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Weg von amerikanischen Cloud-Speichern? Avira Secure Backup bietet Online-Backup auf deutsch

PRISM wird zu einem veränderten Umgang mit Daten führen. Das wird man schon als sicher erachten dürfen. Vielleicht spielt sich der Wechsel weniger im Privaten ab, aber Unternehmen und öffentliche Einrichtungen stehen in großer Zahl vor Strategiewechseln. Der Trend dürfte ganz klar und eindeutig lauten: Weg von amerikanischen Servern. Der deutsche Anbieter Avira, bekannt für seine Antiviren-Software, bietet neuerdings auch eine sichere Backup-Lösung mit Cloud-Speicher an. Wir haben uns das Produkt angeschaut.

Avira Secure Backup: Bislang ohne aggressives Marketing

Welcher private Windows-Anwender kennt FreeAV nicht? Die kostenlose, dabei durchaus zuverlässige Antiviren-Lösung aus dem Hause Avira erfreut sich Jahren großer Beliebtheit. Auch die größeren Pakete Antivir Premium oder Internet Security, die dann lizenzrechtlich den Einsatz in kommerziellen Umgebungen erlauben, sind vielfach im Einsatz. Ich persönlich bin seit rund 8 Jahren Premium-Kunde, soweit es den Windows-Teil meiner Tätigkeit betrifft.

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Seit einigen Monaten bietet Avira mit Secure Backup eine automatische Backuplösung mit Cloud-Speicher an. Aggressiv beworben wird das Produkt bislang nicht. Selbst als jahrelangem Kunden blieb mir der Dienst bis vor wenigen Tagen komplett verborgen. Bis mir Avira nämlich eine E-Mail schickte, um just auf diesen Dienst aufmerksam zu machen.

Avira Secure Backup: 5 GB Speicherplatz kostenlos

Mit dem gängigen Angebot, 5 GB Speicher kostenlos zu erhalten, wurde mir die Eröffnung eines Accounts nahegelegt. Avira erlaubt sich keine Schwächen. Das Anlegen des Accounts geht konkurrenzfähig schnell vonstatten. Clients gibt es sowohl für Windows als auch für Mac OS und die mobilen Betriebssysteme Android und iOS.

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Unter Mac OS bietet Secure Backup die automatische Sicherung des kompletten Benutzerordners, in dem sich sämtliche Bewegungsdaten befinden sollten, an. Es ist aber auch möglich, den Pfad anzupassen und so beliebige Ordner in das Backup einzubeziehen.

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Die erste Sicherung dauert naheliegenderweise etwas, wobei man in den Einstellungen des Clients noch Parameter zur Upload-Geschwindigkeit anpassen kann. Ich beließ es bei “Automatik” und kann im laufenden Betrieb bisher keine Einschränkungen feststellen.

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Secure Backup ist eine automatisierte Lösung, die nach dem initialen Backup den Ursprungsordner überwacht und Dateien direkt im Zeitpunkt der Änderung nachsichert. Der Zugriff auf die gesicherten Daten erfolgt über ein SSL-gesichertes Web-Interface.

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Avira Secure Backup: Mit knapp 50 Euro deutlich billiger als Dropbox, aber kein echter Wettbewerb

Reichen die 5 GB kostenloser Speicherplatz nicht aus, so kann jederzeit für vergleichsweise günstige 49,95 Euro im Jahr auf einen Account mit 200 GB Speicherplatz gewechselt werden. Bei Dropbox bezahle ich 75 Euro für 100 GB. Also 50 % mehr für 50 % weniger…

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Wo wir gerade bei Dropbox sind. Im Grunde ist es nicht ganz korrekt, Dropbox als Wettbewerber zu betrachten, denn Dropbox ist ja in erster Linie eine Lösung, die Dateien zwischen mehreren Rechnern synchron hält und dabei nur quasi zwangsläufig ein Backup anlegt. Mit Avira Secure Backup ist es nicht möglich, Dateien zwischen verschiedenen Rechnern zu synchronisieren. Secure Backup ist in der Tat eine reine Backup-Lösung.

Avira verspricht, man entnimmt es schon dem Namen, eine besonders sichere Art der Speicherung. Zunächst erfolgt bereits clientseitig eine Verschlüsselung der zu übertragenden Daten und auch sämtlicher Datenverkehr danach erfolgt lückenlos verschlüsselt. Die Daten werden über mehrere Server verteilt abgelegt, so dass ein missbräuchlicher Zugriff auf einen einzelnen Server nicht dazu führt, dass ein Zugriff auf Ihre Daten möglich ist. Avira beschreibt die Übertragungsverfahren als zu denen identisch, die auch für Finanztransaktionen zum Einsatz kommen.

Wie bei anderen Cloud-Speichern ist es auch bei Secure Backup möglich, einzelne Dateien oder Ordner für andere freizugeben. Empfehlen Sie Secure Backup einem Freund und eröffnet dieser daraufhin einen Account, erhalten Sie beide 500 MB Speicherplatz gratis dazu. Avira hat sich offenbar inspirieren lassen.

Wollen Sie also 500 MB Speicherplatz zu Ihren 5 GB kostenlos dazu erhalten, dann eröffnen Sie Ihren Account über diesen Invite-Link. So haben wir beide was davon ;-)

Das Backend des Dienstes wirkt aufgeräumt, wenn auch nicht topmodern. Für den mobilen Zugriff auf die eigenen Daten stehen Clients für Android und iOS zur Verfügung, die optisch ebenfalls sehr stark an den mehrfach erwähnten Mitbewerber, der ja wiederum keiner ist, erinnern.

Fazit: Wer auf die Synchronisation seiner Daten verzichten kann und ein reines Online-Backup sucht, dabei aber nicht mit NSA-Backdoors auf amerikanischen Servern leben will, sollte sich Avira Secure Backup auf jeden Fall ansehen. Nennenswerte Schwächen sind mir während der letzten Tage nicht aufgefallen. Insofern kann ich das Produkt sowohl vom Leistungsumfang, wie auch vom Preis her, voll empfehlen.

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Vollgas mit Cloudflare? Revolutionärer Dienst verspricht rasante Performance und hohe Sicherheit für beliebige Websites

Webseiten sollen die eierlegenden Wollmilchsäue schlechthin sein. Extrem schnell, beständig vor Angreifern und am besten noch mit vielen Features. Das ist nicht leicht umzusetzen. Entweder müssen dafür Dutzende von Webentwicklern für einige Wochen in einen dunklen Raum gesteckt werden oder, neue Wege müssen her. Einen revolutionären Ansatz hat das StartUp Cloudflare aus San Francisco gewagt. Die Lösung: Leite einfach all deinen Traffic über unsere Server und wir erledigen den Rest. Ein Prinzip, das einfacher klingt als es ist.

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Cloudflare und die nachlässig implementierte Router-Regel

Eins gleich vorweg: Es mag erstaunen, über einen Dienst zu sprechen, der absolute Sicherheit, Stabilität und Komfort verspricht und erst in der letzten Woche für eine Stunde fast 800.000 Webseiten in den Abgrund gerissen hat. Es erwies sich als nicht so schlau, eine Router-Regel ohne großen Testlauf auf allen Rechenzentren weltweit gleichzeitig auszurollen. Einsicht ist immerhin der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung und man darf wohl mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich ein solcher Fehler nicht wiederholen wird.

Dem grundsätzlichen Prinzip tut das überdies keinen Abbruch. Cloudflare versucht alles, um Webseiten im bestmöglichen Licht erscheinen zu lassen. Inhalte werden gecacht, Angriffe abgefangen, Code optimiert und wahlweise nützliche Apps on the fly eingefügt.

Das Prinzip hinter der Wolke

Ziel der Entwickler war es, eine Rundumsorglos-Lösung für Webseiten zu erschaffen. Einmal eingerichtet, sollten alle relevanten Abläufe über das eigene Netz laufen. Im Prinzip ganz einfach: Vor die eigentlichen Webserver wird der Dienst von Cloudflare geschaltet, der den Großteil der zu erledigenden Arbeiten leistet.


In 90 Sekunden erklärt Cloudflare sich selbst…

Ausgerechnet Ausfallsicherheit war dabei ein besonderes Kriterium der gesamten Plattform und so sind aktuell 23 Rechenzentren weltweit für den Dienst tätig.  Dabei wird via Anycast für jede Anfrage eine Route zu jedem Rechenzentrum angeboten –  jedoch nur das regional nächste bearbeitet die Anfrage.

Das System hat gleich mehrere Vorteile. Durch die weltweite unmittelbare Nähe zum Anwender werden die Anfragen zunächst mit geringer Latenz ausgeführt. Außerdem ist die Ausfallsicherheit sehr hoch. Bricht ein Rechenzentrum zusammen, bricht auch die Route zu diesem zusammen und mit Anycast wird einfach das zweitnächste Rechenzentrum angesteuert.

Eine durchdachte Infrastruktur ist jedoch nicht alles. Cloudflare versucht, möglichst alle Bereiche für die Auslieferung einer Webseite zu vereinheitlichen. Das fängt schon damit an, dass der Dienst eigene Nameserver betreibt – das sogar mit einer äußerst soliden Geschwindigkeit. Diese Nameserver müssen für die eigenen Web-Projekte hinterlegt werden. Die Installation der Nameserver ist auch schon die einzige komplizierte Tätigkeit für den Anwender.

Ab dann passiert alles automatisch – gesteuert über ein Webinterface. Grafiken werden gecacht und über das CDN ausgeliefert. Quellcodes werden optimiert. Mit einem Klick lässt sich eine vollständige IPV6-Unterstützung aktivieren, auch wenn der Ursprungsserver ausschließlich per IPv4 angebunden ist. Kleine Apps bieten nützliche Funktionen auch von Drittanbietern an.

Hauptaspekt hinter dem Cloudflare-Konzept ist jedoch: Sicherheit. Weltweit werden mit stetig wachsender Tendenz immer mehr Angriffe auf Webseiten gezählt. Große DDoS-Angriffe zwingen selbst internationale Webseiten in die Knie. Die Absicherung ist auf dem eigenen Server oft schwierig bis unmöglich.

Cloudflare verspricht, mit der zusätzlichen Schicht vor dem eigentlichen Webserver auch massive Angriffe abzufangen. Und anscheinend geht das Versprechen auf. Schon mehrmals hat der Dienst öffentlich teils massive Attacken auf das Netzwerk dokumentiert und erfolgreich bekämpft. Die mehrschichtige Sicherheit scheint zu funktionieren – zumindest die notwendigen technischen Ressourcen für die Sicherheit hat der Dienst.

Die Installation

Eigentlich müsste die Installation eines derart umfangreichen Dienstes kompliziert sein – ist sie jedoch nicht. In fünf Minuten ist alles erledigt, oft sogar schneller.

Wichtig für Einsteiger: Reduziert auf seine Grundfunktionen kostet der Dienst nichts. Auf Dauer kann die Webseite mit den Grundfunktionen kostenlos betrieben werden, die schon absolut ausreichen. Für den Einstieg einfach kurz anmelden und die eigene Domain eintragen. Es muss sich dabei um eine TLD handeln – nur eine Subdomain funktioniert nicht.

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Danach lädt Cloudflare die bisherigen DNS-Informationen herunter. Das ist im Grunde sehr zuverlässig. Aber vor der endgültigen Umstellung sollten die Einträge auf jeden Fall noch einmal geprüft werden. Sonst ist unter Umständen nachher nicht alles erreichbar. Per Klick auf die Wolke kann noch ausgewählt werden, ob eine bestimmte Subdomain über Cloudflare beschleunigt werden soll oder nicht.

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Das war es schon. Im nächsten Schritt werden die persönlichen DNS-Server für die jeweilige Domain angezeigt und nach dem Update beim Registrar landen alle Anfragen automatisch direkt bei Cloudflare. Die Grundeinstellungen erledigen schon einmal die grobe Arbeit und können einfach modifiziert werden. Es könnte kaum einfacher sein.

Probleme

Es scheint alles so schön: Sorgenlosigkeit nach fünf Minuten Einrichtung. Das stimmt nur mit Einschränkungen. Cloudflare ist zwar ein revolutionärer Dienst, aber nicht die ultimative Lösung.

Allein schon durch den doppelten Weg der Anfrage vom Benutzer zu Cloudflare und dann nochmals von Cloudflare zum eigentlichen Server nimmt die Reaktionszeit zu. Das ist ein strukturelles Problem, das sich optimieren lässt, aber mit dem man grundsätzlich leben muss. Bei einem normalen Seitenaufruf ist das schwer spür-, aber sehr deutlich messbar.

Nach meinen eigenen Messungen kann die Reaktionszeit bei einer normalen Seite durchaus regelmäßig 1600ms betragen, nicht wenig. Auch der oben erwähnte komplette Ausfall zeigt, was passieren kann, wenn man seine Website komplett einem Drittservice anvertraut. Ein doppelter Boden schadet demnach auch bei einer versprochenen Verfügbarkeit von 100% nicht. Dann kann Cloudflare auch wirklich Spaß machen.

In einem Folgebeitrag werden wir uns mit einzelnen Aspekten der Cloudflare-Infrastruktur näher befassen. Dabei wird es auch um den eben empfohlenen „doppelten Boden“ gehen.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Cloudflare gemacht? Teilen Sie sie mit uns. Ich interessiere mich auch ganz persönlich sehr dafür ;-)

(dpe)