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eCommerce: Versandkosten und Wettbewerb

Früher war alles besser und im Internet auch noch umsonst. Kostenloser Versand gehörte in den verflossenen Boom-Zeiten zum guten Ton, doch das ist vorbei. Inzwischen hat sich das Internet dem klassischen Versandhandel angeglichen. Wer im Web kauft, hat es…

Früher war alles besser und im Internet auch noch umsonst. Kostenloser Versand gehörte in den verflossenen Boom-Zeiten zum guten Ton, doch das ist vorbei. Inzwischen hat sich das Internet dem klassischen Versandhandel angeglichen.

Wer im Web kauft, hat es eilig. Statt mit überfüllten Bussen oder dem eigenen Wagen in eine von Parkplätzen befreite Stadt zu brausen, möchte der Onlinekäufer schnell und günstig einkaufen. Doch die Ware muss auch zu ihm nach Haus – und das kostet.

Denn egal ob Sie mit der Post, UPS oder DPD versenden – Internet-Schnäppchenjäger vergleichen auch die Kosten für Porto und Verpackung. Und neben den reinen Portokosten muss der Shop-Betreiber auch Personal- und Materialkosten in die Berechnung einbeziehen. Daran führt kein Weg vorbei. Wer nichts berechnet, schlägt die Kosten eben auf die Preise auf. Schlauer ist es, die Versandkosten auszuweisen und zu einem Teil des Marketings zu machen.

Das geschieht, indem der Anbieter die Versandkosten ab einem bestimmten Betrag übernimmt. So erhöht man den Anreiz, der Kunde legt mehr in den Warenkorb.

O-Ton Amazon: „Im Fall der Fälle lohnt sich ein kleiner Besuch bei unseren aktuellen Preis-Hits immer!“

Diese Grenzen liegen teils recht niedrig. Amazon liefert (inzwischen wieder) Büchersendungen versandkostenfrei aus. Hier gilt es aber darauf zu achten, wie sich eine Bestellung zusammen setzt. Libri bietet den Versandkostenfreien Versand ab 20,- Euro Bestellwert, während Booxtra einen komplett kostenlosen Versand offeriert und der Großversender Quelle pro Auftrag 5,95 € für Versandspesen auf den Kaufpreis aufschlägt.

Der Grund: Bücher kosten überall dasselbe, Dank der so genannten Preisbindung, die hierzulande die Preise zementiert. Wettbewerb kann über den Ladenpreis nicht gemacht werden, er findet deshalb auch über die Versandkosten statt. Letztlich versucht man auch Kleinstbestellungen zu vermeiden, denn diese erfordern denselben Aufwand und die gleiche Logistik, tragen für sich genommen aber nur wenig zum Umsatz bei.

Große Versender haben es leichter. Sie können Lieferungen nach Empfängerregionen bündeln und zusammen verschicken, wodurch sich erhebliche Einsparungen erzielen lassen. Kleine Shops haben diese Möglichkeit nicht, müssen die Versandkosten aber dennoch am Wettbewerb ausrichten. Das geht zu Lasten der Marge.

Je spezieller die Ware ist, desto eher wird der Kunde auch bereit sein, entsprechende Versandkosteen zu bezahlen.

Produkte, die man sonst nirgendwo oder nur sehr umständlich erwerben kann, entziehen sich auch dem Vergleich. Dann müssen Versandkosten nicht gesponsert oder auf den Preis umgelegt werden.

Versandkosten in der Praxis
Komplizierte Modelle verwirren den Kunden und lassen ihn im Unklaren über die tatsächlich anfallenden Kosten. Besser ist es, man weiß schon vor dem eigentlichen Bestellvorgang, woran man ist. Obwohl viele Shop-Betreiber die Versandkosten zumindest anteilig bezahlen und zum Beispiel den Kunden nur die reinen Portokosten berechnen, sind die Versandkosten für manche Kunden ein Grund, den Kauf kurz vor Abschluss doch noch abzubrechen. Erst am Ende erfährt der Kunde, dass zusätzliche Kosten auf ihn zukommen. Daran ist er inzwischen zwar gewöhnt, doch deren Höhe ist ausschlaggebend und darf nicht zur unangenehmen Überraschung werden.

Richten Sie Ihre Kosten am Wettbewerb aus. Niemanden interessiert, was Sie bezahlen; es interessiert, was die Konkurrenz dafür nimmt. Schließlich sind Preisvergleiche über das Internet einfach.

Suchen Sie nach günstigen Versandwegen und geben Sie Vorteile zumindest teilweise an den Kunden weiter. Größere Sendungen, bestimmte Gewichtsklassen müssen nicht immer mit der Post verschickt werden. Manchmal lohnt es sich, Sendungen aufzuteilen, Bücher und andere Waren beispielsweise getrennt zu verschicken, um in den Genuss von Ermäßigungen zu kommen. Auch wenn es ums Gewicht geht, können getrennte Sendungen manchmal günstiger ausfallen.

Von Nicolas Rotermund

Nicolas war Mitarbeiter im Dr. Web Team in unserer Ahrensburger und frühen Lübecker Zeit.

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