Kategorien
Essentials Freebies, Tools und Templates

Serie: Markdown-Editoren für das iPad – WriteUp und Daedalus (3/3)

Im Rahmen unserer Reihe “iOS for Creative Professionals” befassen wir uns mit verschiedenen Markdown-Editoren für das Tablet aus Cupertino. Während es in der Windows- und auch in der Android-Welt erstaunlich wenige Markdown-Editoren gibt, ist das Apple-Universum gut bestückt mit einer ganzen Reihe dieser Tools. Die Platzhirsche der Mac-Plattform stehen auch für das iPad zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es einige iOS-exklusive, nicht minder interessante Vertreter. Ich habe sie mir näher angesehen. In den ersten beiden Teilen unserer Serie befassten wir uns mit Byword, dem iA Writer, Elements und Writing Kit. Heute stelle ich Ihnen WriteUp und Daedalus vor…

WriteUp – Innovative Bedienung auf Kosten der Funktionsvielfalt

WriteUp ist ein recht frischer Vertreter auf dem Markt der iPad-Markdown-Editoren. Sein Bedienkonzept erinnert an Philosophien, die unter Android verbreiteter eingesetzt werden. Tastatur-Swipes helfen bei der Cursorsteuerung, auch zum Beginn und zum Ende des Dokuments navigiert man mittels (Multi)Touch. Mit zwei Fingern über die Tastatur streichend ändert man die Cursorposition, drei Finger markieren Textabschnitte. Das funktioniert auf den ersten Blick ganz gut, auf den zweiten und alle weiteren offenbaren sich die Probleme.

Im Grunde liegt es auf der Hand: Wenn man auf der Tastatur tippt und dabei beide Hände benutzt und auch noch recht schnell tippt, dann ist es unvermeidbar, dass man eher öfter denn selten mit zwei Fingern gleichzeitig das Display berührt. Das führt dann unmittelbar zum Verspringen des Cursors, ein absolutes No-Go.

Natürlich kann man den Effekt gezielt positiv nutzen, wenn man eine Bluetooth-Tastatur anschließt und so den Touchscreen exklusiv für die Cursorsteuerung verfügbar hat. Für Schreiber, die sich auf die On-Screen-Tastatur verlassen wollen oder müssen, ist WriteUp jedoch – man muss es so deutlich formulieren – unbrauchbar. Allein die Versprünge, die auftreten, wenn man die Umschalttaste gedrückt hält, um einen Großbuchstaben zu schreiben, konnte ich schon innerhalb dieses kurzen Textes hier kaum zählen. Natürlich könnte ich die Umschalttaste tappen, los lassen und dann den Großbuchstaben schreiben. Das allerdings entspricht nicht meinem Workflow und ich müsste mich schwer umgewöhnen. Wozu, wo es doch andere Apps gibt…

Synchronisieren kann WriteUp nur mit der Dropbox. Dateien werden lokal zwischengespeichert und dann bei Verfügbarkeit in die Cloud geschoben. Versionierung leistet die Dropbox, der Zugriff auf unterschiedliche Versionen kann per Icon aus der App heraus erfolgen. In der Dateiverwaltung kommen weitere Prinzipien aus Android zum Zuge. Tappen und halten auf einem Dateinamen führt zur Übertragung des Inhaltes in die Zwischenablage. Swipe auf den Dateinamen bringt weitere Möglichkeiten des Exports zum Vorschein.

Die Synchronisation mit der Dropbox ist standardmäßig auf einen Ordner beschränkt, kann jedoch frei konfiguriert werden. WriteUp bietet eine vernünftige Preview, kann im Fullscreen-Modus betrieben werden und kommt mit einem integrierten Browser, der jedoch in meinen Tests häufig die gesamte App zum Absturz brachte. So er es denn mal nicht tat, zeigte er die nützliche Möglichkeit, den aktuellen Link in das Dokument einzufügen.

Das und mehr ist über die oberhalb der Standard-Tastatur angeordnete Shortcut-Leiste ebenfalls möglich. Hier finden sich die üblichen Abkürzungen zu Überschriften, Fett- und Kursivformatierungen, Listen und einigem mehr. Insgesamt ist die Leiste jedoch weniger durchdacht als diejenige etwa von Byword oder Writing Kit.

Die Ansicht des Textes im Editor ist auch unter WriteUp sehr flexibel anpassbar, was Schriftart und -größe, aber auch das zu verwendende Theme betrifft. Die Schriftart der Preview kann separat eingestellt werden.

WriteUp von Prasanna Gopalakrishnan steht für 3,59 Euro im App Store (iTunes-Link) als Universal-App zum Kauf bereit.

Blättern Sie weiter zum Test von Daedalus Touch >>

Kategorien
Essentials Freebies, Tools und Templates Webdesign

Serie: Markdown-Editoren für das iPad – Byword und iA Writer (1/3)

Im Rahmen unserer Reihe „iOS for Creative Professionals“ befassen wir uns ab heute mit verschiedenen Markdown-Editoren für das Tablet aus Cupertino. Während es in der Windows- und auch in der Android-Welt erstaunlich wenige Markdown-Editoren gibt, ist das Apple-Universum gut bestückt mit einer ganzen Reihe dieser Tools. Die Platzhirsche der Mac-Plattform stehen auch für das iPad zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es einige iOS-exklusive, nicht minder interessante Vertreter. Ich habe sie mir näher angesehen.

Markdown – warum sollte man sich dafür entscheiden?

Markdown ist eine einfache Auszeichnungssprache, die als Rohmaterial für verschiedene Zielformate dienen kann. Jeder, der etwa für Online-Magazine schreibt, aber auch Print bedienen will oder muss, wird sich eher früher als später nach einem Format umsehen, dass ihn nicht von vornherein determiniert. Versuchen Sie mal, aus einem HTML-Dokument ein RTF, DOC oder anderes Format zu erzeugen. Das geht zwar, ist aber kein Vergnügen. Mit Markdown ist all das und noch viel mehr kein Problem, liegt quasi in den Genen dieser Auszeichnungssprache.

Auch Lektoren ziehen Markdown voll formatiertem HTML vor, da es sehr viel lesbarer ist. Entwickler setzen meist ebenfalls auf Markdown, auf Github ist es die Standardauszeichnungsprache. Für WordPress gibt es entsprechende Plugins zur automatischen Konvertierung von Markdown nach HTML zur Laufzeit. Der Shooting Star der Entwickler-Editoren, Sublime Text 2, etwa, kann zum wahren Markdown-Wunder ausgebaut werden. Kollege Peter Müller arbeitet gerade an einem Beitrag, in dem er erläutern wird, wie man das im Einzelnen macht.

Markdown wurde entwickelt von John Gruber und Aaron Swartz. Aaron hat sich leider dieser Tage zum Selbstmord entschlossen. Er wurde nur 26 Jahre alt.

Markdown auf dem iPad – sinnvoll und komfortabel nutzbar

Auf dem iPad ist Markdown ebenfalls das Format der Wahl, speziell wenn man mit der On-Screen-Tastatur schreibt, wie ich das gerade tue. Wir werden uns einig sein, dass es insbesondere, aber nicht nur auf dem Touchscreen einfacher ist, ein # vor eine Überschrift erster Ordnung zu setzen, anstatt vor die Überschrift <h1> und danach </h1> setzen zu müssen. Erst im Rahmen des Exports zu HTML verwandelt der Markdown-Editor die Raute in die korrekte HTML-Formatierung.

Die Apps für das iPad, die ich im folgenden vorstellen werde, können neben der Grundfunktionalität des HTML-Exports, für die Markdown ursprünglich entwickelt wurde, weitere Formate erzeugen. Die Unterschiede liegen im Detail. So könnte man das Fazit vorweg nehmen und konstatieren, es käme angesichts der Ähnlichkeiten im Funktionsumfang nicht darauf an, für welche App man sich letztlich entscheidet. Dem ist allerdings nicht so. Denn die Details wirken sich doch auf den Workflow aus. Und wenn man eines durch den Einsatz von Markdown erreichen will, dann ist es ein optimaler Workflow. Insofern sind die Details entscheidend.

Im Testfeld finden sich Byword, iA Writer, Writing Kit, WriteUp, Daedalus Touch und Elements. Bis hierhin entstand der Beitrag mit Byword, weil Byword auf dem Mac mein Editor der Wahl ist. Die folgenden Einzeltest verfasste ich mit der jeweiligen App.


Sublime Text 2 mit Markdown-Plugins

Die Schlussbearbeitung erfolgte übrigens mit Sublime Text 2, ausgestattet mit den Plugins aus Peter Müllers morgen erscheinendem Beitrag „Dreamteam: Texte schreiben mit Sublime Text 2 und Markdown“.

Im heutigen Teil 1 unserer dreiteiligen Serie befasse ich mich mit Byword und dem iA Writer. Der zweite Teil wird Elements und Writing Kit vorstellen, bevor der dritte Teil mit WriteUp und Daedalus Touch den Abschluss bildet.

Blättern Sie weiter zum Test von Byword >>