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SEO Rulez: Erkenntnisse aus der Nischenseitenchallenge 2014

Neue Website, rund drei Monate Zeit, maximaler Profit – das umreißt die Nischenseitenchallenge 2014. Mehr als 100 Online-Marketer und solche, die es werden woll(t)en, stürzten sich am 3. März in diesen Wettkampf. Die meisten scheiterten, doch einige verdienten Geld. Es waren vor allem die SEO-Profis. Und die verrieten, wie sie es gemacht hatten. Die erfolgreichen How-to-Strategien werden hier analysiert.

Symbolbild: SEO-Erkenntnisse

Was war die Nischenseitenchallenge 2014? Und was ist eine Nischenseite?

Die Nischenseitenchallenge (kurz NSC) war ein Online-Marketing-Wettkampf, bei dem es darum ging, eine neue Website aufzubauen und daraus möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften. Eine Nischenwebsite definierte sich dabei als eine Internetseite, die auf ein Nischenthema ausgerichtet ist und (meist als Affiliate-Seite) möglichst viel passives Einkommen generieren soll.

Das heißt: In dieser Art von Seiten steckt am Anfang viel Arbeit (Keywordrecherche, Architektur, Content-Erstellung, Aufsetzen, SEO, Monetarisierungsmaßnahmen etc.) und später soll sie mit möglichst wenig Aufwand als Einkommensquelle weiter betrieben werden können. Diese Definition schließt mit ein, dass kein großer fortlaufender Marketing-Arbeitsaufwand betrieben werden muss, um Traffic auf die Seite zu locken. Nur mit menschlichen Besuchern, lässt sich aber Geld verdienen. Daher liegt der Schlüssel zur (Teil-)Passivität in guten Rankings bei Google – also SEO.

Die Besonderheit an der Nischenseitenchallenge war, dass die Teilnehmer in wöchentlichen Reports ihre Maßnahmen und Fortschritte dokumentieren und veröffentlichen sollten. Dadurch wurden der Lerneffekt und der Austausch funktionierender Strategien gefördert.

Initiiert wurde die Nischenseitenchallenge 2014 vom Blogger Peer Wandiger, der mit seiner Seite www.selbstaendig-im-netz.de einer der erfolgreichsten Blogger im deutschsprachigen Raum ist und selbst erfolgreich mehrere Nischenseiten betreibt.

SEO trennte die sprichwörtliche Spreu vom Weizen

Von den mehr als 100 Teilnehmern am Anfang hielt nur ein Bruchteil die gesamte Challenge-Dauer von 13 Wochen durch. Das lag teils daran, dass vor allem Neulinge den Arbeitsaufwand unterschätzten und/oder sie aufgrund mangelnden Erfolgs im Google-Ranking einfach aufgaben. Was sich ganz eindeutig zeigte: Die Profis bauten vielversprechende Seiten, erreichten eher ihre Ziele und nahmen mit ihren neuen Websites Geld ein.

Das Hauptproblem bzw. das Thema, was für die meisten Teilnehmer zum gordischen Knoten wurde, war die Suchmaschinenoptimierung. Während man einigen Teilnehmern durch die wöchentlichen Reports über die sprichwörtliche Schulter sehen konnte, wie ihre Seiten immer mehr gute Rankings erzielten und auch das Konto langsam voller wurde, tat sich bei vielen gar nichts.

Wie ging die NSC aus?

Die Nischenseitenchallenge war nicht als direkter Wettkampf mit einem Sieger zu sehen, aber die Zahlen der erfolgreichen Teilnehmer waren beeindruckend. Die profitabelste Seite nahm mehr als 3.000 Euro allein im Monat Mai (also nur 2 Monate nachdem sie online ging!) ein, andere Profis schafften nach dieser kurzen Zeit hohe zwei- oder niedrige bis mittlere dreistellige Monatseinnahmen. Bei der Vorgehensweise der Profis gab es viele Parallelen, aber auch unterschiedliche Strategien. Man könnte diese in zwei Schulen einteilen: Eine eher contentlastige Methode (braucht mehr Zeit) und eine sehr linklastige Methode (braucht mehr Geld).

Obwohl dies auf den ersten Blick relativ unterschiedlich aussieht, so bestehen auf den zweiten Blick (und vor allem dann, wenn man sich nur die erfolgreichen Teilnehmer ansieht) große Parallelen. Darstellen möchte ich das an den Seiten von Challenge-Initiator Peer Wandiger (dreistellige Einnahmen durch eine Nischenseite über das Thema Werkzeugkoffer) und anhand der Strategie von Simon Schmid, der in einem Monat mehr als 3.000 Euro mit einer Website über Girokonten einnahm.

SEO-Erfolgsfaktor 1: Content

Content is King: Das hat sich vermutlich bereits überall herumgesprochen. Für den NSC-Initiator Peer Wandiger hat diese Online-Marketing-Weisheit große Bedeutung und er nimmt sie auch besonders ernst. Er verfasst seine Texte selbst, legt dabei Wert auf Recherche und bemüht sich, originelle und einzigartige Inhalte zu erstellen (z.B. durch Interviews etc.).

Screenshot: Girokonto-Seite
Screenshot: Girokonto-Seite

Auf den ersten Blick müsste man vermuten, dass diese Wertschätzung des Contents bei Simon Schmid so überhaupt nicht vorhanden ist. Er selbst sagt in seinem Rankboost-Blog über seine erfolgreichen Seiten: „Diese Seiten haben keinen besonderen Content, sondern ranken nur wegen dieser starken PR-Backlinks.“ Mit PR ist Pagerank gemeint. Simon Schmid meint damit aber nicht mehr den PR selbst, sondern das, wofür er früher einmal stand, als dieser noch Ranking-Kriterium war: starke Seiten mit viel Linkpower.

Wenn der Rankboost-Blogger das sagt, wieso „unterstelle“ ich ihm dann, dennoch Wert auf Content zu legen? Sieht man sich Simons Nischenseiten an, so zeigt sich:

  • 1. Alle Unterseiten seiner Nischenwebsite haben viel Content. Dieser mag für den Menschen nicht besonders hochwertig und informativ (nicht einmal an ihn adressiert) sein, aber er ist da. D.h.: Simon weiß genau, dass es ihn braucht. Zumindest in einer quantitav relevanten Größe.
  • 2. Der Content von Simon ist optimiert. Simon steckt zwar nicht allzu große Mühen in die Optimierung, er weiß aber genau, wie er ihn aufbauen muss, damit er nicht zur suchmaschinentechnischen Stolperfalle wird.

Was er wirklich nicht macht: Der lange Text – zumindest auf der Nischenseite für die NSC – ist ganz eindeutig nicht für den Menschen verfasst.

SEO-Erfolgsfaktor Nummer 2: Onpage-Optimierung

Hier sind sich beide „Schulen“ offenkundig einig: Onpage-Optimierung ist auch abseits des Textinhalts absolut wichtig. Hier darf nichts dem Zufall überlassen werden. Der Suchmaschine muss eindeutig mitgeteilt werden, um welches Thema es auf der Website geht. Seitentitel, Urls, Überschriften, Metadescription (diese ist für die Klickrate in den SERPs auch bei Simon Schmid für den Menschen ansprechend), Sitemap, Alt-Attribute, Page-Speed etc. wurden von allen erfolgreichen Nischenseiten-Teilnehmern optimiert.

Einen Link zu einem Beitrag aus unserem Dr.Web-Archiv über Onpage-Optimierungsmaßnahmen und wie Sie diese umsetzen, finden Sie am Ende des Beitrags.

SEO-Erfolgsfaktor Nummer 3: Professionelles Linkbuilding

In diesem Bereich gehen die Meinungen auf den ersten Blick – ähnlich wie beim Content – auseinander. Während Peer Wandiger als Vertreter der „contentlastigen Schule“ erklärte, die Hauptarbeit in die Contentaufbereitung und die Optimierung der Seite zu stecken, investierte Simon Schmid Hunderte Euro in ein privates Seitennetzwerk mit viel Linkpower.

Beide landeten unter ihren anvisierten Hauptkeywords auf Seite 1. Simon Schmid relativ schnell (ein paar Wochen), bei Peer Wandiger dauerte es etwas länger. Soweit zu den tatsächlichen Unterschieden.

Wieso beharre ich in meiner Analyse darauf, dass die Unterschiede nur auf den sprichwörtlichen „ersten Blick“ so groß sind? Fakt ist: Die Herangehensweisen dieser beiden erfolgreichen Challenge-Teilnehmer sind wirklich unterschiedlich – vor allem im Linkbuilding. Aber: Sieht man sich die Backlinks der Werkzeugkoffer-Seite an (laut ahrefs 544 Links), zeigt sich eindeutig, dass diese erheblich zum Erfolg beitragen.

Um eines ganz klar festzustellen: Peer Wandiger lügt keinesfalls, wenn er im Dr.-Web-Interview auf die Frage nach seinen SEO-Erkenntnissen aus der NSC antwortet: „SEO ist zwar nicht mein Schwerpunkt, aber für mich wurden vor allem 2 Dinge diesbezüglich wieder klar:

  • 1. Content ist auch bei Nischenwebsites sehr wichtig und als Teil der Onpage-Suchmaschinenoptimierung essentiell.
  • 2. Ganz ohne Backlinks geht es nicht, aber man muss hier keinesfalls viel Geld oder Zeit in Backlinks investieren. Ich habe die grundsätzlichen und von Google erlaubten Dinge bzgl. der Suchmaschinenoptimierung gemacht. Mehr nicht.“
Screenshot: Werkzeugkoffer-Seite
Screenshot: Werkzeugkoffer-Seite

Allerdings gilt es zwei entscheidende Faktoren zu beachten: 1. Der NSC-Initiator besitzt und kennt als Profi ein Portfolio an Seiten und weiß, wie er mit wenig Aufwand ein paar effektive Backlinks setzt (auch wenn er dabei kein Geld und deutlich weniger Arbeitsaufwand als Simon Schmid hineinsteckt) und 2. Peer Wandiger ist als sehr erfolgreicher Blogger (die selbstaendig-im-netz-Seite hat rund 170.000 Besucher pro Monat) automatisch im Fokus vieler Beobachter und seine Seite generiert allein durch diese Popularität einige Backlinks.

Fazit: Und wo bleibt das große Geheimnis?

Viele treue Dr-Web-Leser werden sich jetzt denken: „Was? Das soll es gewesen sein? Content, Onpage und Linkbuilding als „neue“ Erkenntnisse? Die Zeit diesen Artikel zu lesen, hätte ich mir auch sparen können. Da kam nichts Neues heraus…“ Ganz ehrlich: Wahrscheinlich würde es mir auch so ergehen.

So leid es mir tut und so hart das Fazit sein mag: Aber betrachtet man die Gruppe an NSC-Teilnehmern als Case-Study, so muss man (oder zumindest ich) zu diesem simplen Ergebnis kommen. NSC-Initiator Peer Wandiger schlussfolgerte als Unterschied zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Websites der Challenge: „Als erfahrener Hase hat man sicher mehrere Vorteile. Man hat Erfahrungen beim Schreiben von Texten, kennt sich auch mit der Technik recht gut aus. Manche Einsteiger haben ja schon große Probleme bei der Installation von WordPress, eines Themes oder von Plugins gehabt. Zudem ist es natürlich auch von Vorteil, wenn man weiß, auf welche Dinge man sich konzentrieren muss. Einsteiger fehlt ja meist nicht nur das Know How und die Erfahrung, sondern sie wissen auch nicht, wo sie anfangen sollen und was wichtig ist. Wenn man bereits ein paar Websites hat, auf denen man einen Link platzieren kann, schadet das zudem ebenfalls nicht.“

Was heißt das nun für die Arbeit im Internet?

  • 1. Eine erfolgreiche Website ist eindeutig mit Aufwand verbunden.
  • 2. Professionelles Know-How und die Möglichkeiten professionell zu agieren, muss man sich einkaufen oder erst erarbeiten.

Das sollten vor allem Unternehmer bedenken, die nicht nur eine teure – dafür nutzlose – Visitenkarte im Netz haben wollen, sondern diese als Marketinginstrument zur Kundengewinnung nutzen wollen.

Als Fazit bleibt damit übrig: DER neue SEO-Weg ist entweder gar nicht da, nicht nötig oder er besteht zumindest nicht in einer „revolutionierenden“ Abkürzung. Jeder erfolgreiche Weg – egal, ob der contentlastigere von Peer Wandiger oder das eingekaufte und selbstgebastelte Linknetzwerk von Simon Schmid – ist mit einer „Lehrzeit“, Arbeits- und mehr oder weniger Geldaufwand verbunden.

Nützliche Links zum Beitrag

Nischenseiten-Guide: Die Website zur NSC 2014-07-15

SiN: Peer Wandigers stellt in Wochenreports seine Herangehensweise vor

Rankboost: Simon Schmids erklärt in seinen Wochenreports, wie er sein starkes Linknetzwerk aufgebaut hat

Onpage-Optimierung-Basics auf Dr. Web

(dpe)

 

Von Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

3 Antworten auf „SEO Rulez: Erkenntnisse aus der Nischenseitenchallenge 2014“

Hallo Marco, hallo Stefan,
freut mich,dass euch der Beitrag gut gefällt. Ich bin auch der Meinung, man muss selbst einiges ausprobieren und lesen, um zu wissen, was funktioniert und was nicht. Wenn man dann Erfahrung hat, kann man diese immer wieder einsetzen und einiges erreichen. Gruß, Manuel

Hallo Manuel,

der Artikel bringt das auf den Punkt was wenige aussprechen. SEO ist kein Hexenwerk! – Zumindest in nicht hart umkämpften Märkten. Wie so oft führt hier Learning by doing zum Erfolg und das macht es für viel schwer und nicht greifbar, da der Erfolg meist erst mit steigender Lernkurve kommt und das braucht Zeit.

Ich hab die NSC leider nicht verfolgen können aber der Artikel fasst es ganz gut zusammen, danke.

Ich finde es gut das hier mal zur Sprache kommt das SEO kein Geheimnis mehr ist wie viele denken. Es gehört einfach ein bisschen Technik Know How dazu und so viel mehr ist es nicht.

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