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Schritt für Schritt texten: Die Startseite

Artikel darüber, was einen guten Text ausmacht, gibt es viele. Ratgeber für die Überarbeitung noch viel mehr. Aber all das hilft manchmal nicht weiter, wenn man mit einer losen Zielvorstellung vor dem Rechner sitzt, Textblöcke hin- und herschiebt und am Ende wieder kein packender Text entstehen will. Wie schreibt man also in der Realität? Probieren wir es aus.

Artikel darüber, was einen guten Text ausmacht, gibt es viele. Ratgeber für die Überarbeitung noch viel mehr. Aber all das hilft manchmal nicht weiter, wenn man mit einer losen Zielvorstellung vor dem Rechner sitzt, Textblöcke hin- und herschiebt und am Ende wieder kein packender Text entstehen will. Wie schreibt man also in der Realität? Probieren wir es aus.

Wie man einen Text für eine Webseite schreibt, kann man eindeutig an der Praxis demonstieren. Natürlich gibt es keinen pauschal richtigen Prozess. Flexibilität ist bei Teamarbeit nunmal wichtig. Probieren wir uns an einem gängigen Beispiel: ein Webdesign-Studio.

In der Praxis kann man Text nicht isoliert betrachten. Viele Einflüsse kommen von außen, die hier ganz bequem ignoriert werden. Es soll nur darum gehen, wie mit klarer Zielsetzung ein Text entstehen kann. Andere Fragen werden von anderen Artikeln geklärt.

Vor dem Aufbruch

Vor dem Schreiben kommen Vorarbeiten. Besonders, wenn man kein routinierter Texter ist, sollte man sich die einzelnen Arbeitsschritte immer bewusst machen und sich möglichst daran halten. Schnell springt man voreilig zum nächsten Schritt. So sind umfangreiche Revisionen bis hin zum komplett neuen Entwurf vorprogrammiert.

Zuerst müssen die Rahmenbedingungen klar sein. Dabei müssen alle mitreden, die maßgeblich an der Gestaltung der Seite mitarbeiten. Wie die Struktur einer Seite aufgebaut ist, wie das Design aussehen könnte, das beeinflusst maßgeblich, wie der Text aussehen kann und soll.

Blick nach außen

Auf der Suche nach Ideen kann man früh eine Konkurrenzanalyse ansetzen. Die wäre sinnvoll, wird hier aber nur angeschnitten, soweit sie für den Text relevant ist. Bei einer Untersuchung 30 populärer, zufällig ausgewählter Design-Studios habe ich schnell diese häufigen Probleme gefunden:

  • Texte sind zu lang – Warum das auf einer Startseite nicht geht, ist klar. Nach wenigen Absätzen lässt beim schnellen Lesen die Aufmerksamkeit stark nach.
  • Der Stil passt nicht – Negativ aufgefallen sind umgangssprachlicher Ton auf seriös designten Webseiten, überdrehtes Werbedeutsch (zu viele Sprachspiele und Superlative) und vor allem zu förmlicher Ton (Nominalstil, lange Sätze)
  • Fachausdrücke – könnte man zum schlechten Stil rechnen, ist aber besonders häufig und problematisch. „CMS“ ist als unerklärte Überschrift inakzeptabel. Von „W3C-validierten Seiten“ sind Laien schwer zu beeindrucken.
  • Nur Stichpunkte – An sich gut, aber ein paar echte Sätze kann man auf der Frontseite schon platzieren.
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler – passieren jedem Mal. Aber auf der Startseite?

Das Ziel bestimmen

Die Erkenntnisse mögen alle nicht neu sein. Sie geben uns aber wichtige Anhaltspunkte, wie wir es besser machen können. Versuchen wir mal, ein paar Ziele des Textes zu definieren.

Länge – Die optimale Länge ermittelt man zusammen mit dem Design. Der wichtigste Teil muss unbedingt sofort zu sehen und schnell zu lesen sein. Aber auch nicht zu kurz. Als Kompromiss setzen wir maximal 250 Wörter an.

Publikum – Gehen wir von einem kleinen, aber flexiblen Studio aus. Wir wollen möglichst viele Kunden ansprechen, die vielleicht nur etwas Ahnung von Technik haben.

Stil – Was wir über die Zielgruppe gesagt haben, gibt maßgeblich den angestrebten Stil vor: Wir wollen seriös sein, verschiedene Bildungsniveaus ansprechen, also einfach, aber nicht umgangssprachlich texten. Auch die Fehler der Konkurrenz wollen wir vermeiden: Fachsprache ist auf der Startseite tabu. Und, anstatt den Besucher wie ein Werbeplakat anzuschreien, setzen wir auf gut lesbaren Stil.

Ziele des Textes

Auch bei kurzem Text ist eine Gliederung, die gleichzeitig unsere Ziele formuliert, angebracht. Der Text soll:

  • Besucher ansprechen „Hallo“ klingt abgedroschen. Ein klares Signal, dass es hier losgeht, reicht. Schon der erste Satz muss Interesse wecken.
  • Inhalt einführen – Klar sagen, worum es geht. Was wird geboten? Das ist immer die erste Frage, wenn man auf eine neue Webseite kommt.
  • Appetit machen – Der Text ist werbend. Also muss man dem Kunden auch das Gefühl geben, dass man sich lohnt.
  • Orientieren – Gerade Kunden, die wenig Ahnung vom Medium haben, wissen vielleicht gar nicht, wo sie hinwollen. Außerdem ist es klug, den Besucher direkt auf weitere Bereiche der Seite zu lenken, statt den Text einfach zu beenden.

Manche Webseiten erreichen alle diese Ziele in zwei Sätzen. Das ist gerade in Web2.0-Designs sehr in. Wir gehen aber davon aus, dass unsere weniger medienaffine Kundschaft schon ein paar Sätze lesen will.

Probieren wir’s

Sie brauchen eine Webseite. Ist das so schwierig?

Nein. Sie brauchen nur den richtigen Partner. Zum Beispiel uns. Wir bringen Sie online. Und wir bringen Sie durch den ganzen Prozess, von der ersten Idee bis zur vollständigen Onlinepräsenz. Mit unserer mehrjährigen Erfahrung wissen wir, was eine gute Webseite ausmacht. Und wir wissen, wie lange ein Projekt dauert, wie viel es kostet und wie man es zum Erfolg macht. Alle Leistungen, die eine Webseite ausmachen, bieten wir Ihnen aus einer Hand; gute Bilder, überzeugende Texte und ein Produkt, das am Ende einfach funktioniert. Und die fertigen Webseiten können Sie ganz einfach selbst inhaltlich betreuen oder sie profitieren auch in Zukunft von unsererer Expertise.

Wollen Sie von unserer Erfahrung profitieren? Wir sind immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Geben Sie uns eine Chance, auch Sie zu begeistern. Wir werden Sie nicht enttäuschen.

Das Internet ist ein komplexes Medium; fangen wir ganz einfach an. Werfen Sie einen Blick auf unsere Referenzen und Testimonials, um sich von unserer Arbeit zu überzeugen. Prüfen Sie, ob unser Leistungsspektrum zu Ihnen passt. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Verbesserungswürdig

Das ist der erste Entwurf. Kann man das noch besser machen? Natürlich. Klären wir aber zuerst, wie die Ziele umgesetzt wurden. Die Länge des Textes bleibt mit 182 Wörtern vielleicht zu weit hinter den Forderungen zurück. Im Web ist zu kurz aber besser als zu lang.

Der zweite Absatz bringt – sehr beliebig – die Leistungen der Agentur, also den Inhalt. Was fehlt, sind individuelle Stärken. Und der Absatz ist zu lang. „Bringen“ und „einfach“ werden wiederholt. Der „ganze Prozess“ klingt schwammig. Die „mehrjährige Erfahrung“ klingt nicht ausdrucksstark. Wieviel denn genau? Adjektive wie „gut“ sind dazu viel zu ungenau, um ein Bild beim Leser zu erzeugen. „Expertise“ wird falsch angewendet. Mit dem Verweis auf inhaltliche
Betreuung wird immerhin das Konzept CMS eingeführt, ohne Laien zu überfordern.

Zu generisch klingt ebenfalls der Appetizer. Inhaltlich stimmt die Richtung, aber Formulierungen wie „Wir werden Sie nicht enttäuschen“ hat man schon x-mal gelesen. Dass am Anfang die Erfahrung aufgegriffen wird, ist gut. Dass „profitieren“ wiederholt wird, nicht.

Der letzte Absatz gibt tatsächlich einfache Orientierung. Dass nachher Rubriken in etwa so heißen wie die gegebenen Links, muss natürlich abgestimmt sein.

Wie wird es besser?

Sie brauchen eine Webseite. Ist das so schwierig?

Nein. Sie brauchen nur den richtigen Partner. Zum Beispiel uns. Wir bringen Sie online. Seit vier Jahren betreuen wir Kunden auf dem Weg von der ersten Idee bis zur vollständigen Online-Präsenz. Mit dieser Erfahrung wissen wir, was eine gute Webseite ausmacht. Und wir wissen, wie lange ein Projekt dauert, wie viel es koste, und wie man es zum Erfolg macht.

Alle Leistungen, die eine Webseite ausmachen, bieten wir Ihnen aus einer Hand; professionelle Fotos, überzeugende Texte und ein Produkt, das am Ende funktioniert. Die fertigen Webseiten können Sie ganz einfach selbst inhaltlich betreuen oder sie setzen auch in Zukunft auf unsere Fachkenntnis.

Wollen Sie von unserer Erfahrung profitieren? Wir sind immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Geben Sie uns eine Chance, auch Sie zu begeistern. Wir werden Sie überraschen.

Das Internet ist ein komplexes Medium; fangen wir ganz einfach an. Werfen Sie einen Blick auf unsere Referenzen und Testimonials, um sich von unserer Arbeit zu überzeugen. Prüfen Sie, ob unser Leistungsspektrum zu Ihnen passt. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Manöverkritik

Fast dieselbe Länge, mit einem Absatz mehr, aber mehr Platz verbraucht: Die erste Überarbeitung adressiert alle angesprochenen Fehler. Ist sie deswegen gut?

Natürlich nicht. Einiges ist deutlich besser: Die Wiederholungen sind beseitigt, der Absatz schafft bessere Lesbarkeit. „Vier Jahre“ klingen konkreter, ebenso ist der „Weg“ anschaulicher, als der „Prozess“. „Professionelle Fotos“ sind nicht perfekt, besser als „gute Bilder“ aber allemal.

Die Überarbeitung eines Textes, vor allem, wenn er so häufig gelesen wird, muss gründlich und wiederholt erfolgen. Aber das Schema bleibt dasselbe: Den Text immer wieder kritisch durchschauen. Klar formulierte Ziele sind überprüfbar. Wenn die erreicht werden, hat man vielleicht auch einen guten Text. ™

Von Jan Bojaryn

Sprachwissenschaftler, freier Autor und Texter. Befasst sich seit fast 20 Jahren professionell mit Sprache, Webdesign, Usability und Kommunikation im Netz. Schreibt Artikel und Ratgebertexte zu verschiedenen Themen. Liebt guten Text, nutzerfreundliches Design und Currywurst.

10 Antworten auf „Schritt für Schritt texten: Die Startseite“

Hallo,

also ich finde Thomas Kilian hat das schon ganz gut geschrieben. Ich denke man sollte immer mal eine Nacht drüber schlafen – am nächsten Tag erkennt man seine Fehler wieder viel besser. Ich will gar nicht Fehler sagen – eher, das was man besser machen könnte.

Eines ist klar: Immer den Vorteil für den Kunden hervorheben.

Aber wegen jedem Wort nachzudenken ist wahnsinniger Zeitaufwand. Diese Zeit könnte man für seine eigentliche Tätigkeit schon wieder verwenden.

Ich mach es ab jetzt so: Ich lass von Freunden, Bekannten und Verwandten die Texte lesen. Ich sage auch sie sollen wirklich streng mit der „Beurteilung“ sein. Ich werte dann diese ca. 20 Meinungen aus, denke über die schriftlichen Beurteilungen nach und handle dementsprechend.

Liebe Grüße,
Michael Pröll

Hallo allerseits,

ich finde, das ganze hängt auch von der individuellen Leistungsmöglichkeit der Agentur ab.
Und wie Dr. Web schon einleitend bemerkt hat, MUSS man zumindest auf grammatikalisch richtige Schreibweise achten. Rechtschreibfehler (manche vergessen sogar ganze Wörter oder Wortblöcke !) sind überall tabu, nicht nur auf der Startseite.

Ich kann mich einigen Vor-Postern hier nur anschließen. Der Vorteil des Kunden sollte immer im Vordergrund stehen, das ist wichtiger als eine „perfekt Selbstdarstellung“.
Zum Beispiel könnte man schreiben: Profitieren Sie von unserer mehr als 4-jährigen Praxis-Erfahrung im Webdesign.
Ein weiterer Vorteil für Sie ist, dass Sie die Inhalte Ihrer Homepage jederzeit ganz einfach selbst editieren oder ergänzen können. Und dafür brauchen Sie keinerlei Kenntnisse im Bereich Webdesign.

Auch wenn es nur ein Beispiel war von Dr. Web. Den Satz „…wir wissen, was es kostet“ finde ich sehr unglücklich formuliert. Warum ? Erstens. Wenn die Agentur NICHT wüsste, wieviel sie für ihre Dienstleistungen verlangt, dann wäre das peinlich und unseriös. Zweitens klingt das für mich so, dass eine Firmen-Homepage immer teuer ist. So nach dem Motto: „Ja, ja, Webdesign ist sauteuer – wir wissen das…“.

Nur mal so zwischen den Zeilen gelesen.

Fazit: Wichtig ist es, primär die Vorteile für den Kunden in den Vordergrund zu stellen, aber immer so, dass man zu den daraus geweckten Erwartungen auch jederzeit stehen kann.

@Thomas Kilian: Was mir direkt negativ aufgefallen ist, ist der Satz: „Lassen Sie sich überraschen!“

Ein Kunde möchte sich doch meistens nicht überraschen lassen. Er möchte das seine Ideen umgesetzt werden, und das Gefühl haben, er habe die gesamte Kontrolle über sein Projekt.

Ist aber jetzt nur meine persönliche Meinung…

Sehr guter Artikel, weil er die Schritte zum erfolgreichen Texten anschaulich darstellt – aber das Ergebnis ist in meinen Augen eher „Bullenschau“, als Nutzenformulierung.
(http://www.neukunden-magnet.de/nutzenformulierung-statt-bullenschau/)

Was hat der Kunde von meiner Erfahrung? Wir können professionelle Bilder, wir wissen, wie lange ein Projekt dauert und was es kostet, wir, wir, wir.

– selbst inhaltlich betreuen
– wir begeistern sie
…finde ich hingegen schon sehr gut.

Wie wäre es denn damit:
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Sie brauchen eine erfolgreiche Website. Ist das so schwierig?

Nein – Sie brauchen nur den richtigen Partner. Wir bringen Sie online und helfen Ihnen, die Neuen Medien erfolgreich zu nutzen.

Seit vier Jahren betreuen wir Kunden auf dem Weg von der ersten Idee bis zur vollständigen Online-Präsenz. Unsere Erfahrung, was eine gute Webseite ausmacht, geben wir dabei sehr gerne an Sie weiter. Im persönlichen Gespräch zeigen wir Ihnen, wie lange ein solches Projekt dauert, wie viel es kostet und welchen Nutzen Sie aus einem professionellen Internetauftritt ziehen.

Alle Leistungen, die eine Webseite ausmachen, bieten wir Ihnen aus einer Hand; professionelle Fotos, überzeugende Texte und ein Produkt, das am Ende funktioniert. Die fertigen Webseiten können Sie ganz einfach selbst inhaltlich betreuen oder sie setzen auch in Zukunft auf unsere Fachkenntnis.

Profitieren Sie von unserer Erfahrung! Wir freuen uns auf Ihre Herausforderungen und wollen Sie begeistern. Lassen Sie sich überraschen!

Das Internet ist ein komplexes Medium; fangen wir ganz einfach an. Werfen Sie einen Blick auf unsere Referenzen und Kundenmeinungen, um einen ersten Eindruck von unserer Arbeit zu erhalten. Prüfen Sie, ob unser Leistungsspektrum zu Ihnen passt. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, damit wir auf Ihre Bedürfnisse konkret eingehen können.

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Vielleicht entwickelt sich der Text ja durch die Kommentare auch noch weiter… würde mich freuen, hier weitere Überarbeitungen zu lesen. Beste Grüße, Thomas#

Mir fällt noch auf Anhieb der Begriff „Testimonials“ ins Auge. Ich glaube nicht, dass Herr oder Frau DAU damit etwas anfangen können. Schreibt man da am besten „Werfen Sie einen Blick auf unsere Referenzen und lesen Sie Aussagen unserer Kunden.“? Oder besser „[…] und lesen Sie, wie uns Kunden beurteilen.“? Man sollte einen Text wirklich sehr oft lesen.

Hallo Dr. Web,
ihr berichtet ja auch ab und zu über Typografie, warum nehmt ihr das nicht selbst genauer? Eure Seite gehört zwar nicht zu den von mir alltäglich besuchten, aber das ist mir eben gleich aufgefallen: Gedankenstriche werden als Bindestrich gesetzt, obwohl es in HTML doch den – gibt, an Stelle des Apostrophes wird ein Fußzeichen benutzt und Anführungszeichen, die man zur Not auch über ASCII-Codes (&#[NUMMER];) realisieren könnte, werden übergangen.
Schade!

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