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CMS mit Shopsystem Teil 1: Shop-Extensions für Joomla!

Mit Joomla! können Sie nicht nur Content verwalten, sondern auch Produkte verkaufen. Dafür sorgen mindestens 26 verschiedene Shop-Erweiterungen. In Form von Komponenten, Plugins und Modulen werden Joomla!-Seiten Produktpaletten, Preisschilder, sowie dazugehörende Warenkörbe einverleibt.

Mit Joomla! können Sie nicht nur Content verwalten, sondern auch Produkte verkaufen. Dafür sorgen mindestens 26 verschiedene Shop-Erweiterungen. In Form von Komponenten, Plugins und Modulen werden Joomla!-Seiten Produktpaletten, Preisschilder sowie dazugehörende Warenkörbe einverleibt.

Mit dem richtigen Shop-System können Sie im Internet alles verkaufen. Es bietet die nötigen Funktionen um Produkte zu verwalten, zu präsentieren und schlussendlich auch zu verrechnen. Dank zahlreicher Zusatz-Features rund um Marketing, Kundenbindungsstrategien und Warenwirtschaft wird das Shop-System nicht nur zum virtuellen Geschäftslokal, sondern auch zum vielseitigen „Mitarbeiter“ – vom Promoter über den freundlichen Verkäufer bis hin zum Lagerverwalter.

Eigenständige Shop-Lösungen bieten meist all diese Funktionen. Trotzdem ist es nicht immer ratsam, ein solches System zu installieren. Manchmal ist es empfehlenswerter, ein Content-Management-System mit Shop-Erweiterungen einzusetzen. Vor allem dann, wenn einer bereits bestehenden Webseite lediglich simple Verkaufsoptionen hinzugefügt werden sollen oder wenn die Homepage besonders „inhaltslastig“ ist. Zum einen ist es ein Mehraufwand, einen ganzen Shop zu installieren und mit einer bestehenden Site zu verknüpfen, zum anderen sind solche Shop-Systeme auf die Anforderungen eines Online-Shops getrimmt und nicht darauf ausgerichtet, „inhaltslastige“ Seiten zu erstellen, zu verwalten und zu publizieren.

Für das Content-Management-System Joomla! werden auf der offiziellen Homepage 26 verschiedene Shop-Erweiterungen angeboten. Darunter finden sich kleine Komponenten, die lediglich eine Verkaufsoption in die Website einbauen, wie zum Beispiel SimpleCaddy. SimpleCaddy besitzt nur die nötigsten Funktionen und ist daher leicht zu handhaben. Größer ist ECJC angelegt. Es stellt eine Kopie der bekannten Shop-Lösung osCommerce dar, bekommt jedoch – anders als das beliebte Original – durchwegs schlechte Kritiken. „Schwierig zu installieren“, „schlechter Support“ und „nicht kompatibel mit neuen Joomla!-Versionen“ schreiben enttäuschte User über ECJC in ihren Reviews.

Positiv wird die auf Musik-Downloads spezialisierte Erweiterung „Maian Music for Joomla!“ von der Community aufgenommen. Glaubt man den zufriedenen Usern, bietet Maian-Music alles, was das Herz des Musikverkäufers begehrt: einfache Store-Handhabe mit Preview für Kunden, unlimitierte Anzahl an Alben und Tracks sowie ein simples Warenkorb-System.

Als komplette E-Commerce-Lösungen stechen jedoch nur VirtueMart und IXXO Cart hervor. Beide bieten den Funktionsumfang eigenständiger Shop-Systeme und gelten als beliebt unter den Joomla!-Usern.

VirtueMart: viele Funktionen ohne Zusatzkosten

VirtueMart ist die beliebteste Shop-Erweiterung für Joomla!. Sie ist kostenlos und wird stetig von drei bis fünf Programmierern rund um Chefentwickler Sören Eberhardt-Biermann weiterentwickelt.

Die Installation des Shops erfolgt nachträglich in eine bestehende Website mittels Joomla!-Komponenten-Installation oder man nutzt von Anfang an die Joomla!-eCommerce-Edition, in der VirtueMart automatisch mitgeliefert wird. Die Extension punktet mit umfangreichen Präsentationsmöglichkeiten und Features. Sie bietet alle klassischen Funktionen eines Shop-Systems, von Produktbildern bis zum Warenkorb. Zusätzlich verwaltet VirtueMart eine unbegrenzte Anzahl an Artikeln und Kategorien, macht es möglich digitale Güter zu verkaufen, bietet neben einem Bestell- und Verkaufsmodus noch einen Katalogmodus, besitzt zahlreiche Payment-Schnittstellen, ermöglicht Produktbewertungen und Rezensionen sowie seit Version 1.1. Themes für einzelne Kategorien, Produkte oder die Warenkorb-Seite. Dazu kommen noch Funktionen, die bei VirtueMart durch eigene VirtueMart-Komponenten nachrüstbar sind, zum Beispiel Tagclouds, Währungsrechner oder Newsletter-Tools.

Auch, wenn die 264 User-Bewertungen der Joomla!-Community mit durchschnittlich vier von fünf möglichen Sternen positiv ausfallen, hat VirtueMart Schwachstellen. Einige User klagen über Bugs und den damit verbundenen Zeitaufwand, um diese zu beseitigen. Sie ärgern sich über den chaotischen Code und über Fehler, wenn sie die Joomla!-Funktion „SEO freundliche URLs“ nutzen wollen. Zudem funktioniert die Update-Version von VirtueMart 1.0. auf 1.1. nicht richtig. Verschiedene Dateien müssen dabei von Hand gelöscht werden. Eine Dokumentation dafür existiert nicht. Die komplette Neuinstallation mit der aktuellen Version 1.1.2. funktioniert dagegen schnell, einfach und problemlos. Sucht man Hilfe im VirtueMart-Forum, so kann es passieren, dass Fragen mehrere Tage unbeantwortet bleiben. Ein professioneller Support von Entwickler-Seite fehlt. Als Alternative dient jedoch das allgemeine Joomla!-Forum.

Trotz dieser Schwächen ist VirtueMart eine vollwertige Shop-Komponente, die auch von renommierten Firmen eingesetzt wird. So schwört beispielsweise der IT-Dienstleister B01 auf VirtueMart als Shop-System und organisierte den Shop des Berliner Tagesspiegels mit dem kostenlosen Joomla!-Shop.

IXXO Cart: Professioneller Support zum professionellen Preis

IXXO Cart gibt es als eigenständiges Shop-System und als Joomla!-Komponente. Der Quellcode ist in beiden Versionen nicht zu 100% Open Source. Das heißt, Joomla!-User, die gewöhnt sind, kleine „Problemchen“ selbst anzupacken und kurzerhand den Code umzuschreiben, müssen sich bei IXXO Cart auf den Support verlassen. Reine Anwender werden diese Tatsache begrüßen. Sie müssen keine Foren mehr durchstöbern, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten, eine einfache E-Mail reicht aus.

Dieser Luxus hat seinen Preis. Das Shop-System kostet – egal, ob als eigenständige Lösung oder als Joomla!-Komponente – 295 US-Dollar (rund 231 Euro) in der Basisversion und 595 US-Dollar (467 Euro) in der Profi-Ausführung. In den Lizenzkosten enthalten sind Updates und Upgrades für ein Jahr, unlimitierter E-Mail-Support für ein Jahr und 30 Tage Hilfestellung am Telefon. Zusätzliche Supportleistungen müssen extra bezahlt werden. Das Software Care Package kostet 20 Prozent des Kaufpreises und beinhaltet die Updates und Upgrades für ein weiteres Jahr (nach Ablauf des ersten Jahres). Die Installation des Shops durch einen Mitarbeiter von IXXO Internet Solutions schlägt mit 69 US-Dollar (54 Euro) zu Buche und der Preis für ein ganzes Jahr Telefon-Support beträgt 195 US-Dollar (153 Euro).

Die fünfseitige Feature-Liste macht deutlich, dass IXXO Cart für diesen Preis viel zu bieten hat. Das Shop-System bewältigt alle Standards und setzt zusätzlich noch Highlights. IXXO Internet Solutions behauptet mit IXXO Cart, das suchmaschinenfreundlichste Shop-System auf den Markt gebracht zu haben. Außerdem punktet der Shop mit Features wie One-Page-Checkout (Kauf in einem Schritt), umfangreichen Statistiken und Auswertungsmöglichkeiten sowie Schnittstellen zu allen großen Payment-Gateways. Entscheidet man sich lediglich für die Basisversion, muss man jedoch auf ein paar Funktionen verzichten, unter anderem auf flache URLs, Mehrsprachigkeit im Backend und Spezial-Features wie Preismeldungen an Kunden.

Die Joomla!-User-Gemeinde bewertet IXXO Cart durchwegs positiv. So wie VirtueMart erhielt das kostenpflichtige Shop-System im Schnitt vier von fünf möglichen Sternen. Jene Kritiker, die IXXO nicht die volle Punktzahl gaben, bemängelten, dass sich das System hauptsächlich durch den Support von VirtueMart abhebt, aber kaum durch den Funktionsumfang. Ob dieser Service den Preis rechtfertigt, muss jeder Seitenbetreiber selbst entscheiden. Interessierten stellt IXXO Internet Solutions einen Demoshop sowie eine 15-Tage Testversion zur Verfügung. Diese ist allerdings nur als eigenständiges Shop-System zu haben und nicht als Joomla!-Komponente. ™

Von Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

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