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osCommerce verbessert: xt:Commerce

xt:Commerce ist eine Abspaltung des bekannten OpenSource-Shops osCommerce. Shop-Betreiber müssen mit dem Abkömmling nicht mehr als Einzelkämpfer leben. Dr. Web stellt die neuen Funktionen der Software vor. xt:Commerce ist einer der zahlreichen Forks (Abspaltung…

xt:Commerce ist eine Abspaltung des bekannten OpenSource-Shops osCommerce. Shop-Betreiber müssen mit dem Abkömmling nicht mehr als Einzelkämpfer leben. Dr. Web stellt die neuen Funktionen der Software vor.

xt:Commerce ist einer der zahlreichen Forks (Abspaltung in der Entwicklungslinie) des freien OpenSource-Shopsytems osCommerce. Der hamburger Hersteller vertreibt sein Produkt weiterhin als freie Software unter der GNU General Public License. xt:Commerce kommt seit Mitte Oktober 2006 auch für den Dr. Web Shop zum Einsatz.

Unterscheidungsmerkmale
Als Abkömmling von osCommerce bietet xt:Commerce vieles, was das „Original“ auch zu bieten hat, beispielsweise die Zahlungsmodule. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale: xt:Commerce ist nach Angaben des Herstellers speziell an den EU-Binnenhandel angepasst. Zum Beispiel bietet die Software einen Konfigurationsdialog zur Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Optional können auch Produkte mit FSK18-Freigabe automatisch markiert werden. Shop-Betreiber können bei Verkäufen an Händler auf die Berechnung der Mehrwertsteuer verzichten. Im Frontend tut nun mit Smarty eine Template-Engine ihren Dienst, was Layout- und Design-Anpassungen gegenüber osCommerce stark vereinfacht. Einer der größten Mängel von osCommerce ist damit Vergangenheit.

Leider sind die zahlreichen osCommerce-Module nicht direkt kompatibel zu xt:Commerce. Die Quelloffenheit beider Systeme und die nicht allzu großen Unterschiede ermöglichen es immerhin, mit einigen Änderungen die ursprünglichen Module in xt:Commerce zu nutzen.

Backend
Im Vergleich zum Admin-Bereich von osCommerce wurde das Backend überarbeitet und ist nun „deutscher“. Einige Konfigurationsoptionen sind aber weiterhin englisch. Wer nicht weiß, dass „asc“ die Abkürzung für „ascending“ ist und „aufsteigend“ (sortieren) bedeutet, muss Zeit für einen Blick ins Wörterbuch investieren. Die Navigation im Backend ist anders aufgebaut als bei osCommerce – sie ist aber dadurch nicht wesentlich verbessert worden, weil die meisten Links zu Konfigurationsdialogen nun immer sichtbar sind. Im Vergleich zu osCommerce ist die Navigation etwas unübersichtlicher geworden.

Screenshot
Frontend

Besonders interessant ist dagegen die Möglichkeit, Benutzer- und Kundengruppen anzulegen und für Mitarbeiter Rechte einzuschränken. Die Möglichkeit, Administrationsaufgaben des Shops teilweise delegieren zu können, ist ein ganz großes Plus. Der Dialog ist etwas verwirrend im Bereich „Kunden“ zu finden.

xt:Commerce beinhaltet in der Standardversion einen einfachen Content-Manager. Mit ihm ist es möglich, die üblichen statischen Inhalte wie „Über uns“, AGB und weitere Seiten in den Shop zu integrieren. Der Funktionsumfang kann zwar nicht mit dem „ausgewachsener“ Content-Management-Systeme mithalten, reicht für einfache Seiten allerdings völlig aus.

Außerdem bietet xt:Commerce Funktionen, die es in osCommerce nur als Modul oder überhaupt nicht gibt, beispielsweise den Export von Produktdaten zu den Preissuchmaschinen von Golem.de und PreisTrend.de oder die Schnittstelle zur Auktionsabwicklung Afterbuy.

osCommerce-Nutzer können einfach zu xt:Commerce wechseln. Im Supportforum steht ein Programm zum Download bereit, dass die Konvertierung der meisten Daten ermöglicht. Es stammt allerdings nicht vom xt:Commerce-Hersteller.

Screenshot
Backend

Junges Geschäftsmodell
Die „Winger & Zanier xt:Commerce GbR“ verfolgt ein klassisches OpenSource-Entwicklungsmodell. Shop-Betreiber, die xt:Commerce nutzen wollen, müssen „Sponsor“ werden. Sie erhalten für knapp 100 EUR den Quellcode und direkte Unterstützung beim Betrieb oder Anpassen der Software. Darüber hinaus erhalten Sponsoren Vergünstigungen bei ausgewählten Partnern, zum Beispiel bei Herstellern von kaufmännischer Software. Das Support-Forum ist mit knapp über 92.000 Beiträgen für eine Projekt-Abspaltung durchaus gut besucht. Eine Problemlösung gibt es aber nicht immer.

Fazit
xt:Commerce bietet einen erheblich größeren Funktionsumfang als der Urahn osCommerce und behebt auch viele seiner Mängel und Fehler. Allerdings ist xt:Commerce auch nicht bar jeden Makels. Weiterhin trüben teils veralteter Quellcode, schlampige Emailtexte (die an Kunden verschickt werden sollen) und Tippfehler im Backend das Bild, ebenso wie englische Begriffe im Admin-Bereich, obwohl die Sprache auf deutsch gestellt ist. Hier sollte der Hersteller mehr Sorgfalt walten lassen.

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Erstveröffentlichung 05.07.2005

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