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Wix.com: Hat der Homepage-Baukasten aus Israel das Potenzial, das Webdesign zu revolutionieren?

Wix.com, 40 Millionen Nutzer stark, hat sich in den letzten Jahren stark zum eigenen Vorteil gewandelt. Vor einigen Wochen gelang der größte Börsengang eines israelischen Unternehmens überhaupt. Kann Wix für das Webdesign sein, was Apple für die Computerbranche ist? Ein disruptiver Dienst, der neu definiert, wie auf breiter Front Webseiten gestaltet werden. Einiges spricht dafür…

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Homepage-Baukästen, Website-Builder: Das ist doch alles Mist!

Gerade, wenn man als deutsches Magazin nur den Begriff “Homepage-Baukasten” aus der Feder fließen lässt, kann man sich hochkritischer Kommentare selbsternannter und tatsächlicher Experten sicher sein. So etwas sei nichts für Profis, was haben solche Beiträge überhaupt in einem Fachmagazin verloren? Seid ihr jetzt die Computer-Bild? Und so weiter…

Homepage-Baukasten: Zielgruppe “Kleine bis mittlere Seitenbetreiber”

Lassen Sie mich dementsprechend prophylaktisch folgende Aussagen treffen. Zunächst ist das Dr. Web Magazin gegründet worden als Magazin für Seitenbetreiber. Seitenbetreiber ist erst einmal jeder, der eine Seite betreibt, ob Designprofi oder nicht – in der Regel sogar eher nicht. Wir wollen nicht auf Profis als Zielgruppe reduziert werden, obschon natürlich vielfach Beiträge erscheinen, die ganz klar nur von Profis überhaupt verstanden werden können.

Viele Seitenbetreiber, etwa der Gassi-Geh-Service von nebenan oder der Pizzabäcker um die Ecke, können sich schlicht den klassischen, professionellen Webdesigner nicht leisten oder, und auch das ist Freiheitsrecht in Deutschland, wollen das einfach nicht. Diesen Markt wird es immer geben, ob man das nun goutiert oder nicht. Und dieser Markt wird immer größer sein als der Markt für professionelles Webdesign aus gelernter Stube.

Ich hatte damit noch nie ein Problem. Im Gegenteil sagte ich schon etlichen potenziellen Kunden unverblümt, dass sie für ihre definierten Kommunikationsziele keinen relativ teuren Auftragnehmer wie mich benötigen. Ich empfahl geradezu den Einsatz von Baukästen, die im übrigen in Deutschland von den gängigen Hosting-Platzhirschen 1&1 und Strato nicht eben unauffällig promotet werden.

Homepage-Baukasten: Zielgruppe “Professionelle Webdesigner”

Dann gibt es durchaus eine große Zahl an Designern, dazu zähle ich mich als Ersteller dieses Artikels ganz besonders, die noch nie, in meinem Falle seit den Neunzigern nicht, der Auffassung waren, Quellcode müsste zwingend mit der Hand geschrieben werden. Wann immer es ging, griff ich zu Werkzeugen, die mich im Designprozess so weit wie möglich unterstützen konnten.

Einschränkend will ich einräumen, dass NetObjects Fusion und Frontpage für mich auch damals nicht in Frage gekommen sind. Aber seit der Version 1 des damaligen Macromedia Dreamweaver bin ich dem Produkt treu geblieben. Hunderte, teils sehr komplexe Web-Projekte habe ich seither damit erstellt. Wichtig war für mich stets nur die Offenheit des Systems, also die Möglichkeit, zu können, wenn man denn wollte. Was ich sagen will: will ich Quelltext von Hand schreiben, hindert mich Dreamweaver nicht daran, sondern unterstützt mich auch dabei ganz ordentlich.

Ich bin demnach seit jeher Arbeitserleichterungen nicht abgeneigt. Website-Builder schaue ich mir daher schon seit gut 10 Jahren immer mal wieder an. Bislang konnte mich noch keiner so richtig überzeugen. Projekte gehe ich bis heute stets auf die konventionelle Art, also mit Dreamweaver an Bord, an. Allerdings spüre ich schon, dass die Entwicklung der Homepage-Baukästen mich, obwohl seit 20 Jahren im Webdesign tätig, eher über kurz als über lang dazu bringen wird, meinen bisherigen Workflow, zumindest für einige Projekte und/oder Auftragstypen über Bord zu werfen.

Im Sommer schaute ich mir Webydo an und war schon fast überzeugt. Im folgenden Beitrag befasse ich mich mit Wix.com und kann schon jetzt sagen, dass ich von den ersten Gehversuche mit dem neuen Wix-Editor durchaus sehr angetan bin. Schauen Sie sich auch einmal die Beispiele von mit Wix erstellten Websites an.

Homepage-Baukasten: Zielgruppe “Designer generell”

Aber, sprechen wir nicht ausschließlich von mir. Sprechen wir auch von den langgedienten Designern, die vielleicht noch länger im Geschäft sind als ich. Oder sprechen wir von den jungen Designern, die zwar großartige, kreative Ideen haben, aber Quelltext nicht schreiben können. Industrie-Designer, die etwa tolle Autokarosserien entwerfen, könnten immerhin auch nicht den Motor konstruieren.

Sprechen wir von denen, die hauptsächlich Print kreieren, aber auch ein Stück des Webdesign-Kuchens abhaben wollen – was übrigens vollkommen legitim ist.

Häufig genug sind Designaufträge eher klein, im Sinne von mit wenig Budget ausgestattet. Auch in diesem Segment kann der Einsatz eines Website-Builders lohnen. Zu diesem Argument höre ich immer wieder, man habe ja als Designer ohnehin einen ganzen Sack voller Snippets und Design-Elemente, die man in solchen Fällen zum Einsatz bringen könnte, da bräuchte man keinen Homepage-Baukasten dafür. Ich antworte dann gern: Worin besteht denn dann da noch der Unterschied zum kritisierten Baukasten-System außerhalb der Tatsache, dass man sich den Baukasten selber zusammengeschnipselt hat?

Abschließend lassen Sie mich das gern gehörte Argument bringen, dass Website-Builder dazu führen würden, dass Websites tendenziell identisch aussehen. Dieses Argument ist in etwa so valide wie zu behaupten, die Einführung von Microsoft Word habe dazu geführt, dass sich Texte tendenziell gleichen. Werkzeuge können nur dann einen solchen Effekt haben, wenn sie in dieser Weise genutzt werden. Kreativschaffende nutzen schon seit jeher immer gleiche Werkzeuge und erschaffen damit doch nicht stets identische Werke.

Wir werden auch hier und heute diesen Glaubenskrieg nicht beenden. Wir sollten uns aber wenigstens über die verschiedenen Standpunkte und Argumente verständigen. Sollte ich hier etwas vergessen haben, sind Sie herzlich eingeladen, es in den Kommentaren zu ergänzen!

Wix: From Zero to Hero?

Vor zwei Jahren schrieb ich einen längeren Test zu Homepage-Baukästen, der recht viel Beachtung fand und, ursprünglich für die Print-Ausgabe des t3n Magazin geschrieben, schnell auch den Weg in deren Onlinemagazin schaffte und in gekürzter Fassung von Spiegel Online gecovert wurde. Für den Artikel hatte ich mir 17 Website-Builder angesehen und zehn davon ausführlich vorgestellt. Wix war seinerzeit zwar unter den 17 auserwählten Teilnehmern, schaffte es jedoch nicht in die Runde der letzten 10. Mein Fazit damals:

Wix : Komplett Flash-basiert, kostenloser Tarif, sinnvoll nutzbar erst ab 15 € monatlich, deutsche Version verfügbar, aber gewöhnungsbedürftig lokalisiert

Wix: Kein Flash mehr, deutsche Sprachversion jetzt konsistent

Seitdem hat sich bei Wix enorm viel getan. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass sich Wix innerhalb der letzten zwei Jahre unter die besten Drei, wenn nicht gar an die Spitze der Branche vorgearbeitet hat. Insbesondere die Abkehr von Flash hin zu HTML5 hat hier sicherlich die Wende gebracht.

Auch in Sachen Sprachlokalisierung hat sich Wix nur noch sehr wenig vorzuwerfen. Die deutsche Sprachversion ist natürlich nicht vollständig. Das wäre bei einem so schnell wachsenden Dienst wohl auch zu viel erwartet. Immerhin finden sich keine maschinenübersetzten Katastrophen mehr, der Wechsel zwischen Deutsch und Englisch erscheint zumindest nachvollziehbar.

Aber, und das dürfte man wohl als wichtigste Voraussetzung für eine sinnvolle Nutzung ansehen, der Editor, das Herzstück des Homepage-Baukastens, ist komplett in deutscher Sprache verfügbar. Sogar viele Helferlein-Videos, wie dieses hier, sind eingedeutscht:

http://www.youtube.com/watch?v=uCo6qubKiFU#t=12

Hatte Wix zunächst nur HTML5 als Ausgabeformat hinzugefügt, während der Editor noch eine ganze Weile auf Flash basierte, so ist heutzutage Flash Geschichte. Der Wix-Editor gefällt mir persönlich deutlich besser als die Editoren verschiedener Desktop-Anwendungen, allen voran Dreamweaver. Die Bearbeitungsmöglichkeit in der Cloud, also von jedem Gerät mit Browser und sei es in Timbuktu, aus, hätte ich mir in der Vergangenheit schon dutzende, wenn nicht hunderte Male gewünscht.

Wix.com: Seit November an der NASDAQ gelistet

Mittlerweile zählt der Website-Builder aus Israel über 40 Millionen Kunden, von denen fast 700.000 zahlende Kunden sind. Damit hat sich die Gesamtzahl seit meiner letzten Recherche mehr als verdoppelt.

Wix ist dermaßen rasant gewachsen, dass das Unternehmen sich zum IPO entschloss und seit Anfang November an der New Yorker NASDAQ gelistet ist. Im Zuge des Going Public wurden erstaunliche 127 Millionen Dollar eingenommen. Damit gelang Wix der bisher größte Börsenstart eines israelischen Unternehmens überhaupt. Das Unternehmen mit seinen insgesamt um 400 Beschäftigten in den USA und in Israel wird nun mit rund 750 Millionen Dollar bewertet.

CEO Avishai Abraham ist überzeugt, über nahezu unbegrenztes Wachstumspotenzial zu verfügen, denn nach seinen Berechnungen repräsentieren die bereits akquirierten 40 Millionen Kunden weniger als ein Prozent des Gesamtmarkts.

Wix: Kostenloser Editor mit kostenpflichtigen Zusätzen

Bevor wir uns das Featureset des Baukastens aus Tel Aviv ansehen, lassen Sie uns kurz einen Blick auf die Preisgestaltung werfen. Das ist für mich immer ein ganz wichtiger Punkt, denn was nutzt mir beispielsweise das beste Auto, wenn ich es mir schlicht nicht leisten kann. In diesem Falle interessieren mich dann die Leistungsdaten auch nicht…

Schon im kostenlosen Plan bietet Wix den vollen Leistungsumfang. Sie bauen völlig kostenfrei Ihre Website ohne Einschränkungen seitens der Editor-Software. Auch der App-Markt, ein Marktplatz zusätzlicher Add-Ons, darunter Newsletter-Anbindungen, Kontaktformulare, Kommentarsysteme, Social Media Integrationen und vieles mehr, kann voll genutzt werden, sofern die Add-Ons an sich wiederum kostenfrei sind, was auf die allermeisten auch zutrifft, zumindest, soweit es deren Basisfeatures betrifft.

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Im Grunde der einzige Haken an der kostenfreien Variante der Website aus dem Wix-Builder ist die Tatsache, dass Sie nicht Ihre eigene Domain verwenden können und gegebenenfalls mit von Wix eingeblendeter Werbung leben müssen. Im geschäftlichen, aber auch schon im semi-professionellen oder gemeinnützigen Bereich wird dieser Nachteil schwer genug wiegen, um direkt das Nachdenken über einen der kostenpflichtigen Pläne anzustoßen.

Bevor Sie das jedoch entscheiden, können Sie, anders als bei vielen anderen, zunächst einmal alle Möglichkeiten des Wix-Editors auf Herz und Nieren testen. Erst, wenn Sie vollkommen überzeugt davon sind, dass es Ihrer Site an nichts mangeln wird, buchen Sie einen Premium-Tarif.

Hier kommt im Grunde nur der Tarif “Unlimited” sinnvoll in Frage. Für 15,95 Euro im Monat bei monatlicher oder 12,42 Euro im Monat bei jährlicher Zahlung erhalten Sie eine Domain, gehostet bei Wix, 10 GB Speicherplatz und vor allem unbegrenzte Bandbreite. Auch Anzeigen werden in diesem Tarif nur eingeblendet, wenn Sie sie selber einbauen.

Private Nutzer könnten sich eventuell noch für den Tarif “Combo” interessieren. Auch hier gibt es eine Domain dazu, auch dieser Tarif ist werbefrei. Die Beschränkungen betreffen hier den auf 3GB reduzierten Speicherplatz und die auf 2GB reduzierte Bandbreite. Für den Combo-Tarif fallen 10,95 Euro im Monat bei monatlicher und 8,25 Euro bei jährlicher Zahlung an.

Da Upgrades jederzeit möglich sind, könnte man sich zunächst mit dem kleineren Plan begnügen und im Bedarfsfalle erweitern. Andererseits ist der Preisunterschied dermaßen klein…

Wollen Sie einen Online-Shop mit Hilfe von Wix betreiben, steht Ihnen nur das Paket “eCommerce” für 19,90 Euro im Monat bei monatlicher und 16,17 Euro bei jährlicher Zahlung zur Verfügung. Hier erhalten Sie dann sogar 20GB Speicherplatz, werden aber erstaunlicherweise auf 10GB Bandbreite limitiert.

Sie sehen, Wix ist kein Preisbrecher, aber auch nicht ausgesprochen teuer. Die Leistungsfähigkeit ist höher als der Preis. Insofern würde ich insgesamt ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis attestieren.

Wix.com: Erste Schritte

Nachdem Sie nun mutmaßlich davon überzeugt sind, dass Wix Sie auch in den kostenpflichtigen Plänen nicht verarmen lassen wird, sollten wir gemeinsam einen Blick auf das übrige Featureset werfen. Das Wix stark erweiterbar ist, haben Sie bereits zur Kenntnis genommen. Der angegliederte, sehr große App-Market lässt in der Tat kaum eine Anforderung unberücksichtigt. Damit wir einer der konzeptionell größten Nachteile üblicher Baukastensysteme effektiv beseitigt. Mit Wix ist prinzipiell jede Art von Website realisierbar.

Haben Sie sich für den Dienst registriert, was sehr unkompliziert und ohne Preisgabe intimer Daten erfolgt, fordert Wix Sie auf, Ihre erste Website zu erstellen. Das erfolgt grundsätzlich auf der Basis eines Templates. Von diesen Templates bietet Wix Hunderte. Ich habe sicherlich nicht alle gesichtet, aber diejenigen, die ich mir näher ansah, genügen problemlos auch gehobenen Ansprüchen an das Design der eigenen Website.

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Übersichtlich sortiert nach Branchen findet hier jeder mindestens eine Vorlage, auf deren Basis man gerne arbeiten wird. Ich verfiel direkt dem Problem der Qual der Wahl. Wer zwar mit dem Wix-Editor, aber dennoch frei arbeiten will, der wählt eines der leeren Templates, in denen lediglich grob Strukturen vorgegeben sind, vergleichbar mit einem Wireframe. Mittlerweile sind fast alle angebotenen Templates auch für mobile Geräte optimiert, was aber nicht heißt, dass Ihre Site automatisch mobil funktioniert. Vielmehr gibt es im Wix-Editor einen separaten Designbereich, der sich ausschließlich mit dem Aussehen Ihrer Seite auf mobilen Clients beschäftigt. Im Klartext: Sie designen die mobile Seite separat, aber auf der Basis desselben Templates.

Haben Sie sich nun für ein Template entschieden, klicken Sie an dessen Thumbnail auf “Bearbeiten” und werden ohne weitere Umschweife in den HTML-Editor von Wix geleitet. Dieser bestand noch vor recht kurzer Zeit aus einem Flash-Boliden. Davon ist nichts mehr zu sehen. Der Wix-Editor wirkt sauber, aufgeräumt und steht hinsichtlich seiner Performance einer Desktop-App in nichts nach.

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Die Werkzeuge des Editors stehen einmal in der linksseitig angeordneten Werkzeugleiste und oben rechts horizontal zur Verfügung. Ihr Hauptaugenmerk wird zunächst auf dem linksseitigen Werkzeugkasten liegen, denn darin verbergen sich die allermeisten Design-Funktionalitäten.

Die fünf mächtigen Icons des Wix-Baukastens

Fünf Icons reichen, um alle benötigten Layout-Features abzubilden. Zuoberst finden Sie das Icon namens “Seiten”. Hierüber erstellen Sie neue Seiten, ordnen bestehende neu an, ändern die Hierarchie, legen die Startseite fest und hinterlegen wichtige SEO-Informationen. Wenn Sie wollen, definieren Sie an dieser Stelle auch Seitenübergänge, wie Überblenden oder vertikales/horizontales Gleiten.

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Unter dem Icon “Design” finden Sie die Möglichkeit, den Seitenhintergrund aus einer Vielzahl vorhandener Varianten zu wählen oder einen eigenen hochzuladen. Weiterhin können Sie hier ein vorgefertigtes oder eigenes Farbschema auf das Design anwenden. Nicht zuletzt findet sich an dieser Stelle die Auswahl einsetzbarer Webfonts, ebenfalls in Form diverser Vorschläge, aber auch mit der Option zur individuellen Anpassung. Wollen Sie Websites etwa in kyrillischer Schrift erstellen, so können Sie das problemlos tun, indem Sie die entsprechende Sprachunterstützung in Wix aktivieren. Alle Änderungen, die Sie vornehmen, werden sofort im Editor umgesetzt. Ein Klick auf “Änderungen verwerfen” genügt, um schauderliche Auswirkungen ungeschehen zu machen.

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Das Icon “Hinzufügen” beinhaltet alle Elemente, die man herkömmlicherweise zu einer Website hinzufügen können wollen könnte. Angefangen von Text und Bild, über Buttons, Menüs, ganze Galerien, bis hin zu Blogs und sozialen Netzwerken bleibt kaum ein Wunsch offen.

Hinzugefügt werden stets frei bewegliche Container, wie Sie es etwa aus Adobes Indesign kennen könnten. Container lassen sich mit der Maus nicht nur verschieben, sondern auch in ihrer Größe verändern und um beliebige Winkel drehen.

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Je nachdem, was Sie mit einem Container anstellen, erlaubt sich Wix kontextsensitive Hinweise als modale Fenster einzublenden, darunter etwa der Hinweis, dass Sie einen Container nicht außerhalb der im Template vorgegebenen Gitterlinien platzieren sollten, wenn Ihnen an der ordnungsgemäßen mobilen Darstellung Ihrer Site gelegen ist. Per Rechtsklick öffnet man kontextsensitive Menüs, deren Inhalt je nach Element variiert, dabei aber jeweils die sinnvollsten Optionen schnell zugänglich macht.

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Das Icon “Einstellungen” erlaubt die Festlegung grundlegender Parameter, darunter etwa die Site-Adresse oder die Anbindung an soziale Netzwerke, aber auch die Integration von Google Analytics, sowie die Sicherstellung einer EU-konformen Cookie-Regelung.

Der bereits genannte App-Markt findet sich als letztes Icon und damit direkt und ohne Umschweife aus dem Editor zugänglich. Achten Sie hier auf die Kennzeichnung der einzelnen Apps. Zumeist werden Sie Gratis/Premium angezeigt bekommen, was bedeutet, dass die entsprechende App mit Basisfeatures kostenlos verwendet werden kann, während für den gehobenen Anspruch eine kostenpflichtige Premium-Version gebucht werden muss.

Haben Sie sich für eines der Templates erschienen, erhalten Sie eine entsprechend vorbelegte Optik. Sie können jedes Element einzeln bearbeiten, verschieben oder löschen. Das Kontextmenü werden Sie schnell zu schätzen lernen.

Wix: die zweite Toolbar oben rechts

Unterhalb des oberen Randes des Browserfensters finden Sie von rechts startend eine zweite Werkzeugleiste. Darin finden sich nützliche Features wie “Rückgängig” und “Wiederholen” oder “Kopieren” und “Einfügen”. Letztere funktionieren in Browserumgebungen nicht immer zuverlässig in gewohnter Manier, weshalb Wix sie hier als Feature dezidiert einbaut.

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Die folgenden drei Icons steuern die optischen Hilfen für das Design der gewünschten Layouts. Sie können Gitterlinien konfigurieren und anzeigen lassen und dafür sorgen, dass sich Ihre Elemente an diesen Gitterlinien ausrichten. Zusätzlich können Sie frei weitere Linien positionieren, um etwa mehrspaltige Designs sauber zu positionieren. Wie bereits gesagt, das erinnert alles sehr stark an Indesign. Grafikdesigner werden sich hier sehr wohl fühlen. Leute ohne Designkenntnisse freuen sich über die weitgehend intuitive Herangehensweise. Nur der Coder, der wird meckern ;-)

Wix: die entscheidenden Schritte

Obschon sich der Editor komplett im Stile von WYSIWYG verhält, finden Sie in der oberen Toolbar eine separate Vorschau. Ein Klick darauf führt dazu, dass sämtliche Tool-Bereiche, Gitterlinien und sonstige Hilfen ausgeblendet werden. Per Klick wechseln Sie zwischen der Vorschau für Desktop-Browser und jener für mobile Geräte.

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Zuletzt sorgen Sie unter Verwendung des Buttons “Publizieren” für die Live-Schaltung Ihrer Website. An dieser Stelle können Sie noch einmal kompakt darüber befinden, ob Sie die Seite von Suchmaschinen indexieren lassen wollen und ob die mobile Version ebenfalls publiziert werden soll. Am Ende dieses Vorgangs findet sich die soeben designte Website öffentlich sichtbar im Netz der Netze wieder. Wenn Sie nun eine aussagekräftigere Domain damit verknüpfen wollen, so wissen Sie ja, was zu tun ist. Die Möglichkeit zum “Upgrade” hält Wix für Sie im Editor oben rechts stets zur Verfügung.

Wix Support: das ausgezeichnete Hilfe-Center

Aufgrund seiner außerordentlichen Qualität will ich noch das Hilfe-Center erwähnen. Dieses erreichen Sie aus dem Editorfenster heraus ganz rechts oben per Klick auf das Fragezeichen-Icon. Das Hilfe-Center bietet unterschiedliche Inhalte, ja nachdem, ob Sie sich gerade im Editor für die mobile oder im Editor für die Desktop-Variante befinden.

Das Hilfe-Center spiegelt das Design des Editor-Fensters wider und bietet so sehr leichten Zugang zu den Inhalten. Wollen Sie etwa die Handhabung des Icons “Design” erklärt bekommen, so führt Sie das Hilfe-Center nach dem gleichen Bedienmuster wie die Funktion selbst in deren Nutzung ein, wie Sie am folgenden Screenshot sehen können:

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Viele Features werden nicht nur textlich, sondern zusätzlich mit Video-Kurzanleitungen verständlich gemacht. Die Videos stehen ebenfalls in deutscher Sprache zur Verfügung, so dass auch unter diesem Aspekt die schnelle Einarbeitung nicht gefährdet ist.

Fazit: Wix ist gut, günstig und eine echte Alternative zu WordPress-Themes

Wieso kommt er jetzt mit WordPress-Themes, fragen Sie sich vielleicht. Die Antwort ist näherliegend als Sie denken. Aus meinen persönlichen Erfahrungen kann ich behaupten, dass vielfach Personen ohne große Designerfahrungen auf Seiten setzen, die WordPress zum Unterbau haben. Das aber nicht etwa, weil Sie zwingend ein CMS benötigen würden, sondern lediglich, weil es für WordPress einen Riesenhaufen fertiger Templates gibt. So ist eine Site schnell geschustert und sieht noch dazu ordentlich aus. Gehören Sie zu dieser Zielgruppe, so können Sie es sich getrost einfacher machen und gewinnen sogar noch Flexibilität hinzu.

Sind Sie Designer alter Schule, werden auch Sie an Wix Ihre Freude haben. Denn, wie Sie im Text an vielen Stellen lesen konnten, lehnt sich das Bedienkonzept sehr stark an dasjenige von Grafikanwendungen wie Indesign, Photoshop oder Illustrator an.

Einen Nachteil gibt es, den man allerdings nur dann so bezeichnen kann, wenn es einem nicht ohnehin egal ist. Mit Wix erstellte Seiten geben nur über Umwege Zugriff auf den Quellcode. Im Wix-Supportcenter findet sich eine entsprechende Anleitung, die aber im Wesentlichen besagt: Rufen Sie Ihre Seite mit einem entsprechenden URL-Parameter auf, klicken Sie auf “Quellcode anzeigen” im Browser Ihrer Wahl und kopieren Sie den Quellcode Seite für Seite aus. Das ist natürlich keine komfortable Sache und eher geeignet, um Code-Stichproben zu ermöglichen. So können Sie als Code-Kundiger zumindest beurteilen, ob der generierte Quelltext professionellen Ansprüchen genügt. Optimieren können Sie nicht.

Am Ende also ist Wix eine valide Alternative für Endkunden, aber auch Designer, die entweder nicht coden können oder eben nicht coden wollen. In der Tat wird auch letzteres mehr und mehr zur Alternative, jedenfalls, wenn es um handelsübliche Websites für handelsübliche Zwecke, allen voran das Zeigen von Präsenz und das Marketing in eigener Sache geht.

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(Kostenlose) Services Design Essentials HTML/CSS

8+ Formulargeneratoren für die eigene (mobile) Homepage

Formulargeneratoren sind so alt wie das Netz und entstammen der Zeit der alten Geocities und anderer Selbstbau-Website-Heimstätten. Niemand der dort Aktiven hatte Ahnung von HTML, teilweise war auch der Codezugriff gar nicht möglich. So wurden Formulargeneratoren, sogar Gästebuchgeneratoren galt es zu erdulden, zur Selbstverständlichkeit. Bevor Sie jetzt denken, dass diese Dienste heutzutage völlig überflüssig wären, sollte erwähnt werden, dass die heutigen Generatoren mit denen aus grauer Vorzeit zumeist (leider nicht stets) nur noch den schlechten Ruf gemein haben. Ich habe mir einige dieser Vertreter angesehen und dabei auch vor mobilen Websites nicht halt gemacht. Erschrecken Sie nicht: auch von der üblen Sorte sind noch haufenweise am Markt…

5 Formulargeneratoren für die klassische Website

Hier werden wir sie finden, die Gespenster der Vergangenheit ;-)

Der Formular-Chef

Das erste Tool für die Erstellung von HTML-Formularen ist der Formular-Chef. Mit Hilfe dieses kostenlosen Tools können Sie ganz hundsgemeine Formulare erstellen, wie sie jeden Tag im Alltag benötigt werden. Auf der Hauptseite wird Ihnen das Tool kurz vorgestellt. Dann können Sie sich die Grundkonfiguration eines Formulars anschauen, sich über die Minimalanforderungen informieren, sowie die Beispielformulare ansehen. Bei den Beispielformularen handelt es sich um Templates. Sie suchen sich einfach einen Formulartyp aus und erhalten den entsprechenden Code kostenfrei.


Beispielformulare als Templates


Start: die Grundkonfiguration

Beim Stöbern auf der Webseite des Formular-Chef finden Sie zahlreiche weitere Informationen zu Features, aber auch Anleitungen und FAQs. Das Tool richtet sich nach meinem Verständnis vornehmlich an die Anfänger im Webdesign, respektive den DIY-Homepagebauer.

All U Want

Nicht „all you can eat“, aber trotzdem sehr nützlich, wenn es um einen kostenlosen Formgenerator geht. All U Want bietet Ihnen kostenlose Homepage-Tools für die eigene Webseite. Hier finden Sie Features für Umfragen, Gästebucheinträge, Formulare, Formmailer oder Fotoalben. Die angebotenen Features können vom Nutzer mit einem individuellen HTML-Code oder einem Link in die Homepage integriert werden. Um den Zugang zu diesen Features zu erlangen, müssen Sie sich bei dem Anbieter registrieren. Das ist kostenlos. Laut All U Want werden Ihre Daten nicht an Dritte ohne Ihr Einverständnis weitergegeben. Auch dieser Dienst ist vor allem für diejenigen hilfreich, die keine (oder keine guten) HTML-Kenntnisse haben.


All U Want: ein Überblick über die Tools

Frontend DWFormgenerator

DW-Formmailer soll laut der Beschreibung des Anbieters ein Tool für Profis sein. Damit ist es möglich, individuelle Formulare zu erstellen. Der Formmailer dient zur Übermittlung von Daten, die in ein Web-Formular eingegeben wurden. Das Tool kann sowohl kostenlos als auch gegen Bezahlung, dann mit erweiterten Möglichkeiten verwendet werden.


DWFormgenerator: die Startseite

Kingtools

Auch für die Verwendung der Kingtools wird kein HTML-Wissen benötigt. Kingtools bietet Ihnen 20 Homepagetools. Die Tools können schnell in die Webseite eingebunden werden und sind einfach zu verwalten. Das Design kann per CSS individuell angepasst werden. Um das ganze Paket zu erhalten und in die Webseite einbauen zu können, ist eine Registrierung notwendig. Vorsicht: auch wenn das Angebot sehr verlockend aussieht, so muss man mit dem Datenschutz doch aufpassen. Der Betreiber behält sich vor, persönliche Daten der Nutzer beispielsweise für Werbung oder Marktforschung weiterzugeben.


Kingtools: ein Überblick

Interwebline

Interwebline ist ein weiteres Portal für Seitenbetreiber, welches zahlreiche Tools kostenlos anbietet, unter anderem auch einen Formmailer. Für Neulinge auf dem Gebiet der Homepageerstellung wird ein Support angeboten. Für Fortgeschrittene und Profis sind verschiedene Tools geeignet, mit deren Hilfe die Webseite aufgestockt werden kann. Auf der gut strukturierten Webseite finden Sie zudem Tutorials für HTML-Anfänger, einige Infos zum Thema Graphik, sowie Tipps und Tricks. Eine interessante Quelle für Anfänger und (Semi-)Profis!


Interwebline: die Startseite

Drei Dienste, die Kontaktformulare für mobile Geräte generieren

Das mobile Internet entwickelt sich rasch. Noch vor wenigen Jahren schien es undenkbar, eine Webseite auf einem mobilen Gerät auch nur anzuschauen. Heute gehört es zum Alltag. Wer sich mit Webdesign beschäftigt, muss sich nicht nur um eine „normale“ Version seiner Webseite kümmern. Vielmehr wird immer häufiger zusätzlich eine mobile Variante gefordert. Das betrifft dann natürlich auch etwa Kontakt- und andere Formulare. Im folgenden stelle ich Ihnen ein paar Dienste vor, welche dabei helfen wollen, Kontaktformulare für mobile Webseiten schnell zu erstellen.


So können Ihre mobilen Formulare aussehen

Get Formly: online mobile Formulare erstellen

Erster Dienst, welcher es erlaubt, mobile Webseitenformulare schnell zu erstellen ist Get Formly. Sie können sofort online ein eigenes Formular erstellen. Der Dienst ist allerdings nicht kostenlos. Nur eine Demo Version eines Formulars kann erstellt werden. Um ordentlich mit dem Dienst zu arbeiten, muss man sich für einen von drei Tarifen entscheiden, den Geldbeutel auspacken und kann erst dann los legen. Eine gute Einführung in die Dienstnutzung vermittelt Ihnen ein aussagekräftiges Bild. So können Sie qualifiziert entscheiden, ob sich die Investition wohl für Sie lohnen wird.

Klicken Sie auf „Build your first form“, werden Sie zu einer Formularauswahl weitergeleitet. Um zu verstehen, was die jeweilige Formularart bedeutet, führen Sie den Mauszeiger über den jeweiligen Button. Beispielsweise möchten Sie ein Multiple-Choice-Formular basteln. Ziehen Sie den entsprechenden Button in ein Feld, welches sofort bei der Auswahl rechts erscheint. Ein Menu entsteht, in dem sich Ihre Frage und Antwortmöglichkeiten befinden. Der Dienst schlägt Ihnen irgendeine beliebige Frage vor, weist Sie aber sogar darauf hin, dass Sie doch lieber eine interessantere Frage verwenden sollten.


Get Formly: Formulare erstellen mit Tipps

Der Hinweis auf eine interessantere Frage ist nicht der einzige, der Ihnen begegnen wird. Buchstäblich jeder Button wird erläutert. Nachdem Sie sich da durchgecklickt haben, können Sie endlich weitere Optionen zu Ihrem Formular hinzufügen und schliesslich auf „Preview“ klicken.


Vorschau eines fertigen Formulars

Schlussendlich geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an und wählen ein Passwort. Get Formly verspricht Ihnen, Ihr Postfach nicht mit Spam zu füllen.


Um Ihr Formular zu erhalten,müssen Sie erst Ihre E-Mail-Adresse angeben

Form Smarts

Formsmarts ist ein Dienst, welcher ebenfalls eine Möglichkeit bietet, Formulare für mobile Geräte zu erstellen. Hier gibt es sowohl kostenpflichtige Versionen als auch eine kostenlose Basic-Version. Um die Basic-Version nutzen zu können, müssen Sie sich erstmal registrieren. Nach der Bestätigung der E-Mail-Adresse kann es nun mit der Formerstellung losgehen. Melden Sie sich mit Ihrem Account an, klicken Sie auf „My Forms“ auf der Startseite unten. Geben Sie alle notwendigen Informationen ein und klicken Sie auf „Create Forms“. Danach gehen Sie auf „create fields“ und erstellen Sie ein Feld. Sind Sie damit zufrieden, klicken Sie auf den Button „Forms“. Sie erhalten einen Code für Ihren Formular.


Embed Code Ihres Formulars

Um weitere Einstellungen im Formular durchzuführen, klicken Sie auf den Bleistift in der oberen Menüleiste. Ein Fenster mit weiteren Einstellungsmöglichkeiten erscheint. Nicht alle Funktionen können bei der Basic-Version genutzt werden, allerdings halte ich persönlich diese für nicht nötig. Für die private Webseite reichen meiner Meinung nach die angebotenen Möglichkeiten vollkommen. Nachdem Sie fertig sind, speichern Sie die Einstellungen unter „save changes“. Sind Sie mit allem zufrieden, kopieren Sie den Code und bauen ihn auf Ihrer Webseite ein. Wie Sie es am besten tun sollten, erfahren Sie indem Sie auf das Fragezeichen neben „URL“ klicken. Ihnen werden ausführlichste Informationen darüber gegeben, wie Sie Ihr Formular in Ihre Webseite einbauen können.

P-Form

Noch eine Quelle zum Erstellen von HTML5-Formularen, welche auch für eine mobile Webseite geeignet sind, ist pForm. Hier wählen Sie als erstes ein Layout in IHrer Wunschfarbe. Unten klicken Sie auf „Next“. Im Menu rechts wählen Sie eine Formularart. Dann gestalten Sie Ihr Formular beliebig und nachdem Sie fertig sind, klicken Sie auf „Download Form“. Der HTML-Code samt Bottom, Header, den CSS-Dateien und weiterem Zubehör kommt zu Ihnen in einer zip-Datei verpackt. Was ich gut finde: hier ist keine Registrierung oder die Angabe einer E-Mail-Adresse notwendig.


P-Form: ein kleines Beispiel

Fazit: Als ich auf der Suche nach Möglichkeiten zur Erstellung mobiler Formulare war, musste ich feststellen, dass die meisten davon nicht kostenlos sind. Viele versprechen zunächst, sie seien kostenlos. Dann aber verlangen sie eine aufwändige Registrierung und am Ende stellt sich heraus, dass nur ein Formular kostenlos erstellt werden kann. Die kostenlosen Anbieter reichen meiner Meinung nach nur für sehr simple Formulare. Möchten Sie aber etwas Qualitatives haben, empfehle ich Ihnen doch den Griff zum Geldbeutel. Zum Schluss habe ich für Sie noch drei nette Mobile-Forms-Anbieter aufgelistet, welche nicht kostenlos sind, aber dafür durch die Qualität an Formularen eher überzeugen.

  • iFlyMobi-Applikation zur Erstellung von mobilen Formularen.
  • DeviceMagic: mobile Formulare werden mittels eines Online-Designers erstellt.
  • Mobify: ein Editor für die Erstellung von mobilen Webseiten (und Formularen).

(dpe)