7 Tipps für mehr RSS-Abonnenten

Auch wenn ein Teil der Feed-Leser unsichtbar bleibt und sich nie auf die Webseiten verirrt um dort die PageViews zu mehreren, RSS-Leser klicken durchaus auch ins Web, etwa um Kommentare zu lesen, selbst welche zu schreiben, Videos anzusehen oder an Umfragen teilzunehmen. Je mehr man auf diese Weise mobilisieren kann, desto besser.

Stichwort Werbung
Unser englischsprachiges Smashing Magazine bringt es inzwischen auf über 130.000 Abonnenten, da lohnt sich sogar der Verkauf von Werbung – auch wenn das Feedvertising bisher noch nicht aus den Kinderschuhen heraus gekommen ist. Das Potenzial ist vorhanden. Je gezielter die Nische ist, desto eher lassen sich Sponsoren ködern, zur Not tut es auch hier Google AdSense.

Smashing Magazines Feed läuft auf einem eigenen Server. Wie haben wir über diese Menge an Abonnenten gewonnen?

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Anzeige im RSS-Feed

1. Präsentieren und Platzieren

Hinweise Nummer 1 ist eine Selbstverständlichkeit. Der Feed muss präsentiert werden. Es kommen Icons – manchmal auch Buttons und Illustrationen – zum Einsatz, die für sich bereits auffällig sind und prominent platziert werden. Das heißt weit oben im ohne scrollen sichtbaren Bereich einer Seite.

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Der Hinweis sollte auf alle Seiten einer Site erscheinen und kann zusätzlich an geeigneten Stellen erwähnt werden. Zum Beispiel im Impressum, auf den Suchergebnisseiten, im Footer, nahe des Contents, in E-Mail- oder Forum-Signaturen…

2. Zeigen was man hat: Auflage ausweisen

Zahlen helfen dem Interessenten einzuschätzen ob sich ein Feed lohnen kann. Die Logik ist klar, je mehr Leser es schon gibt, desto begehrenswerter erscheint der Feed. Ein Phänomen, das man von Hit- und Ranglisten her kennt. Was andere lesen, hören, essen, kaufen, das kann so schlecht nicht sein. Lassen Sie Zahlen Zahlen sein wenn Ihr Feed erst über wenige Leser verfügt. Und bleiben Sie stets ehrlich.

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Mehr Beispiele

3. Tue Gutes und rede drüber

Schreiben Sie doch mal über Ihren Feed. Ein Großteil Ihrer Besucher wird – trotz Icon und verschiedener Hinweise – immer noch keine Vorstellungen von den Vorteilen eines Feeds haben. Andere benötigen einen Anstoß. Den liefert ein kleiner Bericht. Die Sache kann kurz erläutert werden, man schildert warum sich das Feed-Lesen lohnt, zeigt die Feed-URL und kommt auf Reader zu sprechen. Der eine oder andere Seitenbetreiber verlinkt auf die Story sogar in der Nähe des Feed-Icons – mit einem kleinen Fragezeichen etwa.

4. Besucher von Suchmaschinen besonders betreuen

Diese Gäste kennen Ihren Feed wahrscheinlich überhaupt noch nicht. Da man solche Besucher genau erkennen kann lohnt sich eine Spezialbehandlung. Blenden Sie einen Hinweis auf den Feed an geeigneter Stelle ein. Vorteil: Stamm- und Gelegenheitsbesucher werden nicht belästigt. Referrer auslesen, PHP oder etwas ähnlich geeignetes verwenden. Wer ein CMS benutzt, kann sich nach passenden Erweiterungen umtun.

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Nachricht des WordPress-Plugins „Greetbox“ an Besucher die via Google kommen

5. Nicht übertreiben – Weniger Feeds, ein Format

Bieten Sie nicht zu viele Feeds gleichzeitig an. Mancher zeigt gleich ein Dutzend Rubriken oder Themenkanäle. Was als Service gedacht ist verwirrt mehr als es nützt – und verbraucht unnötigen Platz. Sie bekommen möglicherweise Schwierigkeiten wenn die Auslage gezählt und angezeigt werden soll. Verschiedene Formate zur Auswahl zu stellen (Atom, RSS, RSS2) ist nicht nötig und ein Überbleibsel aus alten Zeiten. Ein moderner Reader sollte mit jedem aktuellen Format klar kommen. Entscheiden Sie sich für Atom oder RSS2, der Rest gehört in die Tonne. Auf der Website sollte davon nichts zu sehen sein.

6. Browsererkennung

Achten Sie darauf, das ihr Feed sich im Quellcode bemerkbar macht, um das so genannte Auto-Discovery zu ermöglichen. Dann nämlich zeigen Browser in ihrer Adressleiste die Verfügbarkeit des Feeds an.

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Der Browser (hier:Flock) hat einen Feed gefunden

Quellcode:

<link rel="alternate" type="application/rss+xml" title="News-Feed" href="rss.xml" />

7. Ganz oder gar nicht: Full-Feeds

Viele Leser haben sich an RSS-Feeds gewöhnt. Sie surfen nicht mehr, sie gehen gezielt auf Einzelseiten. Diese Klientel hasst gekürzte oder verstümmelte Feeds. Sie machen aus dieser Sicht auch gar keinen Sinn. Zum Beitrag durchklicken werden sich nur wenige, die Story dahinter müsste schon exorbitant interessant sein um auf diese Weise punkten zu können. Bieten Sie einen Fullfeed an oder lassen Sie es gleich ganz.

Angst vor Textklau? Das passiert sowieso, auf die eine oder andere Weise. Textklau ist eine Begleiterscheinung des Erfolges. Je weiter Ihre Botschaft dringt, desto wahrscheinlicher taucht sie auch woanders auf. Mit oder ohne Feed.

Veröffentlicht am
Kategorisiert in Webdesign

Von Sven Lennartz

Ex Webdesigner, Gründer von Dr. Web und Smashing Magazine. Heute ist Sven als Schriftsteller und Blogger unterwegs. Schau was er jetzt macht…

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