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Iconion: Neues Tool konvertiert Icon-Fonts zu Icon-Dateien

Icon-Fonts sind klar auf dem Vormarsch. Die Vorteile liegen auf der Hand. Auch hier bei Dr. Web haben wir uns schon mehr als einmal damit beschäftigt. Natürlich ist es sinnvoller, einfach einen Font einzubetten und selektiv zu nutzen, als mit einer großen Zahl an Einzel-Icons in unterschiedlichen Auflösungen oder mehr oder weniger großen Sprites zu arbeiten. Ein Font mit allen Icons in beliebiger Auflösung, stets knackescharf, egal ob auf HiDPI-27" oder dem iPhone ist interessant. Alle sind zufrieden. Im Prototyping sieht die Sache dann weniger schön aus. Sicherlich, es gibt für jeden mir bekannten Web-Font auch eine Desktop-Variante, aber das Handling ist nicht ganz einfach und editieren lassen sich die Icons auch nicht. Mit Iconion tritt ein neues Werkzeug an, das die Umwandlung von Piktogrammen aus Icon-Fonts in einzelne Icon-Dateien ermöglicht. Besonders die Bearbeitungsmöglichkeit ist der Knaller…

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Iconion: Icon-Design ganz einfach

Zum jetzigen Zeitpunkt steht Iconion als kostenloser Download für Windows zur Verfügung. Eine Version für Mac OSX ist nach Angaben der Entwickler in Arbeit. Nachdem man den Download und die Installation aus dem rund 19 MB schweren Archiv hinter sich gebracht hat, lächelt einem diese simple UI entgegen.

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Im linken Drittel der Anwendungsoberfläche finden Sie die populären Icon-Fonts Typeicons, Linecons, Font Awesome und Entypo. Aus diesen Beständen können Sie Icons zur Bearbeitung wählen. Künftige Versionen von Iconion sollen mit beliebigen Symbol-Fonts arbeiten können. Derzeit ist diese Funktionalität, anders als es die Website des Projekts suggeriert, nicht gegeben. Hat man ein Icon gewählt, wird es im mittleren Bildschirmbereich angezeigt. Einer der Styles aus dem rechten Fensterdrittel ist dann bereits zur Anwendung gelangt.

Es war dieser Styles-Bereich, der mich direkt begeisterte. Derzeit kann man zwischen 31 Styles wählen. Ein Style ist eine Art Designvorlage, mit der das Icon bearbeitet wird, vergleichbar mit einer Photoshop-Action. Von kresirunden Icons, über den dunnemals populären Glass Look hin zu Long Shadows, quadratischen Symbolen und dem iOS7-Stil ist alles vertreten, was Rang und Namen hat. Ein Editor unterhalb der Styles-Sektion erlaubt die komplette Veränderung aller vorgefertigten Styles. Auf diese Weise sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

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Alle Bildsymbole, an denen man gearbeitet hat, werden unterhalb des Vorschaubereichs gesammelt, so dass man sie im Nachgang in einem Rutsch downloaden kann. Icons können in vordefinierten Größen von 14 bis 1024 Pixel im Quadrat oder in einer benutzerdefinierten Auflösung gespeichert werden. Ich versuchte es mit einem Wert von 5200 Pixeln und es funktionierte, wenn auch mit leichter Verzögerung, einwandfrei. Speichern lassen sich die Symbole dann als PNG, JPG oder BMP.

Iconion: Noch unentschlossen hinsichtlich der Lizensierung

Obschon mich Iconion direkt zu begeistern verstand und ich bereits etliche Kreationen damit erstellt habe, die mich ansonsten Stunden gekostet hätten, fiel mir eine Sache schon während der Installation negativ auf.

Im Rahmen der Installation scrollte ich gewohnheitsmäßig durch die Lizenzbedingungen und stutzte. Obwohl die Betreiber überall von "free" sprechen, musste ich anderslautende ToS abnicken. Darin war auf einmal die Rede von zwei verschiedenen Lizenzen. Die eine sprach von kostenloser Nutzung für nicht-kommerzielle Zwecke. Die andere sprach vom Erfordernis einer "kommerziellen" Lizenz, sollte man das Tool irgendwie mit dem Ziel des Geldverdienens nutzen. Die Website bot mir keine weiteren Informationen. Nirgends war die Rede von zwei Lizenzen, nirgends gab es Informationen zu Preisen. Also wandt ich mich direkt an die Entwickler, die einige Tage brauchten, um mir zu antworten.

Die Antwort, die mich am heutigen Tage erreichte, ist vage. Danach sei man sich noch nicht schlüssig, ob und wenn ja wie man eine kommerzielle Lizenz einführen wolle. Man habe daher zunächst beschlossen, die aktuelle Version komplett freizugeben und auch die ToS während der Installation zu bereinigen. Aktuelle Downloads verlangen dementsprechend nicht mehr, sich auf die nicht-kommerzielle Nutzung festzulegen, wenn man Iconion nutzt.

Weitere Informationen gibt es nicht. Bleibt Iconion mit dem jetzigen Feature-Set kostenlos? Keine Ahnung.

Bringen wir es auf den Punkt: Iconion ist ziemlich grandios und sehr einfach in der Verwendung. Es liefert großartige Ergebnisse in beliebiger Auflösung. Es arbeitet derzeit aber nicht, wie an sich annonciert, mit jedem Symbol-Font, sondern nur mit den vier fest eingebauten. Und die Lizenz ist perspektivisch unklar. Kostenlos, ja oder nein? Über welchen Preis sprechen wir? Alles unbekannt. Dennoch empfehle ich Ihnen, sich selbst ein Urteil zu bilden. Funktional ist Iconion kaum zu kritisieren.

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JPEGmini: Bilder drastisch verkleinern im Web, auf dem Mac und unter Windows

Vor gut anderthalb Jahren brachte das israelische Startup ICVT einen Onlinedienst an den Start, der hochgeladene JPEG-Files auf bis zu ein Fünftel ihrer Ausgangsgröße verkleinern kann. Das Beachtliche dabei: Die Verkleinerung erfolgt ohne sichtbaren Qualitätsverlust. Der Effekt ist einfach. Je größer die Ausgangsdatei, desto größer das Reduktionspotenzial. Nachdem der Service lange nur als Web App und seit einigen Monaten auch für Mac OS X verfügbar war, erschien vor zwei Tagen die lang erwartete Windows-Version.

JPEGmini – Überzeugende Technologie für die unkomplizierte Bildgrößenreduktion

ICVT hat eine beachtliche Leistung erbracht. Die auf der Produkt-Website zu sehenden Beispiele überzeugen. Trotz drastischer Größenreduzierung sehen die mit JPEGmini behandelten Bilder exakt so aus wie die Unbehandelten. Einschränkung: So lange man nicht mit mehreren hundert Prozent Vergrößerung einzoomt.

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JPEGmini: Extrem reduzierte Dateigröße, aber sichtbar kein Unterschied

Die Vorgehensweise des Algorithmus orientiert sich nach Aussagen der Macher an der visuellen Wahrnehmung des menschlichen Auges. Die Dateien sind auch nach der Behandlung noch Standard-JPEGs. Spezielle Viewer sind demnach nicht erforderlich. Damit lässt JPEGmini qualitativ ähnlich taugliche Versuche, etwa JPEG2000 oder Googles WebP hinter sich.

Einzelne Fotos können über den Onlinedienst JPEGmini ohne Registrierung kostenfrei komprimiert werden. Bilderstapel lassen sich ebenso kostenfrei bearbeiten, dann jedoch nur nach Registrierung.

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Nach erfolgter Registrierung bietet JPEGmini völlig kostenlos einen beachtlichen Leistungsumfang. Sie können Ihre Bilder in Alben hochladen, wobei jedes Album bis zu 1000 Fotos und insgesamt 200 MB stark sein darf. Die Zahl der Alben ist nicht begrenzt.

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Zu beachten ist hierbei allerdings, dass JPEGmini nicht etwa als Bilderarchiv angelegt ist. Die hochgeladenen Fotos werden komprimiert, aber nur für sieben Tage auf der Plattform gehalten. Das Ablaufdatum wird unter dem jeweiligen Album angezeigt. Es empfiehlt sich die rechtzeitige Wahl einer der drei unter dem Album angebotenen Möglichkeiten, nämlich der Download des komprimierten Albums als Zip-Datei, der Upload zu Flickr oder die Übergabe an Picasa Web Albums. Innerhalb von JPEGmini ist kein Zugriff auf einzelne Bilder möglich.

JPEGmini: Produktreihe wächst

Zum Start im Jahre 2011 lag der Fokus der Technologie auf der Lizenzierung des Algorithmus an andere Unternehmen. Der Onlinedienst war lediglich eine gelungene Referenz. Zumindest diese Planung scheint sich nicht realisiert zu haben. ICVT entschied sich dann glücklicherweise dafür, eigene Produkte auf der Basis des Algorithmus zu entwickeln.

Als erste Desktop-Verwender der Technologie durften sich Mac-Anwender freuen. Eine kostenfreie Version unter der Bezeichnung JPEGmini Lite erlaubt, täglich bis zu 20 Fotos zu komprimieren. Die Vollversion schlägt mit knapp 20 USD (17,99 EUR) zu Buche und hebt das Limit auf.

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JPEGmini für den Mac hat sich in meinem redaktionellen Workflow fest verwurzelt. Jedes JPG wird ohne Gnade durch den Optimierer gejagt, hunderte von Megabytes habe ich den geneigten Leserinnen und Lesern unserer Magazine so schon erspart.

Da ich zwischen MAC und Windows hin und her wechsele, vermisste ich eine Windows-Version naheliegenderweise seit langem schon schmerzlich. Anstelle der Nutzung der Web App versuchte ich stets, Artikel so zeitlich zu planen, dass mir noch Gelegenheit blieb, an einem Mac die JPG-Optimierung durchzuführen.

Seit zwei Tagen bleibt mir dieser zusätzliche Aufwand erspart, denn ICVT veröffentlichte die entsprechende Version für das Betriebssystem aus Redmond.

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Anders als für den Mac gibt es vorerst keine Lite-Version, Windows-Anwender werden direkt mit knapp 20 USD zur Kasse gebeten. Der Betrag rechnet sich für deutsche Anwender relativ genau 1:1 in Euro um, da der eingesetzte Shop-Anbieter Kagi die Mehrwertsteuer nach der Währungsumrechnung oben drauf rechnet. Natürlich ist die Software den Preis dennoch wert.

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Optisch und funktional unterscheidet die Versionen für Mac und Windows fast nichts, wenn man davon absieht, dass das Menü der Windows-Version am linken oberen Fensterrand hinter einem Zahnrad verborgen ist, während die Mac-Version etabliert am oberen Desktop-Rand die Navigation anordnet. Zudem erscheint die UI der Windows-Version ein klein wenig weniger elegant, Windows hat halt noch immer nichts adäquates zu Apples Core Animation zu bieten.

Ein weiterer, wenn auch wenig relevanter Unterschied soll nicht ungenannt bleiben. So dauert der Start der Windows-Version deutlich länger als der Aufruf der Version für Apples OS. Auffallen wird dies naheliegenderweise nur Nutzern beider Versionen. In der Verarbeitung ist die Windows-Version dann der Mac-Variante ebenbürtig, auch was die Ergebnisse betrifft. Beide Desktop-Softwares arbeiten mit JPGs, die eine maximale Auflösung von 28 Megapixel haben dürfen.

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Immer wieder wird die Frage gestellt, ob es JPEGmini als Photoshop-Plugin gibt. Diese Frage ist derzeit noch mit einem klaren Nein zu beantworten. Die Entwickler bekennen sich nicht eindeutig für oder wider, sondern orakeln, man werde auf der Basis des Nutzer-Feedbacks über weitere Einsatzarten der Technologie entscheiden.

Seit Anfang April 2013 steht neben den bereits genannten Möglichkeiten zusätzlich der JPEGmini Server zum Selberhosten oder als Cloud-Dienst über Amazon Web Services zur Verfügung. Unternehmen und Organisationen mit dramatisch hohem Bildervolumen sollten sich das Produkt auf jeden Fall einmal ansehen. Wie die Web-App akzeptiert der Server JPGs in einer maximalen Auflösung von 50 MP.

Fazit: Wer ohnehin ständig Photoshop offen hat, kann ähnliche Ergebnisse auch durch die clevere Wahl entsprechender Parameter in Adobes Platzhirsch-Software erzielen. Wer schnell viele Bilder schrumpfen will, ist mit einer der JPEGmini-Apps zügiger am Ziel. Wer Photoshop gar nicht erst besitzt, ist mit den 20 Euro für JPEGmini sehr gut bedient. In meinem Workflow spielt JPEGmini jedenfalls eine zentrale Rolle, obwohl ich Photoshop CS6 besitze…

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