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Website-Traffic und Besuchsdauer: Kurz oder lang?

Wie ist es denn auf Ihren Seiten um die Verweildauer der Besucher bestellt? Zwei oder 20 Minuten pro Besuch? Was Zahlen aussagen. Gleich wie viele Minuten ein Betreiber für seine Seiten angibt, über die Qualität einer Website sagt die bloße Zahl nichts aus….

Wie ist es denn auf Ihren Seiten um die Verweildauer der Besucher bestellt? Zwei oder 20 Minuten pro Besuch? Was Zahlen aussagen.

Gleich wie viele Minuten ein Betreiber für seine Seiten angibt, über die Qualität einer Website sagt die bloße Zahl nichts aus. Zu viele unterschiedliche Faktoren beeinflussen das Besucherverhalten.

Lange Besuchszeiten erreicht man durch:

  • Interessante Informationen in großer Fülle.
  • Spiele, die Besucher über eine längere Zeit fesseln, auch bei wiederholten Besuchen.
  • Downloads.
  • Interaktive Elemente, wie Chats oder Foren.
  • Multimediainhalte.
  • Lange Ladezeiten durch überfrachtete Seiten.
  • Lange Ladezeiten durch langsame Server und komplexe Skripte.
  • Schlechte Usability, die zu lange Wegen und häufigen Klicks führt
  • Primitive siteinterne Suche, die oft wiederholt werden muss und zu falschen Ergebnissen leitet.
  • Komplizierte Datenbankabfragen, die nicht das gewünschte Resultat bringen.

Daraus ergibt sich ganz zwangsläufig, das der Anbieter eines Videos durchweg mit längeren Sitzungen rechnen darf, als jemand der bloße Textinformationen zur Verfügung stellt.

Gleichzeitig kann eine Seite mit guten und ausreichend vorhandenen Informationen bei entsprechender Usability eine sehr viel kürzere Verweildauer zeitigen als eine schlecht gestaltete Seite, die zudem inhaltlich weniger zu bieten hat.

Online Tools mit denen der Besucher wiederkehrende Arbeiten erledigt, man denke etwa an eine Suchmaschine, bringen es tendenziell auf kürzere Besuchszeiten, im Ausgleich dafür aber auch viele Besuche. Ein schlechter Server und eine wenig optimale Programmierung können zwar die Besuchszeiten verlängern, aber sie minimieren auch die Zahl der Besuche, da sich genervte Besucher nach alternativen Angeboten umsehen.

  • Kürzere Verweildauer –> mehr Besuche –> Langfristig mehr Besucher
  • Längere Verweildauer –> weniger Besuche –> Langfristig weniger Besucher

Die Rechnung mag man zwar noch für ein Online Magazin wie dieses aufmachen können, nicht jedoch für eine Unternehmenspräsentation. Schlechte Usability und lange Ladezeiten führen zum Abbruch. Wiederkehrende Besucher aber kann man auch mit einem perfekten Angebot sowieso nicht gewinnen, dazu bedarf es eines Nutzens, der auf diesen Seiten in der Regel nicht gegeben ist.

Zahlen sind immer mit Vorsicht zu genießen, denn auch dieses Szenario ist denkbar: Ein gutes Angebot mit kurzer Verweildauer, aber ausbleibendem Erfolg? Das kann passieren, wenn die Usability so schlecht ist, das Gäste schon nach kurzer Zeit ihren Besuch entnervt abbrechen oder wenn die für eine Site geschaltete Werbung ihre Zielgruppe überhaupt nicht trifft oder sogar falsche Versprechungen macht.

Bei Dr. Web liegt die durchschnittliche Verweildauer übrigens bei nur 9 Minuten. Bei der Messung gingen wir davon aus, dass nicht mehr als 10 Minuten zwischen den einzelnen Seitenaufrufen eines Besuchers liegen. Andere Anbieter werden andere Werte zugrunde legen.

Nielsen Netratings gibt die durchschnittliche Dauer einer „Surfsitzung“ mit 32 Minuten an, in dieser Zeit werden im Schnitt 41 Seiten aufgerufen. Die längste Verweildauer der großen Anbieter soll übrigens Ebay erreichen, man bringt es laut Nielsen Netratings auf satte anderthalb Stunden. Im diesem Fall durchaus ein Zeichen des Erfolges.

Von Sven Lennartz

Ex Webdesigner, Gründer von Dr. Web und Smashing Magazine. Heute ist Sven als Schriftsteller und Blogger unterwegs. Schau was er jetzt macht…

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