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Google Web Designer räumt auf mit Flash in Online-Anzeigen, mehr aber nicht

Googles neuestes, kostenloses Tool hört auf den vielversprechenden Namen Google Web Designer. Schnell ist Verdacht geschöpft, man könne es hier mit einem Konkurrenten des altehrwürdigen Dreamweaver zu tun bekommen. Tatsächlich lassen sich mit Google Web Designer theoretisch beliebige HTML-Seiten erstellen. Aber komfortabel oder auch nur praxisnah ist anders. Für die Gestaltung von bewegten Anzeigen in (vornehmlich) Googles Anzeigennetzwerk ist das Tool hingegen bestens geeignet.

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Google Web Designer: Abonniert auf Animationen

Was interessieren mich Anzeigebanner, denke ich so, als ich den kostenlosen Download des für Mac und Windows erhältlichen Werkzeugs anstoße. Vielleicht ist der Web Designer ja tatsächlich für das Web Design geeignet. Immerhin legt der Name es nun wirklich näher als nahe. Und deshalb versuche ich gleich gar nicht, eine Anzeige zu definieren, sondern eine beliebige HTML-Datei aus einem meiner Projekte zu öffnen.

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Ernüchterung stellt sich ein. Das geht nicht. Der Web Designer kann keine HTML-Dateien öffnen, die er nicht selbst erstellt hat. Sicherlich, die Beschränkung lässt sich durch Änderungen im Header oder schlichtes Copy and Paste umgehen, aber hier wird schon deutlich, dass ich es eben nicht mit einem HTML-Editor alter Schule zu tun habe.

Ich gebe nicht auf. Nachdem ich einen Quellcode aus einem meiner letzten Beiträge über die Zwischenablage in Googles Tool gezwungen habe, wechsele ich aus der Codeansicht in die Designansicht. Wieder stellt sich Ernüchterung ein. Während in der Codeansicht noch ein wirklich überzeugendes Syntax-Highlighting mitsamt automatischer Einrückung Freude verbreitet, ist die Designansicht doch eher etwas zum Abgewöhnen. Dies jedenfalls, wenn es um das Website-Design gehen würde.

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Erneut winkt Google Web Designer mit dem Zaunpfahl. Es ist in der Tat nicht für das Design herkömmlicher HTML-Seiten gemacht. Der Zugriff erfolgt über die HTML-Elemente (body, p, etc.). Jedes einzelne Element kann dann über ein Eigenschaften-Panel auf der linken Seite des Tools umfangreich manipuliert werden.

Dabei spielt Google Web Designer insbesondere da massive Stärken aus, wo es um Animationen in alle Richtungen, auch dreidimensionaler Art geht. Schneller als in jedem anderen Werkzeug, das ich kenne, hat man eine Rotation definiert und auf eine Timeline gebracht. Die Timeline erinnert mich an die gute alte DHTML-Timeline aus dem ersten oder zweiten Dreamweaver und natürlich ebenfalls an die klassischen Vorgehensweisen bei Adobes Flash.

An dieser Stelle beschließe ich, nicht länger zu versuchen, Google Web Designer beim Namen zu nehmen und erkenne an, dass es einfach ein tolles Werkzeug für die Werbebranche ist. Und die hat tolle Werkzeuge, die zeitgemäß sind, auch wirklich nötig. Denn immer noch dominiert im Netz das zwar nicht gute, aber immerhin alte Flashformat. Was im Desktop-Browser noch kein Problem darstellt, kann die mobile Nutzererfahrung komplett zerhäckseln.

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Responsives Ad-Design mit dem Google Web Designer

Google Web Designer: Ändert alles?

Die rasante Verbreitung mobiler Endgeräte, davon ein gutes Teil iOS-Devices, die bekanntlich vom Start weg Flash verweigerten, zwingt eigentlich zu Alternativen. Leider hinkt die Werbebranche dem Trend deutlich hinterher und verlässt sich lieber auf etablierte, wenn auch veraltete Produktionsverfahren für ihre Klick-Kampagnen.

Google Web Designer zeigt, dass der Umstieg nicht schwierig oder schmerzhaft sein muss, sondern sogar Freude bereiten kann. Googles Tool verlangt keine Coding-Kenntnisse und erlaubt auch Umsteigern in gewissem Umfang Erfolgserlebnisse. Schlussendlich kommt man aber nicht nur nicht um die Code-Erfahrung drum herum, will man das Optimum aus seinem Entwurf holen. Auch bei der Parametrisierung der Eigenschaften in den diversen Panels dürften völlige Code-Noobs nur mäßige Erfolge feiern.

So ist Google Web Designer in seiner jetzigen Inkarnation weder eine Komplettlösung für Web Designer, noch etwas für Banner-Neulinge. Wer aber schon über solide Kenntnisse in der Erstellung bewegter Anzeigenkampagnen für Netzbewohner verfügt, der kann mit Googles Tool recht schnell Fahrt aufnehmen und wird nach meiner Einschätzung nur wenig vermissen.

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Die UI erinnert schwer an die Adobe-Produktlinie

Das gilt auf jeden Fall, solange man AdMob oder DoubleClick anvisiert. Anzeigen für andere Anzeigennetzwerke lassen sich als "Generic" erstellen, bedürfen dann aber weiterer Anpassungen.

Der Code, den das Werkzeug generiert, kann sich, man glaubt es kaum, durchaus sehen lassen. Wir haben es nicht mit einem Frontpage für Bannerschrauber zu tun.

Fazit: Lassen Sie sich weder vom Namen, noch von der sehr an Photoshop und Dreamweaver erinnernden UI täuschen. Google Web Designer ist kein Tool für Einsteiger, weder für solche ins Webdesign, noch für solche ins Ad-Design. Denjenigen, die sich in letzterem bereits auskennen, sei das Werkzeug hingegen ans Herz gelegt. Für mich wär’s demnach auch nix…

Im Nachgang sei noch erwähnt, dass das Projekt umfangreich durch dokumentiert ist. Zusätzlich erläutert ein ganzer Reigen von Videos die individuellen Features des Werkzeugs im Detail. Wer sich also einarbeiten will, der findet beste Voraussetzungen vor. Einen ersten Überblick verschaffen Sie sich mit dem folgenden Video:

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Inspiration Showcases

Geht doch: 25+ schicke Websites aus dem Homepage-Baukasten

Heute wollen wir uns mal wieder mit einem der Lieblingsthemen professioneller Designer beschäftigen – dem Homepage-Baukasten. Alles Geschimpfe nutzt nichts, die Dinger sind einfach nicht aus der Welt zu reden. Im Gegenteil, es werden eher mehr denn weniger. Das Versprechen ist aber auch zu verlockend. Ohne technische Kenntnisse soll man hervorragend aussehende Websites im Handumdrehen gestalten können. Da freut sich die Betreiberin des kleinen Schmucklädchens um die Ecke ebenso wie der Inhaber der Zweirad-Schrauberbude in Hintertupf. Manch Service richtet sich mittlerweile sogar direkt an Printdesigner, die sich ein Stück vom Webdesign-Kuchen abschneiden wollen. Egal, zu welcher Gruppe Sie gehören. Die folgende Zusammenstellung von Beispielen verschiedener Dienste zeigt, wie weit Sie im Spätsommer 2013 ohne Code-Kenntnisse kommen können…

Eins sei noch vorweg geschickt. Die folgenden Beispiele können zwar ohne Code-Kenntnisse, nicht jedoch ohne Ideen realisiert werden. Das grafische Konzept, das Navigationsdesign, die Informationsarchitektur, das alles nimmt Ihnen natürlich ein Homepage-Baukasten nicht ab. Es sei denn, Sie können und wollen Ihr Konzept in eines der stets vorhandenen, vorgefertigten Templates pressen. Individualität erreichen Sie dann jedoch nicht.

WebStartToday.com

Wie die meisten bekannten Homepage-Baukästen richtet sich auch  WebStartToday an kleine Unternehmen und Freiberufler. Auf der Basis eines Drag-and-Drop-Interfaces kümmert sich der Baukasten ansatzweise auch um SEO-Freundlichkeit. Geboten werden Tausende von Templates aus 72 Branchen, womit weite Bereiche real existierender Bedarfe abgedeckt sein dürften. Der Dienst bietet bei der Anpassung der Templates hilfreiche Tipps und Tricks, vor allem auch mit Blick auf SEO und kann im ersten Jahr komplett kostenfrei verwendet werden.

Reed Grey Woodworking

AquaVie Day Spa

Electrify Fitness

Intuit.com

Auch Intuit wendet sich an die Zielgruppe kleiner Unternehmen. Hier findet man lediglich einige hundert Designs vor, dafür glänzt der Dienst mit ausgezeichnetem Support, bietet E-Commerce- und Social-Media-Integration. Intuit kann 30 Tage lang kostenfrei ausprobiert werden.

Coco Lassial Apron Co.

Gentle Hands Canine Care

Elk Mountain Rentals LLC

Wix.com

Wix ist schwer zu schlagen, wenn man mal vom Namen absieht, denn Wix ist kostenlos. Es gibt zwar Premium-Angebote, diese beziehen sich jedoch auf Speicher und Bandbreite, das Featureset des Dienstes an sich ist kostenlos nutzbar. Wix bietet wenige vorgefertigte Designs, aber viele Möglichkeiten, eine Website zu gestalten, wenn man denn eine Idee hat, wie diese aussehen soll. Wenig verwunderlich, dass Wix zu den Lösungen gehört, die auch von Webdesignern eingesetzt wird.

Sue-Sue’s

The Punch and Judy Show

Richard Overton

Breezi.com

Breezi richtet sich direkt an Webdesigner, die den Einstieg in den Code vermeiden wollen (oder mangels Know-How müssen). Breezi limitiert seine Nutzer kaum. Auch anspruchsvolle Designs sind damit machbar. Erstellte Sites können mit einer Fülle zusätzlicher "Apps" aufgepeppt werden und sind automatisch responsiv. Designs in Breezi sind sog. Skins, die in Sekundenschnelle über die vorhandene Site gestülpt werden können – interessant für Wankelmütige.

BlackStoneIndonesia

Katherine Morgan Design

Fragments of Winter

Christine Brizendine

Design Printworks

Mint Wedding Cinematography

Weebly.com

Weebly ist beliebt bei vielen Menschen, aber vor allem bei Budgetorientierten. Denn Weebly gehört zu den günstigsten Diensten, ist im Basis-Featureset sogar kostenlos. Der Dienst erzeugt standard-kompatible Sites, die SEO-optimiert, Social Media vorbereitet und mit Analytics ausgestattet sind. Neben Apps für iOS und Android bietet Weebly seit kurzem Optionen zur Erstellung mobil-freundlicher Seiten.

Arancini Bros.

Zestwishes.co

Kaylee’s Education Studio

IM-Creator

Auch IM-Creator richtet sich neben der Zielgruppe der Kleinunternehmen und Freelancer direkt an Designer, die den Einstieg in das Coding scheuen. Die vorhandenen Templates sind in ihrer Mehrzahl von freiberuflichen Webdesignern beigesteuert worden – vermutlich ein Grund, wieso IM-Creator zu den vielfältigeren seiner Art gehört.

Wiggley Bottom Farm

Alex Steenfeldt

Chikin and Fish

Quails in the Nest

TheDigitalArtist.com

MoonFruit.com

MoonFruit richtet sich ebenfalls an Freunde des geringen Budgets. Kommt Ihre Site mit 20 MB auf 15 Seiten aus, dann kostet MoonFruit keinen Cent. Premium-Pläne bieten mehr Speicher und Bandbreite, sowie mehr Features, etwa E-Commerce-Unterstützung und bald auch den Betrieb von Blogs.

Shortlaunch.com

Emma Illustration

In Your Dreams

Re-loved Vintage

Raw Xclusive

Webydo.com

Webydo kann zwar grundsätzlich von Endkunden verwendet werden, Zielgruppe ist aber eindeutig der Designer. Webydo ist ambitioniert gestartet und steht mittlerweile auch als White-Label-Variante zur Verfügung. So kann sich jeder Designer in Webydo häuslich einrichten. Das System übernimmt auf Wunsch sogar die Rechnungsstellung gegenüber den Kunden. Etliche Kooperationen mit etwa E-Commerce-Firmen sind darauf angelegt, die Fähigkeiten von Webydo in Bereiche zu erweitern, in denen man bislang nicht um das Coding herum kommt.

Stella and Lori

Yoav Gurin

Gallery Born

Punko

Wie die gezeigten Websites erkennen lassen, sind die Zeiten, in denen Website-Generatoren nur Schund produzierten, endgültig vorbei. Wenn man sich nun noch vorstellt, dass diese Tools von erfahrenen Designern bedient werden und nicht direkt vom Endkunden, dann könnten da richtige Schmuckstücke entstehen. Die Vorteile für berufsmäßige Seitenersteller liegen auf der Hand. Die Erstellungsdauer wird verkürzt, der Preis kann sinken, muss aber nicht. In jedem Fall können Designer Zeit sparen, was sich – so oder so – wieder finanziell auswirken wird.

Natürlich gerät jeder Website-Baukasten an seine Grenzen, wenn es um die Erstellung komplexer Web-Apps mit Interaktionsmöglichkeiten geht, aber die durchschnittliche Web-Präsenz schafft er definitiv.

(th/dpe)