Klüngeln mit System – Business Networking im Internet

Business Networking-Plattformen wie Xing oder LinkedIn erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Aber wie bringen diese Plattformen die erhofften Kontakte und Geschäftsabschlüsse?

Keine Frage: Ein persönliches Treffen ist und bleibt die beste Grundlage, um Geschäftsbeziehungen aufzubauen und Kontakte zu pflegen. Networking-Plattformen im Internet können jedoch dabei helfen, potentielle Geschäfts- und Kooperationspartner ausfindig zu machen und einen ersten Kontakt aufzubauen.

Im Prinzip lassen sich diese Angebote mit Flirtbörsen vergleichen: Jedes Mitglied erhält eine eigene Profilseite und kann anschließend von anderen Mitgliedern kontaktiert werden. Das Ziel ist in diesem Fall natürlich nicht die große Liebe sondern ein geschäftliche Kontakt.

Nachfolgend finden Sie Tipps für erfolgreiches Networking auf diesen Plattformen.

Wählen Sie die richtige Plattform
Seit dem Launch von Friendster.com im Jahr 2003 ist die Anzahl der Networking-Plattformen kontinuierlich gewachsen und noch immer sprießen neue Plattformen fast schon wie Pilze aus dem Boden. Allerdings: Nicht jede Plattform hält, was sie verspricht, und einige Angebote wurden zwischenzeitlich wieder eingestellt oder sind in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Es lohnt sich also darüber nachzudenken, welche Plattform man für sich nutzen möchte, zumal einige Anbote mittlerweile kostenpflichtig sind. Die Wahl sollten Sie nicht zuletzt davon abhängig machen, welche Plattform in Ihrem Bekanntenkreis am etabliertesten ist. Eine kleine Übersicht mit den bekanntesten Angeboten finden Sie am Ende des Artikels.

„Tunen“ Sie Ihre Profilseite
Ihre Profilseite ist für den Erfolg im Networking entscheidend: Schaffen Sie es, auf dieser Seite das Interesse des Besuchers zu wecken? Wer lediglich nach „Kunden“ sucht und „Webdesign“ anzubieten hat, muss sich über mangelnde Resonanz nicht wundern. Nutzen Sie das „Ich biete“-Feld stattdessen, um möglichst umfassend auf Ihre Produkte oder Ihre Dienstleistungen hinzuweisen. Berücksichtigen Sie dabei auch unterschiedliche Bezeichnungen und Begriffe, mit denen potentielle Kunden nach Ihnen suchen könnten. Sicherlich haben Sie aber noch mehr als Ihre Produkte oder Dienstleistungen zu bieten – beispielsweise Kontakte in Ihrer Branche, Fachartikel, Erfahrungen in einem bestimmten Bereich etc.

Ähnliches gilt für das „Ich suche“-Feld: Wer nur nach „Kunden“ sucht, macht sich beispielsweise für potentielle Kooperationspartner nicht sonderlich interessant. Wonach suchen Sie noch? Vielleicht nach einer Druckerei, Pressekontakten, Literatur, Veranstaltungen…? Übrigens: Profilseiten mit Fotos werden in der Regel wesentlich häufiger angeklickt als Seiten ohne Fotos – es lohnt sich also, ein ansprechendes Foto hochzuladen.

Das eigene Netzwerk vergrößern
Haben Sie im Netzwerk schon nach (alten) Bekannten und Geschäftspartnern gesucht? Xing bietet zu diesem Zweck die Möglichkeit an, das eigene Adressbuch mit den Xing-Kontakten abzugleichen. Auch die Suche nach alten Schulkameraden und ehemaligen Kollegen kann sich lohnen.

Beteiligen Sie sich an Foren
Ein Großteil der Networking-Plattformen verfügt über Diskussionsforen zu verschiedenen Themenbereichen – eine ideale Möglichkeit, um sich als kompetenter Ansprechpartner darzustellen und neue Kontakte zu knüpfen. Zu „Ihrem“ Thema gibt es noch kein Forum? Umso besser, denn bei Xing können Sie den Betreibern der Plattform ein Thema vorschlagen und als Moderator ein eigenes Forum eröffnen.

Gezielt netzwerken
Wer wahllos Personen als Kontakt hinzufügt, kann sich irgendwann damit rühmen, einige hundert Leute zu „kennen“ – gleichzeitig wird er aber den Überblick darüber verlieren, welche Kontakte für ihn wirklich wichtig sind. Auch verliert somit die „Wer kennt wen, über welche Ecken“-Funktion der Netzwerke an Bedeutung: Was nützt es, wenn Sie Person C über B kennen, B jedoch so gut wie nie mit C Kontakt hatte?

Wie immer gilt: No Spam!
Mit Spam-Nachrichten riskieren Sie nicht nur Ihren Ruf, sondern auch die Mitgliedschaft im Netzwerk, denn die meisten Betreiber greifen in diesem Punkt hart durch. Natürlich sollen die Netzwerke dem Anbahnen von Geschäftskontakten dienen, aber plumpe Werbemails sind natürlich auch hier unerwünscht. Bevor Sie mit dem Netzwerken loslegen, sollten Sie unbedingt die Richtlinien der jeweiligen Plattform lesen. Grundsätzlich sollte Ihre Nachricht unbedingt einen Bezug zur Profilseite des Empfängers haben: Wer zum Beispiel nach einer Internetagentur sucht, dürfte gegen die Kontaktaufnahme einer solchen in der Regel nichts einzuwenden haben. Trotzdem sollten Sie sich mit Eigenwerbung in Ihrer Nachricht zurückhalten. Überlegen Sie stattdessen, wie Sie dem potentiellen Kunden schon mit Ihrer ersten Nachricht einen ganz konkreten Nutzen bieten können:

  • Übersicht:: Business Networking im InternetXing: (früher Open Business Club / openBC) ist die wohl bekannteste Business Networking-Plattform in Deutschland. Die eingeschränkte Basismitgliedschaft ist kostenlos, für die Premium-Mitgliedschaft werden 5,95 Euro pro Monat fällig.
  • LinkedIn: LinkedIn ist eine englischsprachige Business-Plattform mit über 2,7 Millionen Mitgliedern. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.
  • Ryze: Ryze ist eine weitere englischsprachige Plattform. Auch hier ist die Mitgliedschaft bislang kostenlos.
  • email-marketing-boerse: Sie sind in der E-Mail Marketing Branche tätig? Dann sollten Sie sich diese Plattform von Dr. Torsten Schwarz einmal anschauen. Die eingeschränkte Basismitgliedschaft ist kostenlos. Wer den vollen Funktionsumfang nutzen möchte, zahlt als Freelancer 43,20 Euro und als Unternehmen stolze 270 Euro für sechs Monate.
  • Handelsblatt.net: Die erst kürzlich gelaunchte Plattform Handelsblatt.net hat sich als Networking-Plattform für die Finanzbranche positioniert und basiert auf der Technologie von Xing. Das Angebot kann drei Monate kostenlos getestet werden, danach werden 7,95 Euro im Monat fällig.

(tm)

Veröffentlicht am
Kategorisiert in Webdesign

Von Nico Zorn

Nico Zorn ist Mitgründer der Saphiron GmbH und Autor von zahlreichen Fachartikeln zum Thema Online-Marketing. Darüber hinaus veröffentlicht er das Weblog E-Mail Marketing Blog. Er absolvierte an der Westdeutschen Akademie für Kommunikation (WAK) in Köln den Studiengang zum Kommunikationswirt und ist als Gastdozent und Referent für Online-Marketing-Themen tätig.

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