Kategorien
Design UI/UX Webdesign

So gestaltest du Formulare richtig und erhöhst damit die Konversionsrate

Ein optisch ansprechend gestaltetes Formular hilft wenig, wenn nur wenige Webbesucher dieses auch ausfüllen. Tatsächlich hilft eine schicke Optik nur ganz begrenzt und ausschließlich dann, wenn du andere, wichtigere Faktoren schon berücksichtigt und umgesetzt hast. In diesem Beitrag gebe ich dir ein paar Tipps, wie Formulare inhaltlich gestaltet werden können, um die Konversionsrate, also in diesem Fall die Zahl der vollständigen Ausfüllvorgänge, zu erhöhen.

So gestaltest du Formulare richtig und erhöhst damit die Konversionsrate

Formulare kurz halten

Niemand möchte viele private Informationen herausgeben. Besonders wenn man die Betreiber der Website nicht gut kennt. Es kann also mehr als sinnvoll sein, weniger Informationen abzufragen. Laut einer Studie von HubSpot, in welcher mehr als 40.000 Landing Pages untersucht wurden, war die Ausfüllrate der Formulare am höchsten, wenn es insgesamt nur drei Felder gab. Die Konversionsrate sank um ein Drittel, sobald ein viertes Feld hinzugefügt wurde.

Formulare gestalten

Auf der anderen Seite sollte man auch auf den Balanceakt zwischen Qualität der Leads (Neudeutsch für “Anfragen”) und der Anzahl der Felder schaffen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht immer hilfreich ist, zu reduzieren. Schon bei einer Reduktion auf zwei Felder kann es sein, dass es nicht mehr möglich ist, die guten von den weniger guten Leads zu unterscheiden.

Telefonnummer wirklich notwendig?

Telefonnummer Feld

Besonders die Angabe der Telefonnummer ist ein heikles Thema. Viele möchten ungern angerufen werden. Daher sollte man sich fragen, ob es eventuell sinnvoll ist, diese Information, wenn überhaupt, erst zu einem späteren Zeitpunkt einzuholen. Sobald man zum Beispiel die E-Mail-Adresse erhalten hat, könnte man immer noch in einer Nachricht danach fragen.

Mehrstufige Formulare

Ein neuer Trend, um Formulare kurz erscheinen zu lassen, sind mehrstufige Formulare. Anstatt alle Felder auf der Startseite des Formulars auszufüllen, werden im ersten Schritt nur ein oder zwei Dinge abgefragt. Ein sehr gutes Beispiel findet sich auf OnPage.org. Dort wird auf der Startseite nur ein Feld abgefragt, nämlich eine URL des Webbesuchers. Erst danach erscheint das komplette Formular mit der Abfrage zu den weiteren Daten.

Beschriftung der Buttons

Die meisten Websites zeigen ein plumpes “Absenden” auf den Buttons. Variationen dazu können jedoch schon höhere Conversions bedeuten. Alternativen, die unter anderem gut abschneiden, sind “Weiter”, “Bestellung abschicken” und “Jetzt absenden”. Im Report von FormStack erreichen einige dieser Variationen um 50 Prozent bessere Ergebnisse als zum Beispiel “Absenden”.

Hier sollte man auf A/B Tests setzen. Unterschiedliche Webseiten können hier andere Ergebnisse erzielen. Mehr zu A/B Tests für Formulare weiter unten im Text.

Vertrauen erwecken

Einer unbekannten Person oder Website persönliche Daten anzuvertrauen, fällt den meisten Menschen schwer. Daher sollte man Reibungspunkte so gut wie möglich vermeiden und vertrauenssteigernde Maßnahmen treffen. Wie kann sowas aussehen?

Hier ein paar Möglichkeiten:

  • Müssen hochsensible Daten (Telefonnummer, kompletter Name, etc.) bereits im ersten Schritt abgefragt werden? Diese können im weiteren Prozess eingeholt werden.
  • Braucht es ein mehrzeiliges Kommentarfeld? Meistens langt ein einzeiliges Feld, in das der Besucher einen einzigen Satz schreiben kann.
  • Gib eine Zusicherung, dass die Daten vertraulich behandelt werden.
  • Gib eine Kundenreferenz unter oder auf dem Formular an.

Art des Formulars

Muss es immer ein Kontaktformular sein? Laut der eingangs erwähnten FormStack-Studie gibt es unterschiedliche Konversions-Raten, je nach Art des Formulars. Zum Beispiel schneiden Gewinnspiele am besten ab. Hier füllen im Schnitt von 100 Besuchern, 35 das Gewinnspiel-Formular aus. Bei Kontaktformularen ist es jedoch nur eine Person pro 100 Besucher. Auch Umfragen, mit 14 von 100 Besuchern oder Anmeldeformulare für Events, mit 11 von 100 Besuchern, sind besser, um Menschen zum Handeln aufzufordern.

Daher sollte man sich auch immer überlegen, ob es eventuell mehr Sinn ergibt, solche Formulare auf der Website zu implementieren, anstatt nur auf Kontaktformulare zu setzen.

Für die mobile Ansicht optimieren

Mobile Ansicht

Die Steigerungsraten im Bereich mobiler Internetnutzung sind enorm. Ein Großteil der Netzbesucher greift auf Websiten vom Smartphone oder Tablet aus zu. Auch hier ergeben sich Herausforderungen.

Die Bildschirme sind kleiner und es wird daher sehr schwer, lange Formulare auszufüllen. Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Anzahl der Felder gering zu halten. Zudem ergeben sich im Bereich mobiler Webseiten viele weitere Möglichkeiten den Nutzer zu unterstützen. Zum Beispiel kann das GPS genutzt werden, um den Standort des Webbesuchers zu bestimmen und einige Felder mit entsprechenden Daten vorzubelegen.

A/B Testing

AB Testing

Was ist A/B Testing? Heutzutage lassen sich sehr einfach unterschiedliche Variationen der gleichen Website verschiedenen Webbesuchern anzeigen. Hauptsächlich kann man hierdurch erkennen, welche der Variationen besser abschneidet. Hier einige Tipps, wie man Formulare A/B-testen kann.

Platzierung: Above the Fold versus Below the Fold

Mit “Above the Fold” ist der Bereich der Website gemeint, der ohne Scrollen im Browser sichtbar ist. “Below the Fold” ist der Bereich, der erst nach dem Scrollen sichtbar wird.

In einigen Fällen ergibt es Sinn, das Formular im „Above the Fold“ zu platzieren. Besonders bei einfach verständlichen Produkten und Dienstleistungen solltest du das so machen.

Es muss jedoch nicht immer effektiver sein, die Formulare im „Above the Fold“ zu haben. Bei komplexen Dienstleistungen kann es zu einer höheren Konversionsrate führen, wenn das Formular weiter unten auf der Website erscheint.

Michal Aagaard von ContentVerve konnte zum Beispiel eine Verdreifachung der Konversionsrate erfahren, als er in einem seiner A/B Tests das Formular weiter unten auf der Webseite platzierte:

Version A

Datenschutz-Erwähnung testen

Wer kennt die Sätze nicht, die unter den Formular-Button stehen? “Wir spammen nicht”, “Wir mögen keinen Spam”, “Ihre Daten werden vertraulich behandelt” und viele mehr.

Auch hierzu hat ContentVerve einige Studien aufgestellt. Diese ist zwar im englischsprachigen Raum angesiedelt, zeigt jedoch die Unterschiede in den Ergebnissen, wenn unterschiedliche Wörter gewählt werden. Die Wortwahl “Wir garantieren 100 % Sicherheit. Ihre Daten werden nicht mit Dritten geteilt” (übersetzt aus dem Englischen) führte zu einer fast 20-prozentigen Erhöhung in der Anmelderate.

Testen, Testen, Testen

Für unterschiedliche Websites können die gleichen Tests unterschiedliche Resultate liefern. Daher sollte man die im Beitrag erwähnten Best-Practices auch immer prüfen, anstatt davon auszugehen, dass diese immer zu höheren Ausfüllraten führen.

Weitere Bereiche, die man bei Formularen testen kann, sind:

  • Die Ausrichtung der Beschriftungen der Eingabefelder: In diesem Report von Luke Wroblewski wird zum Beispiel aufgezeigt, dass Beschriftungen über den Formularfeldern effektiver sind, als rechts- oder linksbündige Texte.
  • Beschriftung und Farbe der Buttons: Auch hier können bereits kleinere Änderungen zu positiven Resultaten führen. Beispielsweise werden Buttons, welche stark im Kontrast zur Farbe der Website stehen, eher geklickt, als solche, die die gleichen Farben verwenden.

Fazit

Potenzielle Kunden setzen immer weniger auf persönliche Gespräche mit Verkäufern, sondern möchten sich online informieren und dort in den Austausch treten. Formulare können hier jeweils ein Hindernis oder eine Erleichterung sein. Daher ist es sehr sinnvoll, hier zu optimieren, um bessere Resultate zu erzielen.

Bildquellen: Flickr.com/ Marc Levin/ Johan Larsson

(dpe)