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Gaming und mehr: So wählst du die richtige Maus für deine Anforderungen aus

Wer einem Hobby intensiv nachgeht, der benötigt irgendwann auch genau darauf zugeschnittene Ausrüstung – so verhält es sich auch beim Gaming. Doch benötigen Zocker wirklich spezielle Mäuse, und wie findest du heraus, welche die richtige für dich ist? Wir haben uns einmal eingehend damit beschäftigt, von welchen Faktoren es abhängt, welche Gaming-Mäuse zu dir passen, und wie du vor dem Kauf mögliche Kandidaten herausfiltern kannst.


Gaming-Mäuse – Warum eigentlich?

Warum genau benötigen Gamer eigentlich besondere Eingabegeräte – tun es nicht auch die normalen Büromäuse und –tastaturen? Die Grundfunktionen einer Zocker-Maus unterscheiden sich schließlich nicht groß von denen einer standardmäßigen Maus.

Dennoch gibt es diese recht teuren Geräte, und sie haben wie beispielsweise kostspielige, aber extrem leistungsfähige Monitore für Mediendesigner ihre Existenzberechtigung. Mehrere Faktoren heben Gaming-Geräte von der grauen Masse ab:

  • Präzision ist dringend notwendig, auch bei schnellen Bewegungen. Auch wenn ein gutes Gefühl in der Hand auf Dauer mit das wichtigste ist, sind leistungsfähige Sensoren ebenfalls Pflicht.
  • Einstellbarkeit nach eigenen Vorgaben ist essentiell, damit bei einem Wechsel auf ein neues Eingabegerät die angewöhnte Hand-Augen-Koordination nicht verloren geht.
  • Äußerst hohe Belastbarkeit ist notwendig. Je nach Art des Spiels kann bis zu hundert Mal pro Minute geklickt werden. Das Gerät muss dies auf Dauer aushalten.
© unsplash.com/ dhe haivan

Damit all diese Faktoren möglichst gut erfüllt werden, kommt natürlich einiges an technischer Finesse zusammen, daher auch der höhere Preis.

Um für jeden Spielertyp die passende Maus anzubieten, variieren die Hersteller bei ihren Modellen mit allen möglichen technischen Eckdaten, wodurch eine extreme Vielzahl verschiedenster Geräte entsteht. Wer nun auf der Suche nach einem Nager ist, hat daher die Qual der Wahl. Wir haben zusammengefasst, wie du bestimmst, welche Eigenschaften für dich wichtig sind, und somit die richtigen Kandidaten für dich herausfiltern kannst. Nachdem du das Feld so eingegrenzt hast, kannst du die optimalen Mäuse für deine Ansprüche beispielsweise im Vergleichstest von Only4gamers herauspicken.

Die eigenen Anforderungen bestimmen

Um den Findungsprozess eines Eingabegerätes zu starten ist es wichtig, zu Beginn die eigenen Ansprüche festzuhalten. Denn: Es gibt keine „beste Maus“, und auch keine klare Kaufempfehlung, die pauschal für einen bestimmten Spielertyp die richtige sein wird. Wer nur ab und zu eine Runde Solitaire spielt ist auch mit dem Trackball aus dem Büro noch gut bedient. Doch auch bei Spielern moderner Multiplayer-Titel können sich noch deutliche Unterschiede herauskristallisieren – die Kaufentscheidung ist in jedem Fall sehr individuell.

Denn wichtig ist, dass die Maus sich für dich persönlich auch bei intensiverer Nutzung immer gut anfühlt – blind einer Kaufempfehlung zu folgen, kann daher ein Fehler sein.

Dabei gibt es zahllose unterschiedliche technische Merkmale, denen du unterschiedliche Relevanz für deine Kaufentscheidung zuordnen kannst:

  • Ergonomie: Größe, Form, Gewicht, Oberflächenbeschichtung. Stark abhängig davon, wie die Maus gegriffen wird, und wie hoch die Sensitivität im Spiel eingestellt wird.
  • Sensorik: Laser oder optisch? Ist ein makelloser Sensor für dich Pflicht?
  • Funktionsumfang: Benötigst du nur drei, oder viel mehr Tasten? Muss deine Maus individuell konfigurierbar sein? Kabellose Freiheit oder analoge Zuverlässigkeit?

Ergonomische Abmessungen

© pixabay.com / Comfreak

Unabhängig von der Art der Spiele, die du spielst, oder deinem eigenen Anspruch an Leistung, ist dieser Faktor für jeden Spieler essentiell. Die Haptik des Gerätes muss passen, und vor allem muss sich die Maus gut anfühlen. Da eine Gamingsession gerne mal mehrere Stunden dauern kann, ist es Pflicht, dass der Nager gut in der Hand liegt.

  • Hast du große oder eher kleine Hände?
  • Greifst du die Maus mit der ganzen Handfläche oder nur mit den Fingerspitzen?
  • Wirst du mit einer hohen oder eher langsamen Zeigergeschwindigkeit spielen?

All das entscheidet darüber, wie groß und schwer das Gerät sein sollte.

Wie viele Tasten möchte ich nutzen?

Einer der offensichtlichsten Unterschiede bei Gaming-Mäusen ist die Anzahl der verfügbaren Tasten. Um sich zwischen einer einfachen Maus mit drei Tasten und einem programmierbaren 18-Tasten-Monster zu entscheiden reicht es aber nicht, pauschal zu fragen, welche Art Spiele damit bedient werden sollen.

Auch ein typisches MMO, das von Spielern das Nutzen zahlloser Hotkeys verlangt, kann theoretisch problemlos mit einer einfachen Maus und allen weiteren Funktionen auf der Tastatur bedient werden. Genauso bevorzugen viele ambitionierte Shooter-Spieler eine Maus mit wenigen Tasten, um sich nur darauf zu konzentrieren, die Ziele präzise anvisieren zu können. Doch wenn du anderes gewöhnt bist, kannst du die Ausnahme dieser Regel sein.

Es ist also wichtig, dass du für dich selbst entscheidest, wie viele Tasten du effektiv nutzen wirst. Jeder Spieler ist anders, und hat daher auch ganz individuelle Anforderungen. Du dürftest selbst am besten wissen, ob du beispielsweise bei Starcraft 2 Probleme hast, sämtliche Aktionen nur mit einer Hand ausführen zu müssen (denn was Profis in schnellen Strategiespielen auf der Tastatur leisten ist fast unvorstellbar), und die linke Hand daher gerne mit mehr Hotkeys auf der Maus entlasten würdest.

Sensorik: Hardcore-Spieler mit Ambitionen oder „Casual“?

© unsplash.com / Florian Olivo

Wenn du nur einmal im Monat eine Runde mit den Arbeitskollegen daddelst, fallen deine Anforderungen deutlich anders aus als die eines Profispielers (oder denjenigen, die erst noch einer werden wollen). Selbstverständlich soll auch für spontane Sessions deine Maus möglichst präzise sein, aber auch die Sensoren, die noch kleinere Mäkel haben wie beispielsweise einige der noch verbauten Laser-Sensoren, sind heutzutage so zuverlässig, dass du keinen Unterschied spüren wirst.

Die Faustregel: Alle Sensoren, die von den bekannten Herstellern verwendet werden sind zumindest sehr gut – die hochwertigsten optischen Abtaster sind jedoch extrem makellos. Erst Spieler mit Profi-Ambitionen werden diese geringfügigen Unterschiede überhaupt spüren beziehungsweise die Vorteile zu schätzen wissen. Auch zu beachten – die extrem hohen DPI-Zahlen, mit denen geworben wird, sind nicht zwingend notwendig. Präzision ist für viele Spieler wichtiger, als eine hohe Geschwindigkeit.

Wenn du beispielsweise eher für den Spaß an der Sache spielst, kann diese Entscheidung für dich ein breites Spektrum an Modellen eröffnen, so dass du möglicherweise bezüglich anderer Aspekte das idealere Gerät für dich finden kannst. Beispielsweise verzichten viele Profispieler auf kabellose Mäuse, doch die Nachteile sind mittlerweile bei den aktuellsten Geräten so gering, dass es für dich die absolut richtige Wahl sein kann, wenn du dich hin und wieder auch mal zurücklehnen möchtest.

(Beitragsbild von Robert-Owen-Wahl auf Pixabay)

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So erhöhst du die Smartphone-Sicherheit für iOS und Android

Smartphones ermöglichen die stetige Erreichbarkeit und werden vielseitig genutzt. Sie sind aber auch beliebtes Angriffsziel von Hackern, denn längst können es die Smartphones mit Mini-Computern aufnehmen, was in der Praxis sowohl für Privatanwender als auch für Selbstständige eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellt. Glücklicherweise gibt es aber verschiedene Möglichkeiten, wie Android und iOS Geräte abgesichert werden können.

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Von wegen Flaggschiff: Das LG G6 ist das schlechteste Smartphone der letzten Jahre

Im Grunde hätte es mir klar sein müssen, als ich den massiven Preisverfall des jüngsten Flaggschiffs G6 aus dem Hause LG bemerkte. Was um 300 Euro unter UVP gehandelt wird, muss Macken haben.

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Webhosting 2017: Siegeszug der Public Cloud

Die richtige Wahl des passenden Hosting-Pakets nebst passendem Provider ist eine schwierige Aufgabe. Das gilt umso mehr für Seitenbetreiber, die nicht schon auf ein paar Jahre oder Jahrzehnte Erfahrung zurück blicken können. Die Cloud könnte eine Art Wollmilchsau-Lösung sein.

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Internet per Satellit: Was ist, was kommt

Internet per Satellit war vor einigen Jahren schon mal populär, konnte sich aber aufgrund hoher Preise, schlechter Datenraten und zügig schneller werdender Kabelverbindungen nicht durchsetzen. Wo stehen die Systeme jetzt?

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Das OnePlus X und ein katastrophaler Ersteindruck

Was habe ich mich auf die Lieferung des OnePlus X gefreut. Frühzeitig hatte ich mich um einen Invite bemüht und kurz vor Verkaufsstart auch tatsächlich einen bekommen. Angesichts des Gesamtpreises von unter 300 Euro mit Versandkosten war die Entscheidung schnell spontan getroffen. Und tatsächlich könnte das OnePlus X das Smartphone des Jahres sein, wenn es nicht so gravierende Mängel aufwiese.

OnePlus X: katastrophaler Ersteindruck

Ich werde mich in meinem heutigen Beitrag nicht, wie ich es ursprünglich geplant hatte, in einem Rundumschlag mit dem OnePlus X auseinandersetzen. Denn in seinem derzeitigen Zustand ist das OnePlus X diesen Aufwand schlicht nicht wert.

OnePlus X: Hübscher iPhone-Klon

Das ist insofern schade als das OnePlus X wirklich ein ausgesprochen hübsches und sehr wertig wirkendes, gut verarbeitetes Gerät ist. Schon der Anblick der durchgestylten Verpackung versetzte mein verwöhntes Auge in Verzückung. Die Präsentation des Gerätes und das Smartphone selber verstärkten diesen Eindruck nur.

Wenn ich das OnePlus X optisch mit einem anderen Gerät vergleichen müsste, dann würde ich es als dem iPhone ebenbürtig bezeichnen. Und das ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass das X weniger als die Hälfte des günstigsten iPhones kostet.

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Das OnePlus X links, das iPhone rechts

Auch leistungsmäßig konnte ich auf den ersten Blick keine Unterschiede feststellen, was natürlich nicht viel heißt, aber doch eine erste Einschätzung darüber zulässt, wie sich das Gerät im Alltag schlagen würde.

OnePlus X: Gravierende Mängel, keine Supportaussage

Mit der genannten Begeisterung startete ich das OnePlus X erstmalig und installierte ohne Argwohn das direkt angebotene Update des OxygenOS, der Android-Variante aus dem Hause OnePlus. Schon zuvor hatte ich eine 128 GB große SD-Karte eingelegt, da das OnePlus X nur über lächerliche 16 Gigabyte Speicher, aber immerhin 3 GB Ram verfügt.

Deshalb wollte ich auch direkt einige Apps auf die SD verschieben und die Fotos der Kamera ebenfalls dort speichern lassen. Zunächst dachte ich an eine defekte SD, als ich feststellen musste, dass eben jene nicht in den Einstellungen unter Speicher angezeigt wird und entsprechend auch keine Apps darauf verschoben werden können.

Nachdem ich vier verschiedene SD-Karten mit unterschiedlicher Kapazität durchprobiert hatte, war klar, das Problem liegt am OnePlus X. Keine der Karten ließ sich unter den Systemeinstellungen anzeigen und zur Zusammenarbeit mit Android bewegen. In den Foren zum X gab es auch bereits einige Einträge zum Thema. Wie eigentlich nur bei Apple Fanboys üblich, wurde das Problem verniedlicht und die Hoffnung geäußert, dass OnePlus das Problem bald lösen möge. Eine offizielle Aussage konnte ich nicht ausfindig machen.

Für mich funktionierte dann der Tipp eines Users, man möge seine SD-Karte doch mit NTFS formatieren, so könne sie wenigstens gelesen werden. Wohlgemerkt, das löst nicht das Problem mit der fehlenden Systemeinbindung, führt aber dazu, dass etwa auf SD gespeicherte Musik oder andere Medien mit entsprechenden Apps, wie Poweramp oder VLC, genutzt werden können.

So war ich zunächst zwar nicht zufrieden, aber doch bereit, die Unbill als temporär zu akzeptieren und auf einen Patch von OnePlus zu warten. Wer allerdings weiß, mit welcher Beharrlichkeit OnePlus seine Kunden auf längst versprochene Patches warten lässt, könnte hier bereits eine größere Skepsis verspürt haben.

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Das schönste Smartphone des Jahres 2015, nur leider nicht funktional

OnePlus X: zu dem SD-Defekt gesellt sich ein Telefonie-Versagen

Einen Tag später freute ich mich über ein ruhiges Smartphone. Offenbar wollte mich niemand anrufen. An anderen Tagen klingelt das Gerät gefühlt durchgehend. Ich argwöhnte nicht, bis mich ein Bekannter über Whatsapp anpingte und fragte, warum ich nicht ans Telefon gehe…

Nanu? Kurz getestet stellte sich heraus, dass das OnePlus X nicht telefonieren kann. Alles funktioniert. Ich kann SMS und MMS versenden und empfangen und ich kann jegliche Datendienste, auch über LTE, nutzen. Aber ich kann nicht telefonieren, weder aktiv, noch passiv.

Auch hier dachte ich zunächst an eine defekte SIM. Sowas kommt vor. Ich testete drei verschiedene SIMs aus drei verschiedenen Netzen. Bei allen war das Ergebnis gleich. Es ist kein Telefonieren möglich. Eine offizielle Aussage konnte ich auch dazu nicht finden.

Und so liegt das schöne Gerät in einer dunklen Ecke meines Schreibtisches und kann nicht sinnvoll benutzt werden. Dafür sind dann auch günstige 295 Euro noch zu teuer.

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Design Hardware UI/UX

Usability-Fail: Fingerabdrücke und Android 6

Ein Smartphone ohne Fingerabdruckscanner ist offenbar kein echtes Smartphone mehr. So könnte man denken, wenn man sich die aktuellen Neuerscheinungen ansieht. Kaum ein Gerät traut sich noch ohne das erkennungsdienstliche Accessoire auf den Markt. Das erhöht die Sicherheit, sagen die Hersteller. Außerdem kannst du auf diese Weise mit deinem Smartphone Käufe tätigen und Transaktionen autorisieren. Ich bin im Prinzip kein Gegner dieser Technologie, finde sie jedoch in Ihrer aktuellsten Implementation in Android 6 unter Usability-Aspekten vollkommen misslungen.

Usability-Fail: Fingerabdrücke und Android 6

Fingerabdruckscanner: Pseudosicherheit im Trend

Machen wir uns nichts vor. Der Fingerabdruckscanner im Smartphone kommt aus der Designschmiede des Jony Ive aus dem kalifornischen Cupertino und wurde sodann flugs nachgebaut, zuerst im Hause Samsung, wenn mich meine Erinnerung nicht völlig fehlleitet. Erst als Spielzeug verschrien, setzt sich das Accessoire dieser Tage dennoch durch. Ob es an Apples Beharrungsvermögen liegt oder an etwas völlig anderem, sei mal dahingestellt. Ich sehe in der Technologie, so wie sie aktuell umgesetzt ist, ganz generell keinen großen Wurf. Im Grunde ersetzt sie bisher lediglich die Eingabe einer PIN, das Zeichnen eines Musters oder die Eingabe eines Passworts, wobei alle genannten Alternativen jeweils zusätzlich funktionieren. Das allein ist ja im Grunde schon Unfug. Wenn ich also anstelle meines Fingerabdrucks auch eine PIN eingeben kann, weil ich nicht die Möglichkeit habe, allein mit dem Fingerabdruck zu entsperren, wo ist dann die zusätzliche Sicherheit im Vergleich zur reinen PIN-Eingabe, wie wir sie nun seit Jahren schon haben?

Akzeptabel: Fingerabdruckscanner in iOS

Unter iOS nutze ich das Ganze daher seit einem Jahr ausschließlich zur Autorisierung von Käufen im iTunes App-Store oder anderen digitalen Geschäften, die auf die Technologie setzen, etwa Amazon. Das ist einfach eine Frage der Bequemlichkeit. Klar könnte ich auch bei jedem Kauf mein jeweiliges Passwort eintippen. Das aber ist auf der Tastatur des iPhone ziemlich fummelig und der dicke Daumen ist schneller auf den Scanner gelegt, als das achtstellige Passwort eingefrickelt. Für die Entsperrung meines iPhones verwende ich den Scanner nicht. Unter iOS geht das, wie du in folgendem Screenshot sehen kannst:

usability-fail-ios.jpg

Per Schalter lege ich fest, wozu meine Fingerabdrücke verwendet werden sollen. So weit, so gut.

Hopp oder topp: Fingerabdrücke unter Android 6

Im neuen Android 6, das ich aktuell in Gestalt des Nexus 5X und des HTC One A9 testen kann, sieht die Implementation auf den ersten Blick ganz ähnlich aus. Die oben genannten Nachteile hinsichtlich zusätzlich erforderlicher PIN, Muster oder Passwörter gelten natürlich fort. Hier gibt es aber keinerlei Wahlmöglichkeiten. Das Einschalten des Fingerabdruckscanners in Android 6 ist eine Alles-oder-nichts-Entscheidung. Du kannst nicht auswählen, wofür du deine Kuppen hernehmen willst. Damit könnte man eventuell noch leben.

Was aber gar nicht geht, ist, dass man nicht einmal fallweise die Fingerabdruckerkennung ein- oder ausschalten kann. Hast du einmal bis zu fünf deiner Fingerabdrücke erfasst und die Geräteschutzeinstellungen damit aktiviert, kannst du nur noch im Ganzen raus.

Ich würde mir für mich ein Szenario vorstellen, in dem ich für bestimmte Aktivitäten den Fingerabdruckscanner aktiviere, etwa im Fitnessstudio, wo ich gerne und oft mein Smartphone auf einem Gerät liegen lasse. Nach dem Verlassen dieses Ortes würde ich den Scanner wieder abschalten und ohne Sperre oder mit einer einfachen PIN wesentlich schneller mit dem Gerät interagieren können. Mit dem iPhone geht das und mit meinem OnePlus 2 unter Android 5.1 geht das auch.

Unter Android 6 auf dem Nexus und dem A9 geht es nicht. Wenn ich hier den Fingerabdruckscanner deaktivieren möchte, indem ich etwa die Bildschirmsperre von PIN, Muster oder Passwort auf „keine“ setze, warnt mich das System und kündigt an, dass ich, sollte ich den Plan in die Tat umsetzen, alle gespeicherten Fingerabdrücke verlieren werde. So sieht die Meldung aus:

Alles oder nichts

Ich schalte also nicht etwa den Scanner temporär ab, sondern ich lösche alle Fingerabdrücke vom Gerät und müsste, wenn ich den Scanner erneut benutzen wollte, alle Fingerabdrücke neu einlesen. Ich habe sicherlich eine gute Viertelstunde in den Optionen gesucht, weil ich gar nicht glauben wollte, dass dem wirklich so ist. Wer hat sich das bloß ausgedacht?

 

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Moto X Style im Dr. Web-Test: Android-Oberklasse zum Mittelklassepreis

Das Moto X Style ist das neue Spitzenmodell aus dem Hause Motorola und rundet die durchdachte Palette nach oben ab. Abgesehen vom Fingerabdruckscanner bietet das Moto X Style alle Leistungsmerkmale, die derzeit für Flaggschiffe als unabdingbar gelten. Insbesondere im Vergleich zu den überzogenen Preisen der jüngsten Nexus-Modelle liegt das Moto X Style mit seinem Einstiegspreis von 499 Euro noch im günstigen Segment. Ähnlich unverfälschtes Android wie in der Nexus-Reihe und eine vorbildliche Updatepolitik haben manch einen dazu verleitet, das Moto X Style als das eigentliche Nexus des Jahres 2015 zu bezeichnen. Ich habe über die letzte Woche das Gerät zu meinem Alltagsbegleiter gemacht.

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Noch eine kleine Warnung vorab. Ich finde die Auflistung der technischen Spezifikationen eines Gerätes stets fürchterlich langweilig. Und die Diskussion der Entscheidung für einen Prozessor A im Vergleich zum ebenfalls möglichen Prozessor B interessiert mich überhaupt nicht. Mich interessiert, ob das Gerät meinen Alltag bereichert. Wie es das macht, ist mir eigentlich ziemlich egal.

Auch in Sachen Akku geht es mir in allererster Linie nicht um die reine Papierleistung, sondern darum, wie sich ein Feature auswirkt. Ich habe beispielsweise auch ein iPhone 6. Niemand wird hier mit der Größe des Akkus oder des RAM prahlen können. Dennoch hält das iPhone 6, oder genauer mein iPhone 6 mit allen anderen Flaggschiffen, die ich jüngst in den Fingern hatte, locker mit.

Die schlechtesten Erfahrungen in Sachen Akkudauer mache ich stets und zuverlässig mit Geräten aus dem Hause Samsung. Das S6 schaffte bei mir und meiner Alltagsnutzung reproduzierbar nicht mehr als acht Stunden von 100 auf 0 Prozent. Mein Note 4 mit seinen 3.200 mAh hält lange durch. Aber nur, wenn ich es nicht benutze. Bei laufendem Bildschirm kann ich der Akkuanzeige beim Fallen zusehen. Ich hatte schon gelegentlich den Verdacht, versehentlich einen Countdown-Timer eingeschaltet zu haben.

Und auch eine andere meiner neuesten Errungenschaften, ein LG G4, ist nicht wesentlich besser. Sobald man das Pixelmonsterdisplay anschaltet, fällt die Akkukapazität im Minutentakt. Solange man das G4 nur auf Standby hat, hält der Akku gefühlt ewig. Aber abends auf dem Sofa mit dem G4 lesen ist nicht drin, ohne ein Ladegerät anzuschließen, sollte man es über den Tag bereits verwendet haben.

Verpackung des Moto X Style
Motorola liefert das Moto X Style in einer gut doppelt so groß wie nötigen Box. Generell werden die Boxen bei Motorola je größer, desto höher das verpackte Modell in der Produkthierarchie steht. (Foto: Dr. Web)

Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass sowohl das S6, wie auch das Note 4 und G4 mit dem richtigen Ladegerät wirklich in einer rasanten Geschwindigkeit zu befüllen sind. Gleiches gilt für das Moto X Style. Im Gegensatz zum Lieferumfang des kleineren Moto X Play ist beim Style auch das erforderliche Schnellladegerät an Bord.

Erstaunlich dabei ist, dass das Kabel an der Seite des Netzteils nicht, wie sonst üblich und wie es auch beispielsweise beim Motorola Nexus 6 der Fall ist, per USB eingesteckt wird, sondern fest verdrahtet ist. Motorola behauptet, so sei sichergestellt, dass man nicht versehentlich ein Kabel verwenden könne, das für die Schnelladung nicht geeignet ist. Das mag generell so stimmen, entspricht meiner Erfahrung aber nicht. Noch beim Nexus 6 wurde ein Schnelladegerät beigelegt, das ein eben solches USB-Kabel verwendet. Das funktionierte einwandfrei und damit lässt sich auch das Style laden.

Mein zugekauftes Aukey-Ladegerät, für einen Zehner bei Amazon erstanden, allerdings hat mit dem Style Probleme. Es lädt jedes QC-fähige Gerät zuverlässig, zuletzt auch das Moto X Play. Aber das Style kann es nicht leiden. Wenn da mal nicht ein konzeptioneller Fehler im Style die Ursache ist.

Das mitgelieferte Schnelladegerät indes lädt den Akku wirklich rasant schnell wieder auf. Zwischen 24 und 51 Sekunden brauchte das Gerät in meinem Test für einen Prozent Ladung.

Qi bietet das Moto X Style nicht. Das fand ich allerdings nur bis zur Einführung der Schnellladefunktion unabdingbar, denn ein schnelles Laden via Qi ist nicht möglich. Und wenn ich das Gerät über Nacht laden will, kommt es nicht darauf an, ob ich es an ein USB-Kabel anschließen muss oder auf eine induktive Platte legen kann. Tagsüber stecke ich ausschließlich noch das Schnellladegerät an und erfreue mich an rasant steigenden Kapazitäten.

Wechselbare Akkus finde ich immer dann großartig, wenn ein Smartphone so eine schauderhafte Laufzeit aufweist, dass man damit rechnen muss, ohne Ersatzakku partout nicht über den Tag zu kommen. Deshalb ziehe ich das G4 dem S6 ganz locker vor, denn das G4 hat einen wechselbaren Akku. Der Akku des Moto X Style ist fest verbaut, auch wenn die abnehmbare Rückseite anderslautende Hoffnungen nährt.

Ausdauer hat das Style nicht, jedenfalls nicht mehr als andere Smartphones der gleichen Liga. Hier ist die Schnelladung kein Gimmick, sondern dringend nötig, denn bei intensiverer Nutzung kommt man mit dem Style nicht über den Tag.

Was mir an einem Smartphone wichtig ist

Meine persönlichen Anforderungen an ein Smartphone sehen wie folgt aus. Wenn ihr euch darin wiederfindet, solltet ihr weiterlesen:

Das Smartphone muss gut in der Hand liegen, darf nicht von allen möglichen Flächen abrutschen und muss ordentlich erreichbare Bedienelemente aufweisen. Benachrichtigungen müssen gut zugänglich und konfigurierbar sein. Hier darf das Konzept des iPhone aus meiner Sicht ruhig mal als Musterbeispiel gelten.

Der Touchscreen muss ein scharfes, kontrastreiches Bild und eine solide Helligkeit im Sonnenlicht bieten. In dunklen Räumen ist jedes Display zu gebrauchen.

Links das Moto X Style, rechts nur ein Stück Pappe. Beim Moto X Style ist nicht nur das Smartphone sehr groß. (Foto: Dr. Web)
Links das Moto X Style, rechts nur ein Stück Pappe. Beim Moto X Style ist nicht nur das Smartphone sehr groß. (Foto: Dr. Web)

Das Phone muss entweder über Speicher ab 64 GB aufwärts oder einen SD-Slot verfügen, da ich ein Daten-Messi bin und gerne haufenweise Musik, Filme und sonstiges Multimedia mit mir rumschleppe.

An dieser Stelle wird mir häufig mit nachsichtigem Lächeln empfohlen, doch auf Spotify oder Deezer zu setzen, und so mein Gerät zu entlasten. Das habe ich natürlich schon versucht. Schlau wie ein Bauer hatte ich mir sowohl in Spotify, wie auch per Deezer einige Alben aufs Smartphone geladen. Grinsend saß ich im Flieger und schaltete sämtliche Funkmodule ab, als es die Stewardess verlangte. Ich würde ja meine Streamingservices nutzen, kein Problem. Allerdings wollte sowohl Spotify als auch Deezer nur mal ganz schnell eine Verbindung zum Internet aufbauen, um zu gucken, ob ich denn auch eine Lizenz habe. Konnte ich nicht bieten, sagten beide unisono „Pech”. Kommt mir also bloß nicht mit Streamingdiensten. Die nutze ich zwar, aber die Musik, die ich auf jeden Fall dabei und verfügbar haben will, die landet als MP3 oder AAC auf dem jeweiligen Gerät. Gleiches gilt für andere Mediendateien. Basta!

Die Kamera muss vernünftige Bilder machen. Ich ersetze mit meinem Smartphone in 95 Prozent aller Fälle meinen Sony-DSLR-Boliden. Meinen letzten Urlaub auf Kreta habe ich komplett mit dem iPhone fotografisch dokumentiert. Da hatte ich die Sony gar nicht erst mitgenommen. Die Kamera sollte zudem ordentliche Bilder auch in schlechter Beleuchtung zuwege bringen.

Vernünftige Konnektivität inklusive LTE setze ich jetzt mal voraus. Ein Gerät, das nur maximal 3G beherrscht, käme mir nicht mehr ins Haus.

Was mir an einem Smartphone weniger wichtig ist

Bevor ich auf die genannten Punkte eingehe, lasst mich noch kurz ein paar Aspekte nennen, die mir weniger wichtig sind, von denen ich aber weiß, dass andere da Riesenfässer aufmachen, wenn sie diese nicht erfüllt sehen.

Ein Smartphone wie jedes andere - auf den ersten Blick. (Foto: Dr. Web)
Ein Smartphone wie jedes andere – auf den ersten Blick. (Foto: Dr. Web)

Systemupdates finde ich unter Android vollkommen unwichtig. Anders als bei iOS ist mir zum heutigen Tage noch nie eine App untergekommen, die auf einer bestimmten OS-Version bestanden hätte. Ich konnte also bislang noch jede App, die mich interessiert hat, verwenden, auch wenn ich nicht mit Kitkat oder Lollipop ausgestattet war. Wie gesagt, unter iOS sieht das ganz anders aus. Da sind die Entwickler ruckzuck mit Updates dabei, die du nicht mehr installieren kannst, wenn du nicht innerhalb von Wochen auf die aktuellste OS-Version upgedatet hast.

Im Gegenteil habe ich bislang eher schlechte Erfahrungen dann gemacht, wenn es ein Update für mein jeweiliges Gerät gab. Zuletzt brachte ich mein an sich geliebtes OnePlus One auf den Stand von Android 5. Das hätte ich mal besser gelassen. Denn die vormals grandiose Akkulaufzeit schmolz dahin wie Butter in der Sonne, ach, was sag ich, in der Hölle. Selbst bei meinem Nexus 5 erkaufte ich die aktuelle Betriebssystem-Version stets mit einer schlechteren Laufleistung. Erst mit dem vor wenigen Tagen erhaltenen Update auf Marshmallow zeigt das gute alte Nexus 5 wieder Laufzeiten, die überhaupt diesen Ausdruck verdienen.

Eine generelle Ausnahme stellt mein Riesenbaby, das Nexus 6, dar. Dieses grandiose Gerät hält auch bei intensiver Nutzung fast zwei Tage durch, ist aber so groß, dass ich es partout nicht als Daily Driver verwenden möchte. Immer, wenn ich es versuche, bin ich spätestens an Tag 3 wieder bei einem anderen, kleineren Gerät gelandet. Dennoch warte ich gespannt auf das OTA-Update für das 6er.

Wesentlich kleiner als das Nexus 6 ist das Moto X Style nicht. (Foto: Dr. Web)
Wesentlich kleiner als das Nexus 6 (rechts) ist das Moto X Style nicht. (Foto: Dr. Web)

Von daher ist es mir nicht wirklich wichtig, dass Motorola erneut auf ein fast reines Android in der aktuellsten Version 5.1.1 setzt. Was aber interessant ist, ist, dass Motorola die Zusatzfeatures in der Mehrzahl der Fälle über eigene Apps bereit stellt und nicht, wie andere, durch Eingriffe in das System an sich. Damit sind auch zukünftig zeitnahe Updates zu erwarten. Das ganze überflüssige Gefrickel, das sich die Entwickler von Samsung und Konsorten antun müssen, um dem an sich reinen Android ihre vermurksten Aufsätze wieder beizubiegen, kostet einfach Zeit.

Wo ich schon von Aufsätzen spreche. Ich verwende auf Android-Geräten immer und ausschließlich den Nova-Launcher. Es ist mir wurscht, welcher Herstelleraufsatz von eben jenem vorgesehen ist. Meine Geräte erhalten Nova und gut. Ich habe durchaus mit verschiedenen Herstelleraufsätzen experimentiert, zuletzt auf dem Huawei P8 und dem Xperia Z3+, aber an Nova kommen die meiner Meinung nach nicht ran. Außerdem verwende ich mehrere Geräte und möchte schon aus Gründen der Zeitökonomie nicht immer erst überlegen müssen, was denn nun da wo war.

Eine andere Funktionalität, die ich nicht nur nicht mehr missen kann, sondern auch keinesfalls mehr missen möchte, liefert mir die alternative Tastatur Swiftkey. Es war tatsächlich dieser App zu verdanken, dass ich überhaupt wieder ein iPhone in meine Gerätesammlung eingliederte, denn die Tastatur unter iOS fand ich vollkommen grenzwertig. Wer kennt nicht dieses schöne Beispiel:

„Natürlich vertau ich der Autokorrekteur blond. Isst Docht vom Apple”

Zugegeben, so schlimm ist sie dann auch wieder nicht und natürlich kann man der iOS-Tastatur neue Wörter und ein optimiertes Korrekturverhalten beibringen. Swiftkey funktioniert jedoch ohne derlei Aufwand einfach out of the box. Und die automatische Erkennung der verwendeten Sprache lässt mich den einen Kommentar in deutscher und den nächsten in englischer Sprache tippen, ohne dass mir die Technik falsch korrigierend in die Parade fahren würde.

Kommen wir zur Bildschirmdiagonale. Das ist ja auch so ein Thema, bei dem die Diskussionen schnell militant werden. Wenn es nach mir ginge, gäbe es Smartphones mit 10 Zoll Bildschirmdiagonalen auf der Fläche eines iPhone 6. Klar, geht nicht, aber es zeigt meinen inneren Konflikt ganz gut. Auch mein Augenarzt würde mir jetzt beipflichten, wenn ich verkündete, dass es für mich gar keine zu großen Bildschirmdiagonalen geben kann.

Allerdings passen meine Hände nicht zu meinem Sehfehler. Alles ab 5,2 Zoll greift sich mühsam. Obwohl, das stimmt eigentlich so auch nicht, denn mittlerweile gibt es da ja die ulkigsten Konstellationen. So ist zum Beispiel das Huawei P8 Lite fast exakt so groß wie das LG G4. Ebenso verhält es sich mit dem Xperia Z3+. Sowohl das Huawei, wie auch das Xperia verfügen indes bloß über ein 5,2 Zoll Display, während das G4 eines mit 5,5 Zoll sein eigen nennt.

Das Moto X Style ist in Breite und Höhe in etwa vergleichbar mit dem G4. Der Unterschied liegt im Bereich weniger Millimeter. Das G4 wirkt allerdings weit filigraner. Das günstigere Moto X Play ist ebenfalls etwas kleiner als das Style. Beachten muss man dabei natürlich, dass das Style einen 5,7 Zoll Bildschirm hat, während sich das Play mit einem 5,5er ausgestattet sieht.

Wer also nun das P8 oder Z3+ mit seinen 5,2 Zoll ideal findet und sich nichts größeres jemals vorstellen kann, der sollte doch mal zum G4, X Play oder X Style greifen und sich mutmaßlich wundern.

Wo wir schon beim Bildschirm sind, können wir ja auch gleich das Thema Auflösung abhandeln. Hier gibt es mittlerweile einen breiten Konsens in der Zunft der Smartphone-Tester, der besagt, dass man ab Full HD mit dem bloßen Auge keine Unterschiede mehr sehen kann. Dem würde ich schon zustimmen, hat mich genau dieser Effekt doch seinerzeit davon abgehalten, das G3 als Nachfolger meines G2 zu kaufen. Ich konnte einfach den Unterschied nicht sehen.

Logischerweise müssen viele Pixel aufwändiger bewegt werden als wenige. Das kostet Leistung, die kostet Strom, das kostet Akku. Man sollte also davon ausgehen dürfen, dass hier weniger mehr ist. Das Moto X Play beschränkt sich auf genau dieses weniger. Das Moto X Style hingegen bietet das volle QHD-Programm mit 2.560 x 1.440 Pixel. Kein Wunder, dass die Akkulaufzeit beim X Style wenig berauschend ist.

Es mag jetzt komisch klingen, aber ebenfalls nicht so wichtig ist mir der Preis. Dabei muss allerdings das Preis-Leistungsverhältnis stimmen. Fantastische Beispiele für Geräte, bei denen dieses Verhältnis absolut nicht stimmt, sind nicht nur das iPhone, sondern auch das Xperia Z3+ oder das Galaxy S6. Das G4 bietet eine solide Balance, jedenfalls mit seinem aktuellen Straßenpreis von knapp unter 500 Euro. Und das Moto X Play ist ja fast schon ein Preisbrecher mit seinen 380 Euro plus Sonderausstattung. Das Moto X Style gibt es für 499 Euro beim Onlineversandriesen.

Über den Motomaker lässt sich das Gerät individualisieren. Neben den diversen Farbspielereien kann dort auch ein Moto X Style mit 64 GB statt 32 GB Speicher bestellt werden. Da jedoch alle Motos per SD-Karte erweitert werden können, habe ich mich mit der hinreichenden Standardgröße von 32 GB begnügt, während ich das X Play über den Motomaker bestellte, weil das im freien Verkauf erhältliche Modell lediglich 16 GB verbaut hat. Bei Motorola direkt lassen sich 32 GB bestellen.

Ebenfalls unwichtig sind mir Features wie die diversen Möglichkeiten, die UV-Strahlung, den Puls, den Sauerstoffgehalt im Blut und weiß der Deibel was noch alles zu messen. Nicht einmal die Schrittzählung lasse ich noch über das Smartphone machen. Das erledigt seit einem halben Jahr meine Polar V800, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls bietet das Moto X Style nichts von all dem Quantified-Self-Gelumpe, das derzeit so massiv in ist.

NFC bietet das X Style zwar, jedoch spielt die Technologie in meinem Alltag praktisch keine Rolle. Ab und an nutze ich NFC, um Konten zwischen zwei Geräten zu übertragen. Ansonsten ist der Schalter stets auf Off.

Moto X Style: Wichtige Features im Einzelnen

Lasst uns also nun den Blick auf die wichtigen Aspekte lenken. Dabei bitte ich nie zu vergessen, dass es sich um die für mich wichtigen Aspekte handelt. Ich sage es gerne nochmal an geeigneter Stelle, damit ich es nachher in den Kommentaren leichter habe, darauf zu verweisen ;-)

Bedienbarkeit

Das Moto X Style hat eine Taste und eine Wippe. Die Taste ist mit einer Riffeltextur versehen, so dass man sie schnell von der direkt darunter angeordneten Wippe unterscheiden kann und stellt den Ein-Aus-Schalter dar. Die Wippe ist für die Lautstärke zuständig, kann aber von diversen Apps auch anders benutzt werden. So finde ich etwa die Kindle-Funktion, mit den Lautstärketasten blättern zu können, ganz großartig, allerdings nur dann, wenn diese Tasten nicht ganz links oben am Gehäuse verbaut sind, wie etwa beim Note 4. Die mittige Anordnung an der rechten Seite des X Style ist für mich als Rechtshänder hingegen optimal. Die Anordnung ist übrigens bei allen Motos gleich.

Das G4 verfolgt bekanntlich schon seit Version 2 ein anderes, vermeintlich logischeres Konzept. Hier liegen die Tasten mittig auf der Rückseite unterhalb der Kamera. LG meint, da würden sich die Finger beim Halten eines Smartphones natürlicherweise ohnehin befinden. Ich kann das nicht bestätigen. Ich muss stets ganz schön fummeln, um die nicht sichtbaren Bedienelemente an meinem G4 zuverlässig zu finden. Meine Finger jedenfalls befinden sich nicht „natürlicherweise” an der von LG prognostizierten Stelle. Bequem ist das entsprechend nicht.

Noch besser fände ich einen Hardwarebutton unterhalb des Displays, wie beim iPhone oder der Samsung-Riege. Das ist aber reine Geschmackssache. Das X Style ist für mich sehr gut bedienbar, was Tastenanzahl und -anordnung betrifft.

Das Moto X Style erlaubt auch Bilder aus geringer Distanz. Das Fokussieren per Fingerschieb ist dabei nicht unbedingt von Vorteil. (Foto: Dr. Web)
Das Moto X Style erlaubt auch Bilder aus geringer Distanz. Das Fokussieren per Fingerschieb ist dabei nicht unbedingt von Vorteil. (Foto: Dr. Web)

Was zunächst für Irritationen sorgen kann, ist, dass das X Style nur einen einzigen Karteneinschub hat. Nanu, denkt sich der konditionierte Smartphone-Verwender, wo ist denn der SD-Slot? Normalerweise finden sich bekanntlich zwei Slots an den Seiten des jeweiligen Geräts. Beim Moto X Style, wie schon beim kleineren Play, finden beide Karten in einem Slot Platz. Das ist übrigens nicht neu, aber besser umgesetzt als beispielsweise beim Xperia Z3+. In Sonys Flaggschiff befindet sich im einzigen Slot ein äußerst filigraner Plastikträger, der mit den Fingernägeln ganz vorsichtig aus dem Gerät zu pulen und nach Einsetzen der Karten ebenso vorsichtig wieder einzuführen ist. Mir wäre das filigrane Teilchen fast zerbrochen. Dann hast du natürlich die berühmte Karte, die der Schiri immer von hinten holt.

Bei den X-Modellen ist die Lösung stabiler. Der oben angebrachte Kartenträger kann beidseitig bestückt werden, wie die folgenden Bilder zeigen. Nach dem Einsetzen der Nano-Sim und der Micro-SD schiebt man den Träger wieder ins Gerät zurück. Das geht unkompliziert und man muss keine Sorge haben, etwas zu zerbrechen, sofern man nicht der Hulk ist.

Die Rückseite der X-Modelle ist mit einem strukturierten wechselbarem Deckel versehen, der nur den Zweck hat, ab und an gegen farblich andere Exemplare gewechselt zu werden. Für den Benutzer wechselbare Teile befinden sich hinter diesem Deckel nicht. Im Gegensatz zum X Play hat Motorola hier sauber gearbeitet. Der Deckel sitzt passgenau und lässt sich nicht im Bereich von ein bis zwei Millimetern hin- und herschieben, wie es beim Moto X Play der Fall ist.

Anders als beim Moto X Play sind beim Style auch die Tasten des Geräts besser verarbeitet. Nichts klappert und scheppert, wenn man es schüttelt. Die Verarbeitung ist insgesamt hochwertig.

Schon von älteren Geräten her bekannt ist die mit dem Handgelenk auszuführende Drehgeste, die dafür sorgt, dass die Kamera aus dem Standby startet. Das funktioniert beim Style stets zuverlässig, während das Play eher zögerlich, bisweilen sogar gar nicht auf diese Geste reagiert. Die sogenannte Hackgeste, mit der man durch zweimaliges Hacken mit dem Smartphone die rückseitige LED ein- und wieder ausschalten kann, ist beim Style, anders als beim Play ebenfalls wieder an Bord.

Was die Benachrichtigungen betrifft, bekleckern sich die meisten Hersteller ja nicht gerade mit Ruhm. So sieht zum Beispiel die Timeline-Darstellung der Benachrichtigungen auf dem Huawei P8 gut aus, ist aber viel zu umständlich zu erreichen. Bei mir muss ein Blick und der folgende Zugriff auf die der Benachrichtigung hinterliegenden Inhalte schnell und unkompliziert sein. Samsung und LG haben das ebenfalls nicht verstanden. Hier tippt man eine Benachrichtigung an, muss dann aber auf dem Bildschirm einen weiteren Wisch vollziehen, damit das Gerät endlich glaubt, man wolle wirklich Inhalte sehen. Das macht Stock-Android natürlich sehr viel besser. All das gilt natürlich nur, wenn man sein Gerät nicht wie Fort Knox abgesichert hat und es aus dem Standby nur mit einem zuvor dreifach gespeicherten Ausdruckstanz zurückholen kann.

Auch das Moto X Style bietet das mit dem Moto X 2014 eingeführte System der Benachrichtigung per Bewegungssensor. Ein Winken in Displaynähe zeigt, ob Informationen darauf warten, zur Kenntnis genommen zu werden. Das X Play bietet dieses Feature nicht.

Anders als beim X Play findet man im Style Benachrichtigungs-LEDs, die in verschiedenen Farben zum Leuchten, Blinken und so weiter gebracht werden können.

Erwähnenswert im Zusammenhang mit Bedienbarkeit ist auf jeden Fall noch Motorola Migrate. Die kleine App hilft beim Übertragen von Inhalten des bisherigen Phones auf das neue Motorola und es funktioniert reibungslos. Mit Einschränkungen funktioniert das sogar für den Umstieg von einem iPhone. Migrate ist allerdings mit Android 6 auf dem Weg in den Ruhestand.

Touchscreen

Der Touchscreen des Moto X stellt die Farben natürlich dar. Ich kann keine Überzeichnungen oder sonstige Über- und Untertreibungen feststellen. Natürlich lässt sich so manches Detail noch feintunen, aber im Großen und Ganzen bin ich mit der Darstellung zufrieden wie sie ist. Wer sich nicht an den weitgehend natürlichen Farben des LCD erfreuen kann, hat die Möglichkeit, in den Einstellungen sattere Farben, die mehr der ursprünglichen AMOLED-Darstellung entsprechen, aktivieren.

Anders als beim Nexus 5, bei dem das Tappen auf den Bildschirm stets ein hohles Geräusch, als tappte man auf einen Pappkarton, erzeugt, hört man beim X nichts dergleichen. Das mag dem einen oder anderen ziemlich unwichtig sein, ich persönlich tappe ungern auf hohl klingende Gegenstände.

Wie bereits erwähnt, ist für meine Augen die Auflösung oberhalb von Full HD nicht mehr zu differenzieren, weshalb mich die noch höhere Auflösung des X Style nicht zusätzlich zu begeistern vermag. Bei längerer Verwendung, etwa beim Lesen in der Kindle-App, fällt einem der höhere Kontrast an den Buchstabenrändern doch irgendwann auf. Das ist jedoch nicht so gravierend, dass ich QHD auf mein Pflichtenheft nehmen würde.

Auch die Helligkeit ist in Ordnung, allerdings erstaunlicherweise schlechter als beim X Play, das selbst im hellen Sonnenlicht wirklich einwandfrei abzulesen ist. Da schlägt das X Play sogar das iPhone 6. Das X Style kommt aber immer noch mit dem iPhone 6 mit.

Die automatische Regelung funktioniert mäßig. Ich kenne allerdings auch kein Gerät, mit Ausnahme des Huawei P8, das hier eine wirklich brauchbare Automatik bietet. Generell ist das Display gleichmäßig ausgeleuchtet. Lichthöfe oder sonstige Unregelmäßigkeiten kann ich nicht erkennen.

Im Nahkampf macht sich die Kamera des Style ganz gut. Hier fotografiert es seinen schärfsten Konkurrenten (rechts). (Foto: Dr. Web)
Im Nahkampf macht sich die Kamera des Style ganz gut. Hier fotografiert es seinen schärfsten Konkurrenten (rechts) – das OnePlus Two. (Foto: Dr. Web)

Speicher und Erweiterungsmöglichkeiten

Bereits unter Bedienbarkeit erwähnte ich die Erweiterbarkeit des X Style um eine SD-Karte. Meine ist 128 GB groß und läuft anstandslos. Tatsächlich war mein größter Kritikpunkt am Moto X 2014 die nicht vorhandene Erweiterungsmöglichkeit bei gleichzeitiger Limitierung des internen Speichers auf 32 GB. Da hat Motorola dieses Mal alles richtig gemacht.

Kamera

Die Kamera des X Style ist auf jeden Fall eine riesige Verbesserung im Vergleich zum Vorjahresmodell. In 16:9 erhält man eine Auflösung von 16,1 MP, im Format 4:1 sind es 21 MP. Die 16 MP ergeben sich schlicht daraus, dass die Bildhöhe bei 16:9 geringer ausfällt als bei 4:3. Im Grunde ergibt die Limitierung auf 16:9 einfach ein weniger detalreiches Bild. Da kann man auch ein 4:3 aufnehmen und dann auf 16:9 kürzen, wenn man unbedingt das Breitbild bevorzugt.

Im speziellen Nachtmodus, der eben, man ahnt es, besonders nächtens hilfreich sein soll, reduziert die Kamera die Auflösung gar auf nur drei Megapixel. Die im Nachtmodus geschossenen Bilder sind okay, aber kein Vergleich zu denen, die das LG G4 ohne Nachtmodus hervorbringt.

Was mir generell nicht so gut gefällt, ist, dass man die Kamera bei Motorola viel zu leicht auslöst, da es lediglich eines Tippens an beliebiger Stelle des Displays bedarf. Erschwerend in diesem Zusammenhang ist, dass man Verschiebungen des Fokus, sowie das Ein- und Auszoomen ebenfalls mit einem Tippen startet. Hier kommt es dann darauf an, das Tippen nahtlos in ein Sliden übergehen zu lassen. Ansonsten zoomt man nicht, sondern macht ein Foto.

Da gefällt mir die konventionelle, der Funktionsweise echter Kameras entlehnte Vorgehensweise deutlich besser. Aber, daran werde ich mich entweder gewöhnen oder schlicht eine alternative Kamera-App aus dem überbordenden Angebot des Play Store wählen müssen. In Frage käme wohl am ehesten die Google Kamera, die allerdings keine Option für das Speichern der Bilder auf SD-Karte vorsieht. Der Teufel steckt eben doch stets im Detail.

Was gelegentlich gefragt wird: Schlechtere Bildqualität braucht man bei alternativen Kamera-Apps im Allgemeinen nicht zu befürchten. Sie greifen allesamt über die gleiche API auf die Hardware zu. Auf so manches Feature der Hersteller-App muss man allerdings zumeist verzichten.

Die aktuelle Referenz der Smartphoneografie dürfte wohl das G4 mit seiner Anfangsblende von 1,8 darstellen. Tatsächlich geht das G4 schon fast als Nachtsichtgerät durch. Jedenfalls sieht die Optik des G4 im Dunklen besser als ich.

Zum Nachtmodus des X Style schrieb ich bereits weiter oben. Die Bilder zeichnen sich durch starkes Rauschen aus. Sie sind alles in allem okay, aber kein Vergleich zu den Ergebnissen des G4.

Was ebenfalls und nicht nur im Zusammenhang mit Fotos in schlechtem Licht schmerzlich fehlt, ist der an sich seit Nexus 5 und LG G2 etablierte OIS, der optische Bildstabilisator. Erstaunlicherweise verzichten dieser Tage wieder einige Flaggschiffe auf dieses für Fotofans wichtige Ausstattungsmerkmal und versuchen es durch Verbesserungen per Software aufzufangen. Das klappt mal mehr, mal weniger gut.

Wo ich schon mal am Nörgeln bin. Ich fertige gern mal Panoramen an. Die kenne ich von anderen Wettbewerbern besser. Panoramen aus dem X Style sehen flauer aus. Die Detaildichte ist sichtbar geringer.

Dennoch bin ich mit der Bildqualität im Großen und Ganzen zufrieden. Schaut euch die folgenden Bilder an und urteilt selbst.

Das Moto X Style fängt die Farben sehr realistisch ein. (Foto: Dr. Web)
Das Moto X Style fängt die Farben sehr realistisch ein. (Foto: Dr. Web)

Nicht die beste Zeit, um eine Frucht zu sein. Aber die Abbildungsqualität des Moto X Style lässt keine Wünsche offen. (Foto: Dr. Web)
Nicht die beste Zeit, um eine Frucht zu sein. Aber die Abbildungsqualität des Moto X Style lässt keine Wünsche offen. (Foto: Dr. Web)

Auch diese Blüte sah in der Realität aus wie auf diesem Foto. (Foto: Dr. Web)
Auch diese Blüte sah in der Realität aus wie auf diesem Foto. (Foto: Dr. Web)

Man merkt schon, dass ich ein Fan des Fotonahkampfs bin. Aber da sieht man wenigstens auch, was so eine Kamera an Details darstellen kann. (Foto: Dr. Web)
Man merkt schon, dass ich ein Fan des Fotonahkampfs bin. Aber da sieht man wenigstens auch, was so eine Kamera an Details darstellen kann. (Foto: Dr. Web)

Hier hatte ich den Eindruck, dass die Detailtiefe mit steigender Gesamtkomplexität des abzubildenden Objektes abnimmt. Mit anderen Worten: Das Bild finde ich nicht sehr überzeugend. (Foto: Dr. Web)
Hier hatte ich den Eindruck, dass die Detailtiefe mit steigender Gesamtkomplexität des abzubildenden Objektes abnimmt. Mit anderen Worten: Das Bild finde ich nicht sehr überzeugend. (Foto: Dr. Web)

Was weniger gut funktioniert, sind Bilder von bewegten Objekten. Ich habe es unter allen möglichen Bedingungen probiert. Sobald sich Objekte, etwa spielende Kinder oder – noch schlimmer – Haustiere, schnell bewegen, sind sie kaum scharf abzulichten. Passionierte Smartphone-Sportfotografen sollten sich direkt anderen Modellen zuwenden. Das X Style hat hier kein gutes Angebot zu machen.

Menschen, die sich gern selber ablichten, werden sich mit dem X Style anfreunden können, denn es bietet an der Front ein Modul mit fünf Megapixeln. Das hat schon das ein oder andere Smartphone zu bieten, beim X Style gesellt sich allerdings noch ein separater Frontblitz hinzu. Gut, Blitz ist übertrieben, Fotolicht trifft es natürlich besser. Gute Selfies macht man allerdings eher ohne diesen Aufheller.

Konnektivität

Ich testete das X Style mit einer Simyo- und einer T-Mobile-SIM im direkten Vergleich zum G4. Beide Geräte schalten automatisiert LTE zu, sobald das entsprechende Netz erkannt wird. Hier gibt es nichts zu meckern. Bei Motorola fehlt auch nicht etwa das berühmte Band 20, wie es bei manchem asiatischen Wettbewerber gerne mal der Fall ist – zuletzt bei Lenovos ZUK oder beim OnePlus One.

Moto Sonderfunktionen

Sprachsteuerung ist seit jeher eines der am meist beworbenen Features der Moto-X-Serie. Und die diversen Werbevideos dokumentieren geradezu grandiose Erfolge bei deren Nutzung. Das stimmt selbst dann nur eingeschränkt, wenn man hauptsächlich in seinem ruhigen Wohnzimmer mit dem ordentlich auf dem Tisch liegenden Smartphone kommuniziert. Allerdings ist das wohl das Szenario, in dem man eine Sprachsteuerung am wenigsten benötigt.

Nützlich wäre eine handfreie Bedienung ja eher in Fällen, in denen man die Hände nicht zur Verfügung hat. Das sind jedoch meist Situationen, in denen es nicht mäuschenstill ist und man eventuell das Smartphone sogar in einer Tasche trägt. Und das sind genau die Situationen, in denen die Sprachsteuerung des Moto vollkommen versagt.

Im Video sieht es toll aus. In der Realität ist es eher nutzlos. Selbst in ruhiger Umgebung funktioniert die Sprachsteuerung nur sporadisch. Das Kommando „Okay Moto X. Was gibts neues?”, das dazu führen soll, dass einen das Moto über jüngst eingegangene Benachrichtigungen per Sprachausgabe informiert, funktionierte in meinem Test so gut wie nie. Selbst bei ansonsten nahezu völliger Geräuschlosigkeit schaffte es das Moto X nicht, die Kommandos fehlerfrei zu interpretieren. Sollte solchen Situationen auch noch Publikum beiwohnen, hat man sich ruckzuck zum Holz gemacht. Danke, Moto X.

Das sollte man jetzt aber nicht als spezifische Kritik am Moto X verstehen. Vielmehr ist das Konzept eben als solches untauglich.

Fazit

Das Moto X Style ist mit 499 Euro in der Standard-Konfiguration mit 32 GB kein ausgesprochenes Schnäppchen, aber ein solides Smartphone, das meine wichtigsten Anforderungen locker zu erfüllen vermag. Der Akku ist allerdings kein Langläufer. Die Schnellade-Fähigkeit macht den Nachteil wieder wett, denn die arbeitet wirklich rasant.

Wer Wert auf einen Fingerabdruckscanner legt, muss sich bei der Konkurrenz umschauen. Motorola verzichtet über seine gesamte Produktpalette auf diese Technologie. Ich habe keinen Anwendungsfall dafür, weshalb ich das Fehlen nicht als Verlust empfinde. Hier mag es andere Meinungen geben.

Die Kamera ist konkurrenzfähig, auch mit Blick auf das stets gelobte iPhone 6. Wer sich jetzt ein neues Smartphone kaufen will oder muss, sollte sich vor allem das X Play, das X Style und das G4 genau ansehen. Denn die Geräte liegen von ihren Straßenpreisen her ganz eng beieinander. Das G4 bietet dabei nicht nur OIS, sondern auch die bessere Anfangsblende. Hat die Kamera die höchste Priorität beim Smartphonekauf, geht derzeit kein Weg am G4 vorbei.

Dabei haben das G4 und das X Style im Vergleich zum X Play die besseren technischen Specs, vor allem die wesentlich höher auflösenden Displays, aber auch den stärkeren Prozessor und mehr Arbeitsspeicher. Der Akku im G4 ist wechselbar, in den X-Geräten nicht. Das X Play ist sogar eine ganze Nummer kleiner als die beiden anderen genannten – was die Spezifikationen insgesamt betrifft.

Ihre Arbeit erledigen allerdings alle drei Geräte gleich gut. Im direkten Vergleich ist das Style dem Play vorzuziehen, wenn man die rund 70 Euro Preisunterschied verkraften kann. Beim G4 muss man das Konzept mögen. Die rückwärtigen Bedienelemente sind eben nicht jedermanns Sache.

Ein Fehlkauf sind sie alle nicht.

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