Kategorien
Bilder & Vektorgrafiken bearbeiten Design Sonstige Programme

Sketchology für iPad: Vektorbasiertes Zeichnen ohne Größenlimit

In unserer losen Reihe "iOS for Creative Professionals" stellen wir Ihnen heute die brandneue iPad-App Sketchology, das Erstlingswerk des Entwicklers Robin Mickle vor. Sketchology scheint auf den ersten Blick bloß eine weitere Zeichen-App unter den vielen bereits vorhandenen zu sein. Bei genauerem Hinsehen indes, ist sie ziemlich einzigartig. Denn sie erlaubt das Zeichnen ohne Größenbegrenzung. Die Leinwand kann dynamisch frei gezoomt werden. Beliebig große Werke sind so möglich.

sketchology-app-homepage

Sketchology: Vektoren statt Pixel

Man denkt es sich bereits. Zeichnen ohne Größenbegrenzung? Frei zoombar? Das kann kein Pixel-Knecht sein. In der Tat ist Sketchology eine Zeichen-App, die komplett auf Vektoren setzt. Auf diese Weise sind extrem detailreiche Werke möglich, von denen auf der Website zur App etliche, teils wirklich beeindruckende zu sehen sind.

sketchology-app-examples

Um nur mal einen Eindruck zu vermitteln, lassen Sie uns das folgende Bild mal etwas näher ranzoomen:

sketchology-app-examples-zoomed-out
sketchology-app-examples-zoomed-in

Ich denke, es wird visuell hinreichend deutlich, was mit Sketchology möglich ist.

Sketchology mit herkömmlichen Zeichenwerkzeugen

Dabei setzt Sketchology durchaus auf traditionelle Zeichenwerkzeuge, wie man sie auch in anderen Apps, etwa Paper oder Sketchbook vorfindet. Insgesamt bietet Sketchology fünf Pinsel und vier Werkzeuge, dazu verschiedene Strichstärken und Deckkraft-Einstellungen, sowie einen Farbmischer, der nicht auf Vorgaben beschränkt ist. Paper-Nutzer kennen letzteres erst seit einem der letzten Updates.

Dabei ist Sketchology kostenlos, dies jedoch nur im Grundausbau. Dieser besteht aus drei Pinseln, nur einem Werkzeug und elf wählbaren Grundfarben. Das reicht nur zum Testen, immerhin ist der Wasserfarbpinsel und die Kalligrafie-Feder, sowie ein Tintenwerkzeug bereits dabei. Schmerzhafter wirkt sich schon das Fehler der freien Farbmischung, aber auch das Fehlen von Werkzeugen, wie der Pipette, einer Flächenfüllfunktion und dem selektiven Weichzeichner aus.

Kurz und gut: Wer ernsthaft mit Sketchology arbeiten will, kommt um einen In-App-Kauf in der Größenordnung von 4,49 Euro nicht herum. Damit werden alle verfügbaren Funktionen frei geschaltet.

Sketchology macht einem den Einstieg leicht. Über eine zunächst leere Übersicht der bereits erstellten Werke begibt man sich zu einem leeren Canvas, dem am oberen Ende die Werkzeugleiste angefügt ist. Über "Hide" lässt sich diese zum Verschwinden bringen, ein kleines Plus am oberen linken Bildschirmrand erlaubt die Wiedereinblendung der Leiste mittels eines Tap.

sketchology-landscape-load-screen

Sketchology folgt dem Trend zum Flat Design und stellt durch seinen übersichtlichen Funktionsumfang und seine klare Formensprache auch absolute Neueinsteiger nicht vor Rätsel. Die einzelnen Buttons muss man indes etwas länger gedrückt halten, bevor weitere Optionen erscheinen, wie hier die verfügbaren Pinsel:

sketchology-brushes

Das Mischen der gewünschten Farben erfolgt vollständig visuell, was bei einer App, die sich ganz offensichtlich eher an Künstler, denn an Kommunikationsdesigner richtet, dann auch konsequent ist.

sketchology-colorselector
Die Verpixelung auf diesem Screenshot ist meinem PNG-Optimierer geschuldet. In Natura sieht das natürlich nicht so aus.

Zeichenschritte können rückgängig gemacht werden, allerdings nur in einer Größenordnung von rund einem Dutzend der zuletzt ausgeführten Aktionen. Ebenso kann das Rückgängigmachen rückgängig gemacht werden.

Grundsätzlich benötigt man in Sketchology nur zwei Finger. Mit zwei Fingern auf dem Display zoomt man ein und aus und bewegt den Bildausschnitt frei umher. Sobald nur ein Finger auf dem Display erkannt wird, wird wieder gezeichnet. Das ist simpel und bereitet schon nach kurzer Zeit einige Freude. Selbst weniger begabte Zeichner wie ich, können durch das extreme Ein- und Auszoomen schicke Details mit dicken Fingern zeichnen, die in der Gesamtschau wie filigrane Effekte wirken.

Sketchology: Der Haken an der Sache

Wer bereits beim Lesen ein wenig weiter gedacht hat, stellt sich womöglich jetzt bereits die wichtigste Frage: Wie speichert man diese Zeichnungen?

Nun, natürlich können Zeichnungen in ihrem jeweiligen Zoomstatus in die Camera-Roll gespeichert werden, wo sie dann als PNG in Retina-Auflösung liegen, also zu Pixeldateien werden. Damit ist der Vorteil des Zeichnens ohne Größenbeschränkung dahin.

Will man die Zeichnungen außerhalb von Sketchology betrachtbar machen, so ist man auf den Dienst des Entwicklers angewiesen. Entscheidet man sich in der App unter Options > Share für "Export super-resolution" und wählt danach eine der Share-Methoden (Twitter, Facebook oder E-Mail), so wird man ohne weitere Erläuterungen aufgefordert, einen Account anzulegen. Hierzu gibt man eine E-Mail-Adresse an und vergibt ein Passwort, sowie einen gewünschten Nutzernamen.

Danach kann man die Exportgröße wählen, die von 35 Megapixel bis zu 1,57 Gigapixel rangiert. Hat man sich für eine Auflösung entschieden, führt ein Tap auf Ok dazu, dass Sketchology die Datei berechnet und auf die Website hochlädt. Das erzeugte Format bleibt dabei im Dunkeln.

Nun stellt Sketchology Ihnen einen Link zur Verfügung, der Sie zu einer frei zoombaren Webansicht Ihres Kunstwerks führt. Besser als nichts, mag man sagen, aber natürlich keine gute Lösung. Klicken Sie hier für ein Beispiel.

Im Ergebnis erhalten Sie demnach für 4,49 Euro eine zweifellos beeindruckende App, die es Ihnen ermöglicht, beliebig große Kunstwerke mit erstaunlichem Detailgrad zu erzeugen. Allein, Sie können mit den so kreiierten Werken außerhalb der Sketchology-Website nichts anfangen. Zur Frage, ob sich das in Zukunft ändern soll, denkbar wäre ja mindestens eine Plugin-Lösung für beliebige Websites, ist nicht zu ermitteln.

Einstweilen müssen Sie sogar dem Betreiber im Zuge der Account-Erstellung die Genehmigung erteilen, Ihre Werke frei verwenden zu dürfen, was alles in allem ziemlich inakzeptabel ist. Solange Sie Sketchology (iTunes-Link) indes autark als App auf Ihrem iPad betreiben und als solches betrachten, ficht Sie das alles nicht an und Sie verfügen über eine der besten Zeichen-Apps, die ich bislang in die Finger bekam.

Von Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

Eine Antwort auf „Sketchology für iPad: Vektorbasiertes Zeichnen ohne Größenlimit“

Hallo,

ich habe leider mit Sketchology Enttäuschung erlebt. Nach dem Kauf der App länger an einem Bild gearbeitet, jetzt plötzlich speichert er nicht und lässt sich nicht mehr öffnen. Bei der letzten Ansicht konnte ich feststellen, das auch sämtliche Arbeitschritte vorher gelöscht worden sind. Mühe um sonst die Software vernichtete meine ganze Arbeit–zu unseriös! Nur ein Kipnderspiel ?

Schöne künstlerische Grüße T.U.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.