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E-Business Freelance Workflow

Ich, Digitalnomade No. 1: Andreas Hecht und sein Androide

Smartphones, Phablets, Tablets – die Bandbreite moderner digitaler Mobilgeräte ist beachtlich. Für die meisten Menschen sind die Geräte ganz nette Alltagsbegleiter oder profunde Konsumgüter, wirklich brauchen oder ausreizen tun die meisten sowas eigentlich nicht. Dann gibt es die Spezies, die wir als Digitalnomaden bezeichnen. Personen, die Mobilgeräte nicht bloß als ganz nützliches, aber streng genommen trotzdem überflüssiges Stück Technik betrachten, sondern tatsächlich damit arbeiten, teil sogar ausschließlich. Bei Dr. Web und Noupe Magazine gibt es eine ganze Reihe dieser Personen. In einer kleinen Beitragsserie wollen wir Ihnen näher bringen, wie eben diese Leute mobile Digitaltechnik zur Erreichung Ihrer beruflichen (und eventuell auch der privaten) Ziele einsetzen. Den Anfang macht Galaxy Note3-Enthusiast Andreas Hecht:

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Heute stelle ich Ihnen mein Produktivitäts-Konzept vor und erläutere genau, warum ich welche App nutze und wofür. Auch gebe ich Ihnen einen Überblick über die Apps, die ich getestet, jedoch nicht für ausreichend gut für mich befunden habe. Meine komplette Planung, die über ToDo Aufgaben für einen 7-Tage-Zeitraum geht bis hin zu meiner 10-Jahreplanung, erfordert die benutzerfreundlichsten Apps, die man finden kann. Ich plane sozusagen einen Großteil meines Lebens mit meinem Smartphone – nur mit meinem Smartphone. Daher bin ich auf die benutzerfreundlichsten Apps angewiesen, die ich finden kann. Gleichzeitig teste ich alle Produktivitäts-Apps, deren ich habhaft werden kann. Denn vielleicht gibt es ja noch bessere Apps, als ich zur Zeit nutze.

Produktivität mit Android

Todoist – mein Aufgabenmanager für die täglichen Aufgaben

Todoist - Todo-Liste und Aufgabenverwaltung

Todoist ist die beste Aufgabenverwaltung, die mir bisher untergekommen ist. Es sieht gut aus, was mir ziemlich wichtig ist, ist absolut einfach zu bedienen und sehr übersichtlich. Ich plane und verwalte mit Todoist meine Aufgaben der nächsten 7 Tage. Sehr gut ist an Todoist, dass Aufgaben auch bereits in der kostenlosen Version nicht nur mit Datum, sondern auch mit Uhrzeit geplant werden können. So ist es mir ohne Probleme möglich, meinen Tag genau nach Uhrzeit durch zu planen. Ich weiss dann exakt, zu welcher Zeit was zu machen ist und kann mich nicht mehr verzetteln.

Auch Prioritäten lassen sich den einzelnen Aufgaben zuweisen. Der linke Rand der betreffenden Aufgabe wird dann unterschiedlich eingefärbt. So kann man auf einem Blick erfassen, was wirklich wichtig ist. Todoist bietet zudem für jede denkbare Plattform eine native App an, mittlerweile sind es 13 an der Zahl. Ich nutze Todoist auf meinem Android Smartphone und auf meinem Macbook. Mein Tag wird am Handy geplant und die einzelnen Aufgaben am Macbook abgehakt. Was kann Todoist eigentlich alles? Werfen wir mal einen näheren Blick auf die einzelnen Funktionen:

  • Unteraufgaben – Erreichen Sie mehr, indem Sie große Aufgaben in kleinere Unteraufgaben zerteilen (mehrere Stufen)
  • Benachrichtigungen – Lassen Sie sich über E-Mail oder Push-Benachrichtigungen informieren, sobald etwas wichtiges passiert.
  • Synchronisation von Daten in Echtzeit – Denken Sie nie mehr an Synchronisieren, Todoist macht dies für Sie: in Echtzeit zwischen allen Plattformen und Geräte.
  • Unterprojekte – Werden Sie mit Komplexität fertig, indem Sie größere Projekte in kleinere Unterprojekte aufteilen (mehrere Stufen)
  • Menschliche Fälligkeitsangaben – Geben Sie schnell Fälligkeiten in einer normalen Sprache ein, z.B. „Montag um 10“.
  • Verschiedene Prioritäten – Konzentrieren Sie sich mit Hilfe von Todoist’s farbigen Prioritäten auf die wichtigen Dinge.
  • Wiederkehrende Termine – Geben Sie schnelle Fälligkeitsdaten in einer normalen Sprache ein, so wie „jeden Tag um 10“.
  • Arbeit an gemeinsamen Projekten
  • Erinnerungen (Premium) – Erhalten Sie Erinnerungen per E-Mail, Push-Benachrichtigung oder SMS. Und Erinnerungen, die auf Ihrem Standort basieren, wenn Sie unterwegs sind.
  • Notizen (Premium) – Fügen Sie über die Aufgabennotizen so viele Details hinzu, wie Sie mögen. Oder hängen Sie PDFs, Tabellen oder Fotos an.
  • Etiketten und Filter (Premium) – Stellen Sie mit Hilfe von Etiketten Zusammenhänge zwischen Aufgaben her, um sich sogar noch besser zu organisieren. Erstellen Sie individuelle Filter für Ihre Arbeitsabläufe.

Todoist ist bereits in der kostenlosen Version gut, jedoch in der kostenpflichtigen Version für mich unschlagbar.

Ich, der Digitalnomade, nutze:

Die Android App und die Mac OS X App

Wunderlist, mein Schweizer Taschenmesser für langfristige Produktivität

Wunderlist App

Wunderlist benutze ich schon seit dem Betastadium und es wird immer besser. Ich verwende Wunderlist für ganz unterschiedliche Aufgabenstellungen, hauptsächlich jedoch für die Planung meiner Ziele für die nächsten 10 Jahre. Diesen recht langen Zeitraum kann ich dank Wunderlist perfekt mit leicht erreichbaren Zwischenzielen durchplanen. Jedesmal, wenn ich eines dieser Ziele erreicht habe, kann ich es abhaken. Es lassen sich Erinnerungen einstellen, ein Datum eingeben, bis wann die Aufgabe erledigt sein muss, Notizen zu der Aufgabe hinzufügen und Teilaufgaben erstellen.

Wunderlist - Ein Überblick

Eine weitere wichtige Aufgabe, die Wunderlist bei mir übernimmt, ist die „Später lesen“ Funktion. In Verbindung mit der Google Chrome Erweiterung kann ich so alle Artikel abspeichern, die ich nicht sofort lesen kann, aber in allernächster Zeit lesen möchte.

Zu Wunderlist hinzu fügen

Auch speichere ich alle Dinge in der Wunderlist, die ich nicht vergessen darf, die jedoch nicht von sofortiger Wichtigkeit für mich sind. Unter anderem auch die noch nicht in Rechnung gestellten Artikel für DrWeb.de :-) Ich mag die Wunderlist sehr, jedoch wäre sie kein adäquater Ersatz für Todoist, um meine täglichen Aufgaben durchzuplanen.

Ich nutze:

Die Android App, die Mac OS X App und die Google Chrome Erweiterung

Pocket – für alles, was später wichtig werden könnte

Die Pocket App

Pocket ist für mich der durchdachte und hübsche Ersatz für Delicious.com. Alles, was ich früher dort gespeichert hätte, speichere ich nun in Pocket. Es sind Artikel, die ich später noch einmal lesen möchte, die aber keine absolute Priorität besitzen. Ein praktischer und wirklich schöner Dienst, sehr gut auch durch die Erweiterung für Google Chrome. Für Mac OS X gibt es auch eine native App, für Windows User leider nicht, die müssen sich mit der Erweiterung für Google Chrome oder Firefox begnügen.

Die Mac OS X App von Pocket
Die Mac OS X App von Pocket

Ich nutze:

Die Android App, die Google Chrome Erweiterung und die Mac OS X App

Mein E-Mail Client – die wichtigste App

Der Mailwise E-Mail Client für Android

Ich habe so ziemlich jede Mail-App im Google Play Store ausprobiert, so richtig gut ist nur eine einzige – Mailwise. Erstens sieht diese App unverschämt gut aus und zweitens werden die E-Mails sehr übersichtlich dargestellt. Konversationen stellt Mailwise übersichtlich untereinander dar. Es unterstützt Gesten, die konfigurierbare Aktionen wie zum Beispiel löschen oder archivieren der betreffenden E-Mail bedeuten können. Sehr gut an dieser App ist, dass man alle nur erdenklichen Mail-Konten sehr leicht und benutzerfreundlich konfigurieren kann. Das schliesst auch Konten ein, die einen von der E-Mail-Adresse abweichenden Benutzernamen haben müssen, wie es bei den meisten professionellen (Firmen-) E-Mail Konten der Fall ist. Wer auf der Suche nach einem wirklich guten E-Mail Client ist, der sollte sich Mailwise dringend anschauen.

Mailwise E-Mail Client für Android

Download von Google Play

Mein Kalender – Sunrise

Der Sunrise Calendar für Android

Der Sunrise Kalender ist plattformübergreifend, der mit dem Google Kalender, Exchange und iCloud funktioniert. Neuerdings bietet er Unterstützung für Todoist und Trello mit Abgleichungen in Echtzeit. Er funktioniert perfekt mit dem Apple Kalender, einmal in Sunrise innerhalb von Sekunden konfiguriert, können Termine im Apple Kalender eingetragen werden und pushen sich in Echtzeit auf das Smartphone. Windows User bleibt die wirklich gute Web App, um Termine am heimischen Rechner hinzu zu fügen. Ich nutze Sunrise, der leider nur in Englisch verfügbar ist, um entweder sich täglich wiederholende Termine einzutragen oder aber Termine, die halt keine Aufgaben sind.

Der Sunrise Kalender

Besonders interessant an Sunrise sind die vielen durchdachten Features. Eingegebene Telefonnummern können mit einem Fingertipp angerufen werden, Adressen werden mit Google Maps verlinkt und angezeigt, einige Terminarten bieten spezielle Icons, die bestimmte Termine bereits visualisieren. Personen können zu einzelnen Terminen eingeladen werden und auch das Wetter für den jeweiligen Tag wird angezeigt. Ich möchte diesen Kalender nicht mehr missen und kann ihn nur jederman wärmstens empfehlen.

Ich nutze:

Die Android App

Google Notizen

Google Notizen (Google Keep)

Klasse App, die ich nutze, um mir mal eben Ideen aufzuschreiben und alles zu notieren, was nicht in die anderen Bereiche passt.

Google schreibt zu den Funktionen folgendes:

Notieren Sie schnell Ihre Gedanken und lassen Sie sich am richtigen Ort oder zur richtigen Uhrzeit erinnern. Zeichnen Sie unterwegs eine Sprachnachricht auf und lassen Sie sie automatisch in Text umwandeln. Nehmen Sie ein Foto von einem Plakat, Beleg oder Dokument auf und finden Sie es später bequem über die integrierte Suchfunktion wieder.

Mehr als nur ein Merkzettel
• Fügen Sie Notizen, Listen und Fotos zu Google Notizen hinzu. Keine Zeit zum Tippen? Sprechen Sie einfach eine Erinnerung ins Mikrofon und Google Notizen schreibt sie für Sie auf.

Notizen schnell wiederfinden
• Kennzeichnen Sie Ihre Notizen mit verschiedenen Farben, um sie zu organisieren und schnell wiederzufinden. Oder nutzen Sie einfach die integrierte Suchfunktion.

Alles immer verfügbar
• Google Notizen funktioniert auf Ihrem Telefon, Tablet und Computer. Hinzugefügte Inhalte werden auf all Ihren Geräten synchronisiert, sodass Ihre Ideen immer griffbereit sind.

Die richtige Notiz zur richtigen Zeit
• Müssen Sie noch unbedingt ein paar Lebensmittel besorgen? Richten Sie eine standortbasierte Erinnerung ein, die Ihre Einkaufsliste aufruft, sobald Sie im Laden sind.

Ich nutze:

Die Android App und die Chrome App Launcher App für Mac OS X

Getestet und für nicht ausreichend gut befunden

Any.do – ToDo und Aufgabenliste

Any.do ToDo Liste / Aufgabenplaner

Any.do landet immer mal wieder auf meinem Galaxy Note 3, weil ich das grundsätzliche Konzept schon ziemlich gut finde. Das erste Mal, als ich Any.do testete, flog es bereits keine Stunde nach der Installation wieder von meinem Phone. Die App hängte sich auf und es war nicht mehr möglich, Aufgaben hinzu zu fügen. Das Problem ist mittlerweile behoben worden. Mir fehlt auch eine spezielle Mac OS X App, ich wäre am Macbook gezwungen, die Web-App zu nutzen, was mir mehr als wiederstrebt, denn ich habe im Schnitt mindestens 10 Tabs in Chrome offen. Das geht auf die Übersichtlichkeit und die Anzahl der noch offenen Aufgaben wird im Dock meines Macbooks auch nicht angezeigt.

Die Darstellung der einzelnen Aufgaben in der Android-App ist eine weiterer Punkt, der mir nicht gefällt, denn es werden nur die Aufgaben, nicht jedoch aber die Uhrzeiten dargestellt, zu denen die Aufgaben erledigt sein sollten. Das wird erst angezeigt, wenn man auf den einzelnen Eintrag tippt. Da nützen auch die tollen anderen Features wie Sprachsteuerung und Autovervollständigung nicht mehr viel. Auch von der neuesten Version bin ich immer noch nicht begeistert und mit dieser Einschätzung nicht alleine. Dr. Web-Kollege Dieter Petereit kam zu einer ähnlichen Einschätzung.

Any.do Aufgabenliste für Android

Cal: Any.do Kalender

Cal: Der Any.do Kalender

Schicker Spielkram, der leider Google Kalender oder Exchange voraussetzt. Mir zu verspielt und er arbeitet nicht out-of-the-box mit dem Apple Kalender zusammen. Deinstalliert.

Today Kalender

Today Kalender

Schicker Kalender im Material Design. Erstens jedoch kostenpflichtig (die kostenfreie Version läuft nach 30 Tagen ab), zweitens stürzt mir der Kalender andauernd ab. Deinstalliert.

Fazit:

Mit etwas Mühe und viel Sucherei findet man die perfekten Produktivitäts-Apps für sich. Nicht jeder legt an eine Anwendung die selben Maßstäbe an, zu unterschiedlich sind die Einsatzgebiete. Doch für mich scheine ich die perfekten App herausgefunden zu haben und ich möchte keine davon mehr missen, denn jede der von mir vorgestellten Apps leistet einen wirklich guten Job für mich. Ich empfehle sie also vorbehaltlos weiter. Welche Produktivitäts-Apps sind Ihre Favoriten?

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Apps Programmierung

Aufgabenverwaltung mit erstaunlichen 10 Millionen Nutzern: Any.do jetzt auch als Web-App

Ich gebe zu, da staune ich. Dass Any.do mittlerweile mehr als 10 Millionen Nutzer hat, war mir neu. Damit dürfen sie sich zur größten mobilen Todo-App der Welt ausrufen. Ihre mobilen Apps gibt es sowohl für Android, wie auch für iOS. Vor kurzem fügten sie eine Chrome Extension hinzu und gestern veröffentlichte Any.do eine Web-App. Die ist allerdings reichlich ungewöhnlich und machte mir wieder klar, warum ich Any.do nicht nutze…

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Any.do: Minimalistisch wie kaum ein zweiter

Vor einer Weile war Any.do in aller Munde. Es war die Rede von der schönsten, revolutionärsten, einfachsten, elegantesten Aufgabenliste der Welt. Nach ganz kurzem Test war mir klar, ist nicht meins. Nicht nur die Funktionalität war mir zu rudimentär, auch das Design fand ich viel zu minimalistisch. Wie schon Einstein sagte: Macht die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher.

Dabei übersah ich offenbar eines. Nämlich, dass für mich als Digitalnomaden eine Aufgaben-App ganz andere Dinge leisten muss als für Otto Normalverbraucher. Und auf genau den letztgenannten scheint Any.do mit Erfolg ausgerichtet zu sein. Man sieht es schon auf der Homepage. Die zeigt eine Großaufnahme einer sportlich, man könnte auch sagen häuslich bekleideten Dame mittleren Alters, die, in der Küche stehend, auf ihr iPad schaut. Eventuell hat sie soeben Toilettenpapier ihrer Einkaufsliste in Any.do hinzugefügt. Nicht etwa sieht man einen Manager im Anzug, der durch den Flughafen rennt, um seinen Flieger nicht zu verpassen oder einen zugewachsenen Programmierer vor seinen fünf Bildschirmen mit acht Deadlines im Nacken.

Ich blickte seither nie wieder auf Any.do zurück und hatte eigentlich schon gedacht, der Sand der Zeit hätte die App verschüttet und dem Vergessen anheim gestellt. Aber da irrte ich mich gewaltig, zumindest mal mittelfristig. Offenbar fanden regelrechte Massen an Normalverbrauchern Any.dos Einfachheit extrem attraktiv und integrierten die App fest in ihren Alltag.

Any.do: Aufgabenverwaltung auf niedrigstem Niveau

Zugegeben, in Any.do ist es so einfach wie in keiner anderen mir bekannten App, Aufgaben anzulegen. Schreiben Sie einfach Ihren Text, in riesiger Schriftgröße übrigens. Dann wählen Sie ein Fälligkeitsdatum mit Uhrzeit oder auch nicht. Wenn Sie wollen, setzen Sie noch eine Erinnerung und Unteraufgaben oder kleine Notizen. Die Aufgaben können in Ordner, wie etwa Persönliches und Geschäftliches abgelegt werden. Eigene Ordner legen Sie ebenfalls sehr einfach an.

Any.do's Minimal Web Version + Mobile Apps

Any.dos minimalistische Web-Version, rechts die mobilen Vertreter

Das ist alles. Anfügen von Dateien oder URLs ist nicht vorgesehen. Aufgaben an andere delegieren ist nicht vorgesehen. Sie können allerdings in den mobilen Apps einzelne Aufgaben an Ihre Kontakte versenden. Erinnerungen gibt es nur als Tonsignal, nicht als SMS oder E-Mail. Man kann Aufgaben nicht kommentieren. Unteraufgaben können keine eigenen Fälligkeitsdaten oder Erinnerungen erhalten. Alles sehr rudimentär…

Mich verschlug es zuerst zu Wunderlist. Dort hielt es mich allerdings auch nicht lange. Schlussendlich landete ich bei Todoist. Sowohl Wunderlist wie auch Todoist sind schön gestaltete Produkte, dabei aber weit weniger minimalistisch in Design und Funktionalität als Any.do. Im direkten Vergleich muss man deren Feature-Sets als geradezu beeindruckend bezeichnen. Dennoch bringt es Todoist nur auf etwas mehr als zwei Millionen Nutzer und Wunderlist zählt derer etwas mehr als sechs Millionen. Beide Apps unterstützen deutlich mehr Plattformen als Any.do das tut.

Wunderlist on Mobile
Wunderlist: Web-App

Todoist: Web App
Todoist: Web-App

Übrigens, für Teams gibt es da ein feines Tool namens BamBam. Dazu schrieb ich für unsere große Schwester Noupe Magazine vor ein paar Monaten diesen Beitrag.

So sind die Fakten. Dennoch schaffte es Any.do, weit mehr Sympathien für sich zu gewinnen. Offenbar gibt es sehr viele Nutzer, die einfach ihre bisherigen Haftnotizen und Einkaufszettel gegen etwas digitales ersetzen wollen. Und damit kann Any.do natürlich dienen. Verschwenden Sie nie wieder einen kleinen Schnipsel Papier, nutzen Sie stattdessen Any.do. Natürlich könnten Sie auch funktionsreichere Vertreter, wie eben Wunderlist oder Todoist nutzen. Aber wenn Sie partout nicht mehr wollen, dann bleiben Sie halt bei Any.do.

Any.do für Chrome und als Web-App

Erstaunlicherweise liefert die Chrome-Extension für Any.do Funktionalitäten, die ich auch für meine Zwecke oder – genereller – professionelle Zwecke nützlich finde. So lassen sich E-Mails sehr einfach zu Aufgaben machen, was Todoist in gleicher Weise bietet. Es können aber auch Nachverfolgungsaufgaben aus E-Mails angelegt werden. Das habe ich so noch nirgendwo anders gesehen. Was nützt es aber, wenn die App ansonsten so gar nicht auf professionelle Bedarfe ausgerichtet ist. Da laufen die schicken GMail-Features komplett ins Leere.

Die neue Web-App überrascht nach dem bisher Gesagten auch nicht. Es ist ein Beispiel dafür, wie wenig man liefern kann, ohne gleich komplett unbrauchbar zu werden. Any.dos Web-App ist, wenn man ehrlich ist, eine reine Design-Katastrophe. Sie arbeitet auch auf großen Monitoren schlichtweg so, wie sie das auf kleinen Touchscreens auch tut. Angepasste Layouts sind Fehlanzeige und auch ansonsten tut Any.do nichts, um sich die Stärken größerer Bildschirmdiagonalen irgendwie zunutze zu machen.

Schauen Sie sich diesen Screenshot an. Ich erstelle eine Aufgabe auf meinem 27" Dell-Monitor:

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Sie sehen es auf dem kleinen Shot nicht so deutlich, können es sich aber vielleicht denken. Trotzdem die Buchstaben groß sind wie Dackel, gibt es mehr Whitespace als sich selbst Johny Ive trauen würde, zu verdesignen. Die Listenansicht ist nicht viel anders. Schlussendlich habe ich das Browserfenster kleiner skaliert, damit ich mir nicht ganz so verapplet vorkam beim Arbeiten mit Any.do.

Sei’s drum: Zehn Millionen Nutzer können ja nicht vollkommen daneben liegen. Deshalb, mögen Sie Ihr Any.do, dann verwenden Sie es halt. Erledigen Sie Ihre Einkäufe damit. Vergessen Sie keinen Arzttermin mehr und stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Kleinen rechtzeitig aus der Tagesstätte abholen.

Alles Gute…

Übrigens: Wenn Sie doch mehr wollen, dann lesen Sie doch diese Dr. Web-Artikel: “Aufgabenplaner Online – eine nicht ganz vollständige Liste” und „Wunderlist Pro ist da! Wir zeigen Alternativen!

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Essentials Freebies, Tools und Templates

Publ.com: Offline-Inhalte schnell und komfortabel im Netz veröffentlichen

Der Katalog ist fertig und liegt in der Druckerei. Wäre es jetzt nicht gut, wenn man die gleiche Datei nehmen könnte, um den Katalog auch online zugänglich zu machen? Stattdessen wird man entweder eine PDF zum Download anbieten oder den Offline-Inhalt gleich gar nicht online stellen. Publ.com kann für diesen und andere Bedarfe eine sehr gute Alternative sein, zumal das Publizieren von Offline-Inhalten wirklich extrem einfach und schnell vonstatten geht.

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Publ.com und FlippingBook in kurzen Worten

Publ.com ist ein cloud-basierter Dienst, der aus zwei wesentlichen Teilen besteht. Da ist zum einen der FlippingBook Publisher, eine Windows-Software, die lokal installiert wird und fast beliebigen auf der Festplatte bereits vorhandenen Content importieren und in ein FlippingBook umwandeln kann. Und da ist zum anderen Publ.com selber, die Cloud, in der die lokal erstellten Publikationen gehostet werden. Publ.com arbeitet mit Amazons Web Services und bietet so eine stabile, schnelle und zuverlässige Umgebung, auch für größere Projekte. Reader-Apps für Android und iOS runden das Angebot ab.

Der Produktionsprozess ist in wenigen Schritten erledigt. In unserem Katalogbeispiel aus der Einleitung würde man lediglich sämtliche zum Projekt gehörenden Druckdateien, heutzutage fast immer PDF, in den FlippingBook Publisher importieren, ein paar Parameter anpassen und das Ergebnis wieder exportieren lassen. Herauskäme ein FlippingBook, das seinen Namen dem charakterischen Pageflip-Effekt verdankt, mit dem Seiten realitätsgetreu umgeblättert werden.

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Dieses FlippingBook kann man nun auf verschiedene Weisen zugänglich machen. Entweder Sie publizieren es aus dem Publisher direkt per FTP auf Ihren Webspace oder legen es zunächst lokal in ein Verzeichnis ab. Oder Sie wollen direkt eine Publikation auf CD/DVD erstellen. FlippingBook stellt Ihnen für Windows eine .exe und für Mac eine .app zur Verfügung. Die letzte und beste Alternative stellt allerdings der Onlinedienst Publ.com selber dar. Publizieren Sie Ihren Content direkt in die Cloud, was verschiedene Vorteile hat.

Ich weiß nicht, welche Kapazität Ihr FTP-Server hat, weder was Geschwindigkeit, noch was Speicherplatz betrifft. Publizieren Sie über diesen Server nun populäre, dabei große Inhalte, kann es schnell eng werden und die Auslieferung wird zu einem zähen Unterfangen. Publ.com lebt in der Amazon-Cloud, die nach Bedarf skaliert und dabei die Inhalte stets ortsnah ausliefert. Mit Publ.com wird zudem sicher gestellt, dass nicht zunächst alle 2.500 Seiten Ihres Katalogs für Fliegenfischerzubehör heruntergeladen sein müssen, bevor der Interessent darin stöbern kann. Vielmehr erfolgen Download und Anzeige seitenweise, während im Hintergrund weiter geladen wird.

Über Publ.com gehostete Inhalte stehen außerdem über kostenfreie Apps für Android und iOS zur Verfügung. Der sog. Publ.com-Reader passt die Inhalte perfekt auf das Display der mobilen Geräte an. Auf diese Weise erreichen Ihre über Publ.com veröffentlichten Inhalte das breitest mögliche Publikum. Um es nochmal klar zu stellen. Der Publ.com-Reader ist nicht unbedingt erforderlich, da man ohne ihn direkt im Browser die HTML-Versionen verwenden kann. Wenn man aber die vollständige Desktop-Optik bevorzugt und die Publikation offline lesen möchte, dann sollte man sich die kostenlose App durchaus installieren.

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Screenshot aus der Android-App
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Und noch ein Screenshot aus der Android-App

FlippingBook Publisher, das Autorenwerkzeug des Bundles

FlippingBook Publisher steht in verschieden befähigten Versionen für die Windows-Plattform bereit. Wollen Sie sich ein eigenes Bild von dem Werkzeug machen, so lohnt sich der Download der 30-Tage-Testversion, die allerdings auf 10-seitige Präsentationen limitiert ist und auf jeder Seite ein FlippingBook-Branding einblendet. Dafür können Sie aber bereits den Cloud-Service mitnutzen. Das Konto erlischt automatisch nach 30 Tagen.

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Der Publisher ist in den verschiedenen Bezahlvarianten von Publ.com stets eingepreist, allerdings mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Die Varianten Basic, Professional und Business unterscheiden sich dabei deutlich. Allen gemeinsam ist, dass die erzeugten Inhalte auch auf den mobilen Plattformen funktionieren, volltext-durchsuchbar, werbefrei und SEO-optimiert sind.

Will man beliebige Dateiformate importieren, Google Analytics einbinden, ein Bücherregal für die eigenen Publikationen integrieren, über HTTPS ausliefern oder den Zugriff insofern beschränken, dass nur Personen, denen man den entsprechenden Link nennt, auf die Inhalte zugreifen können, ist mindestens der FlippingBook Publisher Professional erforderlich. Mit dieser Variante lassen sich die INhalte zudem auf einer Subdomain von Publ.com hosten. Kommt noch der Bedarf an in sich mehrsprachigen Inhalten dazu oder will man seine Inhalte mit einem Passwort schützen oder einen Redaktionsworkflow mit mehreren Editoren abbilden, wird der Griff zur höchsten Version, dem FlippingBook Publisher Business erforderlich.

Ich habe mir die Testversion des Publishers herunter geladen und einen schnellen Test mit einer druckfähigen PDF-Datei gemacht. Obschon die Datei etliche Megabyte Gewicht hatte, importierte Publisher sie schnell, völlig klaglos und ohne Fehler. Über die links im Programm angeordnete Eigenschaftenleiste sind die wesentlichen Optionen schnell zurecht konfiguriert. Über verschiedene vordefinierte Skins legt man die grundlegende Optik, die durchweg ansprechend wirkt, fest.

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Schon während der Arbeit zeigt Publisher konsequent im WYSIWYG-Modus das spätere End-Produkt an. Sämtliche Änderungen wirken sich direkt auf die Optik des zentral angezeigten, zukünftigen Onlineinhalts aus. Rechts neben dem Inhaltsbereich finden Sie eine Möglichkeit schnell zwischen den einzelnen Seiten des Projekts zu wechseln und schnell einzelnen Seiten abweichende Optionen zu verpassen, etwa was die Hintergrundfarbe betrifft. Letzteres funktioniert natürlich nur bei ansonsten transparenten Vorlagen, also nicht bei meiner importierten PDF-Datei. Bei verschiedenen Dateiformaten, wie etwa bei dem von mir verwendeten PDF können Sie entscheiden, ob die Ursprungsdatei zusätzlich zur Publikation als FlippingBook zum Download angeboten werden soll.

Mit etwas Geduld und Spucke können Sie sich ein Dokument hinbasteln, dass sich von der visuellen Anmutung her kaum noch von einem Buch unterscheiden lässt. Skeuomorphismus hat ein Refugium gefunden, jetzt, wo Johny Ive dem Konzept den Garaus machen will. Sie können indes nicht nur Bücher mit Publisher erstellen. Der Eingangs-Bildschirm des Publisher macht Ihnen bereits einige Vorschläge.

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Ich entschied mich für den Typ "Katalog", der empfohlen wird, wenn man Geschäftsunterlagen, etwa Jahresberichte und anderes, sowie – natürlich – Kataloge publizieren will. Andere Projekttypen sind besser geeignet für Magazine oder Bücher. Eine Projektvorlage erlaubt die Erstellung einer Fotogalerie, bei der nicht das Risiko des Bilddiebstahls besteht…

Einige Beispiele für die unterschiedlichen Projekttypen können Sie sich direkt bei Publ.com ansehen.

FlippingBook Publisher: Wo Licht ist, …

Das Publisher-Werkzeug liegt gut in der Hand, ist schnell und zuverlässig und verhilft sehr schnell zu sehr ansprechenden Ergebnissen. Das will ich hier durchaus noch einmal vorweg schicken. Aber, auch hier ist nicht alles Gold was glänzt und so dürfen ein paar Schwächen nicht unerwähnt bleiben.

Als Wermutstropfen ist sicherlich zu bezeichnen, dass FlippingBooks auf Flash basieren. Man dachte es sich schon, als man erstmals den Pageflip-Effekt sah. Der Rechtsklick auf einer beliebigen Publikation bringt die Gewissheit. Natürlich kann nahezu jeder real installierte Browser mit dem Format umgehen. Die mobilen Plattformen werden über die dedizierte Reader-App entsprechend fit gemacht. Nur, die Zukunft gehört Flash sicherlich nicht. Da dürfte man schnell Einigkeit erzielen.

Da ist es gut, dass Publ.com automatisch auch HTML-Varianten der Inhalte erstellt. Davon kann man sich schnell überzeugen, wenn man etwa mit mobile Safari eine der Beispielpublikationen öffnet. Entsprechend fähige Browser sehen eine HTML5-Version, ältere Browser erhalten immerhin eine abgespeckte Basis-Fassung. Niemand wird demnach zurück gelassen.

Für Kunden, die ihre Publikationen kostenpflichtig an den Start bringen wollen, ihre Inhalte also verkaufen wollen, ist Publ.com ebenfalls weniger geeignet. Sicherlich, man kann in der höchsten Version einen Passwort-Schutz definieren und so steuern, wer die Inhalte lesen können darf. Kein Passwort, kein Lesen. Indes, zeitgemäß und etabliert ist die Vorgehensweise im Markt der Self-Publisher nicht. Hier müssen Inhalte direkt über die einschlägigen Plattformen, akzeptabel wären allenfalls noch App- und Play-Store, gekauft werden können.

Fairerweise will ich aber doch herausstellen, dass die Zielgruppe von Publ.com schon eher die Anbieter von Produktkatalogen oder sonstigen kostenlosen Publikationen sind, die möglichst schnell und möglichst breit, dabei ohne großes Gefrickel verteilt werden sollen. Und genau das leistet Publ.com uneingeschränkt.

Publ.com, die Inhalte-Cloud

In Anlehnung an die verschiedenen Versionen des FlippingBook Publisher bietet Publ.com drei verschiedene Bezahlpläne an. Im Tarif Basic kostet Publ.com inklusive FlippingBook Publisher Basic monatlich 29 Euro. Darin enthalten sind alle weiter oben beschriebenen Features der Basic-Version, 1 GB Speicherplatz und 50 GB Datenverkehr. Das Produkt darf auf einem Computer eingesetzt werden.

Für monatlich 39 Euro erhalten Sie den Tarif "Professional" mit den weiter oben beschriebenen Features, 2 GB Speicherplatz und 100 GB Traffic. Sie dürfen das Produkt dann auf zwei Arbeitsplätzen einsetzen. 69 Euro müssen Sie berappen, wenn Sie den vollen Leistungsempfang im Tarif "Business" einkaufen wollen. 5 GB Speicherplatz und 250 GB Bandbreite dürften auch für anspruchsvolle und populäre Inhalte hinreichend sein. Sie dürfen das Produkt auf drei Arbeitsplätzen und in einem fünfköpfigen Redaktionsteam mit entsprechendem Workflow zum Einsatz bringen. Alle genannten Preise gelten für eine Bindungsfrist von sechs Monaten. Buchen Sie direkt längere Zeiträume gewährt der Betreiber bis zu 25% Rabatt.

Publ.com lehnt sich auf Dienstseite direkt an das einfache Konzept seiner begleitenden Publisher-App an. Mit einem einzelnen Klick publizieren Sie das fertige Werk auf Publ.com. Der Vorgang könnte einfacher nicht sein. Damit eignet sich die Gesamtlösung auch für technisch weniger versierte Zeitgenossen.

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Nicht unerwähnt bleiben sollen die umfangreichen Möglichkeiten, den Content mit anderen zu teilen. Direkt in den entsprechenden Reader-Apps finden Sie Optionen zum Teilen auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn, Tumblr oder vKontakte. Finden Sie eine fremde Publikationen besonders interessant und hat der Ersteller das zugelassen, so können Sie diese per Embed-Code auf Ihrer Website einbauen und so die Verbreitung unterstützen.

Besonders für Produktkataloge interessant sind die Features zum Einbinden von Videos und Weblinks, sowie die Möglichkeit, in die Publikation direkt Warenkorb-Funktionalität zu integrieren oder einen solchen direkt von dort aus anzusprechen. Es sind gerade die letztgenannten Features, die die Zielgruppe nochmal besonders deutlich definieren.

Fazit: Mit Publ.com wird jeder zum Publisher. Das Veröffentlichen der eigenen Publikationen geht sehr einfach von der Hand und ist auch von technischen Laien schnell erlernt. Hier hilft der schlanke, fast schon stromlinienförmige Workflow des sehr guten Werkzeugs FlippingBook Publisher. Mit Flash setzt Publ.com zwar nicht unbedingt auf eine Technologie der Zukunft, dafür sorgen aber automatisch erstellte HTML-Versionen für lückenlose Unterstützung auch älterer Browser. Darum muss sich der Inhalteersteller nicht einmal ausdrücklich kümmern.

Publ.com eignet sich vornehmlich für Anwendungsfälle, in denen große Mengen Content möglichst schnell und breit gefächert verteilt werden soll. Weniger bis gar nicht eignet sich der Service für Publisher, bei denen der Inhalt der Publikation auch das Produkt ist. Das Verkaufen der erzeugten Publikationen ist in Publ.coms Genen nicht angelegt. Gehört man jedoch zur Zielgruppe, macht man keinen Fehler mit einer Entscheidung für einen der – nicht ganz billigen – Bezahlpläne…

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Remote Debugging: Mobile Webseiten am PC oder Mac untersuchen

Beim Entwickeln von mobilen Webseiten kommt man irgendwann unweigerlich an den Punkt, an dem man auf dem Smartphone oder Tablet die Entwicklertools im Browser starten möchte, um das HTML und CSS genauer untersuchen zu können.

Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie Webseiten auf Android- und iOS-Geräten mit den Browserentwicklertools auf einem PC oder Mac untersuchen können, und zwar weitgehend mit Bordmitteln und ohne die Installation zusätzlicher Software wie Android SDK, Adobe Edge Inspect oder Weinre (WEb INspector REmote).

Die Hardware

Bevor Sie loslegen, überprüfen Sie kurz die Hardware. Sie benötigen:

  • Smartphone oder Tablet mit Android oder iOS
  • USB-Kabel, um das Gerät mit dem Rechner zu verbinden
  • Mac mit OS X oder PC mit Windows (oder beides)

Am besten funktioniert die im Folgenden beschriebene Vorgehensweise auf Macs unter OS X ab 10.8, denn dort können Sie ohne viel Aufwand sowohl iOS- als auch Android-Geräte untersuchen. Auf PCs hingegen kann man nur Androids debuggen und muss zunächst einen USB-Treiber für das Gerät installieren, was Windows in der Regel allerdings automatisch erledigt.

Remote Debugging mit Android-Geräten (für Win und OS X)

Zum Debuggen von Webseiten auf Androids benötigen Sie folgende Software:

  • als Browser: Googles Chrome ab V28 auf beiden Geräten
  • auf dem PC oder Mac die Chrome-Erweiterung ADB
  • PC mit Windows (ideal 7) oder Mac mit OS X (ab 10.8)
  • unter Windows: USB-Treiber für das Android-Gerät

Und los geht’s.

1. Die Chrome-Erweiterung ADB installieren

Im Chrome auf dem PC oder Mac installieren Sie zunächst die Erweiterung mit dem schönen Namen „ADB“, die innerhalb von Chrome die „Android Debug Bridge“ zur Verfügung stellt und Ihnen damit die Installation des kompletten Android SDK erspart.

Zur Installation der Erweiterung suchen Sie im Chrome Web Store einfach nach den Buchstaben „ADB“ oder klicken auf den Direktlink, den Sie weiter unten bei den „Links zum Beitrag“ finden. Unter Windows 8 klappt die Installation aus dem Chrome Webstore nicht, aber bei Github gibt es genaue Anweisungen zur manuellen Installation. Einen Link dazu finden Sie ebenfalls am Ende des Beitrags.

Nach der Installation der ADB-Extension finden Sie im Chrome rechts oben einen kleinen grauen Androiden.

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2. Debugging auf dem Android-Gerät erlauben

Auf dem mobilen Gerät müssen Sie das Debugging gleich zwei Mal erlauben, und zwar einmal in den Einstellungen des Gerätes und einmal im mobilen Chrome. Gehen Sie zunächst in die Einstellungen des Gerätes und erlauben bei den Entwickler-Optionen das USB-Debugging.

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Ab Android 4.2 sind die Entwickler-Optionen standardmäßig versteckt. Um sie einzublenden, rufen Sie in Einstellungen die Option Info zum Gerät (4.2) bzw. Über das Telefon (ab 4.3) auf. Dort tappen Sie dann sieben Mal auf die Buildnummer. Unglaublich aber wahr. Nach Absolvierung dieses Rituals gehen Sie wieder eine Seite zurück und finden dann dort die Entwickler-Optionen, in denen Sie wie oben beschrieben das USB-Debugging aktivieren können.

Starten Sie jetzt Chrome auf dem Android-Gerät und aktivieren Sie im Menü Einstellungen - Entwickler-Tools die Option Web-Debugging über USB, indem Sie auf die Option tappen und dann rechts oben den Schiebeschalter auf Ein stellen. [EDIT 2013-11-26: Falls diese Option nicht vorhanden sein sollte, machen Sie einfach mit Schritt 3 weiter. Siehe Kommentar weiter unten.]

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Danach rufen Sie im mobilen Chrome die Seite auf, deren Quelltext Sie gleich am PC oder Mac untersuchen möchten.

3. Geräte verbinden und Quelltext untersuchen

Zum Verbinden der Geräte stöpseln Sie unter OS X einfach das USB-Kabel ein und bestätigen eventuelle Sicherheitsabfragen.
Auf dem Android-Gerät erscheint die Meldung Als Mediengerät verbunden und oben in der Statusleiste wird oben links das USB-Symbol sichtbar. Eine eventuelle Meldung „Es wurde keine Software auf Ihrem PC gefunden, die das Gerät erkennt“ können Sie ignorieren bzw. mit OK bestätigen. Es funktioniert trotzdem.

Unter Windows werden nach dem Einstöpseln des USB-Kabels zunächst die Treiber für das Android-Gerät installiert. Im Idealfall passiert dies automatisch und sie brauchen dafür nichts, außer ein paar Minuten Geduld. Falls die Installation aus irgendeinem Grunde nicht klappen sollte, müssen Sie den USB-Treiber für das Androidgerät manuell installieren. Einen Link für Windows OEM USB Treiber finden Sie am Ende des Beitrags.

Nach dem Verbinden der Geräte starten Sie im Chrome auf dem PC oder Mac die weiter oben installierte Erweiterung ADB, indem Sie zunächst auf den grauen Androiden klicken und dann auf den Befehl Start ADB. Daraufhin färbt sich der Android grün.

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Klicken Sie auf das jetzt grüne Android-Symbol und wählen Sie im ADB-Menü die Option View Inspection Targets. Chrome öffnet die Seite chrome://inspect, auf der Sie eine URL eingeben und damit auf dem mobilen Chrome einen neuen Tab öffnen können. Darunter werden im mobilen Chrome bereits geöffnete Seite gelistet. Sie können sie untersuchen, indem Sie auf den Link Inspect hinter dem Namen der Seite klicken.

Die folgende Screenshot-Montage zeigt auf der linken Seite die Developer Tools im Chrome auf dem Desktop, in denen das HTML-Element für das Menü ausgewählt wurde. Auf der rechten Seiten sehen Sie, wie das auf dem Desktop-Chrome selektierte Element im Chrome auf dem Android-Gerät hervorgehoben wird. Änderungen in den Developer Tools auf dem Desktop werden live und in Farbe im mobilen Browser umgesetzt. Remote Debugging.

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Remote Debugging mit iOS-Geräten (nur OS X)

Zu Analyse von Webseiten auf iOS-Geräten benötigen Sie mindestens iOS 6 und einen Mac. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass das Debugging im Safari stattfindet und nicht im Chrome.

Gleich zu Beginn der Hinweis, dass Sie statt eines echten iOS-Gerätes auch den in der Programmierumgebung Xcode enthaltenen iOS-Simulator benutzen können. Die folgenden Schritte können Sie also auch dann abarbeiten, wenn Sie gerade weder ein iPhone noch ein iPad zur Verfügung haben. Xcode selbst können Sie aus dem Appstore heraus installieren. Im Menü Xcode - Open Developer Tool wird dann der iOS-Simulator gestartet.

1. Im Safari die Entwicklertools aktivieren

Zunächst aktivieren Sie im Safari auf dem Mac und auf dem mobilen Gerät (oder im iOS-Simulator) die Entwicklertools. Auf dem Mac finden Sie dazu in den Einstellungen im Abschnitt Erweitert die Option Menü "Entwickler" in der Menüleiste anzeigen.

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Im iOS-Gerät gehen Sie in die Einstellungen - Safari - Erweitert und aktivieren dort mit dem Schieberegler die Option mit dem unscheinbaren Titel Webinformationen. In der englischen Version heißt der Befehl Web Inspector.

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2. Geräte verbinden und Quelltext untersuchen

In diesem Schritt verbinden Sie iOS-Gerät und Mac mit dem USB-Kabel. Danach öffnen Sie auf dem Mac den Safari und finden dort im Menü Entwickler relativ weit oben das per USB-Kabel angeschlossene Gerät und bzw. oder den iOS-Simulator.

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Für die gefundenen Geräte werden alle im Safari geöffneten Webseiten angezeigt. Ein Klick auf die gewünschte Seite, und schon sehen Sie auf dem Mac die Entwicklertools mit dem Quelltext der auf dem mobilen Safari geöffneten Webseite. Auch hier werden Änderungen in den Entwicklertools auf dem Mac sofort im mobilen Safari umgesetzt.

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Fazit

Das Debuggen von Webseiten auf mobilen Geräten von einem PC oder Mac aus ist auch ohne zusätzliche Software recht einfach möglich und erleichtert die Optimierung ganz enorm.

Links zum Beitrag

Remote Debugging für Android:
Chrome downloaden
Die Erweiterung ADB im Chrome Webstore
ADB unter Windows 8 – manuelle Installation.
Windows OEM USB Treiber für Android
– Artikel „Remote Debugging on Android“

Remote Debugging für iOS:
Safari 7
Xcode mit iOS Simulator
– Artikel „Using Web Inspector to Debug Mobile Safari“

Links zu weiteren Tools

(dpe)

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Apps Programmierung

Schleifpapier im Lieferumfang? So unterscheiden sich Designs für iOS und Android aus App-Entwicklersicht

Im Oktober 2010, als das Samsung Galaxy Tab vorgestellt wurde, meldete sich Steve Jobs zu Wort, um seiner Meinung über 7“-Tablets Luft zu machen. Er bezeichnete diese Geräteklasse als ”dead on arrival“ – ”Totgeburt“ – und empfahl, jedem Gerät Schleifpapier beizulegen, um die Finger der Nutzer anzupassen. Nach Jobs Tod dann veröffentlichte auch Apple mit dem iPad mini ein Gerät der zuvor noch gescholtenen 7”-Klasse. Dass es sich bei der Geräteklasse offensichtlich nicht um eine Totgeburt gehandelt hat, wissen wir inzwischen. Mit dem Vorschlag der Anpassung der Nutzerfinger per Schleifpapier indes hatte der Apple-Gründer nicht ganz unrecht, zumal wenn es um die iOS-Geräte geht. Warum das so ist, will ich im folgenden Beitrag deutlich machen…

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Vom Finger zum Touch Target

Zunächst stellt sich natürlich die Frage, wieso Steve Jobs nicht auch der Ansicht war, dem iPhone ebenso Schleifpapier mitliefern zu müssen? Immerhin ist ein (damals) 3,5 Zoll-, heute 4 Zoll-Display noch weit kleiner als die angesprochenen 7 Zoll.

Diese Frage lässt sich leicht beantworten, wenn man sich iOS einmal genauer anschaut. Dieses Betriebssystem wurde entwickelt, um auf einem 3,5 Zoll Display bei einer Auflösung von 480 x 320px mit dem Finger bedient werden zu können. Diese Eckdaten definierten die Größe der Arbeitsfläche. Diese Arbeitsfläche hängt bei einem Touch-Betriebssystem jedoch nicht nur von Werten ab, sondern auch vom “Eingabegerät”, in diesem Fall also den Fingern, genauer dem Zeigefinger und Daumen.

Finger haben eine bestimmte Größe und beanspruchen bei der Berührung des Displays eine bestimmte Fläche. Die so beanspruchte Fläche wird als “Touch-Target” bezeichnet. Die Größe des Touch-Targets beeinflusst, wie viele Bedienelemente auf der Arbeitsfläche angezeigt werden können. Apple gibt in seinen Richtlinien ein Touch-Target von mindestens 44 x 44px an, was einer Fläche von ca. 8 x 8mm entspricht.

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Beim Wechsel auf die bekannte “Retina”-Auflösung hat Apple an diesem ganzen Konzept nichts geändert, stattdessen einen simplen und doch effizienten Trick angewandt. Ein Pixel wurde in 4 kleine Pixel aufgeteilt, die zusammen die Größe des ursprünglichen Pixel haben. Daraus ergibt sich genau die doppelte Auflösung auf jeder Achse: 960 x 640px. Dieses Vorgehen führt nicht zu mehr Platz auf dem Display, aber zu einer schärferen Darstellung.

Die Touch-Targets sind immer noch ca. 8 x 8mm groß, aber bestehen nun aus doppelt so vielen Pixeln (88 x 88px). Da iOS-Layouts nicht mit relativen, sondern mit absoluten Werten erstellt werden, hat diese Auflösungsänderung keine Auswirkung. Die Werte werden einfach nur verdoppelt, um das gleiche Ergebnis zu bekommen. Somit bleibt die Größe der Arbeitsfläche gleich, obwohl die Auflösung verändert wurde. Das iPhone 5 hat noch ein wenig mehr Veränderung gebracht, die aber nicht von großer Bedeutung sind und spielt daher in den weiteren Betrachtungen keine Rolle.

Der Unterschied beim iPad

Was hat sich nun beim iPad (2) geändert und was ist gleich geblieben? Verändert hat sich die Displaygröße auf 9,7 Zoll und die Auflösung auf 1024 x 768px. Das Eingabegerät ist jedoch gleich geblieben – der Finger. Er ist immer noch genauso groß wie zuvor, hat jetzt jedoch eine größere Fläche vor sich. Somit entsprechen die 8 x 8mm des Fingers ca. 44 x 44px auf dem Display. Durch den größeren Bildschirm passt nun aber mehr drauf. Dieses mehr an Platz definiert das Tablet-Layout.

Durch die vergrößerte Arbeitsfläche ist es möglich, mehr Inhalt darzustellen, welcher mit dem Finger immer noch bedienbar ist. Jedoch sollte man auf einem Tablet die Touch-Targets ein wenig größer gestalten, da das User Interface sonst schnell überladen wirkt und zu keiner angenehmen Erfahrung führt. Beim iPad 3 und 4 ist das Vorgehen (wie oben beschrieben) mit der Verdoppelung der Auflösung gleich.

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Der Schleifpapier-Effekt

Kommen wir nun zum fiktiven Schleifpapier und wieso ein 7“-Tablet solches im Lieferumfang enthalten sollte, falls iOS das Betriebssystem der Wahl ist. Zuerst geht man davon aus, dass die Apps auf dem 7”-Tablet das Tablet-Layout benutzen sollen. Immerhin will man ja ein Tablet-Design und kein aufgeblasenes Telefon-Layout. An dieser Stelle entsteht die Schwierigkeit mit den pixelgenauen Layouts in iOS.

Man nimmt also ein Touch-Target (z.B. einen Button) mit der Größe von 44 x 44px, welches auf 9,7" zu einer realen Größe von 8 x 8mm führt, und verkleinert dieses auf ca. 70% dessen. Die Auflösung bleibt die Gleiche. Man erhält also ein Touch-Target, welches 5,6 x 5,6mm groß ist. Der Finger wird jedoch nicht kleiner, nur weil man sich ein kleineres Tablet gekauft hat. Somit bekommt man das Problem, die Touch Targets mit dem Finger nicht mehr so einfach treffen zu können.

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Natürlich kann man durch Analyse der Berührungen auf dem Bildschirm versuchen, diese den kleineren Touch-Targets zuzuordnen. Jedoch muss das nicht immer zum Erfolg führen und kann bei Bedienelementen, die nahe zusammenstehen, zu unerwünschten Aktionen führen. Diese Fehleingaben verschlechtern die Benutzererfahrung mit dem Gerät bzw. der App.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten dieses Problem zu lösen. Zum Einen kann man eine neue Auflösung und damit ein neues Layout definieren. Dieses Vorgehen führt jedoch dazu, keine kompatiblen Apps für diese neue Auflösung zu haben. Die Layouts müssten neu gedacht und erstellt werden. Was passiert, wenn das passiert, aber nicht passiert, sah man eine ganze Weile am neuen Display im iPhone 5 – Balken dominierten die zusätzliche Fläche.

Die zweite Möglichkeit ist eben das “Abschleifen” der Finger, um sie “präziser” zu machen (ein kapazitiver Stylus würde es wohl auch tun, aber das wäre ja nicht Sinn der Sache).

Die “Größe” des iPad Mini

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Apple entschied, das Display des iPad Mini auf 7,9“ zu verkleinern. So wurden aus den Touch-Targets mit 8 x 8mm nurmehr solche mit 6,5 x 6,5mm. Diese Maße wurden seitens der Apple-Ingenieure anscheinend als noch zumutbar erachtet. Es handelt sich hier ”nur" um Unterschiede im Millimeterbereich, was sich recht belanglos anhört. Jedoch merkt man bei der Bedienung eines Gerätes mit Toucheingabe schnell, wie wichtig Bedienelemente sind, die nicht zu klein ausfallen.

Doch keine Sorge. Die meisten Tablet-Apps sind auf dem iPad Mini noch gut bedienbar, da die Touch-Targets auf den 9,7“ Geräten selten die minimale Größe bekommen, sondern eher größer dimensioniert werden. Dies dient der erleichterten Bedienung. Beim iPad Mini führen diese größeren Bedienelemente zu ”genau der richtigen Größe" nach der Verkleinerung, kleinere jedoch zu Schwierigkeiten.

Android und die Vielfalt an Auflösungen

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Kommen wir nun dazu, wie Android dieses Problem mit den verschiedenen Auflösungen und Displaygrößen handhabt. Wie kann bei dieser Fragmentierung die minimale Größe des Touch-Targets garantiert werden?

Android ist seit der Version 1.0 in der Lage auf verschiedenen Bildschirmgrößen und den dazugehörigen Auflösungen ein konsistentes Erlebnis zu bieten. Um als Programmierer nicht für jede Auflösung bei verschiedenen Displaygrößen Layouts erstellen zu müssen, wurde versucht, diese konkreten Variablen zu abstrahieren.

Zunächst führte man eine neue Einheit namens DIP (Density Indipendent Pixel) ein. Diese Einheit ist unabhängig von Auflösung bzw. Bildschirmgröße und liefert immer (ungefähr) die gleiche physikalische Größe auf dem Display.

So funktioniert es:

Definiert wird 1 DIP als 1 Pixel bei einer Pixeldichte von 160dpi (mdpi). Die Pixeldichte enthält die Bildschirmgröße und Auflösung im Verhältnis zueinander. Weiter werden Umrechnungsfaktoren definiert, um auch andere Pixeldichten abzudecken.

Bei der Verdoppelung der Pixeldichte auf 320dpi (xhdpi) wird ein Pixel eines 160dpi Display einfach nur in 4 kleinere Pixel unterteilt. Dieses Vorgehen gleicht dem bei iOS. Es ergibt sich der Umrechnungsfaktor 2. 1 DIP, bei einer Pixeldichte von 320dpi, entspricht also 2 Pixeln auf dem Display.

  • Bei einer Pixeldichte von 120dpi (ldpi) entspricht 1DIP = 0,75 Pixel.
  • Bei einer Pixeldichte von 240dpi (hpdi) entspricht 1DIP = 1,5 Pixel.
  • Seit Jelly Bean 4.1 wurde auch noch eine weitere Pixeldichte mit 480dpi (xxhdpi) eingeführt. Bei dieser entspricht 1DIP = 3 Pixel.
  • Beim 2012er Nexus 7 finden wir eine Pixeldichte von 217dpi (tvdpi). Dabei entspricht 1DIP = 1,33 Pixel. Das kommende Modell erhöht die Pixeldichte auf 323dpi, 1 DIP entspricht hier rund 2 Pixeln.

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Nun kann man also in den Layouts alle möglichen Elemente in DIP definieren und erhält auf jeden Bildschirm bzw. jeder Auflösung fast die gleiche physikalische Größe. Somit können Touch-Targets in der richtigen, weil bedienbaren Größe gehalten werden.

Und wo ist jetzt der versprochene Unterschied zwischen iPad Mini und Nexus 7?

Wir haben also festgestellt, dass ein iPad Mini die gleiche Arbeitsfläche hat wie ein 9,7" iPad und somit exakt das Gleiche darstellen kann. Es wird zwar alles kleiner, aber die Apps zeigen auf allen iPads den gleichen Inhalt.

Bei Android Tablets funktioniert die Bestimmung der Größe der Arbeitsfläche anders. Ich verdeutliche es mal an 2 Beispielen.

Nexus 7: Die Auflösung beträgt 1280x800px mit 7" Diagonale und führt zu einer Pixeldichte von 217dpi. Der Umrechnungsfaktor bei dieser Pixeldichte beträgt 1,33, da es sich um tvdpi handelt.

Wenn man nun die Auflösung durch diesen Faktor teil, erhält man die Größe der zur Verfügung stehenden Arbeitsfläche.

1280px / 1,33 = ca. 962dip | 800px / 1,33 = ca. 600dip

Die Arbeitsfläche beträgt also 962 x 600dip.

Google-Nexus-7-16GB-Tablet-PC

Nexus 10: Die Auflösung beträgt 2560 x 1600px mit 10,055" Diagonale und führt zu einer Pixeldichte von 300dpi. Damit fällt es in die Klasse xhdpi und der Umrechnungsfaktor beträgt hier 2.

2560px / 2 = 1280dip | 1600px / 2 = 800dip

Die Arbeitsfläche beträgt also 1280 x 800dip.

Dies ist genauso viel wie ein 10" Tablet mit 1280x800px (160dpi) Auflösung bis jetzt auch geboten hat. Dadurch müssen bei einer App für das Nexus 10 nur die Pixelgrafiken in der entsprechenden Auflösung neu hinterlegt werden. Das Layout bleibt das Gleiche.

Google_Nexus_10_16GB_271745.1

Wenn man sich die Arbeitsflächen jetzt anschaut und vergleicht, kommt man zu dem Schluss, dass das Nexus 7 eine kleinere Arbeitsfläche besitzt als ein 10" Android Tablet mit der gleichen Auflösung. Somit kann man eben nicht wie beim iPad die gleichen Apps mit den gleichen Layouts verwenden, da nicht genug Platz vorhanden ist.

Somit braucht das Nexus 7, wie auch andere 7“-Tablets, sein eigenes User Interface Layout und seine eigene Benutzerführung. Das ist der große Unterschied, wieso auf dem iPad Mini ”Tablet Apps" laufen und auf dem Nexus 7 ein eigenes Layout erstellt werden muss.

Vor- und Nachteile bei iOS

Pro:

  • Alle Apps des iPad bleiben mit dem iPad mini kompatibel.
  • Man kennt die Größe der Arbeitsfläche und hat nur 1 Layout als Entwickler zu erstellen. Das senkt die Entwicklungskosten für den Anbieter und den Anschaffungspreis für den User.
  • Bei der Verdoppelung der Auflösung müssen nur die Pixelgrafiken aktualisiert werden, was den Aufwand eines Updates minimiert.

Contra:

  • iOs ist “gefangen” in seinen Auflösungen oder dem Doppelten davon. Jedoch wird es schwierig werden, 2048 x 1536px oder 960 x 640px nochmals zu verdoppeln. Wir werden also für lange Zeit diese Auflösungen sehen und wohl auch keine anderen Größen bei Geräten.
  • Bei der Einführung einer neuen Auflösung werden alle vorhandenen Apps “nutzlos”. Man kann sie zwar noch ausführen, aber dies geschieht in einer “Letterbox”, wie beim iPhone 5 gut zu sehen ist (Schwarze Balken oben und unten).
  • Bei einfacher Verkleinerung der Bildschirmgröße ohne gleichzeitige Verkleinerung der Arbeitsfläche kann es zu Problemen mit den Touch Targets kommen, da sie zu klein ausfallen können -> kein konsistentes Nutzererlebnis.

Vor- und Nachteile bei Android

Pro:

  • Touch-Targets behalten immer die vorgesehene Größe.
  • Jede Auflösung und jede Bildschirmgröße ist möglich und führt zu einer Vielfalt von Geräten mit verschiedensten Formfaktoren.
  • Beim Programmieren muss man sich keine Gedanken über die Pixel machen, sondern nur über die verschieden großen Arbeitsflächen. Der Fokus kann auf die Nutzerführung und Ergonomie gelegt werden.
  • Das System kümmert sich darum, die richtigen Bilder und Layouts für das jeweilige Gerät darzustellen.

Contra:

  • Es müssen mehrere Layouts erstellt werden, was zu höheren Entwicklungskosten führt.
  • Layouts können nie pixelgenau sein, sondern müssen in der Höhe und Breite flexibel auf kleine Änderungen reagieren können. Dadurch kann man sich nie ganz sicher sein, wie das Layout beim User dargestellt wird.
  • Es besteht nicht nur ein höherer Aufwand beim Programmieren, sondern auch ein erhöhtes Fehlerpotential.

Sie sehen, beide Plattformen haben ihre eigene Vorgehensweise beim Umgang mit Auflösungen und Displaygrößen. Diese Vorgehensweisen haben Vor- und Nachteile, die sich sowohl auf das Nutzererlebnis, wie auch den Entwicklungsaufwand auswirken. Welches Konzept besser ist, kann nicht allgemeingültig und mit einfachen Worten definiert werden.

Am Ende ähnelt das Android-Konzept eher dem Konzept des modernen Web, in welchem pixelgenaue Layouts ebenfalls auf dem Rückmarsch sind, während iOS an die Glanzzeiten von Quark Xpress anknüpft. Der geringere Entwicklungsaufwand, nicht zuletzt wegen der überschaubareren Gerätezahl, liegt in jedem Falle bei iOS.

Über den Autor: Michael Panzer ist 28 Jahre alt und studiert Technische Redaktion an der HS Merseburg. In diesem Studiengang lernt man technische Sachverhalte einfach und verständlich wieder zu geben. Als kleine Übung verfasst er ab und an Artikel. Seit gut 1,5 Jahren programmiert für die Android-Plattform.

photo credit: dcysurfer / Dave Young via photopin cc

(dpe)

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Apps Design HTML/CSS JavaScript & jQuery Programmierung

Fries: Kostenloses Framework für die Entwicklung von Android-Apps mit HTML, CSS und JavaScript

Fries von Jaune Sarmiento liegt seit wenigen Tagen in der Version 1.0 vor. Fries stellt ein Framework zur Entwicklung von Web Apps zur Verfügung, die dem Look and Feel der Android UI entsprechen. Verwender der 4er Linie von Android werden sich direkt heimisch fühlen, wenn sie sich die Demos ansehen. In der aktuellen Version ist Fries optimiert auf die Zusammenarbeit mit PhoneGap, kann also nativ wirkende Apps hervor bringen.

fries-homepage

Fries will nicht nur das Prototyping beschleunigen

Vorneweg sei erwähnt, dass Fries unter der liberalen MIT-Lizenz steht, mithin für private und kommerzielle Zwecke verwendet werden darf. Das Projekt wird auf Github gehostet, kann aber auch auf der eigens eingerichteten Demo-Website heruntergeladen werden.

Fries bringt im entpackten Zustand gerade mal runde 470 KB auf die Waage, wovon die eigentlichen Framework-Bestandteile nochmal 100 KB weniger benötigen. Der Rest wird von Beispiel-HTML-Dateien belegt. In Version 1 verwendet Fries die offiziellen Android-Icons, was den authentischen Look der mit Fries erstellten Apps garantiert.

Fries setzt auf HTML, CSS und JavaScript, das Framework besteht im Wesentlichen aus CSS-Dateien und einigen Funktionalitäten, die mit JavaScript realisiert sind und als entsprechende Script-Dateien vorliegen. Fries ist modular aufgebaut. Jede Funktion steckt in einer eigenen Scriptdatei, die erforderlichenfalls von einer korrespondierenden CSS-Datei ergänzt wird. So ist die kollaborative Entwicklung weiterer Features einfach möglich, Sarmiento selber hat auch schon ein gutes Dutzend Ideen für weitere Funktionen.

Die Grundfunktionalität, also das „Übereinanderladen“ der einzelnen Seiten einer App wird vom JavaScript Stacks.js geleistet, das Sarmiento aus Ratchets Push.js entlehnte. Push.js ist nur für iOS tauglich. Stacks.js also sorgt nun für das Laden der Seitenelemente, wie auch der Inhalte über Ajax.

Fries: Simples Komponentensystem mit klarer Aufgabenteilung

Der Aufbau einer Fries-App ist von der Theorie her simpel. Alle Befehlselemente werden in ein Div der Klasse page gepackt, alle Inhaltselemente werden in ein Div der Klasse content geschrieben. Stacks.js kümmert sich um Zuordnung und erforderliche Ladevorgänge. Zusätzlich sorgt es für die Android-typischen Übergangseffekte mittels CSS3 Transforms.

Grundsätzlich kann eine Fries-App via Web-Server ausgeliefert werden, was während der Entwicklungsphase sicherlich der gängigste Weg sein dürfte. Ist die Entwicklung abgeschlossen, empfiehlt es sich spätestens, die App nach Adobe PhoneGap zu überführen, weil dadurch verschiedene Beschränkungen umgangen werden können. Die wichtigste dürfte dabei der Umstand sein, dass sich der Android-Browser nicht komplett wegblenden lässt, so dass die eigene App nicht den vollen Bildschirm nutzen könnte. Das ist nicht kritisch, aber wirkt nicht so professionell, wie es könnte. Zudem unterstützt PhoneGap alle gerätespezifischen APIs, die Android bereit stellt.

Derzeit bietet Fries fertige Komponenten für Action-Bars, Tabs, Schaltflächen, Listen und Formulare. Mittels der Komponente Spinners lässt sich eine Auswahlliste platzsparend unterbringen.

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Spinner im Einsatz

Alle Komponenten können auf der Demo-Website im Einzelnen getestet werden. Wie erwähnt steht Fries unter MIT-Lizenz, PhoneGap unter Apache-Lizenz zum kostenlosen Download bereit. Damit bilden die beiden Projekte ein Team, das den ambitionierten Entwickler ohne zusätzliche Kosten in die Lage versetzt, professionell wirkende Apps im Android Look & Feel zu erstellen.

Wenn ich jetzt noch verstünde, was die Assoziation Fries, zu deutsch Fritten, bedeuten soll, dann bliebe für mich keine Frage offen…

Links zum Beitrag

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Essentials Icons & Fonts

Pixelglyph: 200 freie PNG-Icons für die Entwicklung mobiler Websites und Apps

Wer sich mit der Entwicklung mobiler Websites oder Apps für iOS und Android oder andere mobile Geräte beschäftigt, kommt um die Verwendung von Icons nicht herum. Der Bedarf an guten Icons steigt deshalb stetig. Wie in vielen Bereichen, ist es auch hier schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Zudem sind viele ansehnliche Packs mit stattlichen Preisen versehen. Ein ganz frisches Pack namens Pixelglyph versucht es mit einem Freemium-Modell. Wir haben es uns angesehen…

Filesquare, Oursky und kostenlose Icons

Bringen wir mal ein bisschen Ordnung in die Sache. Das Icon-Set, um das es hier geht, wird unter dem Namen Pixelglyph von Filesquare angeboten. Filesquare ist dabei lediglich ein Produkt. Es handelt sich um eine Web-App, mit dessen Hilfe man erweiterte Mockups mit Durchklick-Funktionalität und direkten Feedback-Kanal erstellen kann. Von der Sorte gibt es einige, Filesquare reiht sich hier ein.

Hersteller von Filesquare und dementsprechend auch Pixelglyph ist die Firma Oursky mit Sitz in Hongkong. Oursky hat sich nach eigenen Angaben auf die Erstellung von Apps mit Fokus auf mobile Geräte spezialisiert. Icons benötigt man also schon für den Eigenbedarf.

Pixelglyph soll sicherlich zum einen den Bekanntheitsgrad der Mockup-Lösung Filesquare steigern, zum anderen verspricht man sich wohl den ein oder anderen Kaufumsatz durch die Bezahlversion des Iconsets.

Pixelglyph: 200 x 2 einfarbige Icons in 16 und 48 Pixeln zum Quadrat

Pixelglyph kommt in zwei Varianten, die beide kommerziell unter der CC-Lizenz genutzt werden können, wenn auf den Urheber des Iconsets verwiesen wird. Die kostenlose Variante beinhaltet 200 einfarbige Icons im PNG-Format. Diese liegen in 16 x 16 und 48 x 48 Pixeln Größe vor.


E-Mail-Adresse reicht, auch Wegwerf-Dienste funktionieren

Um das rund 4,2 MB große Zip mit den 400 Einzeldateien herunterladen zu können, ist es erforderlich, auf der eigens eingerichteten Website eine E-Mail-Adresse zu hinterlassen, an die dann der Download-Link gesendet wird. Da die Versendung unmittelbar erfolgt, funktioniert auch eine zeitlich begrenzte Wegwerf-Adresse. In der Mail findet sich ein Link, der ohne Umschweife über den Standardbrowser den Download initiiert. Weitere Daten werden nicht erhoben.

Wer sich für die Bezahlvariante entscheidet, erhält für 25 Dollar nicht nur den Umfang des kostenlosen Pakets. Zusätzlich werden die Quelldateien im Adobe Illustrator- und EPS-Format mitgeliefert, so dass eine flexible Skalierung der Icons auf die persönlich benötigten Maße erfolgen kann.


Alle 200 Icons im Überblick

Das Download-Paket ist sauber organisiert. Die Icons sind sinnvoll benannt und tragen ihre Maße direkt im Dateinamen. Für jede der beiden Größen gibt es einen eigenen Ordner. Das gefällt nicht nur dem Bürokraten in mir.

Von mir gibt es daher ein klares „Daumen hoch“ für die 200 frischen Icons aus Hongkong…

Links zum Beitrag:

  • 200 icons designed for your mobile apps – Pixelglyph
  • Filesquares Blog zur mobilen Web- und App-Entwicklung – Filesquare.Blog
  • Mockups zum Durchklicken mit Filesquare – Filesq.com
  • Die Köpfe hinter Filesquare und Pixelglyph – Oursky aus Hongkong
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Hardware Inspiration

Nexus 4: Googles neues Smartphone-Flaggschiff definiert den Standard nicht neu

Ich persönlich freue mich wie Bolle auf das neue Nexus 4 aus dem Hause Google. Es kann nichts Neues. Alle technischen Spezifikationen sind bekannt und auch in anderen Smartphones so vorhanden. Der Formfaktor von 4,7 Zoll, die übliche 8MP Kamera und sonstige Features sind fast schon als etabliert in der Androidwelt zu bezeichnen. Das Nexus 4 setzt an keinem Punkt an, um die Grenzen zu erweitern. Insofern ist es erstaunlich, dass das Gerät dennoch eine so hohe Aufmerksamkeit generiert. Meines Erachtens liegt das an zwei Aspekten: dem puren Android ohne Herstelleranpassungen und dem – verflixt niedrigen – Preis von 349 Euro für die 16 GB Variante.

Googles veränderte Nexus-Strategie

Bislang waren die Nexus-Modelle eher als Geräte für Entwickler gedacht. Zwar hatten sie schon immer auch optisch keinen Hässliche Entlein Status, aber die aufregenden Devices kamen von anderen Herstellern. Das neue Nexus 4 hingegen ist ein echter Hingucker und geizt auch nicht mit der Ausstattung. Wo das Vorjahresmodell Galaxy Nexus noch schwächelte, bietet das Nexus 4 keine Blößen mehr. Mit einer Front und einer Rückseite aus Gorilla Glas wirkt es elegant und – Zufall oder nicht – stark an iPhone-Prinzipien angelehnt. Zudem hängt ein Preisschild an dem Device, das als geradezu revolutionär bezeichnet werden muss. Ein tolles, voll ausgestattetes Smartphone fast geschenkt – wieso der Sinneswandel?

Google hatte vermutlich die Faxen dicke. Da nehmen profitable Unternehmen wie Samsung, HTC und andere das kostenfreie Android-Betriebssystem her und bauen auf dieser Basis schicke Geräte. In Anlehnung an Apples überzogene Preispolitik fühlten sich die Wettbewerber mutmaßlich ermutigt, ebenfalls im Premiumsegment zu wildern. So ging dort, wo die Leistungsfähigkeit der Androiden diejenige des iPhones erreichte oder überstieg, der Preisvorteil, den sich Google durch seine Donation eines kostenfreien OS erhofft hatte, ganz oder teilweise baden.

Jetzt zeigen die Kalifornier den Herstellern, wo der Hammer hängt. Pures Android ist, seit Android Honeycomb und der Definition der Holo-Guidelines für das App-Design, kein hässliches Entlein mehr und kann in vielen Bereichen Apples iOS mindestens das Wasser reichen. Was die Käufer von Android-Hardware teils schmerzlich erfahren haben, ist, dass es stark unterschiedliche Update-Policies bei den verschiedenen Herstellern gibt. Manch einer, wie Sony, stellt sich auf den Standpunkt: „Gekauft wie gesehen.“ Andere bringen zwar Updates, aber sechs bis zwölf Monate nach der Verfügbarkeit seitens Google.

Google hatte versucht, ein Agreement zu erreichen, eine Allianz zu schmieden. Hersteller sollten sich bereit erklären, mindestens für 18 Monate nach Auslieferung zeitnahe Updates zu gewährleisten. Die Allianz hielt keinen Sommer lang. Der Verbreitung kann es perspektivisch nicht nutzen, wenn mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten wird. Insbesondere im Wettbewerb mit Apple ist es wichtig, die Technologie auf dem Stand der Technik in die Haushalte zu tragen.

An dieser Stelle unterscheiden sich die Ziele Googles stark von denen der Gerätehersteller. Während Google wesentlich auf die Verbreitung schaut, schauen die Hersteller auf den nächsten Quartalsbericht. Mittlerweile ist das auch den Käufern der Hardware aufgefallen. Pures Android wird stets wesentlich, dramatisch schneller mit Updates versorgt als herstellerspezifische Iterationen. Der teuer kaufende Premiumkunde guckt zu oft in die Röhre. Eine Google-eigene Alternative erscheint hochattraktiv.

Fazit: Google, aber auch die User wollen mehr Cutting Edge Android im Markt!

Nexus 4: Der Preis und die Kompromisse

Um das zu erreichen, ist es erforderlich, die grundsätzlich vorhandenen Preisvorteile durch das kostenlose OS auch im Endverbrauchermarkt umzusetzen. Dass auch das funktioniert, zeigt Google in Kooperation mit LG nun mit dem neuen Nexus 4. Das Nexus 4 bietet alle aktuellen technischen Spezifikationen aus dem Android-Bilderbuch und kostet trotzdem in der 16 GB Variante nur 349 Euro, die 8 GB Variante schlägt mit 299 Euro zu Buche.

Natürlich wird vielerorts nun gemault, 16 GB ohne SD-Slot seien ja völlig unterdimensioniert und ein Phone ohne SD-Slot käme ihnen schon mal gar nicht ins Haus. Als Smartphone-Nutzer der ersten Stunde sage ich: Bullshit!

Als die ersten Smartphones auf den Markt kamen, zumeist Windows CE Geräte, hatten diese kaum Speicher. SD-Speicher und andere Varianten waren unverzichtbar. Das erste iPhone kam im Standard mit 8 GB. Meine iPhones hatten stets nur 16 GB. Klar, da muss man haushalten. Aber, das ist auch gut. Man lernt Disziplin und hält nur noch den Content auf dem Phone, den man tagesaktuell benötigt.

Mit dem Wachstum der Cloud wurde der lokale Speicher immer unwichtiger. Speziell der Platzfresser Musik kann heutzutage prima ausgelagert werden. Auch Google wird ab dem 13. November in Deutschland sein Play Music am Start haben. Bilder werden auf Google+ ohne Platzbegrenzung ausgelagert. Picasa befriedigt den gehobeneren Bedarf.

Ich will keinen Glaubenskrieg vom Zaun brechen, halte es aber für gesicherte Erkenntnis, behaupten zu dürfen, dass der lokale Speicher heutzutage weit weniger Bedeutung hat, als das noch vor wenigen Jahren der Fall war.

Zuguterletzt will ich noch erwähnen, dass es doch tatsächlich ein neues Feature gibt, das hardwaretechnisch neu ist. Das Nexus 4 ist nämlich in der Lage induktiv aufgeladen zu werden. Das funktioniert ähnlich wie bei elektrischen Zahnbürsten, so dass es im Grunde merkwürdig ist, das bislang niemand auf die Idee gekommen ist. Update: Verschiedene Kommentatoren weisen darauf hin, dass Palm bereits 1999 induktives Laden in den Markt mobiler Geräte gebracht hat. Auch aktuell sind Nokia und Samsung mit diesem Konzept auffällig geworden. Das Nexus 4 bietet also in diesem Sinne kein neues Feature, sondern lediglich eines, das sich bislang nicht durchsetzen konnte. Wenn ich mir die Ladezeiten bei meiner elektrischen Zahnbürste so ansehe, kann ich sogar verstehen wieso…

Vom iPhone 4 entlieh sich LG die Idee, die Vorderseite und Rückseite des Phones mit Glas auszustatten. Anders als bei iPhone verwendete man wenigstens Gorilla Glas, dennoch wird auch diese Entscheidung kritisiert. Vielleicht kann man sich auf folgende Vorgehensweise einigen: Wer das Nexus 4 für fehlkonstruiert hält, der kauft es einfach nicht. Ich kann es kaum erwarten, das Dingen in den Händen zu halten…

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Hardware Inspiration

Samsung Galaxy Note 2: Interessant…

Seit kurzem kann das Samsung Galaxy Note 2, Nachfolger des ersten sehr großen Smartphones aus Südkorea, käuflich erworben werden. Der prominente Filmemacher Wim Wenders wird als Testimonial eingesetzt. Samsung versucht, das Gerät als ideal für kreative Berufe zu positionieren. Ich fühlte mich angesprochen und sah mir das Gerät näher an.

Mal vorweg: Wenn ich ein Gerät teste, dann nicht anhand der technischen Spezifikationen und Benchmarks, sondern im Alltag. Das Galaxy Note 2 unterstützt mich entsprechend seit zwei Wochen in meinen täglichen Abläufen und begleitete mich bereits auf ein recht rauhes Rock-Festival, auf eine Groß-Baustelle, beim Joggen und auf eine sehr nette Dienstreise nach Freiburg im Breisgau, der sonnigsten Stadt Deutschlands. Die wesentlichen Funktionen, jedenfalls nach meinem Anforderungsprofil, konnte ich so aussagefähig testen.

Mein Fazit: Interessant…

“Interessant”. So umschrieb mein Musiklehrer stets eine Leistung, die ihn nicht überzeugen konnte. Und so will ich das Wort auch erstmalig in diesen Kontext stellen. Ich erkläre natürlich gern warum.

Samsung Galaxy Note 2: Intelligent vermarktet

Samsung bewirbt das Note 2 mit diesem Video:

http://www.youtube.com/watch?v=EHS2_W_k5cI

Man zeige mir eine Person, die ob der dort gezeigten Möglichkeiten nicht in den sofortigen Kaufmodus wechselt und nur noch nach dem Bestell-Button sucht. Und in der Tat bietet das Gerät derlei Möglichkeiten auch an. Allein, sehr praxistauglich sind sie nicht…

Das Galaxy Note 2 ist im Wesentlichen eine größere Variante des Galaxy S3. Das betrifft die Optik und auch die sonstigen Leistungsmerkmale, mit Ausnahme der Displaygröße und des S-Pen.

Der S-Pen ist ein Stift, der wesentlich ist für alle Kreativfunktionen, die das bereits erwähnte Video visualisiert. Anders als andere nachkaufbare Stifte für kapazitive Displays ist der S-Pen deutlich leistungsfähiger, denn das Display reagiert bereits, wenn das Note den Stift nur in der Nähe wahrnimmt. Die Spitze des S-Pen wird bereits ohne Berührung des Displays als kleiner Kreis auf dem Screen angezeigt. Auf diese Weise sind Hover-Effekte möglich. Beim Websurfen funktionieren unter Verwendung des S-Pen Hover-Effekte, die eigentlich auf Mausbedienung ausgelegt waren. In den eigenen Apps macht Samsung extensiv, aber nicht vollumfänglich Gebrauch davon. Das ist eine neue Dimension der Tabletnutzung, allerdings in der Form eines Proof Of Concept.

Samsung Galaxy Note 2: im Alltag kein Knüller

Der Haken an der Sache ist nämlich, dass der S-Pen ansonsten nur da funktioniert, wo die entsprechende App gezielt auf Pen-Nutzung abgestimmt ist. Das ist naheliegenderweise nur bei Samsungs eigenen Apps auf dem Note der Fall. Entsprechend startet das Note 2 beim Entfernen des S-Pen aus dem Gerät ein Widget mit den kreativen Angeboten des Hauses.


Evolution der Smartphones? Von links nach rechts: HTC Sensation, HTC One X, Note 2, Nexus 7

Abseits der Spezial-Apps für den S-Pen, auf die ich später noch zurück kommen werde, bleibt das Note 2 ein übergroßes Galaxy S3. Und in diesem Modus arbeitet man die meiste Zeit des Tages. An dieser Stelle reduziert sich die Faszination der Neuerfindung des Smartphones, wie es Samsung gern bezeichnet, auf Normalmaß.

Denn, so verwendet, ist das Note 2 vor allem eines, klobig und unhandlich. Ich bin fast 1,90 Meter groß, verfüge über entsprechende Dimensionen und kann dennoch das Note 2 nicht bequem in einer Hand halten, geschweige denn, es mit einer Hand bedienen. Sicherlich, ich kann es in der hinteren Hosentasche transportieren. Es passt dort hinein. Auch eine Hemdtasche ist logistisch in Ordnung. Ein relativ geringes Gewicht tut sein übriges.


Note 2 links, Nexus 7 rechts: Größenvergleich

Ohne Hemdtasche beginnt das Problem dann, wenn man sitzen möchte. In der Tasche lassen wäre zu gefährlich, so verwindungssteif wird das Gerät nicht sein. Am Ende sucht man permanent nach Plätzen, an denen man das Note 2 deponieren kann. Ständig schweift der Blick auf diesen Platz, um sicher zu stellen, dass es nicht zwischenzeitlich entwendet wurde. Auf Dauer nervt das.

Die Handlichkeit, speziell wenn es um Einhandbedienung oder die Fotografie geht, ist nicht als solche zu bezeichnen. Man kommt sich vor, als würde man einen Ziegelstein auf Augenniveau heben; nicht vom Gewicht, aber von der Ausdehnung her.

Im Auto wiederum ist die Größe des Geräts ein Vorteil. Während der Fahrt ist ein Smartphone umso besser bedienbar, je größer es ist. Während der Fahrt zittert der Finger, kleine Displays erschweren das Treffen. Andererseits, welche Nutzung überwiegt? In meinem Fall ist es jedenfalls nicht die Fahrzeugnutzung…


HTC One X links mit “echteren” Farben, Note 2 blaustichig, flau

Ein generelles Problem der Samsung-Modelle nervt mich zudem. Das Weiß ist stets hellblau, mindestens flau, jedenfalls nicht weiß. So verfälscht das Note 2 die Darstellung und kann keinesfalls als Highend-Display bezeichnet werden. Besonders auffällig ist der Unterschied, wenn ich es mit meinem HTC One X oder Nexus 7 vergleiche, die beide wirklich ein sauberes Weiß dort zeigen, wo es vorgesehen ist.


HTC One X links, Note 2 rechts: Deutliche Unterschiede in der Farbdarstellung, beide Displays auf 100%

S-Pen und die Apps: Inseln ohne Anschluss ans Weltnetz

Kommen wir zurück auf die speziell angepassten Apps. Neben den S-Pen-Apps baute Samsung einige Widgets mit den bevorzugten Anwendungen, den bevorzugten Einstellungen und so weiter und platziert sie prominent auf einem der Homescreens. Diese Widgets wirken – vorsichtig ausgedrückt – konservativ. Man könnte das Design auch als altbacken, als Neunziger bezeichnen. Dieses Layout dominiert ebenso die speziellen S-Pen-Apps.


Homescreen-Widget Marke Samsung

Hier können Notizen, Memos und andere Formulare handschriftlich bestückt werden. Ich habe im letzten Jahrhundert schon modernere Formulare verwendet. Wer sich der Mühe unterzieht, die Vordrucke zu benutzen, deren Ergebnisse speichert, hat sie auf dem Gerät gespeichert. Eine Cloudintegration müsste man selber entwerfen, ein Zugriff auf die Daten über andere Anwendungen als die S-Pen-Apps ist nicht vorgestaltet.


Homescreen-Widget bei Entfernung des S-Pen aus dem Slot

S-Pen ist im Ergebnis eine – schon recht imposante, aber dennoch – Insellösung, die auf dem Note 2 funktioniert, aber eben nur dort und ohne Interaktion mit anderen Herstellern. Die Geschwindigkeit des Android-Gerätemarkts lässt nicht den Schluss zu, dass sich daran etwas ändern wird. Jeder kocht sein eigenes Süppchen.


Nicht so richtig nützlich: S-Pen Memovorlage

Note 2 und die Rechneranbindung

Android-Smartphones sind an sich bekannt dafür, in Sachen Rechneranbindung völlig problemlos zu sein. In aller Regel reicht es, das Gerät per USB anzustöpseln und schon stehen ein oder mehrere Laufwerksbuchstaben bereit, über die der Zugriff auf die Smartphoe-Inhalte erfolgen kann.

Das Note 2 arbeitet so nicht. Samsung empfiehlt die Installation der Verwaltungssoftware Kies, die für PC und Mac verfügbar ist. Ich lehne ab. Kies habe ich schon im Zusammenspiel mit meinem S2 nur zähneknirschend akzeptiert. Ich brauchte es aber, um Firmwareupdates machen zu können.

Alternativ kann das Note 2 als Mediengerät unter Windows eingebunden werden. Hier erscheint es dann im Arbeitsplatz zwar nicht mit Laufwerksbuchstaben, aber dennoch im Vollzugriff auf die Inhalte. Leider, und das scheint bei Samsung irgendwie ein generelles Problem zu sein, funktioniert dieser Modus nicht zuverlässig. In den unpassendsten Momenten verabschiedet sich das Note 2 aus meinem Windows Explorer und lässt sich nur mittels Neustart zur erneuten Zusammenarbeit bewegen. Das ist nervig und letztlich unnötig.

Unter Mac ist die Installation des Aufsatzes Android File Transfer erforderlich. Dieses Tool gewährleistet unter Mac einen Zugriff wie unter Windows. Das Note 2 erhält keinen Laufwerksbuchstaben, steht aber ansonsten voll zur Verfügung.

Möchte man lediglich Fotos importieren, steht ein expliziter Kamera-Modus auf dem Note 2 zur Verfügung. So erkennt mein iPhoto auf dem Mac das Note 2 in diesem Modus und erlaubt den Import der Camera Roll. Allerdings erweist sich dieser Modus zumindest bei mir als ebenso unzuverlässig wie die Einbindung als Mediengerät, funktioniert mithin mal und mal nicht.

Da lobe ich mir mein ansonsten verwendetes HTC One X, bei dem ich diese Probleme noch nie hatte, was sicherlich nicht zuletzt an der konventionellen Einbindung mittels Laufwerkzuordnung liegen mag.

Samsungs Kamera im Note 2

Smartphoneography ist der Renner. Deshalb will ich noch ein paar Worte zur verbauten Optik verlieren:

Ich habe die Kamera im Samsung Galaxy S2 geliebt. Man sollte meinen, dass nachfolgende Modelle entweder identisch, mindestens aber nicht schlechter sein würden. Die Kamera des Note 2 ist in Ordnung, die Qualität ist nicht erbarmungswürdig. Ein Knüller ist sie indes auch nicht. Jedenfalls ist die Bildqualität des Note 2 kein schlagendes Kaufargument.

Ein paar Beispiele gefällig?

Note 2: Weißes Zubehör für schwarzes Phablet

Ich staunte nicht schlecht, als ich das mitgelieferte Zubehör, ein USB-Kabel, einen Ladestecker und ein In-Ear-Headset, auspackte. In reinstem Weiß werden diese Teile mit dem schwarzen Note geliefert, was zumindest unpassend wirkt.

Nicht bloß Geschmackssache ist die Tatsache, dass der Micro-USB-Stecker zu kurz ausgeführt ist. So sitzt er nicht fest genug im Note, wackelt und hat Luft. Das wiederum führte in meinen Tests dazu, dass das Gerät teilweise nicht geladen wurde, obschon rein optisch der Stecker im Gerät zu sitzen schien und Rechnerverbindungen aus dem gleichen Grunde abbrachen. Eine ähnlich schlechte Ausführung einer Steckverbindung fand ich nur noch bei einer externen USB-Festplatte von Western Digital vor. Da löste ich das Problem, indem ich den Stecker mittels Gewebeband an das Laufwerk klebte. Leider ist das keine probate Lösung für ein Smartphone…

Samsung Galaxy Note 2: Sonstige Auffälligkeiten, Schutzhüllen erforderlich

Optisch macht das Note 2 was her. Es wirkt deutlich eleganter als das Vorgängermodell und täuscht so gekonnt über den Umstand hinweg, dass es – wie bei Samsung üblich – ein Plastikbomber ist. Insofern können alle Kritikpunkte, die schon für S2 und S3 Geltung hatten auch hier angebracht werden.

Natürlich wirkt eine Kunststoffausführung umso negativer, je größer das Device ist. Ich kann nicht beurteilen, wie es nach einem Jahr Dauergebrauch um die Verwindungssteifigkeit des Note bestellt sein wird.

Die hintere Abdeckung ist, ebenfalls üblich, dermaßen dünn ausgeführt, dass man stets in Sorge ist, wenn man sie mal abnehmen oder wieder anbringen muss. Zum Schutz der Rückseite habe ich deshalb ein Hardcase gekauft, nämlich das LuvTab Cover Case, das es hier bei Amazon (kein Affiliate-Link) für günstige 5,99 EUR gibt. Und so sieht es aus:

Würde ich das Note 2 indes dauerhaft zu meinem Begleiter machen, entschiede ich mich für die Ultra Slim Leder Tasche von Supremery, die ebenfalls bei Amazon (kein Affiliate-Link) für schon weniger schlanke 24,95 EUR erhältlich ist. Die Tasche ist preislich zwar überzogen, vor allem in Anbetracht offensichtlicher Verarbeitungsmängel, wie Kleberückstände auf dem Leder. Zudem muss das Case erst einige Tage an der frischen Luft gelagert werden, um den beißenden Geruch los zu werden, der einem entgegen schlägt, wenn man es aus der Verpackung nimmt. Allen Widrigkeiten und kleineren Mängeln zum Trotz ist die Hülle auf Dauer jedoch ein äußerst stabiler Rundumschutz für das teure Note 2. Und so sieht es aus:

Für wen ist das Note 2 das perfekte Smartphone?

Gehen wir einmal davon aus, dass es für das Note 2 eine echte Zielgruppe gäbe. Wer könnte das sein? In jedem Fall ist das Gerät für Personen besonders geeignet, die schlechte Augen haben. Die schiere Größe des Displays, unterstützt durch entsprechende Konfigurationseinstellungen, erleichtert es sehbeeinträchtigten Personen, die Inhalte leichter zu konsumieren.

Die werblich avisierte Zielgruppe der Kreativen ist eher nicht die real existierende Käufergruppe. Zu limitiert sind die Möglichkeiten des Note 2. Zu wenig offen und zu altbacken sind die Lösungen. Und dann kommt noch hinzu, dass die Displaygröße für kreative Anwendungen, das beginnt schon mit den Memo-Templates, doch wieder zu klein ist. Handschrift braucht Platz. 5,5 Zoll reichen nur kleinen Händen mit mikroskopisch präziser Kalligrafie.

Für mich reicht es nicht…

P.S.: Samsungs unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 699 Euro, der Straßenpreis liegt zwischen 550 und 600 Euro. Auch der ist noch mutig. Glücklicherweise gibt es das iPhone, so braucht man sich für nahezu keine Preisauszeichnung mehr zu schämen. Danke Apple…

Alle Bilder im Galerieüberblick: