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Weltneuheit LG 34UM95: 86 Zentimeter Bildschirmdiagonale für Kreativprofis

LG schickt ab sofort eine Weltneuheit in das Rennen um die Käufergunst. Der 34 Zoller LG 34UM95 kommt mit satten 86 Zentimetern Bildschirmadiagonale daher und bietet eine QHD-Auflösung von 3.440 mal 1.440 Pixeln. Damit will er sich klar als Monitor der Wahl für Kreativprofis positionieren und die gängigen Zwei-Monitor-Konfigurationen verdrängen. Gerade Kreative, für die die Arbeit mit Software wie Photoshop, Illustrator oder Indesign, oder das Bearbeiten von Video oder Audio alltäglich ist, können von der um rund 1.000 Pixel in der Breite gestiegenen Darstellungsfläche profitieren.

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LGs Ultra-Wide IPS 34 Zoller: Gewinner der TIPA 2014 Awards

Ich kenne keinen Kreativprofi, der nicht mit zwei Monitoren arbeitet. Auch ich sitze gerade vor einem 27 Zoller, dem ein 24 Zoller zur Seite steht. Angeschlossen ist der eine mittels Displayport, der andere via HDMI. Mein 27 Zoller bietet ebenfalls eine Auflösung von 1.440 Pixeln in der Höhe, aber "nur" 2.560 Pixel in der Breite. Wenn ich so drauf schaue, könnte ich mir die zusätzlichen 880 Pixel, die der brandneue LG in der Breite addieren würde, sehr gut vorstellen.

So ging es offenbar auch den Juroren, die für die Vergabe der Technical Image Press Association Awards 2014, kurz TIPA 2014, zuständig waren. Sie zeichneten das Gerät mit dem Sieg in der Kategorie "Best Photo Monitor" aus. Und das beschreibt auch schon ziemlich gut, für was der breiteste Vertreter seiner Zunft am besten geeignet ist.

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Gerade in der professionellen Fotobearbeitung ist die Arbeit mit mehreren Monitoren, besonders aufgrund der Farbabweichungen, die schon auf zwei identischen Geräten des gleichen Herstellers nicht ausgeschlossen werden können, nicht unproblematisch. Hinzu kommen potenziell abweichende Auflösungen, Schwierigkeiten bei der homogenen Ansteuerung und einiges mehr. Mich persönlich stören auch der Übergang des Blicks von einem Monitor zum anderen, die Ränder und die Abstände. Meine derzeitige Desktoplösung ist nicht optimal.

Soviel hat mir der neue LG schon einmal verdeutlicht. Das folgende Video kann Ihnen sicherlich einen ähnlichen Eindruck vermitteln:

Apropos Farbabweichungen. Der neue LG unterstützt den sRGB-Farbraum zu 99% und damit fast vollständig. Mit LGs True Color Finder erhalten Sie zusätzlich eine Software, mit der Sie Ihren Monitor perfekt kalibrieren können.

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LG 21:9 Ultra-Wide (nicht nur) am Mac Pro

Richtig viel Spaß macht der Einsatz des neuen LG 34UM95, wenn man ihn per Thunderbolt 2 an einen Mac Pro anschließt. Dass der LG besonders mit diesem Bildgeber im Hinterkopf konzipiert wurde, zeigt sich auch daran, dass der Monitor via Thunderbolt 2 sogar in der Lage ist, Bilder von angeschlossenen Datenträgern direkt anzuzeigen. Über Thunderbolt 2 ist es sogar möglich, den Mac Pro mit zweien dieser 34 Zoller auszustatten, die beide in der vollen Auflösung arbeiten. So können Sie eine Arbeitsfläche von 6.880 mal 1.440 Pixeln erreichen.

Die TÜV-zertifizierte Flicker-Safe-Funktion sorgt dafür, dass Ihre Augen keinerlei Zeilenflimmern wahrnehmen können, egal auf welche Helligkeits- und Kontrastwerte Sie den Monitor einstellen.

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Wenn Sie ein Retina MacBook Pro ab Late 2013 besitzen, können Sie sich übrigens auch über die volle Auflösung von 3.440 x 1.440 freuen. Verschiedene Anwender bestätigen die einwandfreie Funktion, auch wenn LG in seinem Produktdatenblatt die Verwendbarkeit unter Mac OS ausdrücklich auf den neuen Mac Pro beschränkt.

Windows-Verwender sind weniger eingeschränkt, LG nennt eine ganze Reihe unterstützter Grafikchips, empfiehlt aber Treiberupdates. Anders als vielfach behauptet, kann der 34UM95, dank des VESA-Standards, auch an der Wand befestigt werden.

LG 34UM95: Preis und Verfügbarkeit

Der neue 34 Zoller aus Korea befindet sich derzeit in der Phase der Markteinführung in Deutschland. Alle Spezifikationen und sonstigen Details finden Sie auf den Produktseiten bei LG. Das Gerät kann bereits bei verschiedenen (Online-)Händlern erworben werden. Der aktuelle Straßenpreis liegt zwischen 940 und 1.000 Euro. Anders als bei anderen Monitoren wird neben einem HDMI-Kabel auch ein Displayport-Kabel mitgeliefert. Ein Thunderbolt-Kabel indes gehört nicht zum Lieferumfang.

Was halten Sie von Diagonale und Auflösung? Ist der LG 34UM95 Ihr nächster Spontankauf?

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Nexus 4: Googles neues Smartphone-Flaggschiff definiert den Standard nicht neu

Ich persönlich freue mich wie Bolle auf das neue Nexus 4 aus dem Hause Google. Es kann nichts Neues. Alle technischen Spezifikationen sind bekannt und auch in anderen Smartphones so vorhanden. Der Formfaktor von 4,7 Zoll, die übliche 8MP Kamera und sonstige Features sind fast schon als etabliert in der Androidwelt zu bezeichnen. Das Nexus 4 setzt an keinem Punkt an, um die Grenzen zu erweitern. Insofern ist es erstaunlich, dass das Gerät dennoch eine so hohe Aufmerksamkeit generiert. Meines Erachtens liegt das an zwei Aspekten: dem puren Android ohne Herstelleranpassungen und dem – verflixt niedrigen – Preis von 349 Euro für die 16 GB Variante.

Googles veränderte Nexus-Strategie

Bislang waren die Nexus-Modelle eher als Geräte für Entwickler gedacht. Zwar hatten sie schon immer auch optisch keinen Hässliche Entlein Status, aber die aufregenden Devices kamen von anderen Herstellern. Das neue Nexus 4 hingegen ist ein echter Hingucker und geizt auch nicht mit der Ausstattung. Wo das Vorjahresmodell Galaxy Nexus noch schwächelte, bietet das Nexus 4 keine Blößen mehr. Mit einer Front und einer Rückseite aus Gorilla Glas wirkt es elegant und – Zufall oder nicht – stark an iPhone-Prinzipien angelehnt. Zudem hängt ein Preisschild an dem Device, das als geradezu revolutionär bezeichnet werden muss. Ein tolles, voll ausgestattetes Smartphone fast geschenkt – wieso der Sinneswandel?

Google hatte vermutlich die Faxen dicke. Da nehmen profitable Unternehmen wie Samsung, HTC und andere das kostenfreie Android-Betriebssystem her und bauen auf dieser Basis schicke Geräte. In Anlehnung an Apples überzogene Preispolitik fühlten sich die Wettbewerber mutmaßlich ermutigt, ebenfalls im Premiumsegment zu wildern. So ging dort, wo die Leistungsfähigkeit der Androiden diejenige des iPhones erreichte oder überstieg, der Preisvorteil, den sich Google durch seine Donation eines kostenfreien OS erhofft hatte, ganz oder teilweise baden.

Jetzt zeigen die Kalifornier den Herstellern, wo der Hammer hängt. Pures Android ist, seit Android Honeycomb und der Definition der Holo-Guidelines für das App-Design, kein hässliches Entlein mehr und kann in vielen Bereichen Apples iOS mindestens das Wasser reichen. Was die Käufer von Android-Hardware teils schmerzlich erfahren haben, ist, dass es stark unterschiedliche Update-Policies bei den verschiedenen Herstellern gibt. Manch einer, wie Sony, stellt sich auf den Standpunkt: „Gekauft wie gesehen.“ Andere bringen zwar Updates, aber sechs bis zwölf Monate nach der Verfügbarkeit seitens Google.

Google hatte versucht, ein Agreement zu erreichen, eine Allianz zu schmieden. Hersteller sollten sich bereit erklären, mindestens für 18 Monate nach Auslieferung zeitnahe Updates zu gewährleisten. Die Allianz hielt keinen Sommer lang. Der Verbreitung kann es perspektivisch nicht nutzen, wenn mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten wird. Insbesondere im Wettbewerb mit Apple ist es wichtig, die Technologie auf dem Stand der Technik in die Haushalte zu tragen.

An dieser Stelle unterscheiden sich die Ziele Googles stark von denen der Gerätehersteller. Während Google wesentlich auf die Verbreitung schaut, schauen die Hersteller auf den nächsten Quartalsbericht. Mittlerweile ist das auch den Käufern der Hardware aufgefallen. Pures Android wird stets wesentlich, dramatisch schneller mit Updates versorgt als herstellerspezifische Iterationen. Der teuer kaufende Premiumkunde guckt zu oft in die Röhre. Eine Google-eigene Alternative erscheint hochattraktiv.

Fazit: Google, aber auch die User wollen mehr Cutting Edge Android im Markt!

Nexus 4: Der Preis und die Kompromisse

Um das zu erreichen, ist es erforderlich, die grundsätzlich vorhandenen Preisvorteile durch das kostenlose OS auch im Endverbrauchermarkt umzusetzen. Dass auch das funktioniert, zeigt Google in Kooperation mit LG nun mit dem neuen Nexus 4. Das Nexus 4 bietet alle aktuellen technischen Spezifikationen aus dem Android-Bilderbuch und kostet trotzdem in der 16 GB Variante nur 349 Euro, die 8 GB Variante schlägt mit 299 Euro zu Buche.

Natürlich wird vielerorts nun gemault, 16 GB ohne SD-Slot seien ja völlig unterdimensioniert und ein Phone ohne SD-Slot käme ihnen schon mal gar nicht ins Haus. Als Smartphone-Nutzer der ersten Stunde sage ich: Bullshit!

Als die ersten Smartphones auf den Markt kamen, zumeist Windows CE Geräte, hatten diese kaum Speicher. SD-Speicher und andere Varianten waren unverzichtbar. Das erste iPhone kam im Standard mit 8 GB. Meine iPhones hatten stets nur 16 GB. Klar, da muss man haushalten. Aber, das ist auch gut. Man lernt Disziplin und hält nur noch den Content auf dem Phone, den man tagesaktuell benötigt.

Mit dem Wachstum der Cloud wurde der lokale Speicher immer unwichtiger. Speziell der Platzfresser Musik kann heutzutage prima ausgelagert werden. Auch Google wird ab dem 13. November in Deutschland sein Play Music am Start haben. Bilder werden auf Google+ ohne Platzbegrenzung ausgelagert. Picasa befriedigt den gehobeneren Bedarf.

Ich will keinen Glaubenskrieg vom Zaun brechen, halte es aber für gesicherte Erkenntnis, behaupten zu dürfen, dass der lokale Speicher heutzutage weit weniger Bedeutung hat, als das noch vor wenigen Jahren der Fall war.

Zuguterletzt will ich noch erwähnen, dass es doch tatsächlich ein neues Feature gibt, das hardwaretechnisch neu ist. Das Nexus 4 ist nämlich in der Lage induktiv aufgeladen zu werden. Das funktioniert ähnlich wie bei elektrischen Zahnbürsten, so dass es im Grunde merkwürdig ist, das bislang niemand auf die Idee gekommen ist. Update: Verschiedene Kommentatoren weisen darauf hin, dass Palm bereits 1999 induktives Laden in den Markt mobiler Geräte gebracht hat. Auch aktuell sind Nokia und Samsung mit diesem Konzept auffällig geworden. Das Nexus 4 bietet also in diesem Sinne kein neues Feature, sondern lediglich eines, das sich bislang nicht durchsetzen konnte. Wenn ich mir die Ladezeiten bei meiner elektrischen Zahnbürste so ansehe, kann ich sogar verstehen wieso…

Vom iPhone 4 entlieh sich LG die Idee, die Vorderseite und Rückseite des Phones mit Glas auszustatten. Anders als bei iPhone verwendete man wenigstens Gorilla Glas, dennoch wird auch diese Entscheidung kritisiert. Vielleicht kann man sich auf folgende Vorgehensweise einigen: Wer das Nexus 4 für fehlkonstruiert hält, der kauft es einfach nicht. Ich kann es kaum erwarten, das Dingen in den Händen zu halten…