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weclapp: Angebot und Rechnung schnell erledigt

Wer selbständig ist, sollte Spaß an seiner Arbeit haben. Aber es gibt Dinge, die häufig nur lästige Pflicht sind. Dazu gehört auch das Schreiben von Angeboten und Rechnungen, sowie das Nachverfolgen von Zahlungseingängen, und hin und wieder wohl leider auch das Schreiben von Zahlungserinnerungen und Mahnungen. Das Rechnungsprogramm von weclapp bündelt all dies zu einem übersichtlichen Online-Dienst, der darüber hinaus noch sehr viel mehr kann.

Kunden und Artikel anlegen und Angebote erstellen

Am Anfang steht das Angebot. Mit dem weclapp Rechnungsprogramm ist es ein Leichtes, Angebote zu erstellen und daraus Aufträge zu generieren. Zunächst legst für deine Kunden beziehungsweise Interessenten Kontakte an. Als nächstes werden Artikel im System hinterlegt. Jedem Artikel weist du eine Artikelnummer zu, eine Beschreibung und Preise. Dabei legst du auf Wunsch auch mehrere Preise pro Artikel fest und definierst Zeiten, in denen die Preise gelten. So kannst du Artikel in bestimmten Monaten oder Wochen zu anderen Preisen anbieten als sonst. Auch Rabatte lassen sich direkt dort hinterlegen. Zur Kalkulation deines Gewinnes hinterlegst du optional neben dem Verkaufspreis auch noch die Kosten.

Beim Erstellen eines Angebotes wählst du neben dem (potenziellen) Kunden einfach die Artikel aus, die ins Angebot aufgenommen werden sollen. Die vorgegebenen Preise überschreibst du auf Wunsch einfach. Schnell stellst du dir auf diese Weise Angebote für deine Kunden zusammen. Auch Versandkosten, Zahlungsbedingungen und -ziele hinterlegst du in deinem Angebot.

Einfache und umfangreiche Angebote übersichtlich erstellen

Ein Infofenster informiert dich stets darüber, wie hoch der Angebotswert und deine Kosten sind. Außerdem erhältst du einen Überblick darüber, wie viel Umsatz der Kunde im laufenden und vergangenen Jahr gemacht hat.

Ist das Angebot fertig, wird es ausgedruckt oder direkt per E-Mail an den Kunden geschickt. Hat der Kunde das Angebot angenommen, generierst du per Klick auf eine Schaltfläche einen Auftrag. Gehen Angebote per E-Mail raus, hinterlegst du im System einfach die Zugangsdaten zu einem E-Mail-Postfach, so dass das Angebot über deine eigene E-Mail-Adresse – direkt aus einer Oberfläche heraus – verschickt wird.

Schneller Workflow: Aus Auftrag Rechnung machen und diese nachverfolgen

Ist ein Auftrag erledigt, erstellst du ebenso schnell die Rechnung. Dabei gibt weclapp dir einen Workflow vor, so dass du vom Auftrag bis zur Rechnung nichts vergisst. Dabei werden auch Dinge wie Auftragsbestätigung berücksichtigt. Dabei siehst du jederzeit den Auftragsverlauf und hast immer im Blick, wann das Angebot erstellt wurde, wann du beauftragt wurdest und wann die Rechnung raus ging.

Dank Workflow-Vorgaben wirst du nichts vergessen

Natürlich werden Umsatzsteuern ausgewiesen und auch Rechnungen ins Ausland sind möglich. So kannst du beispielsweise andere Währungen einstellen oder Rechnungen – zum Beispiel für den innereuropäischen Verkehr – ohne Umsatzsteuer ausweisen. Selbst Rechnungen in anderer Sprache sind möglich, indem du einfach die Handelssprache änderst. So schreibst du Rechnungen problemlos etwa in Italienisch. Insgesamt sind neben Deutsch und Englisch vier weitere Handelssprachen möglich.

Du hast Kunden, denen du regelmäßig Rechnungen schickst, weil du einen Dienstvertrag mit ihnen hast? Auch das ist kein Problem mit weclapp. Denn dank wiederkehrender Rechnungen legst du Intervalle fest, zu denen jeweils eine Rechnung generiert werden soll. Damit du das Versenden nicht vergisst, erinnert dich weclapp ans Ausdrucken der Rechnung oder verschickt diese einfach direkt per E-Mail.

Aus Angebot beziehungsweise Auftrag generierte Rechnung

In der Rechnungsübersicht hast du immer im Überblick, welche Rechnungen noch offen und welche bereits bezahlt sind. Natürlich siehst du dort ebenso, wenn es Zeit für eine Zahlungserinnerung oder gar Mahnung ist. Diese erstellst du direkt aus weclapp heraus.

Mit Formulardesigner eigene Vorlagen erstellen

Wie die per weclapp erstellten Angebote und Rechnungen aussehen, entscheidest du selbst. Dank des Formulardesigners legst du unter anderem Farben und Schriften fest und lädst dein Firmenlogo hoch. Auch Abstände und die Ausrichtung einzelner Textbereiche definierst du. Um dein Layout testen zu können, generierst du unter anderem Musterangebote und -rechnungen und prüfst dein Layout ausgiebig.

Vorlagen mit dem Formulardesigner erstellen

Hast du dein Layout einmal festgelegt, wird es für jeglichen Schriftverkehr verwendet und du hast eine Sorge weniger.

DATEV-Schnittstelle für deinen Steuerberater

Neben der Rechnungsstellung gibt es für viele Selbständige noch eine weitere Sache, um die man sich nur ungern kümmert. Das ist die Steuer. Wer einen Steuerberater an seiner Seite hat, kann auf die DATEV-Schnittstelle von weclapp setzen. Dazu gibst du einmalig deine DATEV-Stammdaten wie Mandanten- und Beraternummer ein. Anschließend exportiert das Rechnungsprogramm alle relevanten Daten über die Schnittstelle.

weclapp kann mehr: CRM und Projektverwaltung

Mit dem hier vorgestellten Rechnungsprogramm ist das Angebot von weclapp noch lange nicht erschöpft. Denn zu den Leistungen gehört auch ein Customer-Relationship-Management, welches nicht nur einfach Kunden und Interessenten verwaltet. Vielmehr hast du die Möglichkeit, über das CRM Wettbewerber zu hinterlegen, um diese im Blick zu haben.

Für deine Kunden und Interessenten kannst du Chancen anlegen, die sich anbieten, um neue Aufträge an Land zu holen. So gibt es zum Beispiel immer wieder Termine wie Kongresse oder andere Veranstaltungen, auf denen du dem ein oder anderen interessanten Kontakt begegnen könntest. Solche Termine hinterlegst du und weißt somit immer, wann du wo jemanden treffen kannst.

Umfangreiche Projektverwaltung

Auch einfache Aufgaben wie das Anrufen eines Kunden oder das Vereinbaren eines Termins hinterlegst du auf Wunsch im System. Sogar ganze Kampagnen können angelegt werden. Zu diesen fügst du Teilnehmer hinzu und bündelst Termine und Aufgaben in dieser Kampagne. Du lädst wichtige Dokumente hoch und verfolgst den aktuellen Verlauf deiner Kampagne ebenfalls.

weclapp bietet eine 360° Sicht auf die Kunden. In der Kundenakte wird eine lückenlose Kontakthistorie gespeichert, sodass alle Infos rund um den Kunden mit einem Blick erfasst werden können: Calls, E-Mails, Vor-Ort-Besuche, Infos zu Angeboten, Aufträgen, Projekten, Rechnungen, etc. Alles wird zentral an einem Ort gespeichert.

Gerade für Agenturen oder Freiberufler interessant ist die Projektverwaltung von weclapp. Diese erlaubt es dir, einzelne Projektschritte nachzuhalten und vor allem die Zeiten zu erfassen, die du für ein Projekt gebraucht hast. Auch das ist eine dieser durchaus wichtigen Angelegenheiten, die so mancher Selbständige gerne außen vor lässt – unter anderem aus Bequemlichkeit.

Zeiterfassung für deine Projekte

Mit der Projektverwaltung und Zeiterfassung von weclapp werden dir selbst solche Aufgaben so einfach und bequem wie möglich gemacht. Für Handelsunternehmer gibt es zudem noch ein Warenwirtschaftssystem, welches unter anderem das Lager sowie den Ein- und Verkauf für dich verwaltet.

Fazit und Kosten

weclapp ist ein sehr umfangreiches, aber dennoch sehr übersichtliches System, welches von der Angebots- und Rechnungsstellung, sowie der Buchhaltung, über die Kundenverwaltung samt Customer-Relationship-Management bis hin zur Projektverwaltung und Warenwirtschaft alles vereint, was man als Selbständiger benötigt.

Da weclapp webbasiert ist, hast du von überall Zugriff und sogar im Urlaub – das lässt sich ja nicht immer vermeiden – Zugriff auf alles. Dabei sind die monatlichen Kosten erschwinglich. Das reine CRM ist für neun Euro im Monat zu haben, zusammen mit dem Angebots- und Rechnungswegen zahlst du 19 Euro. Wer unter anderem das Warenwirtschaftssystem benötigt, zahlt 39 Euro im Monat.

Du kannst weclapp aber erst einmal ohne Verpflichtungen 30 Tage lang kostenlos testen. Im Übrigen gibt es weclapp als App für Android- und iOS-Geräte, so dass du auch mobil alles im Griff und im Blick hast.

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Mit Crowdtesting die Usability des Onlineshops sicherstellen – Acht Anbieter im Vergleich

Wenn es ein Angstwort in der eCommerce-Welt gibt, dann ist es wohl die Conversion Rate. Seit Jahren suchen Onlineshop-Betreiber nach der Antwort auf die Frage, warum die Besucher am Ende nicht zum Käufer werden. Dabei müssten sie ihren Kunden und Nutzer einfach mal über die Schulter schauen und ihre Usability hinterfragen. Ein optimaler Weg ist dafür das Crowdtesting – das gezielte Testen der eigenen Applikation von Nutzern unter Realbedingungen. Doch nicht jeder Anbieter von Crowdtesting bietet dasselbe.

Bei gerade einmal 2,5 % bewegte sich im dritten Quartal 2016 laut Monetate die globale Conversion Rate von Webshops. In Deutschland sieht es sogar noch düsterer aus. Laut dem ECC Köln wies die Mehrheit eine Conversion Rate zwischen 0,9 % und 1,9 % auf – weit unter dem globalen Durchschnitt.

Onlineshops leben nicht allein von ihren Produkten. Entscheidend für die Besucher ist, ob sie sich auf der Seite zurechtfinden und sie gezielt und klug von der Einstiegsseite zum Kaufabschluss geleitet werden. Hier spielen Einkaufspsychologie und Interaktionsdesign eine nicht zu unterschätzende Rolle. Sie bestellen ja auch nicht in einem Restaurant, dass unordentlich wirkt und dessen Personal Ihnen die Hilfe verwehrt.

erklärt Benjamin Uebel, CEO der Crowdtesting-Plattform RapidUsertests, die typischen Blind Spots von eCommerce-Applikationen.

Die eigenen Kunden testen lassen

RapidUsertests gehört zu einer Reihe Dienstleister in der DACH-Region, die eCommerce-Betreibern sowie Webseiten- und App-Entwicklern anbieten, ihre Applikationen von echten Nutzern auf Herz und Nieren testen zu lassen. Dabei werden nicht aufwendige Labortests mit wenigen Testpersonen in künstlicher Umgebung vorgenommen. Vielmehr werden die Test dort durchgeführt, wo die Applikation am Ende genutzt wird: zu Hause, unterwegs oder im Büro.

Das Konzept dahinter nennt sich Crowdtesting und nutzt die Chance, per Internet eCommerce-Applikationen von echten Menschen auf echten Geräten testen zu lassen. E-Commerce-Betreiber können dabei im Self Service die Tests selbstständig durchführen oder sich im Managed Service bei der Durchführung unterstützen lassen.

Beim Crowdtesting auf Bugs und für Usability absolvieren und bewerten ganz normale Menschen am eigenen Gerät typische Nutzerreisen auf den Applikationen der eCommerce-Betreiber (Quelle: Pixabay)
Beim Crowdtesting absolvieren und bewerten ganz normale Menschen am eigenen Gerät typische Nutzerreisen auf den Applikationen der eCommerce-Betreiber (Quelle: Pixabay)

Für Entwickler, UX-Designer und Betreiber von eCommerce-Plattformen lässt sich das Funktionieren ihrer Applikation auf technische Aspekte (Functionality) und verkaufspsychologische Aspekte (Usability) eingrenzen. Entsprechend wird bei den Crowdtests in Functional Testing und Usability Testing (UX-Testing) unterschieden. Während eCommerce-Plattformen heutzutage die Funktionalität, also Freiheit von Bugs, schon gut auf dem Schirm hat, hapert es bei vielen noch immer an der Usability. Die Übergänge sind natürlich fließend.

In diesem Spannungsfeld bewegen sich auch die acht deutschsprachigen Anbieter von Crowdtesting: TestIO, Testbirds, Applause, Testemit, Testeron, Passbrains, TESTTailor und RapidUsertests. Bis auf Testemit und TESTTailor standen alle Anbieter für Nachfragen im Rahmen dieses Artikels zur Verfügung.

Wie unterscheiden sich nun die einzelnen Anbieter? Und welcher Anbieter passt zu welchem Projekttyp? Letztlich müssen die Testergebnisse so aussagekräftig sein, dass jegliche verkaufsbehindernden Fehler beseitigt werden können.
Die drei entscheidenden Faktoren dabei sind:

  1. Die Crowd: Wer ist der beste Tester für Ihren Applikation?
  2. Die Dokumentation: Können Sie die Testergebnisse schnell in die Umsetzung bringen?
  3. Der Preis: Welches Bezahlmodell passt zu Ihren Testanforderungen und wo erhalten Sie das beste Preis-Leistungsverhältnis?

Functionality in Abgrenzung zur Usability

Das Functional Testing beinhaltet den Check von Webseiten und Apps auf ihre technische Fehlerfreiheit. Beim Functional Testing ist deshalb das Ziel, Bugs bzw. Programmierfehler zu beseitigen, welche den Kaufabschluss:

  • verhindern (fehlende Seiten oder Links, Ladefehler, Abstürze, Programmierfehler in der Registrierung),
  • sehr stark erschweren (fehlerhafte Darstellung, lange Ladezeiten) oder
  • rechtlich angreifbar machen (zum Beispiel durch ein fehlendes Impressum).

Neben Problemen bei einzelnen Bezahlmethoden funktionieren z. B. häufig Social Logins und bestimmte Emailadressen bei der Registrierung nicht, so Jan Schwenzien, CTO bei TestIO.

Und Jan Wolter, Europachef bei Applause ergänzt

Gutscheine, die für dieselbe Bestellung mehrmals genutzt werden können; unerwartete Begrenzungen bei der Anzahl der Artikel, die Nutzer in den Einkaufswagen legen können, was nicht selten zu Abstützen führt; Bilder, die für spezifische Geräte-Browser-Kombinationen nicht richtig gerendert sind oder schlicht Bildschirmeinstellungen, die es unmöglich machen, eine Bestellung aufzugeben (Links oder Buttons, die abgeschnitten sind),

als klassische Bugs.

Beim Functional Testing zählt neben der Expertise der Tester vor allem die reibungslose Integration in die eigene Bugtracking-Software (Quelle: TestIO Webseite)
Beim Functional Testing zählt neben der Expertise der Tester vor allem die reibungslose Integration in die eigene Bugtracking-Software (Quelle: TestIO Webseite)

Im Gegensatz dazu werden beim Usability Testing weniger diese technischen Fehler berücksichtigt – obwohl diese meist automatisch mit gemeldet werden. Vielmehr geht es bei der Usability jedoch um Aspekte, die den Besucher bei ihrer Kaufentscheidung beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen somit Fragen zur:

  • Bedienbarkeit,
  • Auffindbarkeit,
  • Verständlichkeit und
  • Einfachheit der Nutzerreise vom Zugang bis zum Kauf (Sales Funnel).

“Die Liste an vermeidbaren Conversion-Rate-Killern ist lang und meist sehr individuell”, bestätigt Benjamin Uebel von RapidUsertests. “Angefangen bei der Navigation, die durch Unübersichtlichkeit und schlechte Funktionalitäten z. B. bei der Autovervollständigung Kunden abschreckt. Über Filter, die nicht dem Suchverhalten der Besucher entsprechen, und fehlende Inhalte auf der Produktdetailseite. Bis schlussendlich zu all den kleinen Details der Kaufseite, wo noch einmal Vertrauen, Transparenz und Privatsphäre eine große Rolle spielen.”

Diese Unterscheidung zeigt sich bei genauerem Hinschauen auch bei den Crowdtesting-Anbietern. Die Angebote für das Functional Testing sind weitestgehend standardisiert und vergleichbar. Schließlich geht es beim Functional Testing vorrangig um klare technische Fehler, die einen direkten Effekt haben (Abbruch, Fehlleitung etc.). Beim UX-Testing wird es dann jedoch ungenau. Auch auf Nachfragen erhält man mehrheitlich Wertversprechen und Claims anstelle konkreter methodischer Aussagen. Die Berliner RapidUsertests entpuppen sich in diesem Zuge als einziger Dienstleister mit einer dezidierten Usability-Agentur im Hintergrund, dessen Team aus Psychologen und Interaktionsdesignern spezifisch für diese Testings rekrutiert wurde.

Dennoch bieten fast alle Crowdtesting-Dienstleister im DACH-Raum sowohl Functional Testing als auch Usability Testing an (siehe Grafik). In der Regel stammen die Anbieter jedoch originär aus dem Feld des Functional Testing oder zeigen hier ihre Kernkompetenz.

Unterschiede zwischen den Anbietern von Functional Testing

Wie bereits angedeutet, bleiben die Anbieter für Functional Testing – zumindest im Rahmen ihrer Selbstdarstellung – weitestgehend vergleichbar:

  • Zusammenarbeit mit professionellen Testern mit häufig technischem Hintergrund. Teilweise werden Ottonormalverbraucher hinzugezogen, um einer Betriebsblindheit der Profis vorzubeugen (diese konzentrieren sich häufig auf die kritischen und besser vergüteten Bugs).
  • Abdeckung (fast) aller Gerätetypen, Konfigurationen und Betriebssysteme.
  • Mehrheitlich identisches Portfolio mit Sanity Tests (Kurztest auf kritische Bugs), Security Tests, Regression Tests (Bugtest bei Code-Änderung) und Lokalisierungstests für verschiedene Länder und Kulturräume. Applause, Testbirds und passbrains bieten zudem End-To-End Tests, bei denen der gesamte Bestellvorgang bis zur Reklamation durchlaufen wird. Testbirds bietet zusätzlich das sogenannte Global Real Device Network (GRDN) an. Bei dieser Leistung können Unternehmen direkt auf Geräte von Testern zugreifen und selbstständig Tests an diesen durchführen – was jedoch auch einen Mehraufwand für die Unternehmen bedeutet.
  • Dokumentation über Bugreports mit allen relevanten Daten und Screen Captures (Foto und Video).
  • Echtzeitmonitoring und Bugexport über proprietäre Cloudware.
Einige Anbieter locken mit individuellen Leistungen zu individuellen Preisen. Bei Functional und Usability-Testing-Anbieter Applause scheint der entscheidende Faktor jedoch die Mitarbeiterzahl ihrer Kunden zu sein: links das Online-Preisangebot für einen einfachen Test bei 1-25 Mitarbeitern, rechts dieselbe Leistung bei 101-250 Mitarbeitern (Quelle: Applause Webseite, Kollage)
Einige Anbieter locken mit individuellen Leistungen zu individuellen Preisen. Bei Applause scheint der entscheidende Faktor jedoch die Mitarbeiterzahl ihrer Kunden zu sein: links das Online-Preisangebot für einen einfachen Test bei 1-25 Mitarbeitern, rechts dieselbe Leistung bei 101-250 Mitarbeitern – die 10 zusätzlichen Teststunden wurden ungefragt dazugebucht (Quelle: Applause Webseite, Kollage)

Verwunderlich ist bei dieser Vergleichbarkeit und der starken Automatisierbarkeit der Projekte allein die Nebellandschaft der Preisstrukturen. So haben TESTTailor ihren Preiskalkulator mittlerweile von der Webseite genommen. Applauses Online-Kalkulator wirkt wie eine reine Leadgenerierung, die zudem für verschiedene Unternehmensgrößen verschiedene Preise ausgibt. Testbirds wiederum versteckt ihre Preise hinter einer Kryptowährung, die nach dem Fotolia-Prinzip funktioniert. Im Interview liegt der Aufwand für einen Crowdtest bei mindestens 1.500 €, während auf der Webseite von “ab 2.000 €” gesprochen wird. Die Nutzung der Cloud-Software muss zudem monatlich hinzugebucht werden.

Halbwegs transparent bleiben passbrains und TestIO, die klare – wenn auch unterschiedliche – Preismodelle ausweisen. Bei passbrains wird pro Projekt abgerechnet, während Unternehmen bei TestIO eine monatliche Pauschale zahlen, mit der unbegrenzt getestet werden kann. Ein komplett anderes Preismodell verfolgt dagegen Testeron. Die Crowdtest-Plattform versteht sich als Community, auf der im Sinne von Geben-und-Nehmen kostenlos getestet wird. Wer seine Applikation z. B. von zehn Leuten testen lassen möchte, muss selbst zehn Tests als Tester bestritten haben.

Aufgrund ihrer Transparenz punkten beim Functional Testing somit vor allem TestIO und passbrains.

Crowdtesting für Usability Testing

Das Crowdtesting für Usability gestaltet sich im Gegensatz zum Functional Testing komplexer. Das spiegelt sich auch in den Leistungen und methodischen Ansätze wider.

Zu den Anbietern von UX-Crowdtests gehören neben RapidUsertests und Applause noch Testbirds und passbrains. Auf Testemit können zwar ebenfalls Usability Testings durchgeführt werden, jedoch ist hier keine gesonderte Testerauswahl nach Zielgruppen möglich – eine Grundvoraussetzung für das UX-Testing. TestIO bieten auf ihrer Webseite ebenfalls UX-Testing an, arbeiten für diesen Service jedoch mit einer dezidierten UX-Agentur zusammen. RapidUsertests ist von allen der einzige Anbieter im Vergleich, der sich konkret und ausschließlich auf Usability spezialisiert hat. Die Plattform wird von der Userlutions GmbH entwickelt und betreut, die als spezialisierte Usability-Agentur auf ein Team aus Psychologen und Interaktion-Designer zurückgreift.

Die Crowd: Amateur schlägt Profi

Beim UX-Testing muss die Crowd zwei Dinge mitbringen: Unvoreingenommenheit sowie die Vorlieben und das Nutzerverhalten der jeweiligen Zielgruppe. Im besten Fall gehören die Tester selbst zur Zielgruppe. Die Tester sollten die Käufer genau widerspiegeln.

Dementsprechend groß muss die potentielle Crowd sein, aus der die richtigen Tester ausgewählt werden können. Applause versteht sich mit 300.000 Testern weltweit dabei als größte Agentur. RapidUsertests erwähnt jedoch im Interview, in Zusammenarbeit mit Partnerpanels bei Bedarf weltweit auf über 11,5 Millionen Tester zugreifen zu können. Solche Feinheiten sind oftmals nicht auf den Webseiten zu finden.

Selbst bei einem großen Testerstamm entscheidet am Ende jedoch, ob die Zielgruppe damit abgebildet werden kann. Applause und passbrains versuchen, diesem Anspruch über eine Mischung der Crowd aus Profitestern und Ottonormalverbrauchern gerecht zu werden. Für betreute Projekte werden UX-Experten aus der Community rekrutiert. RapidUsertests und Testbirds dagegen setzen bei ihrer Crowd vollständig auf Endverbraucher. Beim Managed Service betreuen bei beiden Anbietern Inhouse-Experten mit mehrjähriger UX-Erfahrung die Projekte. Sowohl Testbirds als auch RapidUsertests schaffen somit den Spagat zwischen Zielgruppen-Fokus auf der einen Seite und verlässlichen Experten auf der anderen Seite.

RapidUsertests geht dabei noch einen Schritt weiter und adressiert ein besonderes Problem beim Testing: die Übertestung. Bei Testern stellt sich bei einer hohen Testfrequenz häufig eine Art Betriebsblindheit ein. Die Tester schauen irgendwann nur noch auf die bekannten und häufigsten Fehler und haben auch die grundsätzliche User Journey dermaßen verinnerlicht, dass sie jedes Testdesign (betriebs-)blind durchspielen. Kleine Fehler, Widersprüche und Ungereimtheiten fallen dann häufig nicht mehr auf. RapidUsertests stellt deshalb sicher, dass ihre Tester maximal 8 Mal pro Monat zu Tests eingeladen werden.

Testeron fährt eine andere Strategie: Die Plattform versteht sich als Community, bei der das Geben und Nehmen im Mittelpunkt steht. Kernfokus liegt auf dem Functional Testing, Usability kann aber auch getestet werden (Quelle: Testeron Webseite)
Testeron fährt eine andere Strategie: Die Plattform versteht sich als Community, bei der das Geben und Nehmen im Mittelpunkt steht. Kernfokus liegt auf dem Functional Testing (Quelle: Testeron Webseite)

Die Ergebnisdokumentation: Die unmittelbare Reaktion zählt

Für eine sehr gute Usability ist eine reibungslose User Journey der aussagekräftigste Indikator. Und diese wird sehr unmittelbar und häufig unbewusst vom Nutzer wahrgenommen. Wie finde ich mich auf der Seite zurecht? Fühle ich mich hier wohl? Möchte ich hier meine Kreditkartendaten eingeben? Die Herausforderung, denen Crowdtest-Anbieter deshalb gegenüberstehen, ist das Einfangen der unmittelbaren Reaktionen, Gedanken und Gefühle der Tester.

Dennoch beschränken sich die meisten Anbieter beim Standardauftrag auf schriftliche Aufzeichnungen und Rating Scores, die teilweise erst im Nachhinein durch die Tester ausgefüllt werden. Diese werden zwar durch Screenshots oder Screencasts unterstützt, die jedoch erst im Nachhinein (Reproduzierung des Fehlers) aufgezeichnet werden. Eine Unmittelbarkeit der Nutzerwahrnehmung wird damit nicht erreicht.
Eine Alternative dazu sind die sogenannten Think-aloud-Videos. Bei diesen werden neben der Nutzerreise auf dem Screen die Emotionen der Tester in Echtzeit aufgezeichnet. Die Tester sind dabei angehalten, direkt und ungefiltert ihre Emotionen und Gedanken wiederzugeben und ihr Handeln zu kommentieren. Dadurch erhalten eCommerce-Betreiber eine sehr unmittelbare Aufzeichnung darüber, wie sich potentielle Kunden an welcher Stelle auf der Webseite zurechtfinden und fühlen.

Zwar bieten alle Crowdtesting-Dienstleister Think-aloud-Videos an. Nur bei RapidUsertests und Applause gibt es die Think-aloud-Videos jedoch standardmäßig als Dokumentation. Bei allen anderen sind diese limitiert (passbrains) oder gegen Aufpreis (Testbirds) erhältlich.

Die Leistungen: Für jede Entwicklungsstufe ein Test

Typische UX-Test-Kategorien sind bei allen Anbietern Prototyp- und Betatests sowie End-To-End-Tests. Kein Wunder: sie bilden die Meilensteine der Produktentwicklung.

Oftmals lohnt es sich jedoch, während der frühen Entwicklungsphase auch konzeptionell tiefer einzusteigen. So bieten RapidUsertests und die Testbirds zusätzlich Wettbewerbsanalysen sowie die Card-Sorting-Methode für die Entwicklung der perfekten Navigation. RapidUsertests ermöglicht darüber hinaus Tests, um die Wirkung eigener Werbemaßnahmen zu testen – eine gute Möglichkeit, dem nächsten Shitstorm vorzubeugen.

Die Leistungen können sowohl im (günstigeren) Self Service als auch im Managed Service eingekauft werden. Einzige Ausnahme bildet Applause, die ausschließlich auf Managed Service setzen. Testbirds und RapidUsertests haben ihre Service Level weiter ausdifferenziert, um mehr Budget-Flexibilität zu ermöglichen. Bei beiden gibt es einen weiteren Servicelevel (Self Service Plus), bei dem Unternehmen bei der Testerstellung unterstützt werden, die Testdurchführung jedoch selbstständig durchführen. RapidUsertests bietet zudem als vierten Servicelevel Konzeptionsworkshops an, in denen im Anschluss an einen UX-Test eine funktionierende Lösung entwickelt wird.

Klare Preisstrukturen, aussagekräftige Testdokumentation und - wie hier - eine hohe Transparenz darüber, wie so ein Crowdtestingprojekt für Usability eigentlich aussieht, findet man selten auf den Webseiten der Anbieter (Quelle: Rapidusertests Dashboard Demo)
Klare Preisstrukturen, aussagekräftige Testdokumentation und – wie hier – eine hohe Transparenz darüber, wie so ein Crowdtestingprojekt eigentlich aussieht, findet man selten auf den Webseiten der Anbieter (Quelle: Rapidusertests Dashboard Demo)

Die Preise: Lichtblicke im Nebel

Wie schon beim Functional Testing berechnet Applause die Preise individuell und projektbezogen, während die Kryptowährung bei Testbirds eher verunsichernd wirkt. Auf Nachfrage bei Testbirds kostet ein Test mit 20 Testern im Self Service 10 BirdCoins, was – je nach Menge der gekauften Coins – mindestens 2.200 € entspricht, zuzüglich der Nutzung der Cloudware.

Passbrains und RapidUsertests beweisen hier mehr Transparenz mit einer klaren Abgrenzung der Leistungen und Projektgrößen. So beläuft sich bei passbrains der Aufwand für einen vergleichbaren Test auf rund 1.390 €. Die Ergebnisse liegen binnen 5 Tagen vor.

Bei RapidUsertests liegen die Kosten je nach Testgeräten (Desktop vs. Mobil) zwischen 780 € und 1170 €. Die Ergebnisse erhalten Unternehmen hier bereits nach nur 2 Tagen. Kleinere Projekte (z. B. mit nur 7 Testern) ermöglichen sogar Testergebnisse binnen 24 Stunden.

Fazit

Beim UX-Testing sind vor allem zwei Dinge wichtig: die Auswahl der richtigen Zielgruppe und die Dokumentation der unmittelbaren Reaktionen. Diese Detailfragen werden in der Regel nicht auf den Seiten der Dienstleister erläutert, was eine direkte Vergleichbarkeit schwierig macht. Im Rahmen der Interviews haben sich dennoch klare Unterschiede herauskristallisiert:

  • Testbirds und RapidUsertests stechen mit einer klaren Endnutzer-Orientierung heraus.
  • Applause und RapidUsertests bieten als einzige Crowdtester standardmäßig und ohne Aufpreis eine vollständige Dokumentation in Think-aloud-Videos an.
  • Die höchste Preistransparenz bieten passbrains und RapidUsertests mit klaren Paketpreisen.

Gerade die Ungenauigkeit vieler Dienstleister bei der Angebotsformulierung im Usability-Testing erschwert die Einschätzung der Ergebnisse. Es empfiehlt sich deshalb, den Anbietern zu vertrauen, die sowohl ein ausgewiesenes Wissen zu Usability und Kaufpsychologie vorweisen können, als auch möglichst transparent mit ihrer Preisgestaltung und Ergebnisdokumentation umgehen. Diesbezüglich hat sich zum Anbietervergleich 2015 nichts geändert. In Bezug auf die genannten Kriterien überzeugt im Vergleich aller Anbieter vor allem RapidUsertests.

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Digitalisierung im Mittelstand: Aller Anfang ist einfach

Digitalisierung – ein Schreckgespenst schwebt über der deutschen Wirtschaft. So könnte man jedenfalls meinen, wenn man sich die zurückhaltende Herangehensweise gerade der kleinen und mittelständischen Unternehmen anschaut.

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Elektronische Signatur: Rechtssichere Unterschriften ohne Papier, aber mit Eversign

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Nicht ohne Geschäftsmodell: Warum „Einfach mal machen“ kein guter Rat ist

Kundennutzen, Ertragsmodell, eigene Ressourcen: Nicht nur diese wichtigen Punkte werden gern unterschlagen, wenn abends mit Freunden das neue Facebook erdacht wird. Dennoch werden erstmal Social-Media-Accounts mit dem neuen Firmennamen angelegt und irgendwas gemacht. Oft fehlt der große Blick von oben – das Geschäftsmodell kann ihn liefern.

Nicht ohne Geschäftsmodell: Warum „Einfach mal machen“ kein guter Rat ist

Der Tag danach

Zwei neue Domains wurden gesichert, Profile bei Facebook, Twitter und ein YouTube-Kanal erstellt. Schon wird nach lizenzfreien Bildern für die kommende Webseite gegoogelt. Was geschehen war? Abends nach dem Sport saß man noch beim Bier zusammen und kam auf die „geilste Idee ever“! Leider bleibt es dann oft dabei und aus der heißen Motivationsflamme wird ein kalter Klumpen Enttäuschung.

Risiko: Idee haben und einfach mal machen

Zwischen einer guten Idee und dem Loslegen fehlt oft nur ein Zwischenschritt – aber ein bedeutender. Wird er nicht gegangen, droht alles zum Stillstand zu kommen. Ein Beispiel: Die Idee „Onlineshop für T-Shirts mit niedlichen Katzen“ mag zunächst nach einer Möglichkeit klingen, Geld mit dem Katzen-Video-Hype zu machen. Und Kumpel 1 schaut schließlich viel bei YouTube, da kann er ab morgen einen eigenen Channel pflegen – eine Sammlung der besten Videos. Kumpel 2 konnte an der Uni ganz gut malen, der macht Grafiken. Und viele Katzenbilder bekommt man ja außerdem im Internet, die kann man dann drucken. Kumpel 3 ist ein Social Media-Versteher und weiß, dass Katzen-Content dort super läuft. Von YouTube und Facebook klicken die Besucher schließlich zum neuen Onlineshop und dann gehen die T-Shirts weg wie warme Semmeln!

Doch reicht das alles, damit drei Menschen mit einem Projekt wenigstens ein sinnvolles Nebeneinkommen erwirtschaften? Wurden Ressourcen angemessen eingeschätzt, der Markt sinnvoll beobachtet, der besondere Mehrwert klar herausgestellt?

Nein. Die Chance, dass dieses Projekt steckenbleibt und aufgegeben wird, ist riesig groß.

Der entscheidende Schritt vor dem Loslegen fehlte: Aus der Idee muss ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickelt werden.

Notwendig: Tragfähiges Geschäftsmodell

Eine gute Idee muss in ein gutes Geschäftsmodell eingebettet werden. Das ist die Idealvorstellung. Ein häufig notiertes Bonmot zu dem Thema geht so: „Es ist leichter, eine schlechte Idee mit einem guten Geschäftsmodell zu verwirklichen, als die beste Idee ohne.“ Der Autor ist leider unbekannt und hätte einen Strauß Blumen verdient.

Vier Hauptelemente des Geschäftsmodells nach Stähler

Ein gutes Geschäftsmodell geht auf vier Hauptelemente ein, sagt Patrick Stähler, Autor von „Das Richtige gründen. Werkzeugkasten für Unternehmer“. Dabei sind alle gleich wichtig und stehen in enger Verbindung.

  • Die Value Proposition, das Versprechen an den Kunden, ein bestimmtes Problem zu lösen. Und: Was begeistert den Kunden? Hier steckt der Mehrwert drin.
  • Die Geschäftsstruktur – hier kommt das Produkt ins Spiel, aber auch die Vertriebswege, die Produktion, die Werbung zählen dazu.
  • Das Ertragsmodell, das aufzeigt, wie genau Geld verdient wird und
  • der Unternehmensgeist.

Stähler spricht vom Versprechen an den Kunden, das ist der Mehrwert. Ohne diesen wird der Erfolg ausbleiben, denn wer kauft schon ein Produkt, von dem er sich nun auf der ganzen Linie überhaupt nichts verspricht? Der Mehrwert kann im Katzenbeispiel bereits sein, das der Kunde genau im Moment des Katzenvideo-Betrachtens eine tolle Geschenkidee geliefert bekommt. Und diese mit wenigen Klicks z.B. als Geschenk bestellen kann. Jeder hat doch schon mal Kleidung geschenkt bekommen: ein Riesenmarkt? Das kann man herausfinden. Aber dazu muss der Mehrwert überhaupt klar sein. Nur wer genau weiß, welche Bedürfnisse das eigene Produkt befriedigt, kann im Vertrieb und Marketing die passenden Hebel setzen. Er versteht sein Angebot selbst ganz genau.

Lösung: Business Model Canvas ausfüllen

Alexander Osterwalder hat 2010 mit seinem Professor Yves Pigneur das in der Gründerszene bekannte Buch „Business Model Generation“ herausgebracht. Darin zeigt er, wie die Elemente des Geschäftsmodells knackig in einer Art Baukasten zusammengefasst werden. Er nannte es die „Business Model Canvas“, mittlerweile eine der beliebtesten Darstellungen des Geschäftsmodells.

Intention der Canvas ist es, die eigene Geschäftsidee, eingebettet in ein valides Geschäftsmodell, auf einem einzigen Blatt abbilden zu können. Dafür definierte Osterwalder sogenannte Schlüsselfaktoren – im Prinzip die wichtigsten Bereiche des Unternehmens, z.B. Kunden, Vertriebskanäle, Partner etc.

Hier ist ganz klar die Nähe zu Stählers Verständnis zu erkennen. Das Schöne an Osterwalders Vorlage ist, sie ist lizensiert unter einer Creative Commons-Lizenz, d.h. jeder kann sie einfach herunterladen, ausdrucken und benutzen (zum Beispiel hier).

Übrigens: Das begrenzte Platzangebot der Canvas ist kein Zufall. Der Gründer wird gezwungen, zu jedem Bereich nur die wichtigsten Stichpunkte zu notieren. Der Businessplan kann später auf der Basis der ausgefüllten Business Model Canvas erstellt werden.

Zudem können die Schlüsselfaktoren nicht verändert werden. „Eigentlich“, denn inzwischen gibt es auch Softwares, die das Modell interaktiv in den Webbrowser gebracht haben. Dort wurden durchaus Anpassungen an der Original-Vorlage vorgenommen, was in bestimmten Branchen durchaus Sinn macht.

Fazit: Losstürmen gern, aber mit gutem Plan

Wer eine aufregende Geschäftsidee mit sich herumträgt, und sich bereits gedanklich mit dem Geldsack auf der Insel liegen sieht, dem sei geraten: Erstmal hinsetzen, Geschäftsmodell entwickeln, dann Losstürmen. Aus der fixen Idee kann nur mit einem tragfähigen Business Model etwas Wahrhaftiges gedeihen. Dazu kommt dann noch harte Arbeit, und dann kann sich der Geldsack vielleicht tatsächlich langsam füllen. Frohes Schaffen!