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IMHO

10 Jahre später: Lebenszeitverschwendung XS Max?

Vor exakt zehn Jahren veröffentlichte ich hier bei Dr. Web den Beitrag „Lebenszeitverschwendung 2.0”, den du gleich im Anschluss nochmal konsumieren kannst. Dachte ich damals schon, dass sich die Diskussionskultur auf die völlige Zerstörung ihrerselbst zubewegt, muss ich heute konstatieren, dass alles noch viel schlimmer gekommen ist, als ich es damals vorhersagen konnte. Aber, eins nach dem anderen. Starten wir mit dem damaligen Beitrag.

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E-Business Freelance IMHO Workflow

Irrweg Selbstoptimierung: Bleib einfach, wie du bist

Gerade Freelancer sind anfällig für einen Trend, der schon seit den Achtzigern existiert, aber seit einigen Jahren immer mehr an Fahrt aufnimmt. Er nennt sich Selbstoptimierung, oder imposanter und im Original: Self Improvement.

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Design E-Business Freelance IMHO Technik

Designer brauchen nicht ständig neue Tools

Natürlich sind wir Designer gerne immer ganz vorne dabei. Wenn es um unseren Werkzeugkasten geht, sollten wir zwar nicht die Neunziger kultivieren, aber auch nicht stets das nächste Experiment machen. 

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Design E-Business Freelance IMHO UI/UX

Jurassic Work: Webdesigner sterben aus

Sterben Webdesigner aus oder hat es sie nie gegeben? Vielleicht waren sie auch nur eine Interimserscheinung auf dem Weg in die vierte industrielle Revolution. Jetzt jedenfalls ist ihre Zeit vorbei, wenn sie überhaupt jemals da war.

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Boilerplates & andere Tools Design IMHO Programmierung

Webentwicklung in Zeiten der Tech-Taliban

Dieser Tage entstand eine hitzige Debatte, als Chris Coyier von CSS Tricks sich erlaubte, darauf hinzuweisen, dass die Zielerreichung (das What) wichtiger ist als das Tool, mit dem das Web-Angebot realisiert wurde (das How). Natürlich hat er Recht.

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IMHO Netzkultur und -politik

Nostalgie: War früher alles besser?

Diese stereotype Aussage höre ich immer noch häufig. Wenn ich allerdings darüber nachdenke, kann ich das nicht bestätigen.

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Design E-Business Editoren Freelance IMHO

Von falschem Ehrgeiz: Bin ich Designer oder Developer oder beides?

Begonnen habe ich als Designer. Irgendwann musste ich gezwungenermaßen auch entwickeln. Jetzt ist es Zeit für einen Reset.

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IMHO Webdesign

Warum Designer Dribbble und Behance so lieben

Dribbble und Behance sind die Top-Selbstbeweihräucherungsplattformen der Zunft. Und das dient einem ganz natürlichen Zweck.

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Hardware IMHO

Von wegen Flaggschiff: Das LG G6 ist das schlechteste Smartphone der letzten Jahre

Im Grunde hätte es mir klar sein müssen, als ich den massiven Preisverfall des jüngsten Flaggschiffs G6 aus dem Hause LG bemerkte. Was um 300 Euro unter UVP gehandelt wird, muss Macken haben.

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Design IMHO UI/UX Webdesign

Wie steht es eigentlich um die Ethik im Design?

Ethik und Design gehören im Kontext betrachtet. Trotz vieler Lippenbekenntnisse passiert das viel zu selten.

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Design E-Business Freelance IMHO

Homepage-Baukästen: Stirbt der Beruf des Webdesigners aus?

Die Nervosität steigt. Kaum ein Surfgang in den Weiten des Netzes ist noch möglich, ohne dabei über Werbung eines der großen Homepage-Baukastenanbieter zu stolpern. „Do it yourself” ist schwer im Kommen, so scheint es. Sterben Webdesigner aus?

Ganz zu Beginn, die Antwort

Die Frage danach, ob der Beruf des Webdesigners in absehbarer Zeit aussterben wird, lässt sich mit einem klaren Ja und einem klaren Nein beantworten. Es ist ein bisschen wie bei Radio Eriwan. Es kommt darauf an. Es kommt nämlich darauf an, wie man den Beruf definiert.

Webdesign Anno Tuck

In der Vergangenheit war Webdesign schon deshalb eine Goldgrube, weil es kaum jemanden gab, der es tat. Schön war auch, dass es keinen Ausbildungsberuf gab und gibt, so dass sich jeder einfach Webdesigner nennen konnte (und kann). Es dauerte daher nicht lang, da hatten sich gelernte Köche, Ausbildungsabbrecher und dreizehnjährige Gymnasiasten zu Webdesignern erklärt und bauten die ersten, aus heutiger Sicht, fürchterlichen Bretterbuden des Internet zusammen.

Mit der Zeit verfeinerte sich das grafische Skillset vieler, wenn auch nicht aller Marktteilnehmer, und Web-Kompetenzen fanden Einzug in Studium und Ausbildung. Eine Professionalisierung setzte ein.

Mit dem Start der Web-Programmierung wiederum begann die Appisierung des Netzes. Von nun an mussten Websites nicht mehr nur gut aussehen, sie mussten auch allerlei können. Content Management Systeme, wie etwa WordPress, traten an, um die Inhalteverwaltung im Netz für jedermann zugänglich zu machen.

Erstaunlicherweise griff die Webdesignerzunft das Thema CMS jedoch eher unter dem Aspekt der Theme-Entwicklung auf und ruckzuck entstand eine unüberschaubare Zahl schicker und weniger schicker Mäntelchen, die der geneigte Kunde seinem CMS umwerfen konnte.

Schicke Mäntelchen erfreuten sich großer Beliebtheit und tun das bis heute. Manch einer kann gut davon leben, ein solches Schneiderlein zu sein, die Mehrzahl nicht.

Der Aufstieg der Baukasten-Systeme

Für all jene, die sich mit der Technik eines CMS nicht auseinandersetzen wollen oder können, aber auch nicht bereit sind, einen Webdesigner zu beauftragen, entstand die Industrie der Homepage-Baukästen. Deren Fähigkeiten wuchsen schnell. So können Website-Builder heutzutage mit Features aufwarten, die kaum noch Wünsche offen lassen.

Auch die Code-Qualität hat sich von grottenschlecht zu top gewandelt; nicht bei jedem, aber bei den führenden Baukasten-Systemen. Die Codequalität ist sogar teilweise so gut, dass sie ein Handcoder nicht mehr verbessern könnte. Ach, du Schreck.

Vom Design her, soweit wir darunter Schönheit im Ausdruck verstehen, gibt es an Baukasten-Websites ebenfalls nichts mehr zu kritisieren. Da sich Websites optisch ohnehin immer mehr aneinander angleichen, ist über das Design, die Gestaltung kaum noch eine darstellbare Abgrenzung möglich.

Das erschreckt einen Gutteil der Zunft. „Wenn der Kunde über einen Baukasten eine ebenso schöne Website, wie ich sie ihm bauen würde, viel billiger erhalten kann, wieso sollte er mich dann noch beauftragen?” Das ist auf den ersten Blick eine berechtigte Frage.

„Ach, da musst du einfach Zusatzleistungen anbieten,” sagen manche und meinen damit das technische Hosting, also das klassische Webmastertum. Immer mehr setzen auch auf die Suchmaschinenoptimierung als für jeden Kunden wichtige Dienstleistung. Andere wiederum spezialisieren sich auf eine Programmiersprache, mit der sie dem Kunden quasi jeden programmlogischen Wunsch von den Augen ablesen können. Immer weniger versuchen den Kunden davon zu überzeugen, dass doch noch immer ein Maßanzug besser als ein Anzug von der Stange ist. Und immer weniger Kunden glauben das.

All diesen Webdesignern ist eines gemein. Sie sehen Webdesign als eine gestalterische und technische Aufgabenstellung. Webdesigner, die so denken, werden vom Markt verschwinden. Ja, die sterben aus.

Des Kaisers neue Kleider

Lass mich dir an dieser Stelle eine Frage stellen: „Was glaubst du? Wird der Maier aus der Poststelle, wenn ich ihm den gleichen Anzug kaufe wie unserem Topverkäufer Schmidt aus dem Vertrieb, ein ebenso guter Verkäufer werden wie der Schmidt?”

Du denkst vielleicht, das wäre eine dumme Frage, und du hast Recht. Und wenn du das erkennst, dann hast du auch erkannt, wo der Beurteilungsfehler im Verhältnis Webdesigner zu Baukastensystem liegt. Glaubst du, dein Kunde will ein schönes Mäntelchen für seine Website und dazu ein paar SEO-Tricks nebst zuverlässigem Hosting?

Natürlich will er das, aber es ist nicht sein primäres Ziel. Bei den allermeisten Kunden wird doch das Ziel der Website darin bestehen, Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen. Klar kann unser Topverkäufer Schmidt nicht nackig zu den Kunden gehen. Er braucht schon einen repräsentativen Anzug, aber viel wichtiger sind und bleiben seine Fähigkeiten als Verkäufer.

Kein Homepage-Baukasten und auch kein CMS setzt an diesem Punkt an. Sie sind in der Lage eine Struktur und eine Optik zu bieten, aber das war es. Du als Designer bist es, der aus dieser Grundmasse, diesem Teig, ein Produkt, einen Kuchen backen kann, der sich verkaufen lässt. Verkaufen geht damals wie heute mit Worten und mit Bildern.

Weg von the Roots

Betrachte daher deinen Designjob weitaus raumgreifender. Natürlich musst du eine technisch zuverlässige, optisch ansprechende Grundumgebung schaffen. Aber, um die Ziele deiner Kunden zu erreichen, musst du in erster Linie deren Marketing unterstützen.

Es ist daher wohl nicht übertrieben, zu behaupten, die Zukunft des Designers läge in den Worten. Moderne Websites erzählen Geschichten von Produkten und Dienstleistungen und Personen, die diese Produkte und Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Mit Blick auf den Designer der Zukunft würde ich daher sagen: „Wer schreibt, der bleibt.”

Aufgrund der tendenziellen Gleichförmigkeit moderner Websites kommt dem UX-Design steigende Bedeutung zu. Der Weg des Kunden durch die Website muss bestmöglich ausgeschildert und gepflastert sein. Ein Kauf muss sich natürlich anfühlen und schnell und reibungsfrei ablaufen. Microinteractions, also Mikrointeraktionen, sind wichtiger als je zuvor. Schau dir verschiedene Apps mit gleichem Zweck an. Am beliebtesten ist stets diejenige App, die den zu erledigenden Task so angenehm und einfach wie möglich erledigt. Lies dazu auch meinen Artikel drüben bei t3n.

Individualisieren kannst du Websites mit Bildern, Illustrationen, Worten, Videos und besonders durchdachten UX-Features, wie den eben genannten Microinteractions. Über all diese Aspekte kannst du dich von Homepage-Baukästen, egal wie großartig die ansonsten sein mögen, absetzen.

Der Rahmen, innerhalb dessen du das alles tust, ist eine zeitgemäße Website. Egal, wer die zur Verfügung stellt. Wenn du deinen Job so definierst, wirst du nicht zu jenen gehören, die vom Aussterben bedroht sind.

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(Kostenlose) Services Essentials IMHO

Microsoft To-Do: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Da kaufen die Redmonder vor fast zwei Jahren ein Unternehmen, das mit Wunderlist eine ausgereifte To-Do-App am Markt hat. Und jetzt stellen sie einen Ersatz dafür vor, den man nur als Lachnummer bezeichnen kann. Irgendwer raucht doch da schlechtes Gras.

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IMHO

Wie das Schreiben mir half, meine Bestimmung zu finden

Heute gibt es hier einen außergewöhnlichen Artikel zu lesen. Ein Outing. Mein Outing. Nur sehr wenige Menschen können von sich behaupten, dass eine Website ihr Leben geändert hat. Ich gehöre zu ihnen. Und die Website, die ich meine, heißt Dr. Web. Mein komplettes Leben wurde verändert, auf den Kopf gestellt und durchgeschüttelt. Herausgekommen ist meine Bestimmung.

Wie das Schreiben mir half, ein Business zu starten und meine Bestimmung zu finden.

Die Vorgeschichte: Webdesign, WordPress-Themes und WP-Sicherheit

Anfang 2011 machte ich mich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder – zuerst noch nebenberuflich – selbstständig. Meine damalige Firma »HechtMediaArts« bot individuelles Webdesign an – zumeist auf WordPress-Basis – Premium WordPress-Themes und als Alleinstellungsmerkmal auch WordPress-Sicherheit, denn 2009 wurde eine meiner WordPress-Websites gehackt durch meine eigene Blödheit.

Das sollte niemals wieder vorkommen können, daher beschäftigte ich mich exzessiv mit der Sicherheit von WordPress.

Alle drei Säulen des Unternehmens wuchsen nach und nach, besonders stark der Bereich der Sicherheit unseres geliebten CMS WordPress. Ich bin mir sicher, dass ich um die hundert Websites mit WordPress absicherte und vor Hacking schützte. Nebenbei schrieb ich noch mein E-Book »WordPress Sicherheit«, das mittlerweile in der dritten Auflage vorliegt und sich immer noch sehr gut verkauft und zudem hochaktuell ist.

Die Firma wuchs beständig und meine Einnahmen auch. Bereits 2013 konnte ich finanziell gesehen recht gut von den Erträgen leben und meine Familie hauptberuflich mit meinem kleinen Unternehmen versorgen. Alles hätte gut sein können. Doch es war – im Grunde genommen – nichts gut. Denn meine Gesundheit verabschiedete sich langsam, immer ein Stückchen mehr.

Das Ende: Erhebliche gesundheitliche Probleme. Eine Firma stirbt.

So schnell kann es gehen. Eine Firma stirbt, weil der Unternehmer erkrankt.
So schnell kann es gehen. Eine Firma stirbt, weil der Unternehmer erkrankt.

Die ersten Anzeichen zeigten sich bereits 2011. Doch ich bin ein Meister im Verdrängen von Tatsachen, die ich nicht sehen will. Ich ignorierte alle Vorzeichen meiner Krankheit und stürzte mich wesentlich tiefer in meine Arbeit, als es mir gutgetan hätte. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn ich rechtzeitig halblang gemacht hätte.

Doch halblang zu machen ist nicht mein Ding. Der liebe Gott hat mich zu einem Arbeitstier gemacht, das keine Ruhepausen kennt, keine Wochenenden und keine Feiertage. Ich stürzte immer tiefer in den Abgrund und arbeitete immer härter, als wäre dies das Allheilmittel gegen alle Krankheiten.

Mitte 2013 konnte ich die Anzeichen nicht mehr ignorieren, ich berichtete erstmals meinem Hausarzt von meinen Beschwerden. Der überwies mich sofort zu einem Spezialisten, der bereits nach fünf Minuten eine Diagnose stellen konnte. Ich litt unter Depressionen, die trotz Medikamenten immer stärker wurden. So stark, dass ich 2014 meine Firma schließen musste.

Krankenhausaufenthalte und das Licht am Ende des Tunnels

Depression: Nichts für schwache Nerven. Doch Heilung existiert.
Depression: Nichts für schwache Nerven. Doch Heilung existiert.

In 2014 ging dann gar nichts mehr. Ich war am Ende und musste einige Male in spezialisierte Krankenhäuser für je sechs bis acht Wochen pro Aufenthalt. Erst der letzte Aufenthalt hat mir geholfen, wieder ins Leben zurückzufinden. Die Erkenntnis, dass mein Leben sich ändern muss, half extrem bei der Gesundung.

Zudem startete ich jeden neuen Tag mit Sport im nahen Park. Walking am Morgen vertrieb im Zusammenspiel mit einer wirklich guten Therapie die Wolken der Depression recht schnell.

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Tag des Walkens erinnern, ich war so geschwächt von der Krankheit, dass ich nur eineinhalb Kilometer schaffte. Langsam steigerte ich das Pensum und lief zuletzt jeden Morgen sieben Kilometer. Ich fühlte mich schnell wieder fit und vital, hatte endlich wieder Lust auf Leben und die Kraft, es zu nehmen wie es kommen mag.

Warum ich mich oute?

Falls Du Dich fragst, warum ich mich mit einem Teil meiner Krankengeschichte oute, dann sage ich Dir folgendes: Viele Menschen haben heute Depressionen oder Burnout. Doch die wenigsten haben den Mut, es öffentlich zuzugeben. Ich habe diesen Mut, weil die Krankheit ein Teil von mir war und ich sie durch Offenheit ein Stückchen mehr besiege.

Zudem habe ich kein Problem damit, dass die Menschen wissen, dass ich krank war. Denn vielleicht macht meine Geschichte anderen Menschen Mut, alles durchzustehen und zu verarbeiten. Denn es gibt ein Leben nach der Krankheit und Depressionen sind heilbar.

Die E-Mail, die mein Leben veränderte

Während meines letzten Krankenhausaufenthalts dachte ich eingehend über mein Leben nach und fragte mich, was ich arbeiten könnte, um mein Leben finanzieren zu können. Webdesign kam nicht mehr infrage, der ständige Dauerstress mit den Klienten und meine Arbeitssucht waren zwei der Gründe, die mich erkranken ließen.

Dann bekam ich die E-Mail, die mein Leben verändern sollte. Der Absender war Michael Dobler, der Besitzer der Website Dr. Web, der mich fragte, ob ich nicht wieder vermehrt für Dr. Web schreiben könne. Die Mails gingen hin und her, ich klärte ihn über meinen Gesundheitszustand ehrlich auf. Michael zeigte nicht nur Verständnis, er wollte unbedingt, dass ich wieder schrieb. Bereits in 2012 hatte ich nebenbei drei Artikel für Dr. Web geschrieben.

In meiner dunkelsten Stunde war dies ein erheblicher Lichtblick. Es dauerte nicht lange und ich hatte wieder die Möglichkeit, aus eigener Kraft das Überleben meiner Familie sichern zu können.

Das Schreiben. Meine Bestimmung, meine große Liebe

Meinen Lebensunterhalt schreibend verdienen zu dürfen ist ein Geschenk.
Meinen Lebensunterhalt schreibend verdienen zu dürfen ist ein Geschenk.

Schnell wurde das Schreiben für Dr. Web ein Business, eine Tätigkeit, von der ich leben konnte. Von der ich meinen Teil zur Ernährung meiner Familie beisteuern konnte und kann. Natürlich musste ich Lehrgeld zahlen und mich immer wieder – zu Recht – von unserem Chefredakteur Dieter kritisieren lassen.

Doch an konstruktiver Kritik wächst man. Du wirst stärker durch sie. Ich habe eine Menge von unserem erfahrenen Dieter gelernt und lerne immer noch dazu.

Die wichtigste Sache, die mich das Schreiben gelehrt hat, ist, dass man auch Geld verdienen kann, ohne extremen Stress haben zu müssen. Natürlich habe ich in der Anfangszeit Stress gehabt. Dieter war zu Recht genervt, weil ich bestimmte Fehler immer wieder machte. Ich war genervt, weil ich diese Fehler immer wieder machte.

Doch je mehr du schreibst, desto weniger – blöde – Fehler machst du. Die Qualität der abgelieferten Artikel steigert sich, es kehrt Routine ein. Und ein immer tiefer werdendes Gefühl, meine Bestimmung gefunden zu haben. Heute bestimme ich, wie viel Stress ich haben möchte.

Jeden Tag aufs neue habe ich heute das Gefühl, meine Bestimmung gefunden zu haben. Meine große (berufliche) Liebe. Das, was ich immer schon tun wollte. Unvorstellbar wäre es heute für mich, nicht mehr schreiben zu können. Ich schreibe, also bin ich.

Ein neues Leben voller beruflicher Freude und Gesundheit

Gesundheit, Kraft und Vitalität sind in mein Leben zurück gekehrt.
Gesundheit, Kraft und Vitalität sind in mein Leben zurück gekehrt.

Heute lebe ich ein Leben ohne Einschränkungen, voller Freude an der Arbeit. Es macht mir Spaß und erfüllt mich, für dich schreiben zu dürfen. Zudem habe ich in diesem Jahr bereits drei E-Books nebenbei verfasst, ein viertes ist fast fertig und ein fünftes soll noch dieses Jahr kommen. Nebenbei habe ich meinen eigenen Blog wiederbelebt und schreibe jetzt auch wieder für mich und verwerte all das, was hier nicht so recht zu passen scheint.

Auch gesundheitlich läuft alles bestens, ich kann mein Leben wieder ohne Einschränkungen genießen und habe vor allem auch gelernt, dass es ein Leben neben der Arbeit gibt.

Selbstredend arbeite ich immer noch gerne und viel und mute mir manchmal auch zu viel zu. Doch wenn dem so ist, dann spüre ich es und ziehe die Reißleine rechtzeitig.

Egal, was noch kommen mag, Dr. Web ist und wird immer ein wichtiger Teil meines Lebens sein.

Übrigens, diese zehn Dinge beachte ich sehr genau:

Dr. Web: Vermeide diese 10 Dinge, die deine Kreativität killen

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IMHO Themes WordPress

Das WordPress Theme-Verzeichnis und die Invasion des ständig gleichen Mists

Ein Theme sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden. Genau das beschreibt die Situation im offiziellen WordPress Theme-Verzeichnis. Es scheint nur noch ein Theme zu geben, das in ständig neuen Variationen wieder hochgeladen und vorgestellt wird. Aufgelockert wird das Verzeichnis zwischendurch mit Themes, die so hässlich sind, dass man Augenkrebs bekommen könnte.

WordPress Theme-Verzeichnis

WordPress Theme-Verzeichnis: ein Theme, viele Variationen

Jeden Monat aufs Neue muss ich einen Artikel über die zehn besten WordPress-Themes des Monats schreiben. Eigentlich liebe ich diesen Artikel, denn auch ich entdecke gern Neues und Aufregendes. Doch hier beginnt das Problem, denn aufregend ist der Artikel. Nicht, weil die Themes so toll wären, sondern weil ich mich ständig über den immer gleichen Mist aufrege, der dort angeboten und hochgeladen wird. Gefühlsmäßig jeder Dritte fühlt sich heute dazu berufen, einen Premium-WordPress-Theme Provider zu gründen und Themes zum Verkauf anzubieten.

Grundsätzlich ist das kein Problem, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Allerdings versuchen die »Theme-Provider« mit abgespeckten Versionen im öffentlichen Theme-Verzeichnis Kasse zu machen. Das geschieht mit einem Grund-Theme, das ständig verändert angeboten wird. Manchmal ändern sich nur die Farben, manchmal werden andere Fonts verwendet oder die Startseite wird etwas anders aufgeteilt. Doch ein genauer Blick offenbart ein und dasselbe Theme in Variationen.

Ein Theme immer wieder aufgewärmt

Natürlich ist es aus der Sicht eines Unternehmens toll, wenn man eine Vorlage immer wieder neu erwärmen kann. Diese Variationen bietet man dann abgespeckt im offiziellen Theme-Verzeichnis an, erstellt noch eine Theme-Homepage dazu, die die vielen funktionellen Unterschiede zwischen der Lite- und der Vollversion deutlich macht und kassiert dann ab. Denn die unbedarften User wollen immer mehr Funktionen haben, auch wenn die Ladezeit dann jenseits von Gut und Böse ist.

Kriesi oder der Anfang vom Ende

Angefangen hat alles mit Entwicklern wie Kriesi, der seine Themes allerdings nur über Themeforest zum Kauf anbietet. Keine Frage, auch Kriesi wärmt seine Themes immer wieder neu auf, trotzdem sehen sie immer unterschiedlich aus. Das ist ein großer Vorteil. Zudem sind seine Premium-Themes auch sehr liebevoll designt, sie sehen überwiegend richtig gut aus. Trotzdem ist er ein Teil des Problems. Denn mit Themes wie seinem „Enfold“ begann die Entwicklungsflut der sogenannten »Multi-Purpose-Themes«, also der Themes für viele Einsatzbereiche.

Aus zweierlei Gründen ist das schlecht für die große WordPress-Community. Erstens werden nur noch Themes mit gefühlten 500 Funktionen entwickelt, die so viele CSS- und JavaScript-Dateien einbinden, dass einem schlecht werden kann. Doch anscheinend wollen die User das genau so haben. Das die Ladezeit darunter extrem leidet, sollte klar sein. Zweitens will jeder Mensch, der sich zum Theme-Entwickler berufen fühlt, auch so ein »Multi-Purpose-Theme« erstellen.

Ein Theme kann nicht alles sein

Das Grundlayout eines »Multi-Purpose-Themes« ist zumeist ein Business-Layout. Das muss nicht schlecht sein, denn viele Unternehmen wollen eine Website mit WordPress umsetzen. Doch ein finanziell potentes Unternehmen wird hierzu kein kostenloses Theme einsetzen, sondern ein speziell angepasstes und entwickeltes Template bevorzugen. Zudem legen die Entwickler der kostenfreien Themes ihren Fokus oftmals nur auf die Startseite, andere wichtige Elemente wie der Blog werden stiefmütterlich behandelt und sehen einfach schlecht aus. Es wird das schnelle Geld angestrebt und lange nicht so viel Entwicklungszeit in das Theme gesteckt, wie für ein Qualitätsprodukt nötig wäre. Denn ein richtiges Theme für viele Einsatzbereiche müsste folgendes hochqualitativ abdecken:

  • Eine spezielle und hoch anpassbare Startseite
  • Eine »Über uns« Sektion
  • Ein Portfolio in mindestens drei Variationen
  • Ein liebevoll gestalteter Blog
  • Eine perfekte Kontaktseite inklusive Google-Maps
  • Einen perfekt gestalteten Shop (z.B. auf WooCommerce-Basis)
  • Alle Einstellungen sollten über den Theme-Customizer von WordPress zugänglich sein

Würde man ein solches Theme von Grund auf entwickeln wollen, würde man einige Monate investieren müssen. So viel Zeit haben die wenigsten Entwickler – schon gar nicht die 08/15-Entwickler, die über kostenlose, abgespeckte Themes im offiziellen Verzeichnis Kasse machen möchten. Beispiele dieser Themes findest du weiter unten.

08/15 Multi-Purpose mit immer gleicher Startseite

Da die Entwickler jedoch wissen, wie gut sich Themes wie „Enfold“ von Kriesi verkaufen, wollen auch sie ein Stück vom Kuchen ergattern. Also wird die Business-Theme-Idee immer wieder neu aufgewärmt. Immer mehr dieser Themes kommen auf den Markt und in das offizielle Theme-Verzeichnis von WordPress. Die meisten dieser Themes sind zudem noch liederlich designt, einfach hässlich und unansehnlich. Man merkt sofort, dass keine Profis am Werk waren. Wenn schon das Äußere hässlich ist, wie soll dann erst die Qualität des Codes unter der Haube sein? Okay, ich gebe es zu, es interessiert mich nicht. Ich will es gar nicht wissen.

Ich hätte da mal gerne ein Theme im Verzeichnis…

Es existiert noch eine andere Gruppe »Theme-Entwickler«. Diejenigen, die PHP gerade einmal unfallfrei aussprechen können und die keinerlei Auge fürs Design besitzen. Auch sie möchten unbedingt ein Theme im Verzeichnis haben und »entwickeln« eines. Den Grundvoraussetzungen für den Code genügen diese Themes, darauf achtet das Theme-Review-Team. Doch Grundvoraussetzungen heißt nicht, dass die Code-Qualität akzeptabel ist. Das bedeutet nur, dass sie nicht grottenschlecht ist. Zu erkennen sind diese Themes an einem Äußeren, das so abgrundtief hässlich ist, dass es sich bei einem näheren Blick für alle Zeiten in die Netzhaut einbrennt. Beispiele gefällig?

Drei Beispiele für schlechtes Design

Use Your Brains

WordPress Theme-Verzeichnis Beispiel 1

Neo Trendy

WordPress Theme-Verzeichnis Beispiel 2

Cronista

WordPress Theme-Verzeichnis Beispiel 3

Drei Beispiele für Einheitsdesign – Multi-Purpose-Themes

Akyra

WordPress Theme-Verzeichnis akyra

Corporate Plus

WordPress Theme-Verzeichnis corporate

Zap-Lite

WordPress Theme-Verzeichnis Zap

Es gibt viele weitere Beispiele für ein immer wieder neu belebtes Einheitsdesign, welches sich mit wechselnden Elementen und Farben zu unterscheiden versucht. Weitere Beispiele können die seltener angebotenen Magazine-Themes sein.

Drei Beispiele für Einheitsdesign – Magazine-Themes

Color-Mag

WordPress Theme-Verzeichnis color-mag

Accesspress Mag

WordPress Theme-Verzeichnis Accesspress

Smart Magazine

WordPress Theme-Verzeichnis smart-magazine

WordPress Theme-Verzeichnis: die Ausnahmen von der Regel

Es gibt sie. Die berühmten und wohltuenden Ausnahmen von der Regel. Immer wieder findet man sie nach vielem Suchen auch im WordPress Theme-Verzeichnis. Das sind dann die Themes, die von Könnern in ihrem Bereich erstellt wurden. Zumeist daran erkennbar, dass sie nur einen einzigen Einsatzzweck haben. Es sind reine Blog- oder Portfolio-Themes. Ab und an kommen auch reine Business-Themes in das Verzeichnis. Das ist kein Garant für gutes Design, aber ein Punkt, der gutes Design fördern kann. Hier das Beispiel eines Blogs:

Graphy

WordPress Theme-Verzeichnis graphy

Mein Lieblingsdesigner – Anders Norén

Der Schwede Anders Norén traut sich was. Er ist einfach anders als andere Designer und Entwickler. Seine Themes sind eigenständig designed und stechen daher auf den ersten Blick aus der Masse an Themes heraus. Zudem bieten sie einen qualitativ hochwertigen Code und sind daher sehr robust. Sie sind keine Funktionswunder, ganz im Gegenteil. Sie erfüllen genau die Funktion, für die sie gedacht worden sind. Und sie sehen überwiegend richtig gut aus. Hier zwei Beispiele:

Rowling – Demo

WordPress Theme-Verzeichnis Rowling

BaskervilleDemo

WordPress Theme-VerzeichnisBaskerville

Plädoyer für Mut zum Design

Die Theme-Designer sollten endlich wieder mehr Mut zum Design aufbringen. Das gilt besonders für diejenigen, die ihre Themes verkaufen wollen. Ständig das gleiche Theme in vielen Variationen herauszubringen, ist nicht der richtige Weg. Themes für viele verschiedene Einsatzbereiche mit Hunderten von Funktionen und Features zu entwerfen, ist ebenfalls nicht der richtige Weg. Ich plädiere für mehr Mut, für Themes, die einen einzigen Einsatzbereich abdecken, diesen jedoch richtig gut und mit allen nötigen Funktionen.

Ich plädiere ebenfalls für ein mutigeres Design der Themes, denn gute Themes sollten auch gut aussehen; sich von dem ständigen Einerlei abheben und frisch aussehen. Sicherlich haben wirklich gute »Multi-Purpose-Themes« auch ihren Einsatzzweck, doch nur, wenn sie wirklich umfassend durchdacht und designt sind. Zudem sollten sich die Entwickler wieder auf die alte Weisheit besinnen, dass weniger mehr ist. Niemand braucht 500 Funktionen, denn letztendlich werden nur relativ wenige Funktionen wirklich genutzt.

(dpe)

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IMHO Social Media

Warum Facebook Webdesigner hasst

Ich hasse Facebook nicht. Ich halte es für eine Gefahr. Facebook ist zu groß, ist ein Moloch. Facebook schneidet Einhörnern die Köpfe ab. Facebook ist der Sonnenkönig des Internets. L’Internet, c’est moi! Welche Bedeutung hat das für Webdesigner und -entwickler?

fich dich facebook

Nachdem Dr. Web in der letzten Woche so freundlich war, meinen Artikel Facebook frisst das Internet und uns gleich mit zu verlinken, bat man mich auch hier etwas zum Thema schreiben. Das tue ich nun.

Facebook ist eine Gefahr für das freie Internet und für alle, die darin aktiv sind, egal ob privat oder beruflich. Das Thema ist umfangreich. Facebook beeinflusst vieles und steckt überall drin. Ich möchte hier nur auf berufliche Aspekte um das Webdesign herum eingehen.

Facebook arbeitet mit Methode. Sie sagen, wenn du willst, dass dein Content sichtbar wird, dann sorge für Interaktionen. OK, und wie kriegt man die am besten? Indem man seinen Content etwas – sagen wir mal – volkstümlicher hält, ihn einfacher, weniger fachlich, unterhaltsamer macht. Lustige Videos und Sprüche sind besser als CSS-Tricks. Werde massentauglicher für mehr Erfolg. Selbst wenn das alles funktioniert, der Erfolg für die eigenen Seiten fällt doch meist nur spärlich aus. Wozu das Publikum innerhalb Facebook bespaßen und mit Inhalten versorgen? Glaubt jemand wirklich, die eigene Marke würde so bekannt und beliebt? Wie lange muss man dafür aktiv sein und in welchem Ausmaß?

Die Blogrebellen bringen das Problem so auf den Punkt:

  • Auf YouTube werden die User dafür bezahlt, wenn Ihre Inhalte gut geklickt/geguckt werden.
  • Auf Facebook müssen User dafür bezahlen, dass Ihre Inhalte gut geklickt/gesehen werden.

Im nächsten Schritt sagt Facebook, wir haben uns was überlegt und zählen jetzt auch die Aufenthaltsdauer zu unseren Kriterien dazu. Sorge dafür, dass die Leute länger bleiben, indem du größere Stücke deines Contents einstellst. Facebook wird gierig. Und eines Tages werden sie sagen, warum gibst du uns nicht alles, wir beteiligen dich im Gegenzug an unseren Werbeeinnahmen. Die ja gigantisch sind, wie wir wissen.

Klingt doch verlockend, schließlich hat Facebook nicht nur das Publikum in der Tasche, da klimpert auch das Geld. Die eigene Website kann man dann einstellen oder als Museum weiterkreisen lassen. In Zukunft ist man anerkannter Facebookseitenbefüller.

Deshalb ist Facebook gefährlich, es zieht alles in sich hinein. Um es dann auszubeuten und zu kontrollieren. Facebook ist kein gemeinnütziger Verein. Auch wenn sich dessen Besitzer Wohltätigkeit im amerikanischen Stil leisten können.

Möglichst jeder soll bei ihnen Nutzer werden, denn je mehr Daten man hat, desto mehr davon kann man nutzen oder verkaufen. Facebook wird also alles daran setzen, um möglichst viele Menschen in sein Netz zu ziehen. Und dann will es die Inhalte, alle, nehme ich an.

Was bringt Facebook für Dr. Web?

Michael war so freundlich mich in die Statistiken blicken zu lassen. 2 % seines Traffics bezieht Dr. Web von Facebook. Nö, mehr ist es nicht. Obwohl beide Projekte schon länger bestehen und Facebook von Dr. Web aktiv bespielt wird.

Immerhin sprechen wir hier von der größten Website der Welt. Niemand sonst bringt es auf 1.500 Millionen Nutzer + X. OK, schränken wir das ein. In Deutschland sind es ’nur‘ 28 Millionen. Wenn man dazu noch bedenkt, wie viele Menschen nicht lesen können (Kinder), keine Maus mehr gerade halten können (Alte) oder vom Internet noch nichts gehört haben (Politiker) wird klar, wie groß der Anteil der Facebook-Nutzer tatsächlich ist. Es macht so ziemlich jeder mit.

Für seine 2 % hat Dr. Web arbeiten müssen und gelegentliche Leistungsgebühren nach Menlo Park überwiesen – zum Beispiel für die Newsletter Promotion – das steckt alles in den 2% drin. Inwieweit diese Aktivitäten überhaupt zu Besuchen geführt haben, darüber gibt Facebook keine Auskunft. Messen kann man es nicht. Man darf aber davon ausgehen, dass ein Teil dieses Traffics auf das Konto freundlicher Leser geht, die selbst aktiv teilen.

Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Die größte Website der Welt, auf der mehr oder weniger alle aktiv sind, ist geizig, überaus geizig, wenn es um das Verteilen von Traffic geht. Natürlich gibt es Seiten, die von Facebook profitieren, die dortige Aufmerksamkeitsmechanismen perfekt ausnutzen. Wir kennen sie unter Namen wie Heftig, Buzzfeed oder Viralnova, und wer sonst noch das Klickvieh bespaßen mag.

facebook leiste
Selbst Kommerzzeitschriften ist die Sozialleiste wichtiger als die Navigation.

Lohnt es sich für 1 % mehr Traffic täglich auf Facebook aktiv zu sein, dort zu posten, Kommentare zu beantworten, Inhalte einzustellen, Seiten zu pflegen und gelegentlich dafür zu bezahlen? Ich behaupte, man kann mit diesen Ressourcen Sinnvolleres anstellen und mehr bewirken, indem man sich untereinander hilft, sich verlinkt und fördert. Diese Kultur droht in Vergessenheit zu geraten. Wegen Google kursieren bei manchem Seitenbetreiber und Blogger die Angst vor dem Linksetzen. Als wäre das etwas Kriminelles.

Lieber spachtelt man seine Seiten mit Sozialleisten zu und hofft auf den nächsten viralen Coup, der doch nie kommen wird, anstatt sich mit anderen Seitenbetreibern abzusprechen, die in derselben Lage feststecken.

Die anderen betrachtet man ganz im alten Denken verhaftet als Konkurrenz, Facebook hingegen gilt als neutrale Plattform, die man nur verstehen und knacken muss. Aber das ist so nicht richtig: Facebook ist weit mehr als ein Konkurrent. Facebook will alles.

Den letzten Traffic schickt man dann noch freiwillig in den Tempel des blauen Monsters. Social Media Buttons werden aggressiver platziert als Werbung. Und genauso häufig. Sie tauchen mitunter mehrfach in verschiedener Gestalt auf einer Seite auf. Sie verlangsamen Seiten durch Junkcode und scheren sich nicht um deutsches Recht (jedenfalls die meisten nicht). Ob das alles mit guten Design vereinbar ist oder vielleicht stören könnte, wen interessiert es? Hauptsache keine Social Chance verschenkt.

Am krassesten finde ich die Firmen, die Facebook in ihrer eigenen Werbung zeigen, Name, Logo, Button, Likedaumen. Gratiswerbung für Facebook überall. So omnipräsent hat das nicht einmal Apple hinbekommen.

Ja klar, Dr. Web ist nicht sozial, das ist ein Unternehmen, das Geld verdienen muss, um die Sache am Rollen zu halten. Das eine oder andere Werbebanner beweist es. Facebook hingegen ist ein Netzwerk, das alle Welt sozial nennt, und das den Aussagen seines Chefs zufolge die Welt besser machen soll. Die Mehrheit glaubt es. Noch.

Das leider gerade KMUs in Facebook eine Art Heilsbringer erkennen, man muss sich nur genug anstrengen, den Dreh rauskriegen, dann öffnet der Sozialgigant eines Tages seine Pforten und das Geld verdient sich von allein. Unglücklicherweise begibt man sich auf den Weg dahin in eine totale Abhängigkeit. Zeit und Mühe könnte man auch woanders investieren. Die Leute denken, Facebook wäre toll, weil das jeder sagt. Es hat sich in unseren Köpfen so festgesetzt, und liegt da wie Beton. Als KMU brauche ich eine Social Media Strategie, Facebook gehört in mein Marketing-Mix. Mit Facebook ist man ganz weit vorn in jedem Bullshit Bingo.

Stop Facebook

Warum finden (Web)designer Facebook gut?

Bei Facebook sieht alles gleich aus. Design reduziert sich auf ein Logo/Avatar und ein manchmal gelungenes, oft aber stümperhaft zusammengestoppeltes Headerbild. Bei Facebook kann man nicht einmal einfachste Dinge verändern, alles ist festgelegt und in seiner puren Eintönigkeit schreiend häßlich. Es mag zweckmäßig sein, aber es ist nicht schön; wir mögen uns dran gewöhnt haben, aber es ist nicht spannend. Facebook ist designerische Monokultur. Und was sind Monokulturen? Sie sind schlecht.

Ihr sitzt vor euren durchgestalteten Macs, auf die ihr euch kräftig was einbildet, redet klug über Design und benutzt dabei Facebook. Das einheitsblaue Standardprodukt vom Kombinat aus Kalifornien. Plaste und Elaste aus Menlo Park. Wie geht das zusammen? Die DDR wäre stolz auf Facebook gewesen. Eine Seite für alle. Bei Facebook ist jeder gleich – abgesehen von großen Werbekunden natürlich. Dank Facebook hat man die gesamte Kommunikation der Menschen im Sack. Wer Facebook hat, braucht keine Stasi mehr. Noch so ein unschönes Thema.

20 Jahre Entwicklung im WWW sind im Grunde für den Arsch. Denn Dank Facebook kann man heute kaum mehr machen als damals. Man kann nicht einmal die Linkfarbe ändern auf Facebook-Seiten, da war man schon mal weiter. Wer Design will, braucht eigene Webseiten und Blogs. Wer frei sein will, begibt sich nicht in die klebrigen Fänge eines Molochs nur für ein paar Versprechungen und in Aussicht gestellte Klicks.

Dabei könnte es einfach sein. Indem wir einen Bogen um Facebook machen. Der darf ruhig etwas größer ausfallen. Folgen Sie diesen Menschen nicht. Entzieht man dem Netzwerk die Aufmerksamkeit, fällt es eines Tages wie eine leere Plastiktüte in sich zusammen.

Aber wenn wir nicht aufpassen, kassiert Facebook uns alle ein. Texte wie diesen gäbe es dann nicht. Na schön, der Verlust hielte sich in Grenzen. Aber die Website, auf der er erscheint, die gäbe es ebenso wenig. Und auch von Rest wird nicht viel bleiben. Die Online-Welt wird wüst und leer sein. Oder nach einer vermeintlichen indianischen Weisheit:

Erst wenn die letzte Website abgeschaltet, der letzte Webdesigner entlassen, der letzte Link gelöscht ist, werdet Ihr merken, dass man Facebook nicht trauen kann.

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Fifty Shades of Freelancing: Ist Sex mit Kunden eine gute Idee? (IMHO)

Ich gebe es nicht gern zu, aber ich hatte schon oft Sex mit Kundinnen. Ich kann nicht einmal sagen, warum – vielleicht war ich einfach nur jung; vielleicht lag es auch an dieser Stadt, denn New York ist ein seltsames Pflaster zum Daten; oder aber es war die hemmungslose Moral der Design- und Werbewelt. Ich war bei weitem nicht der Einzige, dem es so erging. Meine Kollegen knallten auch eine nach der anderen. Natürlich stellten wir uns bald die Frage nach möglichen negativen Konsequenzen, wenn man mit der Geschäftspartnerin ins Bett steigt. Schließlich überlegt man sich ja auch genau, ob man eine Affäre mit seiner Bürokollegin anfängt. Ist Sex mit Kunden eine gute Idee? Um es kurz zu machen: Nein, aber…

Sex mit Kunden

Wenn man beim Kommen das Gehen vergisst

Es war schon Freitagabend als noch ein kurzfristiger Auftrag reinkam und ich versuchte einen meiner Designer, mit dem ich zuvor noch auf einem Branchentreff war, zu erreichen. Da er nicht ans Telefon ging, hinterließ ich ihm eine Nachricht. Ich brauchte die Entwürfe schon am Montag, da der Auftrag am Dienstag fertig sein musste. Ich wartete vergebens auf den Rückruf. Am Samstag versuchte ich es wieder, und wieder, und wieder… Langsam fing ich an, mir Sorgen zu machen, da es so gar nicht zu ihm passte, sich nicht zu melden. Ich machte mir auch um den Auftrag Sorgen.

Ich versuchte es Sonntag noch mal – mehrmals. Es kam nichts. Er muss tot sein, dachte ich mir. Schließlich war das hier New York und da konnte sowas schon mal passieren. Doch dann klingelte plötzlich das Telefon. Es war die Art-Direktorin von Freitagabend, mit der wir nett geplaudert hatten. Sie erzählte mir, sie hätte meinen Designer entführt und würde ihn nun als Sexsklaven halten.

Dann gab sie ihm das Telefon. Er hatte meine Nachrichten abgehört und entschuldigte sich, nicht geantwortet zu haben, weil er in den letzten 72 Stunden als Sexspielzeug benutzt wurde. Er versicherte mir jedoch, dass die Entwürfe bis Montagmorgen fertig sein würden.

Das eigentlich Interessante an dieser kleinen schmutzigen Geschichte war, dass uns die Dame anschließend mit Aufträgen versorgte – zumindest solange sie alles von ihrem Sklaven bekam, was sie wollte. Für sie waren das Dates. Für ihn war sie nur ein „Notnagel“, falls auf dem nächsten Branchentreff nichts Besseres zu bekommen war.

Da sie meine Kontaktdaten hatte, musste ich immer öfter für meinen Angestellten einspringen. Nichtsdestotrotz erhielten wir von ihr Aufträge. Wann immer sie einen Designer brauchte, stand er seinen Mann.

Hoch mit dem … Zeigefinger: Ist es unmoralisch, Sex mit Kunden zu haben?

Ich war in dieser Hinsicht immer etwas vorsichtiger. Es gab aber Angebote, denen konnte ich einfach nicht widerstehen. Verstehen Sie mich nicht falsch – ich bin ein Gentleman und habe Geschäftsbeziehungen nie im Bett begonnen. Teil meines Jobs war es, Kunden an die Agentur zu binden. Oft aßen wir gemeinsam zu Mittag – mit Bestandskunden, um mich bei ihnen zu bedanken; mit neuen Kunden, um sie für die Agentur zu gewinnen. Unzählige Male erhielt ich dabei sehr offensichtliche Auftrag-gegen-Sex-Angebote: „Wollen Sie weitere Aufträge? Dann kommen Sie rein!“ Es gab aber auch durchaus subtilere Aufforderungen wie: „Hose runter!“

Sensuous Secretary Seducing Boss At Desk

Eine Stammkundin, mit der ich ab und zu Mittagessen war, erzählte einer gemeinsamen Freundin, dass sie nicht wisse, „wie sich unsere Beziehung entwickelt“.

Ich hatte ja keine Ahnung, dass sie uns in einer Beziehung sah, denn es gab keinerlei körperliche Annäherung. Es war alles rein professionell – dachte ich zumindest. Die Aufmerksamkeit, die ich ihr schenkte, löste bei ihr anscheinend ein Gefühlschaos aus. Schließlich suchte sie sich einen neuen Job und zog weg. Weit weg. Ich musste mich der Sache nie stellen. Eine unerwiderte Liebe kann eine Geschäftsbeziehung genauso schnell ruinieren wie eine verschmähte.

Egal, was Sie alle jetzt von mir halten – ich kann auch charmant sein. In einer Stadt, in der ein Großteil der Menschen mit emotionalen Problemen zu kämpfen hat und in der es kaum möglich ist, andere kennenzulernen, war ich derjenige, der nach den Mittagessen oft gegen eine Taxitür gedrückt wurde und eine fremde Zunge im Hals hatte. Die Message war klar, aber ich bestand stets auf mindestens einem romantischen Abendessen (da bin ich noch sehr traditionell), bevor wir bumsten.

Abgesehen vom Sex und den immer etwas peinlichen Situationen auf den Branchentreffs, wenn mehr als eine Geliebte auftauchte, gab es noch einen erheblichen Vorteil: Wir bekamen eine Fülle an neuen Aufträgen zu höchstmöglichen Preisen. Immer wieder musste ich meinen gut zwölf Designern und Grafikern auf Events den Rücken freihalten. Manchmal kam ich mir vor wie ein Zuhälter, der Reporterfragen nach den neuesten Politikergeliebten ausweicht.

Es dreht sich jedoch nicht nur um Sex. Wenn Mann und Frau sich treffen, kann Liebe entstehen, vor allem, wenn sie zusammen an einem großen Projekt arbeiten. In meiner ehemaligen Firma habe ich mit Kolleginnen an vielen großen Projekten gearbeitet. Die vielen Stunden, die wir gemeinsam verbrachten, führten zu zwanglosen Gesprächen und man fand einiges über den anderen heraus. Anziehung kann zu Bewunderung und sogar Liebe führen.

Das passiert sogar recht häufig. Oft verlieben sich Chef(in) und Assistent(in). Manche gehen sogar so weit zu heiraten. In den meisten Unternehmen müssen Angestellte, die untereinander eine Beziehung führen, eine Vereinbarung unterschreiben, damit es später – sollte die Beziehung doch scheitern – keine Anzeige wegen sexueller Belästigung gibt. Unternehmensinterne Liebschaften werden zwar geduldet. Oft werden die Kollegen jedoch voneinander getrennt, sofern sie in derselben Abteilung arbeiten.

Einige Berufsgruppen, wie Anwälte oder Therapeuten, verbieten per Gesetz Beziehungen mit Klienten. Wer sich nicht daran hält, kann seine Lizenz verlieren und muss im schlimmsten Fall sein Dasein hinter schwedischen Gardinen fristen. Designer gehören glücklicherweise nicht dazu. Wir können alles vögeln, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, vorausgesetzt natürlich, es geschieht einvernehmlich. Ich kannte einige Designer (meistens waren es Grafiker, denn das sind die eigentlichen Perversen), die hätten es sogar mit Tieren getrieben, wenn sie die Möglichkeit gehabt hätten. In einigen Staaten der USA ist das ja verboten. In den Südstaaten wird es sogar unterstützt.

Die Vorteile

Intimate couple in office

1. Es ist SEX!

2. Sie haben regelmäßig Sex. Ihr Körper und das Tier in Ihnen schütten „Ich bin ein paarungsbereites Alphatier“-Pheromone aus, die das andere Geschlecht anlocken und heiß machen. Die Folge: NOCH MEHR SEX!

3. Sex hält jung und fit – was wiederum zu mehr und besserem Sex führt!

4. Sie bekommen Aufträge von Ihrem Lover und verdienen jede Menge Geld.

5. Ihr Sexpartner wird tratschen und ihre/seine Kollegen werden auch Sex mit Ihnen haben wollen – sie bekommen also noch mehr Aufträge. In einer großen Werbeagentur kann man sich jahrelang durchschlafen, eine Karriere aufbauen und früh in Rente gehen… was dann auch nötig sein wird, um sich von dem ganzen Sex zu erholen.

Die Nachteile

1. Manche Menschen sehen angezogen einfach besser aus. Sich vor einem nackten Kunden übergeben zu müssen, kann extrem teuer sein, wenn man bedenkt, wie viele Aufträge einem durch die Lappen gehen.

2. Ist es vorbei, betrifft das auch die regelmäßigen Einnahmen.

3. In einer kleinen Branche hat man sich schnell einen gewissen Ruf erarbeitet, hoffentlich nicht in Verbindung mit einem Spitznamen wie z. B. „Herpinator“ oder „der Kurze“.

4. Kunden können von ihren Arbeitgebern wegen einer solchen Beziehung gefeuert werden. Ihnen brechen die Einnahmen weg, aber dafür haben Sie einen Lover, der bei Ihnen einziehen will, da er/sie keinen Job mehr hat und sich keine eigene Wohnung leisten kann.

5. Wenn es vorbei ist, werden Branchentreffs zu wahren Spießrutenläufen mit ehemaligen Liebschaften und einer Vielzahl handlicher und sehr gefährlicher Käsemesser, sowie brennbarer Trockenspiritusbehälter.

Wägen Sie ab, bevor Sie handeln

Weder die positiven noch die negativen Aspekte überwiegen ganz eindeutig. Deshalb sollten Sie die Folgen einer Beziehung zu einem Kunden oder Mitarbeiter genau abwägen.

1. Die meisten bleiben 1–3 Jahre in ihrem Job. Wenn Ihr Sexpartner aufhört, können Sie also nahtlos mit dem Ersatz weitermachen.

2. 1–3 Jahre sichere Einnahmen durch Ihren Sexpartner halten Sie in schlechten Zeiten ohne regelmäßige Einnahmen etwa 3–6 Jahre über Wasser, vorausgesetzt, Sie haben das Geld klug investiert.

3. Wenn Ihr Sexpartner einen neuen, besseren Job beginnt, können Sie dadurch weitere Erfahrung sammeln und Ihr Portfolio aufbessern.

4. Sie können für den Sexpartner-Ersatz UND die neue Firma Ihres Sexpartners arbeiten und damit doppelt so viel wie zuvor verdienen. Allerdings halbieren sich dann Ihre Schlafzeiten.

5. Möglicherweise finden Sie DEN EINEN besonderen Menschen und heiraten – muahahaha.

Fazit

Diese Geschichte habe ich natürlich mit einem Augenzwinkern geschrieben, und doch steckt ein Fünkchen Wahrheit drin, das für Selbständige gefährlich werden kann. Unglücklicherweise ist sexuelles Verlangen unter Männern und Frauen in Führungspositionen eher die Regel als die Ausnahme. Es gibt keine einfachen Ratschläge oder Regeln, die man befolgen kann, außer: „Lass ihn in der Hose, wenn möglich!“

Sex ist das Natürlichste und Schönste auf der Welt. Doch Männer sind Schweine und verhalten sich meist auch so. Frauen hingegen, auch wenn sie der Aggressor in einer Sexbeziehung sind, bauen eine emotionale Bindung zu ihrem Lover auf. Oft finden solche Beziehungen ein schmutziges und böses Ende. Es sind immer verletzte Gefühle im Spiel. Ist es das wirklich Wert, für Sex einen Kunden zu verlieren? Die Therapeutin Lisa Shield sagt, dass Männer beim Thema Sex anders gestrickt sind als Frauen. Was für Sie nur Sex ist, ist für Ihr Gegenüber vielleicht mehr und das bedeutet immer Ärger:

Für Männer kann Sex einfach nur ein körperlicher Akt sein. Damit will ich auf keinen Fall sagen, dass Männer nicht auch das Körperliche und Emotionale verbinden können, aber anders als Frauen, können sie beides voneinander trennen und „hobbymäßig“ Sex haben, ohne sich binden zu wollen.

Was die Sache weiter verkompliziert, ist, dass Männer und Frauen sich untereinander scheinbar nicht verständigen können. Frauen werden sauer, wenn Männer emotionslos bleiben und sich nicht binden wollen. Männer werden sauer, wenn Frauen Gefühle für sie entwickeln, wo sie ihnen doch von Anfang an gesagt haben, dass daraus nichts ernstes wird.

Viele Frauen machen den Fehler zu glauben, dass nur weil sie über die Zeit Gefühle für einen Mann entwickeln können, es ihnen die Männer irgendwann gleichtun werden. Meiner Erfahrung nach wissen die meisten Männer sofort, ob sie tiefere Gefühle für eine Frau haben und sich mehr als nur Sex vorstellen können. Kaum einer meiner männlichen Klienten hat sich langsam verliebt. Sie wissen gleich, ob Interesse für mehr vorhanden ist.

Junge Menschen sind herrlich unbedarft und machen Fehler, wenn ihr Gehirn mal wieder in die Hose rutscht. Selbst die unschuldigsten, nett gemeinten Gesten oder Handlungen können missverstanden werden. Ich habe mal einer neuen Kundin Blumen zu ihrem Geburtstag geschickt, um mich gleichzeitig für ein Geschäft zu bedanken. Sie schrie mich an, ich hätte sie vor ihren Kollegen in Verlegenheit gebracht. Hey, es waren nur Blumen und keine Dildokollektion! Das Ergebnis war jedoch das gleiche: Ich habe eine Kundin mit viel Potential und internationaler Vernetzung verloren. Vielleicht hätte ich ihr besser einen Obstkorb oder Dauerwurst schicken sollen!

Women eating banana

Eine andere Kundin schrieb mir mal einen sehr persönlichen Dankesbrief, den ich komplett missverstanden habe. Als ich sie daraufhin ausfragte, war sie schockiert und erklärte mir, dass sie einen Freund hätte. Wir waren beide peinlich berührt, was schließlich zum Ende unserer Geschäftsbeziehung führte. Sicher, Kunden kommen (das ist jetzt nicht zweideutig gemeint!) und gehen , aber warum tun uns das unsere animalischen Instinkte nur an? Heutzutage ist es ziemlich hart (auch das ist nicht zweideutig gemeint!) an Aufträge zu kommen und wesentlich einfacher einen Sexpartner zu finden. Seien Sie professionell und üben Sie sich in Askese, wenn Sie das nächste mal mit Kunden zu tun haben… auch wenn es manchmal schwerfällt! Und verstehen Sie um Himmels Willen bitte das Wort „Freelancer“ nicht falsch!

Bilder ©GL Stock Images

Der Autor:

Speider Schneider is a former member of The Usual Gang of Idiots at MAD Magazine, “among other professional embarrassments and failures.” He currently writes for local newspapers, blogs and other web content and has designed products for Disney/Pixar, Warner Bros., Harley-Davidson, ESPN, Mattel, DC and Marvel Comics, Cartoon Network and Nickelodeon among other notable companies. Speider is a former member of the board for the Graphic Artists Guild, co-chair of the GAG Professional Practices Committee and a former board member of the Society of Illustrators. He also continues to speak at art schools across the United States on business and professional practices. Follow him on Twitter @speider.

(dpe)