Ambigramme mit Photoshop

Heute wird es esoterisch. Ambi, dass bedeutet „allseitig“ – wie das YinYang-Symbol. Es sind perfekt-symmetrische Schriftzüge, die gedreht oder gespiegelt das gleiche Bild ergeben. Sie stehen für die perfekte Symmetrie oder gar für Zeichen voller Wunder. Dieser Artikel zeigt eine Technik zum Thema und führt zum eigenen einfachen Ambigramm.

Zeichen voller Wunder

»Der Leichnam sah grauenhaft aus. Der tote Leonardo lag splitternackt auf dem Boden. Langdon kämpfte gegen die aufsteigende Übelkeit, während er sich dem Toten näherte. Das Symbol aus verbranntem Fleisch war vollendet geformt und besaß nicht den kleinsten Makel.« So steht es in Illuminati, dem Bestseller von Dan Brown. Das Symbol, das der Held dieser Geschichte so bewundert, ist ein Ambigramm.

Der Test

Wer den Kopf etwas dreht, sieht den Effekt. Noch schöner: Das Bild wird kopiert und in Photoshop geöffnet. Über »Bild ↔ Bilddrehung« kann die Arbeitsfläche um 180 Grad gedreht werden. Es passiert natürlich nichts. Es sollte ja auch nichts zu sehen sein, da Ambigramme symmetrisch sind. Ein wahrer Künstler dieser „Inversions“ ist übrigens Scott Kim, der auf seiner Website zahlreiche Beispiele zeigt.

Weitere Beispiele

Wer noch mehr Ambigramme sehen möchte (und dann aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt), der surft zu JohnLangdon. Auf der Website findet man nicht nur alle Ambigramme aus dem Illuminati-Buch, sondern auch Beispiele zu Logos und weitere Kunstwerke zum Thema.

Die Grundlage

Um jetzt mit Hilfe von Photoshop ein Ambigramm zu erstellen, bedarf es nur weniger Werkzeuge. Der Trick ist vielmehr, dass zum Anfang eine „verschnörkelte“ Schriftart und ein kurzes Wort genutzt werden. Alles andere ist zu schwer, wobei ich mich gerne eines Besseren belehren lasse. Das Wort LAUT erfüllt die Bedingungen perfekt. Kurz und mit Buchstaben gesegnet, die gedreht Ähnlichkeiten aufweisen. Es erleichtert die Arbeit, wenn die Textgröße dem Beispiel entspricht.

Falscher Weg

Wird die Textebene kopiert und um 180 Grad gedreht kann man leicht erkennen, dass dieser Weg nur zu unschönen Ergebnissen führt. Das Gebilde ist ein Ambigramm, aber das Wort LAUT kann man so kaum noch erkennen. Die Verbesserung von diesem Ergebnis hin zu einem lesbaren Ambigramm wäre wohl zu schwierig.

T und L

Schauen wir uns nur die Buchstaben L und das gedrehte T an. Man erkennt bestimmt einige Übereinstimmungen. Ich habe das Wort LAUT nicht ohne Grund für das Beispiel gewählt. Ein wenig zurecht geschnitten können beide Buchstaben leicht kombiniert werden. Für das U wurde der Buchstabe A über »Bearbeiten ↔ Transformieren ↔ um 180 Grad gedreht« und ohne Änderungen übernommen.

Feinheiten

Es hat die Arbeit erleichtert, dass die Abstände zwischen den Buchstaben (Laufweite) bisher etwas größer war. Für ein schöneres Endergebnis können sie zusammen geschoben werden. Dazu nutzt man ein Auswahl- und dann das Verschieben-Werkzeug.

Ein Beispiel

Als kleine Huldigung an den Thriller Illuminati ein imaginäres Opfer in einer Collage. Der Schriftzug wurde auf einer eigenen Ebene über das Bild gelegt und die Position mit »Perspektivisch verzerren« angepasst. Alle Verbrennungen sind eingefügte echte Fotos von Brandwunden. Der Rauch wurde in Photoshop erstellt. Dazu erstellt man eine neue Ebene über Umschalt+Strg+N und drückt D auf der Tastatur, um die Standardfarben zu erhalten. Nachdem der »Filter ↔ Renderfilter ↔ Wolken« angewendet wurde, spendiert man der Ebene eine Maske.

Dazu klickt man auf den Button »Ebenenmaske hinzufügen« in der Ebenenpalette und wendet innerhalb der Maske noch einmal den Wolkenfilter an. Die Maske wird angewendet und eine neue Maske erstellt. Mit schwarzer Farbe und einer weichen Pinselvorgabe kann nun der Rauch gelöscht werden so das er nur da stehen bleibt, wo man es sich wünscht.

Wer nur auf die Schnelle ein Wort in ein Ambigramm umwandeln möchte, besucht die Website ambigram.matic. Dort schreibt man das Wort in das erste Feld, bestätigt mit »Go!« und verfolgt den Aufbau eines einfachen Ambigramms.

Von Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

13 Kommentare

  1. Cool. Werde mich gleich mal an Photoshop setzten und ein bisschen ausprobieren. Ich habe mich schon beim Gucken von Illuminati gefragt wie denn sowas funktioniert. Danke für die Erleuchtung =)

  2. Die Seite ist echt Klasse: http://www.ambigram.de – neben Ein-Wort-Ambigramme kann man da auch Zwei-Wort-Ambigramme und Domain-Ambigramme erstellen – und das auch noch in verschiedenen Schriftarten und Dateiformaten: JPG und SVG! Cool!

  3. Lustiger Zufall, erst gestern war ich auf der Suche nach einem bestimmten Ambigramm für ein Tattoo.

    Dabei habe ich diese geniale Seite gefunden: http://www.flipscript.com/

    Rechts oben „Create New Ambigram“ klicken und staunen !!

    Nicht jedes Wort funktioniert gut oder überhaupt.
    Trotzdem finde ich die Qualität erstaunlich.

    Beispiel: Die Kinder meines besten Freundes heißen „Lukas“ und „Selina“.
    Gebt diese Namen mal ein … unglaublich für ein Online-Tool, oder ??

  4. Coole Idee und ein schönes, simples Beispiel, danke dafür.
    Die „Collage“ allerdings geht überhaupt nicht klar, das sieht selbst auf den ersten Blick nicht annähernd realistisch aus.

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