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Online-Marketing-Basics #9: So schalten Sie erfolgreich Werbebanner

Werbebanner sind ein „Urgestein“ des Online-Marketings. Das erste Werbebanner wurde bereits Mitte der 90er-Jahre eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Fläche auf einer Website, die ähnlich wie eine Anzeigenfläche in einer Zeitung mit einer Werbebotschaft versehen wird. Durch Anklicken der Fläche gelangt der User auf die Webseite des Werbetreibenden. Wie man diesen Online-Marketing-Dino auch heute noch richtig nutzt, soll in diesem Beitrag einführend erklärt werden.

Symbolbild: Banner Werbung

Werbebanner waren, sind und bleiben trotz heftiger Kritik eine der beliebtesten Online-Werbeformen. Die User hätten sich eine sogenannte Banner-Blindheit angeeignet ist ein Argument der Kritiker. Immer mehr Menschen würden zudem einen Werbeblocker einsetzen ein zweites. Die Folge: Horror-Klickraten von 0,0x Prozent werden Banner nachgesagt.

Doch sowohl die „Blindheit“ als auch die Werbeblocker kann man – zumindest teilweise – umgehen und bessere Effekte erreichen. Nicht zuletzt setzen viele Internet-Riesen wie Google, Amazon etc. noch immer auf Bannerwerbung und sind sehr erfolgreich damit. Generell lagen die Nettowerbeinvestitionen für Display-Werbung im Jahr 2013 meist bei mehr als 100 Millionen Euro pro Monat (nur 3 Monate lagen darunter). Alleine im Dezember wurden 136 Millionen Euro in Display-Werbung investiert (Quelle: OVK Online-Report 2014/01).

Es sind nicht alle Display-Werbungen automatisch Banner-Werbungen. Der Online-Vermarkterkreis (OVK) des deutschen Bundesverbands für Digitale Wirtschaft (BVDW) unterscheidet darunter noch zwischen In-Stream-Video Ads und In-Page-Ads. Der OVK hat recht strenge und eng gefasste Definitionen.

Der Einfachheit halber möchte ich in diesem Beitrag von allen In-Page-Ad-Formen nur die In-Text-Werbung aus dem Bannerbegriff herausnehmen. Alle anderen können im Wesentlichen als Sonderformen des klassischen Banners bezeichnet werden, da sie im Prinzip genauso funktionieren: Ein Flächenanteil des Screens wird für eine Werbeeinschaltung benutzt. Manchmal interaktiv, manchmal im Vordergrund eingeblendet etc. Dementsprechend sind auch die Regeln für das erfolgreiche Schalten dieser Anzeigen die gleichen.

Betrachtet man die Top-10-Online-Werbeformen in Bruttowerbeinvestitionen des Jahres 2013, so wird deutlich ersichtlich, dass mit den Display-Ads Wallpaper (eine Art Banner, das sich oberhalb und seitlich einer Website aufbaut) und 393 Mio. Euro, dem klassischen Banner und 276 Mio. Euro und dem Ad-Bundle (eine Kombinationsbuchung von Bannern) und 263 Mio. Euro noch drei Bannerarten auf den ersten drei Plätzen befinden. Frei nach dem Motto: Totgesagte leben länger, trotzt die Werbeform somit erfolgreich seit Jahren den Kritikern.

Damit man selbst mit Bannerwerbung Erfolge verbuchen kann und mit einer solchen Kampagne nicht sinnlos Geld aus dem Fenster wirft, bedarf es jedoch eines gewissen Grundwissens, ausgeklügelter Bannergestaltung und strategischer Bannerplatzierung.

Welche Bannerarten gibt es?

Wie bereits erwähnt gibt es unterschiedliche Arten von Bannern. Damit sind noch nicht Größe und Ausrichtung als vielmehr Animation, Interaktionsmöglichkeiten und Funktionalität gemeint. Für einen ersten Überblick kann man hierbei (der OVK listet noch weitere Sonderformen) folgende Arten unterscheiden:

  • Statische Banner: einfache grafische Anzeigen ohne bewegte Bilder.
  • Bild-Text-Kombinationen: statische Bilder mit zugehörigen Kurztexten.
  • Animierte Banner: diese Form vermittelt durch gezielte Animation eine Bewegung.
  • Html-Banner: im Gegensatz zum statischen und animierten Banner besteht dieser nicht nur aus einer Grafik, sondern aus einer Reihe an Html-Elementen. Dadurch kann man dem Banner Funktionen verleihen.
  • Nano-Site-Banner: eine eigene kleine Website in der Größe eines Banners. Dadurch können eine Reihe an Funktionen eingebunden werden. Zum Beispiel ein ganzer Shop.
  • Transactive-Banner: solche Banner kommunizieren mit Servern. Der Inhalt der Werbeanzeige kann dadurch von anderen Sites abhängig gemacht und automatisch angepasst werden.
  • Streaming-Banner: solche Banner binden Audio- und Video-Streams in die Werbefläche ein.

Die klassischen Bannergrößen und –formen

Beispiele für verschiedene Bannerformate
Beispiele für verschiedene Bannerformate und die Sonderform Wallpaper

Grundsätzlich sind Form und Größe eines Banners keine Grenzen gesetzt. Das Gremium namens „Unit AdTechnology Standards“ im OVK arbeitet allerdings daran, standardisierte Formen der Online-Werbung durchzusetzen. Das macht es für die Werbetreibenden einfacher, entsprechende Werbemittel zu produzieren und für die Websitebetreiber einfacher, solche Plätze auf den Websites zu planen und die Banner zu integrieren.

Die klassischen Größen und Formate sind:

  • Full Banner 468×60 px (gif, jpg, png, flash)
  • Super Banner 728×90 px (gif, jpg, png, flash)
  • Expandable Super Banner 728×300 (90) px (gif, jpg, png, flash)
  • Rectangle 180×150 px (gif, jpg, png, flash)
  • Medium Rectangle 300×250 px (gif, jpg, png, flash)
  • Standard Skyscraper 120×600 px (gif, jpg, png, flash)
  • Wide Skyscraper 160/200×600 px (gif, jpg, png, flash)
  • Expandable Skyscraper 420(160)x600 px (gif, jpg, png, flash)
  • Universal Flash Layer 400×400 px (flash)
  • Flash Layer individuell (flash)
  • Button max. 234×60 px (gif, jpg, png, flash)
  • Ad Bundle individuell (gif, jpg, flash)

Die Formate Superbanner, Rectangle, medium Rectangle und Wide Skyscraper sind ein weltweit anerkannter Standard und Teil des Universal Ad Package. Laut OVK sind diese Formate nicht nur weltweit anerkannt, sondern in ihrer Wirkung auch besser als die klassischen Formate wie z. B. der 468×60 px Banner.

Der Nutzen eines Banners

Das Ziel von Online-Marketing ist, Besucher auf eine bestimmte Webpräsenz zu lenken. In den meisten Fällen ist das die eigene Website. Daher ist es auch das Ziel des Werbebanners: Egal welchen Funktionsumfang (nur statisch, animiert oder sogar als Nano-Site) der Banner mitbringt, am Ende sollen die User mit der Zielwebsite interagieren. Dort sollen die Besucher dann das tun, was der Seitenbetreiber gerne möchte (Newsletter bestellen, Kauf tätigen etc.).  Die Erfolgsquote, mit der das gelingt, nennt man im Online-Marketing Conversion-Rate.

Das Werbebanner kann aber noch mehr: Während oben genanntes Ziel in einer sogenannten Sales-Kampagne im Vordergrund steht, kann man dieses Werbemittel zudem für eine Branding-Kampagne einsetzen. Da das Banner mit jeder Impression einem Besucher gezeigt wird, wird so auch eine Steigerung der Bekanntheit erzielt.

Wie viel kostet ein Banner?

Symbolbild: Kosten

Die Antwort auf diese Frage hängt natürlich von der Website ab, auf der das Banner platziert werden soll. Allerdings gibt es verschiedene Abrechnungsmodelle für Bannerwerbung:

  • Pauschale: Die Pauschale ist praktisch die Miete für eine bestimmte Werbefläche auf einer Website. Das Banner wird an dieser Stelle jedes Mal eingeblendet, wenn die Seite aufgerufen wird. Wie viele Impressionen oder Klicks dadurch im Detail zustande kommen, ist für die Verrechnung irrelevant. Daher sollte sich der Werbetreibende die Zahlen der Website vorher genau ansehen.
  • Tausend-Kontakt-Preis (TKP): Der TKP bezeichnet im Internet einen Geldbetrag, der pro 1.000-Impressionen gezahlt werden muss. Das heißt: Wird ein TKP von 5 Euro ausgemacht, so zahlt der Werbetreibende bei 100.000 Impressionen 500 Euro. Dank eines Frequency-Cap, den Banner-Marktplätze anbieten, kann verhindert werden, dass immer der gleiche User innerhalb kürzester Zeit X Mal das gleiche Banner angezeigt bekommt und somit auf einen Schlag X Impressionen erreicht werden. So stellen diese Vermarkter für deren Kunden sicher, dass die Impressionen möglichst breit verteilt werden.
  • Cost-Per-Click: Cost-per-Click bedeutet, dass der Werbetreibende nur zahlt, wenn der User das Banner auch tatsächlich anklickt. Der Vorteil für den Werbetreibenden ist hier: Man zahlt nur bei direkter Interaktion mit dem Werbemittel und den Branding-Effekt gibt es quasi kostenlos dazu.
  • Cost-Per-Action: Cost-per-Action bedeutet, dass der Werbetreibende nur zahlt, wenn der über das Werbebanner gewonnene Seitenbesucher auch tatsächliche eine vordefinierte Aktion ausführt. Dies sind beispielsweise der Kauf eines Produkts, die Bestellung eines Newsletters, die Bekanntgabe der Kontaktdaten etc. Auch bei diesem Abrechnungsmodell erhält der Werbetreibende den Branding-Effekt kostenlos dazu.

Was macht ein erfolgreiches Banner aus?

Symbolbild: Banner-Klick

Wer beim Online-Marketing auf Banner-Werbung setzt, sollte stets drei Kernfaktoren in seine strategischen Überlegungen miteinbeziehen:

1. Wo wird das Banner veröffentlicht?

Die Website, auf der das Banner geschalten werden soll, wird durch die Zielgruppe bestimmt. Je besser die Werbe-Website die eigene Zielgruppe anspricht, desto höher wird die Erfolgsquote sein. Betreibt man beispielsweise einen Shop für Ballettschuhe, so wird man auf einer Seite zur Fußball-WM kaum Interessenten ansprechen können. Natürlich sollte die Website genügend Traffic haben und seriös sein.

Hat man eine passende Website gefunden, sollte man sich die Bannerplätze genau ansehen. Im sofort sichtbaren Bereich einer Seite und direkt im Inhaltsbereich funktionieren Banner am besten.

2. Stimmt der Preis?

Der Wert des Bannerplatzes ist schwierig abzuschätzen und in die Kalkulation von Abrechnungsmodell zu Abrechnungsmodell verschieden:

Zahlt man per Action, ist es am einfachsten. Die Provision, die man z. B. bei einem Verkauf an den Werbepartner ausschüttet, sollte nicht den gesamten eigenen Gewinn am Produkt auffressen. Zahlt man pro Click, muss man seine Conversion-Rate genau kennen: Z. B.: Wieviel Verkäufe mache ich pro 1.000 Klicks und wie hoch ist mein Gewinn dabei. Der Preis darf auch hier nicht den Gewinn egalisieren.

Mietet man sich einen Werbeplatz auf einer Website oder zahlt per TKP kann man folgendermaßen prüfen, ob sich der Einsatz des Banners mit diesem Abrechnungsmodell finanziell lohnt: Bei einer realistischen Klickrate von 0,1 Prozent erhält man pro 1.000 Banner-Impressionen einen Besucher. Nun kann man den bezahlten Betrag für den Besucher mit dem Klickpreis bei Google-AdWords vergleichen. Liegt dieser darunter, so zahlt sich die Miete bzw. der TKP aus.

Mit der Conversion-Rate kann man sich auch bei diesen Abrechnungsmodellen wiederum den Wert eines Besuchers ausrechnen und weiß so, ob der Einsatz des Werbemittels gewinnbringend ist oder nicht.

3. Wie sollte das Banner gestaltet sein?

Die anderen Überlegungen sind hinfällig, wenn das Werbemittel falsch gestaltet ist. Ist dies nämlich der Fall, wird der Werbetreibende mit seinem Banner nie eine vernünftige Klickrate erreichen. Folgende Grundlagen sollten daher beachtet werden:

  • Das Banner sollte an die Website angepasst sein. Beispiel: Ein graues Banner fällt auf einer grauen Seite kaum auf. Besser wäre es, sich vom Rest der Website etwas abzuheben.
  • Bewegte Bilder und Animationen ziehen die Blicke der User leichter auf sich. Allerdings darf man es nicht übertreiben. Man will die Zielgruppe schließlich auch nicht nerven.
  • Ein Call-to-Action darf nicht fehlen. Ziel des Banners ist es, dass der User damit interagiert. Wenn man ihm das mitteilt, ist die Erfolgsquote höher.
  • Bedürfnis ansprechen: Wie immer im Online-Marketing ist natürlich auch beim Banner der Content König. Daher sollte man kurz und knackig direkt eine Message im Banner verarbeiten, die den Nerv der Zielgruppe trifft.

Wie findet man Bannerplätze?

Je nach Budget und Ziel der Banner-Kampagne kann man Seitenbetreiber entweder selbst kontaktieren oder Banner-Vermarkter nutzen. Sucht man sich selbst ein paar geeignete Websites heraus und schreibt die Seitenbetreiber an, so wird man in der Regel einen monatlichen Pauschalpreis angeboten bekommen.

Banner-Vermarkter teilen sich weitestgehend in zwei Gruppen: Die sogenannten Premiumvermarkter (sie haben vor allem wirklich große Websites mit sehr vielen Besuchern im Portfolio) und Restplatzvermarkter (sie haben eher kleinere Websites im Portfolio, die je nach Zielgruppe trotzdem beeindruckende Besucherzahlen vorweisen können).

Zudem gibt es noch die Möglichkeit an einer Bannertauschbörse teilzunehmen. Wie der Name verrät, tauscht man dort einen Werbeplatz auf der eigenen Seite gegen einen auf einer anderen. Geld muss bei dieser Variante daher keines fließen.

Egal auf welchen Seiten Werbetreibende Banner-Kampagnen starten wollen. Ohne die hier genannten Grundlagen in die Überlegungen einzubeziehen, ist die Gefahr groß, den Kritikern wieder Futter für die eingangs genannten Argumente gegen die Bannerwerbung zu liefern und selbst zum Kritiker zu werden. Dass Banner-Werbung gut funktioniert, wenn sie richtig geplant wird, zeigt jedoch der riesige Anteil der Banner an den jährlichen Online-Marketing-Werbeinvestitionen.

Wie geht es weiter in der Online-Marketing-Serie?

Der nächste Beitrag der Serie behandelt das Thema Couponing im Internet. Es wird darum gehen, wie man das klassische Rabattmarken-System im Internet einsetzt und was es dabei zu beachten gilt.

Nützliche Links

Online-Marketing-Basics #1: Die Werkzeuge des Online-Marketings im Überblick

Online-Marketings-Basics #2: Drei Gründe, warum die eigene Website höchste Priorität haben sollte

Online-Marketing-Basics #3: Einführung ins Social Media Marketing

Online-Marketing-Basics #4: SEO für Anfänger

Online-Marketing-Basics #5: SEA

Online-Marketing-Basics #6: Einführung ins E-Mail-Marketing

Online-Marketing-Basics #7: Video-Marketing

Online-Marketing-Basics #8: Aktives Affiliate-Marketing für Einsteiger

Online-Vermarkterkreis im BVDW

(dpe)

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Online-Marketing-Basics #2: Drei Gründe, warum die eigene Website höchste Priorität haben sollte

Wie bereits im ersten Teil der Serie angedeutet, ist die eigene Website Dreh- und Angelpunkt der meisten erfolgreichen Online-Marketing-Strategien. Schließlich ist es das Ziel der Maßnahmen, Traffic (= Besucherströme) auf die Website zu lenken. Eine Facebook- Unternehmensseite oder ähnliche Instrumente können sie nicht ersetzen. Dafür gibt es vor allem drei schlagkräftige Argumente. Welche das sind und wie Sie Ihre Seite aufbauen sollten, erfahren Sie in diesem Teil der Serie.

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Ich möchte gar nicht abstreiten, dass es auch erfolgreiche Beispiele ohne eigene Website geben kann. Vor allem die Möglichkeiten von Facebook als größtes soziales Netzwerk haben sich in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Allerdings ist ein solches Vorgehen zu einem hohen Grad branchenabhängig. Nicht jede Branche eignet sich für Vermarktung via Facebook und Co. Und selbst bei passenden Branchen existieren schwerwiegende Nachteile, die es abzuwägen gilt.

Um das ganze an einem konkreten Beispiel aufzuhängen: Die deutsche Ausgabe des Lifestyle-Männermagazins FHM, stampfte im Jahr 2010 die eigene Website ein und verließ sich zu 100 Prozent auf einen Facebook-Auftritt. Von der Domain wurde nur noch auf die Unternehmensseite des sozialen Netzwerks umgeleitet. Nach rund 1 Jahr machte der Verlag diesen Schritt wieder rückgängig. Das war vermutlich mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. Die Gründe wurden – meines Wissens nach – nicht öffentlich kommuniziert. Es liegt jedoch auf der Hand, dass die Vorteile (Einsparungen bei Hosting, Programmieraufwand etc.) die folgenden Nachteile nicht ausgleichen konnten.

1. Abhängigkeit

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Verzichtet man auf eine eigene Website und setzt stattdessen im Online-Marketing hauptsächlich auf einen Auftritt bei einem sozialen Netzwerk, so begibt man sich in starke Abhängigkeit. Wenn das soziale Netzwerk will, werden morgen die allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert. Will man diese nicht akzeptieren, muss man das Netzwerk mit seiner Unternehmensseite verlassen und fängt mit seiner Website wieder bei Null an. Zudem verliert man alle (Kunden-)Daten, denn diese sind beim sozialen Netzwerk gespeichert und nicht in der eigenen Hand.

Die Abhängigkeit reicht aber noch weiter: Man ist beim Design extrem eingeschränkt, obwohl es für Unternehmensseiten etc. mehr Möglichkeiten gibt. Zudem kann das soziale Netzwerk jederzeit das Design nach eigenen Vorstellungen anpassen. Um beim Beispiel von Facebook zu bleiben, wurde das bei der Umstellung auf die neue Chronik besonders deutlich. Klar ist, dass für das soziale Netzwerk nicht die Interessen des Unternehmensseiten-Betreibers im Vordergrund stehen, sondern die eigenen. Facebook und Co. stellen sich nicht die Frage: „Wie kann der Mensch hinter der Unternehmensseite am meisten herausholen?“ Sondern: „Wie können wir am meisten aus dem sozialen Netzwerk herausholen?“

Die nächste Gefahr mag derzeit beim Social-Media-Riesen Facebook oder auch beim Google-Ableger Google+ nicht bedrohlich erscheinen, aber die Frage muss man sich dennoch stellen: Was passiert, wenn dieser Dienst morgen eingestellt wird? Alle Daten sind verloren und man muss wieder bei Null anfangen. Das Gleiche gilt übrigens für Hosting-Anbieter mit besonders nutzerfreundlichen Website-Baukästen. Wenn diese ihren Dienst einstellen, weil sie in Konkurs gehen, ist alles weg. Diese Systeme können Sie nicht einfach abspeichern und auf einem x-beliebigen Server wieder aufbauen. Daher sollten Sie auf einen klassischen Hosting-Anbieter setzen und die eigene Website so aufbauen, dass Sie sie abspeichern können und auf dem nächsten Server wieder installieren können. Ob Sie dabei auf ein selbst gebautes Framework setzen oder ein modernes CMS ist bedarfsabhängig und/oder Geschmacksache. Hauptsache ein möglicher Übergang funktioniert reibungslos.

2. Datensicherheit und Datenhoheit

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Verzichten Sie auf eine eigene Website, zum Beispiel zugunsten einer Facebook-Seite, teilen Sie nicht nur alle Daten mit dem sozialen Netzwerk, sondern sämtliche Kundendaten liegen in dessen Hand. Das Netzwerk teilt Ihnen genau das mit, was es Ihnen mitteilen will. Außerdem: Ob es sich dabei an die geltenden Gesetze Ihres Landes hält, entzieht sich zwar Ihrer Verantwortung, aber vielleicht schrecken die Datenskandale potenzielle Kunden ab. Nur als eigenständiger Seitenbetreiber können Sie sichergehen, dass die Gesetze für Ihre Kunden eingehalten werden. Zudem bleiben die Daten fest in Ihrer Hand. Sie können sie auswerten, behalten, interpretieren und all das messen, was Sie wirklich interessiert.

Ein weiterer Nachteil, der damit in Zusammenhang steht: Geschäfte über die Plattform eines sozialen Netzwerks abschließen zu wollen, ist zwar möglich geworden, allerdings könnte auch das potenzielle Kunden abschrecken. Bislang eroberte F-Commerce (noch) nicht die große Masse im Internet. Etablierte Schnittstellen vertrauenswürdiger Bezahlmethoden wie PayPal oder Kreditkarten auf der eigenen Seite, wirken auf die KundInnen (derzeit zumindest noch) deutlich vertrauenswürdiger. Vergessen Sie außerdem nicht: Ihre gesamte Zielgruppe ist mit großer Wahrscheinlichkeit im Internet unterwegs, aber nicht alle nutzen ein bestimmtes soziales Netzwerk.

3. Gestaltung und Conversion-Rate

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Dieser Punkt ist nicht nur ein Argument für eine eigene Website. Er ist zudem – und auch vor allem – ein Argument dafür, warum die eigene Website immer im Online-Marketing höchste Priorität genießen sollte. Denn nur, wenn diese entsprechend aufgebaut und gepflegt wird, bringt sie als Dreh- und Angelpunkt den gewünschten Erfolg ein.

Dass man nur auf der eigenen Website die absolute Gestaltungshoheit über die eigene Internetpräsenz hat, ist bereits angedeutet worden. Doch mit einem eigenen Design und einer eigenen Website ist es nicht getan. Bedenken Sie: Ziel aller Maßnahmen auf den Online-Marketing-Kanälen (egal ob Suchmaschinenoptimierung, Banner-Werbung, Social Media Marketing etc.)  ist es, möglichst große Besucherströme auf Ihre Seite zu lenken. Davon haben Sie aber nur etwas, wenn möglichst viele dieser Seitenbesucher auch das tun, was Sie wollen. Das könnte ein Produkteinkauf, ein Newslettereintrag, eine Kontaktaufnahme etc. sein. Diese Erfolgsquote nennt man dann in der Internet-Fachsprache Conversion-Rate.

Das heißt: Damit Ihre Website funktioniert muss Sie 1. dazu in der Lage sein Besucherströme für bestimmte Marketing-Kanäle zu generieren (der meiste Traffic kommt im deutschsprachigen Raum über die Suchmaschine Google) und 2. eine hohe Conversion-Rate erzielen. Diese beiden Eigenschaften geben Kriterien für den Website-Aufbau vor.

Wie sollte eine erfolgsversprechende Website aufgebaut sein?

Die genannten Eigenschaften geben dadurch bereits zwei Zielgruppen vor, die ich mit meiner Website ansprechen muss: Eine Maschine – nämlich die Suchmaschine Google – und echte Menschen.

Um die Suchmaschine Google anzusprechen, muss man als erstes darauf achten, dass man die Website auf die gewünschten Suchbegriffe hin ausrichtet. Wie oft welche Suchbegriffe in einer bestimmten Region gesucht werden, lässt sich über verschiedene Tools herausfinden. Allen voran bietet Google diese Funktion mit dem kostenlosen AdWords-Keyword-Planer selbst an.

Danach gilt es die Inhalte so zu erstellen, dass Google mitgeteilt wird: Genau diese Suchbegriffe sind die wichtigsten auf meiner Website. Das tut man, indem man in den Inhalten selbst das Gewicht darauf legt, sowie Seitentitel, Description, Url, Überschriften und Meta-Informationen darauf ausrichtet. (Ein Link zu einem weiterführenden Artikel folgt am Ende des Beitrags.)

Um die menschlichen Nutzer mit der Seite anzusprechen und die Besucher in Kunden zu verwandeln, braucht man ein ansprechendes Design, hohe Benutzerfreundlichkeit bei allen Seitenfunktionen und man sollte das Bedürfnis der Nutzer direkt ansprechen. Um das an einem Beispiel zu verdeutlichen: Wenn ein Nutzer auf eine Werbung für Herrenlederstiefel klickt, wird er vermutlich auch genau das suchen. Landet er dagegen auf der Startseite eines Online-Shops, wo er nur Pumps und Flip-Flops sieht, wird er vermuten, hier falsch zu sein und die Seite wieder verlassen.

Hat man dafür gesorgt, dass man dem Nutzer den Inhalt zu seinem Bedürfnis liefert, hängt nun viel von der Aufbereitung des Inhalts ab. Dieser sollte ihm eine Lösung für sein Bedürfnis bieten und ansprechend sein. (Weiterführender Links zur Aufbereitung und Gestaltung der Inhalte folgen am Ende des Beitrags.)

Wie geht es weiter in der Online-Marketing-Serie?

Der nächste Teil der Serie beschäftigt sich mit einer Einführung ins Social-Media-Marketing. Es geht darum, die wichtigsten Social-Media-Kanäle vorzustellen, welche Mittel sich zu welchem Zweck eignen und wo ich welche Zielgruppe finde. Zudem werden Grundregeln der Kommunikation und Interaktion auf sozialen Netzwerken, in Foren etc. vorgestellt.

Nützliche Links zum Beitrag

Online-Marketing-Basics Teil 1: Die Werkzeuge des Online-Marketing im Überblick

Mehr Erfolg im Marketing: Fünf Tipps für Texte, die verkaufen

Webshops: Klassische Conversion-Killer und Conversion-Booster im Überblick

Onsite-Seo-Basics: Effekive Sofortmaßnahmen für jedermann

Der Google-Adwords Keyword-Planer

 

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Essentials Freebies, Tools und Templates

Google Web Designer räumt auf mit Flash in Online-Anzeigen, mehr aber nicht

Googles neuestes, kostenloses Tool hört auf den vielversprechenden Namen Google Web Designer. Schnell ist Verdacht geschöpft, man könne es hier mit einem Konkurrenten des altehrwürdigen Dreamweaver zu tun bekommen. Tatsächlich lassen sich mit Google Web Designer theoretisch beliebige HTML-Seiten erstellen. Aber komfortabel oder auch nur praxisnah ist anders. Für die Gestaltung von bewegten Anzeigen in (vornehmlich) Googles Anzeigennetzwerk ist das Tool hingegen bestens geeignet.

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Google Web Designer: Abonniert auf Animationen

Was interessieren mich Anzeigebanner, denke ich so, als ich den kostenlosen Download des für Mac und Windows erhältlichen Werkzeugs anstoße. Vielleicht ist der Web Designer ja tatsächlich für das Web Design geeignet. Immerhin legt der Name es nun wirklich näher als nahe. Und deshalb versuche ich gleich gar nicht, eine Anzeige zu definieren, sondern eine beliebige HTML-Datei aus einem meiner Projekte zu öffnen.

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Ernüchterung stellt sich ein. Das geht nicht. Der Web Designer kann keine HTML-Dateien öffnen, die er nicht selbst erstellt hat. Sicherlich, die Beschränkung lässt sich durch Änderungen im Header oder schlichtes Copy and Paste umgehen, aber hier wird schon deutlich, dass ich es eben nicht mit einem HTML-Editor alter Schule zu tun habe.

Ich gebe nicht auf. Nachdem ich einen Quellcode aus einem meiner letzten Beiträge über die Zwischenablage in Googles Tool gezwungen habe, wechsele ich aus der Codeansicht in die Designansicht. Wieder stellt sich Ernüchterung ein. Während in der Codeansicht noch ein wirklich überzeugendes Syntax-Highlighting mitsamt automatischer Einrückung Freude verbreitet, ist die Designansicht doch eher etwas zum Abgewöhnen. Dies jedenfalls, wenn es um das Website-Design gehen würde.

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Erneut winkt Google Web Designer mit dem Zaunpfahl. Es ist in der Tat nicht für das Design herkömmlicher HTML-Seiten gemacht. Der Zugriff erfolgt über die HTML-Elemente (body, p, etc.). Jedes einzelne Element kann dann über ein Eigenschaften-Panel auf der linken Seite des Tools umfangreich manipuliert werden.

Dabei spielt Google Web Designer insbesondere da massive Stärken aus, wo es um Animationen in alle Richtungen, auch dreidimensionaler Art geht. Schneller als in jedem anderen Werkzeug, das ich kenne, hat man eine Rotation definiert und auf eine Timeline gebracht. Die Timeline erinnert mich an die gute alte DHTML-Timeline aus dem ersten oder zweiten Dreamweaver und natürlich ebenfalls an die klassischen Vorgehensweisen bei Adobes Flash.

An dieser Stelle beschließe ich, nicht länger zu versuchen, Google Web Designer beim Namen zu nehmen und erkenne an, dass es einfach ein tolles Werkzeug für die Werbebranche ist. Und die hat tolle Werkzeuge, die zeitgemäß sind, auch wirklich nötig. Denn immer noch dominiert im Netz das zwar nicht gute, aber immerhin alte Flashformat. Was im Desktop-Browser noch kein Problem darstellt, kann die mobile Nutzererfahrung komplett zerhäckseln.

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Responsives Ad-Design mit dem Google Web Designer

Google Web Designer: Ändert alles?

Die rasante Verbreitung mobiler Endgeräte, davon ein gutes Teil iOS-Devices, die bekanntlich vom Start weg Flash verweigerten, zwingt eigentlich zu Alternativen. Leider hinkt die Werbebranche dem Trend deutlich hinterher und verlässt sich lieber auf etablierte, wenn auch veraltete Produktionsverfahren für ihre Klick-Kampagnen.

Google Web Designer zeigt, dass der Umstieg nicht schwierig oder schmerzhaft sein muss, sondern sogar Freude bereiten kann. Googles Tool verlangt keine Coding-Kenntnisse und erlaubt auch Umsteigern in gewissem Umfang Erfolgserlebnisse. Schlussendlich kommt man aber nicht nur nicht um die Code-Erfahrung drum herum, will man das Optimum aus seinem Entwurf holen. Auch bei der Parametrisierung der Eigenschaften in den diversen Panels dürften völlige Code-Noobs nur mäßige Erfolge feiern.

So ist Google Web Designer in seiner jetzigen Inkarnation weder eine Komplettlösung für Web Designer, noch etwas für Banner-Neulinge. Wer aber schon über solide Kenntnisse in der Erstellung bewegter Anzeigenkampagnen für Netzbewohner verfügt, der kann mit Googles Tool recht schnell Fahrt aufnehmen und wird nach meiner Einschätzung nur wenig vermissen.

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Die UI erinnert schwer an die Adobe-Produktlinie

Das gilt auf jeden Fall, solange man AdMob oder DoubleClick anvisiert. Anzeigen für andere Anzeigennetzwerke lassen sich als "Generic" erstellen, bedürfen dann aber weiterer Anpassungen.

Der Code, den das Werkzeug generiert, kann sich, man glaubt es kaum, durchaus sehen lassen. Wir haben es nicht mit einem Frontpage für Bannerschrauber zu tun.

Fazit: Lassen Sie sich weder vom Namen, noch von der sehr an Photoshop und Dreamweaver erinnernden UI täuschen. Google Web Designer ist kein Tool für Einsteiger, weder für solche ins Webdesign, noch für solche ins Ad-Design. Denjenigen, die sich in letzterem bereits auskennen, sei das Werkzeug hingegen ans Herz gelegt. Für mich wär’s demnach auch nix…

Im Nachgang sei noch erwähnt, dass das Projekt umfangreich durch dokumentiert ist. Zusätzlich erläutert ein ganzer Reigen von Videos die individuellen Features des Werkzeugs im Detail. Wer sich also einarbeiten will, der findet beste Voraussetzungen vor. Einen ersten Überblick verschaffen Sie sich mit dem folgenden Video:

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Infografiken Inspiration

Opera-Nutzer klicken mehr Banner, aber der Internet Explorer dominiert nach wie vor [Infografik]

Aus dem indisch-amerikanischen Werbenetzwerk Chitika kommen gelegentlich nützliche Informationen für all jene, die sich um das Geschäft mit Onlinewerbung kümmern wollen oder müssen. Dabei darf man den Erkenntnissen des Hauses durchaus einiges Vertrauen entgegen bringen. Immerhin liefert das Netzwerk monatlich rund 4 Milliarden Anzeigen auf über 200.000 Websites aus. Funfact am Rande: Chitika ist indisch und bedeutet „Fingerschnipps“. Die aktuelle Infografik der Fingerschnippser beschäftigt sich mit Fakten rund um die Browsernutzung der Besucher der von Chitika betreuten Werbekunden.

Erkenntnis: Mehr Opera-Nutzer wären wohl nicht schlecht

Verwender des Opera-Browsers klicken doppelt so häufig auf eine Anzeige wie ein Verwender des Internet Explorer. Die zweitbeste Werbezielgruppe nach dieser Lesart sind die Nutzer des Mobile Safari, also die Apple-iOS-Kunden. Nach dem Drittplatzierten, dem Internet Explorer, wird es allerdings nur noch moderat dünner. Es folgen der Android-Browser und Safari. Die uninteressantesten Besucher sind demzufolge die Verwender des Chrome sowohl auf dem Desktop, wie auch mobil.

Klingt zunächst nach einem klaren Sieg für Opera, betrachtet mit den Augen eines Werbers. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass der Anteil Operas am gesamten Webtraffic im Chitika-Netzwerk mit 1% extrem niedrig und trotz des Siegertreppchens nur von einer Klickrate von 2,12 % die Rede ist.

Der Mobile Safari wiederum weist mit immer noch schlappen 1,54 % möglicherweise nur deshalb eine bessere Klickrate als andere Browser auf, weil sich hier Menschen haufenweise vertappen und versehentlich die Anzeigen aktivieren. Nachdem iOS-Geräte auch in den älteren Bevölkerungsschichten sehr beliebt sind, dürfte das Phänomen durchaus namhafte Größenordnungen erreichen. Was ja wiederum für Werber schon fast ein strategischer Ansatz sein könnte.

Zuverlässig ist lediglich das Klientel derer, die mit dem Internet Explorer unterwegs sind, was übrigens, zumindest in den bevölkerungsreichsten US-Staaten, mit Ausnahme Kaliforniens, auch die Mehrheit aller ist. Der Internet Explorer ist der Standardbrowser der meisten Websurfer und wird als solcher von den meisten nach wie vor akzeptiert. Nur Netzbürger, wie Sie und ich, die sich informieren und nicht lediglich die Massenmedien ansurfen wollen, kümmern sich um Alternativen. Da brauchen wir uns alle nichts vorzumachen. In der Verwendung des Internet Explorer spiegelt sich der Mainstream.

Chitika untersuchte ebenfalls die durchschnittliche Länge einer Suchanfrage in Wörtern. Deren Längen schwanken zwischen 3+ und 5+ und legen aus meiner Sicht so keine eindeutigen Analysen nahe. Sicherlich könnte man interpretieren, dass eine Suchanfrage umso spezifischer gestellt wird, je mehr Wörter dafür verwendet werden. Allerdings ist der Unterschied zu marginal, um Rückschlüsse zu ziehen. Erstaunlich ist bestenfalls, dass Android-User mit 3,3 Wörtern kürzere Anfragen stellen, als die iOS-Safaris mit 5,17. Dabei hätte Android die deutlich besseren Keyboard-Apps mit Wortvorhersage zu bieten. Ich schreibe auf meinem HTC One X meist für drei Wörter lediglich drei Buchstaben, nämlich die Anfangsbuchstaben der gewünschten Wörter.

Folgend sehen Sie die Infografik in einer verkleinerten Variante. Ein KLick darauf bringt Sie zu Chitika. Dort steht die Grafik in Originalauflösung bereit.

Links zum Beitrag:

  • Infographic: Internet User Behavior Analysis by Browser – Chitika Insights