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MonstaFTP: FTP-Client als Cloud-App zum Selberhosten

Wer noch eine Ecke seines Webspace ungenutzt sieht und vielleicht noch eine Subdomain entbehren kann, sollte sich das kostenlose PHP-Script MonstaFTP auf jeden Fall einmal anschauen. Veröffentlicht unter Open Source-Lizenz erlaubt MonstaFTP komfortablen Zugriff auf beliebige FTP-Server. Unter Chrome unterstützt das Script sogar das Drag & Drop ganzer Ordner, generell ist die Verwendung in allen modernen Browsern möglich.

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MonstaFTP: Schnell und unkompliziert, sowohl bei Installation, wie auch im Alltagseinsatz

MonstaFTP lief mir bereits vor gut zwei Wochen über den Weg. Seitdem begleitet es mich als FTP-Client auf Schritt und Tritt und ist überall dabei, wo ich eine Internetverbindung habe. MonstaFTP ist nämlich ein unter GPL-Lizenz veröffentlichtes PHP-Script, neuerdings auch Cloud-App genannt, das im Browser einen FTP-Client mit allen wichtigen Funktionen, inklusive Chmod zur Verfügung stellt.

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Sowohl die Installation, wie der tägliche Einsatz laufen fast schon intuitiv ab. Letzteres gilt jedenfalls dann, wenn man bereits Erfahrungen mit FTP-Clients besitzt. Zur Installation ist es lediglich erforderlich, die entpackte Ordnerstruktur aus dem Download-Zip in ein Verzeichnis auf dem eigenen Webspace hochzuladen.

Ich installierte MonstaFTP unter einer Subdomain, was indes nicht zwingend erforderlich ist. Das Script läuft in jedem beliebigen, per URL erreichbaren Unterverzeichnis. Sämtliche Einstellungen von MonstaFTP werden über entsprechende Konfigurationseinträge direkt in der index.php erledigt. In meinem Falle waren keine Änderungen erforderlich.

Im Auslieferungszustand spricht die App nur englisch. Im Unterverzeichnis languages findet sich die Datei en_US.php, die die entsprechenden Texte enthält. Übersetzen Sie die paar Texte in die gewünschte Sprache, benennen die Datei z.B. in de_DE.php um und laden sie an entsprechender Stelle wieder hoch.

Wollen Sie von Ihrer Cloud-Installation aus auf außerhalb des gleichen Servers gelegene FTP-Lokationen zugreifen, stellen Sie sicher, dass Ihr Server externe FTP-Verbindungen zulässt. Ihr Hoster kann Ihnen da helfen. MonstaFTP kann zwar auf Windows-Server zugreifen, muss selbst jedoch zwingend unter Linux installiert sein. Da das mittlerweile bei rund 99 % aller Spaces der Fall sein dürfte, beeinträchtigt diese Voraussetzung wohl praktisch niemanden.

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MonstaFTP kann sichere Verbindungen via SSL nutzen. Derzeit zwei Skins sind wählbar, eines in einem eleganten Grau, das andere in einem Windows-ähnlichen Blau. Die eigentlichen Credentials für den Zugriff auf die FTP-Server werden nicht in MonstaFTP hinterlegt, sondern müssen bei jedem Connect neu eingegeben werden.

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MonstaFTP läuft am besten im Chrome. Hier können zusätzlich komplette Ordner per Drag and Drop hochgeladen werden. Der Upload einzelner Datei per Drag and Drop funktioniert indes auch mit Firefox, Safari und Internet Explorer. MonstaFTP folgt dem Trend zum Flat Design und sieht in der Metro-Umgebung des neuen Windows ausgesprochen gut aus.

Vor allem für Datennomaden ist MonstaFTP eine valide Alternative, denn der reine Internetzugang reicht von nun an aus, um Zugriff auf seine FTP-Sites zu nehmen. Das ist zum Beispiel ideal für den Noteinsatz von unterwegs. Ich persönlich verwende unter Windows aktuell nur noch MonstaFTP, unter Mac OS bleibe ich vorerst meinem Transmit treu.

Der Download des Scripts kann über die einschlägigen Directories, wie Hot Scripts, oder direkt über die MonstaApps-Website erfolgen. Nach einer E-Mail-Adresse wird zwar im Rahmen des Downloads gefragt, diese kann jedoch auch verweigert werden. Gibt man sie ein, wird man über neue Produkte des Hauses auf dem laufenden gehalten.

Von mir erhält MonstaFTP eine klare Empfehlung. Jetzt sind Sie an der Reihe…

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Ist Linux Mint 15, Codename Olivia, wirklich die „ambitionierteste Version seit Projektbeginn“?

Keine zwei Wochen vergingen zwischen dem Release des RC und der Freigabe der endgültigen Version 15 der populären Distribution Linux Mint. Erneut konnten die Entwickler den Releasezyklus locker halten, obwohl sie Mint 15 nach eigenen Angaben für die ambitionierteste Version seit Beginn des Projekts überhaupt halten. Dafür sind wohl vor allem zwei Tools verantwortlich, die es bislang in Linux Mint überhaupt nicht gab.

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Linux Mint als Alternative zu Ubuntu

Linux Mint, für diejenigen, die eben zum ersten Mal davon lesen, basiert auf Ubuntu. Deshalb richten sich die Releasezyklen von Mint auch nach denjenigen des Ubuntu-Projekts. Ubuntu veröffentlicht immer im April und Oktober eines Jahres eine neue Version, Mint entsprechend ein bis zwei Monate später.

Der Hauptunterschied zwischen Ubuntu und Mint ist die Wahl des Fenstermanagers, auch Desktop-Umgebung genannt. Das klingt nur auf den ersten Blick unspektakulär. Die Desktop-Umgebung ist immerhin die direkte Schnittstelle zwischen dem Nutzer und dem System. Während Ubuntu mit Unity seit etwa zwei Jahren die eigene Vorstellung eines Desktops verfolgt und ihn mittlerweile zum Standard der Distribution erhoben hat, bleiben die Macher von Mint bei Gnome, wenn auch in der Version zweier verschiedener Forks.

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Die Fortführung des Gnome-Konzepts darf wohl als Erfolgsfaktor der Distribution gewertet werden, die es darüber hinaus, allerdings weniger erfolgreich in weiteren Varianten, etwa auf der Basis von Debian gibt. Gnome ist neben KDE die bekannteste und beliebteste Desktop-Umgebung in der Linux-Welt, wobei Gnome wiederum als Antwort auf KDE entstanden ist.

Linux Mint 12 bis 14: Der Kampf um den perfekten Desktop

Linux Mint in seiner Ubuntu-basierenden Variante wird seit zwei Jahren wiederum in zwei Versionen angeboten. Es gibt eine MATE- und eine Cinnamon-Variante. Beide basieren auf Gnome. MATE entwickelt Gnome in der Version 2 weiter, Cinnamon versucht, das zu Beginn weniger beliebte Gnome 3 fortzuführen.

Canonical versucht, Ubuntu zum Linux-System für jedermann zu machen und geht dabei den Weg strikter Vereinfachungen und Standardisierungen. So wurde die Einführung der Eigenentwicklung Unity als Standard-UI in Abkehr vom bislang präferierten Gnome-Desktop von Powerusern als so radikal empfunden, dass es zu einer immerhin wahrnehmbaren Abwanderungswelle innerhalb dieser Zielgruppe hin zu Mint gekommen war.

Linux Mint 12, Codename Lisa

Linux Mint greift diese und andere Entwicklungen auf und setzt ihnen Varianten entgegen. So blieb Mint beispielsweise bis zur Version 12, Codename Lisa, bei Gnome als Standarddesktop. In der Version Mint 12 versuchte das Team den Spagat, ein Gnome 3 mit MGSE und via MATE gemeinsam mit Elementen aus Gnome 2 zu verwenden. So wollte Mint Nutzern die Wahl lassen und das nicht nur einmalig während der Installation, sondern auf Dauer während des alltäglichen Gebrauchs des Systems.

Mint konnte weiterhin mit purem Gnome 3.2 als Desktop betrieben werden. Diese Variante dürfte den größten Aufwand an Eingewöhnung für eingefleischte Mint-User sein. Die MGSE (Mint Gnome Shell Extensions) der Version 12 erlaubten es, Gnome 3 so anzupassen, dass es aussah, wie ein Mint-Desktop bislang ausgesehen hat. Insbesondere wurde auf diese Weise wieder eine Taskleiste, sowie ein Startmenü verfügbar gemacht. Dabei musste keine radikale Wahl getroffen werden, vielmehr erlaubten die MGSE eine fast stufenlose Anpassung der Optik zwischen Gnome 3 pur und Mint-Desktop konventionell.

Mit dem zur Version 12 neuen, damals noch instabilen Produkt MATE sollte es möglich sein, zusätzlich zum Gnome 3 ein Gnome 2 auf demselben Rechner zu betreiben. MATE ist ein Fork des Gnome 2 und soll in der Endausbaustufe die identische Funktionalität bieten. Das Mint-Team sieht in MATE die Zukunft traditioneller Linux-Desktops.

Das Konglomerat aus Gnome 3, MGSE und MATE repräsentierte die größten Änderungen an der 12er Version des Mint Linux. Gleichzeitig handelte es sich um die größten Unterschiede zum zugrundeliegenden Linux Ubuntu.

Linux Mint 13, Codename Maya

In der Version 13, Codename Maya, gingen die Mint-Entwickler den eingeschlagenen Weg weiter, entfernen sich dabei aber stärker von Gnome als man das bislang hätte annehmen dürfen. Die Fortführung der Unterstützung der 2er Linie des Gnome übernimmt nun vollständig MATE, dass die Entwickler wenige Monate nach Einführung als stabil und ausgereift sehen. Entsprechend legen sie eine 32bit-, wie auch eine 64bit-Version von Linux Mint 13 MATE vor.

Die Fortführung der Unterstützung der 3er Linie des Gnome-Desktops, die mit dem MGSE-Plugin in Version 12 begonnen hatte, erfolgt jetzt mit einem eigenen Gnome-Fork namens Cinnamon. Zur Begründung heißt es, dass die Architektur des MGSE als Plugin in der Fortentwicklung schnell Grenzen aufgezeigt habe.

Man arbeitet also, Canonical nicht unähnlich, an alternativen Desktop-Lösungen. Ich bin gespannt, ob die Linux-Community, insbesondere deren Kernuser, diesen Weg so mitgehen wollen. Auch Linux Mint 13 Cinnamon kann in einer 32bit-, wie in einer 64bit-Version bezogen werden.

Umsteiger von der Version 12 müssen sich also entscheiden, ob sie künftig auf MATE oder Cinnamon setzen wollen. Natürlich sollte man sich stets vor Augen führen, dass unter Linux die Installation eines alternativen Desktop nur eine Frage der Nutzung entsprechender Repositories ist…

Seit Version 12 verwendet Mint als Standardsuchmaschine Duck Duck Go. Diese Suchmaschine auf Open Source Basis hält sich strikt an das “No Tracking”-Versprechen und dürfte Nutzern aus dem Tor-Umfeld bekannt vorkommen. Mit Version 13 wurde zusätzlich Yahoo! vorinstalliert. Auch hier gilt: Die Wahl der Suchmaschine ist im Wesentlichen von der Eingabe einer URL im Browser zu beeinflussen…

Linux Mint 14, Codename Nadia

In Version 14 (Nadia) wurde deutlich, dass das Team den Fokus schrittweise auf die Cinnamon-Variante verlegt. Hier wurden mehr als 800 Veränderungen vorgenommen. MATE wurde mit Mint Nadia auf 1.4, Cinnamon auf 1.6 gehoben. Speziell an der Stabilität will man gearbeitet haben.

Interessant: Seit Cinnamon 1.6 können Workspaces benannt werden. Die Namensgebung übersteht auch Neustarts und kann so den Organisationsgrad der eigenen Arbeit erhöhen. Weitere schicke Helferlein, wie eine kleine Fensterleiste und ein neues Notification Applet, sowie ein aufgehübschtes Sound-Applets und ein eigener File-Browser namens Nemo entwickelten das System fort.

Freunde des Eye-Candy konnten sich über die neue Version des Display-Managers MDM freuen. Die Auswahl an einsatzfähigen Themes für das eigene Mint war damit gravierend erweitert worden.

Linux Mint 15: Evolution statt Revolution

Auch in der Version 15 startet Linux Mint keine Revolution. Nach wie vor gibt es die beiden Versionen namens MATE und Cinnamon auf Basis von Gnome 2 und 3. MATE wird mit Mint 15 auf die Version 1.6 und Cinnamon auf die Version 1.8 gehoben. Das wirkt erst einmal unspektakulär.

Schien es noch in Version 14 so, als würde das Entwicklerteam den Fokus von der Gnome 2 basierenden Variante MATE weg verlagern, so macht Mint 15 klar, dass diese Annahme total verkehrt war. MATE wird zwar nur moderat modernisiert, teilweise wurden Kerntechnologien gegen zeitgemäßere Lösungen ausgetauscht. Klar ist aber, dass das Mint-Team nach wie vor auf MATE setzt.

Cinnamon ruft ebenfalls kein Featureset auf, aufgrund dessen Schlagkraft man in Freudentränen ausbrechen müsste. Looking Glass ist nun als einzelne App verfügbar, einen eigenen Screensaver gibt es und der Dateimanager Nemo wurde deutlich überarbeitet. Auf dem Lockscreen können nun der Nachwelt Botschaften hinterlassen werden.

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Der Bedienung zuträglich dürfte vor allem die Einrichtung eines Cinnamon-eigenen Einstellungsbereiches in Ersatz für die bisherigen Gnome Settings sein. Ebenso unter das Label „einfachere Bedienung“ ist das neue Spices Management einzuordnen. Damit können nun aus dem System heraus Themes, Extensions, Desklets und mehr gesucht und installiert werden. Die Verwendung des Web-Browsers ist damit entbehrlich geworden.

Eine neue API vereinfacht Entwicklern das Development von Applets und Desklets. Bislang musste hierzu gsettings herhalten. Ebenfalls interessant für Entwickler ist die vereinfachte Möglichkeit, Aktionen zum Kontextmenü Nemos hinzuzufügen.

Die Freunde des Eye-Candy kommen auch in Version 15 nicht zu kurz. Es wurden neue Wallpapers von einem Dutzend verschiedener Künstler hinzugefügt, der Fenstermanager MDM kann nun auch mittels HTML5 optisch angepasst werden. Besonders der Bereich der Login-Screens kann in der neuen Version hochaufwändig gepimpt werden, wenn man das möchte…

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Linux Mint 15 mit „Software Sources“ und „Driver Manager“

Neu im Sinne von bisher nicht da gewesen sind lediglich zwei Komponenten. Das neue Tool „Software Sources“ erlaubt das komfortable Wechseln zwischen Repositories und Mirrors für das Nachladen der Software. Insbesondere die Geschwindigkeitsangaben zu den einzelnen Quellen erlauben die qualifizierte Auswahl der schnellsten Download-Location. Mir persönlich gefällt Ubuntus Software Centre, das eine ähnliche Ausrichtung hat, dabei aber weiter geht, fast schon wie ein App Store agiert, deutlich besser.

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Als sehr nützlich dürfte sich auch MintDrivers, der auf Ubuntu-Code beruhende Treibermanager erweisen. Nach meinen persönlichen Erfahrungen ist gerade die Treiberauswahl und -installation stets die Achillesferse des Spaßes am Linuxen. Was nützt einem ein modernes System, sowohl auf Hard-, wie auf Softwareseite, wenn die Software die Hardware nicht ordentlich unterstützt. Wer sich schon mal auf die Suche nach manuellen Lösungen gemacht hat, weiß eine Lösung wie MintDrivers umso mehr zu schätzen…

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Alles in allem stellt Linux Mint 15 einen konsequenten Schritt auf dem vor zwei Jahren beschrittenen Weg dar. Warum dieses Release das ambitionierteste der Projektgeschichte sein soll, erschließt sich mir nicht. Vielleicht aber übersehe ich da was und einer von Ihnen hat den zündenden Gedanken…

Setzen Sie Mint ein? Werden Sie updaten? Oder geht der Trend zurück zu Ubuntu, jetzt, wo die Distribution auch Ambitionen auf mobile Plattformen hat?

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(Kostenlose) Services

Varnish – Kostenloser Cache-Server der Extraklasse beschleunigt Ihre Website

Komplexe Webanwendungen und eine hohe Anzahl an Aufrufen bedeuten den Tod für viele Webserver. Bei jedem Aufruf muss der Web- und Datenbankserver viele Daten richtig zusammenstellen, um die Webseite letztlich als HTML-Code auszuliefern. Immer häufiger werden statische Inhalte in einem Cache für eine gewisse Zeit zwischengespeichert. Diese Funktionalität wird meist schon standardmäßig in der Webanwendung implementiert – für die bis zu 1000-fache Beschleunigung jedoch braucht es mehr.

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Varnish – schnell installiert und schon in der Grundkonfiguration brauchbar

Varnish – eigentlich hört es sich eher nach einem Reinigungsmittel als nach schneller Cache-Software an. So falsch ist der Eindruck auch gar nicht, denn Varnish bedeutet übersetzt „Lack“ und den verleiht er auch der Webanwendung. Die Entwickler sprechen von einer 300-fachen bis maximal 1000-fachen Beschleunigung. Dabei konzentriert sich die Anwendung im Gegensatz zu vielen anderen Cache-Servern auf HTTP, was wiederum der Nutzer deutlich merkt. Dabei ist der Einstieg absolut einfach.

Voraussetzung für die Nutzung von Varnish ist ein Webserver mit Linux, was wohl Standard sein dürfte. Root-Rechte sind nur zur Installation notwendig. Varnish hält den Cache aus Gründen der Schnelligkeit im RAM, weshalb davon ebenfalls ausreichend verfügbar sein sollte. Ein absolutes Minimum gibt es zwar nicht – aber 2 Gigabyte schaden mit ein bisschen Luft nach oben auch bei einem kleineren Projekt nicht.

Für die Installation hält das Projekt schon fertige Pakete bereit.

Ubuntu

curl http://repo.varnish-cache.org/debian/GPG-key.txt | sudo apt-key add -
echo "deb http://repo.varnish-cache.org/ubuntu/ precise varnish-3.0" | sudo tee -a /etc/apt/sources.list
sudo apt-get update
sudo apt-get install varnish

CentOS/Fedora

rpm --nosignature -i http://repo.varnish-cache.org/redhat/varnish-3.0/el5/noarch/varnish-release-3.0-1.noarch.rpm
yum install varnish

Das war es eigentlich schon. Der Cache sollte ohne Fehlermeldung installiert sein. Nur er funktioniert noch nicht. Immer noch liefert unser Apache bzw. jeder andere Webserver die Seiten aus. Dabei soll doch in Zukunft der Cacheserver die Seiten ausliefern und nur manchmal auf den Webserver im Hintergrund zugreifen.

Das ist schnell geändert. Die Hauptkonfigurationsdatei ist unter /etc/default/varnish abgelegt. Notwendig ist nur, die Kommentare „DEAMON_OPTS“ zu entfernen, dass die Konfiguration dort so aussieht:

DAEMON_OPTS="-a :80 \
-T localhost:6082 \
-f /etc/varnish/default.vcl \
-S /etc/varnish/secret \
-s malloc,256m"

Im zweiten Schritt muss noch in der Datei default.vcl unter /etc/varnish/default.vcl festgelegt werden, wo der Webserver läuft. Es kann ein interner Webserver angesprochen werden, aber auch externe Webserver können entlastet werden – damit wird Varnish als exklusiver Cache-Server erst möglich.

backend default {
.host = "127.0.0.1";
.port = "8080";
}

Webmastern wird auffallen, dass der Webserver auf dem Port 8080 läuft. Dies dürfte allerdings in den meisten Fällen nicht den Tatsachen entsprechen. Deshalb muss nun der Webserver dahingehend konfiguriert werden, dass er auf dem Port 8080 läuft. Beim Apache befindet sich die Konfiguration in der Datei /etc/apache2/ports.conf.

NameVirtualHost 127.0.0.1:8080
Listen 127.0.0.1:8080

Wichtig: Auch in der vhost-Konfigration muss statt dem Standard-Port 80 ab sofort 8080 stehen, da sonst Apache nicht richtig funktionieren wird.

So weit, so gut. Nun müssen lediglich noch Apache und Varnish neugestartet werden und alles sollte schon im Standard absolut flüssig funktionieren. Sie werden sehen: Varnish ist einfach extrem schnell, damit auch für größere Projekte eine echte Empfehlung. Die noch dazu absolut kostenlose Software ist immer einen Blick wert, bevor es um  die Anschaffung zusätzlicher Hardware geht. Der Cache spart nämlich deutlich Rechenaufwand und macht so einen Teil der Hardware überflüssig. Für punktgenaue Anpassungen hält die Webseite der Entwickler eine umfangreiche Dokumentation bereit.

Bildquelle: Éole via photopin cc

(dpe)