Kategorien
Netzkultur und -politik

Think Different ist eine Illusion

Du befindest sich in einem Raum mit zehn weiteren Personen. Diese Personen scheinen sich zu einem Thema völlig einig zu sein, aber du bist genau entgegengesetzter Meinung. Sagst du etwas? Oder schließt du dich der Mehrheit an? Diese Fragestellung behandelt eine Studie des Wissenschaftsjournals Neuron auf CNN. Die Antworten sind eindeutig. Think Different ist eine Illusion.

Kategorien
IMHO Netzkultur und -politik

Nostalgie: War früher alles besser?

Diese stereotype Aussage höre ich immer noch häufig. Wenn ich allerdings darüber nachdenke, kann ich das nicht bestätigen.

Kategorien
Netzkultur und -politik

Digitale Wege zu mehr Geld: 8 Tipps gegen die fatale Flaute im Portemonnaie

Jetzt mal Hand aufs Herz: Zeiten, in denen man knapp bei Kasse ist, kennt sicherlich jeder. Und die Gründe dafür können ganz vielfältiger Art sein: Geht ein großes Gerät im Haushalt kaputt, wie etwa der Kühlschrank oder die Waschmaschine, ist nicht nur guter Rat, sondern manchmal auch die Neuanschaffung teuer. Hinzu kommen diese speziellen Wochen, in denen eine Feier die andere jagt. Wird man eingeladen, bringt man natürlich ein Präsent mit. Fungiert man selbst als Gastgeber, gilt es die eigenen Gäste zu verköstigen. Und auch das fällt in die Rubrik „sonstige Ausgaben“, die durchaus ein Finanzloch ins Portemonnaie reißen können. Die besten Tipps gegen die Flaute im Portemonnaie zeigt dieser Ratgeber.

  1. Besondere Umstände bedingen besondere Verhaltensweisen. Wenn also der Trennungsschmerz vom langjährigen Partner nur durch einen Tapetenwechsel erträglich wird, dann ist es durchaus denkbar, sich in einem Wellnesshotel die emotionalen Wunden zu lecken. Wer dabei schwach wird und nicht auf den nächsten Lohn warten will, kann sich heutzutage mit besonders kurzen und schnellen Krediten helfen, bei denen die Rückzahlungssumme durch die kurze Laufzeit im Rahmen bleibt. Binnen einer Stunde soll das Geld fließen. Binnen 30 Tagen muss es zurückbezahlt sein.
  2. Um langfristig gar keine Flaute im Geldbeutel mehr zu erzeugen, ist es sinnvoll, bewusst so zu kalkulieren, als wäre weniger Geld verfügbar. Finanzexperten erklären, dass der Fehler häufig daran liegt, dass mit dem günstigsten Fall gerechnet wird, dieser aber im Alltag nur selten eintritt. Tipp: Wenn eigentlich 100 Euro übrig bleiben müssten, sollten Verbraucher diese imaginäre Zahl nochmal deutlich reduzieren. Wer davon ausgeht, nur 50 Euro zur Verfügung zu haben, wird sich entsprechend anpassen. Dabei helfen Finanz-Apps, die den Überblick über Einnahmen und Ausgaben erleichtern.
  3. Unnützes darf verkauft werden! Die goldene Regel gegen Krimskrams zu Hause und zu wenig Geld im Portemonnaie lautet: All das, was mindestens eineinhalb Jahre nicht mehr verwendet wurde, darf weg. Das Ausmisten kann beim Kleiderschrank beginnen und muss bei den Küchenutensilien noch lange nicht enden. Je nachdem, welche Produktvielfalt zusammenkommt, können die Sachen online verschachert werden oder bei einem traditionellen Hausflohmarkt den Besitzer wechseln. Wer die Online-Variante wählt, kann hier nachlesen, welche Apps es gibt, um Gebrauchtes zu Geld zu machen.
  4. Wer sein Konsumverhalten einmal gründlich überdenkt, kann die eigene finanzielle Situation optimieren. Am besten funktioniert das beim Nachwuchs: Kinder brauchen nur selten ihr Spielzeug und ihre Kleidung auf – warum also nicht gute gebrauchte Produkte kaufen? Das spart Geld und ist obendrein noch deutlich nachhaltiger, als zu klein gewordene Kleidung oder nur kurz bespieltes Spielzeug einfach wegzuwerfen. Für Erwachsene gilt im Übrigen dasselbe: Es muss kein neues Fahrrad sein, wenn ein gutes Gebrauchtes denselben Zweck erfüllen kann. Mehr zum Thema Re-Commerce kann hier nachgelesen werden.
  5. Früher war der Tausch von Waren Gang und Gäbe. Und auch wenn das Grundprinzip etwas aus der Mode gekommen ist, so ist es doch eine gute Idee, um Geld zu sparen. Wer einen Apfelbaum hat, kann die Früchte selbst verzehren, aber auch den Apfelkuchen oder das Apfelmus in der Nachbarschaft anbringen. Vielleicht gibt es dort im Gegenzug etwas vom frisch gebackenen Brot. Foodsharing oder spezielle Facebook Gruppen könnten hier hilfreich sein.
  6. Verlockend erscheint das Angebot der Banken, Produkte im Ratenkauf anzubieten und dazu noch zu versprechen, dass für die Finanzierung nicht einmal Zinsen erhoben werden. Die Verbraucherzentrale rät dazu, Null-Prozent-Finanzierungen detailliert zu prüfen. Wenn Restschuldversicherungen, Kreditausfallversicherungen oder Ratenschutzversicherungen angeboten werden, lauern Gefahren. Auch zusätzliche Kosten, ein zusätzlicher Kreditrahmen, eine Ballonrate oder andere Kniffe können unterm Strich mehr kosten. Ein Ratenkauf sollte daher wohl überlegt sein und gut durchgerechnet werden.
  7. Ein Nebenjob kann für einen überschaubaren Zeitraum das Finanzloch stopfen. Häufig ereilt das Problem des finanziellen Defizits junge Familien. Fällt eine Verdienstquelle weg oder wird vorübergehend deutlich geringer, ist das noch der vorhersehbare Teil der finanziellen Einbußen. Was der Nachwuchs jedoch wirklich kostet, das wissen nur die Wenigsten im Vorfeld. Um die Differenz zwischen staatlichen Leistungen und dem ursprünglichen Verdienst zu minimieren, hilft häufig ein Nebenjob. Auch in diesem Bereich hat sich mittlerweile so einiges revolutioniert, denn ein Nebenjob muss nicht zwingend von einer Firma ausgeschrieben werden. Auch Privatpersonen suchen nach Hilfe bei Gartenarbeiten, beim Renovieren des Eigenheims oder bei anderen Tätigkeiten. Auch Heimtätigkeiten über Online Plattformen können einträglich sein! Wer hier regelmäßig nebenher arbeitet, wird nur selten eine Flaute im Portemonnaie haben.
  8. Wer sich langfristig ein zweites Standbein aufbauen möchte, der kann eine Idee kreieren, um im Internet Geld zu verdienen. Wer ein spezielles Hobby oder Schwerpunktthema hat, kann dazu einen Themenblog aufsetzen und via Affiliate-Werbung Einnahmen generieren. Auch eine eigene Preisvergleichsseite aufzusetzen, könnte Geld in die Kasse spülen. Wer selbst aktiv werden möchte, kann mit Online-Umfragen, Webseiten-Recherchen und weiteren kleinen Aufgaben im Netz Geld verdienen. Auch virtuelle Assistenten drängen immer häufiger auf den Markt und verdienen sich so ihr Geld.
Kategorien
Netzkultur und -politik

Streaming-Dienste im Vergleich

Das Fernsehen macht mit attraktiven Streaming-Diensten auf sich aufmerksam! Vielmehr werden wir Zeugen einer rasanten Entwicklung der guten alten Fernsehkultur. Video on Demand fordert die traditionellen TV-Sender zum Duell heraus. Doch was kann das neue TV aus dem Internet? Tatsache ist, dass die Anzahl der Streaming-Anbieter wächst. Aber was genau ist Video on Demand, worin unterscheiden sich die verschiedenen Dienste und wer braucht das überhaupt?

Streaming und Video on Demand – was genau ist das?

Hinter dem Begriff versteckt sich ein TV-Dienst. Dieser ermöglicht es, Filme über das Internet abzurufen und auf dem Fernseher, Notebook oder Tablet anzusehen. Bereitgestellt werden die Filme in einer Online-Videothek. Manche Dienste sind kostenlos zugänglich, die meisten verrechnen eine Gebühr. Abgerechnet wird je nach Anbieter monatlich, pro Quartal, jährlich oder pro Film.

Ich schaue dann Fernsehen, wann es mir gefällt

Die kostenlose Online Videothek von ARD/ZDF verzeichnet steigende Zugriffe. Filme und Sendungen können zu jeder Tageszeit und an jedem Wochentag gesehen werden. Schließlich müssen viele Menschen dann arbeiten, wenn am Sonntag pünktlich um 20:15 Uhr der Tatort läuft. Umgekehrt ist die Online Videothek eine tollte Sache, wenn an verregneten Tagen das TV-Programm keine sehenswerten Höhepunkte bietet. Doch das Angebot der öffentlich rechtlichen Sender ist begrenzt.

YouTube – Filme aus dem Netz

Onlinedienste wie zum Beispiel YouTube kann man als Vorreiter oder Wegbereiter der Online-Videotheken bezeichnen. Die ursprüngliche Idee war es, Videos hochzuladen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Bald schon wurden alte Filme, Serien und Reportagen hochgeladen. Doch wegen strenger Lizenz- und Filmrechten sind die Möglichkeiten auf dem kostenlosen Portal begrenzt. Genau hier liegen die Chancen entgeltlicher Streaming-Dienste.

Bedienung, Angebot, Full-HD – die Unterschiede beim Streamingdiensten sind signifikant

Eigentlich möchte man meinen, dass ein Streaming-Anbieter dem anderen gleicht. Doch das Gegenteil ist der Fall, und beschränkt sich nicht nur auf das angebotene Filmmaterial. Auch bei Qualität, Bedienung und Extras gibt es Unterschiede. Zudem versuchen die verschiedenen Streaming-Anbieter mit Eigenproduktionen, Kunden zu gewinnen und dauerhaft zu halten.

Hier gibt´s die Streaming-Anbieter im Kurzüberblick: ein Vergleich

Wer sich heute für einen Streaming-Anbieter entscheiden möchte, der sollte die Platzhirsche des boomenden Streamingmarktes kennen. Die Größten sind nicht zwangsläufig die Besten. Gute Preis bringen gleichzeitig viele andere Vorteile, doch was macht der Rest. Hier einige Streaming-Anbieter im Schnellüberblick:

  • Netflix: Niemand bietet online mehr Filme, Serien und Dokumentationen. Das alles gibt es bei Netflix zum Fixpreis. Kunden können zwischen Originalton und deutscher Synchronisation wählen. Beliebt sind die Serien aus eigener Produktion. Auch technisch überzeugt der Dienst.
  • Amazon Video: Der US-amerikanische Handelsriese will sich das lukrative Geschäft nicht entgehen lassen. Angeboten werden eine gute Auswahl an Filmen, Serien und Dokus. Herausragend ist der Preis für das Prime-Abo, das auch anderweitig Vorteile sichert. Bemängelt wird allerdings die Installationsanweisung der Video-App für das Betriebssystem Android.
  • iTunes Videothek: Qualität wird bei Apple erfahrungsgemäß großgeschrieben. Der Dienst bietet ein breites Angebot an Filmen, Serien, Dokumentationen und Reportagen. Das gilt insbesondere für aktuelle Filme. Die Preispolitik lässt eine gespaltene Meinung zu. Wegen der hohen Verfügbarkeit aktueller Filme ist der Preis attraktiv, bei Serien ist die Konkurrenz günstiger.
  • Maxdome: Hier gibt es ein überdurchschnittlich gutes Angebot an Filmen, Serien und Dokus und eine intuitiv leicht verständliche Bedienung.
  • Sky Ticket: Für gutes Geld gibt es Zugang zu exklusiven Filmen, Serien, Dokus und Sportbeiträgen. Besonders im Segment Sport verbuchte Sky zuletzt stake Zuwächse.
  • Yahoo View: Um das Angebot nutzen zu können, muss zunächst eine Ländersperre umgangen werden. Ist das erledigt, gibt es ABD-, FOX- und NBC Sendungen in englischem Originalton.
Kategorien
Essentials Icons & Fonts Netzkultur und -politik

Icons for Change – The Noun Project zeigt Flagge

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das gilt immer, aber ganz besonders, wenn es um politischen Protest geht. Das weltbekannte Noun Project bringt sich genau an dieser Stelle ein.

Kategorien
Netzkultur und -politik News

Wix.com: Neues Video outet Ferris MC als Wixer

Die Macher des Homepage-Baukastens Wix.com sind selbstbewusst. Wo andere sich schnellstens einen neuen Namen für den deutschen Markt überlegt hätten, entschieden sich die „Wixer“ dafür, in die Offensive zu gehen und selber Späße auf Kosten des eigenen Namens zu machen. Für die jüngste TV-Kampagne konnte das israelische Unternehmen den deutschen Deichkind-Rapper Ferris MC für das Bekenntnis „Ich bin ein Wixer“ gewinnen. Der Spot bleibt im Gedächtnis.

Ferris MC und seine Rollerclogs

Wix.com: Homepage-Baukasten für jedermann

Über Wix.com haben wir bei Dr. Web schon desöfteren berichtet. Wir haben uns hier und hier etwa ausführlich mit dem Homepage-Baukasten und seinem Leistungsumfang befasst. An dieser Stelle haben wir Websites vorgestellt, die mit Website-Buildern gebaut wurden. Hier zeigten wir dir die letztjährige Kampagne, die wirklich durchschlagenden Erfolg hatte und sich nicht nur zu einem viralen Hit entwickelt hatte.

Ferris MC: Wixen ist einfach geil

Nun läuft seit zwei Wochen also das jüngste Video mit Ferris MC im Web und im Fernsehen. Gedreht wurde das Filmchen wieder von True Motion, die auch für die letzte Wixer-Kampagne verantwortlich zeichneten. So überrascht die freimütige Aussage des Ferris MC, er sei ein Wixer, nicht weiter.

Noch nicht gesehen? Hier ist das Video:

https://www.youtube.com/watch?v=G4EU2malWRI

Die vorgestellte Website nebst dem promoteten Instagram-Kanal gibt es tatsächlich. Fraglich dürfte indes wohl sein, ob es sich um ein ernstgemeintes Projekt handelt. Ich gehe mal nicht davon aus, dass sich Holzclogs mit Diskoroller-Unterbau am Markt durchsetzen ließen, auch wenn es sich laut Ferris MC um den „Übershit“ handelt. Wenig überraschend ist denn auch die gesamte Kollektion als „Ausverkauft“ annonciert. Sehr prominent wird auf Website und Instagram auf Wix.com hingewiesen. Wobei es sicherlich tatsächlich Ferris MCs kreativem Geist entsprungen sein könnte, Holzclogs auf Rollen als ernsthaftes Business zu betreiben. Wem würde man das sonst zutrauen?

ferrisrollerclogs

Unabhängig von der Frage der tatsächlichen Verfügbarkeit einer Erfindung, die das Potenzial hätte, eine ganze Sportart neu zu definieren, ist das entstandene Video auf jeden Fall die 50 Sekunden Zeit wert, die es kostet, es anzusehen. Das ist echt so krass, Digger!

Kategorien
JavaScript & jQuery Netzkultur und -politik Programmierung

So blockst du AdBlocker mit Adi.JS

Viele Versuche, kostenpflichtige Webangebote zu etablieren, sind in den letzten Jahren gescheitert. Vor allem bei Informationsangeboten wie den großen Nachrichtenportalen, aber auch hier beim vergleichsweise kleinen Dr. Web wird ganz selbstverständlich vorausgesetzt, dass alle diese Informationen kostenlos zu haben sind. Dass solche Angebote dann über Werbung finanziert werden müssen, versteht sich eigentlich von selbst. Dank diversen Adblockern kann sich aber jeder dieser Werbung ganz bequem entledigen. Das hat Folgen nicht nur für Seitenbetreiber, sondern mittlerweile auch für den Seitenbesucher.

So blockst du AdBlocker mit Adi.JS

Der schlechte Ruf der Online-Werbung

Werbung hat sich in den letzten Jahrzehnten einen durchweg schlechten Ruf erarbeitet. In Zeitungen und Magazinen ist sie meist weniger störend. Im Fernsehen und als immer umfangreicher werdende Postwurfsendung wird sie aber meist negativ wahrgenommen. Dass vor allem die Online-Werbung einen besonders schlechten Ruf hat, liegt an ihren Anfängen in den 90er Jahren, die auch das Konzept der Popup-Fenster in Verruf gebracht hat.

Schnell konnten sich Adblocker in ihrer Funktion als Popup-Blocker als Plugin im Browser etablieren.  Für viele war und ist deren Einsatz seither eine Selbstverständlichkeit. Die Beliebtheit der Adblocker hat schließlich dazu geführt, dass Werbeeinnahmen weggebrochen sind und vor allem Betreiber von Nachrichtenseiten reagieren mussten. Schließlich sind laut Angaben der Seitenbetreiber mittlerweile bis zu 25 Prozent aller Besucher mit Adblockern unterwegs sein.

adblock-plus
Weit verbreitet: Adblock Plus

Aufruf gegen Adblocker

So haben namhafte Portale wie Spiegel, Zeit und Süddeutsche im Jahr 2013 dazu aufgerufen, Adblocker zumindest für die genannten Seiten auszuschalten. Der Aufruf, der einige Wochen aufrecht gehalten wurde, schien erfolgreich gewesen zu sein. Laut Angaben der Betreiber sind die Werbeeinnahmen gestiegen.

Die Kampagne gegen die Adblocker stieß allerdings auch auf viel Kritik. Schließlich sei Online-Werbung teils sehr penetrant und zudem ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Als Risiko dieser Art wurden komprimittierte Ad-Server sowie der Einsatz von Flash genannt. Flash als Standard für Online-Werbung wurde mittlerweile durch HTML5 abgelöst.

Adblock-Nutzer blockieren

bild-adblocker
Kein(e) Bild für Nutzer von Adblockern

Einen deutlichen Schritt weiter als die Kampagne aus dem Jahr 2013 ist der Springer-Verlag in diesem Jahr mit Bild.de gegangen. Hier werden Nutzer von Adblockern einfach komplett aus dem Angebot gesperrt. Die Website erkennt, wenn du mit einem Adblocker unterwegs bist und gibt einen wenig dezenten Hinweis, dass du deinen Adblocker für die Seite deaktivieren sollst.

Angeblich überlegen auch andere Anbieter wie Spiegel Online, ob sie ähnliche Techniken wie Bild.de einsetzen, um den Einsatz von Adblockern auf der Website verhindern zu können.

Mit Adi.js Adblocker blockieren

Wer selbst eine werbefinanzierte Website betreibt, kann mit dem kleinen Plugin Adi.js seinen eigenen Adblock-Blockierer integrieren. Das auf jQuery basierende Plugin platzierst du einfach zusammen mit der Datei „advertisement.js“ in deinem HTML-Dokument und rufst es auf.

adijs
Hinweis von Adi.js

Sobald ein Adblocker erkannt wird, erscheint ein Fenster, welches darüber informiert, dass ein Adblocker gefunden wurde. Text und Aussehen des Fensters kannst du über verschiedene Optionen individuell einstellen.

Die Datei „advertisment.js“ wird bei eingeschaltetem Adblocker nicht aufgerufen. Du kannst darin also JavaScript platzieren, welches nur dann ausgeführt werden soll, wenn Adblocker nicht aktiviert sind.

Natürlich ist Adi.js kein adäquater Ersatz für die bei Bild.de verwendete Technik. Schließlich setzt Adi.js JavaScript voraus, welches jeder halbwegs kundige Nutzer ausschalten kann.

Der richtige Umgang mit Werbung und Adblockern

Dass die Kampagne von Spiegel, Zeit und Süddeutsche seinerzeit durchaus kritisiert wurde und dass auch der radikale Weg von Bild.de viel Kritik einstecken muss, liegt am nach wie vor schlechten Image, welches Werbung hat. Zwar weiß jeder um die Bedeutung von Werbung für Seitenbetreiber. Aber es ist schon teils verständlich, dass Werbung nach wie vor sehr häufig als sehr penetrant empfunden wird.

Werbung, die sich über Inhalte legt, während man sie liest, ist kein besonders nutzerfreundlicher Weg, eine Nachrichtenseite zu finanzieren. Hier fallen vor allem die Werbevideos aus jüngerer Zeit auf, die sich nach dem Laden einer Seite über das komplette Browserfenster vergrößern und erst wieder verkleinert werden müssen.

Statt auf Radikallösungen zu setzen, sollte hier versucht werden, Werbung so einzusetzen, dass sie zwar auffällt – ohne geht es nicht –, dabei aber den Leser nicht beeinträchtigt.

Der Einsatz von Videos und Animationen ist legitim. Sobald man als Besucher diese Dinge erst wegklicken muss, um auf den Inhalt einer Website zugreifen zu können, wird es schwierig werden, Nutzer davon zu überzeugen, auf Adblocker zu verzichten. Und Mechanismen, die auf Zwang setzen, wie bei Bild.de, sind nie eine gute Lösung.

Der Einsatz von Adi.js sollte daher nur als Hinweis und freundliche Bitte verstanden werden. Das ist ebenso legitim, denn der AdBlocker, einmal eingesetzt, unterscheidet nicht zwischen nervigen, womöglich noch von selbst startenden Videos und dem „normalen“ Banner von Websites wie unserem guten alten Dr. Web. Den Schaden haben dann auch die, die auf derlei nervige Werbeformen verzichten gleichermaßen.

Kategorien
E-Business Netzkultur und -politik Rechtliches

JotForm schlägt Safe Harbor ein Schnippchen mit den EU Safe Forms

Wenn du das letzte Quartal nicht unter einem Stein verbracht hast, wird dir die richtungsweisende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 6. Oktober 2015 nicht entgangen sein. Höchstrichterlich wurde das 15 Jahre alte Safe-Harbor-Abkommen gekippt, dass es US-Firmen erlaubte, personenbezogene Daten europäischer Nutzer in die Vereinigten Staaten zu übertragen, dort zu verarbeiten und zu speichern. In den folgenden Wochen konkretisierte sich die Tragweite der Entscheidung dahingehend, dass es derzeit nur eine einzige, wirklich sichere Vorgehensweise für amerikanische Firmen gibt. Nämlich die, die Daten der Nutzer eben nicht in die USA zu übertragen, sondern in der EU zu belassen. Genau das bietet jetzt der Formulardienstleister JotForm seinen Kunden an.

JotForm schlägt Safe Harbor ein Schnippchen mit den EU Safe Forms

Safe Harbor: Perspektive reichlich unklar

Wenn man sich derzeit in der deutschen Anwaltschaft umhört, erhält man ziemlich viel Meinung zur Zukunft von Safe Harbor, aber ziemlich wenig Ahnung. Anwältin Nina Diercks bringt es sehr deutlich auf den Punkt, indem Sie in diesem Beitrag formuliert:

Wenn Ihnen irgendein ein Anwalt derzeit sagt, er wisse sicher (!), was Sie jetzt tun müssten, dann können Sie sicher sein, dass er zu diesem Zeitpunkt lügt. Es sei denn er sagt Ihnen, dass Sie tatsächlich schlicht alle Datenübermittlungen einstellen sollen. Hinsichtlich aller anderen Hinweise gilt: Derzeit weiß niemand nichts genaues. Auch ihr Anwalt nicht. We are sorry.

Natürlich gibt es wieder Scharen von Rechtsgelehrten, die wildeste Interpretationen, in der Juristerei als “Auslegung” bezeichnet, vom Stapel lassen und sich auf gerichtliche Schlachten epischen Ausmaßes vorbereiten. Große Unternehmen mit riesigen, im Idealfalle unterbeschäftigten Rechtsabteilungen könnten sich wohlmöglich auf so etwas einlassen. Kleinere Unternehmen, die über diese Kapazitäten nicht verfügen oder zugreifen können oder wollen, benötigen einen pragmatischeren Ansatz. Immerhin stehen Buß- und Ordnungsgelder von bis 300.000 Euro im Raum. Und wie ich die deutschen Behörden kenne, für jeden Einzelfall.

JotForms Aytekin Tank: “Kein Risiko eingehen”

Aytekin Tank, Gründer des Formular-Dienstleisters JotForm, wollte auf Nummer Sicher gehen. Und diese sichere Nummer besteht derzeit schlicht darin, die Datenübertragung in die USA in Gänze zu unterlassen. Tank hatte sich auch kurz mit der Überlegung befasst, explizite Einwilligungserklärungen aller Verwender bei jeder Formularübermittlung anzufordern, fand aber schnell, dass diese Vorgehensweise ihm seine schönen Formulare verschandele. Ganz abgesehen davon, ist durchaus nicht gesagt, dass Einwilligungserklärungen überhaupt wirksam wären, denn – verkürzt gesagt – kann man nicht auf seine Grundrechte wirksam verzichten. Wobei das genau einer dieser Punkte ist, den deutsche Rechtsgelehrte gerichtlich durchdekliniert sehen wollen.

JotForm schlägt Safe Harbor ein Schnippchen mit den EU Safe Forms

Für Tank jedenfalls war schnell klar, er musste für seine immerhin einige Hundertausend EU-Kunden eine Lösung anbieten, die eine Speicherung der Formulare und ihrer Daten in der EU ermöglicht und eine Datenübertragung in die Vereinigten Staaten ausschließt. Das ist unstreitig rechtlich einwandfrei.

Er ging also her und mietete sich in Data-Centern in Frankfurt und Nürnberg ein. Dort wurden dann dedizierte JotForm-Server aufgestellt, die ausschließlich mit Daten aus der EU beschickt werden. Auf Seiten des Dienstes JotForm selber, ließ er für eine Übergangszeit eine Möglichkeit schaffen, mit deren Hilfe Kunden aus der EU mit einem einfachen Klick auf einen prominenten Button all ihre Daten nach Europa übertragen können.

JotForm EU Safe Forms: Datenspeicherung nur in der EU

Im Verlaufe der nächsten Monate soll die Speicherung innerhalb der EU zum Standard werden und keine weitere Interaktion erfordern. Nur während der Beta-Phase des Dienstes “JotForm EU Safe Forms” können Kunden frei entscheiden, ob sie den Switch machen wollen oder nicht.

JotForm schlägt Safe Harbor ein Schnippchen mit den EU Safe Forms

Empfehlenswert ist der Schritt allemal, denn mit der Entscheidung des EuGH fehlt es derzeit vollständig an einer rechtskonformen Übertragungsmöglichkeit. Nur der Tatsache, dass Datenschutz in Deutschland Ländersache ist, ist es zu verdanken, dass es keine schnelle, einheitliche Vorgehensweise gegen Unternehmen gibt, die sich nun fortgesetzter Verstöße schuldig machen.

Wenn du also deine Formulare ohnehin schon bei JotForm hostest, solltest du ohne Zögern den Button mit der Aufschrift “Transfer my Data to Europe” klicken. Solltest du derzeit deine Formulare nicht bei JotForm hosten, empfehle ich dir auf jeden Fall zu schauen, wie dein aktueller Anbieter mit dem Problem umgeht, denn gerade über Formulare erhobene Daten sind immer und vollkommen unstreitig betroffene “personenbezogene Daten”.

JotForm schlägt Safe Harbor ein Schnippchen mit den EU Safe Forms

Wir haben uns bei Dr. Web vor etwa einem halben Jahr eingehender mit JotForm befasst. Vielleicht möchtest du mal diesen Beitrag lesen. Ich vermute, dass er dir Appetit auf einen Test des Formular-Providers machen wird.

TLDR

  • Der europäische Gerichtshof kassierte im Oktober das Safe-Harbor-Abkommen zwischen der EU und den USA.
  • Die Übertragung der Daten von EU-Bürgern in die USA ist seither unzulässig.
  • Ein neues Safe Harbor erscheint kurz- bis mittelfristig sehr unwahrscheinlich.
  • Sicher ist aktuell nur das Halten von Daten von EU-Bürgern innerhalb der EU.
  • Formular-Provider JotForm bietet genau diese sichere Vorgehensweise an.
Kategorien
Netzkultur und -politik

Sieben Todsünden: die meistgehassten Innovationen des Internets [Infografik]

Das Internet ist eine der attraktivsten technischen Innovationen unserer Zeit. Die meisten Menschen wüssten gar nicht mehr, was sie ohne das Netz anfangen sollten. Beachtenswert ist, wie viele Arbeitsplätze durch das Internet geschaffen wurden. Webdesigner und Entwickler, Profi-Blogger und Online-Journalisten leben direkt vom Internet und sind in der Mehrzahl sehr glücklich mit dieser Art der Beschäftigung. Eine Innovation jagt die nächste, viele Menschen tun alles dafür, ihre Namen in den Geschichtsbüchern zu sehen und „unsterblich“ zu werden. Manche Innovationen sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken, andere gelten mittlerweile als überholt. Doch es gibt auch die „anderen“ Innovationen, sozusagen die Black-Hat-Innovationen, die niemand haben möchte, die aber trotzdem existieren. Innovationen, die fast jeder Internet-User wie die Pest hasst, die aber niemand verhindern konnte. Heute schauen wir uns gemeinsam die meistgehassten Innovationen genauer an.

hassinnovationen-teaser_DE

Die sieben meistgehassten „Innovationen“ des Internets

Nicht nur Menschen wie Tim Berners-Lee, Mark Zuckerberg und Sergey Brin haben das Internet nachhaltig geprägt, sondern auch einige andere Menschen, deren Name nicht so bekannt ist. Wenn Sie nicht wissen, wer Dennis Toeppen oder Ethan Zuckerman ist, sind Sie dabei, es herauszufinden.

In dieser informativen und gut aufbereiteten Infografik von StudyWeb.com werden wir Ihnen die sieben meistgehassten Innovationen des Internets nahebringen und Ihnen die dazugehörigen Namen nicht verschweigen.

Die sieben meistgehassten Internet-„Innovationen“ aller Zeiten

Ein Klick auf die Grafik öffnet eine die Grafik in höherer Auflösung
Die sieben meistgehassten Innovationen des Internets

Links zum Beitrag

(dpe)

Kategorien
Netzkultur und -politik

Datendesaster-Report: Die größten Datenschutz-Flops des Jahres 2014

Unsere Welt wird jedes Jahr ein bisschen mehr von Technik beherrscht. Fielen Daten früher nur vereinzelt in Computern an, so leben wir mehr und mehr in einer Welt, wo alles smart, intelligent und vor allem vernetzt sein soll. Es begann mit den Smartphones, geht weiter mit den modernen Armbanduhren und endet im Haushalt, auf der Straße, bei der Arbeit, im Urlaub – einfach überall. Im Zuge der vielen neuen Möglichkeiten Daten zu sammeln und auszuwerten, müsste es entsprechende Gesetze geben, die uns beschützen. Leider gibt es kein gesetzliches Gegengewicht zur Sammelleidenschaft der Unternehmen. Daran wird sich wohl auch in Zukunft wenig ändern.

privacy-policy-510731_640

Daneben scheinen juristische Grundlagen für die Mitarbeiter einiger Geheimdienste schlichtweg nicht zu existieren. Selbst Telekommunikationsanbieter werden systematisch gehackt, um ihre Nutzer auszuhorchen. Wegen angeblich fehlender Beweise wird nicht einmal Strafanzeige gestellt. Das ist das Ende vom Lied? Im Gegenteil: Big Data eröffnet den Agenten Möglichkeiten, auf die selbst der Autor von 1984 nicht gekommen wäre. Die Datenmenge des digitalen Universums steigt allerdings kontinuierlich weiter an. 2020 soll es nach ersten Einschätzungen ein Datenvolumen von 40 Zettabyte geben, das meiste davon kann noch nicht bearbeitet werden. Die NSA erbaut ständig neue gigantische Datenzentren, um derartige Massen auf Knopfdruck in den Griff zu kriegen.

datacenter-286386_640 (1)

Schauen wir mit mehr als einem leichten Kopfschütteln zurück auf die größten Datendesaster des Jahres 2014.

NSA: Datenschutzbeauftragte eingestellt

Bereits im September 2013 hatte Präsident Obama angekündigt, der militärische Geheimdienst NSA müsse mehr für seine Transparenz und seinen Ruf tun. Bei geschätzten 40.000 Mitarbeitern zuzüglich zu allen Freien und bei Fremdfirmen beschäftigten Personen wurde im Februar des Vorjahres erstmals eine einzelne Datenschutzbeauftragte eingestellt. Rebecca Richards kommt vom Ministerium für Inlandsicherheit und gilt ohne Frage als Expertin ihres Fachs. Die in kurzen Abständen veröffentlichten Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden, früher selbst im Auftrag der NSA tätig, haben das Vertrauen der US-Bürger in ihren militärischen Geheimdienst nachhaltig gestört. Obama glaubt, er könne durch diese Personalentscheidung das Vertrauen wieder herstellen. Es bleibt allerdings nebulös, wie es einer einzelnen Person gelingen soll, die Strategie einer derart großen Organisation zu beeinflussen. Zumindest gibt es dort jetzt jemanden, der sich offiziell um die Einhaltung der Bürgerrechte und den Datenschutz kümmert. Das war davor nicht der Fall.

gloves-415390_1280

Safe Harbor – viel Wind um nichts

Das Thema Safe Harbor hat im Vorjahr diverse Politiker aus ganz Europa beschäftigt. Mitte Januar forderten Abgeordnete des EU-Parlaments aus wirklich allen Reihen, dass das Datenschutzabkommen Safe Harbor mit den USA ausgesetzt werden soll. Kritisiert wurde nicht nur die massenhafte Überwachung unserer Bürger durch US-Geheimdienste, wie die Dokumente von Edward Snowden immer wieder belegen. Die EU-Parlamentarier forderten auch mehr Transparenz von den US-Konzernen, die mehrfach bei der Schnüffelei ihrer Geheimdienste behilflich waren. Gegen Bezahlung, versteht sich.

Bei der Forderung blieb es dann auch. Im Oktober wurde eine Ankündigung des Stopps wiederholt, diesmal von Andrus Ansip, dem Vizepräsidenten der EU-Kommission.

digital-388075_640

Ein Arbeitspapier für 2015 veröffentlichen nicht etwa die Politiker selbst, die ja für mehr Transparenz eintreten solange es um Dritte geht. Das Programm für 2015 publizierte die internationale Vereinigung von Bürgerrechtsorganisationen EDRi. Die Pläne zeigen, dieses Jahr könnte spannend werden, weil sich die EU-Politiker endgültig auf eine gemeinsame Reform des Datenschutzes einigen wollen. Bleibt abzuwarten, ob es auf Dauer mal wieder bei der reinen Absichtserklärung bleibt.

Zur Erklärung: Safe Harbor (engl. „Sicherer Hafen“) ist eine Entscheidung der Europäischen Kommission. Die US-Firmen, die diesem Pakt beitreten, dürfen auch personenbezogene Daten von EU-Bürgern in die USA übermitteln, um sie dort auszuwerten. Als Facebook-Kritiker Max Schrems von der irischen Datenschutzbehörde die Kriterien der Datenweitergabe prüfen lassen wollte, teilten diese mit, sie wollen lieber gar nichts tun. Man habe die eigene Aufsichtspflicht bereits im vollen Umfang erfüllt und sei zur Auffassung gelangt, dass alles rechtens sei. Als Grund gab man unter anderem an, im Abkommen, welches im Jahr 2000 unterzeichnet wurde, wurde der Begriff „nationale Sicherheit“ verwendet. Auch Snowdens Prism-Enthüllungen würden daran nichts ändern, gab man zur Antwort.

Das Vorgehen der irischen Datenschutzkommission in Portarlington kann man leicht nachvollziehen, wenn man sich die Gegebenheiten genauer anschaut.

Pro Jahr werden dort rund 40.000 Anträge eingereicht, die ganze 22 Mitarbeiter beantworten sollen. Das winzige Büro wurde mitten in der Pampas neben einem Lebensmittelgeschäft untergebracht. Offenbar gibt es dort nicht einmal einen Juristen.

Irische_Datenschutzbehoerde
Bildquelle: Google Street View

Facebook & WhatsApp oder die Fusion zweier Datenkraken

Im Februar 2014 wurde die Verschmelzung zweier Unternehmen mit einer ausgeprägten Sammelleidenschaft vollzogen. Facebook holte sich mit dem Deal den Erzrivalen WhatsApp ins Boot. Mark Zuckerberg wollte damit alle inaktiven Jugendlichen wieder zu seinen eigenen Diensten zurückholen. Facebook gilt bei den jüngeren Anwendern zunehmend als uncool, weil sich dort ihre Eltern und diverse Silver-Surfer tummeln. Zuckerberg war die Fusion insgesamt 19 Milliarden Dollar wert, obwohl die übernommene Softwareschmiede in fünf Jahren nur eine einzige App entwickelt hat.

whatsapplanding

Ehrlich gesagt, hatte die Übernahme auch Vorteile, so hat sich bei der plattformübergreifenden Nachrichten-App seit Februar 2014 viel in Sachen IT-Sicherheit getan. Vor der Fusion war WhatsApp mehrfach negativ aufgefallen, weil man bekannte Sicherheitslücken einfach nicht geschlossen hat. Das wird sich unter der Führung von Facebook wahrscheinlich nicht wiederholen.

Europäischer Gerichtshof kassierte Vorratsdatenspeicherung ein

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat im April 2014 die Vorratsdatenspeicherung in der jetzigen Fassung für ungültig erklärt. Der Eingriff der Richtlinie in die Grundrechte und der Privatsphäre der Bürger sei nicht mit geltendem Recht vereinbar. Dennoch gibt es sie noch immer in Frankreich und in zahlreichen anderen EU-Staaten.

clause-67401_640

Die Vorhaltung der französischen Verkehrsdaten für 12 Monate konnte leider nicht den kürzlich verübten Anschlag in Paris verhindern. Leider hält das aktuell kaum jemanden in der Bundesregierung davon ab, lautstark eine Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung zu fordern. Man wird sehen, wann die EU eine neue Richtline erlässt, die auch von den obersten Richtern akzeptiert wird. Spannend bleibt auch die Frage, ob man in Berlin wirklich so lange warten will. Momentan sieht es nicht danach aus.

Heartbleed & Poodle: Verschlüsselung geknackt

Bislang glaubten viele, solange man das Schloss-Symbol im Browser sieht, ist man aufgrund der verschlüsselten Verbindung sicher. Im Laufe des letzten Jahres wurden gleich zwei schwerwiegende Probleme bekannt, mit denen man verschlüsselte Verbindungen aushebeln konnte, um die Surfer abzuhören. So war es sowohl Cyberkriminellen als auch den Geheimdiensten möglich, jeden Tastendruck bei der Eingabe der Kreditkarte, beim Online-Banking oder Shopping im Web zu beobachten. Auch wenn Heartbleed und Poodle gefixt wurden, im Internet ist man niemals sicher. Selbst dann nicht, wenn man eine verschlüsselte Verbindung nutzt. Es dürfte noch ein wenig dauern, bis die Konsumenten der Technologie wieder völlig vertrauen. Das kann man immerhin als einen Vorteil der beiden Lücken ansehen. Eine gesunde Portion Misstrauen hat beim Umgang mit sensiblen Daten noch nie geschadet.

heartbleed

TrueCrypt verschwindet mit einem lauten Knall

Aus und vorbei, die Verschlüsselungssoftware Truecrypt gibt es nicht mehr. Im Mai wurde auf der Webseite des Projekts eine schwer nachvollziehbare Mitteilung an die Nutzer ausgegeben. Truecrypt sei plötzlich nicht mehr sicher, heißt es dort. Stattdessen wird einem empfohlen, die Software eines Unternehmens zu nutzen, welches nachweislich mehrfach mit den Geheimdiensten kooperiert hat.

Worum geht es? Mit TrueCypt kann man ganze Festplatten oder einzelne Partitionen verschlüsseln oder einen unsichtbaren Teilbereich einrichten, in dem Daten versteckt werden können. Die Verschwörungstheoretiker kamen gar nicht mehr zur Ruhe. Die in der Ankündigung erwähnte Sicherheitslücke wurde niemals festgestellt.

truecrypt

Für die Warnung der Entwickler gibt es keinen nachvollziehbaren Grund. Am wahrscheinlichsten ist es aber, dass die Autoren von TrueCrypt einen sogenannten National Security Letter erhalten haben. Den Geheimdiensten war das Programm TrueCrypt schon seit langer Zeit ein Dorn im Auge. Wer ein ausreichend kompliziertes und langes Passwort auswählt, kann sicher sein, dass seine Daten privat bleiben.

Eine Regierungsbehörde oder das FBI könnten die Projektmitarbeiter durch den National Security Letter zu absolutem Stillschweigen verpflichtet haben. Das würde zumindest erklären, warum in der Abschiedserklärung ausgerechnet BitLocker von Microsoft angepriesen wird, wo der Konzern doch häufiger in der Kritik stand, gegen Bezahlung mit der NSA oder anderen Geheimdiensten kooperiert zu haben.

Wer dem Braten nicht traut, kann die letzte funktionierende Version von Truecrypt.ch oder beispielsweise die Weiterentwicklung VeraCrypt verwenden, die zumindest teilweise mit dem Vorgänger kompatibel ist.

Neue Herausforderung für den Datenschutz: das „Connected Car“

Autos werden in steigendem Maße Daten über sich selbst und ihre Passagiere erzeugen, um diese mit externen Systemen auszutauschen. Unter dem Stichwort „Connected Car“ werden Fahrzeuge entwickelt, die sich mit dem Internet verbinden können. Es wird sich dabei um gewaltige Datenmengen handeln, an denen nicht nur PR-Agenturen und Marktforscher, sondern auch diverse Behörden interessiert sind. Die Informationen sind sehr detailliert. Wer Gewalt über die Daten der smarten PKWs hat, der weiß Bescheid über erreichte Geschwindigkeiten, das Brems- und Fahrverhalten des Fahrers, alle Routen und viele weitere Angaben. Über Begehrlichkeiten derartiger Daten berichtete Kollege Dieter Petereit schon im Jahr 2011, als der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom die erreichten Geschwindigkeiten und Routen seiner Nutzer an die dortige Polizei verkauft hatte.

vehicleswithcircleshighway-660
Bildquelle: U.S. Verkehrsministerium

Die modernen internetfähigen Fahrzeuge würden den Ermittlern aber weitaus mehr bieten. So könnten sie auch in Erfahrung bringen, welche Musik-CDs aufgelegt oder Radiosender sich der Nutzer angehört hat. Auch die Abfrage des kompletten Bewegungsprofils seit Kauf des Fahrzeugs wäre kein Problem mehr. Im August 2014 kündigte Bundesjustizminister Heiko Maas an, er wolle die Fahrzeughersteller als Nutznießer der ungelösten Problematik endlich in die Pflicht nehmen. Ein gläserner Autofahrer sei vom Gesetzgeber nicht gewollt. Passiert ist bislang aber noch nichts.

Google erweitert ständig seine Geschäftsfelder

Ein leidenschaftlicher Vertreter unter den Datensammlern ist auch Google. Schon im Juni 2014 gründete das Unternehmen die OAA (Open Automotive Alliance). Deren Ziel ist es, gemeinsam mit führenden Herstellern von Fahrzeugen, Entertainment-Systemen und sonstiger Hardware eigene Android-Plattformen für Automobile zu entwickeln. Mitglieder sind neben Alpine, Clarion, LG, Fujitsu, Nvidia, Panasonic und Pioneer auch das Who is Who der Autobranche.

Android_Auto

Schon seit Jahren besitzt Google eine enorme Marktmacht im Smartphone-Bereich, wo eine ähnliche Firmenallianz am Anfang stand. Doch Google drang auch in den Heimbereich ein. Seit der Übernahme von Nest Labs sammelt Google Daten auch direkt in privaten Haushalten. Mit den Geräten von Nest können die Daten von vernetzten Thermostaten und Rauchmeldern abgezapft werden. Das nächste Ziel in greifbarer Nähe sind dann intelligente PKWs, die ebenfalls ständig online sind.

Man denke nur daran wie genau man jemanden beobachten könnte, würde man die gesammelten Informationen aller Geschäftsbereiche von Google miteinander verknüpfen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Google stellt Chrome zur Verfügung, einen der drei großen Browser. Dazu kommt ein weitverzweigtes Werbenetz, Google Analytics, die Suchmaschine und last, but not least die Informationen, die auf allen Android-Geräten eingesammelt werden.

Facebook: Gesichtserkennung perfektioniert

Facebook hat eine eigene Software zur Erkennung seiner Nutzer entwickelt, die den menschlichen Fähigkeiten in nichts nachsteht. Diese wurde im Juni auf einer Fachkonferenz vorgestellt. DeepFace identifiziert Facebook-Nutzer anhand ihrer biometrischen Daten mit einer Genauigkeit von über 97 Prozent. Bisher haben ungünstige Winkel oder schlechte Lichtverhältnisse verhindert, dass Algorithmen Personen eindeutig zuordnen konnten. Die Problematik wird nun mithilfe eines 3D-Modells des Gesichts gelöst. Damit ist die Gesichtserkennung jetzt so effektiv wie die eines Menschen. In Europa hatte Facebook die automatische Gesichtserkennung in Bildern nach der Kritik von Datenschützern vorerst aufgegeben, unter anderem in den USA ist sie weiter verfügbar.

cat-606532_640

Unser Desaster-Report kommt damit zum Ende, obwohl man die Reihe der Ereignisse noch ewig fortsetzen könnte. Hier beim Datenschutz-Blog gibt es eine schöne Übersicht, was wann im Detail passiert ist. Dort kann man das Jahr in allen widerlichen Details Revue passieren lassen.

Ihr Highlight beziehungsweise Tiefpunkt von 2014 hat in unserem Bericht gefehlt? Her damit! Über einen Kommentar inklusive Link würden wir uns freuen.

(dpe)