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Marvel: Kostenloses Website-Prototyping für Photoshop-Dropboxer

Erstellen Sie Ihre Design-Prototypen mit Photoshop oder einer anderen Pixelschubse? Ich gebe zu, ich tue es. Und ich glaube kaum, dass sich das so schnell ändern wird. Der Kunde will immer zuerst einen grafischen Prototypen sehen. Der soll dann auch ein Stück weit funktionieren. Die neue Web-App Marvel kann diesen Prozess extrem beschleunigen. Wenn Sie Photoshop, Fireworks, Gimp oder was auch immer nutzen und Dropbox-Nutzer sind, sollten Sie dennoch nur dann weiterlesen, wenn Sie auch Websites erstellen…

marvelapp

Prototyping Online: Nicht ganz aufwandslos

Wird es sich in absehbarer Zeit ändern? Ich glaube nicht. Website-Prototypen lassen sich eben sehr schnell in Photoshop oder anderen Pixeleditoren bauen, entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt. Da sehen sie dann ausdrucksstark aus und können Kunden vom Design überzeugen. Natürlich sind die so erzeugten Prototypen in keiner Weise interaktiv. Spätestens, wenn der Kunde die verschiedenen Bestandteile seines PSD-Webauftrittes mal in Aktion sehen will, wird es aufwändig. Ich nutzte in der Vergangenheit bereits mehrfach Powerpoint als Basis für die Präsentation klickbarer Prototypen im vollständigen Design, aber komfortabel ist das nicht. Der Aufwand ist zudem relativ hoch, so dass sich eine solche Vorgehensweise nur für größere Projekte lohnt.

Die neue Web- und iOS-App Marvel kommt spät, aber sie kommt und sie bedient genau diesen Anwendungsfall. Sie erstellen ein grafisches Mockup, vorzugsweise als PSD, aber auch jedes andere Bildformat geht, legen die einzelnen Bestandteile in Ihrer Dropbox ab und laden die Dateien in die Marvel-App. Dort können Sie dann mit einfachen Tools Hot-Spots definieren und Klickziele festlegen. Verschiedene Übergänge sorgen für Bewegung.

Das folgende Video zeigt die Funktionsweise sehr anschaulich:

Den größten Nutzen ziehen Sie aus Marvel, wenn Sie tatsächlich PSD-Prototypen erstellen und in Ihrer Dropbox ablegen. Marvel ist in der Lage, PSDs nativ zu lesen und zu behandeln, so dass der Schritt des Web-Exports komplett entfallen kann. Sie speichern einfach Ihre PSDs in der Dropbox, laden sie in Marvel und erstellen Ihren Klick-Prototypen.

Ändern Sie im weiteren Designprozess die PSDs, so werden die geänderten PSDs automatisch in den Marvel-Prototypen eingelesen. Das ist schon ein Knüller, wie ich finde.

Marvel: Ohne Dropbox-Vollzugriff tut sich nichts

Marvel erreicht dies allerdings nur, wenn Sie der App Vollzugriff auf Ihre Dropbox geben. Damit könnte Marvel theoretisch NSA-mäßig durch Ihre Dateien streifen und beliebiges Unheil anrichten. Natürlich versprechen die Marvel-Macher, dass sie niemals auch nur auf eine derartige Idee kommen würden. Dennoch, ich würde diese Berechtigung niemals erteilen.

Was ich mir allerdings vorstellen kann, und das wird sicherlich auch für Sie praktikabel sein, ist eine separate Dropbox, deren freier Speicher mit Sicherheit für komplexe Designs ausreichend sein würde. Zu dieser, rein für das Prototyping erstellten Dropbox gäbe ich Marvel bedenkenfrei Vollzugriff. Die Macher von Marvel versprechen, dass sie, sobald es die technische Möglichkeit gibt, entsprechend eingeschränkte Rechte anfordern werden. Bis dahin dürfte die Lösung mit der zweiten Dropbox ganz sinnvoll sein.

Marvel ist noch in der Beta-Phase und daher kostenlos verfügbar. Das Prototyping als Kernfeature soll auch in Zukunft kostenfrei bleiben, zusätzliche "Pro"-Features sind bereits pauschal angekündigt, ohne näher benannt worden zu sein. Diese Features sollen Geld kosten…

Schlussendlich ist Marvel heute eine interessante App, die all jene Designer näher anschauen sollten, die ihre Prototypen grafisch bauen. Wer ohnehin als erstes Vi anheizt, wenn der Kunde anfragt, der wird in Marvel keinen Nutzen erkennen können…

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