Kategorien
Design

Logodesign Teil 3: Die Gesetze der Gestaltung

Die folgenden Regeln und Gesetze dienen zu Ihrer Sicherheit. Und zwar der Sicherheit, bei der Gestaltung eines Logos keine Fehler zu machen. Die folgenden Regeln können bei der Festsetzung von Elementen eines Logos weiterhelfen. Das Gesetz der Nähe Je dichter…

von Dirk Metzmacher

Die folgenden Regeln und Gesetze dienen zu Ihrer Sicherheit. Und zwar der Sicherheit, bei der Gestaltung eines Logos keine Fehler zu machen.

Die folgenden Regeln können bei der Festsetzung von Elementen eines Logos weiterhelfen.

Das Gesetz der Nähe
Je dichter Elemente beieinander liegen, umso mehr werden sie als ganze Form interpretiert. Das führt dazu, das Punkte, die dicht beieinander liegen, als Linie erkannt werden, während bei großen Lücken Einzelpunkte gesehen werden. Die feinste Anwendung dieser Regel findet man beim Rasterdruck, wo statt Flächen kleine Punkte gedruckt werden. Aus normalem Abstand betrachtet sieht man nur das Bild. Diese Drucktechnik wurde erst durch die Interpretationsfähigkeit unseres Gehirns möglich.

Screenshot
Nahe Elemente ergeben eine Linie

Das Gesetz der Ähnlichkeit
Dinge, die dicht beieinander liegen und ähnliche Formen haben, werden als Ganzes betrachtet. Im Beispiel werden einzelne Reihen erkannt. Zusätzlich werden aber die Formen zu Gruppen zusammengefasst. So sieht man eine Reihe mit Kreisen im Wechsel mit einer Reihe von Quadraten. Manche sehen sogar die Grundform eines Männchens, aufgestellt in Reih und Glied.

Screenshot
Ähnliche Formen werden vom Betrachter zusammengefasst

Das Gesetz der Geschlossenheit
Um ein ganzes Bild zu erhalten, denkt sich das Gehirn Teile dazu. Das Gesetz der Nähe führt dazu, dass aus den Punkten des ersten Beispiels drei Punktlinien werden. Bei geschlossenen Lücken erkennt man die Form, die hier den Buchstaben „B“ ergibt.

Screenshot
Geschlossene Form

Das Gesetz der Erfahrung
Unser Wissen und unsere Erfahrungen spielen in unserem Leben eine große Rolle. Aber auch bei der Gruppierung von Bildelementen ergänzt unser Gehirn mit Hilfe von gespeicherten Bildinformationen. Nur so können fehlende Linien, wie hier im Beispiel das „EMI“, rekonstruiert werden. So kann man Buchstaben erkennen, wo gar keine Buchstaben sind. Daraus ergibt sich aber, dass Logos, die ein bestimmtes Vorwissen voraussetzen, möglicherweise von verschiedenen Zielgruppen nicht erkannt werden.

Screenshot
Dank unserem Wissen erkennen wir die Buchstaben EMI

Das Gesetz der Figuren-Grund Differenzierung
Ob ein Element zur Figur oder zum Hintergrund gehört, entscheidet das Gehirn in Sekunden. Bei der Zusammenstellung von Formen und Elementen muss man das beachten, wenn der Designer nicht riskieren will, dass sein Logo missverstanden wird. Der Hintergrund wird eindeutig erkannt, wenn bei der Gestaltung die Raumverteilung unterschiedlich ist.

Es gibt allerdings nur wenige Motive, bei denen die Verteilung im Raum bewirkt, das Vorder- und Hintergrund nicht auseinander gehalten werden können. Generell kann man sagen: Die kleinere Fläche wird als Figur, die größere als Hintergrund erkannt. Wie man am Beispiel feststellen kann, ist kein Mensch in der Lage, Hintergrund und Vordergrund gleichzeitig zu erkennen.

Screenshot
Wo ist ein Gesicht, wo eine Vase zu erkennen?

Fazit: Beim Logodesign können durch Nähe und Geschlossenheit interessante Wirkungen erzielt werden. Vorsichtig muss man bei Erfahrungswerten sein. Auf das Wissen des Betrachters kann man nur bauen, wenn die Zielgruppe definiert ist.

Erstveröffentlichung 03.02.2005

Von Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.