CMSimple: Ein Zwerg unter Riesen

CMSimple ist ein besonders einfaches Content Management System, das ohne SQL-Datenbank auskommt. Lediglich PHP ist gefordert. Schauen wir, wie leistungsfähig und komfortabel diese Lösung ausfällt.

Simple, Small, Smart
Die großen Brüder wie Typo3 stehen in dem Ruf, unbequem und schwer verständlich zu sein – nicht selten auch zu recht. CMSimple möchte, wie der Name schon andeutet, einfach, klein und clever sein. Die englische Version dieser Verben bildet denn auch den Werbespruch der Software.

Da es kostenlos ist, solange die Website sichtbar auf CMSimple verlinkt, erleichtert es zumindest nicht den Geldbeutel. Und auch die Nerven werden geschont, da die Installation erstaunlich einfach ist. Jeglicher Content der Website wird in einer einzigen HTML-Datei gespeichert. Da keine SQL-Datenbank nötig ist, reicht schon ein erschwingliches, wenn nicht das kleinste Webspace-Paket aus, das PHP erlaubt. Übrigens: Wer den Link nicht setzen mag oder kann, erhält mit dem Kauf einer Lizenz für 60,00 Euro das Recht, diesen wegzulassen und unterstützt damit die Weiterentwicklung der Software.

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Die Website des CMS

Gut einrichten
CMSimple läuft auf allen Servern mit Linux oder Windows, Apache oder IIS. Unentbehrlich ist der PHP-Interpreter ab Version 4.0. Das reine CMS-Gerüst nimmt mit 50 KByte kaum Platz ein. Und so verwundert es nicht, dass die Installation nur wenige Sekunden in Anspruch nimmt. Installation ist an dieser Stelle eigentlich übertrieben, da nach dem Download und dem Entpacken der ZIP-Datei der Ordner „cmsimple2_4“ mit allen Dateien und Verzeichnissen per FTP-Client an beliebiger Stelle auf dem Server gespeichert wird.

Vorerst müssen jetzt die Zugriffsrechte geändert werden. Man stellt also für die Verzeichnisse „cmsimple/“, „cmsimple/languages/“, „content/“, „templates/default/“, „images/ und downloads/“ die Lese-, Schreib- und Ausführungsrechte per chmod auf 777 um. Die Files dieser Verzeichnisse bekommen mit „chmod 666“ Lese- und Schreibrechte. Wurden die Dateien in das Root-Verzeichnis übertragen, kann im Browser unter „www.domain.de/index.php“ der erste Login vorgenommen werden. Dazu klickt man auf der linken Seite den passenden Menüpunkt an und gibt „test“ als Passwort ein. Man landet in der Verwaltung des Content Management Systems, wo der Bereich „Settings“ aufgesucht wird. Dort klickt man auf „Edit configuration“. Unter „Security“ wird der Login-Name und das Login-Passwort neu definiert.

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Dezenter Auftritt nach der Installation

Gesprochen und geschrieben
Auch dieses CMS bietet verschiedene Sprachpakete an. Wir stellen es auf Deutsch um, in dem unter „Language“ der Wert „language_default“ auf „de“ abgeändert wird. Ein Klick auf den „Save“-Button genügt und schon ist alles verständlicher. Für mehrsprachige Websites stehen 25 Sprachpakete bereit. Einige bringt die Standard-Installation schon mit, darunter Englisch, Französisch und Niederländisch. Weitere findet man auf der CMSimple-Website im Download-Bereich. Die neuen Sprachpakete werden dann einfach in das Verzeichnis „cmsimple/languages“ kopiert.

Der WYSIWYG-Editor ermöglicht das unkompliziertes Editieren, wie von Word bekannt. Soll der Content bearbeitet werden, ruft man die entsprechende Seite auf und klickt auf den „Editiermodus“ im Menü. Die aktuelle Seite landet im Editor, der sich selbst erklärt. Listen, Fett- und Kursivschrift oder Verlinkungen erzeugt man hier auf Kopfdruck. Unter „Bilder“ findet man eine einfache Upload-Funktion. Der Editor bietet mit „h1“, „h2“ und „h3“ Überschriften verschiedenster Ordnungen. Hier muss man aufpassen, da CMSimple diese zur Festlegung der Websitehierarchie verwendet. Eine Seite mit „h1“-Überschrift steht an oberster Stelle der Hierarchie, „h2“ darunter und „h3“ dementsprechend an letzter Stelle der Websitestruktur.

Man muss sich das als Verzeichnisbaum vorstellen. Soll eine Seite der obersten Hierarchieebene (mit „h1“-Überschrift) eine Unterseite bekommen, ruft man diese im Editor auf und fügt am Ende der Seite die neuen Inhalte, hier aber mit „h2“-Überschrift, ein. CMSimple erzeugt nach dem Speichern in der Navigation einen neuen Menüpunkt aus der „h2“-Überschrift. Man löscht eine Seite, in dem deren Inhalt im Editor ausgewählt und die „Entf“-Taste gedrückt wird. Mit dem Speichern wird die Änderung übernommen.

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Zahlreiche Templates warten auf ihren Einsatz

Wie schon angemerkt, speichert SMSimple die Daten in einer HTML-Datei. Bei kleineren Projekten mit bis zu 700 Seiten und etwa „normalen“ Inhalten wird eine gute Performance geboten. Wer mehr benötigt, sollte ein anderes CMS in Betracht ziehen. Wem das Angebot aber genügt, der darf sich auf zahlreiche Templates, Erweiterungen und Add-ons freuen. Wer mit Dreamweaver arbeitet kann eine passende Toolbar Extension herunterladen, die beide Welten verbindet.

Erstveröffentlichung 06.10.2005

Von Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

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