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Magento Commerce: OS-Shop im Web 2.0-Design

Bei Open-Source Shopsystemen denkt man vor allem an osCommerce und wenn es hoch kommt noch an ZenCart. Doch jetzt kommt auch in die Open-Source Shopsoftware-Landschaft Bewegung. Magento Commerce heißt der Neuling und Dr. Web hat ihn sich näher angeschaut….

Bei Open-Source Shopsystemen denkt man vor allem an osCommerce und wenn es hoch kommt noch an ZenCart. Doch jetzt kommt auch in die Open-Source Shopsoftware-Landschaft Bewegung. Magento Commerce heißt der Neuling und Dr. Web hat ihn sich näher angeschaut.

Magento Commerce profitiert von in der Praxis erprobten großen eCommerce-Projekten der Firma Varien aus den USA, darunter auch ein Shop für die deutschen Birkenstock-Gesundheitschuhe. Seine Template-Engine basiert auf dem ZendFramework, Businesslogik und Layout sind also voneinander getrennt, ein Pluspunkt gegenüber osCommerce, in dem Designänderungen nur sehr mühsam durchzuführen sind. Exotische Systemanforderungen stellt Magento Commerce nicht. Der Hoster muss ein Linux- oder einen anderes UNIX-kompatibles Betriebssystem haben, auf dem der Apache-Server, PHP und MySQL installiert ist.

Beim Besuch des Demo-Frontends weht einem sogleich ein frischer Web 2.0-Wind entgegen. Die Einzelseiten wirken aufgeräumt und modern. Das Demo-Layout ist das Standard-Template und so können zukünftige Shopbetreiber, die kein Geld in ein eigenes Design investieren möchten oder können, mit einer ansprechenden Optik an den Start gehen.


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Der Kunde soll nicht nur kaufen, sondern mitmachen, zumindest legen das die standardmäßig implementierten „user-generated content“-Funktionalitäten nahe.

Umfragen

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Der Shop-Betreiber kann im Backend beliebige Umfragen definieren und auf diesem Weg kostengünstige Marktforschung betreiben.

Tag-Clouds

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Ganz in Nutzerhände wird die Tag-Cloud nicht gelegt. Neue Tags unterliegen einem Freigabeprozess. Der Shopbetreiber entscheidet, ob der Tag erscheint oder nicht.

Produktkritiken und Produktbewertungen

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Auch Meinungen zu Produkten mit Sternchen-Bewertung kommen nicht ungeprüft auf die Site. Das wird im Katalog-Modul gehandhabt. Dort lassen sich auch differenzierte Produktbewertungen (zum Beispiel nach Preis, Qualität und Gebrauchwert) erstellen.

Die Produkteinzelseiten lassen aus Usability-Sicht wenige Wünsche offen. Der Informationsarchitekt hat ordentliche Arbeit geleistet. Produkt- und Preisinformationen sind übersichtlich angeordnet. Auch an das Cross-Selling wurde gedacht. Gut gefällt der stufenlose Produktbild-Zoom.

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Die weiteren Produktansichten sind in einer Galerie zu besichten

Ebenfalls Out-of-the-box gibt es das Produktvergleichs-Modul, ein Feature, für das man zum Beispiel beim OXID-Shop gutes Geld berappen muss. Das gilt auch für die Kunden-Newsletter-Applikation. Magento beherrscht derzeit folgende für den deutschen Markt interessanten Zahlungsmethoden: Kreditkarte (via Zahlungsschnittstelle PayPal oder authorize.net), Überweisung und Zahlung gegen Rechnung.

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Produkte in einer tabellarischen Ansicht vergleichen

Weitere Features sind Staffelpreise und Produktwelten (die Präsentation mehrerer zusammengehöriger Produkte wie zum Beispiel Sessel, Couch und Lampe auf einer Seite). Wie was funktioniert, wird in der umfangreichen Screencast-Sammlung erläutert. Konfigurationsprodukte mit mehreren Varianten, wie bei Kleidung, wo beispielsweise nach Größe und Farbe selektiert werden muss, sind im Backend von Magento Commerce zusammenstellbar. Das Backend hält von der Übersichtlichkeit und Nutzerführung das, was das Frontend verspricht. Sämtliche Menüpunkte sind über eine dynamische Horizontalnavigation erreichbar. Layout und Seitenelemente geben das Gefühl, sich in einer Web 2.0-Anwendung zu bewegen. Kein Vergleich zu den schwerfälligen, entwicklerlastigen Adminoberflächen von OXID oder osCommerce.

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Das moderne Backend trägt dem Umstand Rechnung, dass es ja letztendlich der Seitenbetreiber ist, der die Shopsoftware-Auswahl trifft und der verbringt die meiste Arbeitszeit im Adminbereich und will es dort so einfach wie möglich haben.

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Fazit: Magento Commerce macht einen guten Eindruck und bietet Module, die kommerzielle Anbieter nur für teures Geld abgeben. Das Produkt hat derzeit noch den Beta-Status und liegt nur in Englisch vor. Doch eine aktive deutsche Community arbeitet an einer deutschen Sprachversion. Der Nutzer soll nach der Installation nicht im Regen stehen gelassen werden. Neben Forum, Wiki, Knowledge-Base gibt es seit neustem auch ein deutsches Blog. Und der Hersteller selbst möchte auch Support leisten. ™

Erstveröffentlichung 01.10.2007

Von Michael Dobler

Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.

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