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Einfach bloggen: Die besten Ressourcen für die neue Ghost-Plattform

Endlich! Es gibt eine neue Blog-Platform, die mal wirklich mit WordPress konkurrieren kann. Sie hört auf den angegruselten Namen Ghost und wurde erst vor wenigen Wochen, genauer am 14. Oktober, veröffentlicht. Bislang beweist Ghost, dass es genau das ist, was sich ihr Erfinder, John O’Nolan, vorgestellt hatte – eine einfache, klar strukturierte, übersichtliche Publikationsplattform für Blogger und andere Schreiberlinge. Überflüssigen Overhead gibt es nicht und soll es auch künftig nicht geben. Schon haben sich auch andere Anwendungsfälle neben der reinen Schreiberei gefunden. Einige der jüngst veröffentlichten Themes machen sich ganz großartig als Portfolio-Website für Fotografen oder andere Freiberufler. Dabei ist Ghost nicht nur schlank und einfach zu verwenden, sondern auch noch frei. Ghost wird als Open Source entwickelt und so sind auch die meisten erhältlichen Themes und übrige Ressourcen derzeit noch frei.

Brauchen wir noch eine Plattform?

John O’Nolan muss es wissen. Ihn machte die Arbeit an und mit WordPress immerhin stetig unzufriedener. Nach seiner Auffassung wollte WordPress zu viel und wurde so zum Gegenteil dessen, was es einst sein wollte, eine unkomplizierte, schlanke Blogging-Lösung. O’Nolan beschloss schlussendlich, selbst Abhilfe zu schaffen und ein System zu erschaffen, das die Bezeichnung "schlank" wieder verdienen würde.

Nolan hatte von Beginn an große Ambitionen und so launchte er ein Kickstarter-Projekt, um Geld für die Entwicklung einzuwerben. Das Projekt lief überaus erfolgreich und brachte mehr Kapital ein, als ursprünglich kalkuliert. Mit Hannah Wolfe akquirierte Nolan eine fähige Lead-Developerin und das Projekt Ghost, das nichts geringeres als die Lösung des weltweiten Blogging-Problems sein sollte, kam ins Rollen.

Ist Ghost vollständig oder bloß ein Gerippe?

Man mag es kaum glauben, aber Ghost ist tatsächlich eine vollständige Lösung. Es verhält sich vollständig responsiv und bietet mit Ghost.org bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine Plattform, auf der man Plugins, Themes und andere Extras finden und anbieten kann.

Das integrierte Dashboard ist eines, das wirklich mal den Namen verdient. Denn es bietet in der Tat sämtliche blog-relevanten Informationen auf einen Blick. Egal ob Traffic, Social Media, News Feeds oder die Performance einzelner Inhalte – alles ist vorhanden, nichts muss nachgebucht werden. Dabei lässt sich das Dashboard per Drag & Drop arrangieren und so anpassen, wie es Ihren Bedürfnissen am ehesten entspricht..

Im Stile von Dreamweaver zeigt Ghost das Markup links und eine Preview rechts in einem geteilten Fenster an. Allein dies bringt so manchen Produzenten von Texten für das Web zum Tanzen. In der Tat schreiben nicht wenige Online-Redakteure, speziell solche, die sich mit Themen der Web-Entwicklung befassen, mit Dreamweaver, nur um sich dann über die schlechte Vorschau-Funktionalität von WordPress schwarz zu ärgern. Gern verschluckt der visuelle Editor Formatierung und sogar Codeblöcke, ein Krampf. Ghost macht diesbezüglich einen weitaus besseren Eindruck.

Ebenfalls sehr gut löst Ghost das Thema Theming. Während es unter WordPress immer häufiger so ist, dass der Wechsel eines Themes auch zum Verlust des Contents, zumindest dessen korrekter Anzeige, führt, trennt Ghost Inhalte und Code so stark voneinander, dass ein solcher Effekt gar nicht denkbar, weil technisch nicht vorgesehen ist. Theoretisch können Sie auf diese Weise Ihre Ghost-Themes munter durchwechseln und sollten dabei keinerlei Probleme mit falsch oder nicht dargestellten Inhalten haben.

Und? Klingt das soweit interessant?

Ich denke, ich habe zumindest ein Stück weit Ihre Aufmerksamkeit, wenn Sie an dieser Stelle noch mitlesen. Und wenn das so ist, wollen Sie sich vielleicht einige der Ressourcen näher ansehen, die wir im folgenden für Sie zusammengestellt haben.

Wollen Sie einfach so schnell wie möglich mit Ghost bloggen, bleiben Sie dran. Wir haben einige schicke Themes für Sie. Wollen Sie tiefer einsteigen? Dann haben wir die besten Tipps und Tutorials für Sie. Damit können Sie Ihr Beratungsportfolio um Ghost erweitern und Ihren Kunden gegebenenfalls mal eine interessante Alternative vorschlagen. Egal, wie Ihre Motivation beschaffen ist, Sie werden feststellen, dass Ghost keine Enttäuschung ist.

Themes

Der Marketplace auf Ghosts Website ist derzeit noch der beste Ort, um nach Themes zu schauen. Hier gibt es sowohl kostenlose, wie auch Premium-Themes. Suchen Sie nicht, sondern bieten Sie schon, dann reichen Sie Ihr Theme hier ein. ThemeForests Ghost Themes können Sie sich auch mal zu Gemüte führen. Bleiben Sie hier aber vorerst bei den Exemplaren, für die Bewertungen vorliegen.

Sogar dedizierte Ghost Themes Websites gibt es schon. ThemeSpectre ist eine der beiden Sites, die sich voll auf Ghost konzentrieren. Das Angebot ist nicht sonderlich groß. Aber eine gute Handvoll schöner Themes finden Sie dort doch schon. Die andere Website im Bunde, Polygonix, bietet voll-responsive Themes mit lebenslangen Updates. Lassen Sie sich im folgenden von einigen der nach unserer Meinung besten Themes inspirieren.

Ghostrayder – kostenlos

Ghost Stories – kostenlos

Vapor – kostenlos

Swayze – kostenlos

Ghostwriter – kostenlos

The Ranger

Wudan

Cameraman

Kapow

Ghost Cat

Helios

Writr

StoryLane

Getting Started: Wie legt man los, wechselt Themes durch und so weiter

The Ghost Guide bringt Ihnen alles bei, was Sie wissen müssen, um einen Blog auf Basis von Ghost zu starten. Egal, ob es um Fragen der Installation, der Nutzung, der Konfiguration oder um Themes und Multilingualität geht. Alle diese Themen werden im Guide ausführlich behandelt. Eine weitere ausgezeichnete Anlaufstelle ist die Beitragskombo aus dem Hause DigitalOcean, die sich mit Content-Management und den Themen Wechsel von Themes und Einstellungsoptionen in Ghost befasst.

Wenn Sie Mac-Anwender sind, werden Sie sich möglicherweise für den Beitrag "Installing Ghost on Your Mac" von Thoriq Firdaus interessieren. Jeff Matson liefert ebenfalls eine sehr ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation des Systems. Linux-Nutzer sollten sich diesen Artikel von Dan Nanni auf jeden Fall ansehen. Wer schon weiter ist, und Informationen sucht, mit deren Hilfe sich der Einstieg in das Theme-Design finden lässt, schaut am besten bei "Understanding Ghost: Stages of Design“ vorbei.

Das eigene Ghost Theme erstellen

Den Start in das Design des eigenen Ghost-Theme finden Sie wiederum am besten direkt im Ghost Guide. Einen guten Startpunkt bietet auch die Serie "Building a Ghost Theme from Scratch" drüben bei Tuts+. Und unsere Freunde vom WebDesignerDepot steuern einen sehr verständlich geschriebenen Artikel unter dem Titel "How to create a theme for Ghost" bei.

Zvonko Biskup von CodeForest beschreibt seine ersten Erfahrungen im Umgang mit dem Themedesign für Ghost. Er nahm dafür WordPress Twenty Thirteen Theme her und baute es auf Ghost um. So schwierig war es nach seinen Worten nicht…

Die letzten Worte…

Ghost ist natürlich noch in einem ganz frühen Stadium und deshalb einem ständigen und schnellen, teils radikalen Wandel unterlegen. Wenn Sie allerdings auf der Suche nach einem möglichst einfachen System mit CMS-Ansätzen suchen, dann ist Ghost auch jetzt schon hinreichend leistungsfähig. Haben wir wichtige Ressourcen, Tipps, Tutorials vergessen? Dann ergänzen Sie unsere kleine Sammlung gern in den Kommentaren. Ich hänge schon ein bisschen an Ghost und hoffe, dass es sich etablieren kann. Tun wir, was wir können, um ihm dabei zu helfen!

(Der Beitrag wurde im englischen Original geschrieben von Tara Hornor und erschien zuerst in unserem Schwestermagazin Noupe Design Magazine.)

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CMS Programmierung

Habari: Leichtgewichtiges CMS, nicht nur für Blogger

Der Markt der Content Management Systeme ist über die Jahre etwas unübersichtlich geworden. Dabei haben wir bei Dr. Web und in jüngerer Zeit auch im Noupe Magazine stets versucht, den Überblick zu gewährleisten. Beitrag um Beitrag ist so entstanden. Habari, das schlanke Blog-System, um das es im folgenden Beitrag gehen soll, haben wir bei Dr. Web zuletzt im Jahre 2008 behandelt. Zeit für eine aktuelle Einschätzung…

Habari ist Suaheli und heißt zu deutsch: Was gibt es Neues? Schon die Namensgebung verdeutlicht den Fokus. Habari ist ein reines Bloggertool. Sicherlich kann man prinzipiell mit jedem CMS verschiedene Arten von Websites bauen, dennoch darf es durchaus als sinnvoll betrachtet werden, CMS als Werkzeuge zu betrachten und in diesem Sinne je nach Projekt qualifiziert auszuwählen. Um ein Loch für einen Dübel in die Wand zu bekommen, greift man schließlich auch vertrauensvoll zur Bohrmaschine und versucht nicht, den Erfolg mittels Schraubenzieher, Hammer und beherztem Zuschlagen zu erreichen.

Verwendet man den Begriff Blog im Zusammenhang mit einem CMS, drängt sich unmittelbar der Vergleich zu WordPress auf. Wir werden daher diesen Aspekt im Laufe des Artikels ebenfalls aufgreifen.


Bildquelle: Flickr

Im Rahmen des Beitrags werden wir uns nicht mit Fragen der Installation und Anpassung befassen. Diese Themen sind in der Habari Dokumentation nachvollziehbar beschrieben. Was wir versuchen wollen, zu erarbeiten, ist, inwieweit sich Habari als CMS eignet. Idealerweise sind Sie mit den Informationen aus diesem Beitrag in der Lage, qualifiziert zu entscheiden, ob Habari für das nächste Projekt in Frage kommen kann oder nicht.

Habari: Ein Blogger-CMS

Anhand verschiedener Hauptpunkte schauen wir nachfolgend auf das Featureset des schlanken Herausforderers.

1. Usability (Einfachheit der Verwendung)

Tipp: Wenn Sie sich einen schnellen Überblick zu Habaris Look and Feel verschaffen wollen, schauen Sie in diese Demo-Installation.

Sollte ich das Nutzer-Interface von Habari in einem Wort beschreiben, so würde ich wahrscheinlich das Wörtchen „benutzerfreundlich“ verwenden. Tatsächlich ist Habari eines der benutzerfreundlichsten CM-Systeme, das ich bislang kennenlernen durfte. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass das Wort „Benutzerfreundlichkeit“ subjektiv ist und von der individuellen Einschätzung geprägt ist. Was ich benutzerfreundlich finde, können Sie eventuell beim besten Willen nicht leiden.

Deshalb will ich klar stellen, dass ich mit dieser Charakterisierung nicht die ganzen subjektiven Aspekte meine, die letztlich, mindestens teilweise, Geschmacksfragen sind. Schauen Sie sich ganz unvoreingenommen das Benutzer-Interface selber an, unabhängig von verfügbaren Themes, Plugins und so weiter. Ich bin sicher, Sie werden mir zustimmen: Das Interface ist extrem einfach zu bedienen.

Der Schlüssel zu Habaris Einfachheit liegt in seiner minimalistischen Grundausrichtung. Alles, was man nach dem Login vorfindet, ist ein simples Menü mit Tastatur-Shortcuts. Wer sich in Habari verläuft, der verläuft sich auch auf dem Fußballplatz.


Der Artikel-Editor in Habari

Wollen Sie zum Beispiel einen neuen Beitrag schreiben, was unstreitig zu den Hauptanwendungsfällen eines CMS gehören dürfte, stellt Habari Sie nicht vor Rätsel. Direkt vor Ihrer Nase findet sich eine Schaltfläche mit der Aufschrift Create a New Article. Damit kommt auch Oppa Horst, der mit 83 noch einen Ornithologen-Blog pflegen will, klar. Wo ich gerade von Oppa Horst spreche: Eine deutsche Übersetzung des Systems kann über Launchpad heruntergeladen werden. Weitere Übersetzungen stehen allerdings nicht bereit.

Auf der anderen Seite, einmal das komplexe Umfeld des TinyMCE aus WordPress gewohnt, wird einem der Artikel-Editor aus Habari geradezu ärmlich vorkommen. Mancher wird sich daran gewöhnen können, mancher nicht.

  • Pros: Sehr schlankes, schickes, minimalistisches Interface
  • Cons: Ungeeignet, wenn man Minimalismus für das falsche Konzept hält

2. Flexibilität und Anpassungsmöglichkeiten

Habari ist flexibel und kann relativ leicht an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Allerdings müssen die eigenen Bedürfnisse schon ein bisschen den Möglichkeiten angepasst werden. Sind Sie auf der Suche nach Anpassungsmöglichkeiten im Stile eines MODx, dann werden Sie Enttäuschung finden. Sind Sie allerdings bereit, tief einzusteigen und lieben es, die Grenzen von Systemen zu erweitern, wenn Sie daran stoßen, dann könnte Habari genau das sein, was Sie suchen.

So, wie ich die Sache sehe, hat es Habari bislang lediglich nicht vernünftig geschafft, die durchaus vorhandenen Anpassungsmöglichkeiten so zu kommunizieren, dass sie auch geglaubt werden. Systeme wie Drupal oder MODx können sich locker damit brüsten, extrem flexibel zu sein – man glaubt es unbesehen. Eine große Community bestätigt die Behauptung und schon werden Legenden zu Fakten. Da kann das kleine Habari mit seiner kleinen Community nicht ordentlich mithalten, ganz abgesehen davon, dass natürlich eine kleinere Community auch weniger Beispiele für großartige Anpassungen hervorbringt als eine große. Das ist im Grunde ein rein quantitatives Problem.


Dashboard in Habaris Admin Panel

Daraus ergibt sich auch ein rein tatsächlicher Nachteil. Natürlich ist Habari sehr flexibel und kann so angepasst werden, dass es nahezu wunschlos glücklich zu machen im Stande ist. Sie können Fotoblogs, Videoblogs, New-Magazine und sogar eCommerce-Websites damit erstellen. Theoretisch.

Praktisch werden Sie so vorgehen, dass Sie in Abhängigkeit der Anforderungen des Kunden-Projekts das spezialisiertere, besser vorkonfigurierte System wählen. Selbst wenn Sie wissen, dass Habari ebenfalls in der Lage wäre, den Anforderungen zu genügen, wenn man es nur hinreichend stark anpasste, werden Sie aus wirtschaftlichen Gründen doch eher auf andere Werkzeuge zurück greifen. Das ist völlig verständlich. Immerhin sparen Sie so Zeit, die Sie im anderen Falle vermutlich nicht einmal bezahlt bekommen hätten. Natürlich darf man dann auch nicht überrascht sein, dass es nur wenige Beispiele für Habari-Websites, die mehr als reine Blogs sind, gibt.

  • Pros: Flexibles CMS mit der theoretischen Fähigkeit, viele Arten von Websites anzutreiben
  • Cons: Beispiele dafür, was das CMS wirklich kann, sind rar gesät

3. Community und Dokumentation (Hilfe und Unterstützung)

Habari erfreut sich einer überaus aktiven, geradezu enthusiastischen Community. In welchem Punkt auch immer Sie Hilfe benötigen sollten, die Habari-Community wird mit an einhundert Prozent grenzender Wahrscheinlichkeit genau diejenige Unterstützung anbieten, die Ihnen weiterhilft. Ich persönlich habe zudem die Erfahrung gemacht, dass die Community kleiner CMS wesentlich freundlicher und hilfsbereiter zu Werke geht als man das von größeren Systemen gewohnt ist. Antworten wie „Nutz die Suchfunktion“ oder „Wieso befasst du dich mit so einem System, wenn du zu blöd dafür bist?“ sind mir in Habari-Foren bislang nicht untergekommen.

Wo ich gerade bei der Dokumentation ankomme, nun, die könnte wohl verbessert werden. Die Bedieneranleitung und das Wiki sind aktuell und bieten eine solide Unterstützung. Aber alles, was darüber hinausgeht, etwa Screencasts und andere moderne Support-Tools, könnte etwas Aufwand gebrauchen. Damit meine ich nicht die qualitative, sondern lediglich die quantitative Seite. Habari könnte vermutlich größere Verbreitung erfahren, gäbe es deutlich mehr Screencasts. Auch Zahlen zur Nutzung und Verbreitung, möglichst noch grafisch unterstützt sucht man vergebens. Das ist eine ungünstige Situation, bedenkt man, dass das Internet ein Ort extremer Reizüberflutung ist, in dem nur derjenige wahrgenommen wird, der am lautesten trommelt.

  • Pros: Aktive, hilfsbereite Community
  • Cons: Ausführliche Materialien sind extrem textlastig; mehr Screencasts wären sinnvoll

4. Verschiedenes

Habari unterstützt verschiedene Datenbank-Backends, unbegrenzt viele Nutzer, statische Inhalte, Tags und verfügt über automatische Importfunktionen für WordPress und Serendipity. Cool, oder? Gut, schon cool. Aber, da bedarf es weiterer Argumente, wenn man Menschen vom Systemwechsel überzeugen will. Immerhin sind die eben genannten Features keine große, neue, gar sensationelle Sache. Im Gegenteil bietet das jedes halbwegs aktuelle CMS heutzutage.

Was Habari unmittelbar helfen könnte, wäre eine größere Zahl verfügbarer Themes und möglichst sogar die Entwicklung eines Frameworks, wie beispielsweise Twitters Bootstrap oder Hybrid Core für WordPress. Responsive Child Themes wären ein Knüller. Und genau dieser Knüller wird mit der aktuellen Version eingeführt. Ein erstes responsives Theme mit Unterstützung für Child Themes steht bereits bereit.

Es stimmt schon. Die Habari Community ist von genügend Leidenschaft erfasst, den steinigen Weg zu gehen und ihre Plattform, auch bezogen auf den Look der damit erstellten Websites manuell anzupassen. Koste es, was es wolle. Aber, so gewinnt man keine Konvertiten. Und genau dieses Ziel muss Habari verfolgen. Ohne frisches Blut, ohne weitere Verbreitung wird Habari niemals ein wie auch immer gearteter Durchbruch gelingen. Verbreitung erreicht man am ehesten über die Ansprache der End-Nutzer, also der eigentlichen Blogger, der Verwender des Systems. End-Nutzer legen Wert auf vorkonfigurierte Box-Lösungen. Da braucht man sich nichts vorzumachen.

Habaris Plugin-Repository zum Beispiel ist bereits großartig. Nahezu alles, was man für einen Blog benötigen können würde, lässt sich dort finden, sei es Feedburner-Integration, Anti-Spam, Flickr- und Twitter-Integration, Kommentare via Disqus und mehr. Das beweist, dass es Habari nicht an Talent mangelt.

  • Pros: Gutes Plugin-Verzeichnis
  • Cons: Etliches Themes, aber insgesamt zu wenig und häufig mit altbackener Optik

5. Habari im Vergleich mit anderen CMS

Widmen wir uns nun dem direkten Vergleich zwischen Habari und Alternativen. Suchen wir nach einer vergleichbaren Lösung, so kommen natürlich Boliden, wie Concrete5 oder Drupal nicht in Betracht. Eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich in Wolf CMS entdecken. Obwohl Wolf CMS sich nicht so sehr als Blogger-CMS positioniert, erinnert mich der schlanke Aufbau des Systems doch stark an Habari.

WordPress bewegt sich mit großen Schritten hin zu einem ausgewachsenen CMS und lässt die Vergangenheit als reines Blogging Tool schneller werdend hinter sich. Insofern ist es kaum sinnvoll, WordPress und Habari miteinander direkt zu vergleichen. Was man gefahrlos sagen kann, ist, dass Habari als reines Blogging Tool wesentlich nutzerfreundlicher als WordPress ist.

Obschon relativ betagt, befindet sich Habari noch im Kleinkind-Alter. Bis zu einer Version 1.0 hat es auch nach fünf Jahren noch nicht gereicht, aktuell ist Version 0.9. Natürlich hat das einerseits was mit der Namenskonvention zu tun, andererseits wird niemand ernsthaft behaupten wollen, dass sich Habari aktuell auch nur im Ansatz mit einem WordPress 3.5 messen könnte, selbst wenn man ihm eine ähnliche Versionsnummer aufgepfropft hätte. Dabei ist WordPress nicht einmal wesentlich älter.

Anfangs war WordPress dem jetzigen Habari nicht unähnlich – schlank und flink. Über die Jahre wurde WordPress dann immer größer, aufgeblasener. Nicht ohne Grund dürfte es gewesen sein, dass es ausgerechnet ehemalige WordPress-Entwickler waren, die Habari aus der Taufe hoben. Auch aktuell ist lang nicht jeder mit der Richtung einverstanden, in die WordPress steuert. Gerade das letzte Update stieß auf ein hohes Maß an Ablehnung. Vornehmlich der komplexer, aber auch komplizierter gewordene Media Manager und der Verzicht auf den von Beginn an etablierten Links Manager teilte die Community. Wenn das etwas zeigt, dann doch, dass es eine nicht unerhebliche Zahl von WordPress-Nutzern gibt, die nach Alternativen suchen. Dabei müsste die passende Alternative zurück zu den Wurzeln, schlank und flink sein.


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Wenn Habari doch so toll ist, wieso ist WordPress weit populärer?

Wie ich bereits erwähnte, benötigt Habari deutlich mehr Unterstützung in vielerlei Hinsicht. Mehr und bessere Themes, bessere Marketing-Materialien, mehr Screencasts und so weiter. Ebenfalls nicht schaden könnte mehr Berichterstattung. Machen Sie sich mal den Spaß und googlen Habari. Google News wirft nichts, Google Web ganz wenig aus. Von all diesen Dingen scheinen die Entwickler unbeeindruckt. Anders kann ich mir den falschen Fokus nicht erklären. Anstatt auf die Steigerung der Bekanntheit zu setzen und alle Arbeit dort hinein zu investieren, stellt man Importer für Serendipity und WordPress bereit. Abgesehen davon, dass ein Importer für Serendipity eher in homöopathischen Dosen nachgefragt werden dürfte, stellt sich aber auch hinsichtlich des vom Ansatz her populäreren Importers aus WordPress die grundsätzliche Frage, warum den überhaupt jemand benutzen wollen sollte. Bevor ich auf Migration setze und diese unterstütze, sollte ich doch zunächst einmal Gründe für den Wunsch nach Migration schaffen. Davon gibt es momentan noch zu wenige…

Grundsätzlich sollte Habari sich auf die Gruppe der Nutzer fokussieren, denen Tumblr oder Blogger zu eng sind, WordPress aber zu groß ist. Habari eignet sich hervorragend für den Betrieb eines Tumblog und kann natürlich auch alles, was Googles Blogger kann. Bei letzterem kommt noch hinzu, dass Blogger-Nutzer in letzter Zeit eher mehr Vertrauen als weniger verlieren. Googles Umgang mit dem Blogging-Service ist hinsichtlich der Zukunftsperspektiven nicht sehr vertrauenerweckend.

Blogger und Tumblr sind gehostete Plattformen. Sollte Habari zum WordPress.com für Arme werden?

Auf keinen Fall! Habari sollte bleiben, was es ist: Ein CMS für Blogger, nicht ein gehosteter Blogger-Service. Allerdings sollte Habari durchaus versuchen, in die Lücke zwischen WordPress und anderen Blogger-Tools, gehostet oder lokal installiert, vorzustoßen. Wie ich die Dinge sehe, wird Habari niemals wirklich in das Unternehmensumfeld vorstoßen können. Es sollte sich daher auf die Zielgruppe derer konzentrieren, die derzeit bei Tumblr oder Blogger oder ähnlichen Diensten residieren, weil ihnen WordPress zu aufgeblasen ist. Das würde natürlich leichter fallen, hätte man eine schöne Stange schicker und moderner Themes am Start…

Was halten Sie von Habari? Teilen Sie Ihre Meinungen und Erfahrungen mit uns!

Weitere Links zum Beitrag:

Der Artikel entstand als Kooperation zwischen Sufyan Bin Uzayr und Dieter Petereit.

(dpe)