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Design HTML/CSS

Bootstrap 3: Warp-Geschwindigkeit für CSS-Selektoren und andere Neuerungen

Das bekannte Frontend-Framework Bootstrap, entwickelt im Hause Twitter, ist vor Kurzem in der Version 3.0.0. veröffentlicht worden. Kenner schätzen Bootstrap in der Version 3.0 aufgrund des strikten Mobile-First-Ansatzes und des damit verbundenen „Easy Goings“ bei der Entwicklung für das schier endlose Heer von mobilen Endgeräten, von denen jedes für sich eigene Darstellungsmacken mitbringt.

bootstrap

Die neue Bootstrap-Variante wurde innerhalb von 9 Monaten gestaltet, entwickelt und fertig gestellt. Das minifizierte CSS wurde um mehr als 20% von 127kb auf 97kb reduziert. Die neue Bootstrap-Version kommt außerdem mit einem optimierten Box-Modell sowie einem neuen, spezifischen dreiteiligen Grid-System, welches die entsprechenden Breakpoints für Smartphones, Tablets, Desktops und breite Desktops gleich mitbringt. Bootstrap antizipiert und behebt durch diese 3 Standardklassen, die Breakpoints für „small“ (Smartphones etc.), „medium“ (Tablets, Phablets etc.) und „large“ (Desktops, Extra-large Desktops) setzen, sowie das 12er-Grid das lästige Erstellen von separaten Stylesheets oder zusätzlichen Media Queries.

Die Neuerungen sind dabei so beträchtlich, dass der Sprung der Versionierung – von 2.3.2. auf 3.0.0. – ebenfalls größer ausgefallen ist.

Lässiges Schreiben von Stylesheets mit LESS

Zu den weiteren wichtigen Neuerungen gehört die Integration des CSSFrameworks LESS: Mit LESS wird CSS um Variablen, Mixins, Operationen und Funktionen erweitert; so lässt sich beispielsweise ein hexadezimaler Farbwert wiederverwenden, in dem er in eine Varable wie z.B. @color geschrieben wird – was widerrum wiederholtes Nachschauen des Hex-Wertes sowie weitere kleinere Lästigkeiten erspart und ganz nebenbei noch die Geschwindigkeit erhöht, mit der die gesamte Softwareapplikation kompiliert wird.

Darüber hinaus bietet Bootstrap 3.0 neues Design und ein neues Theme. Die Javascript-Plugins wurden ebenfalls umgeschrieben.

Glyphicon-Fonts auf der Basis einer Schriftfamilie

Ein weiteres, äußerst interessantes Feature sind die Glyphicon Fonts. Sie wurden wieder ins Projekt geholt und die Bilder durch eine Schriftfamilie ausgetauscht, mit insgesamt 40 neuen Glyphen – das erspart viele Lästigkeiten bei der Implementation von Icons, die ganz nebenbei – durch die Verwendung als Schriftfamilie – nahezu beliebig skalierbar sind.

glyphicons

Es wurden einige Komponenten hinzugefügt, beispielsweise die Panels und gruppierten Listen, andere entfernt, wie das Akkordeon – es wurde durch zusammenklappbare Panels ersetzt; auch Untermenüs und einige andere Komponenten wurden entfernt. Viele Klassennamen wurden umgeschrieben und aktualisiert.

Vor der Dokumentation haben die Bootstrap-Entwickler ebenfalls nicht Halt gemacht und diese um einige wichtige Aspekte erweitert. Dazu zählen vertiefende Abhandlungen und nützliche Informationen rund um die Themen Bootstrap-Komponenten, die Browserunterstützung, Lizenzfragen, Barrierefreiheit sowie weitere Aspekte.

Bootstrap 3 macht Schluss mit alten Zöpfen

Die beste Nachricht der Bootstrap-Entwickler ist jedoch zweifellos, dass die Unterstützung für Internet Explorer 7 aufgegeben worden ist. Die Bootstrap-Entwickler folgten ganz den rauhen Gesetzen des Marktes. Da für IE 7 zweifellos eine Oldtimer-Zulassung benötigt wird, muss er nicht mehr zwangsläufig unterstützt werden, mag sich das Entwicklerteam gedacht haben. Firefox 3.6 wird ebenfalls nicht mehr unterstützt; die Unterstützung von IE 8 ist gewährleistet, allerdings muss zur Unterstützung das Javascript-Framework Respond.js eingebunden werden, damit die Media Queries korrekt funktionieren.

Die Navbars und Panels benötigen nun die .navbardefault und .panel-default-Klasse für die jeweilige Standardvariante. Die berühmten Bootstrap-Jumbotrons gehen nun über die volle Breite des Viewports und beinhalten einen weiteren Container.

Ein vollständiger Baukasten für die Entwicklung von Responsive und Mobile Websites

Bootstrap 3 verfolgt den „Responsive“ und „Mobile First“-Ansatz konsequent. Die für die mobile Entwicklung notwendigen Komponenten sind bereits vollständig eingebaut und bedürfen keiner weiteren Stylesheets. So erklärt sich der Erfolg von Bootstrap durch die Fokussierung auf das Notwendige: Minimaler Aufwand bei gleichzeitig bestmöglicher Performance, Reduzierung auf Klassen, die die Breakpoints für automatisch regeln, schlankes CSS durch den Einsatz von Mixins und Variablen via LESS – alles zusammen der ideale Ansatz für ein performantes Frontend-Framework, welches sich auf ideale Art und Weise mit mächtigen Backend-Frameworks und Applikationen verweben lässt.

Natürlich gibt es für die populärsten Content Management Systeme, wie zum Beispiel WordPress und Drupal, bereits Bootstrap-Themes, die ein Layout anhand des Bootstrap-Grids ermöglichen. Der Einsatz von Bootstrap ist leicht verständlich und sehr intuitiv; Beginner in der Web-und Mobileentwicklung werden ebenfalls gut und schnell mit dem Framework zurechtkommen.

Die schnelle Verbreitung und Übernahme von Bootstrap in der Entwicklercommunity bestätigt, dass sich mit Bootstrap sehr gut performante und skalierbare Webapplikationen bauen lassen. Entwickler von Webapplikationen, die mit Ihren Applikationen auch „nach vorn hin“, also auf mobilen Endgeräten eine „bella figura“ machen wollen, sollten dieses Framework in ihren Werkzeugkasten aufnehmen.

(dpe)

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E-Business Social Media

Dr. Webs Favoriten KW 43/2013: Die besten Links der Woche

Wenn Sie uns auch in den sozialen Netzwerken folgen, wissen Sie, dass wir dort Mengen zusätzlichen Content bieten. Links zu Freebies, Tutorials, interessanten Artikeln oder anderen erwähnenswerten Inhalten aus den Weiten und Tiefen des Web, dabei aber nicht von uns selbst erstellt. Allerdings ist nicht jede Leserin und jeder Leser in diesen Netzwerken aktiv, manche lehnen die Teilnahme daran kategorisch ab, wofür es natürlich auch gute Gründe gibt. (Ja, liebe NSA, das muss man noch sagen dürfen.) Für diese Zielgruppe und all jene, die unsere Postings schlicht verpasst haben, stellen wir im folgenden Beitrag noch einmal die besten Links der abgelaufenen Woche zusammen. Die Links zu unseren eigenen Artikeln, die natürlich im Grunde die Besten sind, lassen wir dabei mal raus…

Die besten Links der Woche vom 19. bis zum 25. Oktober 2013

Ganz aufmerksame Zeitgenossen könnten jetzt einwenden, dass der Titel des Beitrags nicht mit der obigen Unterüberschrift korrespondiert. In der Tat ist die Interpretation der Kalenderwoche unter Einschluss des dieser vorangegangenen Wochenendes nicht standardkonform ;-) Da unser Aktivitätsschwerpunkt aber ohnehin an den Werktagen liegt, möge man uns diese Verschiebung im Raum-Zeit-Kontinuum verzeihen…

1. Abstract Artwork in Pixelmator

Schickes abstraktes Wallpaper mit Pixelmator selbst erstellen (Tutorial)

pixelmator-abduzeedo

2. CSS Specificity

Gruselig, aber einprägsam! Pflichtbesuch für Webdesigner…

cssspecificity

3. 500+ Million More…Mailbird Launches IMAP Support

Mailbird jetzt mit IMAP verwendbar. Das kostenlose Windows-Mailtool wird langsam interessant!

mailbird

4. Dancing Robot in Pure HTML5/CSS on LiveWeave

Tanzender Bender aus Futurama, gemacht mit purem HTML5/CSS3 (inkl. Code)

bender

5. Adobe: Using CSS Shapes to Enhance Visual Storytelling

Webdesigner? Wenn du heute nur Zeit hast, einen Artikel zu lesen, dann wähle diesen! Adobe stellt CSS Shapes vor und bietet ein absolut grandios beeindruckendes Beispiel dazu.

rabbit-hole

6. Creating geometric patterns in Illustrator

Veerle Pieters mit einem großartigen Tutorial zur Erstellung geometrischer Muster in Illustrator

geometric-patterns-cubes-final

7. Mapicons – A free collection of maps for every country in the world, available in 11 sizes or in SVG

Kostenlose Kartenumrisse nahezu jedes Landes der Erde in 11 Größen und als SVG | Mapsicons auf Github

mapicons

8. Freebie: The Flat Design UI Pack (PSD)

Schickes Freebie bei den Kollegen von Speckyboy | 125 mb schweres Flat Design UI Pack

flat_design_ui_pack_large

9. Font Awesome Game: What was the name of that icon again?

Kurzweiliges Quiz, in dem Sie Teile von Font Awesome erraten müssen. Zeittotschläger!

fontawesomequiz

10. Ionicons

345 kostenlose, minimalistische Icons als Font unter MIT-Lizenz

ionicons

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Bilder & Vektorgrafiken bearbeiten Design Photoshop

Bootstrap 3 PSD: Alle Elemente der neuen Version, kostenlos und frei editierbar

Unsere Kollegen drüben bei DesignShock haben sich die Mühe gemacht und ein PSD mit allen Elementen des neuen Bootstrap 3 Interfaces erstellt. Nachdem die Entscheidung, mit Bootstrap 3 das bisherige Konzept komplett über den Haufen zu werfen, für einige Überraschung gesorgt hat, ist eine Ressource wie Bootstrap 3 PSD zumindest eine willkommene Hilfe. Bootstrap 3 PSD beinhaltet auf separaten Ebenen alle Elemente der neuen UI. Die Nutzung ist nicht eingeschränkt, somit kann die PSD auch für kommerzielle Zwecke voll verwendet werden.

Bootstrap Psd by DesignShock (Download)

 

Das kostenlose Paket Bootstrap 3 PSD bietet insbesondere folgendes:

  • Wie stets bei der Shock Family wurde auch dieses PSD wieder sauber organisiert und in einzelne Ebenen unterteilt. So macht das Arbeiten fast schon ein bisschen Spaß…
  • Eigenen Angaben zufolge wurde auf die Genauigkeit der Darstellung größter Wert gelegt.
  • Das PSD unterliegt der gleichen LIzenz wie Bootstrap selbst (Apache 2.0), und erlaubt deshalb auch den kommerziellen Einsatz. Natürlich bleibt auch weiterhin die Redistribution oder die Vortäuschung eigenen geistigen Eigentums untersagt.

Neben einer Lizenz von Photoshop benötigen Sie dann nur noch Bootstrap 3 und diese Datei, in die wir Ihnen folgende Einblicke gewähren:

Bootstrap PSD by DesignShock I

Bootstrap PSD by DesignShock II

Bootstrap PSD by DesignShock III

Bootstrapo PSD by DesignShock IV

Bootstrap PSD by DesignShock V

Holen Sie sich Bootstrap 3 PSD hier.

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(Kostenlose) Services Essentials Freebies, Tools und Templates

Hojoki: Die fehlende Verbindung zwischen Ihren Cloud-Apps ist da!

Kennen Sie das Gefühl? Sie springen zwischen einem halbem bis einem Dutzend Cloud-Apps hin und her und fragen sich, wann und wo genau eigentlich die Produktivität verloren ging? Aufgaben koordiniere ich über Trello, Texte und Tabellen lagern im Google Drive, kreative Projekte speichere ich in der Dropbox, Notizen wandern zu Evernote und Kurznachrichten werden via Twitter ausgetauscht. Und das ist nur ein Teil meiner Liste an täglich wichtigen Cloud-Apps. Wäre es nicht großartig, wenn man einen Dienst hätte, der alle anderen Services integrierte? Einen einzigen großen Stream, der alle relevanten Informationen aus den verschiedenen Cloud-Apps aggregierte? Soll ich Ihnen was sagen? Den gibt es schon…

hojoki-landingpage

Der Dienst, mit dem wir uns im folgenden befassen werden, heißt Hojoki. Ich wette allein der Name hat Sie bereits einige Male an diesem Dienst vorbeiziehen lassen, ohne auf die Idee zu kommen, darauf einen Gedanken zu verschwenden. In der Tat hätten Sie schon vor knapp zwei Jahren Erleichterung verspüren können, denn damals startete Hojoki. Aber gut, besser spät als nie.

Lassen Sie uns den ulkigen Namen direkt mal besprechen, dann haben wir das Thema aus dem Weg. Hojoki ist japanisch und bedeutet zu deutsch: Aufzeichnungen aus meiner Hütte. Es handelt sich um den Titel eines Buches, das im Jahre 1212 vollendet wurde und zu den Klassikern japanischer Literatur gehört. Der Titel "Aufzeichnungen aus meiner Hütte" passt, wenn man es weiß, ganz gut zu dem Leistungsumfang des Web-Services. Wichtiger noch ist indes eine der wesentlichen Metaphern des Buches, die da (frei übersetzt) lautet:

Der Strom des Flusses ist immer gleich und doch führt er niemals dasselbe Wasser.

Japanische Schulkinder kennen Hojoki im Schlaf, ich musste zunächst Wikipedia bemühen. Allerdings, wer sonst hätte das getan? In Zeiten, in denen neue Dienste an jeder Ecke lauern, sollte man schon darauf achten, sein Angebot so zu benennen, dass man daraus zumindest einfach Rückschlüsse auf den eigentlichen Sinn der Sache ziehen kann. Ratespiele spielt besser und sicherlich auch erfolgreicher der Jauch… (Hojoki ist sich indes der Problematik bewusst und versucht sich hier an einer Erläuterung)

So, dann lassen Sie uns beginnen. Schauen Sie zunächst mal das folgende Video an

http://vimeo.com/69233381

und fahren mit dieser Tour fort. Jetzt kann’s losgehen…

Hojoki: Aggregator für (fast) alle Ihrer cloud-basierten Dienste

Hojoki erledigt eine relativ trivial wirkende Aufgabe. Es aggregiert alle Dienste, die Sie ansonsten fragmentiert frequentieren, zu einem großen, umfassenden Nachrichtenstrom; fügt also die ganzen kleinen Streams zu einem zusammen. Für eine erste Idee stellen Sie sich Hojoki vielleicht einfach als eine nach innen gerichtete Version von Hootsuite oder eine gewaltig aufgebohrte Version von Yammer vor. Wenn Sie sich in der Tiefe mit Hojoki beschäftigt haben, werden Sie feststellen, dass man es eigentlich nicht wirklich mit einem anderen Dienst vergleichen kann.

Ich gebe zu, dass mich die Idee Hojokis zunächst nicht erreicht hat. Ich klickte ein bisschen hin und her, fand aber nicht so recht den Anker. Es wollte mir einfach nicht klar werden, wofür ich Hojoki benötigen könnte. Als ich dann so weit war, zumindest eine Idee vom potenziellen Nutzen zu generieren, dauerte es eine weitere Weile, bis mir der tatsächliche Wert des Dienstes für meine persönliche Produktivität klar wurde.

Jetzt, nachdem ich Hojoki etwas länger als eine Woche intensiv nutze, hänge ich am Haken. Es ist wie mit einem intelligenten Song. Erst sperrt er sich etwas gegen das Ohr, aber wenn er erst einmal drin ist, bekommt man ihn nicht mehr raus. Ich möchte wetten, dass es auch Ihnen so gehen wird, wenn Sie eine der folgenden Fragen für sich mit Ja beantworten können.

  • Sind Sie ein Power-User der Dienste Dropbox, Google Drive, Basecamp, Trello, Twitter, Google Calendar oder auch Github und Bitbucket (weitere finden Sie hier)?
  • Haben Sie sich schon mal gewünscht, Sie könnten den Informationsfluss besser steuern und wahrnehmen, ohne ständig mit X Logins zu hantieren?
  • Haben Sie sich schon gewünscht, den Designentwurf mit dem Kunden und anderen Beteiligten OHNE E-Mail, direkt als Thread am Entwurf diskutieren zu können?
  • Wäre es nützlich für Sie, wenn Sie über Änderungen an – sagen wir – Kundenlogo.psd informiert würden, ohne dass der Veränderer es Ihnen sagen muss?

Das und mehr kann Hojoki für Sie leisten. Lassen Sie mich in kurzen Worten skizzieren, wie das abläuft. So können Sie sich das mühselige Reinfrickeln sparen:

  • Sie verbinden Hojoki mit allen Diensten, die Sie nutzen (sofern Hojoki diese unterstützt)
  • Hojoki holt sämtliche Meta-Daten aus den verbundenen Diensten ab und aggregiert sie zu einem einzelnen chronologischen Stream.
  • Optional laden Sie Team-Mitglieder zu diesem Stream ein, damit alle auf dem gleichen Stand bleiben.
  • Alle Elemente des Streams erhalten eine Kommentarfunktion, so dass Sie sogar Dropbox-Inhalte im Team diskutieren können.
  • Jedes Element im Stream wird mit einer Task-Funktion ausgestattet, so dass Sie etwa die besprochenen Änderungen an logo.ai an den Illustratoren als Task delegieren können. Hojoki unterrichtet Sie über die Erledigung.
  • Die meisten Kommentarvorgänge können mit den Herkunftsdiensten synchronisiert werden, so dass ein in Hojoki hinterlassener Kommentar zu einer Trello-Aktivität automatisch auch bei Trello aktualisiert wird. Auf diese Weise bleiben auch Kollegen, die nicht in Hojoki hinterlegt sind, an der Konversation beteiligt. Deren Kommentare in Trello etwa werden automatisiert in Hojoki angezeigt. Das Syncing erfolgte in meinen bisherigen Tests verzögerungsfrei. Hojoki spricht von bis zu 10 Minuten, je nach API.
  • Mobile Apps für iOS und Android sorgen dafür, dass Sie auch unterwegs kontinuierlich auf dem Laufenden bleiben, was in Ihrer Hütte so alles an Aufzeichnungen anfällt ;-)

Hojoki arbeitet mit sog. Workspaces, um Themen voneinander trennen zu können. Ich persönlich nutze Workspaces als Projekte mit unterschiedlichen Kunden und Kollaborateuren. So entspricht es meinem Workflow.

Die verwendeten Cloud-Apps werden pro Workspace mit Hojoki verknüpft. So braucht man nicht etwa Google Drive über alle Workspaces zugänglich zu machen, wenn man es gar nicht überall benötigt. Damit bleibt der einzelne Workspace schlank und fokussiert auf das Wesentliche. Der integrierte Stream pro Workspace erlaubt die Kommunikation quer über alle Dienste ohne etwaige Brüche und stellt erstmals das Projekt, nicht das Werkzeug in den Mittelpunkt des Geschehens. So habe ich das bislang noch nicht erlebt.

Der kostenlose Account Hojokis erlaubt es, beliebig viele Workspaces einzurichten und zu jedem bis zu fünf Teilnehmer (vier plus Sie) einzuladen. Das wird für viele mir bekannte Freelancer absolut ausreichend sein. Es gibt allerdings auch noch Bezahlfeatures, dazu später mehr.

Wie bereits erwähnt, dauerte es eine Weile, bis Hojoki bei mir zündete. Damit will ich indes nicht sagen, dass der Dienst schwer zu bedienen wäre. Ganz im Gegenteil funktioniert Hojoki insgesamt und auch hinsichtlich der Ersteinrichtung fast schon intuitiv.

In vier einfachen Schritten sichern Sie sich die Möglichkeit, Ihre Produktivität enorm zu steigern. Der erste Schritt besteht darin, einen Account anzulegen. Das geht auf konventionelle Weise oder unter Nutzung der Credentials aus Google+ oder Facebook. Ich entschied mich für Google+, Facebook assoziiere ich so gar nicht mit geschäftlichen Begebenheiten.

Nach dem erfolgreichen Login erstellen Sie Ihr Profil:

hojoki-step1-profile

In Schritt 2, der eigentlich Schritt 3 ist, definieren Sie Ihren ersten Workspace. Das Label des Workspace können Sie später beliebig ändern, es ist also keine besondere Sorgfalt erforderlich. Schon an dieser Stelle können Sie Team-Mitglieder einladen, müssen es aber nicht:

hojoki-step2-create-workspace

Im dritten Schritt verbinden Sie die gewünschten Apps mit dem Workspace:

hojoki-step3-connect

Was Sie hier verbinden, definiert sich natürlich ausschließlich nach dem Zweck und Ziel des Workspace. Ich nannte den initialen Workspace zunächst Hojoki-Review und benannte ihn dann in dpe um, da ich mich entschied, diesen Workspace rein als Komplettaggregator all meiner übrigen Aktivitäten zu verwenden. Da wird keiner eingeladen, hier geht es einzig und allein um meine persönliche Nachrichtenzentrale. Und, ich sage Ihnen, das ist fantastisch. So sieht ein Feed in einem Workspace beispielsweise aus:

hojoki-feed

Jedes Element des Feed kann in einer Detailansicht geöffnet werden, ganz ähnlich wie in Google+. Das ist insbesondere für Elemente mit vielen Kommentaren nützlich und hilft auch, das einzelne Element abseits des Stream-Geräusches zu fokussieren.

Ob von innerhalb des Feed oder aus der Detailansicht heraus, ein Icon steht bereit, um zum jeweiligen Herkunfts-Dienst springen zu können und das Element direkt dort zu bearbeiten.

Neben der Feed-Darstellung finden Sie am oberen Browserrand zusätzlich die Möglichkeit, sich eine Übersicht der verbundenen Dateien und der vergebenen Aufgaben anzeigen zu lassen. Gerade die Aufgaben (Tasks) sind ein Feature mit Potenzial, um gemeinsam an Dateien zu arbeiten. Delegieren Sie die Logo-Änderungen beim Kunden Maier an den Kollegen Jürgens, behält Hojoki diese Aufgabe für Sie im Auge. Ändert nun Kollege Jürgens etwas am Logo, unterrichtet Sie Hojoki über den Zeitpunkt der Änderung. Ist Jürgens fertig mit dem Task, markiert er ihn als fertig und auch darüber erhalten Sie einen Stream-Eintrag. Vergleichen Sie das mal mit der Kollaboration via E-Mail, insbesondere bei einer Vielzahl gleichzeitiger Projekte…

Einschränkend sei bemerkt, dass gerade die Task-Funktionalität momentan noch sehr rudimentär implementiert ist. So gibt es etwa keine Deadlines oder Prioritäten. Aber, finden Sie erstmal eine andere App, die in der Lage ist, Objekte wie Dateien zu Tasks zu machen oder mit solchen auszustatten. Ich kenne keine. Wie mir Lutz Gerlach von Hojoki telefonisch bestätigte, steht das Aufbohren gerade der Task-Features ganz weit oben auf der – nun – Task-Liste der Entwickler. Es soll in Bälde eine ausgewachsene Aufgabenverwaltung bereit stehen..

Hojoki: Was man beachten muss

Im Rahmen der Ersteinrichtung stößt man unweigerlich auf einige Dinge, die es zu bedenken gilt. Bevor ich dazu komme, lassen Sie mich kurz die generelle Arbeitsweise Hojokis in Erinnerung rufen.

Hojoki speichert keinerlei Dateien auf der eigenen Plattform. Es stellt lediglich Verbindungen zu anderen Diensten her und sammelt dort Meta-Daten, nicht die eigentlichen Inhalte, ein. Wenn Sie etwa Ihren Google Drive mit Hojoki verbinden, so können Sie zwar alle Dateien von Hojoki aus sehen, werden aber, sobald Sie eine öffnen wollen, zu Google Drive transferiert. In Hojoki sehen Sie ein Preview-Bild, das ist aber auch alles.

Jeder Dienst, den Sie mit Hojoki verbinden, wird voll in den Informations-Stream integriert, der bei Hojoki Feed heißt. Der Feed ist für alle Team-Mitglieder gleich. An dieser Stelle beginnen die Überlegungen.

Wollen Sie beispielsweise nicht, dass Team-Kollegen Preview-Bilder Ihrer Dateien sehen können, überlegen Sie das, bevor Sie vorschnell eine App mit dem Workspace verbinden. Immerhin können Preview-Bilder, etwa solche von Kreditkarten-Daten in einer Evernote-Notiz, die volle Information bereits beinhalten. Hier ist es besonders wichtig, dass Sie genau festlegen, welche Ordner und/oder Notebooks oder sonstige Elemente in den Workspace-Feed fließen sollen. Weniger ist mehr. Vorsicht ist besser als Nachsicht und so weiter…

Hojoki authentifiziert gegenüber den meisten Apps via OAuth. Auf diese Weise müssen Sie Hojoki nicht die Zugangsdaten überlassen, die dementsprechend dann auch nicht im Service gespeichert werden. Manche App funktioniert noch nicht via OAuth. Hier kämen Sie um die Bekanntgabe der Daten an Hojoki nicht herum. Überlegen Sie, ob Sie diese Apps dann verbinden wollen.

Ein wichtiger Punkt betrifft das Verbinden der Apps in ganz grundsätzlichem Maße. Google Drive, Dropbox, Evernote – um nur die wichtigsten zu nennen – authentifizieren Hojoki stets für den Vollzugriff. Sie können in einem weiteren Schritt die für den Feed aufzubereitenden Informationen auf bestimmte Ordner oder Evernote-Notebooks beschränken, aber Hojoki als Dienst hat dennoch volle Rechte. Mitarbeiter des Dienstes könnten theoretisch auf alle Ihre Daten Zugriff nehmen. Andererseits, Mitarbeiter von Evernote, Dropbox oder Google können das ebenfalls…

Wenn Sie Ihre Dropbox verknüpfen, stellen Sie vorab sicher, dass der Ordner, den Sie verknüpfen wollen, bereits existiert. Es gibt nämlich trotz des Vollzugriffs aus Hojoki heraus keine Möglichkeit, Ordner anzulegen. Auch an diesem Punkt wird laut Lutz Gerlach gearbeitet. Aber, nicht dass wir uns da falsch verstehen. Hierdurch wird nicht das Problem mit dem Vollzugriff gelöst.

Im Gespräch erläuterte Lutz Gerlach mir gegenüber, dass es ihnen ebenfalls weit lieber wäre, wenn es eine eingeschränktere Möglichkeit der Authentifizierung, beschränkt auf einzelne Ordner oder Notebooks gäbe. Leider seien die APIs der Diensteanbieter so nicht gestaltet. Es ist also nicht Hojoki, der Vollzugriff haben will, sondern es sind die externen Dienste, die nichts anderes anbieten können.

One more thing ;-) Wie ich bereits erwähnte, sieht der Feed für alle eingeladenen Mitglieder identisch aus. Das bedeutet jedoch nicht, dass auch alle auf die dort gezeigten Elemente Zugriff haben. Hierfür sind nach wie vor die externen Dienste zuständig. Wollen Sie den Team-Mitgliedern tatsächlich Zugriff auf Dateien Ihrer Dropbox geben, so muss das von innerhalb Dropbox erfolgen. Das gilt analog für alle übrigen Dienste.

Hojokis Premium-Angebote

Teams zwischen einem ;-) und fünf Mitgliedern können Hojoki in der Standard-Ausführung kostenfrei nutzen. Die Standard-Ausführung ist wie folgt limitiert:

  • maximal 5 Mitglieder pro Workspace
  • nur ein Account pro Cloud-App kann verbunden werden
  • Abrufe und Syncs erfolgen nicht innerhalb garantierter Zeiträume
  • Support gibt es, wie Zeit ist

Der Premium-Account für 5 Dollar plus Umsatzsteuer im Monat hebt im Wesentlichen die genannten Limitierungen auf. Besonders interessant: Sie können mehrere Accounts pro App, etwa unterschiedliche Twitter-Accounts hinterlegen. Zudem können Sie beliebig viele Kollaborateure einladen. Für das Abrufen und den Sync erhalten Sie garantierte Intervalle von längstens 15 Minuten und der Support erfolgt mit Priorität.

Organisations-Accounts werden im Laufe des August eingeführt, versicherte mir Hojokis Lutz Gerlach. Mit diesen Accounts wird es erheblich einfacher, größere Teams auf Hojoki in Gang zu setzen. Von einer zentralen Instanz aus werden Teammitglieder mit Premium-Status ausgestattet. Vor allem der Bezahlvorgang mit einer einzelnen Rechnung für alle Mitglieder, anstelle einzelner Zahlvorgänge pro Premium-Account wird Unternehmen freuen. Organisations-Account werden zudem weitere administrative Möglichkeiten erhalten, so etwa das Einbinden von und das Beschränken auf bestimmte E-Mail-Domains (analog Yammer). Preise wurden bislang nicht bekannt gegeben.

Eine Übersicht der verfügbaren Accounts finden Sie hier.

Letzte Worte

Wie ich sagte, sie haben mich. Ich werde Premium-Kunde bleiben und mich weiterhin über eine zentrale Instanz über alle weiteren Dienste unterrichtet halten. Mehrere Accounts pro App ist für mich das Killer-Kriterium, das mir den sonst hinreichenden kostenlosen Account vermiest. Noch erwähnen möchte ich auch die mobilen Apps, die mich auf den diversen Android-Geräten peinlich genau informiert halten. Für iOS gibt es sie auch, sogar iPad-optimiert. Die anderen Apps der Cloud-Dienste habe ich – genau – gelöscht.

Hojoki hat das Potenzial, mein persönlicher Produktivitäts-Hub zu werden und befindet sich bereits auf genau dem richtigen Weg. Sie sollten Hojoki definitiv eine Chance geben. Wenn Sie zunächst nur auf dem laufenden Stand der Entwicklung bleiben wollen, schauen Sie in Hojokis Entwickler-Blog.

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JavaScript & jQuery Programmierung

Kleine Helfer: 5 jQuery-Plugins für den Entwickler-Alltag

Die Entwicklergemeinde rund um jQuery ist sehr aktiv. Nahezu stündlich werden Plugins ersonnen, die es so bislang nicht oder nicht in der Form gab. Der Fortschritt ist kaum noch zu protokollieren. Dabei sind große Projekte, darunter sind aber auch viele kleine Helfer für ganz bestimmte Anwendungszwecke. Fünf dieser kleinen Tools stellen wir im folgenden Beitrag vor.

Imageloader.js – Schnelles Vorausladen von Bildern

imageloader

Imageloader.js erledigt eine gängige Aufgabe schnörkellos. Dem jQuery-Plugin wird ein Array von Bild-URLs übergeben. Dieses lädt es vor. Eine Callback-Funktion bei Fertigstellung des Preloads erlaubt, weitere Programmlogik daran zu knüpfen. Gleiches existiert für den Fall eines Fehlers.

$(document).ready(function(){
        $.imageloader({
            urls: ['images/0.jpg', 'images/1.jpg', 'images/2.jpg', 'images/3.jpg'],
            onComplete: function(images){
                // when load is complete
            },
            onUpdate: function(ratio, image){
                // ratio: the current ratio that has been loaded
                // image: the URL to the image that was just loaded
            },
            onError: function(err){
                // err: error message if images couldn't be loaded
            }
        });
    });

Imageloader.js steht unter MIT-Lizenz zur kostenfreien Nutzung bereit.

Jtwt.js – Anzeigen von Tweets auf Websites via JSON

jtwtjs

Jtwt.js erlaubt es, unter Zugriff auf Twitters JSON API, die aktuellen Tweets eines bestimmten Users im Design anpassbar auf beliebigen Websites anzeigen zu lassen. Das Standarddesign aus der mitgelieferten CSS-Datei kann leicht geändert oder ergänzt werden. Der Aufruf ist übersichtlich:


Die Definition des Anzeige-Widgets erfolgt über die Hinzufügung der Klasse twitter:

Jtwt.js steht zur kommerziellen und privaten Nutzung kostenlos bereit, sofern der Urheber genannt wird (CC BY 3.0).

jQuery.notific8 – Benachrichtigungs-Popups inspiriert durch Windows 8

notific8

Will Steinmetz gefällt das Benachrichtigungsdesign unter Windows 8. Und so entschloss er sich, die im Flat Design gehaltenen Notifications als jQuery-Plugin nachzubauen, was ihm ausgesprochen gut gelungen ist. Auf seiner Demoseite zum Projekt können Sie die verügbaren Options und Templates interaktiv zusammen stellen, um so einen Eindruck von der Leistungfähigkeit zu erhalten. Herunterladen müssen sie das Plugin dann via Github. Notific8 setzt auf Design-Templates, die leicht erstellt werden können. So ist flexible Optik auch innerhalb der gleichen Website einfach möglich. Ein Aufruf mit allen Optionen sieht so aus, ist also erneut sehr übersichtlich:

$.notific8('My notification with all options.', {
  life: 5000,
  heading: 'Notification Heading',
  theme: 'amethyst',
  sticky: true,
  horizontalEdge: 'bottom',
  verticalEdge: 'left',
  zindex: 1500
});

Notific8 steht unter BSD-Lizenz zur kostenlosen Nutzung bereit.

jui_dropdown – Dropdown-Menüs per Button mit vielen fertigen Designs

jui_dropdown von Christos Pontikis setzt neben jQuery auch jQuery UI voraus und ist konsequenterweise zu jQuery UI Themes kompatibel. jui_dropdown liefert einen mehr oder weniger aufwändig gestaltbaren Button, dem auf Klick ein Dropdown-Menü entspringt. Das Klicken auf eine Menü-Option liefert eine ID zurück, die dann der weiteren Verwendung zugänglich ist. jui_dropdown steht unter MIT-Lizenz zur kostenfreien Nutzung bereit.

jui_dropdown

jQuery-menu-aim – Navigieren in stark verschachtelten Dropdown-Menüs

Dropdown-Menüs haben ein system-immanentes Problem: wenn man mit der Maus aus einem Menü-Overlay hinausgerät, klappt das Menü zu. Gerade bei stark verschachtelten Dropdown-Szenarien gerät die Nutzererfahrung schnell zur Frustration. Vielfach versucht man dem Problem Herr zu werden, indem man den Overlays Schließ-Verzögerungen beigibt. jquery-menu-aim geht einen anderen Weg. Anstelle mit Timeouts und Delays zu arbeiten, versucht das Plugin die Mausbewegung des Nutzers zu erkennen. Zielt dieser in Richtung eines Sub-Menüs wird dieses offen gehalten, bewegt er sie indes in Richtung eines anderen Hauptmenüpunktes, wird dieser verzögerungsfrei geöffnet.

jquery-menu-aim

Ben Kamens entwickelte das Plugin für die Khan Academy, die das Konzept inzwischen auch einsetzt. Die Idee kam ihm beim Surfen auf Amazon.com. jQuery-menu-aim steht unter MIT-Lizenz zur kostenfreien Nutzung bereit.

Links zum Beitrag

  • A jquery plugin for preloading images | Imageloader.js
  • A simple jQuery plugin for the Twitter JSON API | jtwt.js
  • Notification plugin, inspired by Windows 8 | jquery.notific8 | Github-Repo
  • Simple dropdown button menus, themable | jui_dropdown
  • Making responsive mega-dropdowns like Amazon’s | jquery-menu-aim

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Bilder & Vektorgrafiken bearbeiten Design E-Business Social Media Sonstige Programme

Social Media Image Maker: Bildbearbeitung für soziale Netzwerker

Facebook, Twitter, Google+, dazu noch Pinterest, Tumblr, Xing oder LinkedIn und was weiß ich, wo Sie sich noch alles angemeldet haben und rumnetzwerken. All diese Dienste wollen, wenn man sie schon meint im Dutzend nutzen zu müssen, mit ordentlichen Profilen der eigenen Person ausgestattet werden. Dazu gehört in erster Linie vernünftiges Bildmaterial. Natürlich schreibt jedes soziale Netzwerk andere Bildgrößen vor. Häufige Änderungen dieser Spezifikationen, besonders gern bei Facebook und Google+, führen zu weiterer Verwirrung. Der Social Media Image Maker will Abhilfe schaffen.

socialmediaimagemaker
Social Media Image Maker: Homepage

Social Media Profile: Viele Köche und eine Menge Brei

Mal Hand auf’s Herz. Kennen Sie die aktuelle Größe für das große Profilbild auf der Chronik-Übersicht von Facebook? Nein? Ich auch nicht und ich will mir das auch gar nicht merken. Google+ hat vor einigen Tagen neue Größen ausgerufen, bei anderen Diensten sieht es ebenso aus.

Nun könnte man sich natürlich alle relevanten Größen irgendwo notieren und im Bedarfsfalle rauskramen. Bliebe noch das Problem, dass es eines tauglichen Grafikprogramms bedürfte, um die schieren Abmessungen auch mit brauchbarem Inhalt zu füllen. Da könnte man, so man es denn hat oder zu kaufen bereit ist, Photoshop oder als alter Pfennigfuchser meinetwegen auch Gimp verwenden.

Oder, man tut weder das eine, noch das andere und wendet sich den neuen Online-Service der Pariser Design-Agentur Autre Planéte zu. Dieser trägt den überaus sprechenden Namen Social Media Image Maker, der exakt beschreibt, was der Dienst leistet.

Social Media Image Maker bereitet Bilder für soziale Medien auf

Der Social Media Image Maker aus der französischen Hauptstadt kennt sämtliche Bildspezifikationen der Netzdienste Facebook, Twitter, YouTube, Google+, Flickr, Vimeo, Pinterest, Skype, Tumblr, Linkedin, Gravatar, Xing, Viadeo, Slideshares, Foursquare und About.me. Da dürfte das Herz herkömmlicher Sozialnetzwerker beim Lesen mehrfach gehüpft sein.

smim-facebook-skizze
Beispiel Facebook: Welches Bild, wo, mit welcher Auflösung?

Das wäre nun an sich schon ganz nützlich. Immerhin könnte man so stets Zugriff auf die neuesten Auflösungsvorgaben nehmen, um sich dann seinem Photoshop zuzuwenden. Der Social Media Image Maker beschränkt sich jedoch nicht auf den informativen Teil, sondern liefert Werkzeuge mit, die es Ihnen erlauben, das Bildmaterial für die unterschiedlichen Dienste auch gleich an Ort und Stelle zu bearbeiten.

Unterhalb einer jeden Skizze mit Auflösungswerten findet sich das unscheinbare Knöpfchen Create >. Dahinter versteckt sich eine hinreichend umfangreiche Bildbearbeitung. Ich mache den Selbsttest.

Ein neuer Facebook-Chronik-Header muss her

Das Profilbild meines Facebook-Accounts zeigt einen schicken Sonnenuntergang, der allerdings während meines Urlaubs auf Ibiza entstand. Und der ist nun schon fast zwei Jahre her. Urlaubsbilder finde ich ja immer schick auf privaten Profilen. Das hat was positives, Sonne, blauer Himmel. Ich könnt schon wieder…. Der letzte Urlaub führte mich an die Costa Blanca und so entschließe ich mich, eines der dort entstandenen Bilder als neuen Profilheader zu verwenden.

Ich klicke also auf Create > und finde einen leeren Canvas vor, der oben mit folgender Werkzeugleiste ausgestattet ist, die aber zu diesem Zeitpunkt noch abgeblendet erscheint:

smim-toolbar
Werkzeugleiste am oberen Rand des Browserfensters

Dezent werde ich aufgefordert, entweder ein Bild per Drag & Drop auf die Leinwand zu werfen oder per Add Your File und Zugriff auf das Dateisystem auszuwählen. Ich entscheide mich für ein sonniges Bild aus meinem Garten auf Zeit. Unmittelbar nach dem Upload sieht die Leinwand so aus:

smim-facebook-profil
Social Media Image Maker: Die Abmessungen werden direkt gesetzt

Der Social Media Image Maker hat das Bild direkt so angepasst, dass es von der Breite her in das Facebook-Format passt. Den Bildausschnitt kann ich nun mit der Maus in der Höhe noch verschieben oder entsprechend unter Verwendung der angezeigten Eckpunkte auch komplett verändern. Zusätzlich könnte ich das Bild rotieren oder vertikal oder horizontal spiegeln. Ich entscheide mich lediglich für eine Verschiebung des Bildausschnitts weiter nach unten und klicke auf Apply.

Im zweiten Bearbeitungsschritt, der mit dem dritten frei kombinierbar ist, bietet der Social Media Image Maker die Verwendung einer ganzen Reihe von Filtern an, die Instagram-Freunden die Freudentränen in die Augen treiben werden. Dabei sind die Effekte durchweg nicht nur schnell appliziert, sondern auch von ordentlicher Qualität und Varianz.

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Instagram lässt grüßen. Filtereffekte en masse

Ich entscheide mich dafür, das Bild so zu lassen, wie es geschossen wurde und klicke auf das dritte Symbol der Werkzeugleiste. An dieser Stelle geht es nicht mehr um benannte Effekte, sondern um die Anwendung grundlegender Filter für das Schärfen oder Verwischen der Kontraste, die Verwendung von Rauschen oder die Herausnahme der Sättigung. Auch hier zeigt sich die App schnell und beeindruckend hinsichtlich der zu erzielenden Ergebnisse. Filter können kombiniert und/oder mehrfach hintereinander angewendet werden.

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Schärfen, verwischen, Farbwerte ändern: alles möglich

Das letzte, wie das vorletzte Symbol der Werkzeugleiste kümmern sich um den Download der erzeugten Werke. Während man unter Verwendung des Zahnrad-Symbols festlegt, unter welchem Namen und in welchem Format (PNG/JPG/Auto) die Datei bereitgestellt werden soll, initiiert der blaue Pfeil, der aus dem gekippten Rechteck zeigt ;-) , den Download der Kreation.

Mein neuer Facebook-Header liegt damit auf meiner lokalen Festplatte und wartet auf den Einbau beim blauen Riesen aus Palo Alto. Ich hatte die Exporteinstellung auf Auto gelassen. Das Tool entschied sich korrekterweise für JPG und optimierte ordentlich auf 29kb herunter. Der Social Media Image Maker speichert übrigens die Dateien nicht. Weg ist demnach weg und bedeutet, dass man von vorn beginnen muss, was man übrigens jederzeit kann.

Mein Fazit: Der Social Media Image Maker macht Spaß, liefert schnell Ergebnisse und verfügt über Effekte und Filter, die für den angedachten Zweck professionell genug sind. Wer also in einem Rutsch seine Social Media Präsenz renovieren oder wenigstens homogenisieren will, sollte das Tool auf jeden Fall mal ausprobieren. Wann, wenn nicht am Wochenende?

Links zum Beitrag

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Infografiken Inspiration

Tweet Cheat Sheet: Strategien für mehr Erfolg auf Twitter (Infografik)

Buddy Media, mittlerweile Teil von Salesforce, ist aktiv in der statistischen Betrachtung moderner Kommunikationsmethoden unterwegs. Im letzten Jahr untersuchte man 320 der größten Marken hinsichtlich ihres Tweet-Verhaltens und den daraus zu ziehenden Schlüssen. Die Ergebnisse dieser Studie griff nun die Agentur LinchpinSEO auf und baute daraus eine Infografik, die die wesentlichen Erkenntnisse übersichtlich darstellt.

teaser-twitter-cheat-sheet

Twitter: Wann, wie oft, wie lang, mit Bild oder ohne, Hashtags ja/nein?

Wenn ich mir das Cheat Sheet so anschaue, dann mache ich persönlich so ziemlich alles falsch, was man auf Twitter falsch machen kann. Aber was soll’s? Twitter ist nicht Teil einer wie auch immer gearteten Strategie in meinem persönlichen Kommunikationsmix. Wäre das anders, so würden mich die folgenden Erkenntnisse sicherlich zu Verhaltensänderungen motivieren.

Wie bereits erwähnt, ist die folgende Infografik zwar ganz frisch, die Erkenntnisse daraus wurden indes bereits im letzten Jahr publiziert. Ich habe daher unten bei den Links zum Beitrag auch die ursprünglichen Veröffentlichungen von Buddy Media, nebst kompletter Studie hinterlegt. Wer sich professionell mit Twitter-Strategien herumschlagen muss, der sollte auf jeden Fall einen näheren Blick darauf riskieren.

All jene, die Twitter nebenbei mitbetreuen oder ein paar Tipps zur Selbstbestätigung suchen oder einfach die wichtigsten Eckpunkte in ihrem Infografik-Werkzeugkasten mitführen wollen, können sich mit den Erkenntnissen aus der Infografik im Alltag sicherlich begnügen. Bei der Gelegenheit will ich gern noch einmal dafür werben, sich einen Infografik-Werkzeugkasten anzulegen. Meiner besteht aus mehreren Evernote-Notizbüchern, thematisch sortiert und steht mir auf diese Weise überall, wo Netzzugang besteht zur Verfügung. Damit bin ich bislang sehr gut gefahren. Zwar sind Infografiken nie außerordentlich tief gehend, können jedoch als eine Art Spickzettel gute Dienste leisten und sehen, wenn man sie dem Kunden mal zeigen will, dabei zumeist noch ausgesprochen professionell aus.

Zurück zum Twitter Tweet Cheat Sheet: LinchpinSEO konzentrierte sich in der grafischen Umsetzung des Datenmaterials auf Eckpunkte der Studie und stellte vor allem plakative, schnell erfassbare Erkenntnisse zusammen.

Danach sieht die ideale Twitterstrategie in etwa so aus:

  • Das Wochenende ist attraktiv. Follower zeigen ein um 17% erhöhtes Interaktionsverhalten. Leider senden Marken nur 19% ihrer Tweets am Wochenende. => Mehr Twitterpräsenz am Wochenende
  • Zwischen 8 Uhr am Morgen und 7 Uhr am Abend liegt die Interaktionsrate um 30% höher als in den restlichen Tagesstunden => Nicht nachts twittern…
  • Mit zwischen 6 und 7 Tweets pro Tag erreicht man ein Interaktionsverhalten, das durchschnittlich ist. Weniger Tweets führen zu höherer, mehr Tweets zu geringerer Interaktion. => Dosiert twittern, nicht mehr als 6 Tweets pro Tag.
  • Obwohl Twitter bereits auf 140 Zeichen begrenzt ist, zeigt sich, dass noch kürzere Tweets besseres Interaktionsverhalten erzeugen. => Kürzer fassen als man könnte, unter 100 Zeichen bleiben.
  • Kommuniziert wird relativ wenig. Nur 22% aller Interaktionen sind Antworten auf Tweets. => Diskussionen auf Twitter anzuregen, ist suboptimal. Dafür gibt es bessere Kanäle.
  • 92% aller Interaktionen sind Klicks auf in den Tweets enthaltene Links. => Twitter ist ein ausgesprochen gutes Verkündigungsorgan.
  • Die Verwendung von Hashtags erhöht ebenfalls die Interaktionsrate, wenn man es in Maßen betriebt. Ein oder zwei Hashtags sind optimal, mehr Hashtags führen zum umgekehrten Ergebnis. => Wenn es geht, stets ein bis zwei Hashtags verwenden.
  • Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Tweets mit Bildern ziehen doppelt so viele Reaktionen wie Tweets ohne Bilder nach sich => Immer gutes Bildmaterial verfügbar halten und verwenden

Einen eigenen kleinen Empfehlungskomplex gibt das Thema Retweets her. Immerhin 78% aller Interaktionen sind Retweets. Das ist gut für die Verbreitung der Marke. Buddy Media fand Muster, die Annahmen darüber zulassen, wie sich die Retweet-Rate steigern lässt.

  • Tweets mit Links erreichen eine um 86% höhere Retweet-Rate als solche ohne.
  • Tweets, die die Follower aktiv auffordern, zu retweeten, erhalten im Schnitt zwölf Mal so viele Retweets wie Tweets ohne Aufforderung. Dabei gibt es weitere Unterschiede:
    • Tweets, die um RT bitten, werden zehn Mal öfter retweetet.
    • Tweets, die um Retweet bitten, werden sogar 23 x häufiger retweetet.

Folgend nun also die Infografik, ein Klick darauf führt zur Website von LinchpinSEO:

orig_twitter-cheat-sheet-w640

(Quelle: LinchpinSEO)

Links zum Beitrag

  • NEW BUDDY MEDIA DATA: STRATEGIES FOR EFFECTIVE TWEETING: A STATISTICAL REVIEW | Buddymedia.com
  • Strategies for Effective Tweeting: A Statistical Review | Die komplette Studie zum Download
  • Infographic: Twitter Tweet Cheat Sheet To Increase Engagement | LinchpinSEO
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JavaScript & jQuery Programmierung

Typeahead.js für jQuery – Flexibles Autocomplete aus dem Hause Twitter

Seit der Freigabe des Frameworks Bootstrap scheint Twitter mehr und mehr Freude am Gedanken des Open Sourcing zu gewinnen. Das neueste Geschenk an die freie Entwicklergemeinde hört auf den Namen Typeahead.js. Es handelt sich um ein jQuery-Plugin, das beliebige Input-Elemente mit Autovervollständigungs-Funktionalität ausrüstet. Dabei können die Daten fest hinterlegt oder aus lokalen und entfernten JSON-Files kommen.

typeahead-homepage

Typeahead.js: Autovervollständigung vom Feinsten

Typeahead.js benötigt mindestens jQuery 1.9. Es wurde im Hause Twitter entworfen, um flexible Autovervollständigung einfach implementieren zu können. Seit fünf Tagen steht die JavaScript-Lösung auf Github unter der MIT-Lizenz zur kostenlosen Verwendung in privaten, wie kommerziellen Projekten und darüber hinaus zur Mitwirkung und Erweiterung bereit.

Typeahead.js kann auf verschiedene Arten mit den Daten, die für die Autovervollständigung herangezogen werden sollen, bestückt werden. Zunächst ist es möglich, die Daten im Funktionsaufruf hart zu hinterlegen, also quasi im Quelltext der Seite fest einzutippen. Das wäre noch nicht der Rede wert, wenngleich das bisweilen, in kleineren Szenarien bereits ausreichen mag.

So sieht zum Beispiel eine fest hinterlegte Autovervollständigung aus, die die Namen der Planeten unseres Sonnensystems zur Verfügung stellen würde:

$('#input').typeahead([
    {
            name: 'planets',
            local: [ "Mercury", "Venus", "Earth", "Mars", "Jupiter", "Saturn", "Uranus", "Neptune" ]
        }
    ]);

typeahead-hardcoded
Typeahead.js kann übrigens auch mit RTL-Sprachen umgehen

Mächtige Funktionen stehen jedoch ebenfalls bereit. So kann das zu durchsuchende Dataset auch ein JSON-File sein, welches entfernt auf einem externen Server liegt. Zur Performanceverbesserung kann dieses externe File wiederum per Prefetch in den localStorage geladen und von dort aus wieselflink abgefragt werden:

$('#input').typeahead([
    {
        name: 'countries',
        prefetch: '/countries.json',
        }
    ]);

typeahead-prefetch
Typeahead.js verarbeitet ein JSON-File lokal oder remote, in diesem Fall lokal per Prefetch

Sehr große Datasets können zudem entfernt aktiv, also im Moment der Eingabe abgefragt werden. Hierzu findet eine rasante Abfrage unter Verwendung des Parameters q?= statt. Das Abfrageergebnis erscheint als Vorschlag zur Autovervollständigung. Dieses Verhalten erreicht man, indem anstelle des im eben gezeigten Beispiel verwendeten Parameters prefetch der Parameter remote verwendet wird.

Sämtliche Methoden lassen sich kombinieren, um die bestmögliche Flexibilität, aber auch Performance der Gesamtlösung zu gewährleisten. Die zu wählende Konfiguration hängt ganz vom konkreten Projekt ab. Dabei ist es auch möglich, die zur Autovervollständigung heran zu ziehenden Daten aus verschiedenen Datasets zu ziehen. Ebenso ist es vorgesehen, mehrere Autocompletes auf einer Seite unterzubringen, sei es mit der gleichen Datenbasis oder auch einer oder mehrerer anderer.

Auf der Seite des Users verhält sich Typeahead.js mustergültig erwartungsgemäß. Im Standard wird der jeweils beste Vorschlag grau in den Hintergrund des Suchfeldes gelegt, die Vorschläge müssen dabei nicht aus einzelnen Wörtern bestehen, sondern können auch Mehrzeiler mit etwa den Basisdaten eines Twitter-Accounts oder eines Open-Source-Projekts sein, die der Nutzer dann mit den Pfeiltasten oder der Maus anwählen kann.

Typeahead.js wird zusätzlich mit einem CSS geliefert, das allerdings nicht die Optik des zu erweiternden Input-Elements antastet. Vielmehr wird über das Stylesheet lediglich die Position des Vorschlags, sowie die Dropdown-Funktionalität gesteuert. Damit das Input-Element schön aussieht, ist noch Handarbeit erforderlich. Typeahead.js erstellt statusabhängig Klassen, die dann mit eigenen Style-Definition angesprochen werden können (und müssen).

Gefällt einem Bootstrap-User nun das neue Typeahead.js so viel besser, als das bereits in Bootstrap integrierte, aber weit weniger leistungsfähige Typeahead, so bedarf es lediglich des zusätzlichen Einbindens des neuen Scripts unmittelbar nach Bootstrap. Der Rest ist Konfigurationssache.

Links zum Beitrag:

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Infografiken Inspiration

Milliardenschwere Startups – Es gibt sie immer wieder [Infografik]

Ich wundere mich immer wieder. Die Zeiten sind schnelllebig. Dennoch schaffen es immer wieder Unternehmen, Marktwerte von einer Milliarde Dollar und mehr zu erreichen, ohne dafür mehr als ein paar an einer Hand abzählbare Jahre zu benötigen. Die Betreiber der Jobbörse Staff.com bauten eine schicke Infografik, die die Milliardäre der letzten acht Jahre mit ihren wesentlichen Basisdaten präsentiert. Auch bei diesen dreizehn Unternehmen bleibt natürlich der Grundsatz zu beachten, dass Marktwert und reales Geldvermögen nur ganz bedingt etwas miteinander zu tun haben. Bitte rennen Sie also jetzt nicht los, um Hals über Kopf ein Startup zu gründen, denn selbst bei einem angenommenen hohen Marktwert müsste sich immer noch jemand finden, der diesen auch in Euro und Cent zu zahlen bereit wäre. Insofern ist es interessanter, nicht auf den Marktwert, sondern auf das bislang eingefahrene Kapital zu schauen. Dieser Aspekt wird durch die Infografik ebenfalls abgedeckt.

Capital Raised

Facebook: 2,2 Milliarden Dollar eingenommen, Marktwert erstaunliche 48 Milliarden

Keine Sorge. Ich werde jetzt nicht tief in die Problematik der Unternehmensbewertung einsteigen, um deutlich zu machen, warum die börslich verwendeten Werte, allen voran die Marktkapitalisierung im Grunde nichts wert ist. Behalten Sie einfach im Kopf, dass der Marktwert eines börsennotierten Unternehmen unter keinem einzelnen Gesichtspunkt ein ähnlicher harter Fakt wie Ihr eigener Kontostand ist. Wollte man Unternehmen tatsächlich betriebswirtschaftlich bewerten, müsste man deutlich detaillierter vorgehen. Die Betrachtung des Marktwertes, aber auch die Betrachtung des bislang eingenommenen Kapitals greift da viel zu kurz.

Das vorausgeschickt, haben wir dennoch eine interessante Infografik zu betrachten. Sie zeigt Unternehmen im Alter von zwei bis acht Jahren, die in der kurzen Phase ihres Bestehens in Bewertungsgrößenordnungen von knapp unter einer Milliarde bis hin zu mehreren Milliarden Dollar vorgestoßen sind. Staff.com nahm die Gründung von Facebook als Startzeitpunkt und schaute ausschließlich auf Unternehmen, die danach gegründet wurden. Facebook eingeschlossen, fanden die Infografiker dreizehn Unternehmen, die den meisten von Ihnen mehr oder weniger gut bekannt vorkommen werden.
Unangefochten an der Spitze steht natürlich das große blaue Netzwerk aus Palo Alto mit 2,2 Milliarden eingefahrener Dollar und einem Marktwert von fantastisch anmutenden 48 Milliarden. Das gesamte übrige Dutzend schafft nicht annähernd den zuletzt genannten Wert, sondern bleibt mit in Summe unter 30 Milliarden deutlich zurück. Am nächsten an Facebook gelangt noch Twitter, die immerhin 1,16 Milliarden einfahren konnten und mit 5,35 Milliarden bewertet sind. Alle anderen fallen mehr oder weniger weit zurück.

Betrachtet man allerdings die Beschäftigtenzahlen und setzt sie zu den monetären Werten in Relation, verschiebt sich das Bild doch nochmal recht deutlich. Dropbox beispielsweise, lediglich vier Jahre alt, liegt mit seinem Marktwert von 4 Milliarden Dollar etwas oberhalb von Groupon. Zwar nahm Dropbox lediglich 257 Millionen Dollar ein, während Groupon mehr als den vierfachen Betrag verbuchen konnte. Aber, Dropbox erreicht all das mit 194 Mitarbeitern, währen Groupon derer 10.000 auf der Payroll hat.

Was die Infografik nicht leistet, ist, den Blick auf die andere Seite der Medaille zu werfen, direkt hinein in die dunkle Welt von Aufwand und Verbindlichkeiten. Groupon beispielsweise ist stets mit hohem Aufwand und noch höheren Verbindlichkeiten unterwegs. Dazu wurde, nicht zuletzt von mir, schon so einiges geschrieben.

Machen wir es abschließend kurz. Schauen Sie sich die folgende Infografik an, verlieren Sie dabei aber nicht die gesunde Skepsis und bleiben Sie stets misstrauisch, wenn ihnen jemand vermeintliche finanzielle Fakten beibiegen will.

Ein Klick auf die folgende Grafik bringt Sie zur Quelle. Dort findet sich eine größere Variante für die Sehschwachen unter uns.

Staff-infograph_billion-dollar-startups_550px

Quelle: Staff.com

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IMHO

IMHO: Der Einfluss von Marken auf Twitter (Infografik)

Schon gut, ich weiß. Es ist mir durchaus aufgefallen, dass der Titel der folgenden Infografik andersherum, nämlich „The Impact Of Twitter On Brands“ lautet. Aber meiner Meinung nach ist dieser Punkt nicht der wichtige. Eher muss es darum gehen, welchen bleibenden Eindruck Promoted Tweets, Promoted Trends und was es in der Zukunft noch alles geben mag, auf Twitter hinterlassen werden. Ich erwarte da eher negative, denn positive Einflüsse. Lassen Sie uns doch mal einen Blick riskieren…

Kauf mir einen Tweet, oder besser: Kauf mir gleich einen ganzen Trend!

Nick Walsh, seines Zeichens Marketingleiter beim Onlinemarketer Wishpond begab sich auf die Fallstudien-Seiten auf Twitter, dahin, wo Twitter die Erfolgsgeschichten seiner zufriedenen Kunden erzählt. Dort suchte Walsh sich ein paar wenige Beispiele raus und stöpselte sie zu einer Infografik zusammen.

Aus den bislang immerhin 51 Erfolgsgeschichten griff sich Walsh, wohl eher zufällig, fünf heraus und fasste die wesentlichen Aussagen aus diesen Fallstudien zu einer Infografik zusammen, die angelegt ist, das Herz werbewilliger Anzeigenkunden höher schlagen zu lassen. So erfährt man, dass Twitters Werbeformate ausgezeichnet dazu geeignet sind, den Bekanntheitsgrad der Marke zu unterstützen und nebenbei auch noch die Zahl der Follower teils signifikant zu erhöhen. Unklar, wieso Walsh nicht noch tiefer eingestiegen ist. Immerhin braucht man sich auf Twitters eigens zur Lobpreisung geschaffenen Seiten keine Sorgen machen. Alle dortigen Geschichten sind lupenreine Erfolgsstories. Gut, was soll man auch erwarten?!

Wie auch immer, Walsh begnügte sich mit einer kleinen Stichprobe von unter zehn Prozent, was möglicherweise dennoch ausreichend sein mag, um die anvisierte Beute für seine Onlinemarketing-Firma zu reißen. Ich persönlich halte von diesem Business-Sprech wenig. Begriffe wie „Erhöhung des positiven Markengefühls“ jagen mir Schauer über den Rücken.

Jedenfalls gelingt es Nick Walsh, deutlich zu machen, dass sich Tweets und Trends, die von werbenden Unternehmen gebucht werden, tatsächlich für diese auszahlen. Ich habe zwar noch nie auf einen Promoted Tweet geklickt, geschweige denn einem Promoted Trend meine Aufmerksamkeit geschenkt, es tun aber offenkundig genügend andere. Und diese Nutzer klicken nicht nur, die retweeten, die verwenden Hashtags, die arbeiten das ganze Spektrum durch…

Zunahme der Werbung: Twitters Niedergang oder Wachstumsturbo?

Was halten Sie davon? Mögen Sie es, einen Stream vorzufinden, der mit Tweets gespickt ist, deren Urheber Sie nicht aktiv zu Ihrem Stream hinzugefügt haben? Mögen Sie es, ein Thema als Trend zu sehen, das nur deshalb ein Trend ist, weil jemand dafür bezahlt hat? Ich kann sagen, ich mag es nicht und ich kann nur hoffen, dass Nick Walsh und andere vom gleichen Schlage nicht allzu erfolgreich in ihrem Bemühen sein werden.

Ebenfalls zu hoffen bleibt, dass die derzeit bestehenden Kennzeichnungspflichten auch in der Zukunft nicht gelockert werden. Ich wette, dass die Werbeindustrie da jetzt schon geradezu scharf drauf wäre. Stellen Sie sich einen Stream vor, in dem mindestens jeder zweite Tweet gekauft, dabei aber nicht einmal als solcher gekennzeichnet ist.

Vielleicht bin ich bloß ein Angsthase. Schaue ich allerdings auf die Entwicklung der Medien und ihre Verquickung mit der Werbeindustrie allein in den letzten zwanzig Jahren zurück, dann muss ich nüchtern konstatieren, dass die Qualität der Informationsvermittlung stark nachgelassen hat. Schon jetzt ist es schwer, zwischen Fakt und Fiktion zu unterscheiden. Produkte wie Promoted Tweets und Trends werden diese Situation mindestens nicht verbessern.

Hey, da kommt mir gerade ein Geistesblitz. Immerhin bin ich gelernter BWLer. Wie wäre es denn mit „Promoted Truth“? Das würde mit Sicherheit ein Knüller, ein Verkaufsschlager. Könnte man sogar an Regierungsorganisationen vermarkten. Verwendung bitte nur mit Backlink auf diesen Artikel ;-)

Hier kommt nun die Infografik aus dem Hause Wishpond. Ein Klick darauf führt zur Quelle im Blog von Wishpond:

(Quelle: Wishpond)

Links zum Beitrag:

  • Twitters Fallstudien erfolgreicher Werbemaßnahmen – Business.Twitter
  • [INFOGRAPHIC] The Impact of Twitter on Brands – Wishpond-Blog
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Design UI/UX

Fuel UX: Moderne Interface-Elemente für Twitters Bootstrap

Twitters Bootstrap ist ein stetig beliebter werdendes Framework für moderne Benutzeroberflächen. Ein regelrechtes Ökosystem ist rund um das Produkt entstanden. Drittentwickler kümmern sich um die Lücken und Spielräume, die das Framework offen lässt. Fuel UX liefert einige UI-Elemente nach, von denen man gehofft hätte, sie wären von Beginn an dabei gewesen.

Fuel UX: Kleine Sammlung kleiner Scripte mit großer Wirkung

Fuel UX von ExactTarget aus Indianapolis ist eine kleine Sammlung von fünf Interface-Elementen, die in Web-Projekten im Grunde stets benötigt werden. Jedes Element ist als einzelnes JS-File angelegt und integriert sich über die Styles aus Bootstrap nahtlos in entsprechende Websites. Lösungen der gebotenen Art gibt es im Grunde mannigfaltig, die Besonderheit an Fuel UX ist eben die Integration in Bootstrap.

Datagrid.js

Mir persönlich gefällt Datagrid.js am besten. Datagrid sorgt für eine tabellarische, dabei sortierbare Darstellung des Inhalts einer Datenquelle. Die gesamte Steuerung auf Benutzerseite erfolgt über Klassen. So ist keinerlei zusätzliches Javascript mit Ausnahme des reinen Function Call erforderlich.

Combobox.js und Search.js

Combobox kombiniert die freie Eingabe eines Suchbegriffs mit der Auswahl aus einer Dropdown-Liste , während Search.js ein klassisches Eingabefeld für einen freien Suchbegriff anbietet. Auch hier erfolgt die Implementation innerhalb des HTML mit Klassen und Data-Attibuten.

Spinner.js und Pillbox.js

Pillbox ist eine einfache Möglichkeit, Text-Elemente farbzukodieren. Mit Klassen, die sprechend benannt sind, etwa status-warning erreicht man unterschiedlich umfärbte Text-Label, die besonders zur Darstellung von Tags in modernen Websites immer gängiger werden. Auch hier ist das Markup sehr simpel und nachvollziehbar. Zuguterletzt liefert ExactTarget mit Spinner.js ein kleines Element, dessen Sinn darin besteht, per Klick auf Pfeil nach oben oder unten, numerische Werte in Formularfeldern hoch oder herab zu zählen.

Fuel UX wurde mit Version 2.0 erstmals öffentlich zugänglich gemacht. Seither sind sechs Wochen vergangen. Die Entwickler haben inzwischen vier Updates vorgelegt, aktuell ist die Version 2.1.1 vom 10. November.

Fuel UX wird unter der MIT-Lizenz kostenlos sowohl für private, wie auch kommerziele Zwecke überlassen.

Links zum Beitrag:

  • Fuel UX Demo-Seite – Github
  • Fuel UX im Repository – Github
  • ExactTarget Entwicklerprofil – Github
  • Bootstrap 2: Twitters WebApp-Toolkit wird zur Plattform – Dr. Web Magazin
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E-Business Social Media

Social Media Paradies: Twitter wesentlich effektiver nutzen mit Twtrland

Twtrland entstand am Strand. Beteiligt war ein Stück Papier und ein Stift, sowie eine nicht quantifizierte Menge Kaffee. Drei Brüder aus Israel stecken hinter dem Service, der ursprünglich erdacht wurde, um bei der Entscheidung behilflich zu sein, wem man nun auf Twitter folgen sollte und wem eben nicht. Auch heute noch ist diese Zweckbestimmung der wesentliche Nutzen, den man von Twtrland erwarten darf.

Twtrland bietet Informationen, die Twitter selber nicht bereit stellt

Seit einem guten Jahr existiert Twtrland bereits, konnte sich aber nie so recht eines Bekanntheitsgrades erfreuen, der dem Wert des Produkts gerecht werden würde. Das Jahr nutzten die Betreiber, um die optische Präsentation und die Informationstiefe so stark zu verbessern, dass ich heute so weit gehe, zu behaupten, dass Twitrland für die ernsthafte Twitternutzung unabdingbar ist. Sicherlich, man kann auch ohne den Dienst, aber mit ist es leichter und effektiver.

Stellen wir uns vor, wir wären eine Marke, eine neue noch dazu und würden eine Social Media Strategie entwickeln. Twitter käme garantiert darin vor. Nun wollen wir möglichst schnell eine möglichst große Reichweite aufbauen. Wem sollten wir dann bevorzugt folgen? Das hängt von der Zielgruppe ab. Richten wir unser Produkt an Frauen eines bestimmten Alters oder einer bestimmten Region?

Dann wäre es sinnvoll, relativ punktgenau Twitterern aus der Zielgruppe zu folgen. Dabei sollte es sich möglichst noch um solche handeln, die selber viele Follower, möglichst wieder aus der Zielgruppe haben und eine hohe Kommunikationsdichte erreichen, also viel twittern. Noch interessanter wäre es, wenn man gezielt solche Personen verfolgte, die bekannt dafür sind, sehr viel zu retweeten. So steigt die Chance, dass die eigenen Botschaften auch verteilt werden.

Gibt es nicht, denken Sie jetzt vielleicht. Wenn Sie in Richtung Twitter selbst schauen, haben Sie vollkommen Recht. Twtrland jedoch leistet genau das und noch ein bisschen mehr.

Viele Informationen können seitens des Dienstes natürlich nur algorithmisch unter bestimmten Annahmen ermittelt werden. Darunter fällt vor allem die Alterseinstufung der Twitternutzer. Insgesamt ist der Algorithmus bei allen Einstufungen beteiligt. Immerhin ist schon bei etlichen Twitter-Accounts die Frage, ob ein Mann oder eine Frau dahinter steckt, nicht einfach zu beantworten und die Ortsangaben, die Twitterer sich selbst ins Profil schreiben, stimmen bekanntlich auch nicht immer, so sie es denn überhaupt tun.

Laut Twitrland handelt es sich um selbstlernende Filter, die für die demografische und geografische Eingruppierung verwendet werden. In meinem kleinen Test am heutigen Morgen, durchgeführt an Accounts mir persönlich bekannter Twitterer, konnte ich verifizieren, dass die Filter tatsächlich in der Regel stimmige Ergebnisse auswerfen.

Natürlich ist der Service nicht perfekt, bedingt durch Limitierungen der Twitter API werden auch stets nur eine begrenzte Zahl von ungefähr 1.500 Tweets der untersuchten Profile in die Analyse einbezogen. Denoch ist es beeindruckend, um wieviel einfacher Twtrland die Suche nach – aus Marketingsicht – lohnenswerten Twitterprofilen macht.

Twtrland hilft, das eigene Profil besser kennen zu lernen

Auch bezogen auf das eigene Profil lassen sich wertvolle Informationen aggregieren, die man zwar teilweise theoretisch als Accountinhaber selber ermitteln könnte, auf Twtrland jedoch wesentlich übersichtlicher und tiefergehend ablesen kann.

Was ich nicht ohne weiteres hätte feststellen können:

  • Dr. Webs 5.877 Follower sind zu 74% Männer und zu 74% aus Deutschland.
  • 19 % der Follower sind Twitter-Neulinge, 75% regelmäßige, dabei durchschnittlich aktive Nutzer, bei 5% handelt es sich um sogenannte Power-User
  • Von 100 Dr. Web Tweets werden 68 retweetet

Bezogen auf die Demografie und regionale Verteilung der Follower kann ich jetzt noch tiefer einsteigen. So erfahre ich:

  • Die 74% der männlichen Nutzer entsprechen nicht den 74% der Nutzer aus Deutschland. Der Anteil deutscher Männer liegt bei 68%.
  • Die deutschen Follower kommen zu 30% aus NRW, zu 25% aus Bayern und zu 18% aus Baden-Württemberg. Die restlichen Bundesländer sind höchstens einstellig vertreten.
  • 35% der deutschen Follower sind zwischen 20 und 40 Jahre alt.

Das sind mal Insights, oder nicht? Marketeers bekommen feuchte Hände angesichts dieser Informationsfülle.

Ergänzt wird das Portfolio um Basisdaten, etwa die Zahl der durchschnittlichen Tweets pro Tag, sowie eine Auflistung der erfolgreichsten Tweets des Profils.

Links zum Beitrag:

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E-Business Rechtliches Social Media

Twitter hält Tweets zurück, die angeblich das Urheberrecht Dritter verletzen

Am gestrigen Tage teilte Twitter lapidar mittels eines Tweets eines leitenden Mitarbeiters der hauseigenen Rechtsabteilung mit, dass es den Umgang mit potentiell urheberrechtsverletzenden Tweets ab sofort ändert. Jetzt werden Tweets nicht mehr unsichtbar gemacht, sondern sichtbar ausgeblendet. Anstelle des beanstandeten Kurztexts zeigt der Kurznachrichtendienst eine eindeutige Meldung dergestalt an, dass transparent wird, hier wurde ein Tweet heruntergenommen. Das bringt Twitter erneut Kritik ein, sollte es aber eigentlich nicht.

Das DMCA-Verfahren: sofortiger Rechtsschutz online

Grundlage der neuen Kritik ist wohl die Unwissenheit über den amerikanischen Digital Millenium Copyright Act (DMCA). Der DMCA verpflichtet amerikanische Unternehmen dazu, Inhalte unzugänglich zu machen, von denen jemand behauptet, sie wären seine. Die Behauptung reicht völlig, ein Beweis ist nicht erforderlich. Wird ein Verstoß gegen den DMCA eingereicht, alle Dienste haben dafür einschlägige Formulare, muss innerhalb kürzester Zeit der Inhalt offline genommen werden. WordPress.com beispielsweise nimmt Beiträge auf Beitragsbasis offline. Will heißen, nur der beanstandete Beitrag wird unsichtbar, der Rest der Präsenz bleibt online.

Die missbräuchliche Verwendung der DMCA-Notices ist indes auch mittlerweile bekannt. Allein, die amerikanische Gesetzgebung bietet keine Alternativen. Wenn die Behauptung im Raum steht, muss gehandelt werden. Allerdings stellt eine missbräuchliche Verwendung einen Straftatbestand dar.

Sobald ein amerikanischer Betreiber den folgenden Text mit der Angabe entsprechender URLs liest, wird er tätig:

I have good faith belief that the use of the copyrighted materials described above and contained on the service is not authorized by the copyright owner, its agent, or by protection of law. I swear, under penalty of perjury, that the information in the notification is accurate and that I am the copyright owner or am authorized to act on behalf of the owner of an exclusive right that is allegedly infringed.

Die Aussage ist nicht ohne. Immerhin stellt man sich der Verfolgung anheim, sollte man unberechtigt eine Copyright-Verletzung mit den entsprechenden Folgen behaupten. Der angegriffene Seitenbetreiber kann nun mit einem ähnlichen Text eine Gegenanzeige einlegen und muss dabei erklären, sich auf einen Rechtsstreit einlassen zu wollen.

Beide Parteien müssen sich gegenüber dem Dienstbetreiber eindeutig als berechtigt identifizieren. Etwa 10 bis 14 Tage nach Einreichung der Gegenanzeige werden die angegriffenen Inhalte wieder sichtbar gemacht, sofern nicht zwischenzeitlich eine einstweilige Verfügung eines Gerichts die Sachlage regelt. Die Gegenparteien haben jetzt einen eindeutigen gegenseitigen Angriffspunkt, der zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung geeignet ist.

Twitters Reaktion ist eigentlich ein Musterbeispiel verantwortlicher Handhabung

So also könnte Twitter rechtskonform vorgehen, tut es aber nicht. Stattdessen werden ab sofort angegriffene Tweets sichtbar unsichtbar gemacht.

Das sieht dann so aus:

Bei angegriffenen Medieninhalten erscheint diese Mitteilung:

Es ist sofort klar, warum diese Vorgehensweise die bessere ist. Zunächst ist so dokumentiert, dass es einen entsprechenden Tweet überhaupt gegeben hat. Dieser lässt sich weiterhin verlinken, sogar diskutieren und sorgt auf diese Weise für Transparenz im Verfahren.

Anstatt Twitter zu kritisieren, sollte man ihnen zu der gefundenen Lösung gratulieren.

Links zum Beitrag:

  • Digital Millennium Copyright Act – Wikipedia
  • Copyright and DMCA Policy – Twitter
  • Ankündigung der neuen Vorgehensweise – Tweet