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Design HTML/CSS

Es lebe die Freiheit: Ersatz für das Target-Attribut

Das Ende der beliebten Framesets ist spätestens seit der Veröffentlichung des XHTML-1.1-Standards ohne Framset- und Transitional-Variante durch das W3C endgültig besiegelt, denn wer vom Validator ein Lob bekommen will, muss nicht nur auf Framesets verzichten….

von Christoph Hörl

Das Ende der beliebten Framesets ist spätestens seit der Veröffentlichung des XHTML-1.1-Standards ohne Framset- und Transitional-Variante durch das W3C endgültig besiegelt, denn wer vom Validator ein Lob bekommen will, muss nicht nur auf Framesets verzichten.

Gleichzeitig mit den Befehlen <frameset> und <frame> flog auch das viel genutzte Link-Attribut „target“ aus dem HTML-Standard. Dieses Attribut war nicht nur wichtig für Framesets, vor allem um externe Links von einer Seite abzuheben wurde schnell target=“_blank“ eingefügt und man behielt scheinbar seinen Besucher.

Dies ist nun vorbei, denn das W3C plädiert für mehr Freiheit des Surfers, weshalb Links ab sofort immer im gleichen Fenster oder Tab (wie im Opera) geöffnet werden. Eine Chance für geplagte Surfer gibt es noch, mit der Option „Link in neuem Fenster öffnen“ im Kontextmenü lässt sich das Ursprungsfenster behalten. Internetnutzer, die in ihrem Browser die Funktion aktiviert haben, dass immer ein neues Fenster gestartet wird, bekommen davon auch nichts mit, jedoch ist diese Methode in der Praxis kaum zu empfehlen.

„Freiheit für den Nutzer“ – das ist also die Zukunft. Nicht nur in Sachen Browserfenster, auch in Schriften, Farben, Größen, etc., doch was ist mit Grafik-basierten Sites oder Macromedia-Flash-Kunstwerken? Für diese Varianten des Webdesigns wird sich sicherlich keine effektive Möglichkeit finden, um die Freiheiten zu gewähren, doch bei standard-konformen XHTML ohne Einsatz von Java Script hat man keine andere Chance als dem Trend zu folgen.

Mit Javascript wäre diese Möglichkeit denkbar, nur mit aktiviertem JavaScript öffnet sich der Link hier noch im neuen Fenster:

 <a href="http://www.drweb.de"
onclick="window.open(this.href); return false;" title="Link zu
drweb.de in neuem Fenster">Text des Links</a>

In der Zeit von Windows XP, wo mehrere Browserfenster des hauseigenen Internet Explorers sofort in der Taskleiste gruppiert werden, kommt dieser Trend vor allem unerfahrenen und älteren Computernutzern, die die Fensterflut nicht überblicken können, zu gute.

Gerade aber beim Zauberwort „barrierefreies Webdesign“ lassen sich Vorteile finden, denn viele ältere Screen-Reader blinder Besuchern können mit neuen Fenstern noch nicht umgehen – der Besucher bekommt von der Seite im neuen Fenster gar nichts mit.

Somit wird dem Webdesigner offen gelassen, ob er up-to-date XHTML-1.1-konform codieren will oder ob er lieber gegen den Trend der Nutzerfreiheiten arbeiten will, indem er auf XHTML 1.0 oder HTML 4.01 in der Frameset-Variante zurückgreift. Abschließend kann man nur gespannt der Entwicklung auf dem Browsermarkt (Microsoft Internet Explorer 7 mit Tab-System) und der endgültigen Veröffentlichung des CSS-3-Standards, in dem Stylesheets Fenster wieder neu öffnen können sollen.

      a { target-new:tab} 

Hier sollen Target-Attribute dann direkt per CSS definiert werden können.

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