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SuperPreview: Cross-Browser-Testing aus dem Hause Microsoft

Microsoft will mit „Super Preview“ die tägliche Arbeitsroutine der Webdesigner erleichtern. Mehrere Browser gleichzeitig können mit der neuen Anwendung getestet werden. Die finale Version soll sogar bei der Fehlerbehebung des Codes helfen. Die Beta-Version hält bisher allerdings nur einen bescheidenen Anteil dieser Versprechen.

Microsoft will mit „Super Preview“ die tägliche Arbeitsroutine der Webdesigner erleichtern. Mehrere Browser gleichzeitig können mit der neuen Anwendung getestet werden. Die finale Version soll sogar bei der Fehlerbehebung des Codes helfen. Die Beta-Version hält bisher allerdings nur einen bescheidenen Anteil dieser Versprechen.

Super Preview im Überblick

Super Preview ist eigentlich als Anwendung innerhalb der nächsten Version des Microsoft Expression Web geplant. Die Applikation soll Webdesignern Cross-Browser-Tests erheblich vereinfachen. Eine Site kann damit auf mehreren Browsern gleichzeitig betrachtet werden und unterschiedliche Darstellungsweisen können leichter erkannt werden. SuperPreview zeigt die einzelnen Browser-Wiedergaben nebeneinander, untereinander oder legt sie sogar übereinander. In der finalen Version soll der Webdesigner auch noch Feedback in Form von Warnungen und Scripting-Assistenten erhalten.

Die große Neuerung der Anwendung liegt in dieser gleichzeitigen Darstellung einer Site anhand verschiedener Browser. Es gibt zwar bereits viele Cross-Browser-Testing-Tools, keines bietet jedoch eine solch komfortable Lösung an. Viele Dienste beschränken sich auf Screenshots und man muss sogar mehrere Stunden auf diese Bilder warten. Hinzu kommt noch, dass man mit diesem Screenshots nur eingeschränkt arbeiten kann. Schließlich zeigen sie lediglich einen Teil der Site. Daher haben Webdesigner in der Praxis viele verschiedene Browsertypen in mehreren Versionen auf ihrem Rechner installiert. Oft müssen dazu virtuelle Systeme eingerichtet sein, da sich pro Browser (vor allem Internet Explorer) nur eine Version auf einem System installieren lässt. Jede Seite muss einzeln geöffnet und die Darstellung einzeln auf Fehler überprüft werden.

Die „Super Preview“-Beta-Version

Die Beta-Version der „Super Preview“ unterstützt lediglich Internet Explorer 6,7 und 8. Unter Windows 7 funktioniert Super Preview nur noch für IE 7 und 8. Die finale Version soll zusätzlich noch Firefox und Safari unterstützen.

Die Funktionsvielfalt des 250 MB großen Beta-Downloads beschränkt sich auf die visuellen Darstellungsformen und Vergleichsmöglichkeiten. Code-Warnungen oder -Hilfen wurden in dieser Version noch nicht umgesetzt.

Voreingestellt ist ein Split-Screen, der nebeneinander zwei Browserfenster zeigt. Die Darstellung untereinander oder nur einer Seite eines Browsers ist auch möglich. Besonders interessant ist die überlappende Darstellung der Seiten (onion skinning). Die Darstellungsformen der verschiedenen Browser werden übereinander gelegt, sodass man Unterschiede sofort festmachen kann.

Die Menüleiste ist entsprechend den wenigen Funktionen überschaubar. Man kann anhand der Buttons zwischen den verschiedenen Ansichtsmöglichkeiten wechseln, das Lineal ein- und ausblenden, einen Thumbnail der gesamen Site ein- und ausblenden, zoomen sowie im DOM-Modus (Document Object Model) zwischen der Einstellung Standard und Difference wählen. Mit der Standardeinstellung wird ein Objekt in den Browserfenstern rot umrandet. Im „Difference Mode“ wird es hervorgehoben, indem der Rest der Site verdunkelt wird. Dadurch soll der Vergleich einzelner Teile der Homepage vereinfacht werden.

Super Preview in der Praxis

Ob die geplanten Code-Funktionen der Super Preview-Anwendung für Webdesigner tatsächlich geeignet sein werden, lässt die Beta Version nicht erkennen. Schließlich ist diese auf die rein visuellen Funktionen beschränkt.

Als Cross-Browser-Tester kann das Tool jedoch den Arbeitsprozess erleichtern. Super Preview nimmt Webdesignern bereits in der Beta-Version den Aufwand ab, mittels virtuellen Systemen mehrere Versionen des Internet Explorers gleichzeitig zu installieren. Jedoch ist diese Funktion mit Vorsicht zu genießen. Microsoft weist darauf hin, dass die IE 6 Darstellungen der SuperPreview von dem tatsächlichen Ergebnis eines IE 6 Users abweichen können.

Die Nachteile der Anwendung liegen darin, dass Super Preview nur auf Windows-Rechnern läuft und der Funktionsumfang auf den Internet Explorer begrenzt ist. Auch in Zukunft wird die Browservielfalt nicht bedeutend ausgeweitet. Zwar wird die finale Version Firefox und Safari unterstützen, andere Browser wie Chrome oder Opera jedoch nicht. Ein umfassendes Cross-Browser-Testing Tool wird Super Preview somit nie werden.

Ob die neue Anwendung tatsächlichen Mehrwert für Webdesigner schafft, ist zu hinterfragen. Denn Super Preview ist darauf ausgelegt, dass man simultan überprüfen kann, ob eine Website in Browser X pixelgenau so aussieht wie in Browser Y. Doch für Webdesigner ist eine solche Übereinstimmung oft gar nicht notwendig. Vielmehr interessiert sie, ob die Site in jedem Browser gut aussieht. Dass sich dadurch die Darstellung in Browser X gegenüber Browser Y um fünf Pixel verschiebt, ist zu vernachlässigen, solange das Gesamtbild stimmt.

Zusammenfassend bleibt mit Bestimmtheit also nur der Vorteil, eine simple Variante gefunden zu haben, mehrere IE Versionen schnell zu betrachten. Und das nur, wenn Super Preview auch die tatsächliche Darstellung des IE 6 wiedergeben kann. Solange die Anwendung keine große Palette an Browsern unterstützt, wird sie nicht zum Muss für Webdesigner avancieren. Daran werden auch die geplanten Code-Funktionen nichts ändern, da professionelle Webdesigner eher selten auf Microsoft Expression Web zurückgreifen. ™

Von Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

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