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Vom Bloggen leben: Tipps von Nischenseiten-Betreiber Daniel Beuing aka Danosch (Interview)

Die Interview-Serie „Vom Bloggen leben“ stellt erfolgreiche Blogger und deren Geschäftsmodelle vor. Sie beschäftigt sich zudem mit der Frage, wieviel diese Blogger verdienen und wie sie es dorthin geschafft haben. Im heutigen Teil heißt der Interviewpartner Daniel Beuing (aka Danosch). Er betreibt das Blog „Eine Million verdienen“, worin er sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, diese Summe mit 6 Nullen nur mit Internetprojekten einzuspielen. Im Geschäftsmodell des engagierten Wirtschaftsstudenten steht allerdings nicht das Blog im Zentrum, sondern es dient vor allem der Dokumentation seiner Erfolge und der Informationsbereitstellung für interessierte Leser. Die Haupteinnahmen erzielt er mit vielen kleinen Projekten. Sein Geschäftsmodell unterscheidet sich daher stark von denen unserer bisherigen Interviewpartner.

Screenshot: www.eine-million-verdienen.de, Stand: 2.10.14)
Screenshot: www.eine-million-verdienen.de (Stand: 2.10.14)

Wie viel verdienst du mit deinem/n Blog/s bzw. mit deinen Nischenseiten?

Also, ich sehe das Geschäft bisher noch als Studentenjob. Das heißt, dass die aktuell gut 1000 Euro im Monat sicherlich ein guter Verdienst sind. Natürlich möchte ich in Zukunft meine Seiten und andere Projekte weiter ausbauen, um langfristig wirklich davon leben zu können.

Was sind deine wichtigsten Einnahmequellen? (Affiliate-Werbung, eigene Info-Produkte, Gastbeiträge etc.)

Meine nahezu einzige Einnahmequelle, abgesehen von einigen Adsense-Bannern, ist das Affiliate Marketing. Um mit Gastbeiträgen Geld auf meinem Blog oder meinen Nischenseiten zu verdienen, sind die Zielgruppen meist zu eng abgesteckt oder die Besucherzahlen einfach zu niedrig. Ich lasse mich da natürlich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber die vorrangigen Einnahmen erhalte ich durch die Vermittlung von Produkten.

Wie bist du auf die Idee gekommen, das Bloggen bzw. Nischenseiten zu deinem Beruf zu machen?

Ich habe anfangs nur Nischenseiten gestartet und mit dem eigentlichen Bloggen rund um das Thema „Online-Marketing“ erst später begonnen. Meine Anfänge waren dabei dermaßen unerfolgreich, dass ich mich eigentlich gar nicht mehr mit dem Thema Marketing beschäftigt habe, bis ich dann eines Tages doch die ersten Einnahmen erzielen konnte. Natürlich sind 1000 Euro im Monat nicht sonderlich spektakulär. Bedenkt man allerdings, dass ich in weniger als einem halben Jahr auf diese Summe gekommen bin, versteht man sicherlich, was das Thema Internet-Marketing so spannend macht.

Wie lange hat es bei dir gedauert, bis du vom Bloggen bzw. Nischenseiten leben konntest? Was waren deiner Meinung nach die ausschlaggebenden Gründe dafür?

Also, wenn ich von der Firmengründung ausgehe, dann hat es fast 2 Jahre gedauert. In dieser Zeit habe ich allerdings so viel gelernt, dass ich ab einem gewissen Zeitpunkt einen spürbaren Anstieg meiner Einnahmen verzeichnen konnte. Meine Anfänge waren – wie gesagt – so dilettantisch, dass ich den eigentlich Beginn meiner Tätigkeit meistens auf das Ende des Jahres 2013 datiere. Meine Projekte waren und sind zu 90% abhängig von Suchmaschinen und wenn man nicht die entsprechende Geduld mitbringt und gewisse Faktoren überoptimiert, kann es durchaus sein, dass man langfristig keinen einzigen Besucher auf seine Seiten lockt. Allerdings habe ich ständig an meinen Projekten gearbeitet und immer mehr dazu gelernt und neue Sachen ausprobiert. Ich gebe immer gerne zu, dass meistens nur 20 oder 30 Prozent der gestarteten Projekte rentabel werden, daher war bei mir der ausschlaggebende Grund vermutlich auch etwas Glück und vor allem Durchhaltevermögen.

Wie viele Besucher brauchtest du, um vom Bloggen leben zu können? Gibt es eine Kennzahl, die du als Minimum ansehen würdest?

Diese Frage kann ich leider nicht konkret beantworten. Das kommt im Endeffekt immer auf die eigene Präsentation und die beworbenen Produkte an. Wenn ich nur Handyhüllen bewerbe, brauche ich sicherlich mehr kaufwillige Besucher, als wenn ich mich auf Kredite konzentriere.

Screenshot des Nischenseitenprojekts www.32zollfernsehertest.de, Stand: 2.10.14)
Screenshot des Nischenseitenprojekts www.32zollfernsehertest.de (Stand: 2.10.14)

Gab es einen Punkt, an dem du alles hinschmeißen wolltest? Warum und wie bist du darüber hinweg gekommen?

Nachdem mein erstens Projekt gescheitert ist, habe ich mich eigentlich nicht mehr so recht mit dem Thema beschäftigt und eher halbherzig ein zweites Projekt aufgebaut. Dann habe ich mehr oder weniger aus Versehen meine Zahlen bei Amazon geprüft und festgestellt, dass sich da doch etwas tut. Ab dem Zeitpunkt war ich wieder Feuer und Flamme und habe ständig neue Seiten aus dem Boden gestampft.

Geld im Internet zu verdienen wird fälschlicherweise oft mit dem Traum von wenig Arbeit mit viel Ertrag gleichgesetzt. Wie sieht deine Realität aus? Wieviele Arbeitsstunden investierst du pro Woche in dein/e Blog/s und Nischenseiten?

Das kommt immer ganz darauf an (super Antwort, ich weiß). Ich arbeite aber tatsächlich maximal 20 Stunden pro Woche an meinem Blog und meinen Seiten, wobei ich die meiste Zeit eigentlich für meinen Blog aufwende. Die Nischenseiten laufen meist ganz von alleine. Erst kürzlich war ich für einige Zeit im Urlaub und konnte danach feststellen, dass abgesehen von meinem Blog, der vor allem auf regelmäßige Artikel angewiesen ist, sonst alles beim Alten geblieben ist und die Seiten auch wunderbar ohne meine Kontrolle funktioniert haben.

Wie planst du die Entwicklung deines/er Blog/s und Nischenseiten? Schreibst du spontan darauf los oder planst du in Wochen/Monaten/Jahren?

Die Nischenseiten skizziere ich meist vorher grob auf einem Din A4 Blatt. Dann mache ich mir Notizen zu möglichen Themen, suche mir entsprechende Keywords mit guten Suchvolumina heraus und schreibe meine Artikel. Man könnte also sagen, dass dies meist recht spontane Aktionen sind.

Wie stellst du sicher, dass dir nie die Themen ausgehen und woher weißt du, dass Sie dein Publikum auch interessieren?

Neue Themen braucht man in der Regel ja eher bei blogbasierenden Internetseiten. Meine Nischenseiten sehen zwar aus wie Blogs, sind aber eigentlich statische Seiten, an denen ich eher selten arbeite. Ich klopfe vorher meist grob die Themenfelder ab und notiere mir möglichen Unterthemen und arbeite diese dann in der Regel in recht kurzer Zeit ab. Wenn dann etwas Neues in diesem Bereich passiert, beispielsweise ein neues Gerät in dieser Sparte auf den Markt kommt, widme ich mich diesem Thema dann meist in einem Artikel.

Gibt es deiner Meinung nach Kriterien, die ein Blogthema bzw. Nischenseitenthema unbedingt erfüllen sollte, um Geld zu verdienen oder kann man mit jedem Thema als Blogger bzw. mit einer Nischenseite genug Geld zum Leben verdienen? (gemeint sind Suchvolumen, Branche etc.)

Wenn man mit einem Blog Geld verdienen möchte, dann sollte man in der Regel schon vorher prüfen, ob sich mit diesem Thema Geld verdienen lässt und dabei vielleicht einfach mal im Bekanntenkreis fragen, ob der oder diejenige entsprechende Sachen im Internet bestellen würde. Generell kann man sicherlich mit 99% aller Themen auch irgendwie Geld verdienen.

Kann und/oder sollte man ein erfolgreiches Blog bzw. eine Nischenseite am Reisbrett entwerfen? Wenn ja, was ist entscheidend?

Es ist sicherlich von Vorteil, wenn man einen groben Überblick hat und einige Themen und Features der Seite im Voraus plant. Wenn einem zu einer Nische partout nichts einfallen will, sollte man aber eventuell die Finger davon lassen.

Welche Vorkenntnisse braucht deiner Meinung nach ein erfolgreicher Blogger bzw. Nischenseitenbetreiber?

Im Prinzip keine. Das ist ja das Schöne an der Sache. Ich hatte anfangs auch keine Ahnung davon und habe mir mehr oder weniger alles selber beigebracht und angelesen. Wenn man in einer Nische unterwegs ist, interessiert man sich ja in der Regel auch für das entsprechende Thema und wenn man dann noch einigermaßen gut recherchiert, wird man meist automatisch zu einem Experten auf dem Gebiet. So ging es mir jedenfalls bisher.

Wenn du eine Anleitung für einen Nischenblog bzw. eine Nischenseite zum Geldverdienen schreiben müsstest, welche drei Punkte würden darin in jedem Fall enthalten sein?

Das hört sich ja fast nach der berühmten Frage nach der Lizenz zum Gelddrucken an. Ich denke, dass kann man so konkret nicht beantworten. Jedenfalls fällt mir spontan keine schlüssige Antwort darauf ein. Man sollte sich vielleicht fragen, ob es für die eigene Idee einen Markt gibt und ob man sich damit beschäftigen möchte.

Könntest du jederzeit wieder ein neues Blog bzw. eine neue Nischenseite aufsetzen von dem/r du leben könntest? Wenn ja, was unterscheidet deine Herangehensweise von den vielen Tausend, die scheitern?

Aufsetzen: ja. Davon leben? Keine Ahnung. Also sagen wir es mal so: ich habe definitiv mehr Ideen, als ich Zeit habe. Ich würde mich jetzt auch nicht als so erfolgreich betrachten, dass ich mich hier weit aus dem Fenster lehnen möchte, aber ich bin auch dutzende Male gescheitert. Glücklicherweise kostet eine Internetseite, abgesehen von der Zeit, vielleicht 10 Euro im Jahr. Wenn die Idee nicht funktioniert, sollte man einfach etwas Neues probieren. So mache ich das jedenfalls.

Screenshot des Nischenseitenprojekts www.akku-unterwegs-aufladen.de (Stand: 2.10.14)
Screenshot des Nischenseitenprojekts www.akku-unterwegs-aufladen.de (Stand: 2.10.14)

Welche Tools sind deiner Meinung nach absolute „Must haves“, um mit Websites Geld zu verdienen? Und warum sind diese so wichtig?

Kein einziges. Es gibt zwar einige Tools, die ich häufig und regelmäßig nutze, dabei geht es aber vor allem um die Erleichterung häufiger Arbeitsschritte. So nutze ich beispielsweise fast täglich Market Samurai, aber fast alle Informationen aus dem Tool bekommt man rein theoretisch auch umsonst. Nur dauert dann ein einfacher Arbeitsschritt vielleicht zehn mal so lange.

Gibt es auch Tools, die du für absolut überschätzt hältst? Wenn ja, warum?

Dazu fallen mir eigentlich nur dubiose E-Mail- und Videokurse mit 3- und 4-stelligen Preisen ein. Wenn man nichts weiß, kann man da sicherlich einiges lernen, aber mich haben die Preise bisher immer abgeschreckt.

Was unterscheidet – abgesehen von den Einnahmen – einen Profi-Blogger bzw. Nischenseiten-Starter von einem Hobby-Blogger bzw. Hobby-Seitenbetreiber? Anders gefragt: Welche Eigenschaften braucht man als Profi?

Streng genommen würde ich mich zwar nicht als Profi bezeichnen, aber man sollte sicherlich einen langfristigen Plan, einige redaktionelle und journalistische Grundregeln beachten und vor allem entsprechende Motivation mitbringen.

Gibt es sonst noch etwas, dass du unseren LeserInnen zum Thema mitteilen willst?

Wenn man ernsthaft versuchen möchte, sich langfristig ein passives Einkommen im Internet aufzubauen, sollte man sich nicht von kleinen Rückschlägen unterkriegen lassen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Daher immer schön weiter machen.

Über Danosch aka Daniel Beuing

Daniel Beuing ist ein 24-jähriger Wirtschaftsstudent aus Herne. Als Studierender, der sich früher mit klassischen Nebenjobs sein Studium finanzierte, stieß er schnell an die Grenzen und Möglichkeiten. Geregelte Arbeitszeiten und der klassische Tausch von Zeit gegen Geld machten diese Arbeitsweise unflexibel. Flexibilität erleichtert das Studieren allerdings.

Als er von Nischenseiten und der Möglichkeit von passiven Einkommen im Internet erfuhr, startete er mit einem Freund eine solche Firma. Mittlerweile nimmt Danosch damit mehr als 1.200 Euro pro Monat (Quelle: Einkommensreports auf www.eine-million-verdienen.de, Stand: August 2014) ein. Sein Geschäftsmodell basiert nicht wie bei den anderen vorgestellten Bloggern dieser Interview-Serie hauptsächlich auf einem Blog und ein paar Nebenprojekten, sondern es steht auf vielen kleinen Projekten (sogenannten Nischenseiten), die das Haupteinkommen darstellen, und sein Blog www.eine-million-verdienen.de widmet sich seinen Erfahrungen bei diesen Projekten und dient als Dokumentation seines engagierten Vorhabens. Das Blog steuert allerdings nur einen geringen Teil des Einkommens bei.

Links zum Beitrag

(dpe)

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Interview mit Peer Wandiger: Wie baue ich ein Blog, von dem ich leben kann?

Dieses Interview markiert den Start einer neuen Serie hier auf Dr. Web. Das Thema der Serie lautet: „Wie baue ich ein Blog, von dem ich leben kann?“. Dafür interviewen wir erfolgreiche Blogger aus dem deutschsprachigen Raum und fragen diese nach ihren Erfolgrezepten, Tipps und Tricks und mehr. Auch dem hierzulande oft totgeschwiegenen Thema nach realistischen Einnahmen wollen wir auf den Grund gehen. Die Serie startet mit Peer Wandiger. Er betreibt www.selbstaendig-im-netz.de (kurz SiN) und ist damit einer der erfolgreichsten Blogger Deutschlands.

Screenshot: Selbständig im Netz
Screenshot des SiN-Blogs.

Wie viel verdienst du mit deinem/n Blog/s?

Über die genauen Blog-Einkünfte gebe ich aus verschiedenen Gründen keine Auskunft mehr. Aber es ist mittlerweile mehr als genug zum Leben. Zudem will ich in absehbarer Zeit einen Mitarbeiter einstellen und habe nun seit kurzem auch einen regelmäßigen Mitautoren, den ich für seine Artikel bezahle. Es hat sich also gut entwickelt und ich sehe noch weiteres Potential nach oben.

Ohne ein genaues Einkommen zu nennen: Welche Aussage trifft am ehesten zu?

a. Es ist zuviel zum Sterben, aber zuwenig, um zu leben.
b. Ich komme als Alleinlebende/r ganz gut durch, denn ich bin bescheiden und brauche nicht viel.
c. Ich verdiene ähnlich wie der durchschnittliche Angestellte in Deutschland.
d. Ich kann davon alleine eine ganze Familie durchfüttern und es bleibt noch etwas übrig.
e. Ich bin stinkreich.

Am ehesten wohl was zwischen c) und d), wobei sicher auch Angestellte unterschiedlich verdienen. Aber es bleibt schon etwas übrig, was ich dann wieder investieren oder zurücklegen kann. Am Anfang der Selbständigkeit war es a) und nach einer Weile b). Das war nicht einfach, aber umso mehr weiß ich nun zu schätzen, dass es sich so gut entwickelt hat.

Was sind deine wichtigsten Einnahmequellen? (Affiliate-Werbung, eigene Info-Produkte, Gastbeiträge etc.)

Meine Blog-Einnahmen setzen sich aus 3 wichtigen Säulen zusammen:

  • Sehr stabile Einnahmen habe ich durch Werbebanner, die ich direkt an Firmen vermiete. Diese sind seit Jahren sehr gut ausgelastet und immer mal wieder erhöhe ich die Preise, wenn die Besucherzahlen steigen.
  • Das zweite Standbein ist Affiliate Marketing, wobei ich hier viele verschiedene Partnerprogramme nutze.
  • Als drittes Standbein fungiert mittlerweile Google AdSense. Da konnte ich die Einnahmen in den letzten 12 Monaten durch Optimierungen deutlich steigen.
  • In Zukunft sollen eigene Produkte als 4. Standbein hinzukommen.

Screenshot: Werbung auf SiN.
Screenshot: Werbung auf SiN

Wie bist du auf die Idee gekommen, das Bloggen zu deinem Beruf zu machen?

Als ich so ca. 2005 noch angestellt war, bin ich bereits auf verschiedene englischsprachige Blogs aufmerksam geworden, die mit fachlichen und professionellen Inhalten Geld verdient haben. Es war einfach was anderes als die bisher bekannten persönlichen Online-Tagebücher. Als ich mich dann selbständig gemacht hatte, wollte ich zusätzlich zu den Kunden-Projekten was eigenes ausprobieren und da kam ich dann zurück auf die Blog-Idee. Und da ich wenig Freizeit zu dieser Zeit hatte, bot sich das Thema „Meine Selbständigkeit als Webdesigner“ an, da ich mich damit ja sowieso den ganzen Tag beschäftigte. So entstand „Selbständig im Netz“. Aber zu Anfang war es nur Hobby, Testfeld und kleines Nebenstandbein. Mit der Zeit stiegen die Besucherzahlen und ich konnte steigende Einnahmen verbuchen. Ich weiß noch, wie ich damals eine Provision über 250 Dollar erhalten habe. Das war so etwas wie ein Wendepunkt. Es wurde mir bewusst, dass man mit eigenen Sites richtig gutes Geld verdienen kann und so investierte ich dann noch mehr Zeit in meinen Blog.

Wie lange hat es bei dir gedauert, bis du vom Bloggen leben konntest? Was waren deiner Meinung nach die ausschlaggebenden Gründe dafür?

Das hat schon recht lange gedauert. Nach rund 2 Jahren kam ich das erste mal über 1.000 Euro im Monat. Und so richtig leben konnte ich nach ca. 3 Jahren von meinen Blog. Ich denke, dass das auch schneller gehen kann, da ich zu Beginn viel lernen musste und nur nebenbei den Blog betreut habe. Investiert man von Anfang an viel Zeit, dann kann es schneller gehen. Dennoch passiert das natürlich nicht über Nacht, das sollte einem bewusst sein. Zudem hatte ich Glück mit der Themenwahl, da sich das Thema „Selbständigkeit“ gut monetarisieren lässt. Bei anderen Themen braucht man teilweise schon deutlich mehr Besucher, um ähnliche Einnahmen zu generieren. Man braucht auf jeden Fall einen langen Atem.

Wie viele Besucher brauchtest du, um vom Bloggen leben zu können? Gibt es eine Kennzahl, die du als Minimum ansehen würdest?

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Wie schon gesagt, hängt das sehr vom Thema ab. Zudem definiert jeder das „Vom Bloggen leben können“ auch anders. Deshalb ist eine konkrete Aussage hier nicht möglich. Als dritter Faktor kommt hinzu, wie gut man die Monetarisierung angeht. Wer nur auf AdSense setzt braucht viele Besucher. Wer hochwertige und teure eigene Produkte an genau die richtige Zielgruppe verkauft, braucht vielleicht nur ein paar Tausend Besucher im Monat, um davon leben zu können. Eine Pauschalantwort gibt es hier also leider nicht. Bei meinem Blog habe ich ab rund 100.000 Visits im Monat genug zum Leben verdient.

Gab es einen Punkt, an dem du alles hinschmeißen wolltest? Warum und wie bist du darüber hinweg gekommen?

Es gab sicher Momente, wo ich überlegt habe, ob der Aufwand und der Ärger sich lohnt. So zum Beispiel in der ersten Zeit, als ich noch so gut wie nichts verdient und kaum Besucher hatte. Aber auch später, wenn es mal negative Erlebnisse, wie z.B. eine Abmahnung oder sehr unfreundliche Anrufe, gab. Aber unter dem Strich war ich dennoch immer so stark motiviert, sodass ich weitergemacht habe. Das liegt unter anderem natürlich auch am Spaß. Ich hatte schon immer Spaß am Schreiben und den konnte mir bisher keiner nehmen. Zudem ist es natürlich so, wenn man vom Bloggen lebt, kann man auch nicht so einfach aufhören. Und wenn ich jetzt auf mehr als 7 Jahre Bloggen zurückblicke, wirft man so etwas ja auch nicht einfach weg.

Geld im Internet zu verdienen wird fälschlicher Weise oft mit dem Traum von wenig Arbeit mit viel Ertrag gleichgesetzt. Wie sieht deine Realität aus? Wie viele Arbeitsstunden investierst du pro Woche in dein/e Blog/s?

Das ist mittlerweile mein Vollzeit-Job und je nachdem, welche besonderen Projekte ich umsetzen möchte, kommen einige Überstunden hinzu. Gerade zu Beginn waren die Überstunden aber auch notwendig, um überhaupt erfolgreich zu werden. Heute sind sie eher freiwillig, weil ich eine neue Seite, eine neue Aktion oder ein neues Layout umsetzen will. Keinesfalls ist es bei mir so, dass ich früh auf mein Bank-Konto blicke, mich freue und mich dann wieder hinlege. :-) Online erfolgreich zu werden ist mit viel Arbeit, Lernbereitschaft und Durchhaltevermögen verbunden. Alle, die auf viel Geld für wenig Arbeit hoffen, werden leider enttäuscht werden. Wenn man sich aber erstmal was eigenes aufgebaut hat, dann kann man davon natürlich langfristig profitieren. Und dann hat man auch wieder mehr Freizeit und auch die Möglichkeit mehr als ein Angestellter zu verdienen.

Wie planst du die Entwicklung deines/er Blog/s? Schreibst du spontan darauf los oder planst du in Wochen/Monaten/Jahren?

Ich plane grob ein Jahr voraus, wobei das dann nur wirklich große Aktionen und Events betrifft. So z.B. die Nischenseiten-Challenge, die ja 3 Monate gedauert und auch einen gewissen Vorlauf benötigt hat. Die konkreten Artikel plane ich wöchentlich voraus, indem ich Montags einen Wochenplan aufstelle. Natürlich ergeben sich da auch schon immer wieder mal Inhalte für die Folgewochen (z.B. bei Artikelserien), aber viel weiter voraus plane ich bei den normalen Inhalten nicht.

Wie stellst du sicher, dass dir nie die Themen ausgehen und woher weißt du, was dein Publikum auch interessiert?

Zu Anfang habe ich mir tatsächlich Sorgen gemacht, dass mir mal die Ideen ausgehen könnten. Das kennt sicher jeder Blog-Einsteiger. Doch mit der Zeit habe ich mir angewöhnt alle Ideen für neue Artikel als Entwürfe in WordPress festzuhalten. Mittlerweile habe ich da hunderte solcher Ideen gesammelt, sodass ich eigentlich eher das Problem habe, dass ich nicht alles schaffe zu schreiben. Hinzu kommen dann noch aktuelle Themen, die ich aufgreife, Reviews, Interviews etc.. Sorgen um ausgehende Themen habe ich also nicht. Was das eigene Publikum interessiert, findet man mit der Zeit natürlich heraus, aber dennoch gibt es immer wieder Überraschungen. Manche Artikel, von denen ich dachte, die müssten einschlagen, liefen eher durchschnittlich. Andere Artikel entwickelten sich dagegen überraschend zum Leser-Magnet. Das ist also nur bedingt planbar.

Ich versuche einfach Artikel zu schreiben, die für die Leser Mehrwert bieten und die es in dieser Form nicht schon überall gibt. Deshalb finden sich bei mir eigentlich nie reine News-Artikel. Und ich schreibe natürlich vor allem über Themen, die mich selbst interessieren und mir Spaß machen. Sonst könnte ich das nicht seit mehr als 7 Jahren fast täglich machen.

Gibt es deiner Meinung nach Kriterien, die ein Blogthema unbedingt erfüllen sollte, um Geld zu verdienen oder kann man mit jedem Thema als Blogger genug Geld zum Leben verdienen? (gemeint sind Suchvolumen, Branche etc.)

Symbolbild Planung

Es gibt schon große Unterschiede bei den Themen, was Suchvolumen und vor allem das Geld verdienen angeht. Wer wirklich Geld mit seinem Blog verdienen will, sollte deshalb schon beim Start des Blogs neben Spaß und Interesse an dem Thema auch auf das Suchvolumen, die Konkurrenz und das finanzielle Potential achten. Das finanzielle Potential kann man recht einfach in Google AdWords herausfinden, in dem man sich dort die voraussichtlichen Klickpreise für die Keywords anschaut. Je höher diese sind, umso mehr wird man auch mit AdSense verdienen und umso mehr Werbekunden scheint es insgesamt zu geben. Übrigens findet man in diesem Google AdWords Keyword Planer auch das Suchvolumen für einzelne Suchbegriffe heraus. Wenn nach einem Thema pro Monat nur 100 Leute suchen, dann ist das in der Regel viel zu wenig.

Und die Konkurrenz kann man sich entweder direkt in den Google Suchergebnissen anschauen oder mit einem Tool wie Market Samurai analysieren. Das ist wichtig, weil es bei sehr starker Konkurrenz natürlich viel schwerer ist, auf die erste Google-Seite zu kommen, geschweige denn nach ganz oben. Aber man muss schon recht weit nach vorn kommen, sonst nützt auch das größte Suchvolumen nicht viel. Die meisten Google-Nutzer gehen nicht auf die zweite Seite der Suchergebnisse. Man sollte also eine gute Kombination aus hohem Suchvolumen, finanziellem Potential, niedriger Konkurrenz und Spaß am Thema finden.

Kann und/oder sollte man ein erfolgreiches Blog am Reißbrett entwerfen? Wenn ja, was ist entscheidend?

Will man ein Blog als Business betreiben, dann sollte man diesen auch so behandeln. Natürlich spielt Spaß, Leidenschaft und Persönlichkeit bei einem Blog eine wichtige Rolle. Aber man sollte sich eben auch die Business-Faktoren anschauen. Am Reißbrett einen Blog planen ist vielleicht übertrieben, wer aber gar nicht auf die Business-Aspekte achtet, braucht sich später nicht zu wundern, wenn der Blog nur wenig Geld bringt. Aber auch bei aller Planung gibt es natürlich keine Garantie auf Erfolg, egal was einem manche „Experten“ auch versprechen. Bei so gut wie allen erfolgreichen Bloggern gab es schon vorher Versuche mit anderen Blogs, die nicht so gut liefen. Bei mir war das auch so.

Welche Vorkenntnisse braucht deiner Meinung nach ein erfolgreicher Blogger?

Das meiste kann man sich mit der Zeit selbst beibringen, was z.B. SEO, Technik, Vermarktung etc. angeht. Allerdings sollte man Spaß am Schreiben mitbringen und eine gewisse Allgemeinbildung. Zudem sollte man sich in dem Thema, welches man behandeln will, halbwegs auskennen. Man muss kein absoluter Experte sein, aber man sollte zumindest mehr wissen als die eigenen Leser. Ebenfalls hilfreich ist es, wenn man sich im Netz an sich gut auskennt und Erfahrungen hat. Ich bekomme leider immer wieder Anfragen von Leuten, die einen Blog starten wollen, aber bisher gar nicht das Internet genutzt haben und es auch nicht wollen. Das wird nicht funktionieren. Ansonsten lernt man aber viel beim „Machen“. Und selbst wenn der erste Blog kein Erfolg wird, so hat man eine Menge gelernt, was man in den nächsten Anlauf einbringen kann.

Wenn du eine Anleitung für ein Nischenblog zum Geldverdienen schreiben müsstest, welche drei Punkte würden darin in jedem Fall enthalten sein?

Solche Anleitungen habe ich ja schon geschrieben. :-) Enthalten sein muss dabei auf jeden Fall:

  1. Planung des Blogs
    – Thema, Idee, Zielgruppe, Vision, Konkurrenz, Einzigartigkeit
  2. Vermarktung & Optimierung
    – wie man mehr Besucher bekommt und wie man die Einnahmequellen optimiert, um damit wirklich gutes Geld zu verdienen
  3. Durchhaltevermögen
    – wie man dauerhaft dran bleibt, und nicht nach kurzer Zeit aufgibt.

Könntest du jederzeit wieder ein neues Blog aufsetzen von dem du leben könntest? Wenn ja, was unterscheidet deine Herangehensweise von den vielen Tausenden, die scheitern?

Es ist wie gesagt nicht so einfach einen Blog zu starten, der richtig erfolgreich wird. Das braucht Zeit, Durchhaltevermögen und man braucht auch ein wenig Glück. Zudem ist es bei mir so, dass ich mittlerweile völlig ausgelastet bin und einfach keine Zeit für einen weiteren Blog hätte, auch wenn mir da immer wieder Ideen kommen. Aber natürlich habe ich schon eine Menge Erfahrungen in den letzten Jahren sammeln können, die mir heute helfen. Das versuche ich ja unter anderem in meinen Blogs weiterzugeben.

Was unterscheidet – abgesehen von den Einnahmen – einen Profi-Blogger von einem Hobby-Blogger? Anders gefragt: Welche Eigenschaften braucht man als Profi-Blogger?

Für den Profi-Blogger ist es nicht nur Spaß. Dieser gehört meiner Meinung nach auch dazu, um langfristig einen Profi-Blog zu führen, aber er reicht nicht. Es gibt einfach Tage oder Wochen, wo man nicht so motiviert ist. Ein Hobby-Blogger veröffentlicht dann einfach mal nichts, aber ein Profi-Blogger kann sich das kaum leisten. Ich höre immer wieder von Bloggern, dass sie auf die Inspiration warten oder „in der richtigen Stimmung“ sein müssen zum Schreiben. Das ist für einen Profi-Blogger aber zu wenig. Es ist eben zu einem gewissen Teil Arbeit und so muss man dann auch herangehen. Zudem muss man sich als Profi-Blogger neben dem Schreiben von Artikeln noch um vieles andere kümmern. So z.B. um die Vermarktung, SEO, Technik, rechtliche Anforderungen und vieles mehr. Und um es noch einmal zu wiederholen: Durchhaltevermögen und Lernbereitschaft sind sehr wichtig.

Gibt es sonst noch etwas, dass du unseren LeserInnen zum Thema mitteilen willst?

Bloggen ist sicher nicht für jeden etwas, aber das muss es auch nicht sein. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten der Selbständigkeit im Netz, so dass man erstmal für sich herausfinden sollte, was einem am besten liegt und womit man sich wohlfühlt.

Über Peer Wandiger

Peer Wandiger erreicht mit dem Selbständig-im-Netz-Blog (kurz SiN) mehr als 159.000 LeserInnen pro Monat und verzeichnet im gleichen Zeitraum mehr als 276.368 Seitenaufrufe (Quelle: Ihre Werbung auf Selbständig im Netz, 15.09.2014). Zudem führt er weitere Blogs und betreibt erfolgreich mehrere Nischenseiten, die ebenfalls finanziell erfolgreich sind. Damit ist Peer Wandiger einer der bekanntesten und erfolgreichsten Blogger im deutschsprachigen Raum.

Das Herzstück seiner Blogarbeit ist jedoch das SiN-Blog. Dort schreibt er fast täglich über die Herausforderungen eines Unternehmers, der wichtige Einnahmen aus seinen Online-Aktivitäten erzielen möchte. Mehr als 3.000 Fachbeiträge hat Wandiger in den vergangenen 7 Jahren zu diesem Thema auf seinem Blog verfasst.

(dpe)

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Webdesign

Anzeigenverkauf für kleine Websites: Erfolgreiche Strategien

von Travis King

Auf den ersten Blick erscheint die Idee, Werbung auf einer Webseite oder einem Blog mit limitiertem Traffic zu verkaufen, ein bisschen verrückt. Sind letztendlich nicht die meisten Inserenten an der Anzahl der Augen interessiert, die sie vor ihrem Produkt platzieren können? Ihnen mit einer mickrigen Anzahl von Besuchern zu kommen erscheint wie ein Freifahrschein in den virtuellen Papierkorb. Aber…

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Auch wenn Sie jetzt das Gefühl haben, den Karren vor das Pferd zu spannen, es gibt viele gute Gründe und erfolgreiche Strategien, Werbeflächen selbst auf Seiten mit geringem Traffic zu verkaufen. Was Sie immer im Hinterkopf behalten sollten ist, dass Inserenten, auch wenn sie sich zu hohen Trafficzahlen hingezogen fühlen, sich etwas anderes noch viel mehr wünschen – nämlich Quoten, Verkäufe und Conversions.

Daher gibt es viele Erfolgsstories von Webseiten mit limitiertem Traffic, die dennoch tonnenweise Werbung verkaufen. Das liegt daran, dass sie eine Sache gut machen – sie liefern dem richtigen Kundentyp den richtigen Geschäftstyp.

Was haben Sie anzubieten?

Bevor Sie jetzt jedoch davoneilen und Ihr erstes Werbeangebot entwerfen – nehmen Sie sich die Griechen zum Vorbild und „erkennen Sie sich selbst“. Das heißt, Sie müssen Ihre Seiten zuerst untersuchen, damit Sie sie effektiv auf potenzielle Kunden ausrichten können.

Methoden für die Analyse Ihrer Website:
Clicky (wird auch bei drweb.de eingesetzt) hat einen Vorteil, weil es im Gegensatz zu Google Analytics Realtime-Analysen liefert. Die Bereiche, die Sie betrachten sollten sind: Was schauen sich die Leute an, wenn sie meine Seiten besuchen? Welche sind meine beliebtesten Seiten? Auf welchen Seiten verweilen die Leute am längsten? Welche Schlüsselwörter verwenden sie, um meine Website zu finden? Mit diesem Wissen an der Hand können Sie nun beginnen, sich ein Bild davon zu machen, was Ihre Besucher interessiert und welche Art von Inserenten dafür bezahlen würden, Zugang zu solchen Interessenlagen zu haben.

Andere Analysetools:

  • Piwik: Open Source Analyse, die auf Ihrem Server installiert wird
  • Woopra: Realtime-Analyse. Kostenloses Konzept beschränkt auf 30.000 Seitenansichten/Monat
  • W3Counter: Kostenlose, gehostete Website-Analyse

Umfragen
Wenn Sie noch tiefer in die Interessen Ihrer Besucher eintauchen wollen, versuchen Sie, eine schnelle Umfrage zu erstellen um herauszufinden, was sie zum Ankreuzen bringt. Mit einem Umfrageservice können Sie schnell einen Fragebogen zusammenbauen, der noch mehr Licht in das bringt, was Ihr Werbeschwerpunkt sein sollte.

Wenn Sie aus einer Umfrage die besten Ergebnisse erzielen wollen, halten Sie sie kurz und bieten Sie eventuell ein Geschenk an, dass die Zeit des Ausfüllens wert ist. Die Leute füllen selten eine Umfrage aus, wenn es dafür keinen Anreiz gibt. Bekannte Umfrageservices sind:

Wenn Sie den Weg der Umfrage nicht beschreiten möchten, kann eine einfache Bitte um Feedback auch funktionieren. Erwähnen Sie einfach, dass Sie nach Input suchen und bitten Sie um Kommentare.

Behalten Sie Tuchfühlung
Eine andere großartige Methode um herauszufinden, was Ihr Publikum interessiert ist es zu verfolgen, was über Sie auf Social Network Seiten wie Twitter und FaceBook gesagt wird. Twitter erlaubt es Ihnen nachzuverfolgen, wann Ihre Seite erwähnt wird oder ein Ausdruck, an dem Sie interessiert sind, gezwitschert wird. Schauen Sie nach, auf welche Ihrer Posts viele Retweets erfolgen oder was die Leute über Ihre Website sagen.

Inserenten finden

Jetzt, wo Sie einen guten Einblick in den Traffic Ihrer Webseiten haben wird es Zeit, nach draußen zu gehen und Inserenten zu finden. Gibt es eine bestimmte Anzahl von Besuchern die Sie haben sollten, bevor Sie auf Inserenten zugehen? Auch wenn es nicht in Stein gemeißelt steht, 500-1000 einzelne Besucher pro Tag sind sicherlich ein guter Anfang. Es ist jedoch immer noch durchführbar, wenn Sie niedrigere Zahlen haben, besonders dann, wenn Sie über ein äußerst zielgerichtetes Publikum verfügen.

  • Webseiten, die auf Sie verlinken – Ein Ort, um nach Inserenten zu suchen befindet sich in Ihren eigenen Analysen. Suchen Sie nach Sites, die auf Ihre Webseiten verlinken und die einen Service oder ein Produkt anbieten, dass Sie für sie bewerben können.
  • Kommentare – Besuchen Sie die Website Ihres Kommentators und suchen Sie nach allen Werbe- oder Aktionsmöglichkeiten.
  • Lassen Sie Google Adwords den Weg weisen – Wenn Sie Google Adwords laufen haben achten Sie darauf, wessen Anzeigen erscheinen. Schließlich geben sie bereits Geld bei Google aus und Google sagt, dass Ihre Seiten ein guter Treffer für sie sind. Gehen Sie auf sie mit einer Anzeigenmöglichkeit zu, die ihnen eine höhere Sichtbarkeit als Google Adwords verschafft.
  • Untersuchen Sie Webseiten mit ähnlichem Inhalt – Wer inseriert auf ihren Seiten? Sie wären sicherlich auch an Ihren Seiten interessiert.
  • Welche Namen stechen heraus? – Nachdem Sie die Interessen Ihrer Besucher zusammengestellt haben könnten Ihnen einige Betriebe direkt durch den Kopf schießen. Das sind die Betriebe, die zu Ihren Inhalten passen. Machen Sie eine Liste und kontaktieren Sie sie direkt.

Auf Inserenten zugehen

Jetzt, wo Sie die Besucher Ihrer Website kennen, möchten Sie ein Werbepaket zusammenstellen, das Sie potentiellen Inserenten präsentieren können. Hier ein paar Dinge, die Sie möglicherweise darin haben möchten:

  • Besucherinteresse Listen Sie die Interessen der Besucher Ihrer Seiten auf. Inserenten werden wissen wollen ob das, was sie verkaufen, das ist, was Ihre Besucher wollen.
  • Bounce Rate (Absprungrate), durchschnittliche Verweildauer auf der Seite und Seitenansichten. Inserenten wollen wissen, wie anziehend Ihre Seite ist. Wenn ein großer Teil des Traffics nur für wenige Sekunden verweilt, werden Inserenten das wissen wollen. Je länger Ihr Traffic verweilt desto höher ist die Chance, dass ein Inserat gesehen und angeklickt wird.
  • Präsentieren Sie Ihre monatlichen Statistiken. Inserenten werden die Zahlen Ihrer Website über mehrere Monate hinweg sehen wollen um zu sehen, welche Art von Zuwachs Sie und wie viele einzelne Besucher Sie pro Monat haben. Ein stetiger Anstieg des Traffics zeigt großes Zukunftspotential.
  • Verfolgen Sie abgehende Links. Sicherlich wollen Sie nicht mehr Klicks versprechen, als ein Inserat erhalten könnte. Wenn Sie Ihre abgehenden Links mit einem Service wie dem Google Ad Manager verfolgen, haben Sie einige ziemlich genaue Zahlen mit denen Sie arbeiten können, wenn Sie auf einen Inserenten zugehen (vorausgesetzt natürlich, dass Sie mindestens ein Testinserat auf Ihrer Website laufen hatten).
  • Bleiben Sie persönlich. Stecken Sie nicht alle Inserenten in einen cut-and-paste Hut. Es ist wahrscheinlicher, dass Inserenten antworten, wenn sie das Gefühl haben, dass Sie ihr Produkt gründlich recherchiert und es sorgfältig an Ihre Seite angepasst haben.

Das Zusammenstellen dieser Statistiken wird eine große Hilfestellung sein wenn Sie bereit sind, auf Ihren ersten Inserenten zuzugehen. Ihr Ziel ist es zu zeigen wie Sie Ihr Publikum nutzen, um dem Inserenten einen hochgradig zielgerichteten Kunden zu liefern. Dieses erfolgreich zu tun wird sich bezahlt machen, auch wenn sich Ihr Traffic am unteren Ende bewegt.

Wie Sie Ihre Inserenten bei Laune halten

Jetzt haben Sie also Ihren ersten Inserenten erobert. Gute Arbeit! Den Inserenten zu bekommen ist jedoch erst der erste Schritt. Wenn es Ihr Ziel ist, eine langfristige Beziehung zu Ihren Inserenten zu entwickeln müssen Sie wissen, wie Sie sie bei Laune halten.

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Geben Sie Ihnen die Informationen, die sie wünschen. Conversion Rates sind der Hit. Wenn Sie Ihre Inserenten bei Laune halten möchten, müssen Sie ihnen Informationen darüber liefern, wie ihr Inserat läuft. Die gute Nachricht ist, dass die meisten Anzeigenmanagementservices über eingebaute Berichte verfügen, die den Inserenten Updates über den Erfolg ihrer Anzeige zusenden.

Preisen Sie Ihre Website an. Liefern Sie Ihren Inserenten Ihre besten Inhalte und Ihre beste Werbung. Das kann bedeuten, dass Sie einige Premiuminhalte bei der Aufstellung Ihrer Inserenten zurückhalten, insbesondere dann, wenn Sie als Gast posten oder eine riesige Trafficspitze voraussehen können. Dann werden Sie wollen, dass alle Ihre Inserate platziert sind und so von diesem neuen Traffic profitieren können.

Halten Sie sie auf dem Laufenden. Es wird eine neue Anzeigengröße eingeführt? Es wird eine neue Artikelserie geschrieben? Geben Sie Ihren aktuellen Inserenten die erste Chance auf diese Premium Werbespots.

Starten Sie Aktionen. Inserenten lieben es, ein Geschäft zu machen. Würzen Sie die Suppe mit gelegentlichen Aktionen. Das ist eine großartige Methode um Betriebe zurückzuholen, die zuvor inseriert haben aber vor Kurzem herausgefallen sind.

Beschaffen Sie sich Rückmeldungen. Fragen Sie Ihre Inserenten geradeheraus, was sie denken. Sie werden es schätzen, dass Sie sich kümmern und Sie werde eine Menge nützlicher Informationen erhalten, die Sie für die Verbesserung Ihrer zukünftigen Anzeigenstrategie verwenden können.

Selber Inserate verkaufen oder einem Anzeigennetzwerk beitreten?

Sicherlich gibt es für beide Möglichkeiten Pros und Kontras – für das Handling Ihrer eigenen Werbeangebote oder dem Beitritt zu einem großen Werbenetzwerk. Einige der größeren Netzwerke sagen Ihnen möglicherweise noch nicht einmal die Uhrzeit, wenn Sie nicht genug Anfangstraffic haben. Hier einige unterschiedliche Wege zum Verkauf von Werbung, die Sie mischen und anpassen können, um Ihre eigene Lösung zu entwickeln.

Verkaufen Sie direkt

Wenn Sie sich aktiv annähern möchten, wollen Sie Ihre Werbung sicherlich direkt an den Inserenten verkaufen. Die Verwendung der folgenden Programme wird einiges von dem Stress, der mit dem Direktverkauf aufkommen kann, reduzieren:

Vergessen Sie nicht, dass das Handling Ihrere eigenen Anzeigeverkäufe Ihnen den größten Nettoanteil am Profit einbringen wird, es nimmt aber auch die meiste Zeit in Anspruch.

  • Begrenzen Sie Ihr Angebot. Kein Inserent möchte auf Ihre Seite kommen und 10 verschiedene „Werben Sie hier“ Felder sehen. Fangen Sie klein an, indem Sie einen Werbeplatz anbieten und steigern Sie sowie Sie sie verkaufen.
  • Verbreiten Sie die Nachricht. Nutzen Sie soziale Netzwerke wie Twitter, um die Nachricht, dass Sie freie Werbeplätze haben, zu verbreiten. Sie wollen Ihr Netzwerk nicht ständig überfluten, gelegentliche Erinnerungen können jedoch nicht schaden.
  • Partnersites mit ähnlichen Interessen. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Traffic immer noch zu gering ist um die Inserenten anzuziehen, auf die Sie aus sind – warum versuchen Sie dann nicht, mit Webseiten, die zu den Ihren passen, Partnerschaften einzugehen? Starten Sie Ihr eigenes Mininetzwerk und bieten Sie Inserenten dann die Möglichkeit, einen Betrag zu bezahlen und auf mehreren Sites zu werben.
  • Starten Sie eine Aktion. Anfangs müssen Sie Ihre Anzeigenplätze vielleicht umsonst oder fast umsonst abgeben. Also bieten Sie eine Aktion an, um Inserenten auf die Türschwelle zu bekommen. Wenn Sie Ihre Recherchen richtig gemacht haben und qualitativ hochwertigen Traffic liefern werden jene Inserenten viel mehr Willens sein zu bezahlen, wenn die Aktion ausläuft. Vergessen Sie nicht, den abgehenden Traffic auf diese Links zu verfolgen, denn sie geben Ihnen wertvolle Informationen darüber, wann Ihr nächster Inserent zu kontaktieren ist.

Verkauf durch Anzeigennetzwerke

Anzeigennetzwerke können Sie mit viel mehr Inserenten in Kontakt bringen, sie wollen jedoch auch ein Stück von Ihrem Endgewinn. In vielen Fallen kann man das vernachlässigen wenn sie es Ihnen erlauben, mehr Werbeflächen zu verkaufen. Hier sind einige gute Netzwerke zum Ausprobieren:

Wenn Sie nicht gerade in eine Höhle leben, haben Sie sicherlich schon von BuySellAds gehört. Obwohl sie ein relativer Newcomer in der Werbeszene sind, haben BuySellAds eine große Marktdurchdringung erreicht. Ein nicht zu vergessener Vorbehalt ist, dass sie sich typischerweise auf die Nische Designer- und Entwicklersites konzentrieren. Wenn Ihre Seite nicht in diese Kategorien passt, müssen Sie es vielleicht woanders versuchen.

Seien Sie vorsichtig mit Ihrer Werbung

Nicht alle Inserenten werden gut auf Ihre Webseiten passen und Sie werden entscheiden müssen, ob Sie eine Anzeige laufen lassen, die nicht zu den Zielen Ihrer Seiten passt. Zum Beispiel haben Sie in der letzten Zeit sicherlich hunderte von Seiten gesehen, auf denen Zähnebleichen und Gewichtsabnahme beworben werden. Wenn auch das Geld für das Betreiben einer solchen Anzeige sicherlich gut ist, ist sie Ihrem Publikum angemessen?

Stellen Sie sich die folgenden Fragen, bevor Sie sich entscheiden, eine Anzeige laufen zu lassen:

  • Passt diese Anzeige zum Inhalt meiner Seite?
  • Wird die Anzeige meine Besucher beleidigen oder verärgern?
  • Wird sie vom Inhalt ablenken?
  • Wird sie die Integrität der Website in Frage stellen?

Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass jede Werbung, die Traffic von Ihrer Seite abzieht, letztendlich eher schadet als hilft – auch wenn die Bezahlung gut ist.

Sie werden es laut und deutlich von Ihrer Community hören wenn diese denkt, dass Sie sie um der Werbegelder willen verraten haben. Lassen Sie es nicht so weit kommen sondern setzen Sie rechtzeitig strenge Werbestandards.

Zusammenfassung

Das Verkaufen von Werbung auf einer Website mit niedrigem Traffic ist nicht notwendigerweise eine hoffnungslose Mission. Mit den richtigen Recherchen und der richtigen Ausrichtung könnten Sie bei der Eroberung Ihres ersten Inserenten auf einem guten Weg sein.

Herauszufinden, was bei Ihnen und Ihrer Website funktioniert heißt nicht, dass man eine Strategie auswählt und bei ihr bleibt. Versuchen Sie verschiedene Ansätze und verfolgen Sie die Ergebnisse. Ob Sie sich entscheiden, Ihre eigenen Werbespots zu verkaufen, Partnerschaften mit anderen Sites einzugehen oder einem Anzeigennetzwerk beizutreten – mischen Sie und passen Sie an um eine Strategie zu entwickeln, die bei Ihnen funktioniert.

Werben auf Ihrer Website wird ein fortlaufender, organischer Prozess sein, der Recherchen, Geduld und permanente Zeitinvestitionen in Anspruch nehmen wird.

Links und Artikel im Netz

Über den Autor

Wenn Travis King nicht seine ganze Energie verbraucht, um in der kanadischen Tundra zu überleben, verbringt er seine Zeit als freiberuflicher Webdesigner und Autor des Weblogs FreelanceSwitch.

(sl)