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Dieter Petereit 19. April 2019

Mal was anderes: Mondrianismus im Webdesign

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Kennst du Mondrian? Nein, wirst du vermutlich sagen. Das ist unwahrscheinlich. Zumindest sein Kunststil wird dir bekannt vorkommen. Schau selbst.

Der Namensgeber: Piet Mondrian

Piet Mondrian war ein niederländischer Maler und Erfinder des Neo-Plastizismus, einer Kunstform, der er nahezu religiösen Status zuschrieb. Mondrian gehörte zu den Begründern der abstrakten Malerei und inspirierte etwa Walter Gropius zur Erfindung des weltberühmten Bauhaus-Architekturstils.

Mondrians mosaikartige Malereien hast du mit Sicherheit schon gesehen. Dieses Werk etwa heißt „Komposition mit Rot, Gelb, Blau und Schwarz“ und stammt aus dem Jahre 1921.

Piet Mondrian [Public domain], via Wikimedia Commons

Etwa seit Anfang der Zwanziger bis zu seinem Tode im Jahre 1944 widmete sich Mondrian dieser Konzentration auf Primärfarben und klare Linien. Seine Formensprache inspiriert Künstler, aber auch Architekten bis zum heutigen Tage.

Mosaik als Gestaltungsraster

Mosaikartige Gestaltungsraster bieten sich indes nicht nur in der Architektur an, auch im Design zumeist rechteckiger Medien, wie Bildschirmen, erreichst du per Mosaik die beste Ausnutzung des vorhandenen Raums. So ist es kein Wunder, dass sich Screendesigner Inspiration beim niederländischen Neo-Plastizisten holen.

Das Konzept der unterschiedliche Kachelung des Bildschirms griff zunächst Microsoft für sein mobiles Betriebssystem auf und weitete es später auf die Desktop-Variante aus. Metro-Design, später in Modern Design umbenannt, repräsentierte eine Benutzeroberfläche, die als Mosaik angelegt war. Je größer die Kachel zur jeweiligen Interaktion war, desto wichtiger war sie entweder für den Benutzer oder die Funktionalität im Allgemeinen.

Dabei konnte es durchaus auch zu starker farblicher Kontrastierung der einzelnen Kacheln zueinander kommen. Zwingender Bestandteil des Konzeptes war das, anders als bei Mondrian, allerdings nicht.

Mondrianismus als Design-Stil

Es bedarf im Grunde keiner näheren Erläuterung, warum sich Mondrians Strukturkonzept auch für das Design von Websites anbietet. Gerade in Zeiten responsiver Websites und des Box-Modells von CSS, in jüngerer Zeit durch Features wie Flexbox und CSS Grid promotet, ist das Mosaik fast schon das logische Gestaltungsmodell.

Wenn wir nun kachelige Designs mit Animationen verbinden, die sich in rechteckig abgegrenzten Bildschirmbereichen natürlich besonders gut isolieren und somit gezielt anwenden lassen, können dabei beeindruckende Layouts entstehen.

Etliche Designer zeigen auf Dribbble, wie das aussehen kann.

Twisted by Shota 

Mondrian by Stugbear

Video Reveal by Gil 

landing page by Zak Steele-Eklund for Studio VØR 

Anxiety by Modis

Girsu by Zak Steele-Eklund for Studio VØR

Noch mehr Beispiele für Mondrianismen, teils auch recht entfernter Natur, findest du drüben bei den Kollegen von Muzli Design Inspiration.

Wie gefällt dir dieser Design-Stil? Für welche Projekte würde er sich am ehesten eignen?

(Der Beitrag erschien erstmals im Herbst 2017 und wird seitdem aktuell gehalten. Das letzte Update erfolgte im April 2019.)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

Ein Kommentar

  1. Mir gefällt so eine Art von Design sehr.
    In dem Artikel sind tolle Beispiele aufgeführt. Wäre natürlich super, wenn man diese runterladen könnte

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