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CMS Joomla! – Ein Alleskönner unter der Lupe.

Joomla! ist eine Lautumschreibung des Suaheli-Wortes „Jumla“ und bedeutet „das Ganze“. Der Name definiert den Anspruch: Joomla! ist ein ganzheitliches Content-Management-System. Private Homepage, Blog, Vereinsseite, Firmenwebsite, Community-Plattform. Joomla! erfüllt alle Wünsche eines Seitenbetreibers, solange dieser die Grenzen des Systems kennt und es richtig einsetzt.

Joomla! ist eines der beliebtesten Open Source Content-Management-Systeme. Mehr als 200.000 Community User, mehr als 100 Millionen Treffer bei Google, mehr als sechs Millionen Downloads in den vergangenen 18 Monaten, mehr als eine Million Homepage-Besucher pro Monat, Community-Treffen und Tagungen rund um den ganzen Globus, zahlreiche Buchpublikationen und Merchandise-Artikel vom Baseball-Cap über Pullover bis hin zum Rucksack untermauern dies.

Auch Auszeichnungen räumt Joomla! seit der Abspaltung vom Mutterprojekt „Mambo“ im Jahr 2005 in Serie ab. 2006 war Joomla! Gesamtsieger des Packt Open Source CMS Awards, 2007 war es zweiter der Gesamtwertung, gewann dafür aber die Best PHP-CMS-Auszeichnung und auch 2008 steht Joomla! wieder im engsten Favoritenkreis beider Kategorien.

Die Liste der Sites, die Joomla! nutzen, ist beeindruckend. Sie ist endlos lange und führt große und bekannte Namen. Beispielsweise betreiben das Informationszentrum der Vereinten Nationen für Westeuropa, das MTV Network Quizilla und die Eliteuniversität Harvard ihre Internetpräsenz mit Joomla.

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Joomla! steht für Vielseitigkeit und Benutzerfreundlichkeit

Darstellen, informieren, verkaufen, diskutieren, Daten sammeln, kooperieren – das sind die Ansprüche, die heute an Anwendungen im World Wide Web gestellt werden. Joomla! ist ein webbasiertes CMS, das all diesen Ansprüchen gerecht wird. Sie können damit private Homepages oder Blogs betreiben, Vereinsseiten verwalten, Unternehmen im Internet präsentieren, Online-Shops betreiben oder eine Community zu einem Thema aufbauen. Joomla! eignet sich vor allem für kleine und mittelgroße Auftritte von Communities und Unternehmen mit einer überschaubaren Anzahl an Inhaltsseiten.

Das CMS bietet eine Vielzahl an Funktionen. Die Menge an Erweiterungen hat eine unbekannte Größe erreicht. Fast alle Bedürfnisse eines Seitenbetreibers können durch bereits vorhandene Module, Plug-ins oder Komponenten befriedigt werden. Man muss sie nur suchen.
Ein derart komplexes System einsetzen zu können, verlangt auch eine gewisse Einarbeitungszeit. Beherrscht man allerdings den Umgang mit Joomla!, so erweist es sich aufgrund seiner simplen Drei-Ebenen-Struktur (Bereich, Kategorie, Beitrag) als durchwegs benutzerfreundlich.

Die Schwächen

Vielseitigkeit und Benutzerfreundlichkeit sind die Stärken des Systems und verantwortlich für die gute Marktposition. Joomla! hat aber auch Schwächen. Die drei Ebenen „Bereich“, „Kategorie“ und „Beitrag“ erlauben zwar theoretisch eine unendliche Zahl an Inhaltsseiten, praktisch ist es dadurch nicht möglich, Websites mit vielen Inhaltsseiten und Inhaltsebenen zu verwalten. Die Übersicht kann mit Joomla! nicht in dem Maße gewahrt werden, wie es etwa eine Ordnerstruktur ermöglichen würde. Ebenso verhält es sich mit der Zuweisung von Zugriffsrechten. Auch diese können nur in drei Gruppen vergeben werden. Einzelnen Usern individuelle Rechte zu geben, ist nicht möglich.

Zudem sind jene Versionen, die auf dem neuen 1.5.-Kern aufbauen (derzeit ist Version 1.5.7. erhältlich), nicht mit allen älteren Erweiterungen kompatibel. Abhilfe schafft ein Plug-in, das eine Brücke für viele Module zu Vorgängerversionen schlägt. Ob eine alte Erweiterung unter Version 1.5. läuft, muss jedoch im Einzelfall ausprobiert werden.

Joomla! im Vergleich

Im Bereich der Open Source Content-Management-Systeme gibt es eine Fülle von Programmen. Typo3, Drupal und WordPress gehören zu den bekanntesten Konkurrenzprodukten, haben ihre Schwerpunkte jedoch anders gesetzt als Joomla!.

  • Typo3 ist das umfassendste quelloffene CMS. Es ist flexibler als Joomla!. Die Inhalte können auf mehreren Ebenen organisiert und die Nutzerrechte individuell vergeben werden. Typo3 eignet sich für mittlere und große Seiten. Für die Steuerung der Templates existiert eine eigene Skriptsprache. Die Hardware-Anforderungen sind dementsprechend hoch und der Administrator muss mit einer langen Einarbeitungszeit zu rechnen.
  • Drupal legt besonderen Wert auf gemeinschaftsbildende Maßnahmen. Die User können eigene Weblogs anlegen und zusammen in „Büchern“ an Texten arbeiten. Zusätzlich verfügt Drupal über eine Versionskontrolle der Inhalte. Drupal etablierte sich durch diese Schwerpunktsetzung als Social-Software unter den bekanntesten CMS.
  • WordPress ist ein Content-Management-System das vorwiegend bei der Erstellung häufig zu aktualisierender Websites, meist Blogs, eingesetzt wird. Es bietet ebenfalls mehreren Teilnehmern die Möglichkeit, Artikel zu veröffentlichen und eignet sich gut als System für Nachrichtenseiten.

Ein Ausblick auf Beispielseiten

Die Joomla!-Optik wird einem modernen CMS entsprechend template-basiert verwaltet und trennt Inhalt von Gestaltung. Einen Ausblick auf die kreativen Möglichkeiten geben die Seiten mamboawards und joomlaawards, auf denen täglich gelungene Joomla!-Seiten ausgezeichnet werden. ™

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CMS Joomla! – Ein Alleskönner unter der Lupe: Arbeiten mit Joomla!

Joomla! eignet sich für die Verwaltung und Organisation eines kleinen bis mittleren Internetprojekts mit mehreren Autoren. Die Inhaltsseiten dürfen nicht zu zahlreich werden und die Organisationsstruktur darf keine besondere Tiefe erfordern. Dann können Seitenbetreiber die benutzerfreundliche Joomla!-Verwaltung nutzen und die Vielseitigkeit des Systems voll ausschöpfen.

Im Gegensatz zu anderen „Alleskönnern“ unter den Content-Management-Systemen wie Typo3 stellt Joomla! keine hohen technischen Ansprüche. Auf Clientseite reicht ein moderner Browser, beispielsweise Firefox ab Version 1.5. oder Internet Explorer ab Version 6. Javascript muss aktiviert sein, da das Frontend sonst nur eingeschränkt genutzt und auf das Backend gar nicht zugegriffen werden kann. Auf Serverseite verlangt Joomla! 50 Megabyte Speicherplatz, einen Apache Webserver (1.13.19 oder höher), eine MySQL-Datenbank (3.23.x oder höher) und PHP (4.3.10 oder höher).

Installation

Die neueste Joomla!-Version kann kostenlos als ZIP-Archiv heruntergeladen werden. Dieses muss entpackt und mittels FTP an den Server gesendet werden. Nun kann man das Verzeichnis im Webbrowser aufrufen und den Installationsanweisungen Schritt für Schritt folgen. Am Ende muss noch per FTP der Installationsordner auf dem Server entfernt werden.

Frontend

Optisch gestaltet werden Joomla!-Websites mittels Templates. Dadurch sind Inhalt und Aussehen voneinander unabhängig und kreativen Grafikern keine Grenzen gesetzt.

Das mit der Installation mitgelieferte Beispiel-Layout zeigt die vielseitigen Möglichkeiten an Modulen und Erweiterungen. Links oben das Joomla!-Logo und daneben ein Feed. In der linken Spalte befinden sich verschiedene Menüs und ein Login-Modul. Zentral stehen die Inhalte, sowie zwei Module für die neuesten und beliebtesten Beiträge. Rechts werden noch weitere Module für Suchfunktion, Umfragen, „Wer ist Online?“ und Werbebanner gezeigt. Diese Standards können durch weitere Menüs, Module oder Komponenten ergänzt oder ausgetauscht werden. Wo diese Erweiterungen schließlich im Frontend auftauchen, wird durch die verschiedenen Templates bestimmt und über das Backend verwaltet.

Loggt sich ein User im Frontend ein, kann er darin Inhalte verfassen, bearbeiten und publizieren, sofern er die dafür nötigen Zugriffsrechte besitzt. Mittels WYSIWYG-Editor sind die Beiträge ohne HTML-Tags oder anderen Kürzeln leicht zu formatieren. Dank eines Plug-ins ist es schon beim Standard-Editor (TinyMCE) möglich, Bilder hochzuladen und einzufügen.

Backend

Betrachtet man die Fülle an Funktionen, Möglichkeiten und Erweiterungen von Joomla!, muss man davon ausgehen, dass dahinter eine komplexe Verwaltung steckt. Um diese bedienen zu können, benötigt man eine gewisse Einarbeitungszeit. Danach gestaltet sich die Arbeit im Backend allerdings durchwegs benutzerfreundlich.

Dies liegt an der einfachen Struktur, mit der Joomla! den Content verwaltet. Das System teilt die Seite in Bereiche, weist diesen Kategorien zu und in diesen Kategorien befinden sich die Beiträge. Baut man eine Seite auf, so erstellt man zuerst die Bereiche und danach die jeweils dazugehörenden Kategorien. Verfasst man dann Beiträge, also den tatsächlichen Content, so muss man dabei Bereich und Kategorie angeben und der Inhalt steht im Frontend an der gewünschten Stelle. Nachteilig an dieser Struktur ist, dass man nie tiefergehende Organisation als diese drei Ebenen zur Verfügung hat. Bei zu vielen Inhaltsseiten verliert man dadurch die Übersicht.

Diese Drei-Ebenen-Struktur muss man kennen, um mit Navigation und Bearbeitung im Backend zurechtzukommen. Zu den wichtigsten Verwaltungsbereichen gelangt man auf kürzestem Weg dank der Buttons im „Kontrollzentrum“, der Hauptsite des Backends.

In den Verwaltungsbereichen erscheint immer zuerst eine Listenansicht. Jene Einträge, die man darin bearbeiten will, wählt man mittels Haken aus. Die Werkzeugliste rechts oben weist einem die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aus.

Danach befindet man sich bereits in der sogenannten Editieransicht, in der die Einträge schließlich erstellt oder verändert werden können. Diese Ansicht passt sich der Art des Eintrages an. Will man beispielsweise einen Beitrag im Backend verändern, öffnet sich der gleiche WYSIWYG-Editor wie im Frontend.

Benutzerverwaltung: Wer hat welche Rechte?

Joomla! organisiert die User in der Benutzerverwaltung, die über einen Button im Kontrollzentrum oder in der Navigation unter Site/Benutzer zu finden ist. Dort können Administratoren Benutzer anlegen, bearbeiten und löschen.

Grundsätzlich unterscheidet Joomla! zwischen Front- und Backend-Usern. Personen mit Zugang zum Backend haben generell alle im Frontend verfügbaren Rechte inne. Bei den Frontend-Usern wird über vier Gruppen festgelegt, ob sie Inhalte sehen, bearbeiten oder freischalten dürfen. Die folgende Liste ist nach Aktionsspielraum geordnet, wobei die nachstehenden Gruppen alle Rechte der davor stehenden besitzen:

  • Registriert: Diesen Status erlangen jene User, die sich selbst über ein entsprechendes Modul im Frontend registrieren. Sie können sich im Frontend einloggen und so in den privaten Bereich gelangen.
  • Autor: Autoren dürfen Inhalte verfassen. Bevor diese veröffentlicht werden, müssen sie jedoch durch einen Publisher oder Backend-User freigegeben werden.
  • Editor: Editoren dürfen zusätzlich noch fremde Inhalte im Frontend bearbeiten.
  • Publisher: Publisher können Inhalte verfassen, bearbeiten und freischalten. Dadurch wird es mit Joomla! möglich, die gesamte inhaltliche Arbeit auf Frontend-User zu übertragen.

Den Frontend-Usern übergeordnet sind die drei Gruppen der Backend-User. Nach zunehmendem Aktionsspielraum geordnet, heißen sie:

  • Manager: Manager haben Zugriff auf Beiträge, Kategorien, Bereiche, Frontpage, Menüs, Medien und das Archiv. Damit haben sie die nötigen Rechte alle inhaltlichen Funktionen zu verwalten.
  • Administrator: Einfache Administratoren können Module, Plug-ins und Komponenten verwenden und installieren. Zudem dürfen sie den Papierkorb leeren. Diese Gruppe hat aber keinen Zugriff auf Templates oder die globalen Einstellungen.
  • Super Administratoren: Super Administratoren haben alle Rechte innerhalb des Systems.

Allen Benutzern werden immer nur jene Optionen angezeigt, die für sie verfügbar sind. So bleibt die Verwaltungsoberfläche im Backend für Manager deutlich übersichtlicher als für Super Administratoren.

Deutlich weniger Spielraum bietet Joomla! bei der Verwaltung von Zugriffsrechten für den Content. Dabei unterscheidet das CMS nur auf drei Ebenen:

  • Öffentlich: Jeder Besucher der Homepage kann diese Inhalte sehen.
  • Registriert: Um auf diese Inhalte zugreifen zu dürfen, muss der Nutzer angemeldet sein.
  • Admins: Nur jene User haben Zugriff, die mindestens der Gruppe „Autor“ angehören.

Diese Beschränkung auf lediglich drei verschiedene Zugriffslevels gilt als eine Schwäche des CMS Joomla!. Viele Seitenbetreiber schätzen es, den Zugriff auf mehreren Ebenen oder im Idealfall individuell verwalten zu können. ™

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Habari – Schnelles und schlankes Blogsystem

Schon seit einiger Zeit gibt es das neue Blogsystem Habari, doch aktuell hat es wieder ein wenig Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Genug um einmal einen Blick darauf zu werfen.

Der Name Habari kommt aus dem Suaheli und bedeutet als Gruß soviel wie „Was gibt es Neues?“. Das Projekt ist aus der WordPress-Community hervor gegangen und wird massgeblich von einigen ehemaligen WordPress-Entwicklern vorangetrieben, stellt aber keine Abspaltung der WordPress-Software dar. Das System wurde von Grund auf  neu entwickelt, wobei das Rad allerdings nicht neu erfunden wurde.

Grund für das neue Projekt war die geschlossene Entwicklung von WordPress, welche willige Entwickler nicht frei beteiligt. Demnach kann bei Habari auch jeder mit Interesse einen Beitrag leisten und geeignete Entwickler werden direkt in die Entwicklung eingebunden.

Codebasis

Das Projekt setzt durchweg auf Standards und setzt diese Konseque nt um. So wurde beispielsweise Atom zum Publishingprotokoll der Wahl und erfährt vollständige Unterstützung. Und das gesamte System ist sowohl durchweg Objektorientiert, als auch nach neuesten Erkenntnissen modularisiert. Das erklärte Ziel dahinter ist die einfache Erweiterbarkeit und Stabilität im Betrieb.

Für einen einheitlichen Zugriff auf die verschiedenen Datenbanksysteme wird PHP Date Objects (PDO) genutzt, dies trägt auch zur Sicherheit bei, denn Angriffe durch SQL-Injection werden so vermieden. Zum Einsatz kommen auch alte Bekannte wie Blueprint als CSS-Reset und JQuery. Insgesamt setzt das System sehr stark auf Ajax, bleibt aber dennoch erstaunlich schlank und schnell. Nach der Installation benötigt es gerade mal unter 4,5 MB.

Systemvoraussetzungen

Um das System zu betreiben sind einige Voraussetzungen nötig, die nicht jeder Webspace erfüllen wird: mindestens PHP 5.2, Unterstützung von PDO und einige Extensions zuzüglich einer Datenbank unter MySQL, PostgreSQL oder SQLite. (Details) Habari legt damit die Messlatte zwar höher als WordPress, lässt dafür aber bei der Wahl der Datenbank mehr Freiheiten. Auch ein weitergehender Ausbau in diesem Bereich scheint geplant.

Installation

WordPress rühmt sich der schnellen und einfachen Installation, doch hier kann Habari einen drauf legen. Bei WordPress müssen noch einige Daten von Hand in eine Konfigurationsdatei geschrieben werden bevor die Daten auf den Server geladen und die Installation durchgeführt werden kann. Bei Habari werden die entpackten Dateien einfach hochgeladen und die zukünftige Adresse des Projekts aufgerufen.

Während der Installation prüft Habari selbst die zur Verfügung stehenden Datenbanksysteme und die angegebenen Daten. Sind die Daten vollständig und korrekt, dann müssen nur noch die Nutzerdaten angegeben und der Button Install betätigt werden.

Habari legt daraufhin die benötigte .htaccess-Datei und eine config.php an. Fertig! Die Installation dauert, sofern man alle Daten sofort zur Hand hat unter 2 Minuten. Eine Schöne Demo dazu gibt es als Screencast direkt auf der Startseite des Projekts.

Funktionsumfang

Das Grundsystem von Habari beschränkt sich auf die wesentlichsten Funktionen, so bietet es die Erstellung und Verwaltung von Blogeinträgen und Seiten und Tagging an. Kategorien hingegen gibt es nicht und auch die restlichen Optionen fallen sehr minimal aus. Eine Suchmaschinenoptimierung der URLs ist Out-of-the-Box vorhanden und benötigt für normale Bedürfnisse keine Anpassung.

Wie bei anderen Systemen gibt es Themes und Plugins – einige werden mitgeliefert. Habari setzt für die Bereitstellung von Funktionen vor allem auf die Erweiterung durch Plugins um das System so schlank wie möglich und funktionell wie nötig zu halten. Inzwischen gibt es auch schon ein recht umfangreiches Repository an Plugins.

Erscheinungsbild

Im Gegensatz zu WordPress wirkt Habari nicht nur sehr aufgeräumt. Minimalismus ist das Stichwort. Im Backend sind alle Funktionen über ein zentrales Menü unterhalb eines Dropbuttons zu finden. Das Menü teilt sich in die beiden Parts Content und Admin um schnellstmögliche Erreichbarkeit von häufig genutzten Inhalten zu ermöglichen und unterstützt Tastaturkürzel um schnell zum notwendigen Punkt zu springen. Der Fokus liegt also sichtlich auf einer sehr guten und komfortablen Usability.

Was viele vermutich vermissen werden ist ein Wysiwyg-Editor für Einträge, denn hier gibt es nur ein reines Textfeld und die Möglichkeit Html-Tagging zu verwenden. Wer mehr benötigt für den stehen aber einige Plugins zur Erweiterung der Funktionalität zur Verfügung.

Auch hier gibt es ein paar Screencasts die ein wenig der Funktionalität von Habari zeigen und auch eine Demo steht zur Verfügung.

Fazit

Habari macht insgesamt einen sehr guten Eindruck: Schlank, Schnell und lässt durch den Minimalismus dem Nutzer eine freie Wahl in Bezug auf die Komponenten. Keine unnützen Lasten müssen geduldet werden und die Erweiterbarkeit ist fast grenzenlos.

Das System bietet zwar schon generell einige Stabilität, hakt aber an der ein oder anderen Stelle doch ein wenig. Für kleine private Projekte ohne großen Anspruch durchaus schon geeignet. Die aktuelle Version 0.5.1 ist allerdings für große Projekte noch nicht reif.

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ImpressCMS

ImpressCMS beeindruckt mit seiner Auswahl an Modulen. Als „Fork“ (=Abspaltung) des bewährten CMS-Projekts Xoops verfügt ImpressCMS über einen stabilen Programm-Kern und paart diese Erfahrung mit dem Entwicklungsdrang eines jungen Projekts.

ImpressCMS ist ein modernes Open-Source-System: Das Design ist template-basiert und die Funktionen, sowie Erweiterungen sind modulartig aufgebaut. Seit der Abspaltung Ende 2007 wurde bereits die erste finale Version 1.0 herausgebracht. ImpressCMS 1.0 bietet hunderte Funktionen, Module, Erweiterungen und vorgefertigte Designs. Den Entwicklern zufolge soll es dadurch für Blogs, große Web 2.0-Communities, Unternehmens-Websites, Intra- und Internet-Portale geeignet sein und sowohl die Bedürfnisse von Anfängern, als auch Profis befriedigen.

Screenshot
Administrations Menü

Auch Aufmerksamkeit hat ImpressCMS in knapp einem Jahr schon erregt. Es wurde für das Finale des Packt Open Source CMS Awards 2008 in der Kategorie „vielversprechendstes CMS“ nominiert.

Installation

ImpressCMS stellt Standardanforderungen an seine Umgebung: Apache Webserver, PHP Version 4.3 und MySQL 3.23. Die Installation geht schnell und einfach: Datenpaket herunterladen, entpacken, Ordner mittels FTP auf den eigenen Server laden, Schreibrechte einstellen, Installationsassistent starten und den Anweisungen folgen. Sollte die Installation Probleme bereiten, bietet der Assistent sogar eine integrierte Hilfefunktion.

Backend

Um zur Verwaltungsoberfläche zu gelangen, muss sich der Administrator im Frontend einloggen. Daraufhin erhält er dort einen Link zur Administration. Diese ist nach der Installation jedoch relativ leer, da abgesehen von einem System-Modul noch kein weiteres Modul vorhanden ist.

Will der Nutzer die Website mit Inhalten füllen, muss er sich zunächst für die ersten Module entscheiden und diese installieren. Die wichtigsten Module für die ersten Schritte werden auf der offiziellen deutschen ImpressCMS-Homepage zum Download angeboten.

Solch ein Aufwand bei der ersten Installation wird dem Anspruch der Entwickler nicht gerecht, ein System auch für Anfänger geschaffen zu haben. Einsteiger müssen zunächst Zeit investieren, um herauszufinden, welche Module sie zu Beginn benötigen und wie sie diese installieren, aktivieren und einstellen.

Der Aufbau des Backends ist zwar ansprechend gestaltet, Popups in der Navigationsleiste, sowie der Schnellzugriff auf Module und Systemeinstellungen helfen einem Anfänger aber nicht weiter. Dieser wird durch die Möglichkeiten und Features überfordert. Und je mehr Module er installiert, desto schwieriger fällt es, den Überblick zu bewahren.

Module, Module, Module

ImpressCMS bietet hunderte frei verfügbare Module mit ebenso vielen Funktionen. Kaum ein Bereich, zu dem ImpressCMS keine Features bereit stellt: Unterhaltung, Mulitmedia, Kommunikation, Community, Social-Network, Informationen, erweiterte Administration, Groupware, Chat, Link, Downloads, Quiz, Spiele und mehr. Nur starke Anbindungen zu bestehenden Shop-Systemen wurden noch nicht umgesetzt.

Diese Vielfalt kommt durch die Kompatibilität mit dem „Mutter-Projekt“ Xoops zustande. Denn jedes Xoops-Modul funktioniert ohne Einschränkung auch mit ImpressCMS. Jedoch müssen die Nutzer manche Module in den Weiten des Internet suchen und diese selbst mit Hilfe von Webseiten wie Secunia oder auch Securityfocus auf Sicherheit prüfen.

Frontend

Designer können sich bei ImpressCMS ausleben, bis das CMS nicht mehr wieder zu erkennen ist. Aber auch Photoshop-Muffel sind nicht auf Grafiker oder Musen angewiesen, um ein ansprechendes Design für ihre Impress-Homepage zu finden. Da auch die Themes von Xoops kompatibel sind, gibt es unzählige Downloads auf Xoops-Seiten. In den Foren wird beispielsweise auf xoops-theme verwiesen.

Support

Viele Module und Funktionen werfen auch viele Fragen auf. Die Community von ImpressCMS präsentiert sich in den Foren (mehrere Sprachen) aktiv und bemüht. Dieser Einsatz ist auch nötig, denn die Dokumentationen sind weder in englischer, noch in deutscher Sprache vollständig und Live-Support gegen Bezahlung oder Feature-Entwicklung auf Bestellung werden auf der offiziellen Homepage nicht angeboten.

Fazit

Die Vorteile von ImpressCMS sind offensichtlich: große Modul- und Funktionsvielfalt in einem stabilen und leistungsstarken System. Um die Möglichkeiten an Funktionen auszuschöpfen, benötigt ein Nutzer allerdings Vorkenntnisse. Für Einsteiger ist ImpressCMS nur bedingt geeignet, dafür aber umso mehr für erfahrene Seitenbetreiber, die Communities verwalten wollen.

Wird Hilfe benötigt, muss man sich mit der Forennutzung anfreunden. Wer persönlichen Live- oder E-Mail Support will, muss sich die Kontakte innerhalb der Impress-Gemeinschaft selbst suchen. ™

Erstveröffentlichung 23.09.2008

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Mephisto: teuflisch gut und dennoch kostenlos

Mephisto stellt einen eleganten Ansatz dar, mit dem die Aufgaben eines Bloggers schnell, mühelos und effektiv gelöst werden können. Erweiterte Flexibilität und Schlichtheit der Engine lassen das System zu einem Werkzeug werden, mit dem komplexe Weblogs genauso wie verschachtelte Web-Präsenzen vergleichsweise leicht realisiert und weiterentwickelt werden können.

Im Umfeld der Weblog-Engines werden Blogbetreibern Dutzende von verschiedensten Optionen zur Verfügung gestellt. Expression Engine ist ein erstklassiges Werkzeug für Profis und Fortgeschrittene, mit Movable Type erhält man eine simple und intuitive Benutzeroberfläche und Serendipity überzeugt durch eine leistungsstarke Template-Engine. Hinzu kommen WordPress, die einfachste und populärste Engine überhaupt, sowie Drupal mit seinem cleveren, aber komplexen „Taxonomy System“ zum automatisierten Klassifizieren von Inhalten.

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Doch neben etablierten Lösungen erfreut sich manch ein Betreiber auch an kompakten und eleganten Ansätzen. Etwa wenn sie Qualität, Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit miteinander vereinbaren, wie zum Beispiel Mephisto, eine hübsche, mächtige und simple Weblog-Engine für Ruby-Fans.

Mephisto liefert das übliche Arsenal an Funktionen, die von einer professionellen Weblog-Engine erwartet werden. Beiträge lassen sich unter anderem in verschiedene Rubriken (sections) und Seiten (pages) ablegen und zu festgelegten Zeitpunkten automatisch veröffentlichen. Zwar liegt kein WYSIWIG-Editor vor, dafür werden Textile, Markdown und Markdown with Smartypant unterstützt sowie die Vorschaufunktion implementiert. Die Anzahl der angezeigten Posts pro Seite kann für jede Rubrik einzeln festgelegt werden. Sämtliche Aktivitäten der Anwender erscheinen in kompakter Übersicht auf der Startseite des Admins. Unter anderem können Typo, WordPress, Textpattern und MovableType von Mephisto automatisch übernommen werden.

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Die Stärke des Mephisto liegt in seiner Schlichtheit und Benutzerfreundlichkeit. In der Engine können mehrere Autoren parallel an einem Dokument arbeiten – es wird eine Revision über die Versionen des Dokuments geführt, die beim Überschreiben von Inhalten diese gegebenenfalls wiederherstellen lässt. Unterschiede zwischen Versionen werden direkt grafisch hervorgehoben.

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Sowohl das integrierte „aggressive“ Caching als auch eines der 8 mitgelieferten Liquid Templates können Sie schnell und robust über eine intuitive Oberfläche anpassen. Verwendet werden dafür selbsterklärende Mephisto Tags – ganz im Geiste von Ruby. Jede Rubrik kann mit einem eigenen Template versehen werden. Neue JavaScripts, CSS-Dateien und Bilder können „on the fly“ hinzugefügt werden. Das System kann sowohl als Weblog als auch in Form eines CMS-Systems verwendet werden. Zusätzlich stehen Erweiterungen und Themen zur Verfügung, die als Vorlage zu beliebig komplexen Layouts dienen können.

Mephisto verfügt über eine ausführliche Dokumentation, die noch ergänzt und erweitert wird. Detaillierte Installationsanleitungen und How-Tos sollen den Einstieg für Interessenten erleichtern. Die letzte Version der Engine kann auf der offiziellen Website kostenlos heruntergeladen werden (1.5 Mb). Vorausgesetzt wird die Server-Unterstützung von Rails v1.2. ™

Erstveröffentlichung 20.07.2007

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FlatPress – Bloggen ohne Datenbank

Dass anspruchsvolle Software auch ohne Datenbank auskommen kann, zeigt die aktuelle Version der Blog-Software FlatPress von Edoardo Vacchi. FlatPress ist eine einfach zu installierende Blog-Software mit ausgezeichneter Infrastruktur und Plugin-Unterstützung.

Für Autoren, die bei der Erstellung eines Weblogs ohne Datenbank auskommen wollen oder müssen, bietet das seit 2005 entwickelte FlatPress von Edoardo Vacchi, der sich selber als NoWhereMan bezeichnet, eine Alternative zu datenbankfordernden Schwergewichten wie WordPress oder Serendipity. Für kleinere und mittlere Webauftritte ist FlatPress in jedem Fall eine interessante Alternative.

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FlatPress bietet dabei einfachste Installation, standardkonformes XHTML, eine administrative Oberfläche, Plugin-Unterstützung sowie infolge der Verwendung der Smarty-Template-Engine eine einfache Anpassung an die eigenen Anforderungen. In diesem Artikel wollen wir die Installation und die Handhabung von FlatPress vorstellen.

Einsatzgebiete
Obwohl die meisten Verkäufer von Webspace heutzutage auch eine Datenbankanbindung bieten, kann Software, die ohne Datenbank auskommt, für viele Anwendungsfälle interessant sein. So ist zum Beispiel das Umsetzen eines textdateibasierten Webauftrittes oftmals nur ein einfaches Verschieben des Installationsverzeichnisses. Ebenso ist ein Backup der Inhalte einfach durchzuführen. Den Ordner mit den Inhalten per FTP auf die eigene Festplatte sichern. Datenbank-Dumps zu erstellen, erfordert etwas mehr Anwenderwissen. In den Ansprüchen an die notwendige Software auf dem Webserver ist FlatPress sehr bescheiden. Benötigt wird nur ein PHP 4- oder 5- unterstützender Webauftritt. Auch unter dem Safe_Mode von PHP kann FlatPress ohne Probleme betrieben werden.

Installation
Nach dem Download des bzip2-Archivs erfolgt das Entpacken mit einem geeigneten Programm wie zum Beispiel die Freeware 7-Zip. Danach werden die Dateien des Ordners flatpress mittels eines FTP-Programms auf den Server in ein beliebiges Verzeichnis übertragen. Der Einfachheit halber wollen wir davon ausgehen, dass die Dateien auf der Webseite „http://www.meine-seite.de/flatpress“ abgelegt wurden. Beim ersten Aufruf dieser Webseite meldet sich der FlatPress-Installer. Die Warnung vor der Benutzung der Software kann man getrost ignorieren. Flatpress zeigt sich sehr zuverlässig beim täglichen Gebrauch. Ein regelmäßiges Sichern des Webauftritts sollte natürlich trotzdem selbstverständlich sein.

Wie vom Installer dann gefordert wird, ist auf Servern, welche unter UNIX/LINUX-Betriebssystemen arbeiten, der neu angelegte Ordner fp-content mit den Rechten 0777 auszustatten. Dies kann zum Beispiel in einem typischen FTP-Programm durch einen Rechtsklick mit der Maus auf den entsprechenden Ordner und das Auswählen der Eigenschaften „Lesen“, „Schreiben“ und „Exekutieren“ für die Benutzergruppen: „Eigentümer“, „Gruppe“ und „Alle“ erfolgen.

Nach dem Einrichten des Administrator-Zugangs ist das Setup komplett und man kann mit dem Erstellen von Beiträgen beginnen. Vorher sollte man jedoch aus Sicherheitsgründen den Ordner setup innerhalb der FlatPress-Installation löschen. Hat man sein Passwort vergessen und will erneut einen Zugang für die Seite anlegen muss man diesen Ordner wiederherstellen und außerdem die lock-Datei aus dem Ordner fp-content entfernen.

Deutsches Interface installieren
Seit einigen Monaten gibt es für die aktuelle FlatPress-Installation auch ein deutschsprachiges Interface. Um dieses zu installieren, muss man sich die entsprechende Archivdatei für die deutsche Sprache vom FlatPress-Wiki herunterladen und sie in den Ordner der FlatPress-Installation verschieben. Dabei sind neuere Dateien nicht zu überschreiben. Um das deutschsprachige Interface zu aktivieren, muss im Admin-Bereich der Webseite unter Config die Sprache eingestellt werden. Danach präsentiert sich FlatPress mit deutscher Oberfläche.

Einträge anlegen
Im Administrationsbereich können anschließend neue Seiten angelegt werden. Dabei ist zwischen normalen Blog-Einträgen und statischen Seiten zu unterscheiden. Während die Blog-Einträge immer zugänglich sind, müssen statische Seiten erst in der Webseite verlinkt werden. Zunächst wollen wir einen einfachen Blog-Eintrag erstellen. Dazu ist unter dem Menüpunkt Hauptmenü auf den Link Neuer Eintrag zu klicken.

Arbeiten mit BBCodes
FlatPress unterstützt im Standard beim Erstellen der Inhalte die sogenannten BBCodes, welche auch als Forum-Codes bezeichnet werden. Der Vorteil von BBCode liegt in der einfacheren Vermeidbarkeit von Spam-Einträgen und der etwas besseren Lesbarkeit. Auch lassen sich mit BBCode- Skript-Angriffe durch JavaScript-Code ausschliessen. Vereinfacht gesagt sind beim BBCode die eckigen Klammern des HTML-Codes durch rechteckige Klammern ersetzt. So gibt es für Überschriften die H1/H6-Tags: [h1]Überschrift[/h1], für Formatierungsanweisungen existieren zum Beispiel: [b]fetter text[/b], [i]kursiver Text[/i], [u]unterstrichener Text[/u]. Tags wie [url]Adresse[/url] können zudem auch mit Attributen der Form [url=Adresse]Link-Titel[/url] ausgestattet werden. Listen werden in folgender Form erstellt:

 [list] [*]Eintrag 1 [*]Eintrag 2 [/list]

Für weitere Informationen zu den unterstützten BBCodes sollte man die FlatPress-Faq Seite konsultieren.

Neben der Verwendung der BBodes ist auch die Benutzung von XHTML möglich. Dazu kann man die BBCode-Tags [html] und [/html] verwenden, um komplexeren XHTML-Code, wie zum Beispiel für Tabellen einzufügen. Es ist auch möglich die Inhaltserstellung komplett auf XHTML umzustellen. indem man unter Plugins das BBCode-Plugin inaktiviert. Damit würde man jedoch die Vorteile des BBCodes wieder aufgeben. Die am Anfang noch leeren dropdown-Listen neben den BBCode-Buttons werden übrigens nach einem Bilder- oder Datei-Hochladen um die entsprechenden Einträge für die auf dem Server vorhandenen Dateien erweitert.

Statische Seiten
Im Gegensatz zu den Standardeinträgen die als Blog-Einträge unter ihrem Erstellungsdatum eingeordnet und angezeigt werden, sind statische Seiten nach ihrer Erstellung erst einmal unsichtbar. Dieses eigenartig erscheinende Verhalten bietet eine größere Flexibilität in der Verwendbarkeit. So kann man statische Seiten benutzen, um Informationen mit längerfristiger Aktualität abzulegen. Ein Beispiel dafür ist eine FAQ-Seite. So klickt der Anwender im Adminstrationsmenü auf den Punkt Statische Seiten und auf erstellen Sie eine neue. Neben dem Titel im oberen Breich wird im unteren Bereich ein Kurzname für die Webseite (Seitenname) wie zum Beispiel myname vergeben. Um auf diese Seite zu verlinken, wählt dann eine URL wie http://www.meine-seite.de/flatpress/static.php?page=myname.

Sidebarmenü erweitern
Man kann statische Seiten auch als Menü-Baustein für die FlatPress-Sidebar benutzen. Das Verfahren dazu ist in der FlatPress-FAQ erklärt. Ein Beispieleintrag dafür existiert bereits in der Standardinstallation (Links). Diese Seite wird dazu für eigene Menü-Einträge angepasst. Will man einen neuen Menü-Bereich einrichten, so erstellt man eine neue statische Seite und gibt ihr im unteren Bereich des Editors, nicht im Titel, einen sprechenden Namen wie zum Beispiel menu-me.

In der Widget-Konfiguration aktiviert man nun das blockparser-Plugin mit einer Zeile wie:

 'blockparser:menu-me'

Danach sollte in der Sidebar das selbst erstellte Menü erscheinen. Mit dieser Möglichkeit, die Sidebar zu konfigurieren, lässt sich FlatPress ähnlich wie ein gewöhnliches Content Management System (CMS) zur thematisch strukturierten Ablage von Inhalten benutzen.

Kategorien einrichten
FlatPress bietet die Möglichkeit, die Blog-Einträge inhaltlich zu bestimmten Kategorien zuzuordnen und sich selektiv bestimmte Kategorien anzeigen zu lassen. Dazu ist im Adminstrations-Bereich unter Einträge und Kategorien bearbeiten die Gliederung in einem einfachen Textformat anzulegen. Unterkategorien werden dabei durch Einrückungen mit Bindestrichen erzeugt. Hier ein Beispiel:

 Kategorie A :1 --Untereintrag A1 :2 --Untereintrag A2 :3 Kategorie B :4 --Untereintrag B1 :5

Die abschließende Zahl ist notwendig, um die korrekte Zuordnung der Beiträge zu ermöglichen. Nach dem Speichern der Kategorien sollten diese in der Sidebar erscheinen. Beim Neuanlegen von Einträgen können diese jetzt über Checkboxen den Kategorien zugeordnet werden.

Widgets und Plugins
FlatPress unterstützt eine Plugin-Architektur, welche es ermöglicht, die Software zu erweitern. In der Standardinstallation verfügt FlatPress bereits über 17 Plugins. Beispiele sind ein Plugin für Suchfunktionen, ein Kalender-Plugin sowie ein Plugin um Thumbnails für Bilder bereitzustellen. An dieser Stelle muß aber einschränkend gesagt werden, dass Plugins und Themen von WordPress ohne Anpassungen nicht unter FlatPress funktionieren. Die Aktivierung der Plugins erfolgt im Adminstrationsmenü unter dem Punkt Plugins. Widgets sind spezielle Plugins, die HTML erstellen können und in verschiedene Bereiche der Webseite, so zum Beispiel in die Sidebar oder in den Fußbereich, eingebunden werden können. Aus diesem Grunde ist es notwendig, Widgets sowohl unter dem Menüpunkt Widgets als auch unter unter Plugins zu aktivieren.

Syntax-Highlighter
Ein interessantes Plugin ist der Syntax-Highlighter für verschiedene Programmiersprachen wie HTML, CSS, PHP, Ruby, Java oder JavaScript von Alex Gorbatchev. Leider enthält der aktuelle FlatPress-Code einen Bug, der die Benutzung dieses Plugins verhindert. Um es einschaltbar zu machen, muss in der Datei fp-plugins/bbcode/plugin.bbcode.php die Zeile 441:

 'code' => 'pre'

auskommentiert beziehungsweise entfernt werden. Dieser Bug soll übrigens in dem aktuellen Release (10.7.2007) auf der FlatPress-Webseite behoben worden sein. Mit dem Syntax-Highlighter wird Programmiercode wie der folgende optisch aufgewertet:

 [code=js] var x = 1; function test () { if (x < 2) { alert('Hi Mr.'+x); } } [/code]

Spam verhindern
Von besonderer Wichtigkeit für ein Kommentarsystem ist die Abwehr von Spam-Einträgen. Dazu verfügt FlatPress über das Akismet-Plugin das einen gültigen WordPress-API Schlüssel voraussetzt. Durch eine Registierung auf der WordPress-Webseite kann man einen solchen Schlüssel erhalten. Daneben gibt es noch das qspam-Plugin, welches Kommentare anhand bestimmter Schlüsselwörter zurückweist. Außerdem verlangt FlatPress die Lösung einfacher Rechenaufgaben um Kommentare einzugeben. Dadurch wird das automatische Spammen des FlatPress-Blogs doch erschwert.

FlatPress-Themen
Leider können WordPress-Themen nicht ohne weiteres in FlatPress verwendet werden. Deswegen muss man sich entweder auf der FlatPress-Themen Seite umschauen oder sich ein eigenes Thema bauen. Um das doch etwas bescheidene Angebot an FlatPress-Themen zu erweitern, derzeit sind es etwa 6-8, habe ich mehrere interessante Themen von WordPress beziehungsweise SimplePHPBlog nach FlatPress portiert und im Download am Ende des Artikels bereitgestellt. Wer eigene Themen erzeugen will, sollte sich auf der FlatPress-Wiki die Mini-Howto für die Themenerstellung zu Gemüte ziehen.

Um bei den von mir bereitgestellten Themen zwischen rechts- und linksseitiger Sidebar umzuschalten, ist in der Datei res/style.css im jeweiligen Themenordner zwischen der Zeile: @import url(leftnav.css); oder @import url(rightnav.css) umzuschalten. Download der Themen: flatpress-themes.zip (450 KB)

Zusammenfassung
FlatPress von Edoardo Vacchi ist eine einfach zu installierende Blog-Software mit ausgezeichneter Infrastruktur und Plugin-Unterstützung. Hervorzuheben ist ebenfalls die gut organisierte Oberfläche für die Administration des Weblogs. Wer nach Alternativen zu FlatPress im Bereich der textdateibasierten Blog-Software sucht, sollte sich auch einmal Pivot und SimplePHPBlog ansehen. Da FlatPress das gleiche Blog-Format wie SimplePHPBlog benutzt kann man seine Einträge auch leicht zwischen beiden Blogs austauschen. Persönlich hat mir das hier vorgestellte FlatPress aber von den textdateibasierten PHP-Blogs am besten gefallen. FlatPress ist unter der GNU GPLv2-Lizenz veröffentlicht worden. Hinweise und Vorschläge zum Artikel nimmt der Autor gerne entgegen. ().

Erstveröffentlichung 17.07.2007

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CMS

Was ist… CMS

Ein CMS (Content-Management-System) ist kurz gesagt als Inhaltsverwaltungssystem zu bezeichnen. Es ist im Grunde eine Software, zur Erstellung, Bearbeitung und Organisation von Inhalten wie Text- und Multimedia-Dateien.

Ein CM-System ermöglicht professionelle und effiziente Gestaltung von Webauftritten. Es wird hierzu direkt auf dem Server des betreffenden Kunden installiert und zeichnet sich durch Einfachheit in der Bedienung aus. Es macht außerdem das Codieren der Webseite mittels HTML überflüssig.

Die großen Vorteile von CMS sind klar in der Trennung von Inhalt und Design der Webseite zu sehen. Die Eingabe von Inhalten rückt somit für den Betreiber der Webseite an die erste Stelle. Es sind keine Sonderformatierungen der Webseite zu beachten, denn die Navigationselemente sowie Seitentexte sind bei entsprechend angelegter Programmierung vollautomatisch an das Design angepasst. So kann die Seite auf einfachste Art verwaltet, erweitert und betreut werden.  Das CMS versetzt den Betreiber einer Webseite in die Lage, seine Seite selbst zu pflegen und dadurch Kosten zu sparen.

Ein weiterer Pluspunkt von CM-Systemen ist es, dass mehrere Personen in verschiedenen Bereichen der Webseite parallel arbeiten können. Da das System darauf basiert, die Seiten dynamisch zu generieren, sobald die Datenbank aktualisiert wird, entsteht hier natürlich ein Zeitersparnisfaktor, der nicht ganz unerheblich ist. Denn ansonsten müsste man die Seiten ja mittels statischem HTML generieren, was mehr Kosten und zusätzliches Personal erfordert. ™

 

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Blogsoftware Teil 3 – Allrounder: Bloggen mit dem CMS

Wollen Sie wirklich nichts als bloggen? Wer vor allem eine komplexe Website aufbaut, braucht mehr, als nur Blogsoftware – und profitiert davon, wenn er mit dem ausgewachsenen CMS auch bloggen kann. Wir untersuchen Kandidaten, mit denen genau das möglich ist.

Drei der ganz Großen wollen wir ins Visier nehmen: Drupal, Typo3 und Joomla. Alle drei Systeme sind weit verbreitet. Vielleicht arbeiten Sie bereits mit einem dieser Programme? Dann lohnt sich ein Blick, ob die aktuelle Lösung für das anstehende Blog nicht ausreicht. Schließlich multipliziert man den Lernaufwand, die Wartungszeiten und unter Umständen auch die Serverlast, indem für jede Aufgabe ein eigenes Programm eingesetzt wird.

Drupal
Schon seit 2001 ist Drupal als ein OpenSource-CMS auf dem Markt, das erfolgreich Schwerpunkte setzen konnte. Während die grundlegende Installation nicht einmal WYSIWYG-Bearbeitung liefert, startet das System mit einer Vielzahl starker Erweiterungen, mächtiger Nutzerverwaltung und aktiver Weiterentwicklung durch. Eine Vielzahl von Websites, die auf Drupal basieren, unterstreichen die Vielseitigkeit des Systems. Natürlich kann Drupal auch bloggen  und speziell die Verwaltung mehrerer Blogs auf einer Installation wird oft als besondere Stärke angeführt.

ScreenshotWeder die Konfiguration noch die Verwaltung von Drupal sind besonders einsteigerfreundlich. Vorausgesetzt werden Apache (ab 1.3) oder IIS (ab 5), PHP (ab 4.3.3) und nach Möglichkeit MySQL (ab 4.1), zur Not auch PostgreSQL (ab 7.3). Ist das System einmal nach Kundenwünschen eingerichtet, können auch Laien damit komfortabel bloggen. Und mit der vor kurzem erschienenen Version 5 wird die rosige Perspektive des Systems einmal mehr unterstrichen. Mit dem Update geht allerdings auch ein Bruch mit Vorgängerversionen einher. Das ist gewollt, Drupal empfiehlt sich selbst nur Nutzern, die große Updates alle paar Monate in Kauf nehmen wollen. So will man auf dem neusten Stand der Technik bleiben. Klar, dass so manches nützliche Plugin noch nicht für Version 5 erschienen ist. Profis werden sich, nicht zuletzt dank der starken Community trotzdem gut zurechtfinden und können vor allem beim Aufbau von Websites mit starkem Social-Networking-Charakter glücklich werden.

Typo3
Eines der größten Schwergewichte im Web muss hier wohl kaum noch vorgestellt werden: Typo3 ist für viele Profis und Webdesignagenturen der Standard, um anspruchsvolle Websites zu entwickeln. ScreenshotAuf Dr. Web ist das System in mehreren Artikeln bereits vorgestellt worden. Auf den ersten Blick sind die Systemvoraussetzungen hier auch nicht viel höher als anderswo. Aber neben Apache oder IIS, PHP (ab 4) und MySQL (oder eine von mehreren alternativen Datenbanken) sind die Anforderungen an den Server recht hoch. Ein halbwegs schneller Prozessor und genug Arbeitsspeicher sind wichtig. Und ohne eine ganze Liste von Software auf dem Server (etwa zlib, GraphicsMagick) spielt Typo viele Stärken gar nicht erst aus. Für Anfänger ist das Interface ein wahr gewordener Alptraum. Ohne Betreuung und Einarbeitung durch Profis sollte kein Laie auf das System losgelassen werden. Aber auf die Idee, Typo extra zum Bloggen einzusetzen, würde ohnehin kaum jemand kommen.

Ist dagegen schon eine professionelle Website mit Typo eingerichtet, dann macht die zusätzliche Einrichtung eines Blogs in derselben Installation wenig Mühe. Besonders die Extension TIMTAB bietet in Kooperation mit zusätzlichen Erweiterungen inzwischen die volle Bandbreite an Blogfeatures. Die vielen technischen Klippen lassen sich nicht nur mit Hilfe der lebendigen Nutzergemeinschaft überbrücken, die besonders auch in Deutschland stark ist. Zu Typo3 gibt es auch eine Vielzahl guter Dokumentationen in Buchform. Besonders komfortabel oder einfach in der Handhabung wird Typo auch als Blog nicht. Aber es funktioniert.

Joomla
Ein Shootingstar unter den freien CMS ist Joomla. Auch, wenn unter der optisch einladenden Haube so manches nicht gerade intuitiv funktioniert, greifen auch Anfänger zu dem System. Mit Hilfe der regen Community kommt man aber durchaus ohne große Fachkenntnisse ans Ziel. Auf jeden Fall ist die Handhabung leichter, als bei Drupal oder bei Typo3. Die Installation klappt, PHP (ab 4.2), MySQL (ab 3.23) und einen Apache-Server (ab 1.13.19) vorausgesetzt, schnell und einfach. Die geforderte XML-Unterstützung und zlib-Bibliothek dürften in aller Regel kein Problem darstellen.

Screenshot

Längere Zeit gab es kaum eine sinnvolle Möglichkeit, mit Joomla zu bloggen. Rudimentär klappt das zwar vom Start weg, wer aber Wert auf zeitgemäße Funktionen, also Kommentare mit variablem Spamschutz, Tags, Trackbacks und so weiter legt, der war lange auf umständliche Lösungen angewiesen – etwa ein Plugin, dass eine komplette WordPress-Installation in Joomla einbindet. Inzwischen sind mit dem frei erhältlichen Mamblog und dem kostenpflichtigen My Blog (45 US$) zwei Plugins erhältlich, die Joomla in wenigen Klicks zur ordentlichen Bloglösung machen. Einige wesentliche Features fehlen noch, aber der schnelle Entwicklungsfortschritt lässt auf Besserung hoffen. Das kostenlose Mamblog muss dagegen noch nachsitzen, bis alle wichtigen Funktionen vorhanden und leicht nutzbar sind. Da das letzte Update über 100 Tage her ist, kann diese Lösung nicht guten Gewissens empfohlen werden. Bloggen mit Joomla ist damit Profis nur mit einer kleinen Zusatzinvestition zu empfehlen, funktioniert dann aber. Und nach einer kurzen Einweisung können es auch Anfänger.

Ein bisschen schlauer
Nun haben wir insgesamt sieben Kandidaten vorgestellt. Auch die drei neuen lassen sich auf OpenSource CMS testen. Zwar zeichnet sich bereits ab, welches System für welchen Nutzer zu empfehlen ist, aber wir wollen das genauer untersuchen – im vierten und letzten Teil unseres Artikels. Dort würdigen wir auch ein paar Systeme, die es nicht in den großen Überblick geschafft haben. ™

Erstveröffentlichung 13.04.2007

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CMS Programmierung

Blogsoftware Teil 1 – Der Überblick

Sie planen ein Weblog. Vielleicht wollen Sie ihre Arbeit dokumentieren, oder mit Kollegen netzwerken. Welches Content Management System kommt in Frage? Hunderte. Aber welches ist am sinnvollsten? Wir riskieren einen Blick.

Sich für ein CMS zu entscheiden, kann lange dauern. Viele Datenbanken, Infoseiten, Überblickstabellen zum Thema kann man in Minuten finden. So viele, dass man den Überblick verliert. Wer nicht klare Vorbedingungen formuliert, ein festes Ziel vor Augen hat und damit leben kann, Einiges zu übersehen, der wird Wochen und Monate nur mit Suchen verbringen. Dieser mehrteilige Artikel ist der Beginn einer Reihe, in der für spezifische Aufgaben geeignete CMS gefunden werden sollen. Natürlich nicht mit Anspruch auf Vollständigkeit – lieber eine gute Auswahl, als ein endloser Waschzettel.

Das Ziel: Bloggen
Blogs sind schon lange kein festgelegtes Format mehr. Zwischen dem Moblog eines Teenagers, der kommentarlos Partyfotos veröffentlicht, und einem professionell betriebenen Testblog, an dem mehrere Autoren arbeiten, kann man kaum noch Gemeinsamkeiten finden. Ebenso sind die Bedürfnisse äußerst verschieden. Also müssen Kriterien her, um überhaupt zu einer brauchbaren Kandidatenliste zu kommen. Was spielt bei der Entscheidung für Blogsoftware eine Rolle?

  • Nutzerfreundlichkeit: Einfache Bedienbarkeit ist eine Tugend – aber zu welchem Preis bekommt man die? Selten gehen ein mächtiges, schnell bedienbares System mit vielen Funktionen und intuitiver Nutzerführung Hand in Hand.
  • Ausstattung: Sind Grafiken ein Schwerpunkt, kommt ein Podcast dazu? Müssen Zusatzinhalte in die Sidebar eingebaut werden? Schreibt ein Autor an dem Weblog, oder soll eine Gruppe daran arbeiten? Oder sollen gleich mehrere Blogs unter einem Dach leben? Was muss und was kann bei einem Projekt, das muss sorgfältig überlegt werden, bevor eine Auswahl möglich ist.
  • Wartung: Installiert in fünf Minuten! Das hilft wenig, wenn alle zwei Wochen ein Sicherheitsupdate fällig wird und jedes zweite davon die zugrunde liegende Datenbank zerstört. Können unerfahrene Nutzer im Backend Schäden anrichten? Lassen sich die reparieren? Oder bricht ohnehin alles zusammen, wenn fünfstellige Besucherzahlen erreicht werden? Informationen über den Zeitaufwand der technischen Betreuung sind ebenso schwer zu erhalten wie notwendig.
  • Sicherheit: Natürlich muss jedes System sicher sein. Aber je nach Zielgruppe schwankt die Priorität dieses Faktors. Wird mit dem Weblog Geld verdient? Welchen Schaden können Imageschäden anrichten? Wird das Blog einer Webdesignagentur gehackt, schütteln potenzielle Kunden entsetzt den Kopf. Vor allem stark verbreitete Systeme rücken immer wieder ins Visier von Angriffen.
  • Preis: Viele gute Systeme gibt es gratis. Guten Support oft nicht. Und wenn das Gratissystem nicht performant läuft, dann könnten Serverkosten den Preisvorteil auffrssen.
  • Systemvoraussetzungen: Glücklich ist, wer Server und Service Provider frei wählen kann. Viele können es nicht und sollten deswegen vorher genau schauen, welches Betriebsystem, welche Programme und welche Rahmenbedingungen sich die Blogsoftware wünscht.
  • Community: Nicht nur als nie versiegende Quelle kostenlosen Supports ist eine große Community wünschenswert. Mit vielen Nutzern kommen oft auch mehr Plugins und bessere Designvorlagen; für viele Projekte ein wichtiger Faktor.

Diese Punkte wollen wir berücksichtigen, um Ihnen die Entscheidung für einen der Kandidaten zu erleichtern. Manches davon ist keine Geschmacksache, sondern lebensnotwendig. Dazu gehören:

  • Aktive Entwicklung: Auch, wenn ein CMS noch aktuell wirkt, bleibt es das nie lang. Ist die Entwicklung eingestellt, oder schläft sie seit langem, dann ist das System nicht mehr zukunftssicher.
  • Erweiterbarkeit: Nichts ist ärgerlicher, als mit einer einfachen Anforderung im laufenden Betrieb vor die Wand zu fahren. Zusätzliche Funktionen sollten über Plugins, oder zumindest schnelle Workarounds einsetzbar sein.
  • Bekanntheit: Zu bekannt zu sein, kann auch schaden. Spätestens, wenn die Spambots zuschlagen oder wenn ein Exploit Stunden nach seiner Veröffentlichung auf das eigene Weblog angewendet wird, wird das jedem klar. Aber allzu unbekannte Systeme sollen hier nicht vorgestellt werden. Es muss sich schon einen Namen gemacht haben und sollte auch nicht in einer frühen Betaversion vorliegen.

Im zweiten Teil untersuchen wir die Spezialisten: Blogsoftware, die zum Bloggen und für nichts anderes gedacht ist. ™

Erstveröffentlichung 04.04.2007

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CMS Programmierung WordPress

Blogsoftware Teil 2 – Die Spezialisten

Ein Blog ist doch eigentlich auch nur eine Website. Die Ränder des Formats sind unscharf, die Gemeinsamkeiten zwischen Blogs oft winzig. Aber so manches CMS hat sich einen Namen damit gemacht, Bloggern genau das zu geben, was sie brauchen. Wir untersuchen vier davon.

Um nicht an der Oberfläche bleiben zu müssen, beschränke ich mich auf wenige Kandidaten: WordPress, Movable Type, Textpattern und Serendipity. Alle sind sehr bekannt. Das ist auch gut so, denn Ruhm und eine starke Community gehen oft Hand in Hand. Auch, was Templates und Plugins betrifft, sowie eine sichere Perspektive bei der Weiterentwicklung, ist ein bekannter Name ein dickes Plus.

WordPress
Populärer geht es nicht: WordPress ist längst für viele Nutzer die selbstverständliche Wahl, wenn ein Blog gestartet werden soll – die Konkurrenz wird oft einfach ignoriert. Auf den ersten Blick überrascht das nicht. Die Installation auf dem Webserver funktioniert, PHP (ab 4.2) und MySQL (ab 4.0) vorausgesetzt, wirklich in wenigen Minuten. Die Administrationsoberfläche könnte effektiver gestaltet sein, hat sich aber im Vergleich zu älteren Versionen schon deutlich gesteigert. Die Menüführung ist einfach, auch technische Laien sollten sich zurechtfinden. Nicht nur zahlreiche Features sind vom Start weg vorhanden, bei einigen ist WordPress einsame Spitze. Die Zahl der Templates und Plugins etwa ist riesig, die Community leicht zu finden. Und während verschiedene Nutzer für ein Weblog eingerichtet werden können, muss man für verschiedene Blogs auf der Basis nur einer Installation zum kürzlich erschienen WordPress MU greifen.

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Aber nicht alles ist prima. Die Menüführung bekommen andere Systeme noch eleganter hin. Auch hat WordPress nicht vom Start weg alle Funktionen, die man sich wünschen könnte. Zwar ist ein Spamschutz zuschaltbar, aber dank seiner hohen Popularität werden bekannte Blogs regelrecht von Kommentarspam überfallen. Da muss mit Plugins nachgelegt werden. Und ist das Weblog so richtig populär, zeigt sich WordPress nicht effektiv. Performanceprobleme sind leider keine Seltenheit. Schließlich mussten sich Nutzer in den letzten Monaten über viele Sicherheitsupdates ärgern, die den Wartungsaufwand deutlich erhöhten.

Der Texteditor bietet an Textverarbeitungen orientierte Schaltflächen zur Formatierung. Das funktioniert besonders unter Firefox gut, mit anderen Browsern gibt es teilweise Kopfschmerzen. In einigen wenigen Betriebsystem-/Browser-Szenarien muss man Plugins nachlegen, damit alles rund läuft. Und wer genau wissen will, was wie formatiert wurde, der muss öfter in den HTML-Modus wechseln. Natürlich schaffen manche Plugins Abhilfe, indem sie etwa die einfache Markupsprache Textile unterstützen. Auch, dass Plugins und Themes (Vorlagen) nicht vom Start weg im Backend installiert werden können, ist ein kleiner Patzer. Andere Systeme machen es dem Nutzer leichter. Rudimentär ist die Bilderverwaltung geraten.

So ist WordPress für manchen Nutzer am Ende ein Patchworkteppich, der alles abdecken kann, was man nur will – wenn auch nicht immer elegant. Eine große Nutzergemeinde schwört allerdings weiterhin auf das System.

Movable Type
Der einzige Kandidat in der Liste, der nicht als Open Source-Projekt entwickelt wird: Movable Type hat eine lange Geschichte, war vor einigen Jahren noch der Standard für Weblogs, und ist nicht zuletzt wegen der schleppend langsamen Weiterentwicklung ins Hintertreffen geraten. Immer noch brüstet sich Hersteller Six Apart damit, die Software für die erfolgreichsten und populärsten Blogs der Welt zu liefern. Im Januar ist eine neue Version erschienen und der Firmenchef verspricht eine rege Weiterentwicklung. Viele frustrierte Nutzer antworten mit Kritik und Häme. Nichtsdestotrotz ist Movable Type heute ein System, dass unsere Kriterienliste gut erfüllt. Ob die Möglichkeit, für Geld mehr Features und professionellen Support zu erhalten ein Vor- oder Nachteil ist, bleibt wohl Geschmacksache. Mehrere User und mehrere Blogs auf einer Installation sind inzwischen unterstützt. Die Grundversion des Programms ist frei erhältlich.

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Die Wartung von Movable Type können heutzutage auch Laien bewältigen. Das war nicht immer so. Zwar ist die Installation an sich ein Kinderspiel, aber unter Umständen müssen Perl-Module auf dem Server nachinstalliert werden. Weitere Systemanforderungen sind eigentlich Standard: Apache oder Windows IIS werden als Umgebung empfohlen. Perl (ab 5.6.1) wird vorausgesetzt, verschiedene Datenbanken werden unterstützt (etwa MySQL ab Version 4). Ist das verifiziert, geht allerdings die Sonne auf. Das Nutzerinterface sieht klar strukturiert und einladend aus, mit minimalen Klicks und guter Orientierung kommt man schnell ans Ziel. Auch hier kann man den Komfort bei der Verwaltung der Vorlagen, oder beim Verfassen von Artikeln (z.B. für vernünftige WYSIWYG-Bearbeitung) deutlich mit Plugins steigern. Vorlagen gibt es in rauen Mengen, in sehr guter Qualität, und nur eine Websuche entfernt. Skeptiker ohne Perl auf dem Server testen zuerst Typepad, den fertig gehosteten Ableger.

Textpattern
Auf den ersten Blick ein Volltreffer für Puristen: Ein CMS; das ‚Text‘ schon im Namen führt, und wie kein anderes Interface auf eine nüchterne Nutzeroberfläche mit ganz viel Whitespace und einer klaren Designmetapher setzt. So weit, so gut. Textpattern ist auch durchaus leicht zu installieren (PHP ab 4.3, MySQL ab 3.23) und leicht zu bedienen – aber nur, wenn man keine Angst vor reinem Text hat. Neben HTML versteht Textpattern noch die elegante Markupsprache Textile, ein WYSIWYG-Editor ist hier aber ebenso Fehlanzeige wie manch nützliches Feature bei der Konkurrenz. Alles wirkt reduziert. Immerhin lassen sich Plugins ganz einfach aus dem Backend installieren. Aber zur Anpassung an die eigenen Bedürfnisse muss man als Nutzer vieles in große, übersichtliche Codefelder kopieren oder eintragen. Viele der exzellenten Templates für Textpattern zeigen, was hier alles möglich ist. Wer sich aber gar nicht erst mit Code befassen will, lässt besser die Finger hiervon.

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Im Vergleich zur Konkurrenz ist hier alles eher klein geraten: Die Community ebenso, wie die Menge an Plugins. Wichtige Features sind aber alle da; mehrere Autoren, und Dateiuploads werden unterstützt, mehrere Blogs mit einer Installation sind dagegen nicht ohne Weiteres möglich. Wer aber gern alles unter Kontrolle hat, Übersicht und reinen Text schätzt, der kann hier beruhigt zugreifen.

Serendipity
Die Voraussetzungen für das immer beliebtere Serendipity sind etwas zahlreicher als bei den anderen: Nicht nur PHP und MySQL werden verlangt, auch Apache ist ein Muss, und ein paar weitere Empfehlungen werden auf der rudimentär gestalteten s9y-Website formuliert. Die Dokumentation ist knapp gehalten und die Nutzergemeinde ist nicht gerade riesig, aber es gibt sie, sie spricht deutsch und hilft gern weiter. Zudem bietet der (deutsche) Chefentwickler kommerziellen Support an. Gerade viele Anfänger schwören auf den schnellen und einfachen Start (Installation noch einfacher als in WordPress). Vom Start weg gibt es nur sehr rudimentäre Möglichkeiten der Textbearbeitung, die aber für viele Zwecke ausreichen und dann intuitiv funktionieren. Von der komfortablen Bildverwaltung könnten sich andere Systeme eine Scheibe abschneiden. Mehrere User können mit zugewiesenen Rechten an einem Blog schreiben. Aber Multiblogging ist auch hier Fehlanzeige.

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Plugins sind in guter Zahl mitgeliefert und brauchen nur aktiviert zu werden, das sogenannte „Spartacus“-Plugin vorausgesetzt kann sogar die offizielle Datenbank aus dem Backend heraus durchsucht werden. Designvorlagen gibt es, aber die Zahl kann nicht mit der Konkurrenz mithalten. Wer mit etwas Geduld sucht, findet allerdings Hochwertiges.

Pausengong
Bis auf Movable Type können alle Systeme bei OpenSourceCMS getestet werden. Und ein Test vor der Entscheidung ist für jeden Profi ein Muss. Bevor wir aber ein Fazit ziehen wollen, nehmen wir im kommenden Teil des Artikels Allrounder unter die Lupe: Ausgewachsene Content Management Systeme, für die Bloggen nur einen Teil des Funktionsumfangs darstellt. ™

Erstveröffentlichung 04.04.2007

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CMS Programmierung

OpenEngine: WYSIWYG für alle

Einerseits erleichtert OpenEngine dank integrierter Ajax-Technologie die Organisation der Inhalte, so das selbst der Laie zurecht kommt, andererseits sorgt die fehlende Theme-Unterstützung für Ratlosigkeit bei Anwendern, die weder HTML- noch PHP-Kenntnisse besitzen. Denn OpenEngine verlässt eingetretene Pfade.

Leider haben die Programmierer dieses Content Managment Systems auf eine leichte Theme- bzw. Template-Aktivierung mit einer Auswahl verschiedenster Designs verzichtet, wie man es von vielen Systemen gewohnt ist, und stattdessen alles auf die Programmierkünste ihrer Anwender gesetzt. Der gängige Weg, ein fertiges Layout über die programmierte Umgebung zu stülpen, wurde hiermit verlassen. Dafür ist diese Template-Architektur recht flexibel und das Einfügen von speziellem PHP-Code kein Problem, wenn denn die verlangten Kenntnisse vorhanden sind. Doch vor der Template-Erstellung kommt die Installation.

OpenEngine setzt PHP 4 und eine MySQL-Datenbank voraus. Die Daten werden auf den Server übertragen, wonach die Ordner »html/img/cache«, »html/img/pool« und »cms/config« Schreibrechte erhalten. Über www.domainname.de/cms/system/setup wird im Anschluß die Installationsroutine gestartet. Jetzt sollte man die Informationen zur Datenbank wie Name, Benutzer und Passwort bereithalten. Empfehlenswert ist die Installation inklusive der Beispielvorlage, da hiermit ein solides Gerüst geboten wird, an dem man sein eigenes Design ausrichten oder zumindest die Struktur hinter dem CMS entdecken kann, nachdem man sich mit dem selbsttätig generierten Passwort eingeloggt hat.

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Die Website zum CMS bietet Videos, ein Forum und Dokumentationen

Die Seitenerstellung
Einen Frontend- und Backendbereich sucht man bei OpenEngine vergeblich, denn hier wurden solche Abgrenzungen aufgelöst. Wer die Demo mit installiert hat, kann gleich den Titel, den Text und das Bildmaterial jeder Seite editieren oder auch neue Seiten anfügen und deren Reihenfolge ändern. Überall werden dazu neben den Inhalten kleine Buttons geboten, über die verschiedenste Eingabeoptionen in Popup-Fenstern aufgerufen werden können. So wird bei der Überschrift nur ein kleines Fenster mit einzeiliger Eingabemaske geöffnet, bei den Inhalten dagegen ein anständiger WYSIWYG-Editor.

Diese Aufteilung ist zwar etwas zeitraubend, stört aber nach einer kurzen Gewöhnungsphase kaum noch. Wer Texte aus Word kopiert und in den Editor einfügt, kann sich darüber freuen, dass (fast) alle Formatierungen übernommen werden. Und auch sonst ist eine deutliche Nähe dieser Eingabeoption zu einer Standard-Textverarbeitung zu spüren, dazu kann man Formularfelder und Tabellen generieren. Änderungen können also intuitiv und leicht selbst vom Internet-fremden Unternehmer und Redakteur umgesetzt werden. Der WYSIWYG-Modus verhindert leider das Einhalten der W3C Standards.

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Der leistungsstarke Editor bietet eine Stütze bei der Seitengestaltung

Der Tooltip des jeweiligen Edit-Buttons zeigt an, welcher Editor an dieser Stelle verwendet und was in diesem bearbeitet werden könnte. Für Bilder gibt es einen eigenen Editor, um diese an der gewünschten Stelle zu platzieren. Zuvor können über eine Upload-Funktion weitere Fotos hochgeladen werden, um das Archiv, das hier FilePool genannt wird, zu vergrößern. Darin können Dateien übersichtlich in Verzeichnisse organisiert werden. Eingebundene Bilder werden über das Minus-Icon von der Seite gelöscht, nicht aber aus dem FilePool. Speziellere Editoren, etwa zur Eingabe von PHP-Code oder für Auswahllisten, werden wohl eher selten zum Einsatz kommen.

In OpenEngine können nur Unterseiten angelegt werden. Für eine neue Seite, die auch in der Navigation erscheinen soll, muss man sich also auf der Startseite befinden. Für hierarchische Strukturen geht man auf die Seite, die Unterseiten erhalten soll und klickt im Admin-Popup auf »Neue Unterseite«. Jetzt legt man den Seitentitel des Browserfensters, die Überschrift und den Namen für den Navigationspunkt fest. Selbst der Pfad kann hier geändert, im nächsten Reiter dazu das Template festgelegt und auch Metatags definiert werden. Es folgen die Inhalte der Seite.

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Das Kontrollzentrum von OpenEngine

Wie schon beschrieben, wird der Content nicht in einem Backend-Bereich administriert, sondern ein spezielles Popup bildet ein »Kontrollzentrum«, über das die Reihenfolge der Seiten in der Navigation ajax-unterstützt per Drag & Drop geändert, der FilePool gefüllt, Benutzer verwaltet, allgemeine Einstellungen vorgenommen und neu erstellte Seiten freigegeben werden können. Hierbei unterscheidet OpenEngine noch zwischen der Freigabe einer neuen Seite und deren Inhalte.

Das rote Fähnchen-Icon oben links zeigt an, dass die Seite noch nicht publiziert wurde, für den Besucher also noch nicht abrufbar ist. Die Seite wird erst über »Freigabe/Berechtigung« im Admin-Popup veröffentlicht, die Inhalte für sich mit je einem Klick auf den nebenstehenden Release-Button. So kann man in Ruhe über Wochen an den Inhalten einer Seite feilen, diese Modifikationen jedoch erst zum Abschluß freigeben, um etwa einen provisorischen Text zu ersetzen.

PHP-Programmierung statt Themes
Wenn jetzt noch aus einigen Designs ein passendes ausgewählt werden könnte, wäre OpenEngine eine harter Konkurrent, doch leider muss man sich um den kompletten Aufbau der Wesite von Grund auf selber kümmern. Klar können Anwender mit den nötigen PHP-Kenntnissen sehr frei arbeiten, doch soll ja ein CMS nicht nur dem Redakteur die Arbeit erleichtern, sondern möglichst auch von unerfahrenen Usern zum Laufen gebracht werden können. Das Design muss man hierbei jedoch als PHP-Seite erstellen und im Template-Ordner ablegen.

Hilfe findet der Programmierer in den fertigen PHP-Routinen und Funktionen, womit die Implementierung grundlegender Eigenschaften, wie etwa das Einbinden der Editoren oder der Navigation, erleichtert wird. Mittels HTML, CSS und einigen Grafiken entsteht dann das Template. Deren Anzahl ist nicht begrenzt. So könnte man für jede Seite des Projekts ein eigenes Template erstellen. Die Vorlagen müssen nur vor dem Gebrauch im Admin-Popup unter »Templates« erfasst werden.

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Übersicht der Seitenstruktur

Auch wenn die Template-Herstellung etwas Einarbeitungszeit verlangt, wird dieses Manko doch leicht von den weitreichenden Optionen ausgebügelt, die OpenEngine bietet. So könnte man etwa ein Kontaktformular, eine Sitemap oder ein Newsletter als Modul einbinden. Selbst ein Extranet ist verfügbar. Da die dynamisch erstellten Seiten auch statisch als HTML exportiert werden können, ist OpenEngine dazu ein suchmaschinen-freundliches CMS. Die Performance wird so ebenfalls gesteigert, da die Zugriffe auf die Datenbank minimiert werden.

Wer also PHP-Grundkenntnisse mitbringt, kann sehr leicht, von der Demo-Installation ausgehend, einen anständigen Webauftritt gestalten. Unterstützung findet man auf der Entwickler-Website, die neben einer ausführlichen Dokumentation auch Videos und ein Forum anbietet. OpenEngine wird lizenzkostenfrei als Download zur freien Verfügung angeboten.

Erstveröffentlichung 08.02.2007

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CMS Programmierung

Die Seitenbäckerei

Die Mischung aus einem Template, den Inhalten und Erweiterungen sorgt auch bei dem Content Management System Website Baker für dynamisch erzeugte Webseiten. Als Zielgruppe des Open-Source Systems wurden kleine bis mittelständische Unternehmen ausersehen.

CMS für den Mittelstand
Einfach, übersichtlich und schlicht präsentiert der Website Baker seinen Backend-Bereich. Besonders gut eignen soll sich das Konzept für Websites wie sie für kleinere Unternehmen mit vergleichsweise wenigen Seiten typisch sind. Auch wenn die Funktionsvielfalt mit großen Management-Systemenmithalten nicht kann, sorgen doch die Grundfunktionen und die Option, mit Modulen das CMS erweitern zu können, für ein solides Gerüst.

Der Wysiwyg-Eingabebereich FCKeditor erlaubt es auch einem weniger Internet-affinen Anwender, Inhalte im Netz zu veröffentlichen. Unterstützt wird er dabei durch die integrierte Rechtschreibprüfung, gängigen Funktionen wie Einfügen und Zurücknehmen, der Unterstützung von CSS, direktes Importieren aus Word sowie dem simplen Einflechten von Links, Bildern und Formularen. Die Toolbar kann man hierbei noch anpassen und so auf die eigenen Bedürfnisse zurechtschneidern.

Doch bevor die erste Seite erstellt werden kann, bedarf es der Installation, die genau wie die Bedienung des CMS recht einfach ist. Eine MySQL-Datenbank, PHP und ein deaktivierter Safe Mode werden dabei vorausgesetzt. Nachdem die Daten auf dem Server entpackt wurden, erhalten die Verzeichnisse »media«, »module«, »pages«, »temp«, »languages« und »templates« sowie die Datei »config.php« Schreibrechte. Jetzt kann über die index.php im »install«-Ordner die Installation ausgeführt werden (www.domainname.de/wb/install/index.php). War diese erfolgreich, löscht man das Verzeichnis »install« der Sicherheit zuliebe.

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Übersichtlicher Empfang im Backend-Bereich

Die erste Erweiterung des CMS sorgt für eine deutschsprachige Menüführung. Über »Addons« und »Languages« wird dazu bei »Install Language« DE.txt ausgesucht und mit »Install« eingebunden. In den »Default Settings« ist nun unter »Languages« die deutsche Sprachdatei zu finden. Jetzt kann auch schon das gewünschte Template aktiviert und über den Menüpunkt »Seiten« erste Inhalte eingepflegt werden. Der Titel einer Seite entspricht hierbei auch einem Menüpunkt des Internetauftritts, weshalb er kurz und knackig gewählt sein sollte. Mit »Übergeordnete Datei« ist es möglich, eine neu erstellte Seite einer anderen unterzuordnen. So lassen sich schnell hierarchische Strukturen anlegen.

Der FCKeditor ist für die Seitenerstellung voreingestellt, doch kann man unter »Art« auch Code, etwa für PHP-Skripte, News für typische News-Seiten mit Einleitung als Teaser, Form für Formulare, Forum für ein ebensolches oder Menu-Link für einen Menüpunkt mit Verweis auf eine externe Website auswählen. Alle generierten Inhalte können jederzeit geändert, gelöscht oder für die Besucher unsichtbar gemacht werden. Diese Funktionen lassen sich noch erweitern.

Module und Templates
Die Erweiterungen sind aufgeteilt in Module und Designvorlagen, was man gängiger mit Plugins und Templates übersetzen könnte. Der Website Baker lässt sich über die Module schnell um einen Eventkalender, ein Warenkorb-System, eine Sitemap-Funktion oder ein Gästebuch ergänzen. Zusätzlich kann man aus verschiedensten Galerie-Plugins das Passende wählen, wobei je nach Version die Anbindung an eine bestehende Flickr-Galerie oder eine Download-Option kein Problem darstellen. Auch eine Verwaltung für Bookmarks oder Audiofiles wird angeboten. Klar kann diese Auswahl nicht mit dem Plugin-Archiv von Typo3 mithalten, doch findet sich für den größten Bedarf die richtige Erweiterung.

Die Entwicklergemeinde ist klein, doch engagiert und so kommen immer wieder neue Module dazu, wie etwa das FAQ-Modul, eine Shoutbox oder auch die Administrationstools, wobei hier besonders das Plugin »Template Edit« hilfreich ist, um bestehende Designvorlagen zu verändern, die sich zumeist nur aus zwei PHP- und zwei CSS-Dateien aufbauen. Bei über 80 Templates, die zum Download bereit stehen, ist die Auswahl wohl groß genug, um zumindest eine brauchbare Grundlage entdecken zu können. Ist das nicht der Fall, kann man sein eigenes Template codieren.

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Funktionsumfang schnell erweitern

Benutzer- und Medienverwaltung
Der Zugang für weitere Anwender zum Backend-Bereich kann mit Hilfe der Benutzerverwaltung gesteuert werden. Der User wird dabei einer Gruppe zugeordnet, deren Rechte man zuvor festgelegt hat. So kann man bestimmen, dass manche Nutzer nur eine bestimmte Seite, die Seiten unter einem Menüpunkt oder gar das Template und die Module verändern dürfen. Ob der Anwender alle Optionen der Medienverwaltung nutzen oder nur Dateien aus dem Archiv für freigegebene Seiten verwenden darf, kann hier ebenso geregelt werden. Bei vollem Zugriff steht es einem frei, Daten hochzuladen und Ordner anzulegen, um darin das Bildmaterial zu organisieren.

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Einfache Seitenverwaltung mit Hierarchie und Sichtbarkeit

Ohne lange Einarbeitungszeit bekommt man dieses CMS schnell in den Griff. Es kann kostenlos verwendet werden. Und sollten doch einmal Probleme auftauchen oder es an Zeit mangeln, es gibt ein unabhängiges Angebot, um das System ab 9,90 Euro pro Monat in einer Hosting-Version zu mieten.

Erstveröffentlichung 08.01.2007

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CMS Programmierung

Testlabor für Open Source-Systeme

Wer auf der Suche nach einem kostenlosen Content Management System ist, sieht sich mit einer Reihe von Kandidaten konfrontiert. Warum nicht einfach online testen?

Testlabor für Open Source-Systeme
Wer auf der Suche nach einem kostenlosen Content Management System ist, sieht sich mit einer Reihe von Kandidaten konfrontiert. Joomla, Contenido, oder vielleicht doch Typo3? Nicht jeder hat die Zeit und die Nerven mehrere potenziell geeignete Lösungen auf dem eigenen Webserver zu installieren. Das muss auch nicht sein, denn die Website opensourcecms.com bietet den Testschlüssel zu 46 CMS-Systemen und allem was der Open Source-Markt so hergibt.

Zukünftige Blogger, Shop-Besitzer und Foren-Betreiber finden hier ebenfalls eine ideale Spielwiese zum Testen und eine gute Übersicht der derzeit angesagten Systeme.

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Losgehen kann es ohne Registrierungsprozedere. Login und Passwort liegen Copy & Paste-fertig bereit. Zwei Stunden darf nach Belieben herumgeschraubt und ausprobiert werden. Danach drückt einer der Betreiber den Reset-Button. (md)

Projektmanagement
Die einen arbeiten einfach drauflos, die anderen brauchen Organisation. Sind Computer im Spiel kann eine Projektmanagement-Software helfen. Basecamp ist ein komplett webbasiertes Exemplar. Kaum kompliziert bringt es Ordnung in das gemeinsame Schaffen. Eine Installation entfällt, individuelle Anpassungen sind trotzdem möglich. Die Preise richten sich nach der Menge der damit zu verwaltenden Projekte. Eine Testversion steht zur Verfügung. Wer lediglich ein Projekt managen will, kommt kostenlos davon.

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CMS Programmierung

Durchgeklickt: Click & Change

Das Spektrum der Content Management Systemen ist außerordentlich breit. Auch weniger große Ansprüche werden bedient. Die Cuxhavener Northclick GmbH hat ein System entwickelt, das eben so einfach zu bedienen wie leicht zu integrieren ist. Denn installiert wird überhaupt nichts.

Das Click & Change genannte System wird nur als komplettes Paket mit Email-Adressen, Domainname, Speicherplatz etc. angeboten. Für einmalig 208,80 EUR oder 33,64 EUR im Monat kann man sich die Arbeit des Webdesigners sparen. Dies ist auf der einen Seite praktisch, da nur noch eine Rechnung alle Kosten für die Internetpräsenz kombiniert. Auf der anderen Seite büßt man aber auch an Flexibilität ein.

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Designmodus nur im IE

Insgesamt stehen derzeit neun verschiede Layout-Templates zur Verfügung, mit denen man auskommen muss. Änderungen sind nur im geringen Maße möglich. Die Templates basieren auf CSS, was zumindest einige Möglichkeiten eröffnet. Allerdings wird das System weiterentwickelt und soll später auch eigene Vorlagen erlauben.

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direkte Kontrolle im HTML-Mode

Der hier wie auch in anderen Systemen genutzte WYSIWIG-Editor des Internet Explorers erzeugt keinen sauberen HTML-Code. Ein bekanntes Problem. Wer darauf Wert legt, hat ein Problem. Allerdings wird auch hier an zukünftigen Verbesserungen gearbeitet.

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Menü rechts für Globale Einstellungen

Über ein Menü am rechten Seitenrand hat man direkten Zugriff auf alle globalen Einstellungen. Hier lassen sich das verwendete Layout, die Farbpalette und die Schriftfamilie wählen. Bilder, die zu dem Design-Template gehören, können problemlos gegen eigene Fotos oder Logos getauscht werden. Eine recht umfangreiche Bildergalerie bietet zusätzlich genug Motive, um etwas Abwechslung in die Seiten zu bringen.

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direkte Kontrolle im HTML-Mode

Texte und Bilder lassen sich per Mausklick auswählen und editieren. Das Vergrößern oder Verkleinern der Bilder führt nicht zu Qualitätsverlusten, selbst bei starken Änderungen einiger Beispielbilder blieb deren Qualität optimal. Die jeweilige Neuberechnung ist mit Wartezeiten verbunden.

Screenshot
direkte Kontrolle im HTML-Mode

Fährt die Maus über die Navigation, lassen sich per Klick die gewählten Seiten in den Editor einladen. Das Menü selbst ändert man über den dann auftauchenden Link „Seitenstruktur bearbeiten“.

Screenshot
direkte Kontrolle im HTML-Mode

Click & Change überzeugt durch eine einfache Benutzung. Selbst Formatierung aus Word-Dokumenten können via Zwischenablage übernommen werden, lediglich bei verschiedenen Textgrößen kommt das System durcheinander.

Für den WYSIWIG- oder Design-Modus ist ein Internet Explorer zwingend vorgeschrieben. Im Mozilla-Browser lassen sich die Inhalte zwar auch ändern, aber nicht ohne HTML-Kenntnisse – hier wird dann der normale HTML-Bearbeitungsmodus genutzt. Auch so kann gearbeitet werden, die Vorteile eines CMS werden aber nur zum Teil genutzt.

Professionelle Webdesigner werden das System seiner Beschränkungen wegen nicht einsetzen wollen. Wer aber ohne profunde Kenntnisse einfach und rasch zu einem eigenen Ergebnis kommen möchte, findet hier eine Alternative.

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CMS Programmierung WordPress

Contenido: Container, Module und Templates

von Dirk Metzmacher

Dass ein kommerzielles Unternehmen im Verbund mit einer Open-Source-Gemeinschaft Probleme haben kann, wissen wir nicht erst seit Mambo. Bei Contenido funktioniert die Zusammenarbeit von Gewerbe und Entwicklergemeinschaft bisher außergewöhnlich gut.

Das mag auch daran liegen, das Four for Business, dass Unternehmen hinter Contenido, einzig mit der Verwirklichung ganzer Projekte inklusive Support Geld verdient. Die riesige Entwicklergemeinschaft hätte auch ein Wörtchen mitzureden, wenn Four for Business plötzlich das Produkt statt des Supports und weitere Dienstleistungen rund um Contenido anbieten würde. Dazu wird es hoffentlich nicht kommen, weshalb man noch lange von der Service-Power eines Dienstleisters und dem offenen Code der Community profitieren kann. Lediglich PHP ab Version 4.1 und eine MySQL-Datenbank werden dazu benötigt.

Contenido ist das ideale CMS für kleine bis mittelständische Unternehmen. Es ist mandantenfähig, bietet die gebräuchliche Trennung zwischen Frontend und Backend sowie die Option, mehrsprachige Websites zu realisieren.

Das Design wird als Layout festgelegt und bleibt – wie es sich gehört – von den Inhalten getrennt. Die Grundstruktur legt man in einer HTML-Datei fest. Ähnlich wie bei WordPress wird dabei nur eine Datei mit dem Grundaufbau, etwa für ein dreispaltiges Layout, ein Header und ein Footer sowie ein externes Stylesheet benötigt. Diese Daten können ohne weitere Software im integrierten HTML-Editor von Contenido erstellt werden. Was in den einzelnen Bereichen geschehen soll, wird durch sogenannte Contendio-Container festgelegt. Hierbei kommt eine ganz eigene Syntax zum Einsatz.

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Integrierter HTML-Editor

Container an Container
Die Container zeigen die Stellen an, an denen später die Navigation, das Suchfeld oder weitere Funktionalitäten auftauchen sollen. Dazu werden bestimmte Befehle eingefügt. Der Grundaufbau der linken Spalte könnte etwa wie folgt aussehen:

 
<div id="left">
<container id="1" name="Suche" types="Navigation" mode="fixed" default="Suche">
Suche</container>
<container id="2" name="Hauptnavigation" types="Navigation" mode="fixed" default="Hauptnavigation">
Hauptnavigation</container>
</div>

Die Syntax lautet:

  • id: Spezifiziert die Containernummer
  • name: Spezifiziert einen Containernamen
  • types: Spezifiziert die erlaubten Typen.
  • mode: Spezifiziert den Containermodus.

Erlaubte Modi sind:

  • mandatory: Ein Modul muß ausgewählt werden
  • optional: Ein Modul kann ausgewählt werden
  • fixed: Nur das Default-Modul ist erlaubt
  • default: Spezifiziert das Default-Modul

Module
Die Container müssen nun mit Modulen verbunden werden. Ein Modul enthält etwa die komplette Navigation, ein anderes die Suchfunktion. So kommt die Website zu ihrer Funktionalität. Man klickt also auf »Module« im Abschnitt »Style« und kann vorhandene Module einsehen und neue Module hinzufügen. Im Feld »Ausgabe« sieht man den HTML-Code, der später anstelle der Container eingefügt wird. Durch sogenannte »CMS-Variablen« kann man nun bestimmen, welche Inhalte aus der Datenbank verarbeitet werden sollen. Auch der Typ dieses Moduls, wie etwa Navigation, Inhalt oder gar Bild, wird hier festgelegt. Die zahlreichen CMS-Variablen können in der Dokumentation nachgelesen werden. Damit werden auch Erweiterungen von Modulen zum Kinderspiel.

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Module sorgen für die Funktionalität der Website

Templates
Mit dem Layout wurde der Grundaufbau festgelegt, mit den Containern die Stellen angezeigt, die durch die Module ihre Funktionalität erhalten. Zusätzlich können einzelne Templates erstellt werden. Dort wird definiert welcher Container welches Modul darstellen soll. Diese Templates stellen das Verbindungsstück zwischen Layout und Modulen dar. Deren Anzahl wird, passend zur Festlegung der Container innerhalb des Layouts, angezeigt und je nach Bedarf mit einem Modul ausgerüstet. Nachdem die Templates angelegt wurden, kann man diese einer ganzen Kategorie oder einem einzelnen Artikel zuweisen.

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Templates verbinden Container und Module

Contenido ist anpassungsfähig. So können zuerst einige Layouts und Module definiert werden, um sie später in verschiedenen Templates zu kombinieren. Für die Inhalte sorgt man dann im Bereich »Content«, wo man Artikel schreibt und ändert, Kategorien festlegt oder Dateien verwaltet. Bei den Artikel wird mit einem Pfeil der Startartikel festgelegt, also der Artikel, der in der Kategorie als erstes angezeigt werden soll.

Unkompliziert erfolgt die Bearbeitung bestehender Artikel im WYSIWYG-Editor. Einfach ist auch das Anlegen eines weiteren Artikels, mit dem neben den Inhalten auch gleich die Kategorie, ein Template und einige Metadaten wie Keywords festgelegt werden. Um an dieser Stelle HTML-Code einzufügen, schaltet man einfach auf die Codedarstellung um.

Unter »Extras« findet man eine komplette Newsletter-Verwaltung. Wie überhaupt Contenido dank einer Plugin-Schnittstelle erweitert werden kann. So zum Beispiel um ein Workflow- oder Fragebogenmanagement und eine LDAP-Anbindung. Der Aufbau dieses CMS ist logisch, die Bedienung einfach. Nur die Zusammenhänge von Layout, Containern, Modulen und Templates mag für unbedarfte Anwender eine Hürde darstellen. ™

Erstveröffentlichung 05.11.2006

Kategorien
CMS Programmierung

Modular und flexibel: Redaxo

Redaxo ist ein modular aufgebautes Open-Source Content Management System. Es nimmt für sich in Anspruch einfach und flexibel zu sein.

Lizenzfreie Systeme zur Pflege von Internetauftritten gibt es viele, darunter der Riesen wie Typo3 oder Joomla. Diese können alles, lassen aber aufgrund ihres Funktionsumfangs viele, die sich mit dem Gedanken tragen, ein CMS einzusetzen, vor Ehrfurcht erstarren.

Die Demo-Version von Redaxo ließ sich im Selbstversuch auch von einem Nichtentwickler in gut einer halben Stunde installieren. Lediglich bei den Schreib- und Leserechten einzelner Dateien gab es auf dem Webserver Probleme, die aber dank verständlicher systemseitiger Fehlermeldungen schnell behoben werden konnten.

Besondere Anforderungen an den Webspace stellt Redaxo nicht: PHP-Unterstützung und eine MySQL-Datenbank sollten die meisten Hoster für wenige Euros im Monat zu bieten haben. Wer dann ein FTP-Programm am Start hat und die Zugangsdaten für die Datenbank weiß, kann schon bald seine ersten Gehversuche starten.

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Die Demo-Version lädt zum stressfreien Ausprobieren ein.

Gleich positiv ins Auge fällt, dass die Macher von Redaxo offensichtlich Wert auf ein optisch ansprechendes Backend legen. In einem grafisch schönen Umfeld macht die erste Entdeckungsreise viel mehr Laune.

Da wäre zunächst die Hauptterminologie. Die verschiedenen Bereiche einer Website nennt Redaxo Kategorien, Ordner, die einen oder mehrere Artikel (Seiten) enthalten können. Wie alle modernen Content Management Systeme setzt auch Redaxo auf der Trennung von Layout und Inhalt. Das Layout (Einspalter, Zweispalter etc.) eines Artikels erfolgt durch die Zuweisung eines (HTML-)Templates mit ausgelagertem Stylesheet. Verwaltet werden die Templates über einen zentralen Menüpunkt.

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Jedem Artikel sein Template. Welches Seitenlayout man realisiert, bleibt der eigenen Pixelfantasie überlassen.

Templates bilden das grundsätzliche Seitengerippe, während der kombinierte Einsatz verschiedener Module letztendlich dafür sorgt, dass das, was man mit Textverarbeitung und Photoshop entwickelt hat, auch auf der Seite zu sehen ist. Im Internet-Legoland heißen die Modulbauklötze Headline, Formular oder Download, die, einmal entwickelt, in jedem Artikel zum Einsatz kommen können. Hier offenbart sich der ganze Charme eines modular aufgebauten Content Management Systems, das sukzessive mit den steigenden inhaltlichen Anforderungen des eigenen Internetauftritts Schritt hält.

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Module bringen den Geschwindkeitsvorteil beim Erstellen neuer Seiten und stellen gleichzeitig eine seitenweit einheitliche Formatierung sicher.

Kinderleicht wie das Zusammenstecken bunter Plastikteile ist das Erstellen von Templates und Modulen natürlich nicht. Solide HTML- und CSS-Kenntnisse sind selbstredend Pflicht und ohne ein vertieftes PHP-Verständnis wird auch das Anpassen bestehender Module zu einer schweißtreibenden Angelegenheit, geschweige denn eine Programmierung, die ganz den eigenen Vorstellungen von einer guten Website gehorcht. Wer sein CMS-Ding in Eigenregie durchziehen will, kommt an einem intensiven PHP-Kurs nicht vorbei. Allemal besser als noch zusätzlich eine Skriptsprache lernen zu müssen, wie das beim TypoScript von Typo3 der Fall ist.

Alleine mit seinen Sorgen und Nöten lassen einem die Leute hinter Redaxo allerdings nicht. Auf der Website gibt es eine ausführliche Dokumentation, komplett in deutscher Sprache. Und das User-Forum existiert nicht nur, sondern wird rege genutzt. Eine Plattform zum Wissensaustausch („My Redaxo“) befindet sich im Aufbau, hier sollen die Redaxonutzer ihre AddOns, Module und Templates miteinander teilen können. Alles Indizien für eine lebendige User-Community, wie auch die Liste der Agenturen, die bereits Go Lives mit Redaxo realisiert haben und Support anbieten, nicht darauf schließen lässt, dass es sich hier um ein System handelt, welches bald wieder vom Markt verschwindet.

Für Unternehmen, die in Zukunft ihre Website mit einem CMS betreiben oder ihr altes loswerden möchten, stellt Redaxo eine interessante Option da. Zukunftssicherheit verspricht die Offenheit für barrierefreies Webdesign, Features wie ein zentraler Medienpool und die 100%ige Kontrolle des Quellcodes lassen aufhorchen. Und der Blick auf die derzeit über 600 Einträge umfassende Referenzliste beweist, dass auch vorne etwas Gescheites heraus kommen kann. Darunter sind Großprojekte wie das mehrsprachige Wirtschaftsportal von Hessen und Perlen, wie die Selbstdarstellung der Eislaufprinzessin Katarina Witt. Ob Redaxo vom kostenlos verfügbaren Funktionsumfang den gleichen breiten Benutzerkreis zufriedenstellen kann wie die ganz Großen, bleibt abzuwarten und wird vom Anteil der entwicklungsfreudigen Radaxoianer ohne reine kommerziellen Absichten abhängen. ™

Links zum Artikel:

Erstveröffentlichung 21.09.2006