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Logodesign Teil 1: Grundlagen der Symbolik

Bevor ein Logo gestaltet wird, muss man sich der Wirkung von Farben und Formen auf den Betrachter bewusst sein. Deshalb gilt es, bevor dem eigentlichen Designprozess begonnen werden kann, einen Blick auf die Grundlagen der Symbolik zu werfen. Das Wissen um…

von Dirk Metzmacher

Bevor ein Logo gestaltet wird, muss man sich der Wirkung von Farben und Formen auf den Betrachter bewusst sein. Deshalb gilt es, bevor dem eigentlichen Designprozess begonnen werden kann, einen Blick auf die Grundlagen der Symbolik zu werfen.

Das Wissen um die Symbolik kann den Erfolg eines Logos maßgeblich beeinflussen. Unterschieden wird zwischen Archetypen, Bewegungssymbolik und gesellschaftlichen Assoziationen.

Archetypen
In allen Kulturkreisen gibt es Zeichen mit gemeinsamer Bedeutung. Diese Zeichen werden als Archetypen bezeichnet. Es werden bei jedem Betrachter weitgehend identische Assoziationen geweckt. So hat man die Möglichkeit allgemeingültige Zeichen als Grundlage zu nutzen – unabhängig von der Kultur des Betrachters. Kinder haben übrigens den einfachsten Zugang zu solchen Urzeichen.

Das Kreuz
Man erkennt, dass es ein Oben und ein Unten, ein Rechts und ein Links gibt. Dies ist die Grundlage zur Orientierung im Raum.

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Die Spirale
Dieses Zeichen steht für das „Ich“ in seiner Umwelt, wie das Kind in der Entdeckungsphase. Es gibt einen Anfang und ein Ende. Alle Bewegungen sind auf den Mittelpunkt gerichtet.

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Kreis mit Mittelpunkt
Man erkennt, dass es ein Innen und ein Außen gibt. Der Punkt in der Mitte des Kreises symbolisiert das Zentrum, die Zentrale, um die herum andere Dinge geschehen.

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Punkte
Punkte symbolisieren Bewegung und Leben, wie der rhythmische Ablauf von Puls, Herzschlag und Atem.

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Die Archetypen findet man in ihrer Grundform schon in der Höhlenmalerei. Viele Darstellungen waren einfache Abbilder dessen, was das Leben der damaligen Menschen Leben prägte. Die Bedeutung der männlichen und weiblichen Zeichen haben sich bis heute erhalten.

Raum und Bewegungssymbolik
Die Gefühle des Betrachters werden von der Ausrichtung der Linien des Logos beeinflusst. Bei der Logogestaltung ist es von Bedeutung, ob eine Linie aufwärts oder abwärts zeigt. Für unsere Kultur, die von Links nach Rechts liest, hat die Ausrichtung aller Teilstücke eines Logos eine bestimmte Wirkung.

Pfeil nach Links
Steht für die Tradition, ist rückwärtsgewandt, introvertiert und wirkt wie eine Rückwärtsbewegung.

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Pfeil nach Links Unten
Der Betrachter sieht eine Erinnerung an die Vergangenheit, es wirkt konservativ und wie das Unterbewusstsein.

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Pfeil nach Unten
Wie die Erde, Wasser, Natur, Bodenständigkeit, gegenwartsbezogen, Tiefe und Ruhe.

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Pfeil nach Rechts Unten
Diese Ausrichtung hat eine sehr negative Wirkung. Man denkt an Krankheit, Depression, Verlust. Es wirkt abfallend und sinkend.

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Pfeil nach Rechts
Hier gibt es eine Vorwärtsbewegung, einen Aufschwung, eine Vision. Es wirkt zukunftsorientiert.

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Pfeil nach Rechts Oben
Stärke, Wille, Energie, zukunftsweisend, aufstrebend, vital, gesund und innovativ – eine sehr positive Ausrichtung.

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Pfeil nach Oben
Symbolisiert eine Aufwärtsbewegung. Die Begriffe Sonne, Himmel, Höhe, Luft und Steigen bestätigen dies.

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Pfeil nach Links Oben
Hat etwas Religiöses, Geistiges, Immaterielles und Transzendentes.

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Kreis mit Mittelpunkt
Strahlt Ruhe, Geborgenheit, Schutz, Ausgewogenheit, Symmetrie, Gegenwart und Ich-Bezogenheit aus.

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Gesellschaftliche Assoziationen
Neben der archetypischen Bedeutung lösen Symbole in unserer Gesellschaft auch andere, kulturell bedingte Assoziationen aus. In unserem Kulturkreis steht das Lamm oder das Schaf für die Christen, die einem Gott folgen. Dieses Sinnbild funktioniert natürlich nicht in Kulturkreisen, in denen man weder Schafe noch Lämmer kennt.

Selbst Grundformen wie Dreieck, Rechteck und Kreis haben in anderen Kulturen verschiedene Bedeutungen. Die archetypische Bedeutung bleibt gleich, aber es kommen je nach Region eine andere Bedeutungen hinzu.

So sehen Europäer in einem Dreieck nicht nur die ursprünglichen Assoziationen aktiv, aggressiv, weiblich, sondern auch „Gefahrenschild“. Das kommt daher, das alle Warnschilder in Europa diese Form besitzen. In anderen Kulturen wird vielleicht ein kreisförmiges Warnschild genutzt, so dass dort die Bedeutung vom Dreieck auf den Kreis springt.

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Alle Assoziationen für jeden Kulturkreis wird man nie unter einem Hut bringen können, aber so manche negative Wirkung auf den Betrachter kann man von vornherein ausschließen.

Erstveröffentlichung 15.1.2005

Von Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

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