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Verkauf oder wir machen dich fertig! Facebooks harsche Geschäftsmethoden erinnern an alte Italo-Western

“The Good, the Bad and the Ugly” fallen einem ein, oder “Für eine Handvoll Dollar”. Sogar “Spiel mir das Lied vom Tod” lässt sich mit den nun verstärkt bekannt werdenden Praktiken des blauen Netzwerkriesen aus Palo Alto assoziieren. Alles passt, nur die Musik war früher besser. Den Stein ins Rollen brachte App.net-Gründer Dalton Caldwell mit seinem offenen Brief an Mark Zuckerberg. Es gibt jedoch weitere Fälle…

Umsatzdruck zwingt Facebook zu Maßnahmen außerhalb üblicher Umgangsformen

Dalton Caldwell arbeitete an einer Facebook-App, die ähnlich dem werden sollte, was Facebook zwischenzeitlich mit dem eigenen App Center selbst vorstellte. Caldwell arbeitete allerdings früher als Facebook daran und sah im Grunde selber keine Konkurrenzsituation. Zudem hatte er sich im Vorfeld Rückendeckung aus Palo Alto geholt. Er durfte also davon ausgehen, eine offizielle Erlaubnis zu haben, genau das zu erstellen, was er erstellen wollte. So stellt es App.net-Gründer Dalton Caldwell in seinem – bislang unwidersprochenen – offenen Brief an Mark Zuckerberg dar.

Anlässlich eines hochrangigen Treffens im Juni 2012 wurde ihm jedoch unmissverständlich klar gemacht, dass man in seinem Produkt eine Konkurrenz sehen würde, die der Anzeigenvermarktung im Rahmen des App Center-Projekts schaden könnte. Diese Wettbewerbssituation wünsche man nicht und weil man Caldwell sehr schätze, böte man ihm eine Übernahme seines Unternehmens an. Als dieser nicht, wie offenbar erwartet, jubelnd zustimmte, drohte man ihm zwar implizit, aber deutlich genug damit, sein Geschäftsmodell zu zerschlagen. Zu wichtig sei das Projekt App Center und zu dringend sei man auf die Werbeumsätze angewiesen.

Facebook und die App-Entwickler: Tanzen mit dem Teufel

Wie CNet recherchierte, ist Caldwell nicht der einzige Betroffene. Das Magazin geht soweit, die App-Entwicklung für die Facebook-Plattform als “Tanz mit dem Teufel” zu bezeichnen. Manche Änderung an der Facebook-Technik erscheint lapidar, kann jedoch Geschäftsmodelle ruinieren.

So geschah es Siders BandPage, einem Service, der es Musikern erleichtern sollte, mit ihren Fans zu interagieren und eine wachsende Fanbase zu kreiieren. Sider baute BandPage komplett auf der Facebook-Plattform, weil dort beide Zielgruppen, Musiker und Fans, bereits vorhanden waren. Bedeutend für die Funktionalität des Dienstes war ein Facebook-Feature namens “Default Landing Tabs”. Musiker konnten mit diesem Feature ihren BandPage-Tab als Startseite ihres Facebook-Profils einstellen. Mit anderen Worten: Rief jemand die Facebook-Seite des entsprechenden Künstlers auf, wurde er automatisch auf die BandPage-Seite weitergeleitet.

Mit der Einführung der Chronik nahm Facebook die “Default Landing Tabs” aus dem Featureset und der Traffic für Bandpage brach um über 90 Prozent ein. Jetzt müssen Fans erst die Band suchen, dann auf “Gefällt mir” klicken und danach den BandPage-Tab wählen. Der Dienst ist im Grunde am Ende.

Es gibt weitere Beispiele Facebookscher Willkür. Der Newsfeed selber, der nach Aussagen des blauen Riesen aus quantitativen und qualitativen, dabei relativ objektivierbaren Faktoren, entsteht, scheint deutlich mehr unter dem direkten Einfluss Facebooks zu stehen als bislang vermutet. So ist es möglich und wird offenbar auch getan, die Newsfeeds der User gezielt mit bestimmten, werblich interessanten Informationen zu fluten und andere, weniger liebsame Inhaltsschnipsel weitgehend auszublenden.

Auch andere Facebook-fokussierte Dienste, etwa das einst gehypte SocialCam mussten einen Absturz ihrer Nutzerzahlen hinnehmen, nachdem Facebook es für erforderlich hielt, einige Parameter ihres Dienstes so anzupassen, dass der Konsum von SocialCam-Content weniger komfortabel vonstatten gehen konnte.

Alles in allem muss Entwicklern, die sich auf Facebook als OS ihrer Apps verlassen wollen, dringend zur Vorsicht geraten werden. Genau wie bei Twitter ist es auch bei Facebook stets und ohne Vorankündigung möglich, dass für Developer wesentliche Features entfallen oder so verändert werden, dass die eigene App zum Scheitern verurteilt ist. Finger weg von Facebook. So scheint der beste Rat an interessierte Developer zu sein…

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Google+ jetzt mit schönen URLs, zuerst für Britney Spears

Britney Spears und ein paar andere Google+ Accountinhaber können sich seit wenigen Stunden darüber freuen, auch auf Google+ eine URL zu besitzen, die man sich merken kann. Britney Spears etwa firmiert unter google.com/+britneyspears. Und wann bekommen wir Normaluser so schöne Adressen?

Google+ Vanity-URLs: Mit dem Plus im Namen

Zeit wird es ja nun wirklich. Mit der bestehenden Situation können nicht mal hartgesottene Leidensfähige zufrieden sein. Will man seinen G+ Acount per Link mit anderen teilen, erhält man eine Ziffernfolge, die sich nur schlecht memorieren lässt. Menschen, die es nicht gewohnt sind, hartes Gedächtnistraining zu absolvieren, werden unweigerlich daran scheitern. So lautet der Link zu meinem Profil: https://plus.google.com/u/0/101026873872956334466/posts Einfach, oder?

Wie schön ist es dagegen doch bei Facebook? Gut, auch dort dauerte es Jahre, bis Zuckerberg uns schöne URLs erlaubte, aber seitdem ist das Teilen des eigenen Facebook-Profils auf der Rückseite eines Bierdeckels zu erledigen. Selbst im schummerigen Licht der örtlichen Disko kann es gelingen.

Jetzt also beginnt Google+ das Feature auszurollen. Schauspieler wie Hugh Jackman, Sportler wie David Beckham und Marken wie Hugo Boss, sowie Britney Spears sind bereits dabei. Sie und ich kommen eher später als früher in den gleichen Genuss.

Denn die Ankündigung Googles ist vage. Sie lautet (frei übersetzt):

Zunächst führen wir persönliche URLs nur für eine begrenzte Zahl an verifizierten Profilen und Seiten ein. In der Folgezeit planen wir, persönliche URLs auch anderen Marken und Individuen anzubieten.

Geduld ist eine Tugend…

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Betrug! Übervorteilte Facebook Entwickler im Verified-Apps-Programm?

Die Federal Trade Commission der Vereinigten Staaten ist kein großer Fan des blauen Netzwerkriesen aus Palo Alto. Immer wieder nimmt sie die Geschäftspraktiken des Zuckerbergschen Imperiums auf´s Korn. Auch jetzt umfassen die Vorwürfe der FTC rund 19 Seiten. Ein Teil der Vorwürfe betrifft das Programm “Verified Apps”, das Facebook etwa von Mai bis Dezember 2009 betrieb.

Facebook: Kassiert, ohne die Leistung zu erbringen?

Das 19-seitige Beschwerdepapier der FTC befasst sich auf zwei Seiten mit dem Verified-Apps-Programm der Netzwerker aus Palo Alto. Von Mai bis Dezember 2009 hatte man Entwicklern angeboten, Plattform-Apps facebookseitig auf Sicherheit zu prüfen und bei positiver Prüfung ein entsprechendes Siegel zu verleihen. Von Facebook verifizierte Apps durften sich fortan entsprechend ausweisen, erhielten einen grünen haken und den Schriftzug “verified”, tauchten höher in den Suchergebnissen auf und wurden gegenüber den Facebook-Nutzern speziell beworben.

Unter anderem schrieb Facebook (frei übersetzt):

Das Facebook Verifizierungsprogramm für Plattform-Apps wurde geschaffen, um Nutzern behilflich zu sein bei der Suche nach Apps, denen sie vertrauen können — Apps, die sicher sind und respektvoll und transparent mit den Nutzerdaten umgehen. Im Rahmen der Verifizierung haben sie sich der Konformität mit den Plattform-Richtlinien verschrieben.

Entwickler zahlten 375 Dollar für die Prüfung an Facebook. Studenten und Non-Profits zahlten 175 Dollar. Insgesamt wurden so rund 95.000 Dollar vereinnahmt.

Wie die FTC ermittelte, fand jedoch an keinem Punkt überhaupt eine Prüfung, welcher Art auch immer, statt. So habe Facebook sowohl die Entwickler um fast 100.000 Dollar gebracht, als auch dem Nutzer eine Sicherheit suggeriert, die es defacto nicht garantieren konnte.

Dass die Vorwürfe der FTC zumindest nicht an den Haaren herbei gezogen sind, zeigt die laut Guardian erzielte Einigung, die Facebook am vergangenen Freitag akzeptierte. Ähnlich Google zuvor, erklärte sich auch Facebook mit regelmäßigen Prüfungen des Datenschutzes seiner Nutzer für die nächsten 20 Jahre einverstanden. Und was ist mit der zu Unrecht vereinnahmten Kohle der Entwickler?

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Twissues: Neuer Twitter-Service aus Spanien sorgt für vollständiges Tweet-Backup und mehr

Twissues, ersonnen im sonnigen Sevilla, ist ein recht neuer Service, dessen wichtigstes Features es ist, die eigenen Tweets einem unbegrenzten Backup zuzuführen. Twitter selber lässt bekanntlich einen Suchzugriff nur auf die letzten 3.200 Tweets zu und begrenzt die Keyword-Suche über alle Twitter-User überdies auf einen Zeitraum von einer Woche. Wer also noch nicht bei 3.200 Tweets angekommen ist, erhält jetzt mit Twissues die Chance, die komplette eigene Tweet-Historie – beginnend mit Day One – zu archivieren. Über die Backup-Funktionalität hinaus bietet Twissues eine ausgereifte Keyword-Suche, sowohl auf eigene, wie auf fremde Tweets.

Twissues: Je mehr mitmachen, desto nützlicher wird der Service

Twissues ist schnell eingerichtet. Man erteilt dem Dienst die bekannte Autorisierung auf den eigenen Account zuzugreifen und schon beginnt Twissues mit dem Import der letzten 3.200 Tweets. Künftige Tweets werden automatisch in das Backup übernommen. In den Einstellungen des Dienstes lässt sich festlegen, ob man seine Kurznachrichten auch für die Suche durch andere Twissues-User freigeben möchte. Gibt man seine Status-Updates entsprechend frei, wird natürlich die Aussagekraft der internen Suche Twissues deutlich verbessert. Sucht man beispielsweise nach dem Keyword #TextMate, wie ich das im folgenden Beispiel tat, so erhält man neben den eigenen ebenfalls die Ergebnisse aus den Archiven anderer Twissues-User ohne die bei Twitter übliche Begrenzung der Zeitschiene.

Möglich ist zudem die gezielte Suche von Tweets bestimmter Accounts. Das funktioniert aber nur, wenn der entsprechende Account bereits Twissues-User ist. Ansonsten liefert der Dienst eine Fehlermeldung mit der Möglichkeit, den Accountinhaber zu Twissues einzuladen. Bislang entschieden sich rund 10.000 User zur Teilnahme.

Sehr schön an der Realisierung der Suche ist, dass sie mittels einer aussagekräftigen URL initiiert wird, die sich leicht mit anderen teilen lässt. So ist meine Suche nach TextMate extrem gut lesbar: http://www.twissues.com/dpetereit/textmate

Nettes Detail am Rande: Die rechte Sidebar lässt sich insoweit personalisieren, als es möglich ist, die Trending Topics aus drei verschiedenen Regionen der Welt anzuzeigen. Ich persönlich habe mich dafür zwar noch nie interessiert, aber da gibt es offenbar auch andere Meinungen zu.

Chef des Ganzen ist Javier Padilla, dessen Twitter-Account allerdings nur Spanisch-Kundige Nutzwertiges werden abringen können. Padilla ist übrigens nicht zu verwechseln mit diesem Padilla, dem es sich unbedingt zu folgen lohnt…

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Pulse: News-App für iOS und Android jetzt auch im Web nutzbar

Pulse gehört zur Gruppe der Social Magazines in der Tradition von Flipboard und Zite. Nutzer wählen ihre bevorzugten Newsquellen aus und erhalten ein durchgestyltes Nachrichtenmagazin, das in homogener Optik Nachrichten aus urspünglich verschiedenen Layouts aggregiert. Pulse gehört insofern weiterhin zu den Pionieren, als es nun eine Web-App gleicher Funktionalität vorweisen kann, wo andere immer noch auf Tablets und Smartphones limitiert bleiben.

Pulse Web-App: Wo wäre sie ohne Microsoft?

Ich persönlich nutze Pulse seit etwas über einem Jahr, dabei eher sporadisch. Zu eingeschränkt ist mir die Quellenauswahl. Ich bin eher RSS-fokussiert, was mir die Nutzung von Flipboard näher legt. Dabei ist die Optik, mit der Pulse die Nachrichten präsentiert durchaus sehr ansprechend. Sowohl auf dem iPad, wie auf dem HTC One X kann die App überzeugen.

Startseite der Pulse Web-App


Pulse: Nachrichtenüberblick


Pulse: Artikelansicht mit Konfigurationsoptionen

Seit einigen Stunden steht Pulse nun auch in der Form einer Web-App zur Verfügung. Und diese App überzeugt ebenfalls. Meines Erachtens definiert die Pulse Web-App, wie eine News-App im Browser heutzutage auszusehen hat. Was erfahrenen Nutzern allerdings sofort auffällt, ist die sehr deutliche Nähe zur Metro-UI aus Windows 8. Und die kommt nicht von ungefähr, sondern resultiert aus einer engen Zusammenarbeit mit Microsoft-Entwicklern, die sich offenbar Pulse als Musteranwendung für die im Herbst erscheinenden Windows 8 Tablets erkoren haben. So verwundert es nicht, dass im offiziellen Vorstellungsvideo auf YouTube das IE10-Logo so stark dominiert, dass man annehmen könnte, Pulse sei ein Microsoft-Produkt.

Dem Anwender kann es letztlich egal sein, es sei denn, er erwägt den Kauf eines Windows 8 Tablets. Denn die aufwändige Erstellung der Pulse Web-App lässt darauf schließen, dass es Pulse auf Win-Tablets nicht als native App geben wird; weniger schön bei eingeschränkter Konnektivität.

Im Grunde unnötig zu erwähnen, dass sich der News-Status über das eigene Pulse-Konto auf die diversen eingesetzten Geräte, etwa iPad oder Android, synchronisiert. Was halten Sie von Social Magazines im Allgemeinen und Pulse im Besonderen?

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Infinite Social Wall: Tumblr-artiger Pinterest-Lookalike mit PHP erstellen zum Selberhosten

Keine Sorge, meine Überschrift klingt sperriger als sich das Tool des amerikanischen Studenten Philip Bjorge tatsächlich darstellt. Auf der Basis von MySQL, PHP und einigen jQuery-Plugins liefert Bjorge einen Aggregator für alle persönlichen Aktivitäten. Auf der eigenen Website lassen sich so die persönlichen Social Media Streams, aber auch beliebige RSS-Feeds in einer Pinterest-ähnlichen Optik darstellen. Die Installation ist einfach.

Infinite Social Wall: Persönliches Backup der eigenen sozialen Aktivitäten

Auf seiner persönlichen Homepage verwendet Bjorge sein PHP-Script Infinite Social Wall als Startseite und aggregiert dort seine verschiedenen Aktivitäten aus sozialen Netzwerken wie Instagram, Google+ oder Reddit. Weitere nativ unterstützte soziale Dienste sind Github, Twitter, Stackoverflow und Pinterest. An letzterem orientiert sich auch die Optik der Lösung.

Grundsätzlich ist Infinite Social Wall nicht auf die nativ unterstützten Dienste limitiert, sondern kann mit allen Services genutzt werden, die einen RSS-Feed zur Verfügung stellen, was mittlerweile auch bei Facebook wieder der Fall ist.

Infinite Social Wall bringt keine Installationsroutine mit, stellt den interessierten Selbsthoster jedoch dennoch nicht vor große Probleme. Im Wesentlichen gilt es eine Tabelle in einer MySQL-Datenbank anzulegen, sowie innerhalb der config.php die auszulesenden Feeds und/oder Dienste zu definieren. So würde man eine Verbindung zu Github anlegen:

"github" => array(
    "user" => "philipbjorge",
    "url" => "http://atom2rss.semiologic.com/?atom=https://github.com/{USER}.atom"
),

Innerhalb der config.php muss natürlich eine Anpassung der Datenbankparameter auf die eigene Umgebung erfolgen. Die im Downloadpaket ebenfalls enthaltene demo.php stellt die eigentliche Funktionalität des Infinite Scrolling der eigenen Inhalte bereit, ist aber nur mit den nötigsten Aufrufen ausgestattet. Auf der Github-Seite zum Projekt erläutert Bjorge detailliert, wie man seine PHP-Seiten ausstatten muss, um Infinite Social Wall zum Laufen zu bringen. Die Optik wird – wie gewohnt – mittels CSS definiert.

Und so funktioniert das System: Bei Aufruf der demo.php werden die ersten 20 gefundenen Einträge aus den definierten sozialen Netzwerken in einen Div-Container geladen, der wiederum zur Anzeige gelangt. Die jQuery-Plugins Isotope und infinite-scroll werden auf diesen Container angewendet. Gleichzeitig startet ein Update-Request auf die in der config.php definierten Feeds. Deren Inhalte werden als HTML ausgelesen und in der MySQL-Datenbank abgelegt. Letzteres führt auf längere Sicht betrachtet zu einem umfangreichen, quasi lokal gespeicherten Backup der eigenen sozialen Aktivitäten. Jeder Besucher der Website wirkt wie ein Cronjob, so dass stets die aktuellsten Inhalte ausgegeben werden.

Infinite Social Wall ist erst wenige Tage alt und steht unter der MIT- und der BSD-Lizenz zum kostenfreien Einsatz zur Verfügung. Eine Einschränkung ergibt sich aus dem verwendeten Isotope, das lediglich für persönliche und nicht-kommerzielle Zwecke kostenfrei genutzt werden darf.

Das folgende Video zeigt die Funktionsweise:

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Chrome: Facebook Disconnect und ShareMeNot bremsen Facebooks Datenhunger

Und schon wieder geht es um Facebook, die soziale Plattform, die die Welt spaltet. Denn einerseits ist es ja bequem, mit lieben Freunden Kontakt zu halten und fast minütlich eigene Interessen, Gefühle, Gedanken oder Fotos teilen zu können. Andererseits gerät Facebook immer wieder in die Kritik wegen des extrem laschen Umgangs mit den Daten seiner Nutzer. Heute geht es darum, wie man die auf fast allen Webseiten gegenwärtige Facebook-Verbindung entfernen kann. Um das zu erreichen, bietet der Chrome Web Store eine Erweiterung mit sehr deutlichem Namen an: Facebook Disconnect. Und Mitarbeiter der Universität für Computerscience in Washington haben eine ähnliche Erweiterung entwickelt, welche die selbe Aufgabe erfüllt: ShareMeNot. Wir stellen beide kurz vor.


(Bildquelle: birgerking auf Flickr | CC-BY-SA)

Facebook Disconnect: eine Erweiterung zum Blockieren von Facebook-Verbindungen

Facebook Disconnect ist eine Chrome Erweiterung, welche von Brian Kennish entwickelt wurde. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Facebook-Verbindung auf vielen Webseiten zu deaktivieren. Wofür ist das gut? Nun, ich möchte hier zwei Gründe nennen, welche mir sehr wichtig zu sein scheinen. Erstens, verkürzt sich die Ladezeit einer Webseite. Facebook-Verknüpfung ist ja meistens mit sehr viel Inhalt gefüllt und das beansprucht viel Platz, was sich in den Ladezeiten der Webseite wiederspiegelt.


Facebook-Verbindung beansprucht viel Platz

Zweitens werden durch die Facebook-Verknüpfung alle Informationen über Ihr Surfverhalten an diese Plattform weitergeleitet. So werden Ihre Daten gesammelt und wie Sie es wohl selbst wissen, bleiben diese nicht ganz geheim. Ich war also sehr froh darum, die Facebook Disconnect Anwendung entdeckt zu haben und habe sie sofort ausprobiert. Übrigens ist die Anwendung ganz kostenfrei.

Befreiung von der Facebook-Allgegenwart

Ich mache es ja gerne ganz genau. Ich gehe gerne alle Schritte, vom Download bis zur Verwendung durch und liste danach alles für Sie auf. Im Falle der Facebook Disconnect gab es lediglich nur einen Schritt: auf „Hinzufügen“ zu klicken. Das war’s. Den Fakt, dass die Erweiterung tatsächlich funktioniert, merkt man, indem man eine Webseite öffnet und keinen Facebook-Button mehr findet. Ich halte es für wichtig, dies hier zu erwähnen, weil ich selbst ein paar Minuten lang nach dem Icon von Facebook Disconnect suchte und nichts in meiner Browserleiste fand. Dann stellte ich mir die Frage, ob die Erweiterung überhaupt da ist. Ich erhielt die Bestätigung, nachdem ich die Webseite von Spiegel öffnete und den so gut bekannten Facebook-Button nicht mehr sah.


Zum Vergleich: ein Spiegel-Artikel ohne Anwendung „Facebook Disconnect“


Da fehlt doch was: ein Spiegel-Artikel, nachdem die Anwendung installiert wurde

Ich empfehle es also, Facebook Disconnect zu installieren. Schließlich sind wir nicht dazu verpflichtet, Facebooks Datenhunger bereitwillig zu stillen.

ShareMeNot: keine Verfolgung von Sozialplattformen-Buttons mehr

ShareMeNot ist eine Chrome-Erweiterung, welche ähnlich wie Facebook Disconnect funktioniert. Nur wird hier die Verbindung nicht nur zu Facebook, sondern auch zu mehreren bekannten sozialen Netzwerken wie Twitter, Google+ u.a. deaktiviert. Die Erweiterung verhindert, dass beim Besuch irgendeiner Webseite über die Verknüpfungen mit Sozialplattformen Informationsaustausch stattfindet. Um ShareMeNot zu installieren, gehen Sie entweder auf die Download-Seite der Computerscience-Community oder auf den Chrome Web Store. Nach der Installation erscheint das Icon der Anwendung in ihrer Browser-Menüleiste. Nun können Sie zum Testen irgendeinen Beitrag von Spiegel aufmachen. Was fällt Ihnen auf? Genau, anstelle des Facebook-Like-Buttons befindet sich das ShareMeNot-Icon! Wollen Sie auf einmal den Beitrag doch mit Facebook oder einer anderen Plattform verknüpfen, klicken Sie einfach auf das Icon der Erweiterung. Dann wird die Verknüpfung zum entsprechenden sozialen Netzwerk wieder aktiviert.


ShareMeNot: so sieht es nach der Installation der Erweiterung aus

Was ich bei ShareMeNot sehr gut finde, ist die Möglichkeit, sich auszusuchen, von welchen Sozialplattformen die Verknüpfungen blockiert werden sollen. Dafür klicken Sie auf das Icon der Erweiterung. Ein Fenster erscheint und darauf sehen Sie die Namen von einigen bekannten Sozialplattformen mit einem Häkchen neben dran. Nun können Sie das Häkchen an den Stellen entfernen, zu welchen die Verknüpfung erhalten werden soll. Die Verknüpfung zu diesem Netzwerk bleibt dann auf allen Seiten, wo sie existiert, erhalten.


Sie können sich aussuchen, zu welchen Sozialnetzwerken die Verknüpfung erhalten bleibt

Man muss noch beachten, dass die Erweiterung ein Teil des Forschungsprojektes einer Gruppe der Washingtoner Universität ist und (noch) nicht für den allgemeinen Gebrauch empfohlen ist. Das bedeutet, es kann durchaus sein, dass sie nicht auf allen Webseiten funktioniert. Aus diesem Grunde bittet die Forschergruppe um entsprechende Rückmeldung, um die Anwendung zu verbessern.

Fazit: Natürlich ist es nicht sichergestellt, dass die beiden vorgestellten Erweiterungen auf allen Webseiten einwandfrei funktionieren. Zumindest in meinem Testfeld funktionierte die Blockade stets einwandfrei. Ich persönlich halte diese Erweiterungen für sehr schöne Projekte, welche dazu beitragen, die Benutzerdaten auch tatsächlich zu schützen.

(dpe)

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Meilenstein: Twitter verbessert interne Suchfunktion massiv

Twitters Suchfunktionalität außerhalb von Hashtags war bislang, freundlich ausgedrückt, weniger als mäßig. Dabei wäre gerade eine zuverlässige Echtzeitsuche ein wettbewerbsrelevantes Feature, mit dem sich Twitter deutliche Vorteile gegenüber Google und Facebook hätte verschaffen können. Während Google wenigstens mit Google+ schon qua Kernkompetenz auf einem guten Weg ist, bietet Facebook nach wie vor keine ordentliche Suchfunktion. Was Twitter am gestrigen Abend vorstellte, bringt das Unternehmen aus San Francisco einen großen Schritt nach vorne.

Twitter mit simplerer Suche, Autosuggest, Spellcheck und vielem mehr

Schon am Donnerstag sandte Twitter-Entwicklerchef Pankaj Gupta einen rätselhaften, aber aufmerksamkeitsstarken Tweet in die Weböffentlichkeit. Danach sollte das Suchen und Finden auf Twitter sich für immer verändern. Er gratulierte dem Team für diese Leistung und prophezeite einen enormen Effekt der Neuerungen, der so groß sei, dass viele ihn derzeit noch gar nicht ermessen könnten:

Spekulationen schossen ins Kraut, wir bei Dr. Web lehnten uns zurück und beschlossen zu warten. Immerhin hatte Gupta ja von tmrw (tomorrow) gesprochen. So viel Zeit sollte eine Redaktion haben…

In der mitteleuropäischen Nacht zu Samstag ging dann der offizielle Blogbeitrag Twitters unter dem reduzierten Titel “Simpler Search” online. In der Tat handelt es sich bei dieser Überschrift um ein beachtliches Understatement, denn das, was Twitter nun implementiert, wird nicht nur die Nutzer des Dienstes begeistern. Die Verwendung der Twitter-Website, sowie der offiziellen Clients für iOS und Android, die ebenfalls bereits Updates erfuhren, dürfte sich in naher Zukunft vermehrfachen.


Twitters Suchfunktion bietet jetzt ein Autosuggest

Entwickler alternativer Clients sollten sich einen Pullover mehr anziehen. Das Unternehmen aus San Francisco macht Ernst mit der Ankündigung, sie würden mit ihrem Dienst tun, was sie damit tun wollen. Vor dem Hintergrund der vorgestellten Veränderungen wird greifbarer, was gemeint gewesen sein könnte, als vor einer guten Woche die Rede von “strikteren Richtlinien zur Nutzung der Twitter APIs” war. Es könnte damit zu rechnen sein, dass Twitter den Suchzugriff auf die leistungsstärksten APIs, im Wesentlichen die sog. Firehose, für externe Entwickler unzugänglich machen wird. So würde die neue interne Suchfunktionalität via Twitter-Website gestärkt. Gleichzeitig würden die offiziellen mobilen Clients einen ganz erheblichen Wettbewerbsvorteil erfahren. Twitters Ziel ist nach eigenen Angaben, eine konsistente Nutzererfahrung im Umgang mit dem eigenen Dienst zu gewährleisten. Wir berichteten vor einigen Tagen darüber.

Twitters Simpler Search im Einzelnen

Um diese Neuerungen geht es:

  • Autosuggest im Suchfeld: Wie wir es aus der Googlesuche kennen, wird künftig auch in der Twittersuche mit der Eingabe der ersten Zeichen nach passenden Vorschlägen gesucht. So kann man den gewünschten Suchbegriff im besten Falle aus einer Liste wählen, ohne genau wissen zu müssen, wie die korrekte Schreibweise ist. Außerdem kann auf diese Weise assoziativ nach weiteren relevanten Zusammenhängen gesucht werden, auf die man ohne Autosuggest eventuell gar nicht gekommen wäre.
  • Rechtschreibkorrektur: Tippt man ein Wort fehlerhaft ein, versucht Twitter mit einem Korrekturvorschlag zu erraten, wonach mutmaßlich tatsächlich gesucht werden sollte.
  • Vorschläge ähnlicher Suchen: Bei der Suche nach Themen, über die auf Twitter unter unterschiedlichen Oberbegriffen kommuniziert wird, versucht die Suche zu ermitteln, welche davon am aktivsten sind. So soll man zu den relevantesten Ergebnissen geführt werden.
  • Suche nach Twitternamen und Echtnamen: Wird, wie in Twitters Blogbeispiel nach ‘Jeremy Lin’ gesucht, werden künftig sowohl Ergebnisse angezeigt, die den Langnamen beinhalten, wie auch solche, die lediglich den Twitter-Benutzernamen verwenden.
  • Ergebnisse aus dem Kreis derer, denen man auf Twitter folgt: Die aus meiner Sicht interessanteste Neuerung ist die Möglichkeit, die Suche zu begrenzen auf den Kreis der Personen, denen man selber auf Twitter folgt. So kann auch nach eher generischen Begriffen, wie etwa Party, gesucht werden, wenn man wissen will, wer am Samstag auf die Piste gehen wird.


Twitters Suche mit Begrenzung auf den Personenkreis derer, denen man folgt

Wer jetzt schnell diesen Beitrag verlassen will, um die Neuerungen auf Twitter zu testen, wird enttäuscht. Denn in Deutschland ist bislang nicht viel davon nutzbar. Die Rechtschreibkorrektur wird vermutlich noch längere Zeit auf die englische Sprache begrenzt bleiben, alle anderen Features sollten sich in der nächsten Zeit in lokalisierter Fassung auch hierzulande nutzen lassen. Die Begrenzung der Suchfunktion auf „People you follow“ ist bereits aktiv.

Da eine leistungsfähige Echtzeitsuche schon seit Jahren als das Killerfeature gehandelt wird, das Dienste im Wettbewerb voneinander abgrenzen kann, ist Guptas Tweet im Nachhinein nicht als übertrieben zu bezeichnen. Sollte sich Twitters neues Featureset tatsächlich als so leistungsfähig darstellen, wie es angekündigt ist, hat der Zwitscherdienst aus Kalifornien die Nase im weltweiten Kommunikations- und Nachrichtengeschäft ganz weit vorne. Jetzt bleibt ihm fast nichts anderes übrig, als die Leitungen zu externen Entwicklern, die auch nur entfernt so etwas wie einen Twitterclient anbieten, zu kappen.

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Entwickler entdeckt Kaufintegration in Facebook-Code

Es war klar, dass Facebooks Reinkarnation des Open Graph eine Vielfalt neuer Möglichkeiten mit sich bringt, die nicht alle bereits implementiert sind. Die Öffnung hin zu Objekten erlaubt die Einbindung beliebiger Elemente und ist naheliegenderweise nicht auf Personen, Orte, Veranstaltungen etc. limitiert. Im Grunde ist von Beginn an absehbar gewesen, dass Facebook auch Produkte kommerzieller Art, also Waren und Dienstleistungen im weiteren Sinne, in den Open Graph integrieren würde. Entwickler Tom Waddington fand nun Hinweise im Facebook-Code, die auf eine weitergehende Integration von Produktaktionen schließen lässt.

Facebooks Want-Button: Will ich haben

„Will ich haben“ ist eine naheliegende Variante, um innerhalb der Facebook-Plattform seine Kaufabsicht zum Ausdruck zu bringen. Es gibt bereits einige Implementationen von Drittanbietern. Vor knapp zwei Wochen fand Entwickler Tom Waddington den entsprechenden nativen Facebook-Code dazu im SDK und stellte eine Beispielimplementation auf seiner Website vor. Danach sieht der Code so aus:

Waddington konnte einige Aktionen mit dem Button erstellen, jedoch keine echten Ergebnisse erzielen. Nach seiner Interpretation sollte der Want (Will ich haben) Button eine Art Wunschliste mit Empfehlungscharakter aggregieren. Seine jüngsten Erkenntnisse indes lassen auf eine weitergehende Absicht des Netzwerkriesen aus Palo Alto schließen.

Danach wird das bisherige Produkt-Objekt intern bereits als „Product Old“ gehandhabt. Das neue Produkt-Objekt ist mit interessanten Aktionen verknüpft. So gibt es die Aktionen „kauft“ und „hat gekauft“, wie auf den beiden folgenden Screenshots ersichtlich ist:

Fraglich bleibt, ob hinter der sog. Social Commerce Strategie Facebooks weiterhin lediglich eine Aggregation von Absichten und Aktionen stehen wird oder ob es tatsächlich zu einer Integration von Kaufmöglichkeiten kommt. Zum jetzigen Zeitpunkt deutet der Code darauf hin, dass der neue Produktbegriff einen generischen Teil, eben „Product“, sowie drei dezidierte Elemente integrieren wird. Hierbei handelt es sich um Items in Facebook Games, Spenden und ein Element, das „Message“ genannt wird.

Aus meiner Sicht erscheint es indes unwahrscheinlich, dass sich Facebook etwa zum Amazon-Wettbewerber aufschwingen wird. Wahrscheinlicher ist, dass es zu einer oder mehrerer Kooperationen mit eben solchen Retailern kommt. Über die breite Nutzerbasis Facebooks könnten hieran sogar Nischenanbieter interessiert sein, die allein niemals in der Lage wären, ihre Klientel vollumfänglich zu erreichen. Da würde das Empfehlungssystem des Netzwerks sicherlich Wunder wirken können. Und wenn dann direkt die Kaufmöglichkeit gegeben wäre…

Immerhin hält Facebook ein Patent zu „Systemen und Methoden, mit denen Käufer Produkte aus einer Vielzahl von Produktkategorien erwerben können“ (U.S. Patent 7.188.080).

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Twitter Cards und die API: Wie Twitter die eigene Identität verliert…

In der letzten Woche machte der Kurznachrichtendienst Twitter in Developerkreisen wieder von sich reden. Wie zumeist, war es auch dieses Mal nichts uneingeschränkt positives, was da aus der Heimat des elektronischen Zwitscherns zu vernehmen war. Immerhin wurde ein neues Feature, die sog. Twitter Cards aus der Taufe gehoben. Bereits seit einigen Wochen erproben ausgewählte Publisher das Verfahren unter dem Namen „Expanded Tweets“. Tatsächlich ist das neue Feature nur ein weiterer Schritt auf dem Weg, die eigene Identität zu verlieren…

Twitters geringschätziger Umgang mit der Entwicklergemeinde

Es begann mit dem Kauf von Tweetie und der Übernahme des Entwicklers Loren Brichter in Twitters Dienste. Twitter hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt auf die Arbeiten am Protoikoll konzentriert und der Entwicklergemeinde völlig freie Hand gelassen, wenn es um die Anwendungen ging, die aus dem reinen Transportprotokoll etwas machten, was Anwender auch tatsächlich nutzen wollen. Sogar heutige Basics, wie das Vögelchen-Logo, Hashtags oder RT als Voranstellung für einen Retweet stammen nicht von Twitter selbst. Mit Tweetie kaufte man nun exakt ein solches Tool hinzu, das quasi auf der anderen Seite des Protokolls entstanden war. Der Rubikon wurde überschritten. Die Developer waren alarmiert. Zu Recht, wie sich bald herausstellen sollte, denn nur wenige Monate später, im März 2011 gab der Dienst die Warnung heraus, Entwickler mögen sich auf der Wertschöpfungskette nach oben bewegen und keine Anwendungen mehr bauen, die die reine Twitternutzung, wie sie etwa über die eigene Apps oder über das Webinterface stattfinde, nachempfinden. Anbieter wie Tweetdeck und andere sahen ihre Geschäftsmodelle bedroht, auch Tweetdeck wurde inzwischen von Twitter geschluckt und entwickelte sich seither nicht zum Besseren.

Nun also deutet der Kurznachrichtendienst an, man werde künftig den Zugriff auf und dem Umgang mit den Twitter-APIs „anpassen“. Es ist eine ziemlich vage Andeutung, die aber bereits zu großem Aufruhr in der Entwicklerschaft geführt hat. Spekulationen schießen ins Kraut. Was kann diese Ankündigung bedeuten? Wird Twitter künftig nur noch genehmen, linientreuen Entwicklern den Zugriff auf die APIs erlauben und alle anderen Geschäftsmodelle ruinieren?

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt kann nicht mehr von freiem Zugriff auf die Schnittstellen gesprochen werden. Die ursprünglich aus Gründen der Reduzierung der Serverlast eingeführten 350 API-Calls pro Stunde sind um weitere Einschränkungen, etwa fehlendem Suchzugriff auf die Twitter-Historie, also vergangene Tweets, ergänzt worden. Gleichzeitig führte Twitter andere Lizenzformen ein, die komfortableren Zugriff ermöglichten, dabei jedoch in unterschiedlichem Maße einen finanziellen Obulus erfordern. Entwickler Kin Lane stellt die Optionen übersichtlich vor.

Alle offenkundigen Veränderungen der letzten Jahre verbrämte Twitter mit der Aussage, man wolle eine „konsistente Nutzererfahrung“ sicherstellen. Und just so ist der aktuelle Blogpost betitelt, der zum einen die neuen Twitter Cards vorstellt und zum anderen „striktere Richtlinien zum Umgang mit den APIs“ ankündigt. Zunächst wird der striktere Umgang mit den APIs vermutlich lediglich bedeuten, dass Anwendungen das Feature „Twitter Cards“ werden unterstützen müssen, denn dieses Feature könnte zu Monetarisierungszwecken dienen.

Twitter Cards: Publisher schieben ihre Inhalte in den Twitter-Stream

Twitter Cards sind vordergründig eine gute Idee und haben eine entfernte Ähnlichkeit mit den Rich Snippets aus dem Hause Google. Ebenso wie diese werden Twitter Cards auf der Seite der Contentlieferanten, also den Seitenbetreibern, erstellt und in den Quelltext eingebaut. Eine Twitter Card sorgt dafür, dass der Content einer Seite, wenn er denn von Nutzern vertwittert wird, als Zusammenfassung direkt mit an den Tweet gehängt wird. Die erscheint dann auf der Seite der Nutzer als „Expanded Tweet“ und ähnelt so dem Link-Sharing, das wir aus Facebook und Google+ kennen. Anstelle einer Kurzzusammenfassung des Inhalts lassen sich auch Fotos und Videos in Twitter Cards verpacken.

So sieht eine Twitter Card mit Kurzzusammenfassung im Stream dann aus:

Twitter Cards sind extrem flexibel konfigurierbar. Dies erfolgt über das Meta-Element und zeigt sich in der einfachsten Implementation so:

Auf dieser Seite in dev.twitter.com werden alle Optionen und unterschiedlichen Implementationen mit ihren jeweils möglichen Werten ausführlich dargestellt. Das oben abgebildete Beispiel würde folgenden Code voraussetzen:







Wer jetzt glaubt, dass sei ein Heidenaufwand, dabei aber ein selbstgehostetes WordPress einsetzt, wird sich vielleicht nicht wundern, zu erfahren, dass es bereits ein Plugin zur Erzeugung der Twitter Cards gibt, dass sogar heute ganz frisch geupdatet wurde.

Klingt doch alles ganz toll. Was sollte man an dem Feature kritisieren wollen?

Twitters Identität ist es nicht, wie Facebook zu sein

Twitter ist ein Kurznachrichtendienst, der SMS nicht unähnlich. Die meisten Menschen, die ich kenne, schätzen an Twitter gerade die Reduziertheit auf kurze Statements. Ein Twitterstream ist selbst dann schnell durchgescrollt, wenn man etlichen hundert Twitterern folgt. Die Beschränkung auf eine relativ kleine Zeichenzahl zwingt die Anwender zudem dazu, sich auf das Essenzielle der Botschaft zu beschränken. Wer auf Google+ aktiv ist und dort schon einmal versucht hat, seinem Stream im Großen und Ganzen vollständig zu folgen, weiß sofort, was gemeint ist. Das Nichtvorhandensein jeglicher Beschränkungen lässt Nutzer ausschweifende Beiträge verfassen, die möglicherweise relevant sein können. Allerdings muss man, um eben das beurteilen zu können, viel zu tief in den einzelnen Beitrag einsteigen. Ähnlich verhält es sich auf Facebook. Für die schnelle Kommunikation ist Twitter unschlagbar, wenn man mal von ähnlichen Lösungen, etwa Yammer für den Unternehmenseinsatz absieht.

Jede Verwässerung dieses Prinzips schadet der Kernkompetenz und lässt Twitter anderen, weniger effizienten Diensten ähnlicher werden. Es ist zu bezweifeln, dass Twitter gewinnen könnte, wenn es sich zum Facebook-Derivat entwickelte. Die Identität Twitters wird definiert durch hohe Geschwindigkeit und sehr kurze Nachrichten.

Würde Twitter dieses zentrale Alleinstellungsmerkmal aufgeben, wäre es nicht mehr der gleiche Dienst. Heute Twitter Cards, was kommt morgen? Events oder gar Mafia Wars und Farmville?

Die Monetarisierung der Twitter-API

Die weitere Einschränkung des API-Zugriffs dient mutmaßlich nur einem Zweck, nämlich der einfacheren Monetarisierung. Wenn Twitter immer stärker kontrolliert, wo der Dienst angezeigt wird, kann es natürlich stärker kontrollieren, was dort angezeigt wird. Das ist mit einem freien, wenn auch auf 350 stündliche Calls limitierten API-Zugriff nicht möglich. Es erscheint daher nicht unwahrscheinlich, dass Twitter Apps, die diesen Zugriff nutzen, in der Zukunft das Leben schwer machen wird.

Um das zu verhindern, wendet sich Nova Spivack, Inhaber eines Unternehmens, dass ebenfalls eine symbiotische Verbindung zum bisherigen Twitter pflegt, an die Netzöffentlichkeit mit einem interessanten Vorschlag. Anstelle einer Begrenzung des API-Zugriffs solle Twitter doch schlicht den Stream selber monetarisieren. So könnte man etwa eine freie API beibehalten, die sich dadurch refinanziert, dass beispielsweise jeder 25. Tweet eine Twitter Ad wäre. Für Entwickler, die das nicht akzeptieren wollen, könnte es eine kostenpflichtige API ohne Twitter Ads geben, die sich beispielsweise dadurch refinanzieren liesse, dass der App-Developer eigene Werbung vermarktet oder seine Nutzer für die App bezahlen lässt, um so die von Twitter zu fordernden Gebühren begleichen zu können.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es allerdings wenig sinnvoll, diesen Vorschlag langwierig zu diskutieren. Immerhin ist völlig unklar, was Twitter unter „strikteren Richtlinien zur Verwendung der API“ verstanden wissen will. Klar erscheint in Anbetracht der Erfahrungen aus der Vergangenheit nur eines: Welcher Gestalt auch immer die Änderungen sein werden, sie werden für Developer weitere Einschränkungen bringen.

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Gumroad: Verkaufen in sozialen Netzwerken

Kreative Leute, aufgepasst! Sicherlich haben Sie im Laufe eurer Karriere schon einiges an Werken erstellt. Es können interessante Programme, Fotos oder sogar Lieder sein. Vielleicht sind einige von Ihnen Hobby-Künstler und haben schöne Arbeiten kreiert. Man hat vieles gemacht, gezeichnet, fotografiert, erstellt. Das alles befindet sich irgendwo auf der Festplatte und man weiß nicht, wohin damit. Es ist zu schade, das Ganze zu löschen. Besser wäre es, die Sachen zu verkaufen, aber wo? Heute stellen wir Ihnen einen Anbieter für Online-Verkäufe vor: Gumroad. Da kann jeder seine Werke hochladen und bequem per Internet verkaufen.

Was ist Gumroad?

Gumroad ist eine Plattform, welche von einem kleinen Team aus San Francisco betrieben wird. Nach einer kostenlosen Anmeldung ist es jedermann möglich, digitale Produkte im Internet zu verkaufen. Um Gumroad zu nutzen, muss man nicht in den USA wohnhaft sein. Gumroad arbeitet in 190 verschiedenen Nationen.


Gumroad: die Startseite

Schritt 1: Registrieren

Die Registrierung ist kostenlos. Um sie durchzuführen, klickt man den entsprechenden Button, gibt seine E-Mail-Adresse an und sucht sich ein Password aus. Danach bekommt man eine Bestätigungsmail und das war’s auch schon mit der Registrierung. Es ist übrigens auch möglich, sich über einen Facebook- oder Twitteraccount anzumelden.

Schritt 2: Digitales Produkt hochladen

Nun kann man sein Produkt hochladen und den Preis bestimmen. Danach generiert Gumroad einen Link, welcher zum Beispiel in sozialen Netzwerken verteilt werden kann. Dieses Verfahren bietet den Vorteil, dass der Verkäufer selber bestimmt, wo er was verkaufen möchte. Sobald der Käufer das Geld überwiesen hat, erhält er per E-Mail einen Link, unter dem er sich das gekaufte Produkt downloaden kann. Das gilt für digitale Produkte. Bei „physikalischen“ Produkten, wie beispielsweise T‘-Shirts oder Büchern können Informationen zum Versand bequem gesammelt werden.


Gumroad: digitales Produkt hochladen

Preise und Währung

Wie schon oben erwähnt, legt der Verkäufer den Verkaufspreis selber fest. Zusätzlich gibt es eine Funktion „pay-what-you-want“. Etwa 5% des Verkaufserlöses behält Gumroad für sich plus 0,25% für den Warenaustausch. Ebenfalls ist es möglich, sich zwischen Euro, Pfund und Yen die gewünschte Währung auszusuchen. Bezahlen kann man mit Visa, MasterCard, American Express, JCB und Diners Club-Karten.

Fazit: Meiner Meinung nach ist Gumroad sehr gut für Menschen geeignet, welche keine Zeit oder Geld haben, um einen Shop einzurichten oder nur spontan etwas verkaufen und keine sonstigen Verkaufsplattformen verwenden möchten. Dabei lässt sich das Ganze einfach managen. Die Produkte sind innerhalb einer sehr kurzen Zeit verkaufsbereit, ohne einen grossen Zeit- und Arbeitsaufwand. Es lohnt sich, Gumroad auszuprobieren!

(dpe)

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E-Business JavaScript & jQuery Programmierung Social Media

Socialite.js: Flexible Social Media-Integration jetzt in neuer Version 2.0

Socialite.js ist ein etabliertes kleines Javascript-Tool für die flexible Einbindung verschiedener Social Media-Dienste. Das Interessante an Socialite.js ist zweierlei. Zum einen wird die Einbindung der Buttons durch beliebige Events gesteuert. So ist man nicht darauf angewiesen, den Besucher auf den Seitenaufbau warten zu lassen, bloß weil die Social-Knöppe noch nicht geladen sind. Zum anderen kann auf die manuelle Einbindung der nativen Buttons der verschiedenen Dienste verzichtet werden. Socialite.js verhält sich exakt wie die Originale. Vor gut zwei Wochen brachte Entwickler David Bushell die Version 2.0 seines Tools hervor.


Jeder kennt jeden um fünf Ecken (Bildquelle: Gerd Altmann / pixelio.de)

Socialite.js: Jetzt mehrsprachig und mit Hook-Funktionalität

In Version 2.0 unterstützt Socialite.js Mehrsprachigkeit, kann mithin einfacher lokalisiert werden. Zudem führt Bushell Event-Hooks in das Tool ein. So können die Social Buttons geladen werden, wann der Seitenbetreiber das will. In Frage käme am Beispiel einer Magazinseite etwa das Laden beim Öffnen eines Beitrags oder beim Überfahren eines Beitrags mit der Maus oder sogar erst nach einem ausdrücklichen Klick. Hier sind der Fantasie nur insofern Grenzen gesetzt als es lediglich eine begrenzte Anzahl denkbarer Events gibt.

Socialite.js implementiert übrigens die einzelnen Dienste streng nach deren Vorgaben. Es ersetzt also die ansonsten händisch zu erledigende Einbindung durch eine automatisierte, bleibt dabei aber nah an den Diensten. So ist es klar, dass sich die Integration mittels Socialite.js funktional nicht von einer nativen Einbindung unterscheidet. Im Grunde ist Socialite ein Scriptloader und als solcher leicht um weitere, bislang nicht unterstützte Dienste zu erweitern. Hierzu unterscheidet Socialite in Widgets, als da wären Facebook, Twitter, Google+ und LinkedIn, und Extensions, derzeit Pinterest, Spotify, Hacker News und GitHub.


Gut, dieser Screenshot ist unspektakulär, zeigt aber genau, was Socialite tut…

WordPress-Nutzer kennen Socialite möglicherweise bereits unter dem Namen WPSocialite. Dieses Plugin, entwickelt nicht von David Bushell, sondern von Tom Morton, integriert Socialite.js als WordPress-Plugin. Derzeit ist WPSocialite noch nicht auf die neue Version 2 angepasst. Spontanes Installieren ist aufgrund der gravierenden Änderungen aktuell nicht angezeigt. Tom Morton arbeitet aber bereits an der Anpassung.

Socialite.js steht auf GitHub unter der MIT-Lizenz zur kostenlosen Verwendung bereit. Demos kann man sich auf dieser Seite anschauen. WPSocialite findet man zu den gleichen Bedingungen im WordPress Plugin-Repository und in der Arbeitsversion auf GitHub.

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Facebook Social Plugins einbinden – Vorsicht Datenschutz

Dr. Thomas Helbing

Bewertungen und Social Plugins im Allgemeinen sowie der „Gefällt-mir-„Button von Facebook im Besonderen sind bei Blogbetreibern äußerst beliebt. Aber Vorsicht:  Webseitenbetreiber müssen ihre Nutzer über den Einsatz der Plugins in den Datenschutzhinweisen informieren. Dieser Gastbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Thomas Helbing erläutert, worauf Sie achten müssen.

Was sind Facebook Social Plugins?

Schon seit langem können Mitglieder des sozialen Netzwerks Facebook bestimmte Inhalte mit dem „Gefällt mir“ (Like) Button bewerten. Mit dem Klick auf das „Daumen-hoch“-Symbol sympathisieren Nutzer mit Gruppen, Fanseiten oder Statusmeldungen von Freunden. Das entstehende Netz an Beziehungen (Person X gefällt Y und Z) wird als Social Graph bezeichnet. Mithilfe des Social Graphs kann Facebook Nutzerprofile erstellen und auf die Vorlieben des jeweiligen Mitglieds angepasste Werbung einblenden.

Seit Ende April 2010 erlaubt Facebook Webseitenbetreibern auf den eigenen Seiten „Gefällt mir“ Buttons und andere Elemente des Facebook Netzwerkes einzubauen. Durch diese so genannten Social Plugins können Facebook User auch auf fremden Seiten zum Beispiel einen Facebook „Gefällt mir“ Button, wie in der folgenden Abbildung dargestellt, anklicken.

Neben dem „Gefällt mir“ Button stellt Facebook noch eine Reihe anderer Social Plugins zur Verfügung, zum Beispiel eines, über das Kommentare abgegeben werden können.

Facebook kann mit den Social Plugins Daten über die Vorlieben seiner Nutzer nicht nur auf der eigenen Webseite, sondern im ganzen Netz sammeln. Die Webseitenbetreiber profitieren von höheren Besucherzahlen, weil die Links auf den Profilseiten von Facebook-Besuchern deren Freunde auf die eigene Seite leiten. Außerdem können Seitenbetreiber ihrem Internetauftritt ohne großen Programmieraufwand einen sozialen Touch verleihen, indem sich die Besucher über die Inhalte austauschen können.

Wie funktionieren Facebook Social Plugins?

Facebook stellt eine Programmbibliothek und Code-Schnipsel zur Verfügung, die der Webseitenbetreiber in den Code seiner eigenen Webseite einbindet. Der Webseitenbetreiber kontrolliert so, ob, welche und wo Social Plugins auf seiner Webseite erscheinen.

Loggt sich ein Nutzer bei Facebook ein, so setzt Facebook einen Cookie (kleine Textdatei) auf dessen Rechner. Wenn der Nutzer anschließend – ohne sich bei Facebook ausgeloggt zu haben – eine Webseite besucht, die Facebook Social Plugins integriert hat, wird über den vom Webseitenbetreiber eingebundenen Code eine Verbindung zwischen dem Browser des Nutzers und Facebook hergestellt. Anhand des dabei übermittelten Cookies, erkennt Facebook, dass der Besucher bei Facebook eingeloggt ist und um wen es sich handelt. Facebook schickt dann an den Nutzer den „Gefällt Mir“ Button, der Browser des Nutzers bindet den „Gefällt Mir“ Button in die Webseite ein. Wird dieser vom Nutzer angeklickt, wird diese Interaktion direkt an den Facebook-Server übermittelt und dort als Teil des Social Graph gespeichert.

Einsatz von iFrames und die Folgen

Technisch kommt bei den Facebook Social Plugins ein Inlineframe (iframe) zum Einsatz. Dies hat zur Folge, dass der Facebook Rechner nicht weiß, auf welcher Seite der „Gefällt Mir“ Button eingebunden ist. Deshalb muss der Webseitenbetreiber die URL (Internetadresse) seiner Seite, in den  Plugin-Code integrieren. Auf diese Weise erfährt Facebook, wo der Button eingebunden ist und worauf sich das „Gefällt mir“ bezieht. Einzelheiten ermittelt Facebook dann aus Metadaten, die der Webseitenbetreiber für den Nutzer unsichtbar in den Code seiner Webseite integrieren kann. Facebook vertraut dabei auf die Richtigkeit der vom Webseitenbetreiber angegebenen URL, wodurch es leicht zu Manipulationen kommen kann (wer auf einer Seite der Band „The New Stones“ den „Gefällt mir“ Button klickt, kann nicht sicher sein, dass in seinem Facebook-Profil steht: „Thomas mag ‚The New Stones'“, genauso gut könnte dort stehen „Thomas mag ‚Schmutzige Wäsche'“ oder beliebiger anderer Unsinn).

Die Daten des „Gefällt Mir“ Buttons (oder eines anderen Social Plugins) werden aufgrund des iframes direkt zwischen Facebook und dem Rechner des Nutzers übermittelt und nicht über den Server des Webseitenbetreibers transportiert. Der Webseitenbetreiber hat den Vorgang durch Einbinden des entsprechenden Codes in seine Seite angestoßen, er weiß aber zum Beispiel nicht, welcher Facebook-Nutzer wann seine Seite besucht oder „Gefällt mir“ geklickt hat. Die Informationen des Social Graph (Wer mag was) werden ausschließlich und zentral bei Facebook gespeichert.

Was muss in die Datenschutzhinweise?

Die Verwendung von Facebook Social Plugins muss der Webseitenbetreiber in seinen Datenschutzhinweisen erläutern. Dies ergibt sich aus § 13 (1) Telemediengesetz (TMG). Danach hat ein Diensteanbieter (Webseitenbetreiber) den Nutzer über „Art, Umfang und Zweck der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten“ sowie über die Verarbeitung seiner Daten in Staaten außerhalb der EU/EWR in „allgemein verständlicher Form“ zu unterrichten.

Zwar hat der Webseitenbetreiber wegen der Nutzung des iframes keinen Zugriff auf den Datenaustausch zwischen Facebook und dem Nutzer, weiß also nicht, für welche Facebook User der Button angezeigt wurde und wer auf den Button geklickt hat, jedoch öffnet er durch den Einbau des Social Plugins in seine Webseite Facebook die Tür, die entsprechenden Daten seiner Seitenbesucher zu erheben und zu verarbeiten. Außerdem „verrät“ er über den Einbau des Codes auf seiner Webseite Facebook, wer wann welche Webseite besucht hat.

Nutzerprofile en passant

Kaum ein Nutzer dürfte erwarten, dass sein Browser eine Anfrage an Facebook sendet, wenn er eine beliebige Webseite aufruft, die einen kleinen „Gefällt mir“ Button von Facebook enthält (wovon er zuvor meist auch gar nichts weiß). Erst recht erwartet er nicht, dass Facebook erfährt, wann und welche Seite er besucht hat, unabhängig davon ob er mit dem Social Plugin interagiert oder es gänzlich ignoriert. Zur Erinnerung: Auch ohne Betätigung des „Gefällt mir“ Buttons kann Facebook den Nutzer schon bei Auslieferung, also Anzeige, des Buttons identifizieren. Auf diese Weise erhält Facebook nicht nur einen Social Graph, mit dem Wissen wem was gefällt, sondern auch Informationen darüber, wer welche Seiten im Netz besucht hat. Je mehr Seiten die Social Plugins nutzen, desto umfassender kann Facebook das Surfverhalten seiner User erfassen.

Was können Sie konkret tun, um sich zu schützen?

Auf das Verwenden von Social Plugins und die daraus entstehenden Konsequenzen muss der Webseitenbetreiber seine Nutzer in den Datenschutzhinweisen der Webseite in verständlicher Form hinweisen, zum Beispiel so:

Verwendung von Facebook Social Plugins

Unser Internetauftritt verwendet Social Plugins („Plugins“)  des sozialen Netzwerkes facebook.com, welches von der Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA betrieben wird („Facebook“). Die Plugins sind mit einem Facebook Logo oder dem Zusatz „Facebook Social Plugin“ gekennzeichnet.

Wenn Sie eine Webseite unseres Internetauftritts aufrufen, die ein solches Plugin enthält, baut Ihr Browser eine direkte Verbindung mit den Servern von Facebook auf. Der Inhalt des Plugins wird von Facebook direkt an Ihren Browser übermittelt und von diesem in die Webseite eingebunden.

Durch die Einbindung der Plugins erhält Facebook die Information, dass Sie die entsprechende Seite unseres Internetauftritts aufgerufen haben. Sind Sie bei Facebook eingeloggt kann Facebook den Besuch Ihrem Facebook-Konto zuordnen. Wenn Sie mit den Plugins interagieren, zum Beispiel den „Gefällt mir“ Button betätigen oder einen Kommentar abgeben, wird die entsprechende Information von Ihrem Browser direkt an Facebook übermittelt und dort gespeichert.

Zweck und Umfang der Datenerhebung und die weitere Verarbeitung und Nutzung der Daten durch Facebook sowie Ihre diesbezüglichen Rechte und Einstellungsmöglichkeiten zum Schutz Ihrer Privatssphäre entnehmen Sie bitte den Datenschutzhinweisen von Facebook.

Wenn Sie nicht möchten, dass Facebook über unseren Internetauftritt Daten über Sie sammelt, müssen Sie sich vor Ihrem Besuch unseres Internetauftritts bei Facebook ausloggen.“

Hinweis: Der Text ist kein Muster, sondern ein Beispiel und bietet deshalb keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Datenschutzhinweise müssen für den jeweiligen Internetauftritt individuell erstellt werden.

Der Verweis auf die Datenschutzhinweise von Facebook erscheint sinnvoll, auch wenn sich dort keine nützlichen Informationen zu den Plugins finden. Welche Daten Facebook erhält und wie lange es diese speichert, wird nicht erläutert.

Soweit ersichtlich, genügt bisher noch kaum ein Webseitenbetreiber in Deutschland, der Facebook Social Plugins verwendet (etwa bild.de oder focus.de) der diesbezüglichen Hinweispflicht des TMG.

Verstöße werden mit Bußgeld geahndet

Ein Verstoß gegen die Hinweispflicht des § 13 (1) TMG ist gemäß § 16 (2) Nr. 2 TMG eine Ordnungswidrigkeit und kann nach § 16 (3) TMG mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Da sich deutsche Datenschutzbehörden schwer tun, US-Unternehmen wegen Datenschutzverstößen zu belangen, treten Sie gerne – wie im Fall Google Analytics – an die hier ansässigen Webseitenbetreiber heran. Dies wäre auch bei den Facebook Plugins denkbar.

Eine Abmahnung durch Wettbewerber dürfte dagegen wenig Aussicht auf Erfolg haben, da Gerichte zur Vorgängerregelung des § 13 TMG, dem außer Kraft getretenen § 4 Teledienstedatenschutzgesetz (TDDSG), entschieden haben, dass es sich um eine Vorschrift handelt, deren Verstoß nicht wettbewerbswidrig ist.

Weiterführende Links zum Thema

  • Recht: vollständiger Beitrag von Dr. Thomas Helbing, mit weiterführenden Informationen zur Zulässigkeit der Plugins nach deutschem Datenschutzrecht
  • Tutorial: Gefällt-mir-Button in WordPress einbinden
  • Meinung: Warum der Gefällt-mir-Button doof ist
  • Update/14.07.2010 Tutorial: Facebook beim Surfen auf Drittseiten aussperren
Über den Autor

Dr. Thomas Helbing ist Rechtsanwalt und hat zum Telekommunikationsrecht promoviert. Er arbeitete über vier Jahre bei einer internationalen Wirtschaftskanzlei im Bereich „Technik, Medien und Telekommunikation“. Heute ist er selbstständiger Rechtsanwalt (Website) und berät Unternehmen zum IT- und Datenschutzrecht.

(mm),

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Schnittstellen zu Twitter – Werkzeuge zur Verwaltung

Als so genannter Power-User, Unternehmer oder Inhaber von mehreren Accounts ist eine Schnittstelle, die mehr Überblick verschafft, Zeit spart und vielleicht noch Zugänge zu weiteren Online-Diensten wie etwa Facebook ermöglicht, ein gesuchtes Feature. Die hier vorgestellten Beispiele sollen zeigen, wie unterschiedlich der Zugriff auf Twitter erfolgen kann.

TweetDeck

Das auf Adobe Air basierende TweetDeck etwa ermöglicht die Verwaltung von Twitter, Facebook, MySpace und LinkedIn. Eine gute Übersicht der @replies und Direct Messages wird geboten, wobei zusätzlich ein Button beim Kennzeichnen von Spam hilft, um das Postfach in Zukunft möglichst werbefrei zu halten. Tastaturkürzel helfen dabei, Twitter schneller zu bedienen. Auch die Option, Suchanfragen zu speichern, sorgt für eine Beschleunigung.

Man hat die Wahl zwischen den neuen Twitter- oder den traditionellen ReTweets, kann leicht mehrere Accounts aktualisieren sowie TwitterLists erstellen und verwalten. Zusätzlich kann man seine Follower ansehen, oder auch Videos und Fotos. Übrigens: Ein URL-Verkürzer und ein Übersetzungsservice sind im Paket enthalten.

Splitweet

Das Angebot von Splitweet ermöglicht ebenso die Verwaltung mehrerer Twitter-Accounts, wobei diese auch gleichzeitig mit einer einzigen Statusmeldung aktualisiert werden können. Das alles findet im Browser statt. Man kann hiermit auch leicht Antworten an die Accounts verfolgen, Direkte Nachrichten einsehen und Favoriten verwalten.

Spezieller ist der Punkt Produkt Erwähnungen, der besonders Unternehmern gefallen wird. Unter diesem Reiter werden die Tweets zu einem oder mehreren festgelegten Produkten gesammelt. Perfekt, um die Kommunikation etwas zu lenken und um auf Kundenaussagen zu reagieren.

Seesmic Desktop

Auch der Seesmic Desktop basiert auf Adobe Air. Hier wird zur Unterstützung eine Autocomplete-Funktion angeboten. Wenn man etwa @replies oder eine Direct Message schreibt, listet Seesmic auf der Basis der bisher vorgenommenen Aktionen in Twitter potentielle Namen von Friends und Followern auf. Ein Reply-to-All-Button hilft dabei, die Kommunikation zu erleichtern.

Integriert sind weiterhin ein eigener URL-Shortener und ein Image-Sharing-Service. Das Interface ist in einzelne Spalten unterteilt, etwa für die eigenen Tweets oder die der Freunde. Eine sehr übersichtliche Bedienoberfläche, die man leicht an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann, etwa durch die einklappbare Sidebar oder die Änderung der Spaltenreihenfolge und -anzahl.

Twitter-Plugins für den Browser

Für den Browser werden einige nützliche Erweiterungen angeboten, wie etwa Shareaholic. Das Plugin wird gleich für sechs Browser zur Verfügung gestellt: Mozilla Firefox, Internet Explorer, Google Chrome, Flock, Safari und Songbird werden derzeit unterstützt. Shareholic ist wie eine Fernbedienung für das Social Web. Neben Twitter können auch Dienste wie etwa Delicious oder digg direkt angesteuert werden.

Wer beim Surfen mit Firefox immer über die neuesten Tweets informiert werden möchte, der sollte sich einmal twitbin ansehen. Nach der Installation werden in der Sidebar alle relevanten Funktionen geboten und aktuelle Meldungen dargestellt. Ein weiteres Plugin ist TwitterBar, das eine Aktualisierung über die Adresszeile des Browsers ermöglicht. Auch kann nur der Link der aktuellen Seite gesendet werden. Eine Suche wurde ebenso integriert.

TwitterFox (jetzt Echofon) zeigt schon im Namen, dass dieses Interface für den Firefox gedacht ist. Wer seine Twitter-Timeline in einer Toolbar von Firefox angezeigt bekommen möchte, der sollte Twitter Line installieren. Yoono ist wieder eine Erweiterung für Firefox und den Internet Explorer. Hiermit können Twitter, Facebook, MySpace, Flickr und viele weitere Dienste bedient werden – auch alle gleichzeitig mit einer Statusmeldung.

Bedienfreundlich zeigt sich Yoono auch bei der integrierten Suchfunktion, einer Filterung nach einem Social-Service (wie etwa nur auf Twitter eingeschränkt) sowie Ergebnissen, die sich aus der aktuellen Seite ableiten. So werden etwa ähnliche Seiten, Wikipedia-Beiträge oder passende YouTube-Videos aufgereiht.

tweetpkr

Der tweetpkr ist ein Bookmarklet (also ein kleines in Javascript, das als Bookmark abgespeichert wird), das nach der Eingabe des Benutzernamens und des Passworts als Favorit abgelegt wird und mit einem Klick darauf eine Sidebar aufruft, welche eine schnelle Übersicht und Aktualisierung des Accounts ermöglicht.

Netvibes

Wer Netvibes einsetzt hat vielleicht schon gesehen, dass unter Inhalte hinzufügen und Wichtigste Widgets auch ein Twitter-Widget zu finden ist. Damit ist das Absenden der Kurzmeldungen möglich und auch Listen, Direktnachrichten und Favoriten sowie Antworten und Leser können abgerufen werden.

Ich habe es für mich so eingerichtet, dass Twitter für einen eigenen Reiter steht, wobei dort neben dem Widget noch eine Hand voll mir wichtiger Twitter-User dank Feed hinzufügen eingebunden sind. Gerade im Zusammenspiel mit den weiteren Feeds ein gutes Werkzeug.

Twitscoop

Twitscoop will neben den üblichen Zugängen zum Senden von Tweets und der Verarbeitung von Direktnachrichten und @replies vor allem aktuelle Trends erfassen. Und man bleibt auch Nahe am Geschehen, gänzlich ohne dem Neuladen der Seite. Dazu passt auch, dass Suchanfragen gespeichert und bit.ly getrackt und später dann Statistiken verfolgt werden können.

hellotxt

Der Service hellotxt möchte Schnittstelle zu zahlreichen Microblogging-Diensten sein, wie eben zu Twitter, aber auch zu friendfeed, identi.ca, frazr oder meemi. Auch Netzwerke wie etwa Facebook oder MySpace werden unterstützt. Leicht können hiermit Bilder (etwa von Flickr oder über einen Upload), Videos (etwa von YouTube oder einer URL), Musikdateien (Blip) oder auch lustige Zitate eingebunden werden. Die Statusmeldungen können über die Website, mit einer SMS, per Mail, Telefon, Mobil oder auch per Feed aktualisiert werden.

Birds in a tree

Tweetree und twitree gehen einen anderen Weg und legen ihr Interface über das von Twitter. So bleiben Hintergrundgrafik und festgelegte Farben erhalten. Die gewohnte Umgebung, allerdings mit einem ungewohnten Aufbau der Seite. Dieser entspricht einem Baumstamm, in dem aktuelle Meldungen auch mit Bildmaterial (tweetree) oder aber die Freunde als aufklappbare Meldungen (twitree) wachsen.

HootSuite

Mit HootSuite erhält man ein sehr edles und durchdachtes Interface mit den üblichen Möglichkeiten der Aktualisierung und Verfolgung von Inhalten bei Twitter. Gute Ideen liegen hier im Detail. Man kann Reiter anlegen, was die Übersichtlichkeit doch recht steigert. Die Reihenfolge und Darstellung der einzelnen Reiter kann leicht angepasst werden, wenn etwa die Spalten mit Inhalten befüllt werden. Diese Inhalte könnten neben verschiedenen Accounts auch Suchabfragen oder Keywords sein.

Grafisch recht ansprechend wurde das Absenden von Tweets gleich an mehrere Accounts gelöst. Die Profilbilder werden dazu angeklickt und ein Häkchen zeigt die Auswahl an. Ein User Management ermöglicht die Bearbeitung der Accounts durch verschiedenste Anwender. Für die eigene Website können Spalten als Code-Schnippsel entnommen und etwa in einem Weblog veröffentlicht werden. Statistiken und die Optionen, Gruppen anlegen zu können oder einen RSS-Feed einzubinden, runden das Angebot gut ab.

Weitere Zugänge

Auch wenn die Grundfunktionen unglaublich einfach sind, konnte die Idee von Twitter überzeugen. Wie gut die Schnittstelle funktioniert, zeigen die Tools. Erwähnen ließen sich noch twhirl, Tweetvisor oder auch Snitter, die typisch sind mit ihren Möglichkeiten, Updates zu veröffentlichen, Internetadressen zu verkürzen oder Tweets zu filtern.

(sl)

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Was ist RSS?

RSS ist ein codiertes Austauschformat und basiert auf der Auszeichnungssprache XML (Extensible Markup Language). Es wurde entwickelt, um regelmäßig erscheinende Nachrichten bzw. Neuigkeiten von Internetseiten zu verbreiten oder auszutauschen.

Es ist die englische Abkürzung für „Really Simple Syndication“ was soviel bedeutet wie „wirklich einfache Verbreitung“. Man kann aber auch andere Versionen für die Abkürzung im Netz finden, etwa Rich Site Summary, Rich Site Syndication, oder Rich Syndication Standard.

Für den Nutzer, sprich Abonnenten stellt RSS eine kleine Revolution dar, denn er erhält RSS-codierte neue Nachrichten via RSS-Feed automatisiert zugestellt. Diese kann er dann mit spezieller Software, einem im Browser oder Mailclient zur Verfügung gestellten RSS-Reader lesen und sogar auf seiner eigenen Webseite im Rahmen eines CMS (Content Managment System) integrieren und automatisiert veröffentlichen. Die Nachrichten können aber auch direkt auf das Handy, PDA oder andere Plattformen automatisch geladen werden. So können viele Webseiten gleichzeitig auf neue Inhalte überprüft werden, ohne sie im Internet selbst besuchen zu müssen. Zudem können die RSS-codierten Inhalte leicht entsprechend den eigenen Interessen gefiltert werden, was eine gigantische Zeitersparnis bedeutet.

Nachrichten Feed
Dieser häufig genutzte Button signalisiert einen RSS-Feed

Bereits seit 1997 existiert RSS, erstmals eingesetzt von der Firma Userland. Etwas später nutzte Netscape sehr erfolgreich das Format in der Version 0.90 für einen im Netscape-Browser implementierten Dienst. Als Netscape die Weiterentwicklung einstellte, veröffentlichte eine unabhängige Entwicklergruppe im Jahre 2000 RSS 1.0, obwohl Userland parallel ebenfalls daran arbeitete und nahezu zeitgleich die Version 0.92 ankündigte.

Abbilldung
RSS-Reader Greatnews

Dieses für den Nutzer verwirrende Versionsdurcheinander – was im Übrigen auch die eingangs erwähnte mehrdeutige Namensgebung erklärt – hatte später (2002) mit der Veröffentlichung von RSS 2.0 durch Userland ein glückliches Ende. Diese Version ist heute weitgehend als Standard anerkannt. Im Jahre 2006 hatte sich RSS endgültig durchgesetzt, auch mit Hilfe der immer mehr aufkommenden Weblogs, deren Autoren Weblogsysteme wie WordPress einsetzten, in denen RSS serienmäßig mit ausgeliefert wurde.

Einzige Konkurrenz ist „Atom“, das die Nachfolge von RSS antreten will. Obwohl Atom auch xml-basiert ist, sind die beiden Codes nicht kompatibel. Allerdings können sowohl RSS als auch Atom in das jeweils andere Format konvertiert werden.

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Checkliste: So nutzen Sie RSS im Online-Marketing

RSS ist ein hervorragendes Instrument, um User regelmäßig mit neuen Inhalten zu versorgen und damit an das eigene Unternehmen zu binden. Allerdings ist die Usability von den Feeds erklärungsbedürftig und die Verbreitung von entsprechenden Leseprogrammen nach wie vor gering.

Die folgenden Tipps können dabei helfen, die Zahl der RSS-Abonnenten trotzdem zu erhöhen und RSS effektiv in den Online-Marketing-Mix zu integrieren.

  • Platzieren Sie das RSS-Icon möglichst prominent auf Ihrer Website. Verlinken Sie es mit Ihrem Feed. Unter feedicons.com können Sie das Icon in verschiedenen Formaten und Größen herunterladen.
  • Legen Sie eine neue Seite an, auf der Sie RSS erläutern und Ihre verfügbaren RSS-Feeds anzeigen. Diese Seite können Sie zum Beispiel neben dem RSS-Icon verlinken („Was ist RSS?“). Erklären Sie auf dieser Seite kurz und knapp, welchen Nutzen RSS für den User bietet. Fügen Sie Links zu RSS-Leseprogrammen (zum Beispiel GreatNews) und webbasierten RSS-Readern (etwa Bloglines) ein.
  • Achten Sie auf eine regelmäßige Veröffentlichungsfrequenz. Wenn es über einen längeren Zeitraum keine neuen Beiträge gibt, werden viele User den Feed löschen. Einige RSS-Reader löschen Feeds, die über einen längeren Zeitraum inaktiv sind, sogar automatisch.
  • E-Mail Marketer setzen schon länger auf die so genannte Co-Registrierung, um Abonnenten zu generieren. Dabei wird Usern angeboten, während einer Newsletteranmeldung gleichzeitig auch den Newsletter eines Partners zu bestellen. Das gleiche Prinzip können Sie auch für RSS einsetzen. Suchen Sie nach Partnern, die auf Ihrer RSS-Seite auch einen Link zu Ihrem Feed setzen – inklusive einer kleinen Vorschau der letzten Beiträge.
  • Melden Sie Ihren Feed bei den wichtigsten RSS-Verzeichnissen an – zum Beispiel rssverzeichnis.de, rss-scout.de und rss-nachrichten.de.
  • Besonderes Augenmerk sollten Sie dem Namen Ihres RSS-Feeds schenken, denn Ihr Feed kämpft gegen viele Konkurrenten um die Aufmerksamkeit des Users. Wählen Sie einen interessanten und einprägsamen Namen, der neugierig macht.
  • Noch wichtiger als der Name des Feeds sind natürlich die Titel der einzelnen Beiträge. Es lohnt sich, über die Überschrift nachzudenken, denn sie entscheidet als „Türöffner“ darüber, ob der jeweilige Beitrag geöffnet wird. Halten Sie die Titel möglichst kurz und machen Sie auf den Inhalt des Beitrags neugierig.
  • Bieten Sie als Alternative zu dem RSS-Feed auch einen E-Mail-Newsletter an.
  • Veröffentlichen Sie Meldungen zu verschiedenen Themenbereichen? Dann kann es sich lohnen, die wichtigsten Themen als eigene RSS-Feeds aufzubereiten. Auf diesem Weg können sich die User genau die Feeds aussuchen, die für sie wirklich interessant sind.
  • Werten Sie den Erfolg Ihres RSS-Feeds aus: Wie viele RSS-Abonnenten haben Sie? Wie hoch ist die Klickrate? Besonders komfortabel geht das zum Beispiel mit dem Dienst Feedburner, der in der Basisvariante kostenlos genutzt werden kann. ™

Erstveröffentlichung 27.06.2006