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Early Adopters sauer: Ist Windows Phone 7.8 nur eine Legende?

Paul Thurrot, eigentlich ein bekannter Verfechter der Microsoft-Plattformen, ist stinksauer und steht damit nicht alleine da. Anlässlich des Windows Phone Summit im Juni diesen Jahres stellte Microsoft nämlich nicht nur das Windows Phone 8 vor, sondern versprach, auch ein Update mit der Versionsnummer 7.8 für Kunden der Mango-Plattform heraus zu geben. So hielten sich die Redmonder einen Shitstorm vom Hals. Dieser könnte nun allerdings mit Wucht auf die Microsoftler zurollen…

Zur Erinnerung: Dein Smartphone, das du vor kurzer Zeit mit WP 7.5 kauftest, hat keine Zukunft

Microsoft geht ein Risiko ein. Das kannst du dir nur leisten, wenn du a) eine kleine Nutzerbasis hast und b) diese auch noch besonders geduldig und loyal ist. Nur dann kannst du hergehen, ein mobiles OS massiv bewerben und als das Beste seit Bier in Dosen bezeichnen, um es dann wenige Monate später für tot zu erklären. Exakt das passierte den frühen Umsteigern auf WP 7.5. Verfügbar seit Herbst 2011, versuchten die Redmonder das sympathisch Mango genannte Früchtchen im Markt zu etablieren. Im Juni 2012, nicht einmal ein Jahr später, erfolgte dann der Todesstoß.

Wegen eines anderen Kernel, der ab WP8 auf Windows 8 und nicht mehr – wie zuvor – auf Windows CE basiert und den damit steigenden Hardware-Anforderungen, die die gängigen Windows Phones der Vorgeneration schlicht nicht erfüllen, musste man in den sauren Apfel beißen und seiner kompletten bisherigen Nutzerbasis erklären, dass sie sich technisch in einer Sackgasse befindet, aus der es keinen Ausweg geben wird.

Bleibt ruhig! Die wesentlichen Features liefern wir mit WP 7.8…

Immerhin werde man unter der Versionsnummer 7.8 noch ein Update für Mango bringen, das einige der wesentlichen Features des WP8 auch auf die ältere Plattform bringen würde. Hierzu gehören nicht nur die anpassbare Optik des Startscreens, sondern auch die weitgehende Kompatibilität zu neuen Apps, die an sich für WP8 geschrieben wurden. Für den Mango-Aficionado ist dieses Update also entsprechend wichtig.

Aufregung in der Nutzerbasis, mal mehr, mal weniger

Wie Paul Thurrot in einem langen Artikel ausführt, ist seit der Ankündigung im Juni nie wieder ein offizielles Wort aus dem Hause Microsoft vernommen worden. Im Gegenteil wurden sogar explizit Aussagen mit dem beliebten “No Comment” verweigert. Thurrot glaubt mittlerweile nicht mehr an das versprochene Update und wirft Microsoft einen schäbigen Umgang mit der Basis der Early Adopters vor.

Andere Windows Phone Befürworter sehen die Vorgänge oder eher, das was nicht passiert, rund um WP 7.8 weniger dramatisch. Aufgrund des CE-Kerns müsse das Update zunächst wieder mit allen Geräteherstellern und Carriern abgestimmt werden. Man kennt die Prozedur noch aus dem Update zu Mango hin. Auch dieses ließ gefühlte Ewigkeiten auf sich warten.

Zudem sei es völlig verständlich, dass Microsoft nicht den Start von WP 8 mit dem Start des WP 7.8 kombiniere. Zu groß sei die Wahrscheinlichkeit der Verwechslung. Man brauche schlicht mehr Geduld.

In anderen Teilen der Welt, in Finnland und China, gibt es sogar bereits gedruckte Beweise für das bevorstehende Roll-Out des WP 7.8. Sogar über ein weiteres Update mit der Nummer 7.9 wird qualifiziert spekuliert. In China ist ein Video aufgetaucht, das eine Demo eines WP 7.8 Systems zeigen soll. Des Chinesischen Kundige bestätigen zumindest die Echtheit der im Video aufgestellten Behauptungen…

Tatsache ist jedenfalls, dass es von offizieller Seite nach wie vor keinerlei Aussage gibt. Weder gibt es eine erneute Bestätigung, dass überhaupt ein Update kommen wird, noch wann das der Fall sein könnte. Unabhängig davon, wie die Sache ausgeht, muss man Paul Thurrot in einem Punkt klar zustimmen: “Das ist kein vernünftiger Umgang mit denen, die der Windows Phone-Plattform als Erste Vertrauen schenkten.”

Links zum Beitrag:

  • Windows Phone Team: This is No Way to Treat Early Adopters – Paul Thurrot’s Supersite
  • What’s The Story Behind Windows Phone 7.8? – Forbes
  • Windows Phone 7.8 and the Nokia Lumia 510 get demonstrated in new video – WP-Central
  • Report: Features of Windows Phone 7.8 get revealed and confirmed – WP-Central
  • Windows Phone 8: Für den Alltag zu gebrauchen, wenn… – Dr. Web Magazin
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Hardware Inspiration

Windows Phone 8: Für den Alltag zu gebrauchen, wenn…

Um meine kleine Reihe zu den neuen Produkten aus dem Hause Microsoft zu beschließen, will ich im Folgenden ein paar Worte zu Windows Phone 8 verlieren. Bereits Ende letzten Jahres testete ich einige Wochen Windows Phone Mango. Dieser Tage trifft man mich erneut mit einem Windows Phone, jetzt in der Version 8, an. Mag sein, dass technisch einiges zwischen den Generationen liegt, im Alltag merke ich davon zu wenig.

Windows trieb schon eines meiner ersten Smartphones an

Vor einigen Jahren, nachdem ich von Palm und Psion weg war, kaufte ich mir ein Smartphone namens iPaq. Man beachte die Namensfindung. Das Gerät war von Compaq, trug die Modellbezeichnung H3970 und konnte via Bluetooth mit externen Geräten, etwa GPS-Empfänger gekoppelt werden. Als Betriebssystem kam Pocket PC 2003 zum Einsatz, also Windows. Relativ zuverlääsig navigierte mich der iPaq runde 700 Kilometer nach Regensburg. Ich war begeistert, alle, denen ich das Gerät zeigte auch. Zwei Tausendsassa, der Besitzer und sein Smartphone.

Später kaufte ich die diversen MDA-Geräte, wobei zwar der Name des Betriebssystems stetig wechselte, große Fortentwicklungen hinsichtlich der Features indes nicht zu verzeichnen waren. Bei einem der letzten MDA wurde es dann wenigstens geschafft, etwa bis zur zweiten Ebene des Systems eine Touchoberfläche aufzupfropfen. Danach kam wieder die mobil-untaugliche Windows-UI zum Vorschein.

Ich war im Großen und Ganzen zufrieden, wenn ich auch nie so recht erkannte, was mir die teuren Spielzeuge nun konkret im Alltag bringen. Apps, die damals noch nicht so hießen, gab es zwar, aber nur wenige, zudem über zersplitterte Marktplätze und mit teils haarsträubendem Installationsaufwand. Windows eben…

Das iPhone kommt

2007 kam Apple dann mit seinem iPhone an den Markt. Auf den ersten Blick sah ich für Smartphone-Veteranen keinen großen Vorteil in dem Device, wobei man bedenken muss, dass die erste Generation deutliche, dabei unnötige Limitationen, die zumeist durch den Exklusiv-Vertrieb über nationale Provider bedingt waren, aufwiesen. Apple hatte nach meiner damaligen Einschätzung lediglich ein weiteres mobiles Betriebssystem auf den Markt geworfen. Kein Grund zur Aufregung…

Allerdings adressierte das Unternehmen aus Cupertino zwei grundlegende Probleme bisheriger OS direkt vom Start weg. Zum einen war das iOS durchgängig auf Touch-Bedienung ausgelegt, so dass es keinerlei Inkonsistenzen in der Handhabung gab. Das war angenehm, aber als langjährigen Windows-Stift-Frickler haute mich diese Innovation nicht aus den Socken. Gewohnheit ist ein starkes Gift…

Was schnell zu einem handfesten Marktvorteil heranwuchs, war jedoch der App Store, nebst seiner einfachen Handhabung. Sehr gut war auch die Handhabung über iTunes, die indes nicht jedem so gut gefiel wie mir. Apple liess sich da allerdings nicht beirren. Schnell standen zigtausende Apps, großteils kostenlos zur Verfügung. Das Wörtchen „Produktivität“ begann, sich auch mit Smartphones freudig assoziieren zu lassen.

Ich stieg nicht um. Stattdessen kauft ich das erste Android-Phone, das G1. Nachdem ich einen vernichtenden Beitrag auf Dr. Web veröffentlich hatte, stieg ich doch um, so schnell ich konnte…

Evolution eines Smartphone-Nutzers: Back To Windows!

Mittlerweile bin ich nachhaltig bei Android gelandet, stieg beim iPhone 4 aus und verwende ganz aktuell ein HTC One X+. Auf Tablet-Seite allerdings bin ich dem iOS treu geblieben und verwende hier ein iPad der dritten Generation. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass auch ein Nexus 7 zu meinem Werkzeugkasten gehört.

Nun also kommt diesem Typen ein Windows Phone in die Finger. Ängstlicher Schnellcheck: Puh, nein, es ist nirgendwo Windows CE zu finden. Das System ist wirklich von Grund auf neu entwickelt. Erste Pluspunkte…

Trotz spärlicher Hardware-Specs läuft das OS extrem flüssig. Erstaunlich nur, dass die Windows Phones trotz relativ schlapper Spezifikationen preislich recht anspruchsvoll sind. Was einem so durch den Kopf geht…

Ich versuche, mit der jahrelangen Erfahrung aus Windows CE, Symbian, iOS und Android das System zu konfigurieren. Und gerate schnell ins Stocken. Ja, Windows Phone ist neu, so neu, dass es eine völlig separate Einarbeitung erfordert. Verflixt, das hatte ich doch eben erst bei Windows 8 schon bemängelt

Dabei setzt Windows Phone nirgends an. Ich hatte mir vorgenommen, zu schreiben, dass Sie, wenn Sie Erfahrung mit XYZ haben, schnell in die Bedienung eines Windows Phone rein kommen. Gibt es nicht, dieses XYZ. Am ehesten noch kommen Leute klar, die auch mit Windows 8 klar kommen. Hehe, gibt es da welche?

Sei’s drum. Das OS und das Phone fühlen sich gut an. Ich bin erst einmal nicht unzufrieden. Und Einarbeitungszeit, gut, die hat es in der Vergangenheit auch gebraucht. Denke ich so…

Windows Phone 8: Systemweite Integration nicht mit Android vergleichbar

Natürlich ist jeder Nutzer irgendwie anders. Insofern finde ich die aktuelle Marketingstrategie der Redmonder auch recht smart. Mit verschiedenen Testimonials versucht man zu suggerieren, das Windows Phone passe sich perfekt auf seinen Benutzer an. Das muss Geld gekostet haben. Im Wesentlichen passt sich wohl die Farbe des Start-Screens an, am Ende werden die installierten Apps über die breite Basis doch recht ähnlich sein, egal ob man Jessica Albas oder Gwen Stefanis Windows Phone anschaut. Auch dieser deutsche Koch, den ich gestern im Werbeblock eines TV-Senders mit seinem Windows Phone hantieren sah, wird vermutlich nicht stark aus dem Rahmen fallen.

Insofern dürfte es keine wilde Behauptung sein, wenn ich vermute, dass viele der Apps, die ich täglich auf einem Smartphone nutze, auch von vielen anderen Smartphonisten nicht völlig verschmäht werden dürften.

Vorweg schicken will ich noch, dass ich ein paar zentrale Bedienkonzepte völlig unabdingbar finde, die ich derzeit nur bei Android realisiert sehe.

  • Ich verwende eine alternative Tastatur mit Wort- und Satzvorhersage, die selbstlernend immer besser wird. Dabei sind Deutsch und Englisch als Sprachen eingestellt. Die Tastatur erkennt spätestens mit dem zweiten Wort, in welcher Sprache ich schreibe und passt die Vorhersagen entsprechend an. Wenn ich mit dem iPad schreibe, weiß ich, wie wenig ich inzwischen bereit bin, auf die alternative Tastatur zu verzichten.
  • Ich lese viel auf dem Smartphone und teile ebenso viel. Zumeist wandert Lesestoff in eine der diversen Read-It-Later Apps. Da ist es perfekt, dass Android das systemweite Teilen eingebaut hat. Jede App kann mit jeder installierten anderen App Inhalte teilen. Unter iOS können Apps, etwa RSS-Reader nur Inhalte an diejenigen Dienste weitergeben, für die der Entwickler der App das vorgesehen hat. Nerviges Detail: Die Zugangsdaten zu den immer gleichen Diensten müssen in jeder befähigten App manuell eingegeben werden. Unter Android steht das global zur Verfügung.
  • Ich diktiere viel. Trotz alternativer Tastatur setzt sich diese Anwendung mehr und mehr in meinem Alltag durch. Hier kann iOS voll mithalten. Das will ich gar nicht unterschlagen.
  • Widgets auf meinen Start-Screens halten mich über die wichtigsten Inhalte, etwa Mails, Social Media Kanäle, aber auch SMS auf dem Laufenden. Da ist der Notification-Screen von iOS kein Ersatz, sondern aus meiner Sicht sogar gänzlich nutzlos.

Unter Windows Phone 8 gibt es zwar ebenfalls die Möglichkeit, mehrere Sprachen für die integrierte Tastatur zu hinterlegen. Auch Wortvorhersagen bietet das System. Jedoch hat in meinen Tests kein automatischer Wechsel der Sprache stattgefunden. Vorhersagen kamen stets nur in deutscher Sprache. Zudem ist das Tastaturlayout nicht durchdacht. Gängige Sonderzeichen, etwa Fragezeichen oder das @ müssen umständlich über den Wechsel des angezeigten Tastaturbereichs ans Licht geholt werden. Unter Android reicht es, Tasten länger gedrückt zu halten, um die zusätzlich hinterlegten weiteren Zeichen wählen zu können. So ist die Windows Phone Tastatur für mich unter Produktivitätsaspekten keine Alternative.

Diktieren lässt sich mit dem Windows Phone ebenfalls recht gut. Mittlerweile funktioniert das sogar im E-Mail-Client. Wenn ich mich nicht völlig täusche, ging das unter Mango damals nicht. Dennoch muss ich konstatieren, dass die Geschwindigkeit und Erkennungsgenauigkeit unter Android deutlich besser ist.

Systemweite Apps-Integration hat Windows Phone nur für die eigenen Apps zu bieten und auch da nicht durchgängig. Wie bei iOS ist unter Windows Phone ein vorausdenkender Entwickler erforderlich. Wenn ich mir die verfügbaren Apps so anschaue, scheint es von dieser Sorte im Windows-Bereich noch nicht sehr viele zu geben…

Widgets gibt es nicht. Braucht man ja auch nicht, sagen Windows-Enthusiasten jetzt, wir haben ja Live Tiles. Diese gleichförmigen Farbblöcke, die entweder in ebenfalls gleichförmiger Typografie wenige Brocken eines Inhaltes anfragmentieren oder mit überbunter Hyperaktivität etwa die Bilder von Kontakten unter Strom setzen, um sie in einer Diashow nie geahnter Geschwindigkeit durch das Live Tile zu wirbeln. Mir ist unklar, worin der Nutzen ist. Selbst die nützlicheren dieser Kacheln können mich vom Konzept insgesamt nicht überzeugen. Ähnlich, wie schon zu Windows 8 bemerkt, fehlt es an einer akzeptablen Informationsdichte. Windows Phone verschenkt schlicht zu viel Platz an zu wenige Informationen. Das ist nur akzeptabel, wenn man jemand ist, der eben nur über ganz wenige Informationen verfügt…

Windows Phone 8: Apps sind gerade aus, kommen Sie nächstes Jahr wieder

Sie merken schon. Bereits bis hierhin bin ich von Microsofts Ansatz eines Smartphones nicht überzeugt. Meine siebenjährige Tochter nahm am Wochenende das HTC 8X in die Hand und fragte mich mit ernstem Blick, erst auf den Startscreen, dann auf mich: „Papa, ist das etwa eines dieser Senioren-Handys?“ Ich wollte erst spontan bejahen, bin dann aber meinem Bildungsauftrag treu geblieben…

Kommen wir nun zu dem größten Schwachpunkt überhaupt, dem Zustand des Stores. Sicherlich, es wird fast schon gebetsmühlenartig wiederholt, der schwache Bestand an Apps sei nur ein temporäres Problem. Das würde sich alles noch ganz großartig entwickeln. Rome wasn’t built in a day.

Déjà vu. Schon zu Mango-Zeiten, also vor einem Jahr, stand diese Aussage. Passiert ist seither wenig, jedenfalls nach meinem Eindruck und in Anbetracht dessen, was im Store tatsächlich zu sehen ist.

Aber wir haben Office, tjahaa

Man sei ja auch mehr an ernsthaften Inhalten für echte Office-Worker interessiert, hört man bisweilen von WP-Aficionados. Erstaunlicherweise feiern die offiziellen und inoffiziellen WP-Blogs dennoch jedes Angry Birds und Draw Something. Weißer Mann sprechen mit gespaltener Zunge…

Bei der Gelegenheit mal was zum Thema Office-Einbindung. Ich bin selber seit den späten Achtzigern Nutzer von Bürosoftware aus dem Hause Microsoft. Meine Diplomarbeit schrieb ich mit MS Word 5.0. Die ESC-Taste führte ins Menü. Wer erinnert sich noch daran?

Heutzutage bin ich täglich mehrere Stunden mit Excel beschäftigt. Dennoch, auf dem Smartphone habe ich Office noch nie, ich buchstabiere N-I-E, benötigt. Und auch in Zukunft wird sich das nicht ändern. Wenn ich Office unterwegs benötige, dann nehme ich ein Notebook mit. Die werden schließlich auch immer mobiler. Unerwarteter akuter Office-Bedarf? Kann ich mir nicht vorstellen, war in über 20 Jahren noch nicht der Fall. Insofern will ich die systemseitige Office-Integration bei Windows Phones gern der Vollständigkeit halber erwähnen, ich benötige sie nicht…

Neu & Angesagt: Hackfleisch-Rezepte

Dass der Store suboptimal bestückt ist, zeigen schnelle Blicke in nahezu beliebige Sektionen desselben. Unter Neu & Angesagt, ich wiederhole „angesagt“, finden sich Spitzen-Apps, wie „Unnütze Fakten“, „Axels Vokabeltrainer“, „How To Draw Animes“, etliche Rezepte-Apps, „Russian Tales Free“ und die weltberühmten „Muslim Inventions“.

Schaut man sich die Top Bezahl-Apps an, darf man sich durchaus wundern, das offenbar eine App, mit der man YouTube-Videos downloaden kann, die Spitze der Liste inne hat. Das spricht ja auch nochmal für die große Ernsthaftigkeit der Verwender der WP-Plattform.

Zwar ist eine Fülle von Apps auffindbar, die mit großen Namen spielen, Facebook kommt auffällig oft in App-Namen vor, jedoch sind diese Apps in aller Regel nicht von den Marken-Inhabern selbst erstellt. Ich hätte da Bedenken, vor allem, aber nicht nur, wenn es sich auch noch um Bezahl-Apps handelt. Wer weiß, wem man da a) Geld und b) Zugriff auf das Smartphone und dessen Daten gibt?!

Es gibt gute Apps, aber dann häufig außerhalb des Design-Standards

Es gibt sie natürlich, die guten Apps. Es stehen beispielsweise eine ganze Reihe der populären Games, die man von anderen Plattformen bereits kennt, bereit. Diese folgen nicht den Designprinzipien des Windows Phones. Auch wenn das naheliegend und erklärlich ist, es irritiert dann doch irgendwie, jedenfalls mich.

Andere Apps, etwa das unverzichtbare Evernote, halten sich zwar an das WP-Design, gewinnen dadurch jedoch nicht eben an Usability.

Wieder andere Apps werden unter Windows Phone nicht benötigt, so etwa Shazam oder Soundhound. Die Funktionalität der akustischen Song-Erkennung liefert die integrierte Bing-Suche gleich mit. Wo ich gerade bei Musik bin. Eine App für Spotify gibt es zwar, allerdings nicht über den deutschen Store…

Strich- und QR-Codes scannt übrigens die integrierte Bing-Funktion. Auch hierfür ist keine separate App erforderlich.

Die als wichtig identifizierten Apps, etwa Facebook, hat Microsoft gleich selbst realisiert. Das klingt erst einmal gut, bedeutet jedoch auch, dass die App nichts mit der offiziellen App zu tun hat. Wie, wann, welche Updates erfolgen, man weiß es nicht. Googles Dienste sind nicht vertreten, wenn man von Apps absieht, die von Entwicklern erstellt wurden, deren Zuordnung zu Mountain View mehr als fragwürdig erscheint…

Fazit: Windows Phone 8 ist alltagstauglich, wenn…

Das OS aus Redmond ist nicht schlecht. Ich hoffe, das ist in diesem Beitrag durchaus deutlich geworden. Und gäbe es nur Feature-Phones und keine konkurrierenden Systeme wie iOS und Android, dann wäre WP 8 sicherlich ein Riesen-Knüller. So können wir aber nicht an die Sache ran gehen. Die Konkurrenz steht Gewehr bei Fuß, ist teilweise günstiger und hat ein wesentlich besser gefülltes App-Arsenal zu bieten.

Es spricht wenig dafür, WP 8 einem der beiden anderen mobilen OS vorzuziehen. Man könnte sich höchstens auf den Standpunkt stellen, man möge WP 8 eben so gern, dass einem alles andere egal sei.

In diesem Sinne ist Windows Phone 8 für den Alltag zu gebrauchen, wenn

  • man eigentlich nur telefonieren und simsen möchte.
  • man die Zeiten der guten alten Feature-Phones wenigstens ein kleines Bisschen vermisst.
  • man tatsächlich unterwegs auf Office-Dokumente zugreifen will und kein Notebook besitzt.
  • man als Chef seinen Mitarbeitern das Phone bezahlt und froh ist, wenn die kaum Apps zur Ablenkung vorfinden.
  • man gern nach dem Prinzip Hoffnung lebt und sich mit der Erwartung auf bald mehr Apps sogar noch motivieren kann.
  • man gar kein Smartphone benötigt.
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Microsoft Surface: What happened to my disk space?

What happened to my disk space? So ist ein Kapitel in Microsofts Supportbereich zum neuen Surface-Tablet benannt. Neugierde brachte mich dazu, den kleinen Text zu lesen. Danach fühlte ich mich spontan in die Zeiten von Windows CE zurückversetzt und konnte mich des Gedankens nicht erwehren, dass eben Microsoft wohl doch auf ewig Microsoft bleiben wird. Innovationen dringen nie bis in den Kern der Produkte vor…

Auf den ersten Blick scheint das Surface mit einem Mindestspeicher von 32 GB dem iPad den Rang abzulaufen. Microsoft erhielt einiges Lob für die Entscheidung, einen größeren Gerätespeicher vorzusehen. Wenn man jedoch genauer hinschaut, wird deutlich, dass die Platzangabe – sagen wir – irreführend ist. Denn rund die Hälfte des Speichers wird durch interne Tools und Programme bereits in Anspruch genommen. Für den Benutzer bleiben von einem 32 GB Surface nur 16 GB zur freien Nutzung übrig.

Allein 5 GB beanspruchen die Windows Recovery Tools, erforderlich für die Wiederherstellung des Tablets im Störungsfall, weitere 8 GB genehmigt sich Windows RT nebst Office und den übrigen vorinstallierten Apps.

Zur Einordnung in den Tablet-Markt ist es natürlich erforderlich zu erwähnen, dass das Surface sowohl einen SD-Slot, wie auch eine vollwertige USB-Schnittstelle mitbringt. Insbesondere das letztgenannte Feature ist nicht üblich am Markt, wenn auch teilweise über zusätzliche Adapter nachrüstbar. Zusätzlich erhält der Surface-Kunde 7 GB freien Speicher in der Redmonder Cloud.

Unmittelbar wirkt sich die Beschränkung daher nur aus, wenn man sehr viele Apps installieren will, was allerdings bei einem Gerät, das antritt, um den Laptop zu beerben, tatsächlich einigen Umfang annehmen kann. So man in der Tat beabsichtigt, mit einem Surface seinen Laptop zu ersetzen, sollte man in jedem Falle das größere Modell mit 64 GB wählen. Davon bleiben immerhin 46 GB zur individuellen Nutzung frei.

Ich persönlich werde mir kein Surface kaufen. Wenn ich mir den Screenshot des Explorers ansehe, weiss ich, was auf mich zukäme…

Links zum Beitrag:

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Windows 8: Ich kaufe mir (k)ein Ultrabook…

Microsoft ist kein Hardware-Hersteller. Leider, möchte ich fast schon sagen, wenn ich mir ansehe, was die Hardware-Partner der Redmonder zum Launch des neuen Windows 8 eben nicht aufgeboten haben. Nur Hausmannskost wird geliefert, die Spezifikationen sind alte Bekannte. Was soll man damit? Lesen Sie die Erfahrungen eines wechselwilligen Mac-Nutzers…

Ein neues Notebook muss her

Ich brauche ein neues Notebook. Mein Macbook Pro 15 Zoll ist fast fünf Jahre alt und verhält sich, trotz einiger Aufrüstungsmaßnahmen, wie mehr Ram und schnellerer Festplatte, nicht mehr zeitgemäß. Greif zum nächsten Macbook Pro möchte man da rufen. Und tatsächlich war ich bereits kurz davor, den Bestellvorgang für die kleinere Variante des Retina Macbook auszulösen. Der Preis ließ mich noch einmal nachdenken. Wenn Windows 8 auf den Markt kommt, so dachte ich, dann kommen zeitgleich sicherlich auch neue Ultrabooks. Und die sind vermutlich weniger hochpreisig als die Edelrechner aus Cupertino.

Ich bin kein Ideologe. Natürlich arbeite ich gern am Mac, komme aber ebenfalls mit Windows-Geräten zurecht. An einem meiner Büroarbeitsplätze steht ein Acer Predator mit einem i5 und Windows 7 Ultimate. Ich kann nicht schlecht über das Gerät und das OS reden.

Insofern ist der Erwerb eines Ultrabook mit Windows 8 für mich absolut nicht ausgeschlossen. Ich staunte allerdings nicht schlecht, als ich mich heute über das existierende Angebot aktueller Hardware informierte. Dabei gehe ich stets gleich vor.

Zunächst stöbere ich frei in Amazons Angebot. Wenn es dort verfügbar ist, kaufe ich es auch dort, egal, um was es sich handelt. Ich bin Kunde des Prime-Angebots und das schon seit Jahren. Der Service im Störungsfall ist bei Amazon nach meiner Erfahrung völlig unschlagbar, Probleme mit Rückgabe und Umtausch hatte ich noch nie.

Ich finde dann auch schnell das Portfolio an Ultrabooks. Allerdings handelt es sich durchweg um stinknormale Standardgeräte, die seit Monaten verfügbar sind. Ich schränke die Suche weiter ein und verlange die Anzeige lediglich solcher Geräte, die mindestens 8 GB Ram in sich tragen. Das ist zwar im Grunde keine valide Vorgehensweise, jedoch assoziiere ich viel Ram mit relativ neuen Produkten. Es stellt sich heraus, dass ich in der Tat auf den ersten vier Plätzen der Suchergebnisübersicht Ultrabooks mit Windows 8 zu Gesicht bekomme.


Samsung Ultratouch: Gibt es noch nicht…

Es handelt sich um das Lenovo Ideapad Yoga 13, lieferbar ab dem 8.11., das Samsung Serie 5 Ultratouch, voraussichtlich lieferbar in vier bis sechs Wochen, das Asus Zenbook UX51VZ, lieferbar ab dem 8.11. und eine weitere Variante des Zenbook, lieferbar, sobald es verfügbar ist. Interessanter Zeitrahmen… Preislich bewegen sich die Geräte durchweg in der Range von 1.000 bis 2.000 Euro, können also einem Macbook in dieser Richtung das Wasser reichen.

Ich bin in doppelter Hinsicht erstaunt. Wann wird die PC-Industrie eigentlich die wichtigste Lektion, die man stets neu bei Apple lernen kann, verinnerlichen? Geräte müssen zum Startzeitpunkt verfügbar sein. Vor jeder neuen Macbook-Inkarnation geht der Store offline, um dann direkt nach der Keynote die neuen Geräte bestellbar, in aller Regel auch lieferbar zu präsentieren.

Ebenso erstaunlich finde ich die Preise. Gern wird Apple gebasht für seine Hochpreis-Strategie, jedenfalls wird sie gern so genannt. Viel zu teuer würde man Produkte verkaufen, die diese Preise überhaupt nicht rechtfertigen würden. Wie gesagt, die neuen Ultrabooks stehen Apple preislich in nichts nach…

Welches Notebook empfiehlt mir Microsoft?

Vielleicht hast du einfach nicht vernünftig gesucht, denke ich dann und komme auf die glorreiche Idee, doch einfach mal bei Microsoft selbst zu schauen, welche Geräte man mir eventuell empfehlen würde. Und tatsächlich findet sich auf Microsofts Website ein PC-Selektor, ein Assistent, der mit einigen Fragen arbeitet und aus den Antworten das ultimative Arbeitsgerät für den Suchenden ermitteln will.

Ich beantworte alle Fragen in die Extreme “besonders mobil” und “besonders leistungsstark” hinein. Am Ende erhalte ich die Empfehlung: “HP Spectre XT Ultrabook” Nanu…

Erhältlich sei das Gerät bei Idealo. Nochmal nanu…


Microsoft empfiehlt mir dieses Ultrabook. Danke, aber nein danke.

Man empfiehlt mir also ein Gerät, das nicht nur schon länger am Markt ist, sondern auch mit einer Auflösung von 1.366 mal 768 Pixeln, getrieben von einer Grafikkarte mit Shared Memory und einer Zwergen-SSD von 128 GB, gerade nicht die Gewähr für Top-Leistung bietet. Dann behauptet man, ich könne dieses Gerät bei Idealo beziehen, dabei ist Idealo bekanntlich kein Shop, sondern ein Preisvergleichs-Portal. Zudem führt Idealo das empfohlene Produkt zwar in seiner Datenbank, kann jedoch keinen einzigen Shop anzeigen, der das Gerät letztlich wirklich verkaufen würde.

Der gesamte PC-Selektor erweist sich damit als völig wertlos.

Ich reibe mir verwundert die Augen. Wollte Microsoft mit Windows 8 nicht durchstarten? Sollten die Verkaufszahlen nicht durch die Decke gehen? Wollen sie das erreichen durch falsche Empfehlungen, die es letztlich an der ausgewiesenen Stelle dann doch nicht gibt?

Ich treffe eine Entscheidung…

Und was ist mit den Herstellern los? Windows 8 ist doch nicht überraschend gekommen. Previews kursieren seit Monaten. Da sollte Zeit genug gewesen sein, dediziert schicke Geräte auf das kommende Windows abzustimmen und rechtzeitig zum OS-Launch auch in die Läden zu bringen.

Aber: Sie tun es nicht. Sie haben es im Grunde noch nie getan und beabsichtigen offensichtlich keine Änderung. Damit erweisen sie sich selbst und Microsoft einen Bärendienst. Denn Verkäufe werden durch die Kombination aus Hard- und Software getrieben. Das ist die wahre Errungenschaft eines Steve Jobs. Die Menschen achten auf Design, auf Usability und fordern funktionierende Gesamtpakete mit sinnvoll aufeinander abgestimmten Komponenten.

Microsoft und seine Partner wollen diesen Markt offenbar weiterhin ignorieren. Ich habe mir ein Macbook bestellt…

Links zum Beitrag:

  • Finden Sie Ihren neuen PC – Microsofts PC-Selektor
  • Startseite der Promo-Website zu Windows 8 – Microsoft