Social Media – Teil 2: mehr, bessere Bewertungen sammeln

Schluss mit dem Stochern im Nebel: Entwickeln Sie eine gezielte Strategie, wie Sie Ihre Kunden dazu bringen, Sie und ihre Produkte zu bewerten. Auf der eigenen WebSite oder auf neutralen Bewertungs-Websites.

Zuallererst müssen wir zwei fundamental unterschiedliche Systeme vergleichen: das eigene Bewertungssystem im Vergleich zum neutralen System. Beim eigenen System haben Sie mehr Kontrolle über die Inhalte innerhalb des Systems. Das bedeutet allerdings nicht all zu viel. Sobald Sie zu rigide in die Bewertungen der User eingreifen und diese das Gefühl bekommen, mit Kritik auf Ihrer Plattform kein Gehör zu finden (sei es bei Ihnen oder bei anderen Nutzern), weichen diese Nutzer sofort auf andere Plattformen aus. Insofern ist das Betreiben einer eigenen Bewertungsplattform immer zusätzlich zur Teilnahme an offenen, neutralen Systemen zu sehen. Zuhören, was die Nutzer anderswo diskutieren, müssen Sie auf jeden Fall.


Tools wie Social Mention versuchen automatisch auch die Stimmung in den jeweiligen Kommentaren zu bewerten.

Gleichzeitig verlangt der tagesaktuelle Betrieb einer gut funktionierenden Community Ihrem Unternehmen einiges ab. Die technische Wartung und Pflege wird vor allem dann spannend, wenn Sie den Nutzern die Freiheit geben wollen, auch Videos zu veröffentlichen. Die Serverkosten steigen im Erfolgsfall sehr schnell an.

Wenn Sie den Nutzern immer die neuesten Funktionen im Social Web anbieten wollen, ist das ebenfalls ein teures Unterfangen. „Wir können mit dem Entwicklungstempo von Facebook einfach nicht mithalten“, erläutert René Marius Köhler, Vorstand der InternetStores AG und bis März Betreiber der Community von Fahrrad.de. Die komplette Gemeinschaft mit 100 000 registrierten Nutzern wurde von den Schwaben kurzerhand geschlossen.

Doch natürlich hat die eigene Community auch signifikante Vorteile. Sie können deutlich stärker auf die Gestaltung einwirken und so die Usability und mit ihr die Beteiligungsquote erhöhen. Sie können das Ganze auch in einen optisch ansprechenden Rahmen setzen, der ein emotionaleres Kauferlebnis zulässt. Und Sie können tiefe Verbindungen zu Ihrem System schaffen, sei es zum Kundenbindungsprogramm oder zu den Produkten selbst.

Strategische Optimierung für externe Bewertungssites

Der Social Media Einsteiger sollte erste Erfahrungen auf neutralem Terrain sammeln, bevor er sich daran begibt, ein eigenes System aufzubauen.

Monitoring

Die Arbeit beginnt beim Zuhören. Identifizieren Sie die zehn wichtigsten Social Media Plattformen für Ihr Unternehmen. Wenn Sie einen Onlineshop betreiben, kann Ihnen ein Blick in die Tracking-Statistik die so genannten Refferrer zeigen, das sind die Seiten, von denen die Nutzer auf Ihrer gelangt sind. Hier finden Sie viel Google, aber vielleicht eben auch Preissuchmaschinen, Blogs oder Bewertungsplattformen wie Ciao.de oder HolidayCheck.


Blogmonitoring zeigt: Obwohl Adidas Hauptsponsor der WM ist, wird mehr über Nike diskutiert.

Eine Umfrage unter Ihren Kunden über deren Rechercheverhalten kann ebenfalls wichtige Ergebnisse liefern. Und natürlich sollten Sie Google selbst zu Rate ziehen. Vielleicht starten Sie wie ein potentieller Kunde und suchen generisch über Google. Das Keyword-Tool von Google kann Ihnen Auskunft darüber geben, was die Nutzer suchen und auf den ersten Seiten der Trefferliste werden Sie die wichtigen Blogs und Bewertungssysteme finden.

Wenn Sie die wichtigsten Themen und Schlüsselbegriff herausgefunden haben, greifen Sie zu einem Social Media Monitoring Werkzeug, um herauszufinden, was, wann und wie viel online diskutiert wird. Für einzelne Recherchen eignen sich Blogsuchmaschinen wie Technorati oder Googles Blogsuche gut. Einen etwas breiteren Überblick verschafft http://addictomatic.com.

Für eine Überwachung des dauerhaften Datenstroms und vor allem dessen Korrelation mit bestimmten Ereignissen, empfiehlt es sich, auf professionelle Werkzeuge wie Radian6 zu setzen. In dem von Social Media Experte Mathias Roskos als „wohl leistungsfähigsten Tool“ bezeichneten Werkzeug, kann man sehr fein definieren, welche Quellen in welchem Zusammenhang überwacht werden sollen und wann ein Ereignis alarmierende Dimensionen annimmt.

Mit Hilfe der Tools NetVibes oder Yahoo Pipes kann man sich auch seine persönliche Info-Zentrale fürs Social Media Montoring zusammenklicken. Leider versagt es dort, wo die Anbieter zum Beispiel von Bewertungssystemen gar keine Standardschnittstelle zum Einbinden in fremde Seiten unterstützen. HolidayCheck zum Beispiel versendet Aktualisierungsinformationen grundsätzlich per eMail. Bei Ciao.de gibt es gar keine Alarmfunktion.

Links zu Social Media Tools

  • Schöne Liste mit 16 unterschiedlichen Keyword-Tools
  • Social Media Monitoring Tools in der Übersicht
  • Deutsche Unternehmen und Social Media – Umfrage

(mm), (sl)

Veröffentlicht am
Kategorisiert in Webdesign

Von Frank Puscher

Autor der Fachbücher "Leitfaden Web-Usability", "Flash MX-Das Kochbuch" und "Die Tricks der Internet Künstler". Frank Puscher ist nicht nur ein angesehener Autor, der für zahlreiche Fachzeitschriften tätig ist, er ist auch als Schulungsleiter und Berater erfolgreich.

Ein Kommentar

  1. Yahoo Pipes ist meiner Meinung nach auf jeden Fall ein Hammer-Tool mit einer wunderbaren grafischen Oberfläche, wenn man den Bogen erst einmal raus hat schafft man die „Programmierung“ in ca. 20 Minuten. Außerdem macht der Umgang sogar Spaß. Logisches denken vorausgesetzt ;-)

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