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Brainstorming – Mit diesen vier Methoden gehst du auf Ideenfang

Viele Berufsfelder funktionieren nur dank kreativer Köpfe und der Umsetzung innovativer Ideen. Um bessere Ergebnisse zu generieren, greifen wir daher oft auf Kreativtechniken zurück, die eine höhere Erfolgsrate versprechen. Zu diesen Techniken zählt auch Brainstorming. Besonders häufig wird es dazu genutzt, um in einer Gruppe Lösungen für vorhandene Probleme zu erarbeiten. Doch was ist, wenn die klassische Methode nicht funktioniert? Mit diesen vier Alternativen wollen wir neue Anregungen schaffen und dir dabei helfen, deine Gehirnzellen wieder in Schwung zu bringen.

Der Klassiker der Ideenfindung: Brainstorming
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Der Klassiker der Ideenfindung: Brainstorming

Zu den sogenannten klassischen Techniken zählt neben dem Brainstorming auch das Mindmapping. Sie werden beide dazu genutzt, um möglichst schnell Problemlösungen zu liefern. Ob während des Studiums oder im Berufsleben – Kreativtechniken erfreuen sich großer Beliebtheit. Durch den gemeinsamen Gedankenaustausch werden die Ideen der Teilnehmer gebündelt und daraufhin eine effiziente Strategie entwickelt. Oft treten dabei aber auch Probleme auf, die du sicherlich ebenfalls kennst: Zum einen erfolgen die gemeinsamen Treffen nicht selten spontan und kurzfristig. Zum anderen beweisen viele Studien, dass sich diese Art der Ideenfindung durch folgende Punkte kontraproduktiv entwickeln kann:

  • Teammitglieder können sich gegenseitig blockieren
  • Sie haben Hemmungen gegenüber ihren Vorgesetzten
  • Die geschaffenen Bedingungen wirken sich negativ auf die Teilnehmer aus

Wenn ein Unternehmen oder der Vorgesetzte allerdings für eine optimale Umgebung sorgt, kann das klassische Brainstorming zum Erfolg führen. Experten sind der Meinung, dass du beispielsweise darauf achten solltest, dass die Gruppengröße acht Teilnehmer nicht überschreitet. Denn sind zu viele Menschen an der Ideenfindung beteiligt, hemmen bzw. blockieren sie sich gegenseitig und es findet sich kein gemeinsamer Nenner. Um verschiedene Denkanstöße zu gewährleisten, bietet es sich außerdem an, dass die Teilnehmer in verschiedenen (Themen-)Gebieten tätig sind. Der IT-Spezialist bietet anderen Input als der Ressourcenleiter oder der Buchhalter. Und trotzdem können sie gemeinsam eine Strategie entwickeln, die die Effizienz eines Unternehmens steigert.

Wenn die klassische Variante bei dir aber zu keinem Erfolg führt, solltest du eine der vier Alternativen ausprobieren, die wir dir hier vorstellen:

1. Das Brainwriting

Der Klassiker der Ideenfindung: Brainstorming
© REDPIXEL.PL / shutterstock.com

Das Brainwriting kann auf unterschiedliche Art und Weise funktionieren: bei der klassischen Variante findest du dich hier ebenfalls mit deinen Teammitgliedern zusammen. Allerdings werden die Ideen zunächst nicht verbal kommuniziert, sondern auf ein DIN-A4-Blatt geschrieben. Wenn jeder seine Denkanstöße verschriftlicht hat, werden die Blätter an den direkten Sitznachbarn weitergegeben, damit dieser seine Gedankengänge ergänzen kann. Daraus ergibt sich eine Diskussionsgrundlage, auf der die Gruppe aufbauen kann.
In den letzten Jahren ging der Trend immer mehr Richtung Collective-Notebook. Dafür wird entweder ein öffentliches Notizbuch für alle zugänglich gemacht, in das jeder seine Einfälle spontan eintragen kann, oder jeder Mitarbeiter nutzt ein privates Kreativbuch. Hersteller wie brandbook.de haben ein Notizbuch für kreative Mitarbeiter auf den Markt gebracht, welches mit inspirierenden Illustrationen verziert ist und die richtigen Voraussetzungen für Kreativität liefert. Darin kannst du deine Notizen und spontanen Inspirationen verewigen. Nach einem bestimmten Zeitraum trägt die Gruppe dann die aufgeschriebenen Problemlösungen vor und stellt sie zur Diskussion.

2. Brainwalking

Bewegung fördert sowohl den Körper als auch den Geist – Diese Aussage ist allgemein bekannt. Körperliche Betätigung hilft aber nicht nur dabei, den Körper gesund zu halten, sondern sorgt für eine bessere Durchblutung und somit für mehr Kreativität. Brainwalking wird dann effektiv genutzt, wenn im Büro verschiedene Flipcharts aufgebaut werden, die jeweils mit einem Thema betitelt sind. Jeder Mitarbeiter sieht sich die einzelnen Flipcharts an und schreibt die Ideen auf, die ihm spontan einfallen. Wenn alle Gruppenmitglieder fertig sind, werden gemeinsam Ergebnisse generiert.

3. Brainswarming

Eine Gruppe besteht bekanntlich sowohl aus verschiedenen Charakteren als auch aus unterschiedlichen Arbeitsweisen: da gibt es die extrovertierten und introvertierten Mitarbeiter oder die Kollegen, die ein Problem entweder von oben oder von unten angehen. Durch das Brainswarming wird jedem Teammitglied die Möglichkeit gegeben, das Thema nach eigenem Ermessen zu bearbeiten, ohne der Kritik oder den Regeln anderer Teilnehmer ausgesetzt zu sein. Das Problem beim Brainstorming liegt oft darin, dass die extrovertierten Kollegen das Gespräch führen, während sich die Introvertierten zurückhalten. Hier soll aber allen Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, die eigenen Ideen beizusteuern.
Beim Brainswarming wird zunächst das Ziel als Überschrift festgehalten. Im Anschluss werden die benötigten Ressourcen verschriftlicht und an das untere Ende der Magnetwand positioniert. Nun haben die Mitarbeiter innerhalb eines bestimmten Zeitraums die Chance, eigene Post-it‘s mit ihren kreativen Vorschlägen an der Wand zu befestigen. Diese Methode wurde von dem Amerikaner Dr. Tony McCaffrey entwickelt und in diesem Video näher erläutert.

4. Walt-Disney-Methode

Der berühmte Filmproduzent hat nicht nur die Kinderfilme revolutioniert, sondern auch eine Kreativtechnik erschaffen, die oft und gern genutzt wird. Bei dieser Methode werden drei Rollen vorgegeben: die des Träumers, des Realisten und des Kritikers. Während der Ideenfindung schlüpfen die Teilnehmer abwechselnd in die einzelnen Rollen und betrachten das Problem aus verschiedenen Blickwinkeln. Rollenspiele sind bei Mitarbeitern zwar nicht sonderlich beliebt, deren Effizienz ist aber erwiesen. Du beginnst mit der Rolle des Träumers, der das Ziel ohne Regeln oder Grenzen betrachtet. In der Rolle des Realisten konzentrierst du dich auf die Realisierung der Ideen. Den Abschluss bildet der Kritiker, der sich skeptisch mit der Problematik auseinandersetzt und offene Fragen thematisiert. Diese Reihenfolge wird solange wiederholt, bis der Kritiker keine Punkte mehr zu bemängeln hat.

Viele Wege führen zu einem Ergebnis

Alle von uns vorgestellten Kreativtechniken bieten viel Spielraum zur Ideenfindung – sofern sie objektiv durchgeführt werden. Wenn sich die Teilnehmer nicht auf die verschiedenen Methoden einlassen, erfolgt keine produktive Auseinandersetzung mit der Problematik. Durch die richtige Umsetzung ersetzen sie das klassische Brainstorming aber zumindest in dem Punkt, dass jeder Mitarbeiter die eigenen Ideen einbringen kann, ohne Kritik oder Hemmungen befürchten zu müssen.

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Betriebliches E-Business

6 Gründe warum man Cloud CRM einsetzen sollte

Cloudgestützte Managementsysteme setzen sich im Unternehmensalltag immer mehr durch. Doch längst noch nicht alle Unternehmen gehen diesen Weg. Nach wie vor verhalten sich kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) recht zögerlich, wenn es um die Nutzung der Cloud geht. Dabei bieten beispielsweise CRM-Systeme gerade für KMU zahlreiche Vorteile. Nicht nur von Kostenvorteilen können diese profitieren, sondern auch von Wettbewerbsvorteilen gegenüber der Konkurrenz. Es gibt viele gute Gründe für den Einsatz von Cloud CRM.

CRM-System als Bestandteil der kundenbezogenen Unternehmensaktivitäten
Der Kunde steht im Mittelpunkt der Unternehmensaktivitäten.
  • Die wichtigsten Gründe für Cloud CRM im Überblick
  • Schnelle Einführung
  • Einfach bedienbare CRM-Lösungen in der Cloud
  • Standortunabhängigkeit / Mobilität
  • Wirtschaftlichkeit für KMU
  • Einfache Skalierbarkeit
  • Bessere Integrierbarkeit

1. Schnelle Einführung ohne viel Brimborium

Die Einführung neuer Systeme bedeutet für IT-Verantwortliche immer eine große Herausforderung. Teile der Unternehmens-IT müssen neu projektiert und ein gleitender Übergang organisiert werden. Das Tagesgeschäft muss weiterlaufen und soll so wenig wie möglich von einer Neueinführung oder Umstellung in Mitleidenschaft gezogen werden. Trotz einer gründlichen Vorbereitung klappt das in der Praxis meistens nie ganz reibungslos, weil es kurzfristig an Personalressourcen mangelt. Dass es auch anders geht, zeigen immer wieder Erfahrungsberichte zum Thema Einführungen von Cloud CRM. Die CRM-Software lässt sich im SaaS-Modell (Software-as-a-Service) relativ schnell einführen und vom ersten Augenblick an produktiv nutzen. Das hängt ganz einfach damit zusammen, dass es in den meisten Unternehmen bis dahin noch keine ganzheitliche Lösung für Marketing, Verkauf und Kundenservice gibt. Oftmals arbeiten die verschiedenen Bereiche mit inselartigen Subsystemen. Datenredundanzen und Inkonsistenzen sind die Regel. Oftmals werden ein- und dieselben Aufgaben in den verschiedenen Abteilungen mehrfach erledigt, weil es an übergreifenden Strukturen fehlt. Bei einem cloudgestützten CRM-System erkennt hingegen jeder sofort die Vorteile, die es für den eigenen Bereich bringt. Denn CRM-Systeme in der Cloud sind gerade für KMUs optimal zugeschnitten.

2. Einfache und moderne CRM-Lösungen in der Cloud

Wohl keiner will sich bei der Erledigung der Kundenbetreuung verzetteln, um keine Kunden zu verlieren. Doch leider ist das häufig die Praxis. Oftmals sind Arbeitsplätze übersät mit Haftnotizen zu allen möglichen Vorgängen, weil es an Möglichkeiten fehlt die Vorgänge systematisch zu erfassen und zu verfolgen. Mitarbeiter verlieren da schnell den Überblick. CRM-Lösungen in der Cloud sind für die Praxis entwickelt und orientieren sich an den gängigen Aufgaben im Tagesgeschäft von Kundendienst und Vertrieb. Hierbei werden natürlich auch der Vertriebsaußendienst und der Marketingbereich in den Workflow mit eingebunden. So können Marketingmitarbeiter im Rahmen des Lead Managements qualifizierte Leads systematisch erfassen und direkt an den Vertrieb weiterleiten. Nach der ersten Kontaktierung durch einen Vertriebsmitarbeiter kann dieser den Lead direkt in sein Kontaktmanagement übernehmen. Auf diese Weise geht dem Unternehmen kein Interessent mehr verloren. Cloud CRM Lösungen besitzen übersichtlich strukturierte und einfach zu bedienende Benutzeroberflächen, die den Standards bei modernen Webanwendungen entsprechen. Dadurch kommen neue Anwender schell mit der Software klar. Im Endeffekt bedeutet es für Cloud CRM eine höhere Akzeptanz und kürzere Einarbeitungszeiten.

3. Alle Dienste sind standortunabhängig und mobil nutzbar

Einer der größten Vorteile eines cloudbasierten CRM-Systems liegt in der standortunabhängigen Nutzbarkeit. Gleich, ob in einer Niederlassung des KMU oder an irgendeinem anderen Standort, an dem eine aktive Internetverbindung zur Verfügung steht – praktisch überall auf der Welt kann ein Nutzer auf die Daten des Cloud CRM zugreifen. Das schließt die mobile Nutzung von unterwegs über Tabletcomputer und Smartphones mit ein. Für den Mitarbeiter im Außendienst ist es der schnellste Weg, sich über alle Aktivitäten in Bezug auf einen Kunden oder Entwicklungen in seiner Vertriebsregion in Echtzeit zu informieren. Zudem wird die Arbeit im Team auch über große Distanzen möglich.

4. Mit Cloud CRM Lösungen lassen sich Kosten sparen

Neben der verbesserten Unternehmenskommunikation und der besseren Informationsqualität durch Real-Time-Daten sprechen vor allem wirtschaftliche Gründe für den Einsatz eines Cloud CRM. Nicht nur die vergleichsweise geringeren Einstiegskosten gegenüber On Premise Lösungen machen sich positiv bemerkbar, sondern vor allem die Tatsache, dass keine IT-Kosten entstehen. Cloud CRM ist als SaaS-System wartungsfrei. Das nutzende Unternehmen muss keine Hardware und Software für Cloud CRM anschaffen und muss sich auch nicht um die Administration des Systems kümmern. Alle Back-ups erfolgen automatisch.

Programme und Daten befinden sich auf den Servern des Cloudanbieters, der die Verfügbarkeit des CRM-Systems einschließlich der in der Cloud gespeicherten Geschäftsdaten sicherstellt. Das SaaS-Konzept bei Cloud CRM hat zudem noch einen ganz anderen Vorzug: Updates und Upgrades erfolgen permanent, wodurch umständliche und aufwendige Migrationen entfallen. Releasewechsel sind bei Cloud CRM unbekannt. Den Mitarbeitern steht immer die neueste Version des CRM-Systems zur Verfügung.

5. Cloud CRM Lösungen lassen sich dynamisch an jeden Bedarf anpassen

Kommen bei herkömmlichen CRM-Systemen neue Nutzer für neue Aufgabenbereiche hinzu, hat ein Administrator viel zu tun, um diese ins System zu integrieren. Demgegenüber lassen sich bei Cloud CRM mit wenigen Mausklicks neue Berechtigungen für das Kunden- und Kontaktmanagement freischalten und neue Nutzer in Arbeitsabläufe integrieren. 

Neben der Ad-hoc-Einrichtung neuer Nutzer ist die einfache Skalierbarkeit einer der Hauptvorteile beim Cloud Computing, weil sich Dienste dynamisch an den Bedarf anpassen lassen. Wenn Unternehmen wachsen, können weitere Funktionen und Module jederzeit problemlos hinzugefügt werden. Dennoch: Der Anwender nutzt nur die Funktionen, die er tatsächlich benötigt und der Anbieter rechnet exakt nach dem Nutzungsgrad ab: nach Anzahl der aktiv mit dem CRM arbeitenden Anwender, nach genutzten Funktionen und genutztem Speicherplatz. So zahlt das Unternehmen nur dafür, was es tatsächlich nutzt, und keinen Cent mehr. 

6. Bessere Integrierbarkeit mit anderen Cloud Lösungen

Ein weiterer gewichtiger Grund, Cloud CRM einzusetzen, ist, dass professionelle Bürosoftware wie Office 365 oder beliebte Email-Marketing-Tools wie Mailchimp bereits als SaaS-Lösungen in der Cloud laufen. Cloud CRM ist besser mit anderen Cloud-Lösungen integrierbar als mit On Premise implementierten CRM-Systemen. Cloudbasierte Systeme haben untereinander jeweils Zugriff auf Realtime-Daten und sind somit immer auf dem aktuellen Stand. Um beispielsweise eine E-Mail-Kampagne zu starten, ist keine umständliche Datenübernahme mehr nötig. Die ärgerlichen Blindläufer aufgrund veralteter Daten und anderer Inkonsistenzen gehören damit der Vergangenheit an.

Fazit

Cloud CRM bietet auch kleinen und mittelständischen Unternehmen, für die mobiles und standortunabhänigiges Arbeiten immer wichtiger wird, zahlreiche Vorteile. Mit Cloud CRM können Mitarbeiter noch effektiver zusammenarbeiten, indem sie Dokumente miteinander teilen und ihre Aufgaben und Termine viel einfacher als bisher koordinieren. Jederzeit den vollen Überblick über alle bisherigen Kundenaktivitäten zu haben, sorgt für mehr Transparenz, steigert die Produktivität und erhöht die Effizienz im Kundendienst und Vertrieb. Nicht zuletzt lassen sich durch den Einsatz von Cloud CRM die IT-Kosten spürbar senken, weil das Unternehmen nur für die tatsächliche Nutzung bezahlt und nicht in ohnehin rasch veraltende Hardware und Software investieren muss.

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Betriebliches E-Business Technik Workflow

Softwareentwicklung für den Eigenbedarf: Darauf kommt es an!

Stell dir vor, du arbeitest als App-Entwickler in einem Unternehmen und bekommst den Auftrag,eine interne App zu entwickeln. Das kann durchaus entmutigend sein, auch für erfahrene Entwickler und IT-Teams mit jahrelanger Erfahrung in der Entwicklung von kundenorientierten Anwendungen.

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Betriebliches E-Business Technik

Moderne Flottenverwaltung mit der Fahrzeugortung von Bornemann InFleet

Bornemann InFleet ist ein Portal, das Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten zur GPS-basierten Ortung ihrer Firmenfahrzeuge bietet. Die Technik liefert zudem weitere Funktionen, die den Arbeitsalltag deutlich erleichtern können. Von der einfachen Ortung bis hin zur automatischen Aufzeichnung der zahlreichen Daten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Portal zu nutzen.

Aussehen und grundlegende Funktionen des Portals

Der Zugang zum Bornemann InFleet ist browserunabhängig, auf allen Endgeräten (Smartphone, Tablet, PC) möglich und passt sich den gängigen Bildschirmgrößen automatisch an. Über https://infleet.bornemann.net/ erfolgt der Login. Dort muss man sich mit seinen Benutzerdaten und Passwort anmelden. Nach dem Login wird die Live-Ortung angezeigt. In einer Karte können alle registrierten Fahrzeuge überblickt werden und man sieht so genau, wo sich diese aktuell befinden.

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Funktionieren tut dieses System über einen GPS-Sender im Fahrzeug, der dauerhaft Datensätze an den Server der Bornemann AG übermittelt. Dies kann über eine fest verbaute oder aufsteckbare Bornemann GPS-Box erfolgen. Für den Nutzer des Portals sind die aktuellen Aufenthaltsorte zu jeder Zeit einsehbar und verhelfen Unternehmen dadurch in vielfacher Hinsicht zu einer besseren Organisation und Ressourceneinsparung.

Eine große Hilfe im Bereich Fuhrparkmanagement

Die Ortung ist die Grundlage für die vielen weiteren Optionen. Die Position eines Fahrzeugs wird kontinuierlich gesendet und informiert somit immer über seinen aktuellen Status und jeweiligen Aufenthaltsort. Im Bornemann InFleet sind diese Daten in Echtzeit oder auch für die Vergangenheit einzusehen.

Für Fuhrparkmanager ist dies besonders nützlich, da sie ihre Firmenwagen auf diese Weise besser verfolgen können und dadurch auch die Einteilung von Aufträgen leichter fällt. Wo befindet sich der Mitarbeiter gerade, wie lange ist er noch unterwegs, kann er den Notfalltermin beim Kunden übernehmen?

Diese Fragen lassen sich mit dem Portal ganz einfach selbst beantworten. Kurz einloggen und schon hat man alle Firmenfahrzeuge in der Übersicht und kann sehen, wo sich welcher Mitarbeiter befindet. Auf diese Weise lassen sich Routen besser planen und im Notfall schnelle Entscheidungen treffen.

Alle wichtigen Tools im Überblick:

  • Gezielte Live-Ortung

Dies ist die Basisfunktion des Portals. Jederzeit hat man eine Übersicht aller registrierten Fahrzeuge und kann diese auf der Karte direkt verfolgen. Neben der Karte ist zudem eine Auflistung aller Fahrzeuge zu finden. Dort sind sie nach Kennzeichen, Bezeichnung sowie diversen Zuständen sortieren. Diese wären z.B. das Zündungsignal an/aus, Nebenantriebe, Ladezustand der GPS-Box und Restlaufzeit ihrer Batterie, GPS-Verbindung sowie diverse sensorische Zustände.

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  • Aufzeichnung im Positionsarchiv

Im sogenannten Positionsarchiv werden die gesammelten Daten der vergangenen Touren gespeichert. Man erreicht es ganz einfach über die Navigationsleiste am oberen Bildschirmrand. Über einen Kalender können für ausgewählte Fahrzeuge Touren für gewisse Tage und Monate bestimmt werden. Nach der Auswahl werden sofort alle zurückgelegten Strecken in der Spalte und auch auf der Karte angezeigt. Weiter besteht hier die Möglichkeit sich Tages- oder Monatberichte anfertigen zu lassen. Diese können anschließend – als CSV oder PDF – abgespeichert, ausgedruckt oder per E-Mail gesendet werden. Auf den Berichten werden alle Strecken des jeweiligen Tages oder Monats inklusive Datum, Zeit und der gefahrenen Kilometer sowie Standzeiten aufgelistet.

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  • Anlegen von Geozonen

Ein weiterer Vorteil, den die GPS Ortung bietet, ist der Diebstahlalarm. Fuhrparkmanager erhalten eine Benachrichtigung, sobald eines ihrer Fahrzeuge einen festgelegten Bereich verlässt (Geofencing). Diese Bereiche heißen Geozonen. Den Zugang dazu findet man, ebenso wie zum Positionsarchiv, auch über die Navigationsleiste oben am Bildschirmrand. In der Spalte seitlich neben der Karte sind zudem alle angelegten Geozonen aufgelistet und können an dieser Stelle beispielsweise auch bearbeitet oder gelöscht werden. Um eine Geozone anzulegen, muss lediglich das gewünschte Gebiet auf der Karte bestimmt und mit ein paar Klicks eingrenzt werden – schon ist die Zone fertig.

Nun können zudem bestimmte Zeiten eingestellt werden, etwa nach Feierabend oder am Wochenende, wenn Fuhrparks eigentlich ruhen. Wenn sie allerdings doch bewegt werden, beispielsweise im Falle eines Diebstahls, wird umgehend eine Alarmmeldung herausgeschickt und man kann sofort handeln. Auf diese Weise bewahrt die Ortung vor einem Verlust der Fahrzeuge oder auch Baumaschinen oder Container.

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Seit diesem Sommer: neues, überarbeitetes Design

Schon länger wollte die Bornemann AG etwas an dem Design ihres Ortungsportals ändern. Nun hat sie es gemacht: Das Bornemann InFleet wurde überarbeitet. Es gibt nun weniger starke Farben und Kontraste. Zusätzlich wurde das Portal dem Bornemann Logbook optisch angeglichen. Mehr Helligkeit, eine verbesserte Anordnung und die Angleichung der Schriftart sorgen für einen deutlicheren Wiedererkennungswert.

Trotz der optischen Veränderung hat sich an der bisherigen Funktionsweise nichts verändert. Das Portal wirkt dadurch lockerer und bietet mehr Übersicht.

Zusätzliche Möglichkeiten zur erweiterten Nutzung

Die innovativen Systeme der Bornemann AG können für Flotten auf vielfältige Weise genutzt werden. Wie bereits erwähnt, existiert hierfür noch ein weiteres Portal: das Bornemann Logbook. Hierüber lassen sich die beiden zusätzlichen elektronischen Lösungen für einen Fuhrpark bedienen: das Fahrtenbuch und die Führerscheinkontrolle.

  • Fahrtenbuch

Das elektronische Fahrtenbuch übernimmt die lästige Aufgabe des Schreibens. Es ist nicht mehr nötig alles per Hand einzutragen oder Buch und Stift immer mitzuführen. Ab sofort verläuft die Aufzeichnung vollkommen automatisch mit Hilfe von GPS Daten.
Jede gefahrene Strecke wird direkt dokumentiert. Alle wichtigen Informationen, die in jedes Fahrtenbuch gehören, sind dabei vermerkt: Datum, Abfahrts- und Ankunftszeit, Zielpunkt, Kilometerstand am Anfang und Ende. Ergänzt werden müssen lediglich der jeweilige Fahrer und angefahrene Kunde.

Falls mit dem Dienstwagen zwischendurch eine Privatfahrt getätigt wurde, kann sie im Portal mit einem Klick umgewandelt werden oder durch einen Privatschalter im Fahrzeug angezeigt werden. Anschließend sind die aufgezeichneten Koordinaten entfernt, lediglich Datum, Uhrzeit und zurückgelegte Kilometer bleiben dokumentiert. Daher entspricht das elektronische Fahrtenbuch der Bornemann AG auch den Anforderungen des Finanzamtes. So können auf bequeme Art und Weise wichtige Ressourcen ein- und vor allem Steuern gespart werden.

  • Führerscheinkontrolle

Mit der elektronischen Führerscheinkontrolle bleibt mehr Zeit für die wichtigen Aufgaben und man spart sich zudem den Ärger mit den Behörden. Fuhrparkmanager sind verpflichtet in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob ihre Mitarbeiter für die Führung der Firmenfahrzeuge berechtigt sind, denn die Fahrer selbst müssen den Verantwortlichen nicht über den Verlust ihrer Fahrerlaubnis informieren. Die Verantwortung für seine Fahrzeuge trägt der Fuhrparkmanager. Wenn also einer seiner Fahrer bei einer Kontrolle ohne gültige Fahrerlaubnis erwischt wird, muss nicht nur er, sondern auch der Halter die Konsequenzen tragen. Diese sind in der Regel Bußgelder, die man durch die Führerscheinkontrolle vermeiden kann. Diese elektronische Lösung bietet also eine enorme Unterstützung.
Die Kontrolle funktioniert über die intelligente RFID Technologie. Die Stammdaten von jedem Fahrer werden im Portal hinterlegt. Daraufhin wird auf jedem Führerschein jeweils ein RFID Chip befestigt. Dieser kann anschließend entweder an einem PC oder direkt im Fahrzeug durch einen Reader ausgelesen werden. Auf diese Weise kann sich der Mitarbeiter bei Fahrtantritt direkt anmelden. Diese Funktion kann die Benutzung von Firmenwagen durch Unbefugte verhindern. Wenn sich Unbefugte Zutritt zum Fahrzeug verschaffen und sich nicht anmelden, wird eine automatische Alarmierung an den Fuhrparkleiter herausgeschickt. Dieser kann anschließend umgehend handeln und die nötigen Schritte einleiten.
Diese schnelle und einfache Lösung unterstützt die vorgeschriebene Prüfung, die mehrmals im Jahr durchgeführt werden sollte, mindestens jedoch einmal pro Halbjahr. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

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  • Fahrzeuginhaltsprüfung

Eine weitere Möglichkeit über RFID-Systeme ist die Fahrzeuginhaltsprüfung. Durch eine Inventarisierung für die UVV (Unfallverhütungsvorschriften) können alle relevanten Dinge wie Warndreieck, Verbandskasten, die in ein Fahrzeug gehören, mit einem aktiven RFID Tag versehen werden. Mit einer im Fahrzeug verbauten Box wird über Funk festgestellt, ob das Fahrzeug mit allem Nötigen ausgestattet ist. Hier wird ein weiteres interessantes System geboten, um hochwertige Werkzeuge oder Geräte zu sichern. Dies unterstützt Fuhrparkleiter sowie Angestellte dabei die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetztes besser einhalten zu können.
Hilfreiche Videos der Bornemann AG auf YouTube!
Alle vorgestellten Funktionen und Möglichkeiten der Portale werden in dem eigenen YouTube Kanal der Bornemann AG vorgestellt. Zu finden ist er unter https://www.youtube.com/user/bornemanag. Hier existieren bereits zahlreiche Videos mit unterschiedlichen Inhalten. Zukünftig werden noch weitere visuelle Hilfen erstellt.

Einen Auszug der Themen sehen Sie hier:

  • Bornemann AG
  • Einführung
  • Live-Ortung
  • Baumaschinenortung
  • Containerortung
  • Positionsarchiv
  • Geozonen
  • Archive & Berichte
  • …und noch viele mehr!

Kostenloser Testzugang

Die Bornemann AG bietet allen Interessierten die Möglichkeit 14 Tage lang ihre unterschiedlichen Funktionen zu testen – und dies vollkommen kostenfrei. Egal ob Fahrzeugortung, elektronisches Fahrtenbuch oder Fahrzeuginhaltsprüfung: Alle angebotenen Systeme können für einzelne Fahrzeuge oder auch ganze Flotten ohne sonstige Verpflichtungen genutzt werden. Für den Testzeitraum können Sie sich über die Webseite anmelden.

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Webentwicklung: Vier offensichtliche Fehler im Umgang mit Klienten

Die Entwicklung von Websites kann ein wunderbarer Job sein, der viel Spaß bereitet. Allerdings kann er auch zur Hölle auf Erden werden, wenn Entwickler und Kunde keinen schriftlichen Vertrag haben und Änderungen hier ergänzen. Plötzlich musst du immer mehr nacharbeiten und könntest dich dafür in den Allerwertesten beißen. Vier der offensichtlich blödesten Fehler stelle ich dir folgend vor, auf dass sie dir niemals passieren mögen.

Webentwicklung: Vier offensichtliche Fehler im Umgang mit Klienten

Natürlich sind die vorgestellten, dummen Situationen die Fehler von Anfängern und manchmal auch Fortgeschrittenen. Profis passieren sie nicht mehr. Trotzdem ist es interessant zu erfahren, was aus beiläufigen Äußerungen werden kann.

Fehler 1: Einem Mehraufwand nebenbei zuzustimmen

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Das ist der mit Abstand blödeste Fehler, den ein Anfänger nur machen kann. Doch auch fortgeschrittene Entwickler tappen gerne in diese Falle hinein und raufen sich im Anschluss die Haare. Stellen wir uns vor, du hast einen Klienten, der einen Blog haben möchte und WordPress bevorzugt.

Keine große Sache, das wäre auch für einen WordPress-Anfänger vertretbar schnell zu erstellen. Einige Zeit später hast du ein Gespräch mit deinem Kunden und er wirft nebenbei ein, dass er den Blog gern zweisprachig führen würde. Du recherchierst ein wenig und rufst den Kunden begeistert an und sagst ihm zu. Es existieren ja einige Plugins für diesen Job.

Natürlich stellst du kurze Zeit später fest, dass man trotzdem noch extrem viel nacharbeiten muss für ein stimmiges Gesamtbild und eine gute Funktion.

Eine weitere Unterhaltung mit dem Kunden ergibt dann, dass er gerne eine Mind Map als Navigation für die Startseite hätte. Du denkst, dass das eine echt blöde Idee ist, aber du bist immer heiß auf etwas Neues und sagst wieder zu. Du willst schließlich lernen, wie man eine Mind Map mit CSS und JavaScript erstellen könnte. Wieder hast du im persönlichen Gespräch zugesagt.

Die Falle schlägt zu

Die Falle hat dich mit voller Wucht getroffen. Allen Änderungen hast du mündlich zugestimmt und nicht auf einer schriftlichen Erweiterung des Auftrags bestanden. Somit kannst du deinen erheblichen Mehraufwand an Zeit nicht berechnen. Im Gegenteil, du musst mehr arbeiten, hast die gleiche Frist einzuhalten und bekommst dafür nur den offiziell vereinbarten Preis.

Das ist zu tun, damit es dich nicht trifft

Daher solltest du Änderungen nur zustimmen, wenn sie schriftlich in einer Erweiterung des Vertrags festgehalten worden sind. Zudem müssen auch die zusätzlichen Kosten festgehalten werden.

Fehler zwei: Verzögerungen auf Kundenseite zuzulassen

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Verzögerungen gefährden ein Projekt auf Entwickler-Seite schnell. Dein Klient wollte die Website zweisprachig haben und stellt schnell fest, dass sein Englisch nicht ausreichend ist für die Website. Er kennt jemanden, der perfekt übersetzen kann, jedoch noch keine Zeit hat. Das Projekt wird etliche Tage nach hinten verschoben.

Zudem kommt noch die Mehrarbeit, weil eine Kopie der Website zum Übersetzer muss.

Wieder wurde nichts schriftlich vereinbart. Das kann unangenehme Folgen haben, denn auf dich warten vielleicht schon die nächsten Projekte. Zudem würde sich deine Frist nicht verschieben, wenn du nicht reagierst und deine nach hinten geschobene Frist schriftlich vereinbarst.

Das ist zu tun:

Vorteilhaft in einer solchen Situation ist ein Gantt-Diagramm, mit dessen Hilfe man die Abhängigkeiten zeigen kann, die ein Projekt beeinflussen. Denn wenn ein Kunde nicht seinen Teil des Deals in der vereinbarten Zeit erfüllt, dann bist auch du berechtigt, deine Frist zu verschieben. Ein Diagramm macht deinem Klienten schnell klar, worum es dir geht.

Fehler drei: Du willst zu perfekt sein

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Diese Fehler betrifft auch mich. Ich will immer zu perfekt sein. Vielleicht tickst du ebenfalls so. Dann ist es schnell geschehen, dass du dich in Kleinigkeiten festbeißt, die eventuell gar nicht deine Aufgaben sind. Vielleicht hast du dich länger als vorausgesehen mit den Meta-Beschreibungen beschäftigt, und sie für optimale Klick-Raten perfektioniert.

Schnell ist wertvolle Zeit verbraucht und der Abgabe-Termin kommt immer näher. Der Stresspegel steigt. Doch das ist nicht das einzige Problem.

Das ist zu tun:

Sich auf Kleinigkeiten zu konzentrieren, anstatt diese auszulagern, ist nicht geschickt. Ab einem gewissen Punkt konzentriere dich besser auf die Aufgaben, die dein Unternehmen auf die nächste Ebene hieven helfen. Die wichtigste Aufgabe für dich als Unternehmer ist es, Kunden zu akquirieren.

Vorzugsweise solche, die auch bereit sind, über 1.000 Euro für eine Website zu zahlen. Der Aufbau eines Stammkunden-Pools ist ebenfalls überlebenswichtig für dich.

Erst danach kommt dann die eigentliche Entwicklung der Websites für deine Klienten. Delegiere unwichtige Aufgaben oder lagere sie aus. Es gibt für jeden Zweck – gerade im Bereich SEO – bezahlbare Freelancer, die sich über Aufträge freuen.

Fehler vier: Keine Festpreise ohne klaren Arbeitsumfang

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Was meinst du, hat der Entwickler im Beispiel eins noch Geld an dem Projekt verdient? Wahrscheinlich nicht einen Euro. Sicherlich ist eine Preisgestaltung auf Stundenlohn oftmals nicht durchzusetzen, mir persönlich ist noch kein Fall untergekommen. Eine Preisgestaltung sollte zudem auf dem Wert deiner Arbeit für den Kunden beruhen, nicht auf der Basis des Zeitaufwands.

Das ist zu tun:

Jede Festpreisvereinbarung muss zwingend gut durchkalkuliert sein und es sollte sich ebenfalls ein Zeitpuffer für dich darin befinden. Extrem wichtig ist eine Vereinbarung, was genau getan werden soll. Hier sollten alle Einzelheiten mit aufgeführt werden. Zudem muss dem Klienten klargemacht sein, dass Extras extra kosten. Und das dann nach Zeitaufwand, nicht als Festpreis.

Ein letztes Wort:

Besorge dir eine Software, mit der du deinen täglichen Zeitaufwand für ein Projekt erfassen kannst. Das verschafft dir nach einiger Zeit eine gute Verhandlungsgrundlage für den Abschluss von Aufträgen. Deinen Zeiteinsatz korrekt kalkulieren zu können ist wichtig. Schließe mit deinem Klienten einen umfassenden Vertrag ab, lass dir alle Ergänzungen des Arbeitsumfangs schriftlich bestätigen und vereinbare für jede Erweiterung gleich einen Preis. Dann bist du stets auf der sicheren Seite.

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Banking: Brauche ich ein separates Geschäftskonto?

Gesetzlich vorgeschrieben ist die Trennung von Privat- und Geschäftskonto nur für Kapitalgesellschaften und andere zur doppelten Buchführung verpflichtete Unternehmensformen. Wer als Freelancer auf eigene Rechnung arbeitet, muss also, zumindest unter diesem Gesichtspunkt, kein zusätzliches Girokonto einrichten. Sinnvoll ist die saubere Trennung von privaten und betrieblichen Zahlungsvorgängen trotzdem. Wir zeigen, worauf es ankommt.

Banking: Geschäftskonto

Nicht ins Handelsgesetzbuch eingetragene Freiberufler und Gewerbetreibende brauchen keine doppelte kaufmännische Buchführung. Sie sind daher grundsätzlich auch nicht verpflichtet, ihre Aufzeichnungen für die Einnahmenüberschussrechnung mit den Kontobewegungen auf ihren Finanzkonten abzustimmen. Rechtlich spricht also überhaupt nichts dagegen, geschäftliche Einnahmen und Ausgaben über ein privates Girokonto abzuwickeln.

Das ändert allerdings nichts daran, dass der betriebliche Anlass und die Herkunft von Zahlungseingängen und -ausgängen auch bei gemischten Bankkonten durch Belege dokumentiert werden muss. Und: Kommt es zu einer Betriebsprüfung, hat der Steuerpflichtige im Fall von gemischten Konten eine „verstärkte Mitwirkungspflicht“ bei der Aufklärung der Mittelherkunft. Das hat der Bundesfinanzhof vor einigen Jahren in einem Urteil (Az.: X R 20/05) noch einmal ausdrücklich bekräftigt: Schließlich habe der Steuerpflichtige die Verbindung zwischen seinem Privat- und Betriebsvermögen ja freiwillig hergestellt.

Keine Qualitätsunterschiede

Bei den Zahlungsvorgängen selbst gibt es keine spürbaren Unterschiede zwischen geschäftlichen und privaten Girokonten. Überweisungen, Last- und Gutschriften werden gleich schnell (oder langsam) erledigt. Deine Geschäftspartner können anhand der Kontonummer auch nicht erkennen, um welche Kontoart es sich handelt.

Einen Unterschied gibt es jedoch aus Sicht der Banken und Sparkassen: Die wollen bei der Kontoeröffnung natürlich wissen, ob es sich um ein privat oder geschäftlich genutztes Konto handelt. Die Neugier liegt daran, dass sie gegenüber Privatleuten die Verbraucherschutzbestimmungen beachten müssen. Gegenüber Unternehmen haben die Finanzdienstleister beim Aushandeln der Konditionen größere Spielräume. Zudem sind über geschäftlich genutzte Konten in der Regel deutlich höhere Transaktionsvolumina zu erwarten, als sie etwa beim Privatkonto üblich sind. Für die Aufwandseinschätzung seitens der bank ist der Unterschied mithin erheblich.

Andererseits, wenn ein Freelancer über ein bereits vorhandenes privates Bankkonto auch betriebliche Rechnungen bezahlt und Kundengutschriften erhält, zieht das in der Regel keine Probleme nach sich. Manche Banken und Sparkassen stellen ihren Kunden neben einem bestehenden Girokonto sogar gebührenfreie Unterkonten zur Verfügung, um zwischen Zahlungen verschiedener Kategorien unterscheiden zu können.

Große Konditionsunterschiede

Wenn du ein neues (privates oder geschäftliches) Girokonto einrichten willst, ist ein Konditionen-Vergleich ausgesprochen sinnvoll. Bereits bei einer überschaubaren Anzahl von Kontobewegungen kannst du, aufs Jahr gesehen, leicht mehrere Hundert Euro sparen – und das wohlgemerkt bei vergleichbarem Leistungsumfang. Welches Konto unterm Strich für dich am günstigsten ist, hängt von der Nutzung im konkreten Einzelfall ab. Die Grundgebühren von Geschäftskonten sind zwar meist höher als die von Privatkonten – die jährlichen Gesamtkosten des Geldverkehrs können unterm Strich trotzdem niedriger sein.

Banking: Geschäftskonto

Besonders ins Gewicht fallen dabei die unterschiedlichen Zinssätze von Dispositions- beziehungsweise Kontokorrentkrediten (so werden die „Dispos“ auf Geschäftskonten genannt) sowie Überziehungskrediten. Während die Habenzinsen nach einem kurzen Zwischenhoch längst wieder gegen null gehen, betragen die Zinssätze für kurzfristige Kredite in der Regel zwischen 10 und 15 Prozent. Darüber hinausgehende Überziehungskredite, also geduldete, aber nicht vereinbarte Inanspruchnahmen, schlagen sogar mit bis zu 20 Prozent zu Buche!

Geschäftskonto: Vergleichskriterien

Darauf solltest du bei Konditionsvergleichen achten:

  • monatliche Grundgebühren,
  • Gebühren für Kontobewegungen (Auszahlungen in der Filiale / am Geldautomat, Überweisungen, Daueraufträge, Gutschriften, Lastschriften et cetera – jeweils mit / ohne Online-Banking),
  • maximale Höhe des Dispositions- / Kontokorrentkreditrahmens,
  • Verzinsung des Dispositions- / Kontokorrentkredits,
  • Verzinsung des Überziehungskredits,
  • Guthabenverzinsung,
  • Kosten für den Druck und Versand von Kontoauszügen,
  • Anzahl und Standorte von Geldautomaten sowie
  • Kosten für EC-Karte(n) sowie Kreditkarten.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ganz besonders wichtig sind darüber hinaus die vermeintlich „weichen“ Seiten der Finanzdienstleistungen. Hast du einen guten Draht zu dem für dich zuständigen Bankmitarbeiter? Sind du und dein Betrieb persönlich bekannt? Kannst du bei kurzfristigen Finanzengpässen mit Verständnis und Unterstützung rechnen? Wenn ja, ist das im Zweifel wichtiger als ein halber Prozentpunkt mehr oder weniger bei den Kredit- oder Habenzinsen.

Beachte gerade hinsichtlich dieser Faktoren, dass es wesentlich sinnvoller ist, eine Filialbank am Ort einer reinen Online-Bank vorzuziehen. Arbeitest du hingegen ausschließlich auf Guthabenbasis (du Glücklicher), dann kann dir das egal sein.

Ein weiterer, nur für manche, wesentlicher Faktor ist die Behandlung von Bargeldaufkommen. Sollte es bei deinem Gewerbe zu Barzahlungen seitens deiner Kunden kommen, muss deine Bank eine entsprechende Lösung dafür im Angebot haben. Das geht natürlich bei örtlichen Filialen am einfachsten, aber auch so manche Onlinebank bietet über Partnerschaften mit örtlichen Banken diese Möglichkeit.

Banking: Geschäftskonto

Praxistipp: Konditionsvergleiche und Online-Rechner

Im Internet gibt es natürlich eine große Zahl von Girokontovergleichen und Online-Rechnern – hier eine kleine Auswahl:

  • Einen Überblick über die Geschäftskonto-Konditionen der wichtigsten deutschen Banken und Sparkassen gibt es bei unternehmenswelt.de.
  • In der laufend aktualisierten Übersichtstabelle von girokonto-vergleich.net finden Sie zurzeit über 20 „kostenlose Giro- und Tagesgeldkonten“ – sowie die wichtigsten Konditionen vieler weiterer Anbieter.
  • Bei den Girokonto-Vergleichsrechnern von finanzscout24.de können Sie die in Ihrem Fall günstigsten Anbieter und die zu erwartende Kostenbelastung eigenhändig auf Basis der wichtigsten Parameter ermitteln (Zahlungseingang, Kreditkartennutzung, durchschnittliches Konto-Guthaben, durchschnittliche Dispo-Inanspruchnahme).
  • Auch geldsparen.de ermöglicht einen solchen „individuellen Vergleich“.
  • Der Geschäftskonto-Vergleich von KontoRat.de vermittelt neben einigem weiteren Hintergrundwissen ebenfalls einen guten Überblick über die Konditionen der Bankhäuser für die Eröffnung und Unterhaltung von Geschäftskonten.

So sinnvoll kritische Konditionenvergleiche sind, spare lieber nicht an der falschen Stelle. Wiederholtes Konto-Hopping bringt bloß ärgerliche Reibungsverluste mit sich, bereitet sowohl dir selbst als auch deinen Kunden und Lieferanten unnötige Arbeit und kostet obendrein Geld. Denke nur an den Druck neuer Geschäftspapiere, wenn darauf die Informationen zu deinem Geschäftskonto zu finden sein sollen.

Zudem machen häufige Kontowechsel in längerfristigen Kunden- und Lieferantenbeziehungen nicht eben einen zuverlässigen Eindruck. Man wird dich natürlich nicht fragen, aber man wird sich sicherlich seine eigenen Gedanken dazu machen, warum du wohl häufiger die Bank wechselst.

Fazit: Geschäftskonto oder nicht?

Viele Selbstständige und Kleingewerbetreibende wickeln ihre geschäftlichen Transaktionen dauerhaft über (bereits vorhandene oder zusätzlich eingerichtete) private Girokonten ab. Probleme mit dem Finanzamt oder der Bank hat das normalerweise nicht zur Folge, wenn man mal vom Risiko des tieferen Einblicks des Finanzamts in dein Privatvermögen absieht, den es bei einer Trennung nicht bekommen würde.

Ganz gleich, für welches Konto du dich entscheidest, achte von vornherein darauf, private und betriebliche Vorgänge sauber auseinander zu halten. Das gelingt logischerweise am besten, wenn du zwei verschiedene Konten nutzt. Angesichts des breit gefächerten Angebots und der gesunkenen Kontoführungsgebühren ist ein zweites Konto als Geschäftskonto zum Glück längst kein unerschwinglicher Luxus mehr.

Der Beitrag wurde in seiner Originalfassung von Lukas Schlömer geschrieben, am 17.09.2009 veröffentlicht und seither regelmäßig aktualisiert. Stand der letzten Änderung: 26.04.2016

(ls/dpe)

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Betriebliches E-Business Freelance

Unverzichtbar: Der Businessplan für Selbständige in Spe

Neben den bisweilen bedrohlich wirkenden Steuer- und Buchführungspflichten gehört die Erstellung eines Businessplans zu den am meisten gefürchteten Aufgaben angehender Unternehmer und Freiberufler. Dabei ist das Schreiben eines Geschäftsplans weder Geheimwissenschaft noch bürokratisches Folterwerkzeug. Die zunächst vage Geschäftsidee wird Schritt für Schritt in konkrete unternehmerische Ziele und Maßnahmen übersetzt. Wenn du die bereits im Kopf hast, ist dein Businessplan im Handumdrehen fertig. Wenn nicht, ist die Planungsphase erst recht unverzichtbar.

Unverzichtbar: Der Businessplan für Selbständige in Spe

Wer beschlossen hat, sich selbstständig zu machen, möchte am liebsten gleich loslegen. Anstatt Papierberge wollen die meisten angehenden Unternehmer und Freiberufler lieber gleich Waren und Dienstleistungen produzieren. Dieses Bedürfnis ist nur zu verständlich – es entspringt im Grunde auch einer gesunden Einstellung. Denn die Entscheidung über Erfolg und Misserfolg eines Vorhabens fällt nun einmal in der Praxis.

Trotzdem führt am Aufstellen eines Geschäftsplans vielfach kein Weg vorbei – und sei es nur, weil die Bewilligung von Fördermitteln oder die Vergabe von Darlehen es erfordern. Doch, auch und gerade wenn der Planungsanstoß von außen kommt, solltest du das nicht als nervige Zusatzanforderung oder gar unerwünschte Belästigung betrachten.

Businessplan: Sinnlose Fremdbestimmung?

Denn du musst dafür Überlegungen anstellen und zu Papier bringen, die für deine eigenen Zwecke ohnehin absolut unverzichtbar sind. Selbst wenn du genug Geld hast, um einen Unternehmens- oder Steuerberater mit der Ausformulierung der Unterlagen zu beauftragen, tust du gut daran, deinen Plan zumindest in Grundzügen selbst zu entwickeln. Schließlich geht es darum, eine zunächst vage Geschäftsidee in eine möglichst konkrete Form zu bringen, deinem Vorhaben ein Gesicht zu geben.

Besonders wichtig: Wer in der Lage ist, eine lebensnahe und anschauliche Vorstellung von seinem Vorhaben zu entwickeln, schafft damit nicht nur die betriebswirtschaftliche Voraussetzung für deren Gelingen, sondern auch eine ganz entscheidende Motivationsbasis. Je konkreter eine Zielvorstellung ist, desto leichter fällt es, alle Kräfte daraufhin auszurichten. Das Unterbewusstsein wird erst dann zum inneren Kompass und zur positiven Kraftquelle, wenn du ihm eine möglichst bildhafte Vorstellung von deinem Vorhaben anbietest.

Fragen über Fragen

Im Kern liefert ein ordentlicher Geschäftsplan Antworten auf die folgenden zwölf Fragen:

  • Welche fachlichen, kaufmännischen und kommunikativen Qualifikationen und Erfahrungen habe ich? Was sind meine persönlichen Stärken? Woran muss ich noch arbeiten? („Stärken-Schwächen-Analyse“)
  • Welche Entwicklungstendenzen sind auf „meinem“ Markt erkennbar?
  • Welche Chancen und Risiken gibt es? („Marktanalyse“)
  • Welches werden meine Produkte und / oder Dienstleistungen sein? Was zeichnet sie aus? („Konkurrenzvorteil“ / „Alleinstellungsmerkmal“)
  • An welche Kunden richte ich mich? Welches ihrer Probleme löse ich? Welche Bedürfnisse befriedige ich mit meinem Angebot? Was ist der Nutzen meines Geschäftsvorhabens für die Kundschaft? („Kundenanalyse“)
  • Wie ist die Wettbewerbssituation? Welche Konkurrenz-Angebote gibt es? Was sind deren Stärken und Schwächen? („Konkurrenzanalyse“)
  • Wie will ich meine Angebote präsentieren? Wie will ich Kunden ansprechen und Bestellungen oder Aufträge an Land ziehen? („Werbe- und Vertriebsstrategie“)
  • Welchen Gewinn nach Steuern brauche ich mindestens, damit ich meinen Lebensunterhalt und den meiner Familie inklusive sozialer Sicherung bestreiten kann? („Gewinnplanung“)
  • Welche Preise will ich erzielen? Wie hoch muss mein Umsatz sein, damit ich sämtliche betrieblichen Kosten, alle anfallenden Steuern und Abgaben sowie den Mindestgewinn daraus bestreiten kann? („Umsatz- und Ertragsvorschau“)
  • Welche Investitionen in Maschinen, Anlagen und Betriebsmittel sind nötig und woher kommen die dafür erforderlichen Mittel? („Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan“)
  • Wie verteilen sich Einnahmen und Ausgaben im Jahresverlauf? („Liquiditätsplanung“)
  • Wie schaffe ich es, die gefürchtete Durststrecke der Anlaufzeit zu überstehen?
  • Mit welchen Mitarbeitern und / oder Partnern werde ich am Markt auftreten? Wie wird mein Unternehmen organisiert sein?
  • Für welche Rechtsform und für welchen Standort entscheide ich mich?

Unverzichtbar: Der Businessplan für Selbständige in Spe

Je nach Branche, Unternehmensart und -größe sowie Anlass der Erstellung, unterscheiden sich Businesspläne hinsichtlich inhaltlicher Differenzierung, äußerer Form und Umfang beträchtlich. Bei kleinen Betrieben lässt sich das komplette Text- und Zahlenwerk ohne weiteres auf gut zehn Seiten unterbringen.

Dass weniger oft mehr ist, gilt übrigens auch für die Sprachwahl. Verzichte auf technisches Insiderwissen oder hochtrabende Marketing-Sprechblasen. Beschränke dich stattdessen auf eine wirklichkeitsnahe Bestandsaufnahme deiner Gründungsvoraussetzungen, eine verständliche Beschreibung der Marktbedingungen in deiner Branche sowie des erwarteten Geschäftsalltags und unterfüttere das Ganze mit möglichst realistischem Zahlenmaterial.

Kannst du für dich sorgen?

Was Kleinunternehmer und Freelancer oft übersehen: Um Gutachter „fachkundiger Stellen“ oder auch Kreditinstitute von der Tragfähigkeit eines Vorhabens zu überzeugen (und sich so Gründungszuschüsse oder Darlehen zu sichern), reicht ein wohlklingendes Geschäftskonzept mit guten Marktchancen, durchdachten Werbekampagnen und eine plausible Betriebsorganisation nicht aus. Als erstes verschaffen sich erfahrene Gründungsberater einen Eindruck davon, ob du eine Vorstellung vom Zusammenhang zwischen privater und betrieblicher Sphäre hast:

Bist du in der Lage, im Privat- und Geschäftsleben von der vergleichsweise gesicherten Monatsoptik eines Angestellten auf die Jahres- oder gar Mehrjahresperspektive eines Selbstständigen umzuschalten? Viele Schieflagen in Unternehmen und bei Freiberuflern gehen gar nicht vorrangig auf mangelnde Ertragskraft zurück, sondern auf unvermutete oder unerwartet hohe Zahlungsverpflichtungen oder verzögerten Rechnungsausgleich. Auf solche Liquiditätsengpässe und Finanzierungslücken – sowohl im privaten wie im betrieblichen Bereich – muss ein Selbstständiger vorbereitet sein.

Hast du einen ausreichend hohen und zugleich realisierbaren Unternehmerlohn einkalkuliert (bestehend aus der Bezahlung deiner Arbeitskraft, angemessener Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals und einem gewissen Risikozuschlag), der dir und deinen Angehörigen mindestens den Lebensstandard eines Angestellten mit entsprechender Tätigkeit und Verantwortung ermöglicht? Ist das nicht der Fall, kann von einer Existenz sichernden Gründung nicht die Rede sein.

Reichen private Ersparnisse, Einkünfte des Partners zusammen mit einem eventuellen Gründungszuschuss aus, um die erfahrungsgemäß schwierige Startphase zu überbrücken? Auch dann, wenn unterm Strich nur spärliche Gewinne oder womöglich gar Verluste gemacht werden?

Hintergrund: Wer diese Fragen nicht überzeugend beantworten kann, darf sich nicht wundern, wenn die „Unternehmerpersönlichkeit“ und die Aussichten einer Gründung von externen Fachleuten skeptisch beurteilt werden.

Businessplan: Typische Gliederung 

In welcher Form und Reihenfolge du die eingangs gestellten Fragen zu deinem Vorhaben beantwortest, bleibt dir selbst überlassen. Auch wenn vielerorts dieser Eindruck erweckt wird: Es gibt keine obligatorische oder gar vorgeschriebene Businessplan-Struktur. Üblich ist allerdings, den eigentlichen Ausführungen eine Zusammenfassung („Executive Summary“) voranzustellen.

Unverzichtbar: Der Businessplan für Selbständige in Spe

Die ein- bis zweiseitige Kurzbeschreibung enthält die Kernaussagen zu den betrieblichen Planungen und hilft deinen Gesprächspartnern, sich einen ersten Eindruck von deinem Vorhaben zu verschaffen. Die Kurzfassung wird zwar als allererstes gelesen – du solltest dir beim Verfassen aber bis ganz zum Schluss damit Zeit lassen. Sobald die übrigen Teile fertig sind, kannst du die Essentials viel einfacher und schneller herausfiltern. Auf diese Weise ersparst du dir viel Arbeit.

Und so sieht die Struktur eines einfachen Geschäftsplans häufig aus:

  1. Zusammenfassung
  2. Angaben zur Person des Gründers
  3. Produkt / Dienstleistung
  4. Branche, Marktlage, Kunden und Wettbewerber
  5. Marketing (Preis, Werbung, Vertriebswege)
  6. Rechtsform und Unternehmens-Organisation
  7. Kapitalbedarf und Finanzierungsplan
  8. Umsatz- und Ertragsvorschau
  9. Anlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate, Verträge, Studien)

Insbesondere in den Abschnitten 3, 4 und 5 kommt es dabei notwendigerweise zu inhaltlichen Überschneidungen. Wenn du die Inhalte daher zum Beispiel lieber in einem einheitlichen Markt-Kapitel zusammenfassen möchtest, ist das ebenso gut möglich. Entscheidend ist nur, dass du dir über die genannten Fragestellungen erkennbar Gedanken gemacht hast und zu einleuchtenden Ergebnissen gekommen bist.

Informationsquellen

Für die meiste Irritation bei Kleingewerbetreibenden und Freelancern sorgen erfahrungsgemäß die vielfach geforderten Angaben zu Marktvolumen, Marktpotenzial, angestrebten Marktanteilen und deren erwarteter Entwicklung. Aus Sicht eines angehenden freiberuflichen Webdesigners etwa, der sich als Einzelkämpfer oder zusammen mit einem befreundeten Programmierer selbstständig machen und bundesweit Kunden finden will, klingt das Ziel eines Marktanteils in Höhe von soundsoviel Prozent ja auch tatsächlich absurd.

Damit ist das Thema Marktanalyse aber keineswegs von vornherein erledigt – ganz im Gegenteil. Aus Sicht kleiner Marktteilnehmer kommt es umso mehr darauf an, die Entwicklungstendenzen der eigenen Branche zu kennen, frühzeitig auf Trends zu reagieren, dich auf einträgliche Entwicklungen zu spezialisieren und in kleinen Marktsegmenten nach Möglichkeit zu den Marktführern zu gehören. Webdesigner etwa, die schon vor fünfzehn Jahren das Thema Barrierefreiheit für sich entdeckt und vermarktet haben, konnten selbst als Solo-Unternehmer ein ordentliches Stück vom – zunächst scheinbar kleinen – Kuchen abschneiden, sich profilieren und einen beträchtlichen Erfahrungsvorsprung vor der Konkurrenz erarbeiten.

Exemplarische Anlaufstellen für die Beschaffung brauchbarer Marktdaten:

  • Fachzeitschriften
  • Branchen- und Berufsverbände
  • Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Freiberufler-Kammern
  • lokale Wirtschaftsbehörden, Wirtschaftsförderer und Gründerzentren,
    Steuer- und Unternehmensberater
  • Gelbe Seiten und Firmendatenbanken,
  • Statistische Bundes- und Landesämter
  • Branchenberichte von Kreditinstituten und Verlagen
  • Forschungsergebnisse und Betriebsvergleiche von Wirtschaftsinstituten und Onlinediensten
  • „Feldforschung“: Angebote von Wettbewerbern vor Ort, in den Medien, im Internet

Viele dieser Institutionen stellen die Informationen sogar kostenlos zur Verfügung, wenn auch keineswegs immer in mundgerechter Form. Am besten lässt du dich von Beratern und Experten beim Herausfiltern der für dich brauchbaren Ergebnisse beraten. Verlasse dich aber nicht darauf, dass man dir deine Arbeit gleich ganz abnehmen wird. Bereite dich auf diese Gespräche gut vor, indem du dir über deinen genauen Informationsbedarf Gedanken machst, zum Beispiel: Wie hoch ist die Zahl der Anbieter in meiner Branche? Gesamtumsatz? Gesamtumsatz in meiner Region? Durchschnittlicher Umsatz? Durchschnittlicher Gewinn? Die Zahl der Insolvenzen? Die Zahl der Mitarbeiter?

Schritt für Schritt zum Businessplan

Wenn du dich im Anschluss an die Informationsbeschaffung unsicher fühlst, die einzelnen Kapitel freihändig zu formulieren, könntest du dich von einem der vielen Software-Tools oder Online-Diensten dabei unterstützen lassen. So stellt etwa das Bundeswirtschaftsministerium einen brauchbaren Online-Businessplaner zur Verfügung, der zu jedem einzelnen Abschnitt Fragen vorgibt und aus deinen Eingaben einen fertigen Geschäftsplan erzeugt. Auch die Industrie- und Handelskammern haben mittlerweile auf den gestiegenen Unterstützungsbedarf bei der Geschäftsplanung reagiert. So bietet zum Beispiel die IHK Berlin einen Existenzgründerkurs mit eingebautem Businessplan-Modul.

Unverzichtbar: Der Businessplan für Selbständige in Spe

Wem nützt es?

Die Verschriftlichung gilt in Hochkulturen seit Jahrtausenden als entscheidende Voraussetzung und mächtigstes Werkzeug bei der Umsetzung von Ideen. Betrachte das Aufstellen deines Geschäftsplans daher nicht als bürokratisches Folterwerkzeug unausgelasteter Bürokraten in Behörden und Kreditinstituten. Nutze die Planungsphase, um dein Vorhaben von allen Seiten abzuklopfen, dir deine künftige Geschäftspraxis in bunten Farben auszumalen – und die Ergebnisse zu Papier zu bringen.

Mit deinem Geschäftsplan verfügst du nicht nur über einen hilfreichen Kompass im hektischen Alltag, sondern kannst die tatsächlichen Entwicklungen von Zeit zu Zeit mit deinen ursprünglichen Überlegungen vergleichen. Das wiederum liefert dir eine brauchbare Grundlage für die Planung der nächsten Phase: Ein Businessplan ist nämlich kein einmaliger Akt in der Gründungsphase, sondern eine Art unternehmerischer Dauerauftrag. Folgepläne müssen zwar nicht unbedingt formvollendet fortgeschrieben werden – spätestens bei Änderungen des Geschäftsfelds, größeren Produkteinführungen oder zusätzlichem Kreditbedarf musst du aber auch als gestandener Unternehmer und Freiberufler in der Lage sein, aus deinen Geschäfts-Ideen konkrete neue Ziele und Maßnahmen zu entwickeln.

Erst wenn du persönlich im tiefsten Inneren von deinem Vorhaben überzeugt bist, hast du gute Voraussetzungen, die Gutachter fachkundiger Stellen oder Kreditsachbearbeiter für dein Konzept und deine Unternehmerpersönlichkeit einzunehmen – und dich dann mit deinen Fähigkeiten auf dem Markt gegen deine Konkurrenz durchzusetzen. Und darauf kommt es – Planung hin oder her – letztlich an.

Materialien zum Thema Businessplan:

  • Das Bundeswirtschaftsministerium stellt neben vielen weiteren Informationen und Hilfen auch einen brauchbaren Online-Businessplaner zur Verfügung. Der Besuch der eigens für Gründer geschaffenen Website Existenzgruender.de lohnt in jedem Falle.
  • Ein Handbuch Businessplan stellt die Dortmunder Wirtschaftsförderungs-Initiative start2grow neben vielen weiteren hilfreichen Materialien in ihrem Download-Bereich bereit.
  • Speziell an Gründer aus der Arbeitslosigkeit und andere Inhaber von Klein- und Kleinstbetrieben richtet dich der Linde-Ratgeber Businessplan von Dr. Andreas Lutz (19,90 Euro). Unterstützt wird das Werk seitens der Komplementärpublikation Businessplan-Mappe. Damit hast du eine Allzweckwaffe, wenn du mehr der Typ bist, der aus Büchern lernt.
  • Das Gründungsnetzwerk Berlin steht dir ebenfalls tatkräftig zur Seite und betreibt sogar eine eigene Hotline.
  • Wer es ganz eilig hat, kann dich notfalls auch einen vorgefertigten Branchen-Businessplan kaufen und an die eigenen Bedingungen anpassen. Bei vorlagen.de haben du zum Beispiel die Auswahl zwischen über 190 Vorlagen, bei gruenderagentur.com gibt es derer 150. Mit 49 Euro bis 99 Euro für jeweils über 20 Seiten halten dich die Preise im erschwinglichen Rahmen – zu empfehlen sind die „Geschäftspläne von der Stange“ trotzdem nur sehr bedingt: Gründe siehe oben.

(dpe)

Autor der Ursprungsfassung: Lukas Schlömer
Erstveröffentlichung 14.08.2006 | zuletzt aktualisiert: 14.04.2016

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Betriebliches E-Business Freelance Workflow

Vier Wege, um pünktlich aus dem Büro zu kommen

Pünktlich aus dem Büro zu kommen ist gar nicht so leicht. Immer wieder nehmen wir es uns vor und scheitern zumeist doch kläglich an dieser Aufgabe. Dabei ist das doch gar nicht so schwer, wenn man einige kleine psychologische Tricks anwendet. In diesem Beitrag werde ich dir meine Tricks verraten und du wirst lernen, wie du es schaffen kannst, dein Büro pünktlich zu verlassen. Vielleicht werden sich meine kleinen Taktiken nicht sonderlich neu für dich anhören, doch konsequent angewendet, werden sie trotzdem hilfreich für dich sein.

Vier Wege, um pünktlich aus dem Büro zu kommen

Forscher haben herausgefunden, dass sich lange Arbeitszeiten und Gesundheit nicht vertragen. Das Risiko von Herzerkrankungen steigt mit der Länge der Arbeitszeit. Nun könnte man natürlich einwerfen, dass sich eine solche Studie vielleicht nur auf Menschen beziehen kann, die nicht täglich das tun, was ihnen wirklich Spaß macht.

Ich persönlich bin der Auffassung, dass man auch sehr lange Arbeitszeiten gut wegsteckt, wenn man nur mit den Dingen beschäftigt ist, die Freude bereiten. Leider können nur die wenigsten Arbeitnehmer solches von sich behaupten. Daher ist es absolut angebracht, dass Büro pünktlich verlassen zu können, um sich von der Arbeit zu erholen. Hier sind meine vier Tipps für dich:

1 – Ändere deine Einstellung zu deiner Arbeitszeit

Ändere deine Einstellung zu deiner Arbeitszeit

Viele Menschen bekommen ein schlechtes Gewissen, wenn sie pünktlich den Hammer fallen lassen und nach Hause gehen. Doch das ist völlig falsch und ungesund. Deine Gesundheit ist dein wichtigstes Gut, du solltest sorgsam mit ihr umgehen. Die meisten Menschen können mit etwas Organisation ihr Arbeitspensum durchaus in der Norm-Arbeitszeit schaffen. Du auch. Warum solltest du dann also länger im Büro bleiben wollen? Sage dir folgendes:

Es ist völlig okay, wenn ich pünktlich Feierabend mache und nach Hause fahre. Alle wirklich wichtigen Dinge habe ich heute erledigt, alles andere kann irgendwann einmal abgearbeitet werden. Ich möchte pünktlich nach Hause fahren.

Die ersten Tage wirst du damit noch Schwierigkeiten haben, doch nach und nach wird sich das geben. Auf diese Weise führst du dich selbst an eine gesunde und normale Arbeitszeit heran. Natürlich ist es nicht möglich, immer pünktlich Feierabend zu machen. Manchmal muss man durchaus länger arbeiten. Aber eben nur manchmal. Bedenke stets: Stress fängt immer im eigenen Kopf an.

2 – Plane deinen Tag realistisch durch

Plane deinen Tag realistisch durch

An diesem Punkt entsteht zumeist der Stress. Unrealistische Planungen sorgen für ein sehr hohes Stress-Level. Wer seinen Tagesablauf mit mehr Aufgaben versieht, als er schaffen kann, muss sich zwangsläufig schlecht fühlen und sieht sich dann genötigt, länger im Büro zu bleiben. Du solltest mit dir absolut ehrlich sein und nur die Aufgaben in deinen Tagesplan schreiben, die du wirklich schaffen kannst.

Zudem wäre es sehr hilfreich für dich, wenn du deine Aufgaben mit Prioritäten versiehst. Ich gehe jeden Abend folgendermaßen vor: All meine Aufgaben für den nächsten Tag teile ich in drei Bereiche.

  • Priorität A: Hier sortiere ich alle wirklich wichtigen Arbeiten mit höchster Priorität ein. Diese Aufgaben müssen unbedingt an dem geplanten Tag erledigt werden.
  • Priorität B: Hier kommen alle wichtigen Aufgaben mit mittlerer Priorität hinein. Diese Aufgaben müssen erledigt werden, allerdings ist es nicht schlimm, wenn sie einen oder mehrere Tage später erledigt werden.
  • Priorität C: Das ist die richtige Priorität für alle unwichtigen Aufgaben. Wenn du sie delegieren kannst, tue es. Wenn nicht, sitze das Problem einfach aus. Diese Aufgaben sind nicht wichtig, also macht es nichts, wenn man sie vergisst.

Nimm dir für diese Einteilung Zeit und mache sie so korrekt wie möglich. Arbeite dann die Liste ab. Fange mit Priorität A an und mache nichts anderes, bis du die A-Aufgaben abgearbeitet hast. Nimm dir im Anschluss die Priorität B vor und arbeite diese Aufgaben ab. Solltest du B am Ende des Tages nicht geschafft haben, kein Problem. Sie haben ja keine höchste Priorität. Du kannst am nächsten Tag daran weiterarbeiten, wenn du A beendet hast.

Diese Tageseinteilung nach A, B und C war einer der besten Tipps, die ich je bekam. Denn, egal wie der Tag verlaufen mag, die wirklich wichtigen Aufgaben habe ich am Ende eines Tages stets abgearbeitet. So kann ich mit gutem Gewissen Feierabend machen.

3 – Pünktlich: Setze dir eine absolute Endzeit

Setze dir eine absolute Endzeit für deine Arbeit

Dieser Tipp ist psychologisch sehr wichtig. Deine Arbeitszeit endet immer zu einer bestimmten Tageszeit. Nehmen wir an, du sollst immer bis 17:00 Uhr arbeiten. Dann endet deine Arbeitszeit logischerweise um 17:00 Uhr. Doch wer kennt das Problem nicht: Manchmal wird man mit einer Aufgabe einfach nicht bis zum Arbeitsende fertig. Dann heißt es schnell, wir machen das noch mal eben fertig. Dauert ja nicht so lange. Danach denkt man dann, man könne dieses und jenes noch mal schnell erledigen.

Und bevor man sich versieht, hat man zwei Stunden länger im Büro verbracht als gedacht. Doch genau das wollen wir vermeiden. Setze dir also eine knallharte Endzeit, zu der du dann wirklich den Hammer fallen lässt und deine Arbeit sofort beendest. Ich persönlich beende meinen Arbeitstag um 21:00 Uhr. Meine Endzeit ist 21:15 Uhr. Sollte ich also noch eine wichtige Sache beenden wollen, habe ich dazu 15 Minuten länger Zeit. Doch egal was passiert, um 21:15 fällt bei mir der Hammer und ich beende sofort meine Arbeit.

Setze auch du dir eine absolute Endzeit, zu der du dann wirklich aufhörst zu arbeiten. Du wirst schnell sehen, dass dich dieser Tipp sehr befreit und du ohne schlechtes Gewissen aufhören kannst. Und wenn du ein Problem dann noch nicht gelöst hast, sei es drum. Am nächsten Tag löst du es viel schneller.

4 – Entwickle eine abendliche Routine

Entwickle eine abendliche Routine

Routinen helfen uns, Dinge zu erledigen. Sie gehen innerhalb der kürzesten Zeit in das Unterbewusstsein ein und arbeiten dort für uns, wenn wir das möchten. Daher rate ich dir, eine abendliche Routine zu entwickeln, die dich wirklich jeden Abend vor Arbeitsende begleitet. Sie hilft dir dann ganz entspannt pünktlich aus dem Büro zu gehen und dich auf deinen Feierabend zu freuen.

Sehr geschickt wäre es, dich jeden Abend mit der Planung des neuen Tages zu beschäftigen. Erstelle deine ABC-Prioritätenliste für den nächsten Tag. So startest du planvoll in den kommenden Tag und tust auch noch etwas für deinen entspannten Feierabend. Zudem kannst du dann noch deine Liste für den aktuellen Tag kontrollieren und abhaken.

Wenn es noch passt, solltest du deinen Schreibtisch noch vor Arbeitsende aufräumen. Lasse dort nur das liegen, was du am nächsten Tag benötigen wirst. Dieser Tipp hilft dir gleich zweifach: Erstens gibt er dir ein gutes Gefühl für deinen Feierabend, und zweitens fängt der nächste Arbeitstag dann entspannter an.

Fazit

Diese vier kleinen Tipps sollten dir – wenn du sie regelmäßig anwendest – deinen Arbeitsalltag erleichtern und dir die Möglichkeit verschaffen, pünktlich den Arbeitstag zu beenden. Deine Familie wird es dir danken, denn erstens bekommt sie dich früher zu sehen, und zweitens wirst du wesentlich entspannter sein – trotz eines harten Tags Arbeit.

(dpe)

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Betriebliches E-Business E-Commerce Rechtliches SEO & Online-Marketing

Cookie-Richtlinie: Google macht Ernst und das solltest du auch

In den frühen Herbstwochen haben viele Publisher, die einen Account bei Adsense, Adwords oder Ad Exchange haben, eine Nachricht von Google erhalten: Bis zum 30.09.2015 sollte „eine neue Richtlinie zur Einholung der Zustimmung der Endnutzer in der EU“ umgesetzt werden, indem ein „entsprechender Zustimmungsmechanismus“ implementiert und damit die Zustimmung von Endnutzern zum Einsatz von Google-Produkten eingeholt wird, die Cookies und andere Daten speichern und abrufen, sowie Daten erfassen, weitergeben und nutzten.

Cookie-Richtlinie: Google macht Ernst und das solltest du auch

Es handelte sich rechtlich also um eine Anweisung von Google an seine Vertragspartner. Google scheint dabei, ebenso wie viele Juristen, und im Übrigen auch zu Recht, der Ansicht zu sein, dass die Rechtslage und vor allem die Rechtspraxis in Deutschland den Vorgaben der E-Privacy-Richtlinie 2002/58 EG (PDF) in der Fassung der Richtlinie 2009/136 EG, auch bekannt als Cookie-Richtlinie, nicht entspricht.

Cookie-Richtlinie: Handlungsbedarf ist nicht gegeben?

Genau davon geht aber die Bundesregierung bisher aus. Sie meint, die Richtlinie nicht umsetzen zu müssen, weil die Vorschriften des Telemediengesetzes sie bereits enthalten. Mehr oder weniger alle anderen sehen das anders und meinen, die in der Richtlinie enthaltene Opt-In-Lösung für Cookies sei mitnichten in deutschem Recht enthalten.

Das Resultat dieser verschiedenen Ansichten ist rechtliche Konfusion, auf die in den meisten Fällen mit Nichtstun reagiert wurde, so dass es – wenn überhaupt – bei einem Hinweis auf Cookies in der Datenschutzerklärung blieb. Wer mehr machen wollte, wies bisher schon bei jedem Seitenbesuch auf Cookies hin, und wer ganz sicher gehen wollte, holt bereits jetzt vor dem Setzen von Cookies eine Einwilligung ein. Und genau das verlangt Google nun von allen seinen Vertragspartnern.

Über kurz oder lang wird das wohl nicht nur Vertragspartner von Google treffen, sondern alle, auch wenn das in der Praxis mit einer Flut von Einwilligenden einherzugehen droht. Aber die Europäische Rechtslage erfordert das, denn nach Art. 5 Abs. 3 der „Cookie-Richtlinie“ müssen die europäischen Mitgliedstaaten sicherstellen,

„dass die Speicherung von Informationen oder der Zugriff auf Informationen, die bereits im Endgerät eines Teilnehmers oder Nutzers gespeichert sind, nur gestattet ist, wenn der betreffende Teilnehmer oder Nutzer auf der Grundlage von klaren und umfassenden Informationen, die er gemäß der Richtlinie 95/46/EG u. a. über die Zwecke der Verarbeitung erhält, seine Einwilligung gegeben hat“.

Cookie-Richtlinie: Handlungsbedarf ist doch gegeben

War bisher der Rat, erst einmal nichts zu tun, sehr gut vertretbar, ändert sich mit der Aufforderung von Google zwar nicht die Rechtslage, aber es ist ein deutlicher Hinweis auf die künftige Praxis im Internet und darauf, das eine Zustimmungslösung für Cookies obligatorisch sein wird. Deshalb ist es empfehlenswert, sich auf die kommende Rechtslage einzustellen und eine solche Lösung in die Website einzubinden. Wer Adsense, Adwords oder Ad Exchange nutzt, musste es sowieso bis Ende September 2015 tun.

(dpe)

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Betriebliches Design E-Business Webdesign

Geschäftsberichte als Website: Animiert, interaktiv und großformatig

Vor allem in großen börsennotierten Unternehmen sind Geschäftsberichte mehr als bloßes Zahlenwerk. Sie dienen unter anderem der Selbstdarstellung und enthalten häufig zusätzliche Informationen zu Geschichte und Selbstverständnis eines Unternehmens. Daher sind Geschäftsberichte mitunter sehr aufwändig gestaltet und gedruckt. Zunehmend werden Geschäftsberichte speziell für das Web aufbereitet. Statt PDF-Datei entstehen dann eigens entwickelte Websites, die oft animiert, interaktiv und großformatig sind.

Geschäftsberichte als Website: Animiert, interaktiv und großformatig

One-Pager und Minisites

Geschäftsberichte haben immer schon einen besonderen Stellenwert eingenommen. Die Gestaltung hebt sich oft ab und zeigt eine besondere Note – stellvertretend für das Geschäftsjahr. Das zeigt sich ebenso bei der Präsentation von Geschäftsberichten im Internet. Je größer ein Unternehmen, desto unwahrscheinlicher ist es mittlerweile, dass ein Geschäftsbericht ausschließlich als PDF-Datei der für den Druck vorgesehenen Ausgabe vorhanden ist.

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MailChimp Annual Report 2014

Vielmehr werden teils sehr aufwändige eigene Websites entwickelt. Häufig sind es One-Pager, die mit Scroll-Effekten und CSS3-Animationen angereichert sind. Der bekannte Newsletter-Anbieter MailChimp stellt seit mehreren Jahren seinen Geschäftsbericht als eigenständige und jedes Jahr neu gestaltete Website bereit.

Es handelt sich dabei jeweils um One-Pager, die Jahr für Jahr eine ganz individuelle Gestaltung bekommen. Da schnöde Zahlen alleine – vielleicht abgesehen von den Anteilseignern – kaum jemanden begeistern, werden diese über eine großzügige Gestaltung entsprechend in Szene gesetzt. Scroll-Effekte, großformatige Bilder, plakativ gesetzte Texte und viel Farbe tun ihr Übriges. Die Geschäftsberichte seit 2012 sind jeweils im Internet verfügbar und sind auch für andere Projekte eine eindrucksvolle Inspiration.


Shopify 2014 Year in Review

Auch der Shopanbieter Shopify hat einen One-Pager für seinen Unternehmensbericht. Mit verspielter Typografie, dezenten aber animierten Strichgrafiken wird auf das Geschäftsjahr zurückgeblickt.

Zahlen und Fakten bunt verpackt

Bloße Zahlen rund um ein Geschäftsjahr gehören zwar in jeden Geschäftsbericht, sind aber selten der einzige Inhalt. Häufig wird ein Geschäftsbericht genutzt, um ein Unternehmen und seine Arbeit vorzustellen. Mit hochwertigen Fotos und wohl formulierten Sätzen wird ein Unternehmen ins beste Licht gesetzt.

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Crop Trust Annual Report 2014

So macht es auch die Organisation Crop Trust, die sich für Diversität bei Kulturpflanzen einsetzt. Ihr Geschäftsbericht enthält zwar alle wichtigen Zahlen, die dank zahlreicher teils animierter Grafiken hervorgehoben werden. Darüber hinaus gibt es aber zusätzliche Informationen über die Tätigkeit der Organisation mit zahlreichen Verweisen zum normalen Internetangebot der Organisation.

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Vimeo Annual Report 2014

Auch die Videoplattform Vimeo zeigt in seinem Jahresbericht 2013 nicht nur einfaches Zahlenwerk. Aus Waben mit bunten und teils animierten Icons lassen sich Zahlen, aber ebenso beliebte Videos des Geschäftsjahres anschauen.

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2013 on Ustream

Ebenfalls beeindruckend und alles andere als zurückhaltend ist der Geschäftsbericht der Streamingplattform Ustream, die mit viel Farbe, Animationen, großformatigen Bildern und jeder Menge Abwechslung das Jahr Revue passieren lässt.

Je größer, je seriöser

Es sind meist die Start-ups und Internetunternehmen, die bei ihren digitalen Geschäftsberichten auf viel Farbenspiel, ausgefallene und auffallende Animationen sowie plakative Überschriften setzen. Klassische Großunternehmen stellen zwar mittlerweile ebenfalls häufig ihre Geschäftsberichte als eigene Website ins Netz. Allerdings gibt man sich deutlich zurückhaltender.

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GE 2014 Annual Report/small>

So hat der US-amerikanische Elektronikkonzern GE seinem Geschäftsbericht 2014 ebenfalls eine eigene Website gegönnt. Hier ist jedoch in erster Linie Seriosität gefragt. Kleine Spielereien in der Navigation und dezente Videos im Hintergrund sorgen hier für etwas Abwechslung, bleiben aber zurückhaltend.

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Boehringer Ingelheim Unternehmensbericht 2014

Auch bei deutschen Großunternehmen findet man zu auffallende digitale Geschäftsberichte eher selten. Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat eine durchaus großflächig gestaltete Website für seinen Geschäftsbericht 2014. Trotz Animationen und formatfüllender Fotos besticht hier Seriosität und nicht Ausgefallenheit.

Facebook und Google ganz ohne

Überraschend ist, dass ausgerechnet die beiden Internetriesen Facebook und Google ganz ohne Website für ihre Geschäftsberichte auskommen. Hier gibt es sehr einfach und vor allem für Google ungewöhnlich konservativ gestaltete Unternehmensseiten. Geschäftsberichte sind dort nur als PDF-Datei erhältlich.

Gerade bei Google, das ja immer gerne mit neuen gestalterischen Ideen trumpft und mit dem eigenen Corporate Design  spielt, überrascht es, dass diese Freude am eigenen Unternehmen beim Geschäftsbericht aufhört.

Fazit

Der Blick auf die Websites junger, aber auch großer Unternehmen zeigt, dass Geschäftsberichte ganz unterschiedlich für das Internet bereit gestellt werden. Zwar gibt es eine ganze Reihe gelungener und aufwändig entwickelter Websites für Geschäftsberichte, die teils sehr liebevoll umgesetzt sind, aber es ist noch lange nicht die Regel.

Der Blick rüber zu Facebook und Google zeigt, dass auch große Unternehmen, die im Internet zu Hause sind, nicht zwingend auf eine entsprechende Präsentation für ihre Geschäftsberichte setzen. Aber offenbar sind viele Geschäftsberichte dank HTML5 und CSS3 sehr gelungene Beispiele für zeitgemäßes Webdesign. Als Inspiration dienen viele dieser One-Pager und Minisites allemal.

Ganz häufig ist die gestalterische Qualität und der technische Stand einer Website für einen Geschäftsbericht deutlich besser beziehungsweise höher, als es auf der normalen Unternehmensseite der Fall ist.

Links zum Beitrag

(dpe)

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Vorsicht, Windows 8 vorinstalliert: eine Leidensgeschichte

Die folgenden Vorgänge wären noch vor kurzer Zeit, einer Zeit vor Windows 8, wo Kacheln vornehmlich auf Toiletten zu finden waren, völlig problemlos gelaufen. Eine vorinstallierte Windows-Version durch eine höhere Version zu ersetzen, war jahrelang Usus. Die parallele Installation mehrerer Betriebssysteme war ebenfalls ein gängiges Szenario. Und so geriet ich, trotz 25-jähriger Erfahrung mit Windows-Systemen, in eine schier unglaubliche Situation. Lesen Sie selbst…

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Die Ausgangssituation: ein Samsung Serie 7 Chronos mit Win 8

Vor einigen Monaten kaufte ich ein Samsung-Notebook mit i7, 8GB Ram und 1TB Festplatte, Amazon rief dafür nicht unüppige 1.400 Euro auf. Es war zwar deutlich erkennbar, dass das Gerät mit Windows 8, nicht mit Windows 8 Pro geliefert werde würde, aber das war auch in der Vergangenheit bis Windows 7 schon gebräuchlich und stellte sich bislang nie als problematisch heraus.

Irgendwie wurde ich nie so richtig warm mit dem Gerät, blieb lieber bei meinem Macbook. Als sich dann vor kurzem die Festplatte des Samsung lautstark bemerkbar machte, sah ich meine Chance gekommen. Die verbaute 1 TB-Platte erhält ohnehin nirgends Lobeshymnen, sie gilt als Systembremse schlechthin.

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Ich beschloss, mir als Ersatz eine 512 GB SSD, natürlich von Samsung, damit es nicht zu Schwierigkeiten kommen kann, zu beschaffen und darauf dann direkt Windows 7 zu installieren, um nicht länger auf das von mir als nicht Fisch, nicht Fleisch beurteilte Windows 8 festgelegt zu sein. Auch die SSD kaufte ich bei Amazon.

Der Umbau war nicht ganz trivial. Samsung bietet einfachen Slotzugriff nur noch auf den Arbeitsspeicher. Alles andere ist unter einer Komplettabdeckung verborgen. Um an die Festplatte zu gelangen, musste ich die Rückseite entfernen. Hier wäre ich fast an den werkseitig viel zu fest angezogenen Schrauben gescheitert. Kleiner Tipp an Samsung: Nach fest kommt ab.

Einmal mit lautem Geknacke geöffnet, die kalten Schauer über den Rücken ertragen, war der Wechsel der Festplatte gegen die SSD kein Problem mehr. Ich wähnte mich kurz vor dem Ziel…

Apropos Arbeitsspeicher: Der Samsung hat 8 GB in zwei 4GB Riegeln verbaut. Per Klappe kommt man aber nur an einen der beiden 4er Riegel. Wer beide auswechseln möchte, muss das komplette Mainboard ausbauen, denn der zweite Slot befindet sich tatsächlich genau auf der anderen Platinenseite. Durchdacht, oder etwa doch nicht?

Samsung zu Windows 7 Ultimate 64bit: Nicht mit mir, Freundchen!

Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, dachte ich bei mir, legte die DVD von Windows 7 Ultimate 64bit ein, startete den Rechner und öffnete das BIOS. Dort änderte ich zunächst nur die Bootreihenfolge so, dass das DVD-Laufwerk als erstes abgefragt würde und startete neu.

Der neuerliche Bootvorgang brach dann mit einer Fehlermeldung ab, die mir bedeutete, ein Secure Boot könnte nicht durchgeführt werden. Da dämmerte mir das bislang ignorierte UEFI-Thema. UEFI, der Ersatz für das bisherige BIOS soll ja den ganzen Bootvorgang sicherer machen, zum Nutzen der Menschheit. Und ist UEFI einmal aktiviert, dann bootet das System nur noch mit dem Betriebssystem, dessen Zertifikate im UEFI hinterlegt sind. Im Falle des Samsung also nur mit Windows 8.

Da passte es gut, dass die aktuelle c’t vom 01.07.2013 sich genau des Themas “UEFI-Troubleshooting” annahm und einen ausführlichen Beitrag brachte, der genau erklärt, was es mit dem BIOS-Ersatz auf sich hat (nichts besonderes), welche Probleme auftreten können (ganz schön viele), wofür UEFI sinnvoll (eigentlich zu nicht viel) und wie man es umgeht, wenn man alternative Betriebssysteme installieren möchte.

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Ganz einfach sei das. Man müsse nämlich lediglich im UEFI das Secure Boot deaktivieren und danach als Betriebssystemmodus CSM wählen. Ich begab mich also flugs ins BIOS/UEFI. Das Abschalten von Secure Boot war schnell gefunden, allein die Wahlmöglichkeit CSM konnte ich nirgends finden. Ein erneuter Versuch, nach abgeschaltetem Secure Boot Windows 7 zur Installation zu bewegen, scheiterte dann auch kläglich.

Ich durchpflügte das Web und fand letztlich die vermeintlich beste Hilfe bei Samsung auf der Supportseite zum Produkt in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Rückbau genau des von mir erworbenen Systems von Win 8 auf Win 7. Die komplette Treiberplattform hatte ich mir zuvor schon herunter geladen.

Aber: Trotz identischer Modellnummer konnte ich die Anleitung nicht gebrauchen. Die Screenshots des BIOS entsprachen nicht dem Interface des in meinem Gerät tatsächlich vorhandenen. Auch Samsung schrieb wieder von CSM, allein, in meiner Firmware gibt es diesen Punkt nicht. Ein Anruf beim Support brachte Klarheit: Nein, Sie können kein anderes OS installieren, Sie müssen bei Win 8 bleiben.

Besonders schön war in diesem Zusammenhang die hanebüchene Aussage des Support-Mitarbeiters: Sie können ja auf ein Android-Phone auch kein iOS installieren. Ich verzichtete auf eine Debatte. Ich war eh schon in Zeitnot.

Zwischenergebnis: Samsung verkauft ein Gerät für immerhin 1.400 Euro und stattet es mit Win 8 aus. Obschon es alle relevanten Treiber auch für Windows 7 gibt, entscheidet sich Samsung dafür, das BIOS/UEFI so zu beschneiden, dass eine Installation eines anderen OS außer Win 8 nicht möglich ist.

Ich fand mich zähneknirschend damit ab.

Samsung zu Windows 8 Pro: So nicht, Freundchen!

Nachdem Samsung den Chronos nicht mit physikalischen Medien geliefert hatte und die eingebaute Festplatte wegen Schwierigkeiten gewechselt worden war, stand mir natürlich die Systemwiederherstellung nicht zur Verfügung. Ich empfand das nicht als Problem, ein Clean Install ist mir eh lieber.

Fuchs, der ich zu sein glaubte, griff ich mir eine ordnungsgemäß erworbene DVD mit Windows 8 Pro und schob sie in das Laufwerk. Nach dem Wiedereinschalten von Secure Boot nahm das Samsung die DVD an und bootete nach einer gefühlten Ewigkeit in das Setup. Dieses schien unauffällig zu verlaufen, ich wähnte mich erneut kurz vor dem Ziel…

Nach dem ersten Hochfahren wollte ich direkt dem domänenbasierten Firmennetzwerk beitreten. Ich fand diese Option in der Systemsteuerung jedoch lediglich ausgegraut vor. Ein Blick in die Systemübersicht brachte Gewissheit. Obschon ich ein Windows 8 Pro Installationsmedium eingelegt hatte, wurde lediglich Windows 8 ohne Pro installiert. Und einer der kleinen, aber feinen Unterschiede ist eben, dass Domänenanmeldungen nur mit der Pro-Version funktionieren.

Ich dachte mir noch nichts böses, sondern rief über die Systemsteuerung die Funktion auf, mit dessen Hilfe man Features hinzufügen, also insbesondere auf die Pro-Version upgraden kann. An dieser Stelle bedarf es eines Product-Keys, der mit den entsprechenden Berechtigungen ausgestattet ist. Alternativ kann man online einen via Arvato für knappe 160 Euro erwerben.

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Ich wähnte mich im Besitz eines hinreichend tauglichen Keys und rief daher den Punkt “Ich habe bereits einen Product-Key” auf. Mindestens ein halbes Dutzend mal tipperte ich den Key ein ums andere Mal ein, nur um jedes Mal die Meldung zu erhalten, dass der Schlüssel nicht verwendet werden kann. Ich probierte es mit drei weiteren Keys entsprechender Windows 8 Pro Vollversionen aus, bis ich schließlich aufgab und bei Microsoft anrief.

Nach einer ersten Anlaufstelle, die sich im Wesentlichen durch kaum als solches zu bezeichnendes Deutsch auszeichnete, wurde ich in die Supportabteilung verbunden, wo mir eine sehr freundliche Dame erklärte, dass es keine Möglichkeit gäbe, die von mir ordnungsgemäß erworbenen Vollversionen auf dem Samsung ans Laufen zu bringen. Das Problem sei der im BIOS hinterlegte Product-Key, der das System bei jedem Reboot wieder auf Windows 8 Core zurück stutzen würde, selbst wenn es einem mit Tricks gelänge, Pro zu aktivieren.

Ich müsse mich entweder an Samsung wenden, wo man eventuell bereit sein könnte (was sie aber nicht glaubte), mir behilflich zu sein bei der Entfernung des BIOS-Keys oder aber ich müsse ein Windows 8 Pro Pack nachkaufen, ein dediziertes Update von Windows 8 auf Windows 8 Pro. Meinen Einwand, dass ich doch bereits legal erworbene Vollversionen von Pro mein eigen nenne, nahm die Dame vom Support zwar mitfühlend zur Kenntnis, blieb in der Sache jedoch unbeugsam.

Schlussendlich entschied ich mich zähneknirschenderweise zum Erwerb des Pro Pack online über den entsprechenden Windows-Dialog, weil ich nicht noch mehr Zeit verlieren wollte. Dort verkaufte man mir dann über Arvato das Pro Pack zum Schnäppchenpreis von knapp 160 Euro, zahlbar per Paypal. Hätte ich noch Geduld gehabt, hätte ich möglicherweise einen Hunderter sparen können, indem ich bei Amazon das Produkt gekauft hätte.

win8propack

Andererseits, wer hätte mir garantieren wollen, dass der so erworbene Key dann tatsächlich funktionieren würde?

Windows 8 Vorinstallationen: Lessons Learned

Im Ergebnis hat mich die Umrüstung des Gerätes jetzt fast 600 Euro gekostet, ohne, dass ich das angestrebte Ziel, das Downsizing auf Windows 7 überhaupt erreicht hätte. Dass es Personal Computer geben könnte, die auf ein bestimmtes OS limitiert sind, hätte ich nicht für möglich gehalten. Nicht, weil es das grundsätzlich nicht geben kann, sondern, weil es bei Windows-Geräten in den letzten 25 Jahren nie so war.

Wenn man sich überlegt, warum Samsung ein Interesse daran haben sollte, derart strikt vorzugehen, kommt man kaum zu einem vernünftigen Ergebnis. Es sei denn, und das halte ich in zunehmendem Maße für die plausibelste Erklärung, Microsoft gibt die Vorgehensweise per “Vereinbarung” vor. Wenigstens erfährt Windows 8 so eine gewisse Zwangsverbreitung. Und wenn der Nutzer merkt, worauf er sich da eingelassen hat, dann ist es schon zu spät…

Ich habe meine Lektion gelernt und werde kein Gerät mit vorinstalliertem Windows 8 mehr kaufen. In Sachen Notebook verliert Microsoft mich mit der nächsten Neuanschaffung ganz definitiv vollständig an Apple, wo ich bislang zweigleisig fuhr. Auf einem Macbook kann ich ein Windows meiner Wahl installieren und werde auch nicht vom BIOS darauf limitiert. Denn leider ist für einen ganzen Sack voll kaufmännischer Software, die ich benutzen muss, auch auf Sicht Windows erforderlich. Die meisten dieser Programme laufen nicht mal in einer virtuellen Maschine, so dass ich um native Windows-Installationen auf absehbare Zeit nicht herumkommen werde.

Sollte die Anschaffung eines Desktopgerätes erforderlich werden, werde ich – wie früher – die Teile einzeln kaufen und selber zusammenstöpseln. Die Mainboards, die es im freien Handel gibt, haben zwar ebenfalls alle UEFI, können aber alle auch mit anderen Betriebssystemen gefahren werden, wie die c’t in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt. Verständlich, immerhin wollen die Hersteller von Mainboards eben Mainboards verkaufen, egal für was.

Bevor sich jemand beschwert: Alle Amazon-Links in diesem Beitrag sind keine Affiliate-Links. Wir haben nichts davon, wenn Sie darauf klicken. Also tun oder lassen Sie es.

Im Nachgang will ich noch erwähnen, dass es im Netz Anleitungen gibt, wie man die Setup-DVDs so verbiegt, dass das System selbst bei einem im BIOS hinterlegten Key diesen nicht nutzt. Ich glaube kaum, dass ich das versucht hätte. Aber bei mir war der Zeitpunkt, an dem ich das sinnvoll hätte machen können, eh schon überschritten und noch mehr Zeit wollte ich partout nicht investieren…

Und so schließe ich mit bestem Dank für die intensiven, aber komplett entbehrlichen Erfahrungen an das unheilvolle Duo aus Microsoft und Samsung!

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Office für Mac: Ready for Mountain Lion? Eher nicht…

Microsoft zum Zweiten am heutigen Tage. Am 25. Juli postulierten die Redmonder, Office 2011 sei “ready for Mountain Lion”. Korrekt hätte es wohl heißen müssen, Office 2011 laufe unter Mountain Lion, allerdings ohne dessen Features zu unterstützen. Kein Wunder also, dass sich etliche User veralbert vorkamen und den entsprechenden Blogbeitrag um unliebsame Informationen anreicherten.

Office 2011: Kein iCloud-Support, kein Vollbild-Modus, keine Retina-Unterstützung

“Wir haben eng mit Apple zusammengearbeitet, um eine fantastische Nutzererfahrung zu erreichen.” So schreiben es die Redmonder in den Blogbeitrag zur Mountain Lion-Kompatibilität ihres Office-Produkts. Die Kommentatoren des Beitrags fragen sich allerdings, worin denn diese fantastische Nutzerfahrung bestehen soll, wenn doch zentrale Features des OS überhaupt nicht unterstützt werden.

Weder bietet Office 2011 iCloud-Support, noch Unterstützung für den Vollbild-Modus, noch die neue Versionsverwaltung. Das schwerwiegendste Problem indes scheinen die Verwender des brandneuen und hochpreisigen Retina MacBooks zu erleben. Die Optik des Office auf diesen Displays wird als “fürchterlich”, “Mist” oder “verschwommen” beschrieben. Das Office-Team räumt in den Kommentaren dann auch recht einsilbig ein, dass man künftig nicht garantieren könne, das die zentralen Programme der Office-Suite mit Retina-Displays kompatibel bleiben.

Mir persönlich gefällt die stets gleiche stereotype Reaktion der Redmonder auf die Kommentare. Sie beginnt konsequent mit:

Hi X!
Sorry you are having issues. I suggest you post this issue on MS Answers. One of our support professionals will be able to follow up with you: http://answers.microsoft.com/en-us/mac/forum/

Schön abgefälscht. Fast so geschickt wie Khedira heute abend gegen Argentinien…

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Betriebliches E-Business

Endlich! Google Tabellen lassen sich jetzt bereichsweise schützen

Google Tabellen gehören zu den verbreitesten Kollaborations-Tools in meinem Kunden- und privaten Umfeld. Kaum jemand setzt die Spreadsheet-Lösung aus Mountain View nicht ein, wobei die allermeisten Einsätze eher nicht der klassischen Tabellenkalkulation dienen. Etliche Online-Magazine, darunter wir hier bei Dr. Web, verwenden Google Tabellen zur Realisierung des Redaktionsplans. Aber, wo viele Leute Zugriff auf etwas haben, ergibt es stets Sinn, einzelne Bereiche zu schützen. Das geht jetzt auch in Google Tabellen.

Google Tabellen: Benannte und geschützte Bereiche

Bleiben wir beim Beispiel eines (verkürzt dargestellten) Redaktionsplans. Autoren schlagen Themen vor, Redakteure beurteilen diese Themen, erteilen Schreibaufträge oder nicht. Die Zeitschiene muss verwaltet werden. Wann ist mit dem Beitrag zu rechnen, wie ist der Status und wann soll er letztendlich veröffentlicht werden.

In einigen dieser Bereiche sind Schreibrechte für alle erforderlich, in anderen Bereichen ist es sinnvoll, den Schreibzugriff zu begrenzen und sei es teils nur, um versehentliche Änderungen zu vermeiden. So kann zum Beispiel der Bereich, der die geplanten und publizierten Beiträge darstellt, vom Schreibzugriff her auf die Personen begrenzt werden, die eben diese Planung und Publikation auch vornehmen dürfen. Und das geht so:

Man markiert als entsprechend Berechtigter oder Eigentümer des Spreadsheet einen Zellbereich, den man schützen möchte. Danach wählt man im Menü Daten den Punkt “Benannte und geschützte Bereiche”. Den findet man hier:

Es öffnet sich rechts in der Tabelle eine Sidebar gleichen Namens. Hier besteht nun die Möglichkeit, dem markierten Bereich einen Titel zu geben, sowie ein Häkchen bei “Schützen” zu setzen. Mit einem Klick auf “Fertig” ist die Operation zunächst beendet, allerdings sind die Berechtigungen noch manuell anzupassen. Hierzu klickt man auf das Bleistiftsymbol neben dem benannten Bereich und wählt “Berechtigungen ändern”.

Ein Overlay öffnet sich, in welchem nun für jedes einzelne Teammitglied die Berechtigung gewählt werden kann. Die Wahlmöglichkeiten sind überschaubar. Entweder ein Mitglied erhält die Berechtigung “Darf anzeigen” oder “Darf bearbeiten”. So sieht das aus:

Mitglieder, die nicht über Bearbeitungsrechte verfügen, sehen den geschützten Bereich mit einer Schraffur hinterlegt, wobei die Inhalte voll einsehbar bleiben.

Google Tabellen: Bunte Rahmen und verbesserte Suchfunktion

Zeitgleich mit der Einführung der geschützten Bereiche brachte Google ein weiteres nützliches Feature. Ab sofort ist es möglich, Rahmen auch eine Rahmenfarbe oder eine Schraffur zuzuweisen. Bislang war lediglich die schwarze Umrahmung möglich. Auch diese kleine Neuerung sorgt für mehr Übersicht im Spreadsheet.

Last, not least verbesserte Google die Suchfunktionalität innerhalb von Tabellen durch die Unterstützung regulärer Ausdrücke (regular expressions). Die Eingabe von zum Beispiel ^[A-Z]+ findet alle Zellen, die mit Großbuchstaben beginnen.

Google Tabellen: Sinn der benannten Bereiche

Lassen Sie mich noch kurz auf die benannten Bereiche eingehen. Dieses Feature existiert schon länger und dient dazu, einer Zelle oder einem Zellbereich einen eindeutigen Namen zu verpassen, über den man die Zelle oder den Bereich jederzeit im Tabellenblatt referenzieren kann.

Zum Beispiel ließe sich in einer Zelle D2 der aktuell gültige Umsatzsteuersatz hinterlegen. Dann würde man die Zelle D2 etwa zum benannten Bereich “UST” umdefinieren und hätte fortan die Möglichkeit, bei Berechnungen innerhalb der Tabelle in den Formeln nicht die Zelle D2, sondern den Bereich UST anzusprechen. So wird die Formel lesbarer und bei mehrfacher Referenzierung auch weniger umständlich ansprechbar. Excel-Krieger werden diese Funktion ständig nutzen.

[via Google Docs Blog]

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Betriebliches E-Business Freelance

Knackpunkt Preis: Anhaltspunkte zur Preisgestaltung im Webdesign

Thursday Bram

Den Preis für das Design einer Website festzulegen, grenzt manchmal ans Unmögliche. Eine gut gestaltete Website kann alles zwischen mehreren tausend Dollar und weniger als fünfzig Dollar kosten, je nach Art und Aufbau der Präsenz und hundert anderen Aspekten. Und genau die können es so schwer machen festzulegen, wie viel die eigene Arbeit kosten soll: Woher weiß ich zum Beispiel, was meine Konkurrenz für einen vergleichbaren Internetauftritt verlangt?

Die Preisgestaltung kann nicht einheitlich ausfallen: Während für den Laien die meisten Websites gleich aussehen, gibt es bei der Wahl des Frameworks und der Verarbeitungsprozesse große Unterschiede, die für die stark voneinander abweichenden Preise verantwortlich sind. Die Kosten für eine Website, für deren Gestaltung Sie einfach nur ein neues WordPress-Theme entwerfen müssen, sollten anders ausfallen als für eine E-Commerce-Website, auf der mit sehr viel mehr Besucherverkehr zu rechnen ist. Wir kommen also wieder auf die Frage zurück: wie setzt sich mein Preis zusammen. In diesem Artikel betrachten wir vier Webdesigner, wie sie ihre Preise kalkulieren – und was Sie aus ihrem
Erfahrungsschatz lernen können.

Grundlagen der Preisgestaltung

Ihre Preise sollten mindestens so kalkuliert sein, dass Ihre Ausgaben gedeckt werden, und dann hoffentlich ein bisschen übrig bleibt, außer Sie haben noch eine andere Einnahmequelle. Eine Faustregel für die Preisgestaltung lautet: wie viel Geld benötigen Sie jeden Monat – und rechnen Sie das in einen Stundenlohn um. Dabei gilt es zu beachten: kaum ein Webdesigner hat 40 bezahlte Wochenarbeitsstunden. Selbständige Webdesigner kommen sogar häufig nur auf 20 bezahlte Wochenstunden, ganz besonders als Einsteiger. Die restliche Zeit verbringen Sie damit, neue Kunden an Land zu ziehen, den Papierkram zu bearbeiten und andere wichtige Dinge zu erledigen.

Bauen Sie Puffer in Ihre Kalkulation ein

Wenn Sie Ihre Preise festlegen, dürfen Sie Ihre Ausgaben nicht unterschätzen. Ganz leicht werden ein oder zwei Posten übersehen, beispielsweise die Kranken- oder Rentenversicherung, und Ihre Kalkulation stimmt hinten und vorne nicht mehr. Wenn Sie Ihren Bedarf abschätzen, sollten Sie auf jeden Fall noch einen Puffer einbauen: Von Ihrem Einkommen sollten Sie auch Rücklagen bilden, Notfälle überbrücken und Steigerungen bei Ihren Ausgaben bestreiten können.

Dies alles zusammengenommen bedeutet, dass der Betrag, den Sie zur Deckung Ihrer Ausgaben benötigen, auch nur die Untergrenze für Ihre Preiskalkulation sein sollte. Ihre persönlichen Ausgaben machen nur einen kleinen Teil des Honorars aus, das Sie für Ihre Webdesign-Tätigkeit verlangen. Eine konkrete Anleitung, wie Sie ermitteln können, ob Ihre Preise nicht nur kostendeckend, sondern wirtschaftlich sind, finden Sie im Dr.-Web-Beitrag Betriebswirtschaft für Webworker & Co – Controlling und Kostenrechnung.

1. Die Entscheidung: Projektpauschale oder Stundensatz

Mit eine der wichtigsten Entscheidungen für Sie als Webdesigner ist die Frage: rechne ich je Projekt oder auf Stundenbasis ab? Die meisten Webdesigner kalkulieren die Anzahl der Stunden, die sie für das Projekt aufbringen müssen, was sich über einen Stundensatz leicht abrechnen lässt. Das bringt auch noch andere Vorteile mit sich: nimmt der Kunde Veränderungen am Projekt vor oder fallen Extraarbeiten an, lässt sich ein Kostenvoranschlag auf Stundenbasis bequem überarbeiten.
Soll ich pro Stunde abrechnen?

Mary-Frances Main aus Colorado (USA) ist Webdesignerin. Sie arbeitet ausschließlich auf Stundenbasis. Dazu sagt Main: „Wir berechnen unser Honorar nur nach Stundensatz. Nur sehr sehr selten lassen wir uns auf eine Kostenschätzung für ein ganzes Projekt ein. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir bei Projektangeboten kaum jemals auf unsere Kosten kommen. Es ist dann nicht leicht, für problematische Designs, Änderungen am Projekt oder mangelnde Organisation seitens des Kunden zu kompensieren. Im Gegenzug dafür, dass wir keine Projektgesamtpakete anbieten, machen wir ein günstiges Angebot für Aktualisierungsarbeiten. Da rechnen wir je 15 Minuten ab.“

Die Sorte Kunde, für die Main üblicherweise arbeitet, beeinflusst auch ganz gewaltig ihre Entscheidung, auf Stundenbasis abzurechnen. Die liebsten Kunden sind ihr Dauerkunden – sie benötigen die Dienste des Webdesigners für Aktualisierung, Wartung und Änderungen an der Website. Die Abrechnung auf Stundenbasis ermöglicht es Main, diese Überarbeitungsmaßnahmen zu übernehmen und damit trotzdem genügend zu verdienen.

Abrechnung nach Stundensatz ist sinnvoll, wenn: Sich die Anforderungen an das Projekt ändern können, nachdem Sie bereits mit der Arbeit begonnen haben, Es sich nicht genau abschätzen lässt, wie lange ein Projekt dauert, Sie viele kleine Aufgaben oder Projekte, die sich gerade anbieten, übernehmen, Ihr Kunde mehr verlangt, als Sie gewöhnlich bieten.

Während es für einige Webdesigner sinnvoll ist, ihre Abrechnung auf Stundenbasis durchzuführen, gilt das nicht für alle. Stundensätze bringen auch Nachteile mit sich. Kunden, denen nicht klar ist, wie viel Arbeit tatsächlich in der Erstellung einer Webpräsenz steckt, sehen nur den Stundensatz und bekommen je nach Höhe kalte Füße.

Soll ich je Projekt abrechnen?

Sieht ein Kunde einen Stundensatz von 100 Dollar und denkt in 40-Wochenstundenkategorien, wird ihn das abschrecken. Wenn Sie nun sagen, es dauert 3 Wochen das Projekt umzusetzen, haben Sie am Ende einen Kunden dessen innere Excel-Tabelle mehreren zehntausend Dollar kalkuliert, unabhängig von der Größe des Projekts. Diese Missverständnisse treten gar nicht erst auf, wenn Sie Projektpauschalen anbieten.

Noel Green, ein Webdesigner aus New Mexico, rechnet bei seinen Projekten stets Pauschalhonorare ab: „Wir bieten auch einen Stundensatz, aber lieber ist es uns, für ein Projekt eine Pauschale unterbreiten zu können. Wir haben 8 Jahre Erfahrung darin und wissen inzwischen ziemlich genau, wie viel Zeit wir für ein Projekt veranschlagen müssen. Die Kunden fühlen sich besser, wenn sie für den ganzen Vorgang gewissermaßen eine ‚Flatrate‘ erhalten.“

Für Green stecken in einer Projektpauschale auch noch andere Vorteile. Seiner Erfahrung nach nehmen Kunden weniger Änderungen am ursprünglichen Projekt vor, wenn sie wissen, dass Überarbeitungen über einen Stundensatz abgerechnet werden.

Abrechnung nach Projekten ist sinnvoll, wenn: Sie Projekte dieser Art oft genug bearbeitet haben um zu wissen, wie viel Zeit Sie dafür benötigen,
Das Budget ihres Kunden begrenzt ist und Sie nicht unendlich viele Stunden auf die Rechnung setzen können,
Sie ein Gesamtpaket anbieten wollen, zum Beispiel einen Fixpreis für eine Website samt Hosting,
Das Projekt überschaubar und klar umrissen ist.

Projektpauschale und Stundensatz

Dixie Vogel ist Webdesignerin mit 10 Jahren Berufserfahrung und greift auf noch ein anderes System zurück. Sie rechnet je nach Umständen über eine Projektpauschale oder den Stundensatz ab: „Bei größeren Projekten wähle ich die Pauschale (nachdem ich die erforderliche Zeit geschätzt und mit meinem Stundensatz multipliziert habe). Ich arbeite nicht gerne mit der Stoppuhr in der Hand und dem Gefühl, mit Hochgeschwindigkeit arbeiten zu müssen, um meinen Kunden nicht zu übervorteilen. Außerdem werde ich häufig unterbrochen, das macht einen durchgängigen Zeitnachweis ziemlich schwer.

Für kleinere und begrenzte Projekte greife ich gerne auf einen Stundensatz zurück, da ich leider häufig unterschätze, wie viel Zeit einfache Aufgaben in Anspruch nehmen, und dabei schon öfter draufgezahlt habe. Egal wofür ich mich entscheide, ich nenne meinen Kunden vorab eine gewisse Summe und von der weiche ich nie sehr weit ab.“

Wie weit soll ich mit dem Preis nach unten gehen?

Sich weit unter dem Preis der Konkurrenz zu verkaufen kann verführerisch sein, vor allem, wenn Sie von diesem Einkommen Ihre Ausgaben auch decken können. Es hat den Anschein, als bedeutet billig auch mehr Aufträge und mehr Kunden. Aber von dieser Versuchung sollten Sie die Finger lassen: nicht alle Kunden halten ein niedriges Honorar bei einem Webdesigner für ein Plus. Viele Interessenten kommen zu dem Schluss, dass es einen Grund dafür geben muss, warum Ihr Honorar so viel niedriger ist als das von Kollegen mit ähnlichen Angeboten und Qualifikationen. Vielleicht sind Ihre Resultate nicht einwandfrei, oder Sie arbeiten besonders langsam – ein niedriger Preis wird eher mit einem Problem in Verbindung gebracht als mit dem Versuch des Designers, die Konkurrenz zu unterbieten.

Berechnen Sie Ihren gesamten Zeitaufwand mit ein

Wenn Sie alles betrachten, was Sie bei Ihren Berechnungen bedenken müssen, werden Sie noch eine weitere Facette entdecken. Viele Berufsanfänger stellen nämlich nur die Zeit in Rechung, die sie für Design und Erstellung der Website benötigen. In ihren Anfängen als Webdesigner vor etwa neun Jahren ist auch Main in diese Falle gegangen. Jetzt fließen noch weitere Faktoren in ihr Honorar mit ein:

„Damals haben wir den Zeitbedarf für die E-Mail-Korrespondenz und die gesamten Gestaltungsprozesse nicht berechnet. Heute stoppen wir auch diese Zeiten und rechnen sie entsprechend mit ab.“

Außer Ihrer eigentlichen Arbeitszeit am Design einer Website sollten Ihre Kunden auch noch für weitere Arbeitseinsätze aufkommen:

  • Überarbeitung: Nur ganz selten sind Ihre Kunden mit Ihrer Lösung auf Anhieb zufrieden, aber Sie können Ihnen den Zeitaufwand für Änderungsarbeiten gesondert in Rechnung stellen.
  • Erläuterungen: Es gibt Kunden, mit denen verbringen Sie Stunden, um ihnen immer wieder zu erklären, was alles zum Design einer Website gehört. Dies ist Arbeitszeit am Projekt, die der Kunde zu bezahlen hat.
  • Hosting: Einige Webdesigner vermitteln auch das Einstellen der Website, wenn sie es nicht gleich ganz mit übernehmen. Auch die dafür anfallenden Kosten können Sie auf den Kunden übertragen.

Ihre Preise rechtfertigen

Es wird immer wieder Kunden geben, die wissen wollen, wie sich Ihre Preise zusammensetzen. Dies geschieht häufiger bei Kunden, die mit der Erstellung von Websites und der damit verbundenen Arbeit nicht vertraut sind, es gibt aber keinen festen Kundentyp dafür. Solange Sie erläutern können, wie sich Ihre Preise zusammensetzen – und dabei nicht mit sich handeln lassen – sind die meisten Kunden aber gerne bereit, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Green hat Kunden erlebt, die mit ihm um sein Honorar gefeilscht und gehandelt haben:
„Wir sind hart geblieben, also haben sie sich jemand anderen gesucht…der Kunde, der uns erst nicht wollte, weil wir im Preis nicht heruntergegangen sind, ist schließlich doch wiedergekommen, nachdem er von der Konkurrenz nicht DAS bekommen hat, was er wollte.“

Wenn ein Interessent anfängt, mit Ihnen über den Preis zu verhandeln, kann es schwer werden, hart zu bleiben – und sei es nur, weil Sie das Projekt haben wollen, selbst wenn Sie mit Ihren Preisvorstellungen nach unten gehen müssten. Aber es gibt viele Gründe für einen Webdesigner, einen hohen Preis zu verlangen und auch zu bekommen:
Sie können ein Projekt erheblich schneller umsetzen als ein Amateur. Es ist günstiger, Ihren Stundensatz zu zahlen und das Ergebnis schnell zu erhalten, als einen Laien damit zu beauftragen, der Wochen oder gar Monate dafür braucht.

Sie liefern mehr als nur ein Design – Sie kümmern sich um das gesamte Projekt, vom Designkonzept bis zum fertigen Inhalt. Sie sind ein Geschäftsmann. Ihre Kunden feilschen im Laden auch nicht um den Preis.

Für einen Neuling im Webdesigngeschäft kann es schwer sein, die Kosten für ein Projekt ausreichend hoch anzusetzen, weil ihm ganz einfach das Selbstvertrauen fehlt. Je mehr Erfahrung und Selbstvertrauen Sie gewinnen, umso leichter wird es für Sie, höhere Preise von Ihren Kunden zu verlangen, ohne zu befürchten, den Kunden zu übervorteilen.

Die Preise wachsen mit der Erfahrung und Expertise

Stephanie Hobbs ist Webdesignerin aus South Carolina. Ihre Preise sind mit ihrem Selbstvertrauen gestiegen:

„Als ich 2003 ins Geschäft eingestiegen bin, habe ich für meine erste Website 450 US Dollar für 5 Seiten verlangt. Sobald ich meinen Zeitbedarf besser einschätzen konnte, habe ich für vier Seiten 600 Dollar verlangt. Je besser ich wurde, umso höher habe ich auch meinen Stundensatz angesetzt, und ein solcher Auftrag kostete erst 800 Dollar, dann 1.000 Dollar und nun 1.200 Dollar. Zu Beginn habe ich einen Stundensatz von 40 Dollar berechnet (na ja, vielleicht waren es auch 50 Dollar), jetzt liegt er bei 75 Dollar. Ich konnte meine Preise anheben, da sie aufgrund meines mangelnden Selbstbewusstseins zu Beginn einfach sehr niedrig waren.“

Wann soll ich meine Preise erhöhen?

Ihre Preise von heute müssen nicht notgedrungen in einem Jahr noch gültig sein. Je mehr Erfahrung Sie sammeln und je bekannter und renommierter Sie werden, desto wertvoller werden Sie für Ihre Kunden. Die Zahl Ihrer abgeschlossenen Projekte belegt, welchen Wert Ihre Arbeit hat. Das ermöglicht Ihnen, Ihre Preise anzuheben – und das sollten Sie auch tun.

Zu Beginn ihrer selbstständigen Tätigkeit lag Vogels Stundensatz bei 25 Dollar. Sie ist der Ansicht, dass es ein schlechtes Zeichen ist, wenn sich Kunden nicht über den Preis beschweren: „Wenn sich Neukunden nicht beschweren, sind Ihre Preise zu niedrig.“

Bei jeder Preiserhöhung hat Vogel parallel neue Angebote nach ihrer neuen Preisliste erstellt und ihre Stammkunden benachrichtigt.

Jedes Mal, wenn ich meine Preise erhöht habe, habe ich meine Kunden darüber informiert und ihnen erläutert, wie es dazu kommt. Sie haben immer genug Zeit bekommen, sich gegen eine weitere Zusammenarbeit mit mir zu entscheiden. Aber trotz meiner Preiserhöhungen habe ich nicht einen einzigen Kunden verloren.

Der richtige Zeitpunkt für eine Preiserhöhung

Es ist manchmal ganz schön schwierig, den richtigen Zeitpunkt für eine Preiserhöhung zu finden, besonders bei Stammkunden oder wenn Sie gerade ein Angebot für ein neues Projekt abgegeben haben. Bei Neukunden geht das viel einfacher: Wenn Sie ein neues Projekt besprechen, müssen Sie nur die neuen Preise nennen. Bei Stammkunden kann es Ihnen passieren, dass die sich so sehr an Ihre Preisangebote gewöhnt haben, dass sie für Ihre Dienste nicht mehr ausgeben wollen. Es gibt ein paar einschneidende Momente, wo es leichter ist, Ihre neue Preisliste an den Mann zu bringen:

Der Jahresanfang: Gegen Jahresende können Sie ganz einfach Ihre Kunden benachrichtigen, dass Sie zum 1.1. Ihre Preise erhöhen. Wenn Sie nicht so lange warten wollen, geht dies auch zu Beginn eines neuen Monats.

Neue Projekte: Wenn Ihr Kunde mit einem neuen Projekt zu Ihnen kommt, ist dies der ideale Zeitpunkt, über Ihre neuen Preise zu sprechen. Sie können erläutern, dass Sie in Zukunft für jedes Projekt ein höheres Honorar verlangen. Gleichzeitig haben Sie die Gelegenheit, mit dem Kunden in Ruhe darüber zu reden.
Verträge: Bei Dienstleistungsverträgen, zum Beispiel über kontinuierliche Wartungsarbeiten, sollte stets eine Laufzeit vereinbart werden. Läuft dieser Vertrag aus und soll verlängert werden, ist das für Sie der ideale Zeitpunkt, Ihre Preiserhöhung aufs Tapet zu bringen.

Eine Preiserhöhung bedeutet nicht automatisch, dass Sie auch mehr verdienen: Wenn Sie, wie Hobbs, auch Rabatte geben wollen, sind höhere Sätze unumgänglich:
„Mitglieder meiner Netzwerkgruppen erhalten einen Preisnachlass von 20%, gemeinnützige Organisationen 30% (das ist teilweise der Grund dafür, warum ich mein Honorar auf $1000 angehoben habe… Ich komme meinem selbstgesetzen Umsatzziel sogar näher als erwartet, da viele meiner Kunden Mitglieder in meinem Netzwerk sind).“

Die Preise da draußen – ein paar Beispiele als Anhaltspunkt

All diese Informationen zur Preisgestaltung reichen Ihnen nun vielleicht immer noch nicht aus, um entscheiden zu können, wie viel Ihre Arbeit als Webdesigner wert sein soll. Ein Vergleich mit Kollegen ist wichtig, um einschätzen zu können, ob Ihre Preisvorstellungen angemessen sind.

Mary-Frances Main verlangt für gewöhnlich einen Stundensatz von 60 Dollar für Webdesignarbeiten. Für Programmierungsarbeiten berechnet sie 72 Dollar pro Stunde, für Flash sind es 65 Dollar.

Noel Green verlangt zwischen 2.500 und 5.000 Dollar für eine komplette Website und gibt eine Liefergarantie von 4 Wochen für die Projekte. Projekte, deren Kosten sich am oberen Ende der Preisspanne bewegen, umfassen normalerweise noch komplexere Funktionen, wie zum Beispiel einen Warenkorb.

Dixie Vogel verlangt für gewöhnlich einen Stundensatz zwischen 60 und 80 Dollar für Webdesignarbeiten.

Stephanie Hobbs verlangt ab 1.200 Dollar für eine vierseitige Website, dazu kommen die Aufschläge für größere Projekte und Extrafunktionen wie Flash.

Die Preisunterschiede bei diesen Webdesignern hängen von ihrem Wohnort, aber auch ihrer Berufserfahrung und dem Kundentyp ab, mit dem sie am liebsten zusammenarbeiten. Aber jeder Einzelne von ihnen hat sich genau überlegt, wie viel er verdienen muss, wie weit die Preise von der Konkurrenz abweichen und wo und wie eine Preiserhöhung möglich ist.

(mm),

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Betriebliches E-Business Webdesign

Kalkulation für Einsteiger (Teil 2): Gewinn – Kosten – Umsatz – Preise

Nachdem Sie in einem ersten Schritt den zur Deckung Ihres privaten Lebensunterhalts benötigten Gewinn vor Steuern ermittelt haben, kalkulieren Sie den dafür benötigten Planumsatz und rechnen ihn in passende Stundensätze oder Stückpreise um. Dann vergleichen Sie das kalkulatorische Preisniveau mit den Marktkonditionen und legen schließlich Ihre Preise fest. Dieser Artikel wurde überarbeitet und auf den derzeit aktuellen Stand gebracht.

Ganz gleich, ob Sie Ihren gewünschten Gewinn vor Steuern gemäß Teil 1 dieses Beitrags differenziert anhand Ihrer privaten Lebenshaltungskosten oder ganz grob per Gehalts-Multiplikator ermittelt haben, nun können sie bildlich gesprochen endlich vom Wohnzimmertisch an den Büroschreibtisch wechseln. Ab sofort befinden Sie sich in der betrieblichen Sphäre.

Bei der internen Preiskalkulation nehmen Sie als Selbstständiger die am Ende des Jahres fällige Gewinnermittlung gedanklich vorweg. Sie stellen sie einfach auf den Kopf:

  • Sie nehmen den gewünschten Gewinn vor Steuern,
  • addieren die dafür erforderlichen Betriebsausgaben hinzu und ermitteln auf diese Weise Ihren (Plan-)Umsatz.
  • Den wiederum verteilen Sie auf die produktiven Stunden (das sind die, die Sie Ihren Kunden tatsächlich in Rechnung stellen können) und kommen so zu Ihrem Stundensatz.
  • Sofern Sie unterschiedliche Dienstleistungen zu differenzierten Stundensätzen anbieten wollen, verteilen Sie Ihren geplanten Jahresumsatz auf die verschiedenen Honorarquellen. Den Verteilungsschlüssel bildet die voraussichtlich darauf jeweils verwendete Arbeitszeit.
  • Da Sie bereits wissen, was „hinten rauskommen“ soll, ermitteln Sie im nächsten Schritt zunächst einmal Ihre jährlichen Kosten.

Kalkulationsschritt 4: Vom Gewinn über die Kosten zum Umsatz

Genau genommen ist an dieser Stelle zu unterscheiden zwischen

  • den Fixkosten (die unabhängig vom Umsatz anfallen) und
  • den variablen Kosten (die in Abhängigkeit von der Zahl und dem Umfang von Einzelaufträgen anfallen, zum Beispiel Reisekosten).

Da die Zusammensetzung des Kostenapparats je nach Branche sehr unterschiedlich ist, legen wir im Folgenden der Einfachheit halber nur die Fixkosten zugrunde. Angesichts der überschaubaren Kostenstruktur bei typischen Solo-Unternehmern (wie zum Beispiel selbstständigen Webdesignern), ist diese Vereinfachung durchaus vertretbar.

Sie müssen nur darauf achten, dass Sie alle auftragsbezogenen Zusatzkosten im Einzelfall auch tatsächlich an Ihre Kunden weiterreichen. Sollte das nicht möglich sein, müssen Sie die nicht „fakturierbaren“ Einzelkosten (= nicht in Rechnung gestellten auftragsbezogenen Kosten) aufs Jahr hochrechnen und als Fixkosten behandeln, das heißt auf sämtliche Aufträge (und Kunden) umlegen.

Typische Betriebsausgaben

Die folgenden Betriebsausgaben fallen bei betrieblichen Einzelkämpfern auf dem IT-Sektor üblicherweise an:

  • Büro-Miete (ersatzweise Raumkosten des heimischen Arbeitszimmers),
  • Werbung,
  • Büroausstattung,
  • Büromaterial,
  • Telekommunikations- und Onlinekosten,
  • Darlehenszinsen,
  • Reisekosten,
  • Beratungs- und Weiterbildungskosten,
  • gegebenenfalls Personalkosten (Hilfskräfte),
  • betriebliche Versicherungen,
  • Beratung und Weiterbildung,
  • (Abschreibungen auf) Geschäftswagen und
  • (Abschreibungen auf) Büroausstattung, Computer und Peripheriegeräte.

Abschreibungen auf Investitionen?

Wichtig: Ob Sie bei Ihren internen Kalkulationen die Steuervorschriften beachten oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Das gilt auch für das gewählte Abschreibungsverfahren. Zur Erinnerung: Anschaffungen im Wert über 410 Euro dürfen Sie im Jahr der Anschaffung nicht in voller Höhe steuerlich geltend machen. Diese Ausgaben müssen im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung vielmehr über die „betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer“ verteilt werden. Bei einem Pkw beträgt die zum Beispiel sechs Jahre, bei einem PC drei Jahre.
(Weiterführende Informationen entnehmen Sie unserem Grundlagenbeitrag „Abschreibungen: Zumutung oder Segen?„).

Auf welche Weise Sie (die Finanzierung von) Investitionen in Ihre Preiskalkulation einbeziehen, können Sie jedoch selbst entscheiden. Sie müssen sich nur darüber im Klaren sein, welche Auswirkungen Ihre Entscheidung hat. Denn, ob Sie den Wert einer Anlage ganz, teilweise oder gar nicht in Ihre Kostenrechnung einbeziehen, hat unmittelbar Auswirkungen auf die Höhe kostendeckender und Existenz sichernder Preise:

Angenommen, Sie betrachten die Anschaffung der neuen High-End-Workstation oder gar die des 7er-BMWs im ersten Jahr in voller Höhe als Betriebsausgabe, dann müssen Sie unterm Strich von Ihren Kunden deutlich höhere Honorare verlangen, als wenn Sie das nicht tun (in dem Fall ist dann die Darlehenslaufzeit halt entsprechend länger).

Wer umgekehrt ganz oder weitgehend ohne Investitionen auskommt (indem er zum Beispiel auf einen Geschäftswagen verzichtet und/oder seine Kundenaufträge am alten Privat-PC erstellt), kommt anfangs rechnerisch mit wesentlich geringeren Umsätzen und niedrigeren Angebotspreisen über die Runden. Der gleiche Anbieter wird aber früher oder später zwangsläufig mit überholter oder defekter Betriebsausstattung zu kämpfen haben und nicht über die notwendigen Mittel für Ersatzbeschaffungen verfügen.

Konsequenz: Auch wenn Sie kostenmäßig unter noch so günstigen Bedingungen arbeiten (mietfreie Arbeit im Heimbüro, Nutzung vorhandener technischer Infrastruktur, Mitarbeit von Angehörigen), tun sie normalerweise gut daran, die „eigentlich notwendigen“ Kosten einzukalkulieren. Nur so kommen Sie zu realistischen Preisen.

In Bezug auf die Abschreibungen heißt das: Rechnen Sie grundsätzlich mit der tatsächlichen Nutzungsdauer. Wenn Sie jedes Jahr einen neuen Computer brauchen, müssen Sie dessen Kaufpreis selbst dann in voller Höhe als Betriebsausgabe kalkulieren, wenn das Finanzamt das buchhalterisch nicht gestattet und im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung auf der dreijährigen Abschreibungsdauer besteht!

Vorzeitige Vollabschreibung oder Verkauf

In manchen Fällen ist es unvermeidbar, Jahr für Jahr (zum Beispiel) die allerneueste PC-Generation anzuschaffen (denken Sie nur an Programmierer oder Tester von Computerspielen). Wenn Sie gegenüber dem Finanzamt die vorzeitige technische oder wirtschaftliche Vollabschreibung von betrieblichen Anlagen geltend machen wollen, müssen Sie dafür gute Gründe nennen können. Etwas anderes ist es, wenn Sie Ihre „alten“ Computer unterhalb des buchhalterischen Restwerts verkaufen und dadurch rechnerisch Verlust machen. Hauptsache, Sie verkaufen an Dritte und erzielen übliche Gebrauchtwarenpreise.

Kalkulationsschritt 5: Gesamtarbeitszeit ermitteln

Angestellte haben’s gut. Solange sie regelmäßig im Büro „auf der Matte stehen“, sich keine größeren Verfehlungen zuschulden kommen lassen und ihr Chef zahlungsfähig ist, können sie Monat für Monat mit einer Gehaltsüberweisung in der arbeitsvertraglich vereinbarten Höhe rechnen. Und zwar auch dann, wenn in ihrem Betrieb Auftragsflaute herrscht oder sie in Urlaub, krank und auf Fortbildung sind.

All diese Unwägbarkeiten müssen Selbstständige von vornherein in ihre Preise einkalkulieren. Mehr noch, anders als bei Angestellten genügt es in der Regel nicht, nur seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen: Hat der Kunde am Ergebnis etwas auszusetzen, sind oft langwierige unbezahlte Nacharbeiten erforderlich. Zunächst einmal unbezahlt sind auch all die Vermarktungs- und Verwaltungsarbeiten, die in größeren Unternehmen häufig von eigens dafür eingestellten Mitarbeitern erledigt werden. Denken Sie nur an:

  • Einkauf und Vertrieb,
  • Werbung und PR,
  • Buchhaltung und Steuer oder auch
  • Reparatur, Wartung und Reinigung.

Wundern Sie sich da noch über die oft „horrenden“ Stundensätze von Dienstleistern? Doch eins nach dem anderen. Ein Jahr hat bekanntlich 365 Tage.

  • Wenn Sie davon die 52 Wochenenden abziehen, bleiben noch 261 Tage.
  • Sie wollen karge 3 Wochen Urlaub (= 15 Arbeitstage) machen? Rest: 246 Tage.
  • Eine Woche krank oder aus anderen Gründen arbeitsunfähig (von Fortbildungen ganz zu schweigen)? Bleiben unterm Strich noch 241 Tage.

Ausgehend von einem achtstündigen Normalarbeitstag ergeben sich demnach 241 x 8 = 1.928 Arbeitsstunden pro Jahr – wohlgemerkt bei einer 100-prozentigen Auslastung!

Kalkulationsschritt 6: Produktive Arbeitszeit

Wie nah Sie an diese theoretische Marke kommen, hängt von den Bedingungen Ihres Einzelfalls ab. Viele Gründer wären in der Anlaufphase mit einer Auslastung von 50 Prozent hoch zufrieden. Selbst alte Hasen unter den Solo-Selbstständigen kommen selten auf mehr als 75 Prozent. Und selbst, wenn sie voll ausgelastet sind, müssen die Routinetätigkeiten abends, am Wochenende oder während des Urlaubs erledigt oder an externe Dienstleister vergeben werden. Ein Auslastungsgrad von zwei Drittel der insgesamt 1.928 Stunden, das entspricht etwa 1.285 produktiven Stunden, kann also als guter Durchschnitt gelten. In dem Fall rechnen Sie wie folgt weiter:

Angenommen Sie wollen als verheirateter selbstständiger Webdesigner ein Jahreseinkommen von 56.000 Euro erwirtschaften (um „netto“ 45.000 Euro = 3.750 Euro pro Monat zur Verfügung zu haben, wovon Sie aber noch die Krankenversicherung und Altersvorsorge bestreiten müssen, vgl. Teil 1 des Beitrags). Nehmen wir weiter an, es fallen zurückhaltend geschätzte 14.000 Euro Betriebsausgaben an, dann müssen Sie im Laufe von 1.285 Stunden einen Plan-Umsatz von 70.000 Euro erwirtschaften. Das entspricht einem Stundensatz von rund 55 Euro oder einem Tagessatz von 440 Euro.

Und die Umsatzsteuer?

Die kommt noch obendrauf: Bei allen bisherigen Werten handelte es sich um Nettobeträge. Wenn Sie hauptsächlich mit gewerblichen Kunden zusammenarbeiten, stellen die 55 Euro bereits den entscheidenden Endpreis dar (die zusätzlich berechnete 19-prozentige Umsatzsteuer zieht dieser Kundenkreis ja von seinen eigenen Umsatzsteuereinnahmen ab). Wenn Sie jedoch überwiegend „vorsteuerabzugsberechtigte“ Kunden bedienen (zum Beispiel Behörden, Vereine oder gar Privatleute), dann wird aus dem Stundensatz von 55 Euro unter Strich ein Endverkaufspreis mehr als 65 Euro!

Und was sagt die Konkurrenz dazu?

Mit dem (exemplarisch) ermittelten Stundensatz von 55 Euro lägen Sie als selbstständiger Webdesigner laut GULP Stundensatz Kalkulator recht genau im bundesweiten Honorar-Mittelfeld. Ob Sie Ihre Preisvorstellung jedoch tatsächlich am Markt durchsetzen können, hängt von Ihren Qualifikationen, Erfahrungen, Ihrem Standort, der Zielgruppe und natürlich Ihrem Verhandlungsgeschick ab.

Im Übrigen müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Stundensatz für Sie selbst zwar die zentrale Orientierungsgröße darstellt. In den Verhandlungen mit Ihrer Kundschaft spielt der Stundensatz in vielen Fällen jedoch nur eine nachgeordnete Rolle. Hier geht es vielmehr darum, den eigenen Stundensatz im Rahmen von Festpreiskalkulationen an den Kunden zu bringen. Voraussetzung dafür wiederum sind Erfahrungswerte über die durchschnittliche Dauer abnahmereifer Werkvertragsprojekte.

Fazit

Die Einkünfte von Selbstständigen sind von sehr vielen Faktoren abhängig. Dass Sie letztlich wirklich „verdienen, was Sie verdienen“, kann Ihnen keine noch so genaue Planung garantieren. Trotzdem sollten Sie sich unbedingt über Ihren Einkommensbedarf und Ihre damit einhergehenden Umsatz-, Kosten- und Gewinnerwartungen Klarheit verschaffen. Nur so können Sie Etappenziele festlegen und dafür sorgen, dass Sie nicht erst am Ende von Großprojekten oder gar Anfang des nächsten Jahres feststellen, ob Sie rote oder schwarze Zahlen geschrieben haben. Besser als mit dem beliebten Management by Kontoauszug stehen Sie mit überschlägigen Planzahlen sogar dann da, wenn Sie davon abweichen. So wissen Sie immerhin, wo Sie in Zukunft Abstriche machen oder zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssen.

Mindestens ebenso wichtig: Machen Sie es nicht zu genau! Und: Rechnen Sie sich bloß nicht schwindelig. Kalkulationsgrößen, wie die genaue Einkommensteuerbelastung lassen sich einfach nicht auf den Cent genau bestimmen. Treffen Sie notfalls begründete Annahmen. Rechnen Sie im Zweifel mehrere verschiedene Szenarien durch, zum Beispiel eine optimistische, eine realistische und eine pessimistische. Und: Versuchen Sie es erst gar nicht als billiger Jakob. Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht unter Ihre Schmerzgrenze gehen und ziehen Sie notfalls rechtzeitig die Reißleine.

Material zum Thema:

  • Die gewerkschaftsnahe Selbstständigenplattform e-lancer-nrw.de stellt seinen schlichten Honorarkalkulator „Der Weg zum Wunscheinkommen“ im Excel-Format zum Download bereit.
  • Im bereits erwähnten GULP Stundensatz Kalkulator können IT-Freelancer ihre Honorarvorstellungen auf Realitätsnähe hin überprüfen – inklusive Differenzierung nach Branchen, Regionen und Zielgruppen.
  • Der HighText Verlag veröffentlicht regelmäßig einen iBusiness-Honorarleitfaden, der nach Stundensätzen von Freiberuflern und Agenturen unterscheidet. Die nächste Ausgabe ist ab Mitte September 2010 verfügbar. Kostenpunkt: 39,80 Euro (für iBusiness-Premiummitglieder: 31,84 Euro).
  • Einen Vergleich mit dem durchschnittlichen Jahresbruttogehalt angestellter Webdesigner ermöglicht der knappe Gehaltsreport Webdesigner, den das Magazin Stern veröffentlicht hat. Die Werte sind zwar auf dem Stand von 2006 – als Anhaltspunkte aber nach wie vor brauchbar.

Update: 05.08.2010
Erstveröffentlichung 01.02.2007

Kategorien
Betriebliches E-Business

Steuern steuern: Gewinnkosmetik für kleine Leute

Im Unterschied zum Angestelltengehalt ist der steuerpflichtige Gewinn von Selbstständigen keine feste Größe. Mit ein paar ebenso einfachen wie legalen buchhalterischen Tricks nehmen Sie gezielt Einfluss auf Ihren Jahresüberschuss. Wir zeigen, wie einfach die „Gewinnkosmetik für kleine Leute“ funktioniert. Dieser Beitrag wurde komplett überarbeitet und aktualisiert.

Wer sagt eigentlich, dass nur Großkonzerne ihre Bilanzen „frisieren“ dürfen? Zugegeben: Als Freiberufler oder Kleinunternehmer brauchen Sie keine Bilanz zu erstellen – doch auch im Rahmen der vereinfachten Buchführung („Einnahmeüberschussrechnung“ = EÜR) können Sie aktiv auf die Höhe Ihres zu versteuernden Jahresüberschusses Einfluss nehmen. Das ist sogar nachträglich im Rahmen des Jahresabschlusses in Form legaler „Luftbuchungen“ möglich.

Um Ihren Gewinn auf das gewünschte Maß zu stutzen, können Sie vor allem an den folgenden Schrauben drehen:

  • Vorziehen oder Verschieben von Anschaffungen,
  • Verzögern von Rechnungsstellung und Überweisungen,
  • Übernahme von Privateigentum ins Betriebsvermögen,
  • Vor- und Rücktrag von Verlusten sowie
  • Bildung und Auflösung von Rücklagen in Form sogenannter Investitionsabzugsbeträge.

Ziehen Sie die Progressionsbremse!

Um Missverständnissen vorzubeugen: Gänzlich umgehen können Sie das Versteuern von Gewinnen auf diese Weise nicht. Die Überweisungen ans Finanzamt sind unter Umständen aber erst wesentlich später fällig. Außerdem lassen sich die schmerzhaften Wirkungen der Steuerprogression spürbar lindern: Angenommen ein lediger Steuerpflichtiger erzielt im Jahr 2009 ein zu versteuerndes Einkommen von 10.000 Euro und 2010 eines von 90.000 Euro, dann zahlt er für zusammen 100.000 Euro in den beiden Jahren insgesamt rund 36.000 Euro Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag. Verdient er hingegen in beiden Jahren jeweils 50.000 Euro liegt die Steuerbelastung bei „nur“ 27.200 Euro: Das führt bei identischem Gesamtgewinn zu einer absoluten Steuerersparnis von satten 8.800 Euro oder anders ausgedrückt: zu einer um fast 25 Prozent niedrigeren Steuerbelastung!

Besonders attraktiv ist die legale Gewinngestaltung immer dann, wenn Steuersenkungen ins Haus stehen. Als vor ein paar Jahren der Spitzensteuersatz binnen kurzer Zeit von 53 Prozent auf 42 Prozent gesenkt wurde, ließen sich durch Gewinnverlagerungen im Handumdrehen unverhoffte Steuerersparnisse von zusätzlich über 20 Prozent erwirtschaften!

Nun ist in absehbarer Zeit zwar kaum mit weiteren Senkungen des Einkommensteuertarifs zu rechnen – und schon gar nicht in diesen Dimensionen. Das Prinzip funktioniert aber notfalls auch umgekehrt. Stehen Steuererhöhungen ins Haus, kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Investitionen vorzuziehen.

Doch zurück zur Gewinnverlagerung in die Zukunft: Verzögerte Steuerzahlungen bringen obendrein beträchtliche Zinsvorteile. Entweder Sie haben den Betrag flüssig, dann erwirtschaften Sie Habenzinsen (Kleinvieh macht auch Mist) – oder aber Sie senken Ihren Zinsaufwand, weil ein erforderliches Darlehen kleiner ausfällt, ganz überflüssig wird oder aber früher getilgt werden kann.

Andere geldwerte Vorteile

Gewinnflexibilität ist aber nicht nur unter Steuergesichtspunkten interessant. Angenommen, Sie sind freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dann werden Ihre Sozialversicherungsbeiträge des Folgejahres auf Grundlage des letzten Steuerbescheids berechnet. Ein Gewinnausreißer nach oben sorgt dann nicht nur für höhere Steuern, sondern auch noch für steigende Sozialversicherungsbeiträge. Sind die Versicherungsbeiträge ausgerechnet in einer Flautephase extrem hoch, geraten viele Freelancer an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Ein Gewinneinbruch im laufenden Jahr macht sich dann frühestens 12 Monate später bemerkbar.

Indem Sie den Jahresgewinn während eines guten Jahres durch ein paar vorgezogene Anschaffungen oder einige leicht verzögerte Projekt-Abrechnungen in den „grünen Bereich“ drücken, sorgen Sie völlig legal für Entspannung. Darüber hinaus gibt es im Einzelfall noch viele andere gute Gründe, aus denen kurzfristig ein niedrigeres Einkommen von Vorteil ist, denken Sie nur an Anspruchsberechtigungen für staatliche Zuschüsse, sonstige einkommensabhängige Vergünstigungen oder auch Unterhaltszahlungen).

Zeitpunkt der Zahlung entscheidet!

Die schlichteste Art der Gewinnkosmetik resultiert aus dem Zuflussprinzip bei der vereinfachten Buchführung: Anders als bei bilanzierenden Unternehmen, bei denen der Zeitpunkt der Leistung bzw. die Rechnungsstellung ausschlaggebend ist, gehen Geschäftsvorgänge bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erst dann in die Gewinnermittlung ein, wenn tatsächlich Geld geflossen ist. Eine Ausnahme machen nur die wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben (wie zum Beispiel Versicherungsprämien oder Mietzahlungen), die bis 10 Tage nach Ende oder 10 Tage vor Beginn des zugehörigen Wirtschaftsjahres fließen. Die müssen „verursachungsgerecht“ zugeordnet werden. All das ist im Paragraf 11 des Einkommensteuergesetzes festgelegt.

Es kommt im Normalfall also nicht darauf an, wann die Leistung erbracht oder die Rechnung geschrieben ist. Ausschlaggebend ist, wann es in der Kasse klingelt oder das Konto belastet wird. Geht eine Kundenüberweisung am 31. Dezember 2010 ein, erhöht sich der Gewinn des Jahres 2010. Taucht die Gutschrift dagegen erst am 2. Januar auf dem Kontoauszug auf, wirkt sich die Einnahme auf den Gewinn des Folgejahres aus. Bei Ausgaben verhält es sich ganz genauso – nur halt mit entgegengesetztem Vorzeichen.

Tipp: „Ist“-Prinzip bei der Umsatzsteuer

Auch bei der Umsatzsteuer ist laut Paragraf 20 Umsatzsteuergesetz der Zahlungszeitpunkt entscheidend. Sofern die Besteuerung „nach vereinnahmten“ (statt „nach vereinbarten“) Entgelten nicht von vornherein gewährt wird, kann sie formlos beim Finanzamt beantragt werden. Die Obergrenze für die Inanspruchnahme der Ist-Besteuerung ist bei der Umsatzsteuer übrigens kürzlich verdoppelt worden: Sie liegt zurzeit bundesweit einheitlich bei 500.000 Euro Umsatz pro Jahr. Freiberufler kommen unabhängig von der Umsatzhöhe in den Genuss dieser Sonderregelung.

Nachträgliche Gestaltungsmöglichkeiten

Wenn Sie Ihre Steuererklärung für das Jahr 2009 noch nicht abgegeben haben und feststellen, dass der Vorjahresüberschuss ungewollt hoch liegt, ist das Kind noch längst nicht in den Brunnen gefallen: Sie können auch noch nachträglich auf Ihren Gewinn Einfluss nehmen.

Fangen wir mit den normalen Abschreibungen an. Haben Sie wirklich die komplette Ausstattung und sämtliche technischen Einrichtungen Ihres Büros neu beschafft und als betrieblichen Aufwand geltend gemacht? Oder nutzen Sie – wie viele andere Selbstständige auch – Computer, Werkzeuge, Peripheriegeräte, Telefone, Büromöbel, Teppiche und so weiter, die Sie sich ursprünglich einmal als Privatperson gekauft haben?

Dann ermitteln Sie den aktuellen „Zeitwert“ der betrieblich genutzten Privatgegenstände (beispielsweise über Verkaufsangebote in Anzeigenblättern oder Ergebnisse von Ebay-Versteigerungen) und übernehmen die Wirtschaftsgüter ins Betriebsvermögen. Die Abschreibungen darauf dürfen Sie dann als betrieblichen Aufwand geltend machen. Bei älteren Wirtschaftsgütern ist vielfach eine Komplettabschreibung möglich. Anderenfalls verteilen Sie den verbliebenen Wert auf die restliche Nutzungsdauer. Die Übernahme eines ursprünglich privat angeschafften Wirtschaftsgutes in das Betriebsvermögen ist sogar dann erlaubt, wenn Sie es in den Vorjahren als Angestellter schon einmal als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt haben!

Luxuriöse „Luftnummer“

So sinnvoll es oft ist, betrieblich genutztes Privateigentum in den Betrieb zu übernehmen und abzuschreiben: Die Größenordnungen sind doch arg begrenzt und schnell ausgeschöpft. Zum Glück lässt sich der Gewinn aber auch wesentlich eleganter und großzügiger optimieren. Laut § 7g Einkommensteuergesetz (EStG) dürfen Steuerpflichtige für die „künftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd abziehen (Investitionsabzugsbetrag)“.

Ob Sie diese Investition später tatsächlich vornehmen werden oder nicht, ist zum Zeitpunkt der Rücklagenbildung nicht von Bedeutung. Es besteht keine Beweispflicht. Noch nicht einmal einer Plausibilitätsprüfung muss die Entscheidung standhalten!

Die Voraussetzungen im Überblick

Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:

  • Anspruchsberechtigt sind „kleine und mittlere Betriebe“: Wer seinen Gewinn per Einnahmenüberschussrechnung ermittelt, erfüllt diese Voraussetzung, solange der jährliche Gewinn (vor Abzug des Investitionsabzugsbetrags) 200.000 Euro nicht überschreitet (ab 2011 wieder 100.000 Euro). Bei bilanzierenden Unternehmen kommt es auf das Betriebsvermögen an: Ein Investitionsabzugsbetrag darf bis zu einem Betriebsvermögen von 335.000 Euro gebildet werden (ab 2011 wieder 235.000 Euro).
  • Sind die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, dürfen die Steuerpflichtigen bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens als Betriebsausgabe geltend machen.
  • Die maximale Summe sämtlicher Investitionsabzugsbeträge für alle geplanten Anschaffungen eines Betriebes zusammen liegt bei 200.000 Euro.
  • Ein Investitionsabzugsbetrag darf selbst dann gebildet werden, wenn dadurch ein Verlust entsteht.
  • Wie Sie die Rücklage bis zum Zeitpunkt der Investition verwenden, bleibt Ihnen überlassen: Sie brauchen das Geld also nicht etwa als auf einem separaten Konto zu sparen!
  • Spätestens am Ende des dritten Jahres nach dem Wirtschaftsjahr, in dem die Rücklage gebildet worden ist, muss sie wieder aufgelöst worden sein.
  • Anschaffungen, für die ein Investitionsabzugsbetrag in Anspruch genommen wurde, dürfen „ausschließlich oder fast ausschließlich“ betrieblich genutzt werden: Ein möglicher privater Nutzungsanteil darf demnach nicht größer als 10 Prozent sein.
  • Die Anschaffungen müssen außerdem mindestens ein Jahr lang im Betrieb bleiben.

Wichtig: Wenn Sie sich für die Rücklage entscheiden, genügt die Angabe der geplanten Funktion des anzuschaffenden Wirtschaftsguts sowie der voraussichtlichen Anschaffungskosten. Kostenvoranschläge oder konkrete Lieferantenangebote brauchen Sie nicht vorzulegen. Auch Angaben über den genauen Zeitpunkt der Anschaffung oder gar den Gerätetyp sind nicht erforderlich.

Folgen eines Investitionsverzichts

Sollten Sie im Laufe der Zeit Ihre Meinung ändern und letztlich doch auf eine Anschaffung verzichten, ändert das Finanzamt nachträglich den Steuerbescheid für das Jahr, in dem Sie den Investitionsabzugsbetrag in Anspruch genommen haben. Auf diese Weise erhöht sich nachträglich Ihr Gewinn und Sie müssen für das betreffende Jahr Steuern nachzahlen. Simple Gewinnverlagerungen in ein Jahr mit absehbar geringeren Einkünften und einer daher entsprechend niedrigeren individuellen Steuerbelastung sind auf diesem Weg also nicht möglich.

Außerdem verlangt das Finanzamt im Fall eines Investitionsverzichts pro Jahr Strafzinsen von 6 Prozent. Dabei beginnt die Verzinsung allerdings frühestens 15 Monate nach Ende des Jahres, in dem die Rücklage gebildet worden ist.

Praxistipp: Worauf Sie achten sollten, wenn Sie …

  • einen Investitionsabzugsbetrag geltend machen,
  • an welcher Stelle der Steuererklärung er eingetragen wird und
  • wie die spätere Auflösung der Rücklage funktioniert,

.. können Sie im Beitrag „Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibungen: So steuern Sie Ihre Steuerbelastung“ nachlesen.

Verlustabzug: Gewinnen durch rote Zahlen

Gewinn-Verlagerung, gut und schön – nur: Während der Gründungsphase und angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage haben viele Selbstständige und Kleinunternehmer selten mit (zu) hohen Gewinnen zu kämpfen als vielmehr mit Verlusten. Auch hier ergeben sich zum Glück gewisse Gestaltungsspielräume.

Der Fiskus beteiligt sich nämlich an Ihren roten Zahlen. Angenommen, Sie haben im Vorjahr als Angestellter noch gut verdient und entsprechend hohe Steuern bezahlt. Aufgrund von Anfangsinvestitionen und Anlaufschwierigkeiten fahren Sie im Gründungsjahr nun aber einen Verlust ein. Dann werden Ihre „negativen Einkünfte“ gemäß Paragraf 10d Einkommensteuergesetz bis zu einem Betrag von 511.500 Euro (bei Ehepaaren sogar das Doppelte) mit Ihren Einkünften des Vorjahrs verrechnet. Bereits gezahlte Steuern bekommen Sie ganz oder teilweise erstattet!

Ein Verlustrücktrag und die damit verbundene Steuererstattung ist leider nur ins unmittelbar vorangegangene Jahr möglich. Wenn Ihre Anfangsverluste nun aber nicht ausreichen, um sich alle gezahlten Steuern des Vorjahres zurückzuholen (von Gewinnen ganz zu schweigen), dann empfiehlt sich eine Kombination aus Investitionsabzugsbetrag und Verlustrücktrag. In Paragraf 7g heißt es dazu ausdrücklich: „Abzugsbeträge können auch dann in Anspruch genommen werden, wenn dadurch ein Verlust entsteht oder sich erhöht.“ Einfacher lassen sich gezahlte Steuern nicht zurückholen!

Verschiebebahnhof

Sofern Sie Ihre roten Zahlen durch die Gewinne des Vorjahrs nicht ganz ausgleichen konnten, dürfen Sie den verbliebenen Rest des Verlustes vor sich herschieben. Ein Abzug ist dabei bis zu einem Betrag von einer Million Euro unbeschränkt möglich. Soweit die Verluste die Millionengrenze überschreiten, dürfen 60 Prozent des darüber liegenden Betrags von künftigen Gewinnen abgezogen werden. Eine zeitliche Befristung für den Verlustvortrag gibt es nicht. Sofern Sie in der Zukunft mit einer höheren Steuerbelastung als im Vorjahr rechnen, dürfen Sie auf den anfänglichen Rücktrag auch ganz verzichten. Dafür müssen Sie allerdings einen Antrag an Ihr Finanzamt stellen.

Fazit

Bei der eigenhändigen Ermittlung des Einnahmeüberschusses gibt es Gestaltungsspielräume, von denen Angestellte mit ihren weitgehend feststehenden Gehältern nur träumen können. Bei einem Wechsel ins Selbstständigenlager sollten sich also unbedingt mit den Wirkungen der Steuerprogression und den Möglichkeiten der Gewinnverlagerung beschäftigen. Durch Zahlungsverlagerungen, Investitionsabzugsbeträge und Verlustabzüge lassen sich hohe Steuererstattungen und -nachlässe erzielen – und das völlig legal. Bei anspruchsvolleren Steuersparmodellen sollten Sie sich aber unbedingt von einem Steuerexperten unterstützen lassen.

(tm), (mm)

Links zum Beitrag:

  • „Einnahmen“ und „Ausgaben“ im Sinne des Einkommensteuergesetzes: Paragraf 11 EStG
  • Berechnung der Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten („Ist“-Besteuerung): Paragraf 20 UStG
  • Investitionsabzugsbetrag: Paragraf 7g EStG
  • Sonderabschreibung für kleine und mittlere Betriebe: Paragraf 7g Abs. 1 EStG
  • BMF-Schreiben „Zweifelsfragen zum Investitionsabzugsbetrag“ (PDF, 122 KB)
  • Verlust-Abzug – vorwärts und rückwärts: Paragraf 10d EStG
  • Basisinformationen zu den wichtigsten Steuerarten aus Sicht von Selbstständigen finden Sie in den Einzelbeiträgen zur Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer.
Erstveröffentlichung: 24.04.2006
Update: 10. September 2010