fragen. Werben Sie vor Ort beim Kunden für den Newsletter. Prämienanreize und Gewinnaussicht erhöhen auch hier die Motivation – bei Angestellten und Kunden.

5. Telefonaktion
Zum Telefonhörer zu greifen und die Kunden anzurufen, ist das schlagkräftigste Instrument der Neuabonnentengewinnung. Willkommener Nebeneffekt: Sie können zugleich etwas für die Aktualisierung Ihres Adressdatenbestandes tun, denn auf telefonischem Weg sammeln Sie nicht nur E-Mail-Adressen ein, sondern erfahren von geänderten Zuständigkeiten, neuen Mitarbeitern und Telefonnummern.

Ist keine nette Telefonstimme verfügbar oder die Zeit knapp, kann die ganze Aktion auch ausgelagert werden. Über den Call Center-Suchservice finden Sie einen geeigneten Dienstleister. Vereinbaren Sie ein erfolgsbasiertes Modell. Bezahlt wird nur für einen Neuabonnenten. ™

Erstveröffentlichung 03.01.2006

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Ist die First-Shot-E-Mail Spam oder rechtens?

von Michael Dobler

Unternehmen, die mit E-Mail-Marketing beginnen, möchten am liebsten vom ersten Newsletter an, dem First-Shot, einen möglichst hohen Prozentsatz ihrer Kunden erreichen. Da liegt es nahe, auf die in der Kunden-Datenbank vorhandenen E-Mail-Adressen zurückzugreifen. Darf man das? Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr weiß Rat.

Dr. Web: Die E-Mail-Adressen gelangen bei den Unternehmen in der Regel über Jahre hinweg durch verschiedene Kanäle wie Außendienstbesuch oder Messegespräch in die Datenbank. Kein Unternehmen will in den Ruf geraten Spam zu versenden. Können die E-Mails verwendet werden? Wie ist die Rechtslage?

Dr. Bahr: Ein Blick in das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) sorgt zunächst für Ernüchterung. Denn im §7 „Unzumutbare Belästigungen“ Absatz 2 Nr.3 steht, daß eine unzumutbare Belästigung bei einer Werbung unter Verwendung elektronischer Post anzunehmen ist, wenn keine Einwilligung des Adressaten vorliegt.

Mit der Anfang Juli 2004 in Kraft getretenen Reform des deutschen Wettbewerbsrechts (UWG) ist die Rechtslage nunmehr gesetzlich geregelt. Nach § 7 Abs.2. Nr.3 UWG darf ein Unternehmen grundsätzlich E-Mails nur versenden, wenn der Empfänger vorher eingewilligt hat. Ein klares Opt-In-Modell also. Dabei wird nicht mehr differenziert, ob es sich bei dem Empfänger um einen Verbraucher oder einen Unternehmer handelt. In der Vergangenheit wurden bei Unternehmern als Empfänger weniger strenge Anforderungen gestellt, das heißt es reichte eine mutmaßliche Einwilligung aus, wenn man annehmen durfte, der Unternehmer kann mit der E-Mail etwas anfangen. Eine solche Rechtsansicht kann man heute nur noch schwerlich vertreten. Eine endgültige gerichtliche Klärung dieses Problems lässt aber noch auf sich warten. Momentan streiten sich die Instanzgerichte über diesen Punkt. Bevor der Bundesgerichtshof über darüber entscheidet, wenn überhaupt, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Eine Ausnahme vom grundsätzlichen Opt-In bietet § 7 Abs.3 UWG. Danach dürfen auch dann E-Mails versendet werden, wenn ein Unternehmer die E-Mail-Adresse „im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung“ erhalten hat und bestimmte weitere Voraussetzungen (kein Widerspruch, Hinweispflicht) vorliegen. Dann darf der Unternehmer den Kunden anschreiben, um für „eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen“ zu werben. Nicht gestattet ist es dagegen, Werbung für Dritte zu machen oder für Dinge zu werben, die mit der ursprünglichen Ware oder Dienstleistung rein gar nichts mehr zu tun haben.

Dr. Web: Was ist denn unter einer E-Mail-Adresse, die „im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung“ erlangt wurde, zu verstehen?

Dr. Bahr: Unklar ist, was unter „im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Produktes oder Dienstleistung“ exakt gemeint ist. Ob hierunter nur die Geschäfte fallen, bei denen auch tatsächlich etwas verkauft wird, oder ob auch schon bloße Verhandlungen und vorhergehende Informationsgespräche zu fassen sind, ist offen. Ebenso streitträchtig ist der Begriff „ähnliche Produkte oder Dienstleistungen“ sein. Kauft zum Beispiel Herr X ein Auto, darf der Unternehmer ihn dann nur über weitere PKW-Modelle informieren? Oder aber auch über besondere Service-Leistungen wie verbesserte Klimaanlage, neue Reifen, spezielle Wartungsverträge mit Werkstätten, günstige Versicherungen usw.?

Dr. Web: Was muß ich bei der inhaltlichen Gestaltung des Newsletters beachten?

Dr. Bahr: Ein Newsletter ist – wie eine Web-Seite – entweder ein Teledienst oder Mediendienst, d.h. es gelten grundsätzlich die Vorschriften des Teledienstgesetzes (TDG) oder des Mediendienste-Staatsvertrages (MDStV). Der wichtigste rechtliche Punkt hinsichtlich des Inhalts ist die Impressumspflicht. Hier kann auf Impressums-Rechtsprechung zu Webseiten verwiesen werden. Zudem muss der Anbieter gewährleisten, dass sich der Leser leicht und unkompliziert wieder abmelden kann. Der Anbieter muss also entweder einen Abmelde-Link am Ende der Mail positionieren das Austragen auf der Webseite ermöglichen. Ein weiterer Punkt ist das Verbot der redaktionellen Werbung wie wir es auch aus dem Offline-Bereich kennen. Das heißt, der redaktionelle Inhalt muss räumlich und inhaltlich klar getrennt sein von etwaiger Werbung. ™

Vielen Dank Herr Dr. Bahr.

Links zum Thema:

Erstveröffentlichung 16.12.2005

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E-Mail-Marketing: Das personalisierte PDF

Die persönliche Anrede ist in Newslettern längst Standard. Auch inhaltlich individualisierte elektronische Post landet immer häufiger beim Kunden. Was ist aber, wenn man die unkontrollierte Verbreitung schützenswerter Inhalte unterbinden möchte? Das Portable Document Format (PDF) könnte eine Lösung sein.

Schutzmechanismen
Mit dem Adobe Acrobat 7.0 lässt sich ein PDF auf vielfältige Weise sichern. Der Passwort-Schutz verhindert, dass unbefugte Personen das Dokument einsehen. Bereits eingefügte Adressdaten, zum Beispiel das Einlassschreiben für ein exklusives Presse-Event, unterbinden eine Weitergabe an Dritte genauso wie ein mit dem Namen des Eingeladenen versehenes Wasserzeichen.

Drucken. Kopieren. Verändern: Nutzungsrechte legen fest, was der Empfänger mit dem Dokument machen darf. Das PDF befriedigt die Sicherheitsbedürfnisse aller Unternehmen, die vertrauliche oder kostenpflichtige Inhalte anbieten und dabei nicht auf den praktischen und kostengünstigen elektronischen Vertriebsweg verzichten möchten.

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Der Coupon befindet sich im Anhang als PDF-Dokument.

E-Mail-Marketing: Elektronische Coupons kurbeln Umsätze an
Personalisierte PDFs sind nicht nur etwas für Sicherheitsbedürftige sondern verrichten auch bei integrierten Marketingaktionen ihren Dienst. Das schweizerische Skigebiet Flims Laax Falera verschickt regelmäßig einen Newsletter. Coupons sollen in der Nachsaison den Schlussverkauf von Skiausrüstung ankurbeln – jeder Abonnent erhält einen.

Der Gutschein lautet auf den Namen des Abonnenten und besitzt eine eindeutige Nummer.

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PDF-Dokumente leiden nicht unter Virenbefall und haben deshalb Ruhe vor Mailfiltern und Virenscannern.

Um den Rabatt zu erhalten, muss der Kunde nun nichts weiter tun als den Gutschein ausdrucken und ihn bei der Verkaufsstelle einlösen.

Erfolgskontrolle
Dank des personalisierten E-Coupons kann die Conversion-Rate der crossmedialen Marketingmaßnahme exakt ermittelt werden. Statistik-Module professioneller Software für E-Mail-Marketing, wie Backclick oder Inxmail , liefern die Anzahl der Abonnenten, die Newsletter-Öffnungsrate und die Click-Rate für das PDF. Auch eine Auswertung der Clicks auf Hyperlinks innerhalb eines PDFs ist möglich. In unserem Beispiel hätten dies Links auf die Internet-Auftritte von „Boarderworld“ und „NTC Flims“ sein können.

Flexible Anwendungsmöglichkeiten – dynamische Erstellung
Die Einsatzfelder personalisierter PDFs sind vielfältig: Rechnungen, Zertifikate, Einladungen, Bestellformulare, Leseproben, Coupons oder exklusive Inhalte für bestimmte Zielgruppen. Im Falle der elektronischen Schlussverkauf-Coupons wurden die in einer Datenbank gespeicherten Namen der Abonnenten ausgelesen und via XML in das PDF-Dokument geschrieben. Anschließend erfolgte der Upload in die E-Mail-Marketing-Software. Rechnungen lassen sich zum Beispiel mit dem maxx PDFMAILER automatisiert in das PDF-Format konvertieren und per E-Mail versenden.

Das personalisierte PDF hilft Kosten sparen und erhöht die Hürde für die unautorisierte Weitergabe wertiger Inhalte. Ihre Stärke liegt im Bereich der Automatisierung administrativer Prozesse wie dem Versand von Rechnungen und Auftragsbestätigungen. Für professionelles E-Mail-Marketing ist das individuelle PDF weniger gut geeignet. Aus Gründen der Usability sollten wichtige Informationen nicht in einem Attachment untergebracht werden. Warum nicht gleich einen Coupon im Newsletter selbst integrieren? Mit Datenbank- und XML-Technologie ist auch dies automatisiert möglich.

Erstveröffentlichung 02.12.2005

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Mit Freemind Navigation und Struktur planen

Von der Idee für eine Website bis zum Stapellauf ist es oft ein weiter Weg. Besondere Bedeutung kommt dem Aufbau der Navigationsstruktur zu. Bevor es an das grafische Konzept und die Codierung geht, müssen Inhalte festgelegt werden. Mit dem Mindmapping-Tool Freemind lässt sich das Gerüst dafür komfortabel vorausplanen.

Mindmaps sind grafische Darstellungen, die Beziehungen zwischen Begriffen in Form eines Baumdiagramms mit Haupt- und Nebenästen zeigen. Das Mindmap-Konzept wurde schon Ende der 60er Jahre von dem britischen Psychologen Tony Buzan entwickelt. Als eine der Kreativitätstechniken wie Brainwriting und Brainstorming ist das Mindmapping gut geeignet, um bei einem großen Thema den Überblick zu behalten und komplexe Sachverhalte anschaulich darzustellen. Was aber macht Freemind für Webworker so interessant?

Funktionen
Da eine Website aus Haupt- und Unternavigationspunkten besteht, die untereinander verknüpft sein können, ist der Baumdiagramm-Stil mit Haupt- und Nebenästen ideal zur Visualisierung der späteren Navigationsstruktur einer Website. Für die wichtigsten Befehle in Freemind gibt es Shortcuts. Mit Drag & Drop und der Verschiebe-Funktion kann die Navigationsstruktur nachträglich leicht verändert werden. So wächst im Handumdrehen der eigene Navigationsbaum.

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In einer Baumstruktur sieht man den späteren Umfang der Website.

Die ersten Codezeilen für Freemind schrieb in 2000 der Deutsche Jörg Müller, der die Software federführend bis zur 0.4-Version entwickelte. Inzwischen sind Daniel Polansky und Christian Foltin die Treiber des Projekts. Freemind ist unter der GPL (GNU – General Public License) lizensiert und hat seine Entwickler-Heimat bei der weltgrößten Open Source-Plattform SourceForge.  Das Programm ist für die Plattformen Windows, Linux und Mac erhältlich. Zusätzlich wird noch die Javaruntime Environment 1.4 oder höher benötigt. Zwei Versionen (3 MB/8 MB) stehen zur Verfügung. In der Minimum-Version fehlt die Export-Funktion nach SVG und PDF.

Bei großen Websites macht es Sinn das Projekt in Phasen zu unterteilen. In Freemind kann jedem Inhaltsbereich eine Priorität von 1-7 zugewiesen werden. Die praktische Auf- und Zuklapp-Funktion für einzelne Äste sorgt für zusätzliche Übersicht.

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Dank der Kommentar-Funktionen können Sie Freemind auch für das Projektmanagement einsetzen.

Nützlich sind die Kommentar-Funktionen. Icons zeigen an, ob der Name für einen Navigationspunkt feststeht, oder ob darüber noch diskutiert werden muss und Hintergrundinformationen fehlen. Wer es gerne bunt und vielfältig mag, der kann den Ästen und Begriffen unterschiedliche Farben, Formen und Schriftgrößen verpassen.

Die fertige Navigationsstruktur kann als (X)HTML-Datei exportiert werden. Der saubere Quellcode ist dann leicht im Editor weiterzuverarbeiten. Das spart Entwicklungszeit.

Bereits in der 0.8-Version läuft Freemind stabil. Auf dem Freeware-Markt gibt es zur Zeit nichts Vergleichbares. Vom Funktionsumfang braucht das Programm die Konkurrenz zu seinen kostenpflichtigen Brüdern wie Mindmanager nicht zu scheuen.

Erstveröffentlichung 25.11.2005