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Typecast für Google Fonts: Web-Typografie mit Spaßfaktor

Monotype und Google kooperieren erneut und bringen mit einer speziellen Version von Monotypes Typecast-App eine kostenlose und sehr komfortable Möglichkeit, mit Google Fonts realitätsnah zu experimentieren. Die Einfachheit der Bedienung und das beachtliche Featureset könnten der Web-Typografie weiteren Auftrieb geben. Designer sollten sich die Typecast-App auf jeden Fall näher ansehen. Und genau das haben wir im folgenden Beitrag getan.

typecast-landing

Web-Typografie: Im Kommen, aber noch unterstützungsbedürftig

Das Experimentieren mit passenden Web-Fonts hat, zumindest in meiner täglichen Praxis, nichts mit Spaß zu tun. Besser wurde es vor einiger Zeit, als Monotype das Produkt SkyFonts für die Verwendung mit Google Fonts kostenfrei verfügbar machte. Auch wenn es sich nicht eine Anwendung handelt, die tatsächlich Webfonts unterstützt, so erleichterte die Verfügbarkeit der Google Fonts als Desktop-Schrift doch die Beurteilung der Layouts für das Web.

SkyFonts stellte ich im Dr. Web Magazin in dem Beitrag “SkyFonts: Die beste Art, Google Fonts auf dem Desktop zu nutzen” ausführlicher vor. Vor SkyFonts behalf ich mir mit dem Komplett-Download aller Google Fonts. Die Vorgehensweise dazu beschrieb ich für das Dr. Web Magazin im Beitrag “So laden Sie alle 500+ Google Web-Fonts auf Ihren lokalen Desktop”.

Seit ein paar Tagen existiert eine nahezu ideale Lösung, denn Monotype und Google verstehen sich offenbar dermaßen gut, dass eine weitere, für den Nutzer kostenlose Kooperation in den Stiel gestoßen wurde. Ab sofort steht Monotypes Typecast App für die Verwendung mit dem kompletten Google Fonts Repository ohne Anmeldung oder sonstige Bürokratismen frei zur Verfügung. Erreichbar ist Typecast über eine spezielle Landingpage, sowie direkt aus dem Google Fonts Directory über die jeweiligen Pop-Outs der einzelnen Schriften.

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Typecast wurde 2013 mit dem „Game Changer of the Year“-Award des Magazins „.net“ ausgezeichnet und das erscheint schon auf den ersten Blick völlig berechtigt. Typecast erlaubt es, Schriften mit echten Inhalten in echten Strukturen innerhalb lebensnaher Layouts auszuprobieren.

„Eine Schrift losgelöst vom inhaltlichen Kontext und anderen Textteilen auszuwählen, ist eine schwierige Aufgabe. Das Typecast Design-Tool macht es einfach, Schriften aus dem Google Font-Verzeichnis auszuprobieren und mit ihnen zu experimentieren.“

– Filip Zembowicz, Product Manager Google

Die Vorgehensweise ist dabei sehr einfach. Entweder über die Landingpage der Typecast-App oder über das Pop-Out der jeweiligen Schrift im Google Font Directory startet man Typecast und erhält eine Oberfläche, die derjenigen eines herkömmlichen Word-Prozessors nicht unähnlich ist. Auch Adobe-Anwender werden sich umgehend heimisch fühlen.

typecast-menu-preview

Der rechts neben dem Menü angeordnete Arbeitsbereich ist direkt mit den Standardinhalten aus Google Fonts gefüllt, so dass eine unmittelbare Beurteilung der Optik möglich ist. Über das Menü kann nun das erforderliche CSS/HTML heruntergeladen werden. Für die Weitergabe und Beurteilung durch Kunden und/oder Co-Worker lassen sich PNGs erzeugen.

typecast-vollvorschau
PNG des Ergebnisses

Typecast: Kleiner Exkurs zur Vollversion

In der kostenpflichtigen Vollversion der Typecast-App, die dann nicht nur Zugriff auf die Google Fonts zulässt, ist es möglich, mehrere Versionen für ein späteres Review zu speichern, Previews auch online mit anderen zu teilen, Tests auf mehreren Geräten durchzuführen oder schnell einen kompletten Styleguide zu generieren. Ab 29 Dollar netto muss man für diesen Funktionsumfang allerdings monatlich einkalkulieren.

Die Version für Google Fonts ist eher für das schnelle Experimentieren gedacht und als solches eine sehr gute Alternative zu bisherigen Verfahrensweisen. Sicherlich setzt Monotype darauf, dass die zusätzliche Bequemlichkeit der Premium-Funktionen möglichst viele Verwender der kostenlosen Version zu zahlenden Kunden werden lässt.

Bei mir wird das indes nicht funktionieren, denn ich weigere mich, den Preismodellen der Web-Font-Anbieter Raum zu geben. Nicht nur sind mir diese Dienste schon im Ansatz zu kostspielig, sondern was mir am meisten missfällt ist die Abhängigkeit des Preises von Parametern, die man kaum beeinflussen kann, in allererster Linie die Korrelation zwischen Preis und Traffic. Natürlich mag das ein jeder für sich anders beurteilen. Ich bleibe jedenfalls vorerst bei Lösungen wie Google Fonts.

„Es freut mich, dass Fans von Google Fonts diese neue, kostenlose Version der Typecast-App jetzt nutzen können. Der Service von Google ist extrem beliebt und viele Designer machen ihre ersten Erfahrungen mit Web Fonts dieser kostenlosen Bibliothek. In unserem Bestreben, die Online-Nutzung von Web Fonts zu fördern und neue Zugriffsmöglichkeiten zur Typecast-App zu schaffen, ist Google für uns der perfekte Partner. Wir hoffen, durch unsere kostenlose, frei zugängliche Version mehr Schriftliebhaber zu unterstützen und auf längere Sicht mehr Fürsprecher guter Typographie zu gewinnen. Aus unserer Sicht wäre das ein echter Gewinn für das Web, Kunden, Leser und Designer aller Bereiche.“

– Paul McKeever, Director von Typecast

Typecast: Visuelle Layoutanpassungen sorgen für realistische Tests

Klickt man irgendwo in den Text, verschwindet das linksseitige Menü und ein Arbeitsbildschirm zeigt sich, der alle Features mitbringt, die man auf den ersten Blick für einen ordentlichen Test einer potenziell in Frage kommenden Schriftart benötigt.

typecast-editor

Das Menü wird durch ein Floating Windows ersetzt, welches man frei auf dem Bildschirm positionieren kann und welches jederzeit die Eigenschaften des aktiven Elements zeigt und editierbar macht. Schriftvarianten, -größe, Zeilenhöhe, Text- und Hintergrundfarbe und Abstandswerte werden hier verwaltet. Ebenso lässt sich die Schriftart hier auch gleich komplett ändern.

Noch ausgefeilter sind die Manipulationsmöglichkeiten in den einzelnen Textcontainern selbst. Von der Breite der einzelnen Elemente in px, em oder Prozent über die Textausrichtung bis hin zur Anpassung von CSS-Details ist alles möglich. Dabei werden Veränderungen direkt in der Preview sichtbar. Ein optional einblendbares Baseline Grid erlaubt weiteres Finetuning.

Wer sich nicht auf die visuellen Bearbeitungsmöglichkeiten verlassen will, der kann jederzeit einen CSS-Editor aufrufen und manuelle Anpassungen vornehmen. Möchte man seine mühsam vorgenommenen Parametrisierungen zur späteren Verwendung oder weiteren Bearbeitung speichern, ist man allerdings gezwungen, zum zahlenden Kunden zu werden.

Von daher werde ich Typecast sicherlich nicht bis ins letzte ausreizen und noch am letzten Parameter feilen. Bei mir kommt Typecast für die schnelle, realitätsnahe Vorabprüfung zum Einsatz. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Und für diesen Einsatzzweck kenne ich keine bessere, vor allem günstigere App. Machen Sie sich selbst ein Bild!

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SkyFonts: Die beste Art, Google Fonts auf dem Desktop zu nutzen

Google Fonts, so heißt Googles zunächst als Web Font Directory bekanntes Verzeichnis von Schriften unter Open-Source-Lizenz seit einigen Wochen. Im Grunde verbirgt sich hinter der Namensänderung nichts von Neuigkeitswert, konnte man doch schon immer die Google Fonts auch lokal installieren und etwa in Photoshop oder beliebiger anderer Software frei nutzen. Neu ist allerdings die Integration des gesamten Angebots der Google Fonts in den Schriftenmanager SkyFonts aus dem Hause Monotype…

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SkyFonts – Synchronisieren von Desktop-Fonts aus dem Portfolio von Schriftarten-Verkäufern

SkyFonts ist eine Technologie, mit deren Hilfe sich Schriftarten zwischen dem Desktop und den Angeboten einiger Type Foundries synchronisieren lassen. Ursprünglich ersann Monotype das Tool, um Designern zu ermöglichen, Schriftarten zu Designzwecken für einen begrenzten Zeitraum von fünf Minuten auf dem Rechner vorhalten zu können. So konnte evaluiert werden, ob die Schrift zum Design passt.

SkyFonts sorgt dabei nicht nur für die automatische Übertragung der gewählten Schriftart auf das eigene System und deren Verfügbarkeit über einen beliebigen Font-Wähler jeder installierten Desktop-Software, sondern vor allem auch für deren Entfernung nach Ablauf des Probierzeitraums. Derzeit ist SkyFonts nur auf dem Monotype-Angebot Fonts.com im Einsatz, prinzipiell ist die Technologie jedoch auch an andere anpassbar.

SkyFonts und Google Fonts – Gut für Open-Source-Enthusiasten

Aufgrund einer frischen Kooperation mit Google, steht SkyFonts seit kurzem auch für alle Schriften der Google Fonts zur Verfügung. Hier spielt naheliegenderweise die technische Möglichkeit der automatischen Entfernung eine eher untergeordnete Rolle. Die Synchronisation ist einfach und zuverlässig. So geht’s:

Dreh- und Angelpunkt der Integration zwischen SkyFonts und Google Fonts ist diese Seite, die Sie sich am besten direkt in die Bookmarks legen. Denn hier werden Sie des öfteren wieder vorbei schauen.

Hier angekommen, klicken Sie auf den Button „SkyFonts Download“. Es wird automatisch die richtige Version vorgewählt. Derzeit stehen Versionen für Windows 32 und 64, sowie für Mac OSX zur Verfügung. Die Mac-Version bringt einen Download von komprimiert knapp 9 MB auf die Waage, der ein DMG von fast 30 MB beherbergt. Für die Windows-Version ist das Vorhanden des .Net-Framework 4 erforderlich, welches aber auch im Zuge der Installation nachgeladen werden kann.

Nach dem Download des im Falle der Version für Windows 64bit 3,5 MB schweren Zip-Datei gilt es, den darin enthaltenen Installer aufzurufen und mit Hilfe des üblichen Assistenten das Setup zum Abschluss zu bringen.

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Wenig Optionen im Client, Hauptdarsteller ist der Web-Service

Nach dem ersten Start enthält SkyFonts naheliegenderweise noch keine Schriftarten. Diese fügen Sie über den bereits erwähnten Dreh- und Angelpunkt, dort unter Verwendung des Button „Google Fonts durchsuchen“ hinzu.

Nach Klick auf die Schaltfläche öffnet sich ein modales Popup. Von hier aus sind alle Font-Varianten des Google Portfolios, derzeit über 1.100 aus über 600 Schriftarten zugänglich. Gesucht werden kann nach Namensfragmenten, über ein klickbares Alphabet oder durch schlichtes Durchscrollen.

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Haben Sie eine Schriftart gefunden, die sie auf dem Desktop verwenden wollen, so klicken Sie den zugehörigen Button „SkyFonts“ auf der rechten Seite des Popup an und wählen im sich öffnenden Fenster „Hinzufügen“.

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skyfont-added

Ein kleiner Haken im SkyFonts-Button wird sichtbar, zudem sollten Sie auf dem Desktop eine kleine Notification erhalten, die die Synchronisation bestätigt.

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Die Schriften stehen direkt und ohne weitere Eingriffe Ihrerseits sofort zur Verwendung bereit, wie Sie folgend am Beispiel von Word 2013 sehen können:

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Innerhalb des SkyFonts-Clients können Sie stets sehen, welche Fonts installiert sind, welche entfernt wurden etc. Sie haben jedoch im Client nicht die Möglichkeit, die Schriften zu verwalten. Das ist ausschließlich über die bereits mehrfach erwähnte Website möglich.

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Es dürfte wohl eine Selbstverständlichkeit sein, ich weise dennoch darauf hin. SkyFonts synchronisiert ausschließlich die Desktop-Schriften, also TTF oder OTF. Die Web Fonts werden nicht auf den Rechner verfrachtet.

Ändern sich die von Ihnen gewählten Schriften im Ursprungsangebot, sorgt SkyFonts automatisch für die Synchronisation mit Ihrem Rechner. Das geht auf bis zu fünf Geräte simultan. Dafür bedarf es allerdings eines Fonts.com-Accounts, denn der Zugriff auf Google Fonts erfolgt nicht basierend auf einem vorhandenen Google-Account. Um die Synchronisation auch nach einem Neustart verfügbar zu halten, empfiehlt sich das Setzen des entsprechenden Häkchens im Client:

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Mercurial: Google Fonts anders verwenden

SkyFonts bietet nach meiner Meinung die derzeit beste Methode, das breit gefächerte Angebot der Google Fonts strukturiert und aufwandsarm zu verwenden. Bereits vor einem Jahr stellten wir Ihnen hier im Dr. Web Magazin eine weitere, nach wie vor taugliche Alternative zu dieser Vorgehensweise vor.

Unter Nutzung von Mercurial mit den optionalen GUI-Aufsätzen MacHG für Mac und TortoiseHG für Windows saugen Sie das komplette Google Fonts Directory auf Ihre heimische Festplatte und installieren es von dort aus mit Bordmitteln. Linuxer verwenden Mercurial ohne GUI.

SkyFonts stellt allerdings die elegantere Methode dar, sofern man Windows- und/oder Mac-Nutzer ist.

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