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JavaScript & jQuery Programmierung

Slip.js: Kleines Script zur Touch-Optimierung von Listen in Web-Apps

Slip.js begegnete mir schon vor einigen Wochen, hinterließ jedoch auf den ersten Blick nicht genug Eindruck. Nun aber hatte ich einen konkreten Anwendungsfall und ich erinnerte mich, Sie kennen das, da doch etwas gesehen zu haben. Jetzt, in der konkreten Umsetzung muss ich einräumen, dass Slip.js für die Erstellung sortierbarer, oder generell bearbeitbarer Listen per Touch eine ziemlich clevere Sache ist.

Noch mehr JavaScript-Scripts gibt es hier.

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Slip.js: Swipen, was das Zeug hält

Slip.js stammt aus den Hirnwindungen des in London ansässigen Polen Kornel Lesinski, der auf Twitter lediglich unter dem Namen Kornel und mit einer Website namens Pornel auftritt. Hmm. Seine Brötchen verdient er bei der Financial Times, im dortigen FT Lab. Hier werkelt er an Konzepten mit (hoffentlich) Zukunft. Kornel ist kein Unbekannter. Aus seiner Feder stammen die populären Bildverkleinerer ImageOptim, ImageAlpha und pngquant. Slip.js schlägt jedoch bereits zum jetzigen Zeitpunkt alle seiner bisherigen Projekte in Sachen Popularität um ein Mehrfaches.

Dabei ist Slip.js auf den ersten Blick eher unspektakulär. Smartphone-Nutzer sind es gewohnt, Listen per Swipegesten umsortieren, Elemente löschen, sie generell per Touch bearbeiten zu können. Bedenken muss man dabei allerdings, dass dieses Feature nur für native Apps einfach umzusetzen war. Das Besondere an Slip.js ist, dass es Swipegesten wie in nativen Apps für Web-Apps zugänglich macht.

Mit Slip.js lassen sich Listen-Items per Swipe an eine andere Position bringen, löschen oder mit Interaktion versehen. Das folgende kleine GIF zeigt ziemlich gut, was Sie erwarten dürfen:

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Das Swipen nach rechts und links lässt sich mit Features, wie Löschen oder Teilen versehen. Das Ganze funktioniert mit benutzerdefinierten DOM-Events und ist recht code-sparend umzusetzen. Slip.js funktioniert vollkommen unabhängig von anderen Bibliotheken. Völlig ungewohnterweise ;-) müssen Sie lediglich slip.js in den Head Ihres Projektes einbinden, um die Funktionalität voll nutzen zu können.

Das kleine Script ist frei verwendbar und mit einer BSD-Lizenz versehen. Slip.js läuft mit allen erwähnenswerten mobilen Browsern, als da wären iOS Safari, Firefox Mobile, Chrome Mobile und die beiden Versionen von Opera Mobile.
Das Script ist noch nicht perfekt. Die nächsten Features werden wohl das Scrollen des Browserfensters, wenn man den Rand des Viewports erreicht, das Sichtbarmachen der UI hinter dem Listenelement, sowie anpassbare Verzögerungen und Animationen sein. Schaumermal…

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E-Business Rechtliches

Smartphone-Apps als Herausforderung für Datenschutz und Sicherheit

Smartphones sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und unser ständiger Begleiter in der modernen Geschäftswelt. Laut einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes BITKOM hat jeder dritte Deutsche ein Smartphone. Schätzungen zufolge werden in diesem Jahr mit einem Anteil von 55 Prozent erstmals mehr Smartphones als sonstige Handys verkauft.

Mindestens ebenso populär wie die Smartphones sind die Apps, die schnell über einen in das Betriebssystem integrierten Online-Shop bezogen und direkt auf dem tragbaren Gerät installiert werden können. Was jedoch noch wenige wissen ist, dass zahlreiche Apps datenschutzrechtlich bedenklich sind, da sie personenbezogene Daten ohne unser Wissen an den App-Anbieter übermitteln. Dieser kann aufgrund der so ermittelten Daten Personen- und Nutzerprofile erstellen, die er an die Werbewirtschaft verkaufen kann.

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Welche Daten werden beim Herunterladen einer App erhoben und verarbeitet?

Wenn der Nutzer aus einem Online-Store eine App herunterlädt und diese beispielsweise auf seinem Smartphone installiert, werden personenbezogene Daten des Nutzers sowohl vom Online-Store Betreiber als auch vom App-Anbieter erhoben und verarbeitet. Dabei unterscheidet man zwischen automatisiert und vom Nutzer selbst übermittelten Daten.

Vom Nutzer eingegebene Daten

Zu den Daten, die der Nutzer selber eingibt, gehören beispielsweise seine Anmeldedaten. Um beim iTunes Shop (iphone) oder bei Google Marketplace (Samsung Smartphone) einkaufen zu können, muss der Nutzer sich beim jeweiligen Shop-Betreiber registrieren. Dafür muss er seine personenbezogene Daten wie Name, E-Mail Adresse etc., angeben, die dann an die App-Anbietern weitergeleitet werden.

Außerdem kann der App-Anbieter Daten des Nutzers erheben und speichern, die der Nutzer während der Verwendung der App erzeugt. Ein Beispiel dafür sind die Warenbestellung und die Games-Stores sowie Kommunikationsinhalte, wenn der Nutzer mit anderen App-Nutzern über die App kommuniziert.

Automatisiert übermittelte Daten

In einigen Fällen erhebt der App-Anbieter eine Kennziffer, die sogenannte UDID (unique device identifier). Damit kann der App-Anbieter Smartphones oder iPads eindeutig identifizieren und zusätzlich Nutzerstatistiken erstellen.

Bei zahlreichen Apps wie beispielsweise Google, Hotelbewertungen und Reise- und Navigations-Apps werden Informationen zum Standort der Nutzer erhoben. Außerdem können Apps wie etwa Facebook und WhatsApp auf alle lokal gespeicherten Daten zugreifen und Adressbücher und Kalendereinträge des Nutzers auslesen.

Anwendbarkeit Deutschen Datenschutzrechts

Grundsätzlich sind deutsches Datenschutzrecht und die Spezialvorschriften des Telekommunikationsgesetzes sowie des Telemediengesetzes anwendbar, wenn ein App-Anbieter in Deutschland Daten erhebt und verarbeitet. Häufig sind es jedoch ausländische Unternehmen, die Apps anbieten. Hier ist es in der Praxis sehr schwierig, deutsches Datenschutzrecht gegenüber ausländischen App-Anbietern durchzusetzen.

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Umsetzung der Vorgaben für App-Anbieter

Grundsätzlich sollten sich App-Anbieter und Entwickler von Apps an den einschlägigen Gesetzen orientieren und die Betroffenenrechte wahren. Nur dann werden sich langfristig die geschaffenen Lösungen durchsetzen und vom Nutzer akzeptiert werden.

So ist beispielsweise gem. § 13 Abs.1 TMG der App-Anbieter verpflichtet, zu Beginn des Nutzungsvorgangs über die Art, den Umfang und die Zwecke der Erhebung und Verwendung personenbezogener Nutzerdaten (…) in allgemein verständlicher Form zu unterrichten. Die Transparenz, die mit dieser Regelung geschaffen werden soll, wird jedoch leider nicht erreicht, wenn die Datenschutzerklärung etwa zu spät erfolgt oder schlichtweg zu lang formuliert ist.

Obwohl heute in mobilen App-Stores ein Button „Rechtliches“ eingebaut ist, kommt es in der Praxis kaum vor, dass der Nutzer die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung wirklich anklickt und abruft. Hier ist es sinnvoll, andere Lösungen zu integrieren. Die Datenschutzerklärung sollte besser erreichbar und für den Nutzer jederzeit abrufbar sein, zum Beispiel durch die Einbindung eines Links.

Es ist jedoch nicht nur vorgeschrieben, über die Erhebung der Nutzerdaten zu unterrichten, sondern der Nutzer muss vor der Erhebung und Verwendung seiner Daten durch den App-Anbieter auch seine Einwilligung erteilen. Gem. § 13 Abs. 2 TMG kann die Einwilligung elektronisch erklärt werden, wenn der Diensteanbieter sicherstellt, dass

  1. der Nutzer seine Einwilligung bewusst und eindeutig erteilt hat,
  2. die Einwilligung protokolliert wird,
  3. der Nutzer den Inhalt der Einwilligung jederzeit abrufen kann und
  4. der Nutzer die Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen kann. Die Umsetzung der gesetzlichen Regelungen ist für beide Seiten sinnvoll: Der App-Anbieter kann besser nachweisen, ob die Einwilligung wirklich vom Nutzer erteilt wurde und gleichzeitig hilft es dem Nutzer, besser nachzuvollziehen, welche Einwilligung er erteilt hat.

Recht auf Löschung von Daten

Der App-Nutzer hat grundsätzlich einen Anspruch auf Auskunft und Löschung seiner Daten nach dem Bundesdatenschutzgesetz. Das heißt, der App-Anbieter muss auf Verlangen des Nutzers Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten Daten geben. Auf Verlangen des Nutzers müssen diese vom App-Anbieter gelöscht werden.

Ein Löschungsanspruch kann sich jedoch auch ergeben, wenn die personenbezogenen Daten für die Erfüllung des Zwecks nicht mehr erforderlich sind (gem. § 35 Abs.2 BDSG). Das bedeutet, sie müssen zum Beispiel gelöscht werden, wenn der Nutzer die App löscht. Allerdings wird dies dem App-Anbieter in den seltensten Fällen bekannt werden. Hier sollte überlegt werden, ob nicht eine regelmäßige Löschung nach einem bestimmten Zeitraum, indem der Nutzer die App nicht benutzt hat, empfehlenswert wäre.

Fazit: Es gibt zwar zahlreiche Vorschriften und Datenschutzgesetze, die von App-Anbietern eingehalten werden müssten. Häufig werden diese jedoch von App-Anbietern ignoriert. Die Entwicklung geht zunehmend dahin, dass die App-Nutzer kritischer werden, mehr Bewusstsein für den Datenschutz entwickeln, unsichere Apps nicht mehr auswählen oder zunehmend ganz darauf verzichten. Daher ist App-Anbietern zu raten, sich mehr um das Thema Datenschutz zu kümmern und die bestehenden Regelungen des Datenschutzes schon in der App-Entwicklung zu beachten.

Die Autorin:

Mira M. Martz ist Rechtsassessorin und und war nach Ihrem zweiten Staatsexamen mehrere Jahre in der Unternehmenskommunikation in Berlin tätig. Stationen waren unter anderem zwei Bundesverbände und die Kommunikationsagentur Doebler PR. Bei der Rechtsanwaltskanzlei Schürmann Wolschendorf Dreyer ist sie für die Kommunikation und das Marketing zuständig.

Die Kanzlei Schürmann Wolschendorf Dreyer betreut namhafte nationale und internationale Unternehmen, Freiberufler und Kreative im Urheber- und Medienrecht, Gewerblichen Rechtsschutz, IT- und Datenschutzrecht sowie den angrenzenden Rechtsgebieten des Handels-, Gesellschafts- und Steuerrechts.

Auf der Kanzlei-Website Medien und Marken erscheinen regelmäßig Fachaufsätze zu Rechtsfragen aus dem digitalen Themenspektrum.

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Hardware Inspiration

Samsung Galaxy Note 2: Interessant…

Seit kurzem kann das Samsung Galaxy Note 2, Nachfolger des ersten sehr großen Smartphones aus Südkorea, käuflich erworben werden. Der prominente Filmemacher Wim Wenders wird als Testimonial eingesetzt. Samsung versucht, das Gerät als ideal für kreative Berufe zu positionieren. Ich fühlte mich angesprochen und sah mir das Gerät näher an.

Mal vorweg: Wenn ich ein Gerät teste, dann nicht anhand der technischen Spezifikationen und Benchmarks, sondern im Alltag. Das Galaxy Note 2 unterstützt mich entsprechend seit zwei Wochen in meinen täglichen Abläufen und begleitete mich bereits auf ein recht rauhes Rock-Festival, auf eine Groß-Baustelle, beim Joggen und auf eine sehr nette Dienstreise nach Freiburg im Breisgau, der sonnigsten Stadt Deutschlands. Die wesentlichen Funktionen, jedenfalls nach meinem Anforderungsprofil, konnte ich so aussagefähig testen.

Mein Fazit: Interessant…

“Interessant”. So umschrieb mein Musiklehrer stets eine Leistung, die ihn nicht überzeugen konnte. Und so will ich das Wort auch erstmalig in diesen Kontext stellen. Ich erkläre natürlich gern warum.

Samsung Galaxy Note 2: Intelligent vermarktet

Samsung bewirbt das Note 2 mit diesem Video:

http://www.youtube.com/watch?v=EHS2_W_k5cI

Man zeige mir eine Person, die ob der dort gezeigten Möglichkeiten nicht in den sofortigen Kaufmodus wechselt und nur noch nach dem Bestell-Button sucht. Und in der Tat bietet das Gerät derlei Möglichkeiten auch an. Allein, sehr praxistauglich sind sie nicht…

Das Galaxy Note 2 ist im Wesentlichen eine größere Variante des Galaxy S3. Das betrifft die Optik und auch die sonstigen Leistungsmerkmale, mit Ausnahme der Displaygröße und des S-Pen.

Der S-Pen ist ein Stift, der wesentlich ist für alle Kreativfunktionen, die das bereits erwähnte Video visualisiert. Anders als andere nachkaufbare Stifte für kapazitive Displays ist der S-Pen deutlich leistungsfähiger, denn das Display reagiert bereits, wenn das Note den Stift nur in der Nähe wahrnimmt. Die Spitze des S-Pen wird bereits ohne Berührung des Displays als kleiner Kreis auf dem Screen angezeigt. Auf diese Weise sind Hover-Effekte möglich. Beim Websurfen funktionieren unter Verwendung des S-Pen Hover-Effekte, die eigentlich auf Mausbedienung ausgelegt waren. In den eigenen Apps macht Samsung extensiv, aber nicht vollumfänglich Gebrauch davon. Das ist eine neue Dimension der Tabletnutzung, allerdings in der Form eines Proof Of Concept.

Samsung Galaxy Note 2: im Alltag kein Knüller

Der Haken an der Sache ist nämlich, dass der S-Pen ansonsten nur da funktioniert, wo die entsprechende App gezielt auf Pen-Nutzung abgestimmt ist. Das ist naheliegenderweise nur bei Samsungs eigenen Apps auf dem Note der Fall. Entsprechend startet das Note 2 beim Entfernen des S-Pen aus dem Gerät ein Widget mit den kreativen Angeboten des Hauses.


Evolution der Smartphones? Von links nach rechts: HTC Sensation, HTC One X, Note 2, Nexus 7

Abseits der Spezial-Apps für den S-Pen, auf die ich später noch zurück kommen werde, bleibt das Note 2 ein übergroßes Galaxy S3. Und in diesem Modus arbeitet man die meiste Zeit des Tages. An dieser Stelle reduziert sich die Faszination der Neuerfindung des Smartphones, wie es Samsung gern bezeichnet, auf Normalmaß.

Denn, so verwendet, ist das Note 2 vor allem eines, klobig und unhandlich. Ich bin fast 1,90 Meter groß, verfüge über entsprechende Dimensionen und kann dennoch das Note 2 nicht bequem in einer Hand halten, geschweige denn, es mit einer Hand bedienen. Sicherlich, ich kann es in der hinteren Hosentasche transportieren. Es passt dort hinein. Auch eine Hemdtasche ist logistisch in Ordnung. Ein relativ geringes Gewicht tut sein übriges.


Note 2 links, Nexus 7 rechts: Größenvergleich

Ohne Hemdtasche beginnt das Problem dann, wenn man sitzen möchte. In der Tasche lassen wäre zu gefährlich, so verwindungssteif wird das Gerät nicht sein. Am Ende sucht man permanent nach Plätzen, an denen man das Note 2 deponieren kann. Ständig schweift der Blick auf diesen Platz, um sicher zu stellen, dass es nicht zwischenzeitlich entwendet wurde. Auf Dauer nervt das.

Die Handlichkeit, speziell wenn es um Einhandbedienung oder die Fotografie geht, ist nicht als solche zu bezeichnen. Man kommt sich vor, als würde man einen Ziegelstein auf Augenniveau heben; nicht vom Gewicht, aber von der Ausdehnung her.

Im Auto wiederum ist die Größe des Geräts ein Vorteil. Während der Fahrt ist ein Smartphone umso besser bedienbar, je größer es ist. Während der Fahrt zittert der Finger, kleine Displays erschweren das Treffen. Andererseits, welche Nutzung überwiegt? In meinem Fall ist es jedenfalls nicht die Fahrzeugnutzung…


HTC One X links mit “echteren” Farben, Note 2 blaustichig, flau

Ein generelles Problem der Samsung-Modelle nervt mich zudem. Das Weiß ist stets hellblau, mindestens flau, jedenfalls nicht weiß. So verfälscht das Note 2 die Darstellung und kann keinesfalls als Highend-Display bezeichnet werden. Besonders auffällig ist der Unterschied, wenn ich es mit meinem HTC One X oder Nexus 7 vergleiche, die beide wirklich ein sauberes Weiß dort zeigen, wo es vorgesehen ist.


HTC One X links, Note 2 rechts: Deutliche Unterschiede in der Farbdarstellung, beide Displays auf 100%

S-Pen und die Apps: Inseln ohne Anschluss ans Weltnetz

Kommen wir zurück auf die speziell angepassten Apps. Neben den S-Pen-Apps baute Samsung einige Widgets mit den bevorzugten Anwendungen, den bevorzugten Einstellungen und so weiter und platziert sie prominent auf einem der Homescreens. Diese Widgets wirken – vorsichtig ausgedrückt – konservativ. Man könnte das Design auch als altbacken, als Neunziger bezeichnen. Dieses Layout dominiert ebenso die speziellen S-Pen-Apps.


Homescreen-Widget Marke Samsung

Hier können Notizen, Memos und andere Formulare handschriftlich bestückt werden. Ich habe im letzten Jahrhundert schon modernere Formulare verwendet. Wer sich der Mühe unterzieht, die Vordrucke zu benutzen, deren Ergebnisse speichert, hat sie auf dem Gerät gespeichert. Eine Cloudintegration müsste man selber entwerfen, ein Zugriff auf die Daten über andere Anwendungen als die S-Pen-Apps ist nicht vorgestaltet.


Homescreen-Widget bei Entfernung des S-Pen aus dem Slot

S-Pen ist im Ergebnis eine – schon recht imposante, aber dennoch – Insellösung, die auf dem Note 2 funktioniert, aber eben nur dort und ohne Interaktion mit anderen Herstellern. Die Geschwindigkeit des Android-Gerätemarkts lässt nicht den Schluss zu, dass sich daran etwas ändern wird. Jeder kocht sein eigenes Süppchen.


Nicht so richtig nützlich: S-Pen Memovorlage

Note 2 und die Rechneranbindung

Android-Smartphones sind an sich bekannt dafür, in Sachen Rechneranbindung völlig problemlos zu sein. In aller Regel reicht es, das Gerät per USB anzustöpseln und schon stehen ein oder mehrere Laufwerksbuchstaben bereit, über die der Zugriff auf die Smartphoe-Inhalte erfolgen kann.

Das Note 2 arbeitet so nicht. Samsung empfiehlt die Installation der Verwaltungssoftware Kies, die für PC und Mac verfügbar ist. Ich lehne ab. Kies habe ich schon im Zusammenspiel mit meinem S2 nur zähneknirschend akzeptiert. Ich brauchte es aber, um Firmwareupdates machen zu können.

Alternativ kann das Note 2 als Mediengerät unter Windows eingebunden werden. Hier erscheint es dann im Arbeitsplatz zwar nicht mit Laufwerksbuchstaben, aber dennoch im Vollzugriff auf die Inhalte. Leider, und das scheint bei Samsung irgendwie ein generelles Problem zu sein, funktioniert dieser Modus nicht zuverlässig. In den unpassendsten Momenten verabschiedet sich das Note 2 aus meinem Windows Explorer und lässt sich nur mittels Neustart zur erneuten Zusammenarbeit bewegen. Das ist nervig und letztlich unnötig.

Unter Mac ist die Installation des Aufsatzes Android File Transfer erforderlich. Dieses Tool gewährleistet unter Mac einen Zugriff wie unter Windows. Das Note 2 erhält keinen Laufwerksbuchstaben, steht aber ansonsten voll zur Verfügung.

Möchte man lediglich Fotos importieren, steht ein expliziter Kamera-Modus auf dem Note 2 zur Verfügung. So erkennt mein iPhoto auf dem Mac das Note 2 in diesem Modus und erlaubt den Import der Camera Roll. Allerdings erweist sich dieser Modus zumindest bei mir als ebenso unzuverlässig wie die Einbindung als Mediengerät, funktioniert mithin mal und mal nicht.

Da lobe ich mir mein ansonsten verwendetes HTC One X, bei dem ich diese Probleme noch nie hatte, was sicherlich nicht zuletzt an der konventionellen Einbindung mittels Laufwerkzuordnung liegen mag.

Samsungs Kamera im Note 2

Smartphoneography ist der Renner. Deshalb will ich noch ein paar Worte zur verbauten Optik verlieren:

Ich habe die Kamera im Samsung Galaxy S2 geliebt. Man sollte meinen, dass nachfolgende Modelle entweder identisch, mindestens aber nicht schlechter sein würden. Die Kamera des Note 2 ist in Ordnung, die Qualität ist nicht erbarmungswürdig. Ein Knüller ist sie indes auch nicht. Jedenfalls ist die Bildqualität des Note 2 kein schlagendes Kaufargument.

Ein paar Beispiele gefällig?

Note 2: Weißes Zubehör für schwarzes Phablet

Ich staunte nicht schlecht, als ich das mitgelieferte Zubehör, ein USB-Kabel, einen Ladestecker und ein In-Ear-Headset, auspackte. In reinstem Weiß werden diese Teile mit dem schwarzen Note geliefert, was zumindest unpassend wirkt.

Nicht bloß Geschmackssache ist die Tatsache, dass der Micro-USB-Stecker zu kurz ausgeführt ist. So sitzt er nicht fest genug im Note, wackelt und hat Luft. Das wiederum führte in meinen Tests dazu, dass das Gerät teilweise nicht geladen wurde, obschon rein optisch der Stecker im Gerät zu sitzen schien und Rechnerverbindungen aus dem gleichen Grunde abbrachen. Eine ähnlich schlechte Ausführung einer Steckverbindung fand ich nur noch bei einer externen USB-Festplatte von Western Digital vor. Da löste ich das Problem, indem ich den Stecker mittels Gewebeband an das Laufwerk klebte. Leider ist das keine probate Lösung für ein Smartphone…

Samsung Galaxy Note 2: Sonstige Auffälligkeiten, Schutzhüllen erforderlich

Optisch macht das Note 2 was her. Es wirkt deutlich eleganter als das Vorgängermodell und täuscht so gekonnt über den Umstand hinweg, dass es – wie bei Samsung üblich – ein Plastikbomber ist. Insofern können alle Kritikpunkte, die schon für S2 und S3 Geltung hatten auch hier angebracht werden.

Natürlich wirkt eine Kunststoffausführung umso negativer, je größer das Device ist. Ich kann nicht beurteilen, wie es nach einem Jahr Dauergebrauch um die Verwindungssteifigkeit des Note bestellt sein wird.

Die hintere Abdeckung ist, ebenfalls üblich, dermaßen dünn ausgeführt, dass man stets in Sorge ist, wenn man sie mal abnehmen oder wieder anbringen muss. Zum Schutz der Rückseite habe ich deshalb ein Hardcase gekauft, nämlich das LuvTab Cover Case, das es hier bei Amazon (kein Affiliate-Link) für günstige 5,99 EUR gibt. Und so sieht es aus:

Würde ich das Note 2 indes dauerhaft zu meinem Begleiter machen, entschiede ich mich für die Ultra Slim Leder Tasche von Supremery, die ebenfalls bei Amazon (kein Affiliate-Link) für schon weniger schlanke 24,95 EUR erhältlich ist. Die Tasche ist preislich zwar überzogen, vor allem in Anbetracht offensichtlicher Verarbeitungsmängel, wie Kleberückstände auf dem Leder. Zudem muss das Case erst einige Tage an der frischen Luft gelagert werden, um den beißenden Geruch los zu werden, der einem entgegen schlägt, wenn man es aus der Verpackung nimmt. Allen Widrigkeiten und kleineren Mängeln zum Trotz ist die Hülle auf Dauer jedoch ein äußerst stabiler Rundumschutz für das teure Note 2. Und so sieht es aus:

Für wen ist das Note 2 das perfekte Smartphone?

Gehen wir einmal davon aus, dass es für das Note 2 eine echte Zielgruppe gäbe. Wer könnte das sein? In jedem Fall ist das Gerät für Personen besonders geeignet, die schlechte Augen haben. Die schiere Größe des Displays, unterstützt durch entsprechende Konfigurationseinstellungen, erleichtert es sehbeeinträchtigten Personen, die Inhalte leichter zu konsumieren.

Die werblich avisierte Zielgruppe der Kreativen ist eher nicht die real existierende Käufergruppe. Zu limitiert sind die Möglichkeiten des Note 2. Zu wenig offen und zu altbacken sind die Lösungen. Und dann kommt noch hinzu, dass die Displaygröße für kreative Anwendungen, das beginnt schon mit den Memo-Templates, doch wieder zu klein ist. Handschrift braucht Platz. 5,5 Zoll reichen nur kleinen Händen mit mikroskopisch präziser Kalligrafie.

Für mich reicht es nicht…

P.S.: Samsungs unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 699 Euro, der Straßenpreis liegt zwischen 550 und 600 Euro. Auch der ist noch mutig. Glücklicherweise gibt es das iPhone, so braucht man sich für nahezu keine Preisauszeichnung mehr zu schämen. Danke Apple…

Alle Bilder im Galerieüberblick: