Die Online Shop-Studie – Teil 2

Nach der Webdesignerseiten-Studie von vor knapp einem Jahr folgt hier der zweite Streich. Diesmal an der Reihe: Online Shops. Wir wollten wissen wie die Shops dieser Tage ausgestattet sind und welche Features sie nutzen.

Die 50 Shops der Testreihe stammen aus einer Google-Suche nach deutschsprachigen Shops, den beiden Artikeln mit Topdesign-Shops aus der Reihe „Designideen“ und neuen Einträgen bei der Galerie Cart Craze.

Repräsentativ ist das alles wiederum nicht. Nicht alle Verkaufsstellen in Netz können über einen Kamm geschoren werden. Wer Stützstrümpfe für Senioren feilbietet, muss andere Prioritäten setzen als der hippe T-Shirt Store. Hier geht es um allgemeine Aussagen. Um Dinge, die man finden und zählen kann. In Teil 1 interessierte uns die Ausstattung der Shops. Nun im zweiten Teil geht es um Aussagen zu Usability und Design und wir beschäftigen uns mit dem Kunden.

Verfügt ein Shop über mehr als ein paar Dutzend Produkte, braucht er eine Suchfunktion. Besucher erwarten das. Wo wird die Suchbox platziert? Nach wie vor gilt die rechte, obere Seite als Standard, 46% der untersuchten Shops richteten sich danach. Mit immerhin 20% war die linke, obere Seite auch nicht eben unbeliebt. 6% setzen die Suchfunktion oben in die Mitte, 4% bevorzugten die ungewöhnliche Position in der Mitte der linken Seite.

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Mittige Sucbox bei The Ultimate Green Store

Und die Navigation, was bevorzugen Online Shops? Fast jeder zweite verwendet eine horizontale Menüleiste im Kopfbereich der Seite. 24% davon waren Aufklappmenüs.

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Klappnavi bei Baur. Den dicken Rahmen gibt es in verschiedenen Farben

34% der Shops kannten ein Menü auf der linken Seite. Doppelte Navigationen waren dabei keine Seltenheit. In 2 Fällen fanden wir die Navigation rechts.

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Seltenheit: ein illustriertes Menü auf der rechte Seite bei Equip your Trip

Hintergrundbilder sind modern, deshalb verwundert es nicht, dass gleich 38% darauf setzen. Die Auswahl der Motive ist groß.

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Durchaus zeitgemäß: der dezente Streifenhintergrund

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Oder Blumen und Pastelltöne

Flash verwenden 28% der hier untersuchten Websites. Zunehmend werden Galerien auf Basis von Javascript oder AJAX eingesetzt, besonders Karussell-Navigationen.

Kommen wir zum Kundendienst. Wie viele Shops setzen im Zeitalter des Internets auf die gute alte Telefonnummer? Wir haben 34% gefunden. Hier wird die Telefonnummer aktiv kommuniziert und auf der Startseite auch gezeigt. Davon unberührt sind Kontaktseiten oder das Impressum.

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Gute Idee: hier ist die Telefonnummer Teil der Navigation

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Nicht zu übersehen weil über dem Logo

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Telefonhinweis in der Menüleiste

Gelegentlich kann die Kommunikation auch live und direkt erfolgen. 10% unserer Shops verfuhren so. Angeboten wird ein Chat mit einem Kundenberater. So kann der Interessent, ohne viel Aufhebens machen zu müssen, seine Fragen stellen oder Probleme schildern. Es verlangt aber auch Mitarbeiter, die zur Verfügung stehen.

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Mit den Portokosten halten es die Shops ganz unterschiedlich. 30%, so fanden wir, sagen frei heraus, wie die Dinge stehen. Das macht sich natürlich dann am besten, wenn man portofrei oder für eine günstige Pauschale liefert.

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Wenn es gilt, das Vertrauen des Interessenten zu gewinnen, ihn zum Kunden zu machen, dann kommen Siegel ins Spiel. Ihre Vielfalt ist durchaus bemerkenswert. Man bekommt sie vom TÜV, von Vereinen sowie SSL-Zertifikate von Händlern. Wirkliche Aussagekraft haben sie nicht immer, trotzdem setzen 36% der Shops auf sie. Einige Beispiele:

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Ähnlich verhält es sich mit Auszeichnungen. Awards mit denen man seinen virtuelles Geschäft verzieren und loben kann. 10% machten das. Anbieter „Neckermann“ hat sich für seine Trophäen sogar eine eigene Seite eingerichtet. ™

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Von Sven Lennartz

Ex Webdesigner, Gründer von Dr. Web und Smashing Magazine. Heute ist Sven als Schriftsteller und Blogger unterwegs. Schau was er jetzt macht…

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