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Der responsive Webdesign-Schrott oder die Rückkehr Blogdorfs

Dieser Tage fühle ich mich geradezu zurückversetzt in die goldenen Jahre Blogdorfs, als großmäulige Blogger sich gegenseitig die Butter vom Brot geschrieben haben, dabei nicht zimperlich, im Gegenteil mit schöner Regelmäßigkeit so aggressiv vorgingen, dass im Vergleich dazu die Idee, einen Sonntagsspaziergang im Gaza-Streifen zu machen, schon fast idyllische Assoziationen weckte. Das waren noch Zeiten. Heutzutage, in den Zillionen unterschiedlicher sozialer Netzwerke mit ihrer Aufmerksamkeitshalbwertzeit von fünf Minuten, wäre so etwas gar nicht mehr möglich. Andy Warhol hat sich seinerzeit maßlos verschätzt. Na komm. Wollen wir es ihm nicht übel nehmen…

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Die Rückkehr Blogdorfs oder die Schöpfungshöhe einer Meinung

Umso mehr müsste es einen alten Blogveteranen wie mich doch freuen, wenn ein paar Haudegen die Nullerjahre wieder aufleben lassen, wie nach dem Beitrag von Patrick Voelcker bei Mobile Zeitgeist passiert. Es betrübt mich fast schon, in mich hinein zu horchen und im Ergebnis festzustellen: Nein, freut mich nicht. Ich vermute, es liegt am Alter. Wobei es nicht das Alter ist, was mich ruhiger hat werden lassen. Sondern es ist vielmehr das Alter, dass mir immer wieder Erfahrungen dieser Art beschert hat, so dass ich heutzutage sagen kann: Die Menschen ändern sich nicht. Meinungsfreiheit gibt es defacto nicht. Zumindest nicht in der Form, wie sie gemeint war:

I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it. – Voltaire (evtl. auch Evelyn Beatrice Hall)

Meinungsfreiheit wie sie heute verstanden wird, ist lediglich die für sich selbst in Anspruch genommene Freiheit, andere verbal komplett ohne jegliche Hemmschwelle weg zu kloppen. Eine asoziale Art der Konfliktbewältigung würde man sagen, wenn es um körperliche Gewalt ginge, obschon der Unterschied nicht mal groß ist. Schnell wären auch die gegenseitigen Toleranzschwellen bis hin zu staatlichem Eingriff erreicht. Aber da es ja nur verbal abläuft, hey, da ist es dann eben Meinungsfreiheit…

Und – komm schon – wenn der andere doch nun wirklich ein kompletter, desinformierter und inkompetenter Idiot ist (alles Zitate), dann ist es ja auch gar nicht schlimm, die ganze Härte des nicht mal so ausgeprägten Wortschatzes auf ihn loszulassen, oder? Er hätte sich ja immerhin nicht zu äußern brauchen…

Die Geschichte erinnert mich an einen uralten meiner Beiträge für das Dr. Web Magazin mit dem Titel “Lebenszeitverschwendung 2.0”.

Ist responsives Webdesign Schrott?

So weit zum Grundsätzlichen, kommen wir zum Inhaltlichen. Herr Voelcker wollte provozieren. Das wird man nicht abstreiten wollen. Responsives Webdesign als Schrott zu bezeichnen, ist schon etwas gewagt, sollte aber natürlich als Überschrift wirken und einen Diskurs anregen. Das hat funktioniert, allerdings scheint die Virtualität jedwede Hemmschwelle zu beseitigen, so dass der Diskurs schnell ins Maßlose abdriftete.

Früher, als man noch von Angesicht zu Angesicht diskutierte, hätten viele der nun zu findenden Aussagen niemals stattgefunden, nicht zuletzt aus Angst davor, dass der dermaßen attackierte Zeitgenosse einem was auf’s Maul gehauen hätte. Wer weiß, ob es nicht auch wesentlich weniger Mobbing-Fälle gäbe, wenn es schlicht mal wieder mehr auf’s Maul gäbe. Wieso darf man psychisch morden, aber physisch nicht mal schubsen? Ich schweife ab…

Responsives Webdesign, wie es etwa mein persönlicher Blog, die Blogmanufaktur, trägt, ist – seien wir ehrlich – kein Knüller. Die Blogmanufaktur sieht auf einem Smartphone richtig gut und auf einem FullHD 27 Zoller richtig bescheiden aus. Da es hier um Inhalte, nicht um Optik geht, kann ich damit gut leben. Hätte ich ein opulentes Design – wie in den letzten 10 Jahren gelegentlich passiert – müsste ich mir, wenn ich denn wollte, Gedanken darüber machen, wie Menschen mit mobilen Clients meine Ergüsse konsumieren können. So lasse ich es einfach “fließen”.

Natürlich gibt es auch responsive Designs, die fantastisch aussehen. Wir haben bei Noupe und Dr. Web immer wieder Showcases mit entsprechenden Layouts. Da ist es dann aber so, dass der Aufwand im Rahmen der Erstellung nicht vergleichbar mit dem Aufwand ist, den ich und andere noch vor ein paar Jahren betrieben haben, wenn ein Kunde eine Website beauftragte.

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Mal Hand auf’s Herz. Klar, auch ich habe auf der Internet World in Berlin im Jahre 2000 schon von barrierefreiem Webdesign geschwärmt und der großen Bedeutung, die das mal eines Tages haben würde. Wieder zuhause baute ich die nächste Website mit Tabellen und der Kunde fand es großartig, dass das Layout kontrolliert wie ein Flyer war. Und ich behaupte, und meine Erfahrung legt da gar keinen anderen Schluss nahe, dass auch heutzutage der Durchschnittskunde mit einem Design von der Stange, meinetwegen sogar im Tabellen-Stil, vollkommen zufrieden sein wird.

Dann jedoch gibt es die Evangelisten, die Standards-Taliban, diejenigen, die glauben, alles, was man tun kann, müsste man auch tun.

Natürlich ist es möglich, die Website vom Klempner Meier responsiv zu gestalten. Er wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht danach fragen. Wenn man ihm den Vorschlag machte, und ehrlicherweise den Mehraufwand nennen würde, würde er mit ziemlicher Sicherheit fragen, ob denn die Verwender von Smartphones ansonsten seine Seite, vor allem seine Kontaktdaten, nicht würden sehen können. Und an dieser Stelle müsste man ihm ehrlicherweise sagen, dass auch Seiten, die nicht responsiv sind, auf modernen mobilen Clients natürlich vernünftig genutzt werden können. Da wird ein bisschen Pinchen und Zoomen im Spiel sein, aber nutzen kann man sie. Speziell, wenn man berücksichtigt, wie Herr Voelcker richtigerweise bemerkt, dass die modernen Smartphones nicht mehr mit 320 sondern 1080 Pixeln Breite daher kommen.

Und dann – mal im Ernst – wieso soll man den Prognosen unbedingt die Speerspitze sein? Zeig mir doch erstmal die Millionen Besucher meiner Website mit mobilen Clients. Dann kann ich immer noch handeln. Meine Websites sind auf Webspace gespeichert, nicht in Stein gemeißelt…

Ein anderer Fall zeigt sich schon heute da, wo die Website nicht eine Art virtueller Visitenkarte ist, sondern etwa ein Shop oder andere Art des direkten Verkaufens dahinter steckt. Hier empfiehlt sich möglicherweise zwar auch nicht unbedingt ein responsives Design, aber in jedem Falle eine angepasste Variante für mobile Clients. Denn hier geht es darum, den Vorgang des Kaufens möglichst gut zu unterstützen. Schon im nicht-responsiven Webdesign gibt es dazu haufenweise Literatur, auf mobilen Clients potenzieren sich die Probleme naheliegenderweise.

Dennoch: Wäre ich ein Shopbetreiber, so würde ich vermutlich am ehesten auf eine App setzen. Denn da ist die User Experience am besten zu kontrollieren und ich würde meine Konversionsziele vermutlich so am wirksamsten erreichen.

Was haben wir noch? Nehmen wir eine Fotografen-Website. Ist der Fotograf daran interessiert, sein Portfolio möglichst umfassend zu präsentieren, also auch für mobile Clients zugänglich zu machen, so wird er in der Tat mit einem responsiven Design gut bedient werden können. Gerade Portfolios lassen sich außerordentlich gut, auch im Sinne von mit relativ wenig Zusatzaufwand, responsiv umsetzen. So wie dem Fotografen geht es auch dem Designer, Architekten, Illustratoren, Entwickler etc.

Anders sieht es wieder aus, wenn ich ein Onlinemagazin betreibe und dazu womöglich noch eines, das sich aus Werbung finanziert. Natürlich lässt sich ein dermaßen inhaltsfokussierter Auftritt ordentlich responsiv umsetzen. Die Frage ist da eher, ob man das wollen können kann.

Die Erfahrung aus etlichen Projekten zeigt, dass responsive Websites etwa die doppelte Zahl an Seitenaufrufen brauchen, um die gleiche Zahl an Werbeauslieferungen zu generieren. Oder einfacher ausgedrückt: Der Besucher mit einem mobilen Client bringt mir nur halb so viele Werbeeinnahmen wie ein Desktop-Besucher. Aber das gilt nur – und das ist entscheidend – wenn ich ein responsives Design einsetze. Ist da noch jemand überrascht, dass Flipboards Modell auf rege Nachfrage, auch und gerade bei den Content-Publishern stößt?

Was mir in der Debatte sauer aufstößt, ist, dass die Betrachtung stets nur aus der Sicht des Users, des Konsumenten geführt wird. Die Sicht des Inhalteanbieters, seine Ziele, sowohl die kommunikativen, wie auch die wirtschaftlichen, sind jedoch zunächst für ihn, der die Rechnung des Webdesigners bezahlen soll, weit wichtiger. Und ideologische Grundsatzfragen, die sich mit technischen Machbarkeiten oder wünschenswerten Idealvorstellungen befassen, sind da nur dann von Bedeutung, wenn sie mit eben diesen Zielen einigermaßen konform gehen, was zumeist nicht der Fall sein wird, aber natürlich ausnahmsweise doch kann.

Das wiederum ist eine grundsätzliche Wahrheit, die sich allerdings in unserer Branche weit weniger dramatisch auswirkt als in anderen Lebensbereichen, in denen gleiches gilt. Biologischer Landbau und Viehzucht, der Verzicht auf Massentierhaltung, das 3-Liter-Auto, regenerative Energien, weichmacherfreie Babyflaschen und Spielzeuge und etliche wunde Punkte mehr – alles möglich und teils vorhanden, aber dennoch nicht Standard.

Und wir Gebrauchskunstschaffende werden zum Tier, wenn einer seine Meinung zu responsivem Webdesign sagt? Das ist nicht gerechtfertigt und erinnert mich an die spontane FDP-Grillparty als Protest gegen den Veggie-Day, während die gleiche Partei in Sachen PRISM weit weniger demonstrationsbereit auftrat…

Von Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

47 Antworten auf „Der responsive Webdesign-Schrott oder die Rückkehr Blogdorfs“

als gestalter mache ich mir schon seit längerem gedanken zu responsive-design ja oder nein. ich bin eher auf der nein-seite. 1. unnötiger mehraufwand. 2. weniger kontrolle. ganz, ganz oft sehe ich gravierende fehler in der darstellung der website auf verschiedenen endgeräten. auch stellen verschiedene browser inhalte anders dar. nun kann man sagen, da mangle es an technischem know-how und es wäre schon möglich wenn… nur leider ist es ganz offensichtlich nicht möglich, denn ich sehe die fehler am laufmeter.

ich bin da eher der der seinen kunden rät eine website zu machen die zuallererst auf mobile geräte ausgelegt ist, und am grossen screen hochskaliert wird. als befürworter von grosszügigen designs sehen die seiten am bildschirm nämlich recht sexy aus. ich denke das wird auch eher die zukunft sein. erstens werden die mobilen geräte ständig grösser, zweitens werden auch die kunden irgendwann merken, dass responsive meist nur mehr kostet aber nicht wirklich mehr bringt.

Ich bin der Meinung, dass heutezutage das responsive Webdesign wichtiger, denn je ist. Die Problematik besteht (meiner Ansicht nach) darin, dass sich viele Nutzer mobiler Endgeräte eigentlich nicht die Arbeit machen, den Text einer „normalen“ Webseite „auseinander zu ziehen“. Wenn die Seite zu klein angezeigt wird, wird sie einfach wieder verlassen.

Dem kann ich mich nur anschließen.

Ich persönlich finde (mit Ausnahme von Onlineshops) auch eigentlich gar nicht, dass es viel aufwändiger ist ein Responsive Webdesign zu erstellen. Wenn man sich angewöhnt hat mit relativen Werten zu arbeiten, sind doch auch die paar Media Queries schnell umgesetzt.

Mich interessiert, woran Sie es festmachen, dass Herr Voelcker einen Diskurs zu RWD anregen wollte? Ich kann das einfach nicht erkennen. Denn nicht nur die Überschrift ist eine Provokation, sondern der gesamte Beitrag ist eine: Formulierungen, „Beweisführung“, Fehler, dürftige Argumentation, einseitig, Stil. Der Beitrag ist eine Aneinandereiung von (angeblichen) Nachteilen von RWD im Vergleich zu seperaten mobilen Webseiten, die durchweg positiv bewertet werden. Das sich bei diesem undifferenzierten Scheiß (hoffentlich fällt das unter die Meinungsfreiheit ;) ) viele provoziert fühlen, sollte für Sie und auch die Redaktion von mobil-zeitgeits jetzt nicht so überraschend sein. Das Verhalten einiger Kommentatoren ist ob des Umfangs der Provokation zwar nicht entschuldbar, aber nachvollziehbar.

Der 2. Teil Ihres Artikels kann man nur zustimmen – nicht für jede Webseite ist RWD sinnvoll. Es hat aber nichts mit dem Beitrag von Herrn Voelcker zu tun. Inhaltlich geht es nämlich ausschließlich um den „Vergleich“ RWD – seperate Webseite.

Hmm, es geht doch nicht um Meinngsfreiheit. Die gibt es natürlich; die Reaktionen auf den Artikel sind sicher kein Beweis mangelnder Meinungsfreiheit, vielmehr zeigt sich wenig überraschend, dass ein provokativer Artikel, der ein bestimmtes Vokabular vorgibt (Schrottt) auf heftigen Widerspruch stößt. Das ist nicht Immer sachlich, weder im Netz noch außerhalb.

Im Übrigen: Natürlich wird die Diskussion aus Sicht des Users geführt, warum denn auch nicht? RWD ist in der Hauptsache eine technische Antwort auf das Nutzerverhalten. Was stößt da denn bitte sauer auf?

Was Sie meinen ist nicht Meinungsfreiheit sondern Meinungstoleranz. Der Respekt vor der Meinung eines anderen ist etwas was andere als Meinungsfreiheit.

Das gehört für mich unteilbar dazu. Jeder darf meinen, was er will. Das respektiere ich, mache es mir dadurch natürlich noch lange nicht zu eigen. So, wie es das obige Voltaire-Zitat auch impliziert.

Ich habe den Originalartikel von Voelker gelesen und mir sind dessen Ungereimtheiten ebenfalls aufgefallen.

Ich hatte mir beim Lesen überlegt, einen Kommentar zu schreiben, um einen Teil seiner Fehler zu korrigieren oder zu relativieren. Logischerweise habe ich vorher deshalb einen großen Teil der vorhandenen Kommentare unter dem Artikel gelesen. Danach war ich angewidert und abgestoßen von dem Ton der dort in vielen Kommentaren vorherrscht. Bei allem Widerspruch, den ich gegen die Thesen von Voelker hatte und noch immer habe: damit möchte ich mich nicht gemein machen, und deshalb habe ich nichts geschrieben.

Mittlerweile stößt mich das Bashing und Mobbing dermaßen ab, dass ich nicht mehr bereit bin, weitere Kritik an seinem Artikel – die ich eigentlich teile – überhaupt zu lesen, geschweige denn, mich selbst daran zu beteiligen. Und ja, auch als Web-Programmierer, der regelmäßig responsive Seiten erstellt, sehe ich die Vorteile einer App bzw. von speziell für das Smartphone erstellen Seiten, z. B. in Form einer Web-App. Welchen unschlagbaren Vorteil hat eine App gegenüber einer Webseite? Man muss nur die reinen Daten laden, das Design ist schon da.

Diesen Artikel hier finde ich sehr zutreffend, ich schließe mich seiner Aussage an.

@Malte: ich weiß mittlerweile nicht mehr so genau, wer eigentlich der Troll ist. In den Kommentaren unter Voelkers Artikel finden sich mindestens 10, mit deren Autoren ich definitiv nicht näher Bekanntschaft schließen möchte. Mit Voelker kann man wahrscheinlich ganz gut ein Bierchen trinken, auch wenn ich keine responsive Seite bei ihm in Auftrag geben würde.

Bei „Wäre ich ein Shopbetreiber, so würde ich vermutlich am ehesten auf eine App setzen“ musste ich aufhören zu lesen. Welcher Prozess bewegt einen Besucher wohl eher zum Kauf eines Produkts?

Versuch 1:
1. Seite aufrufen
2. Produkt aussuchen
3. Auf „Kaufen“ klicken
4. Zahlungsdaten etc.

Versuch 2:
1. Seite aufrufen
2. „Installieren Sie doch unsere App!“
3. App-Store öffnen, App installieren, Passwort eingeben
4. App öfnnen
5. Produkt (aus)suchen (womöglich sieht die App ganz anders aus, als die gewohnte Webseite)
6. Auf „Kaufen“ klicken
7 …

na?

Amazon macht es beispielsweise ganz richtig. Auf einem Smartphone oder Tablet stehen sofort alle üblichen Funktionen zur Verfügung, ohne dass ich mich als Kunde um die technischen Probleme des Entwicklers kümmern muss. Das sind nämlich die Probleme des Entwicklers. Ich will als Besucher einfach nur Spaß daran haben zu surfen, ohne darüber nachzudenken, wie genau die Seite umgesetzt wurde.

Deutlich verkürzt in Versuch 1, schön elaboriert in Versuch 2. Beim einen die Probleme weglassen, beim anderen noch welche hinzuvermuten. Das funktioniert vielleicht bei echten Ahnungslosen, aber wir sind uns doch sicher beide einig, dass wir uns auf diesem Niveau nicht treffen wollen.

Lieber Peter, ich bin doch sehr erschüttert über diese Antwort. Das Niveau des Kommentars war exakt das Richtige. Denn der Kommentar zeigt die Realität. Und dies aus der Sicht des Users und auf den kommt es an, denn für den wird der ganze Zinnober gemacht.

Apps sind im Normalfall ein Marketinggag. Niemand benötigt eine App, um das TV-Programm darzustellen. Das ist Unfug.

Wenn ich als User auf eine Seite gehe und dort gleich mit dem Hinweis auf eine App begrüßt werde, stört mich das. Insbesondere, wenn der Inhalt der App eine solche nicht erforderlich macht. Anstatt nur eine Seite aufzurufen, die passend gerendert wird, muss ich in den App-Store wechseln, die App suchen, installieren und dann am Besten noch einen Account erstellen. Das dauert alles und ist im Normalfall unnötig.

Natürlich ist eine responsive Webseite nicht ohne zusätzlichen Aufwand zu haben, aber der ist geringer, als eine App für alle drei relevanten Betriebssysteme zu erstellen und zu pflegen. Hinzu kommen die Prüfzeiten in den Appstores.

Für den Nutzer ist es einfacher, alles im Web zu erreichen. Und am Ende machen wir die Seiten/Apps für die Nutzer, nicht für unser Portfolio oder unseren Kunden.

Die „Seite“ ist einfach untauglich als Charakterisierung dessen, was ein Webauftritt sein kann. Zudem ist es nicht zwingend, dass eine „Seite“ einen mit der Aufforderung konfrontiert, eine App zu installieren. Richtig ist natürlich, dass es für ein TV-Programm nicht einer App bedarf. Die Diskussion ist viel zu diffus.

Was für/bei Amazon richtig ist, muss nicht für andere auch gelten. Die immense Bandbreite der Betreiber/Besucher lässt viele (für wen auch immer) gute Lösungen zu.

Die Originaldebatte habe ich nicht gelesen, darum will ich mir kein Urteil über den Tonfall erlauben – das im Netz getrollt wird, ist aber sicher nichts neues, wenngleich unschön.

Ich stoße mich jedoch bei der Lektüre dieses Artikels und den Kommentaren darunter an zwei Dingen:

„Was mir in der Debatte sauer aufstößt, ist, dass die Betrachtung stets nur aus der Sicht des Users, des Konsumenten geführt wird. Die Sicht des Inhalteanbieters, seine Ziele, sowohl die kommunikativen, wie auch die wirtschaftlichen, sind jedoch zunächst für ihn, der die Rechnung des Webdesigners bezahlen soll, weit wichtiger.“

Diese Aussage krankt daran, daß kein Inhalteanbieter seine kommunikativen oder wirtschaftlichen Ziele erreichen können wird, wenn er versucht, diese über die Bedürfnisse des Konsumenten zu stellen. Letztlich sind die Ziele des Anbieters vom Wohlwollen des Konsumenten abhängig – und dieser wird sich wohl kaum äußern, wenn er sich von dem Angebot nicht gut bedient fühlt.

Gerade neulich erst hatte ich die Situation, daß ich unterwegs schnell nach den Öffnungszeiten für den hiesigen Babymarkt suchen wollte, um zu schauen, ob wir es vorher noch schnell zur Flughafenapotheke schaffen würden oder lieber den umgekehrten Weg gehen. Die Website vom Babymarkt war auf Mobilgeräte nicht ausgelegt und alleine schon die schiere Anzahl der HTTP-Requests und die Größe des herunterzuladenden Contents haben mein Telefon so zum Ächzen gebracht (von der für Touch-Bedienung nicht ausgelegten Darstellung mal abgesehen und der Schwierigkeit, erstmal heranzoomen und herumsuchen zu müssen, um die Bedienelemente zu finden), daß wir zu dem Zeitpunkt, als ich die Öffnungszeiten herausgefunden hatte, schon fast beim Flughafen waren und die Frage sich somit dann auch erledigt hatte.

Und nein, ganz bestimmt werde ich nicht mal eben für jedes Angebot, das mich spontan interessiert, eine App installieren (so denn überhaupt eine vorhanden ist).

Zum Anderen teile ich nicht die Ansicht, responsives Webdesign wäre teurer oder gar vermeidbar. Selbst wenn ich mobile Endgeräte gänzlich außer Acht lasse und mir nur den Desktop anschaue, sehe ich eine riesige Menge an möglichen Auflösungen und Formfaktoren – da kann ich mich also entscheiden, ob ich pixelgenau für den kleinsten gemeinsamen Nenner, sagen wir einen alten 17″ Monitor im Format 4:3 und einer Auflösung von 1280×1024 entwickele (was auf einem 27″-Boliden mit 1920er oder gar >2k Auflösung dann etwa aussieht wie eine Briefmarke in der Bildschirmmitte), oder ob ich Menschen mit deralt alter Displayhardware zumuten möchte, etwig zu scrollen oder gar eine Zoomstufe kleiner zu stellen, um die ganze Pracht meines genialen Webdesigns wirken lassen zu können.

Mit anderen Worten: Auch auf dem Desktop muß man heute responsive sein.

Und wer glaubt, verschiedene Versionen des Layouts für unterschiedliche Formfaktoren wären günstiger als ein einziges responsives Design, der darf mir das gerne mal vorrechnen. Ich bin gespannt!

Mit einer nativen App wird es dann gänzlich unwirtschaftlich, denn die muß ich, um eine brauchbare Marktabdeckung zu haben, ja auch noch für iOS und Android jeweils einmal von Null an entwickeln. Will man auch für Microsoft’s Surface-Tablets oder auch Desktop-Apps für die Metro-Oberfläche von Windows 8 haben, ist man ohnehin schon wieder mit HTML dabei. Dann könnte man also auch gleich Phonegap schnappen und eine Cross-Platform-App schreiben, damit man mit einer einzelnen App alle Mobilplattformen abdeckt. Aber dann hat man natürlich wieder viele Formfaktoren und braucht was…? Richtig: Ein responsives Design.

Es geht kein Weg daran vorbei, da kann man sich winden, wie man möchte.

Okay, das Beispiel mit dem Babymarkt nehmen wir mal auf. Jetzt bist du also nicht zu diesem Markt gegangen, weil dessen Website auf deine speziellen zeitkritischen Anforderungen nicht angemessen reagiert hat. Wie hoch würdest du den für den Babymarkt durch diesen und ähnliche Vorfälle entstehenden wirtschaftlichen Schaden schätzen? Aber schön ehrlich bleiben!

Keine Ahnung, aber ganz sicher mehr, als ein von Anfang an geplantes responsives Design extra gekostet hätte. Hätte es nämlich genau nichts, wenn man es richtig macht :-)

Das könnte der Baby-Markt ganz anders empfinden. Der normale Kunde hat auch gelernt, dass man besser nicht auf jede Design-Sau aufspringt, die gerade mal wieder durch’s Dorf getrieben wird.

„Diese Aussage krankt daran, daß kein Inhalteanbieter seine kommunikativen oder wirtschaftlichen Ziele erreichen können wird, wenn er versucht, diese über die Bedürfnisse des Konsumenten zu stellen.“

Das mag schon sein, nur: Meine Rechnung bezahlt der Inhalteanbieter. Wenn er sich nicht bekehren lässt (bin kein Missionar, muss meinen Lebensunterhalten verdienen), dann eben nicht. Wenn er wegen einer – aus eigenem Verschulden – falsch konzipierten Website pleite geht (kommt nicht sooo oft vor), dann habe ich wenigstens einmal daran verdient … ;-)

Wenn der Kunde beratungsresistent ist, ist das sein Problem. Das stellt mich als Dienstleister aber nicht von der Pflicht frei, anständig zu beraten. Dann habe ich wenigstens nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und wenn er mich ignoriert ist das Ergebnis sein Problem.

Wobei ich mir bei solchen Sachen auch vorbehalte, dann einfach auch Aufträge abzulehnen, wenn ein Scheitern vorhersehbar ist. Ich habe lieber Erfolgsgeschichten und zufriedene Kunden, die mich auch weiter empfehlen :-)

Leider entscheidest Du Dich nicht, ob Du über die Form oder den Inhalt des Diskurses schreiben willst. So gibt es einen inhaltlichen Bruch. Dass der Tonfall als herablassend interpretiert werden kann, ist klar. Allerdings hat der Autor einen aggressiven Ton schon vorgegeben. Er wollte auch nicht einfach provozieren, er wollte sich auskotzen.
Es ist deshalb in meinen Augen nicht verwunderlich, dass angesichts des aggressiven Ton von Voelcker und seiner offensichtlichen Ahnungslosigkeit in den meisten Aspekten seines Textes, die Kommentatoren mit Hohn und Spott reagierten. Mehr sehe ich in den Reaktionen nicht. Der Artikel selber ist im Ton wesentlich aggressiver, als die Kommentare es sind.

Marc Hinse hat sich die Mühe gemacht, die einzelnen Argumente zu entkräften. Sein Ton ist sarkastisch, manchmal polemisch. Damit spiegelt er aber den Ton des Autors wider. Man kann es trotzdem anders machen.

Ich verstehe Deine Einwände gegen den Umgangston im Netz. Die Kommentare zu diesem Artikel sind kein gutes Beispiel dafür. Foren sind dafür geeigneter. Es ist zudem keine neues Phänomen und es wird leider nicht besser.

Aber eigentlich geht es Dir doch sicher darum, Voelckers Klage in irgendeiner Form zu retten. Das zeigst Du im zweiten Teil Deines Artikels. Und Du machst einen ähnlichen Fehler, wie Voelcker. RWD ist nichts anderes als ein konzeptioneller Ansatz sowie eine Sammlung von Techniken, um die inhärente Flexibilität des Netzes beizubehalten, ohne auf Layout und Gestaltung verzichten zu müssen.

Niemand muss sich diesen Ansatz zu eigen machen. Aber es ist angeraten, weil unser Konsumverhalten sich in Richtung mehrerer Endgeräte verändert. Und wer schon einmal versucht hat, auf einem Smartphone die Formulare bei der Bahn oder bei Amazon auszufüllen, der weiss, dass es besser wäre, das Design würde auf den geringen Platz und das Touchinterface Rücksicht nehmen.

Nun kannst Du entscheiden, dass Du keine Rücksicht nehmen willst. Wenn Du ein kleiner Sportverein oder ein Kreativkreis bist, dann ist das auch okay. Wenn Du Geld verdienen willst, dann ist es Dein gutes Recht, aber es ist gewagt.

Wenn Du drauf reagieren willst, dann stellt sich die Frage der Umsetzung. Für die meisten Seiten reicht eine responsive Seite vollkommen, für andere mag eine separate mobile Seite oder gar eine App besser sein. Das muss man durchdenken.

Und nun stellt sich ein App-Entwickler namens Voelcker hin und verdammt RWD? Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Der ganze Text zeigt, dass der Autor weder den Sinn noch die Teilaspekte der Sache begriffen hat. Er scheint nur Angst zu haben, dass ihm die Felle davonschwimmen. Und als Clou beweist er das mit einer Studie, die gar nicht RWD zum Thema hat. Er lügt sich da seine Interpretation rein.

Und da soll ein seriöser Webentwickler ruhig bleiben? Ich verstehe, wenn da die Kollegen mit Hohn und Spott reagieren. Ich habe es in meinem eigenen Blog in meinem Beitrag anders gelöst. Ein Beitrag übrigens, den ich „mobile zeitgeist“ anbot, der aber nicht genommen wurde. Eine echte Diskussion scheint nicht gewünscht zu sein.

Hallo Jens!

Ich finde responsives Webdesign große Klasse. Ganz im Ernst. Und meine Zielsetzung ist es gewiss nicht, irgendwen zu „retten“. Ich finde aber auch Ferraris Klasse oder – weil ich gerade sooo kurz vor dem Kauf stand – den Porsche Cayenne. Ich musste jedoch erkennen, dass das Auto für meinen Bedarf überdimensioniert, an manchen Stellen sogar untervoluminös, also zu gut und zu schlecht zugleich war. Es gibt kein Produkt, das für jeden Anwendungsfall gleichermaßen gut geeignet ist und immer passt wie der deutsche Durchschnittshintern auf den EU-normierten Klodeckel. So wie ich Voelcker lese, ist das auch Kern seines Beitrags – berechtigte Kritik daran gibt es natürlich.

Die Natur eines Diskurses ist ja gerade der Diskurs, der aus dem Konsens resultiert, dass man selten der gleichen Meinung ist. Du bist in deinem Blogbeitrag weitgehend sachlich an die Angelegenheit rangegangen. So sollte das laufen. Und da kann man sich natürlich inhaltlich fetzen, keine Frage. Persönliche Angriffe jedoch sind überflüssig und zwar komplett überflüssig. Das braucht kein Mensch, das bringt nichts nach vorne und hilft weder dem Thema noch der eigenen Gesundheit.

Ich bin auch nicht der Auffassung, dass es zum Thema RWD eine einzige richtige Einstellung gibt, also ein klares Ja oder Nein. Vielmehr hängt das vom Projekt ab. Und das versuche ich neben der formalen Frage inhaltlich auf den Tisch zu bringen.

Gruß
Dieter

Wenn Du meinen Kommentar und meinen Blogbeitrag liest wirst Du feststellen, dass auch ich nicht jedem eine RWD-Seite angedeihen lassen will.

Wir sind uns aber doch hoffentlich einig, dass die Zielgruppe von mobile-zeitgeist nicht kleine Vereine sind, sondern Firmen und professionelle Entwickler, oder? Für die darf ich schon anders argumentieren.

Es geht auch nicht um Normen. Es geht um die Erkenntnis, dass das Web eigentlich sehr anpassungsfähig ist und wir mittlerweile eine Vielfalt von Endgeräten haben, die diese Flexibilität zu nutzen wissen. Wer sich dem nicht öffnen möchte, kann auch die Vorteile nicht nutzen und verprellt potentielle Nutzer. So einfach ist das. Und jeder kann für sich entscheiden, dass das okay ist.

Ich erwarte von Artikeln für professionelle Leserschaften ein gewisses Niveau. Das war hier nicht ansatzweise gegeben, weder inhaltlich noch in Tonalität. Deshalb finde ich jeden Versuch, in diesem verunglückten Rant etwas Positives zu entdecken traurig und fehlgeleitet.

Wir können uns gerne darüber austauschen, dass nicht jede Seite responsiv sein muss. Gebe ich Dir recht und damit ende. Aber es ist in meinen Augen ein Fehler so zu tun, als sei das Thema nur ein Buzzword, ohne jeglichen Hintergrund. Zumal der Autor mit jedem Absatz beweist, dass er weder weiss, wovon er spricht, noch Belege für seine These findet.

In meinen Augen gibt es für alles in unserem Gewerbe eine einzige richtige Antwort: jeder Ansatz hat Vor- und Nachteile. Es ist die Aufgabe der am Projekt beteiligten, diese abzuwägen und sich für eine ihnen angenehme Methode zu entscheiden. Es gibt nicht „die Wahrheit“, aber man muss einfach abwägen. Dafür muss man informiert sein und kritisch abwägen. Artikel in Fachzeitschriften können dabei hilfreich sein. Leider sind der von Voelcker, aber auch Deiner dabei keine grosse Hilfe.

Nur dummerweise können das Fachfremde nicht einschätzen. Und deshalb kann es sein, dass ein paar Marketingfuzzis Voelckers Erguss lesen und ihn für bare Münze nehmen. Das ist schlecht. Deshalb reagieren viele meiner Kollegen so allergisch auf uninformierte Rants und deshalb habe ich eine lange Antwort geschrieben, die mobile-zeitgeist leider nicht veröffentlichen wollte. Und deshalb kommentiere ich hier.

Schon ein paar weitere Stimmen haben hier darauf hingewiesen, dass der Diskurs insofern insgesamt etwas praxisfremd ist, als er sich mit einem Thema befasst, das in der breiten Mehrheit der potenziellen Kunden auf Jahre hinaus kaum eine Rolle spielen wird. Wir sind als Entwickler, zumal als solche, die an der Spitze der Trends mitschwimmen, einfach gedanklich viel weiter als wir realistischerweise sein müssten. Ähnlich wie dir ein Autoentwickler die Vorzüge der modernen Motorentechnik schmackhaft machen kann, dabei wohl wissend, dass diese Technik in der Breite frühestens in 10 Jahren ankommen wird, wenn überhaupt.

Anders als du sehe ich indes bei jedem Projekt den Kunden als wichtigsten Angelpunkt. Ich versuche natürlich, die Interessen des Nutzers zu vertreten, habe aber großes Verständnis dafür, wenn die Prioritätensetzung des Kunden anders aussieht. Ich kenne übrigens mehr Menschen in meinem privaten Umfeld, die KEIN Smartphone besitzen. Dies nur nochmal als kleine Einordnung…

ich sehe eher jemand der sich ernsthaft angegriffen fühlt und Angst hat, seine responsive Desings niemandem mehr andrehen zu können. Und das gerade in der Hochzeit der RWD, doch nun eine kritische Stimme, die muss schleunigst unterdrückt werden.

Wer duldet das andere Menschen beleidigt werden, oder sie selbst beleidigt, sollte schleunigst über seine Einstellung nachdenken, egal wie schlecht der Artikel ist oder nicht, sollte man doch gerade dann zeigen, das man besser ist…

Warum sollten sie auch eine Hilfe sein den Umsatz von jemand anderem zu steigern, lieber gehe ich an die Sache wie Herr Petereit heran, dass ist das einzig richtige….

Apple gleicht doch sehr RWD, mit beides hatte einen Hype und mit beidem kann man prima Geld verdienen…

An dieser Stelle sollte gesagt werden, das „Apple“ nicht nur ein „Hype“ war. Falls Sie sich erinnern können hat tatsächlich Steve Jobs das Smartphone und das Tablet überhaupt erst Massenfähig gemacht und damit eine kleine Revolution ausgelöst, die nun eben auch responsive Webdesign zur Folge hat. Und beides, sowohl Smartphone als auch RWD wird ganz sicher nicht wie bei einem Hype plötzlich wieder verschwinden („Apple“ als Konzern vielleicht, das Smartphone bzw. Tablet als Konzept aber definitiv nicht) bzw erst dann wenn ein neuer „Steve Jobs“ daherkommt und kp vielleicht Hologrammsteuerung marktfähig macht, und das dann veraltete Konzept nach und nach verdrängt… ;-)

Wir haben auch die selben Erfahrungen in den letzten Jahren sammeln können. Mit „Responsive Design“ ist der selbe Hype ausgebrochen wie mit „Cloud“. Jeder muss eins haben. Wobei der Nutzen erst immer dann erörtert wird, wenn du als Auftraggeber dein 8-Seiten-Angebot ausgearbeitet hast (trotz Bietergespräch u.ä.). Und der Nutzen steht meist nie in Relation zum Aufwand.

Häufig ist es für den Kunden ökonomischer, eine einheitliche Desktop und von der Benutzerführung leicht angepasste Tablet-Version umzusetzen. Daneben eine einfache Variante für gängige Smartphones. Die Anwendung beim Smartphone steht immer etwas außen vor und muss auch nicht unbedingt alle Informationen eines Auftritts beinhalten. Dann ist der Aufwand gefühlt 20% höher und alle Anwendungen sind gut abgedeckt. Zumal vorab immer geprüft werden kann, wie viel Prozent der Besucher mobil unterwegs sind. Bei einem Online-Reiseportal sind es z.B. erstaunliche 35%, was man voraussichtlich nicht vermuten würden. Hier macht dann auch Sinn, mehr zu investieren.

Mir kratzt der Diskurs etwas zu sehr an der Oberfläche. Einige Argumente (wie SEO) werden ausgelassen.. Sicher ist Responsive etwas „Ideales“, dass nicht für jeden Pflicht sein muss, aber waren wir nicht immer schon bestrebt, dass „Produkt“ (in diesem Fall die Webseite) so „gut“ wie möglich zu erstellen, auch wenn es mal etwas mehr Arbeit machte…(und damit etwas mehr kostete)!? Es hat etwas mit Anspruch zu tun, je nachdem WO jmd. hin will.. Und ohnehin begründen die meisten Menschen je nach ihrem, nicht alle haben aber den Selben bzw. die selben Ziele.. Ich finde es gut, mal aus Sicht der Agenturen zu schreiben, im Marketing komme ich aber leider nicht sehr weit, wenn ich nur „von mir aus denke“..

Ein schöner Beitrag. Schade nur, dass dem Herrn Voelcker hierdurch genau die Aufmerksamkeit zuteil wird, die er mit deinem Artikel provozieren wollte.

*Don’t feed the Trolls ;)

Das Problem das ich mitlerweile auch erkannt habe bei mir selber ist, dass ich viel zu sehr Technikfreak bin und in vielen Blogs die ich lese immer nur von den neusten Technologien geschrieben wird.
Das führt dazu das ich eigentlich Lichtjahre vorraus bin, wie womöglich andere auch. Aber Firmen usw Kunden von mir haben ja meist noch nicht mal Facebook entdeckt.
Deswegen finde ich es wichtig, wie oben schon erwähnt, nicht jedem Klempner ein responsive Weblayout zu verkaufen, wo es doch garnicht wirklich gebraucht wird.

Danke Herr Petereit, für diesen tollen Artikel. Auch ich, als Gründerin und sozusagen „Hausherrin“ auf mobile zeitgeist, war bestürzt, mit welcher Respektlosigkeit und Kaltschnäuzigkeit von so vielen Kommentatoren eine reine Hatz auf eine Person, deren Meinung man nicht teilt, veranstaltet wurde. Wenn die Herrschaften mit ihrer Familie, ihren Eltern, ihren Freunden, Chefs und Kollegen ebenso umgehen, dann möchte ich ihnen im analogen Leben nicht begegnen.

Überrascht hat mich, dass Responsive Webdesign als Thema so dogmatisch und verbohrt betrachtet wird. Responsive Webdesign ist wohl das neue Apple. ;)

Vielen Dank auch dafür, dass Sie die Sicht des Seitenbetreibers beschreiben, denn diese wird tatsächlich oftmals stark vernachlässigt. Auch wir geloben hier Besserung.

Wir werden auf mobile zeitgeist sicher noch öfter das Thema RWD aufgreifen und kritische Blicke darauf werfen. Das lassen wir uns von diesem aggressiven Kindergarten nicht nehmen. Ganz im Gegenteil ;-)

Hallo Frau Scholz,

die meisten Kommentare mögen respektlos gewesen sein, doch der Autor gab schon einen aggressiven Ton vor. Und angesichts seiner fast kompletten Ahnungslosigkeit kann man ihm für diesen Artikel auch keinen Respekt entgegenbringen.

Es wundert mich, dass Sie weitere Artikel zum Thema ankündigen. Ich hatte Ihnen meine Replik geschickt. Sie lehnten diese ab mit dem Hinweis dass er „inhaltlich nicht zur derzeitigen fachlichen Diskussion“ passe. Sie wollten wohl eher sagen, dass Sie Widerspruch zu Ihren Artikeln nicht veröffentlichen wollen. Das ist bedauerlich.

Ich weiss auch nicht, wie Sie darauf kommen, die Kommentatoren würden RWD dogmatisch betrachten. Dogmatisch war eher Herr Voelcker, der jeglichen Gedanken an die Anpassungsfähigkeiten von Webseiten als Unsinn verworfen hat. Ein Ewiggestriger, der offenbar sein Geld nicht mit dem Web, sondern mit Apps macht.

Ich denke, Sie sollten bei Ihrer Seite einfach bei den Sachen bleiben, von denen Ihre Autoren etwas verstehen, also Handys und Apps. Das ist ja auch schon was.

Schön gesagt, Jens!

Und einen Sven Wolfermann oder Peter Kröner als „aggressiven Kindergarten“ zu bezeichnen, empfinde ich persönlich als weitaus respektloser als die Aussagen so mancher Kommentatoren…

Hallo Herr Grochtdreis,

ich bedaure, dass es Ihnen offensichtlich so nahe gegangen ist, dass wir Ihren Artikel nicht bei uns veröffentlichen wollten – da Sie nicht müde werden, darauf öffentlich hinzuweisen, ziehe ich diesen Schluss, der eine reine Aussensicht ist und falsch sein mag. Ich werde unsere Gründe nicht öffentlich mit Ihnen diskutieren, aber ich würde Sie bitten zu respektieren, dass dies allein unsere Entscheidung ist, was auf unseren Seiten erscheint. Jeder hat das gute Recht, zu unserer Auswahl eine ganz eigene Meinung zu haben, hier stellen wir uns niemals dagegen; so wie wir es in der bisherigen Diskussion auch nicht getan haben.

Wir haben schon vorher über RWD berichtet/geschrieben/polemisiert und werden es auch nach diesem Artikel, der für so viel Aufregung gesorgt hat, tun.

Vielleicht können wir uns ja einmal in aller Ruhe über die Hoheit des Herausgebers über das, was auf den eigenen Seiten geschieht, unterhalten. Das würde mich sehr freuen. Mit diesem Diskurs möchte ich aber die Diskussion hier zum Artikel von Herrn Petereit nicht in eine thematisch abweichende Richtung treiben.

Klingt wie jemand der nur stänkert weil sein Artikel nicht angenommen wurde.
Ein typischer Fall von beleidigter Leberwurst mit Trotzreaktion.
Bedauerlich ist, das man es nötig hat seine Ablehnung bei anderen Blogs in den Kommentaren zu schreiben….

konstruktive Kritik ja bitte!
Aber etwas als „Schrott“ zu bezeichnen durch vorgeschobene Argumente und einer 1 Bit selektiven Wahrnehmungsrealität zeugt nicht gerade von geistiger Reife…

Die ganze Diskussion basiert auf einem groben Denkfehler (leider keine Ausnahme bei Designern, die zwar designen können, aber nicht unbedingt logisch denken): Die Gestaltung von Webseiten war schon immer abhängig von den sog. „viewports“ – erst 15, dann 17, dann 19 Zoll Monitore, Dreamweaver hat schließlich sein Tabellenkonzept (berechtigter- aber vor allem: notwendigerweise!) völlig über Bord geworfen. Das Layouten ist und war immer abhängig von physikalischen Größen, eine grenzenlose „Freiheit des Gestaltens“ existiert nur im Schlaraffenland. Mit scheint es so, dass die „Angst“ vor dem „Response Design“ (Mensch, ist doch nur 1 Begriff!!!) hauptsächlich darin begründet liegt, dass dem Designer etwas das Wasser abgegraben wird und er abhängiger wird von Technologien, die er naturgemäß nicht versteht. Aber davon einmal abgesehen, müssen „Responsive“ Webseiten AUCH GESTALTET WERDEN!!! Wo ist also das Problem? Eine Schlagzeile wie „Responsive Design ist Schrott“ verschafft dem Autor viel Aufmerksamkeit. Gut und schön für ihn. Der Schuss geht allerdings nach hinten los, denn er wird die Zuwachsraten von Tablets und smartphones nicht aufhalten können. Die Alternative kann ja wohl nicht der Dorfschuster sein, der alten Websites eine neue Sohle verpasst :) In diesem Sinne

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