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Video Best Practice: Bewegtbilder im Online-Handel

Erfolgreich über Bewegtbilder verkaufen: Der Exciting Commerce Video Shopping Guide von Stephan Randler und Jochen Krisch liefert Shop-Betreibern wertvolle Praxistipps. Eine kleine Kostprobe aus der Studie nebst weiteren Anregungen aus dem Web bietet dieser Beitrag über den gekonnten Einsatz von Produktvideos im Online-Handel.

Die Popularität von Video im Web wächst weiter. „Inzwischen ist das Web in vielen Bereichen schon ein richtiges Lean-Back-Medium“, meint Nikolai Longolius, der mit seiner Agentur „schnee von morgen WebTV GmbH“ das Onlinefernsehen von dctp.tv betreibt. Die meisten Statistiken geben Longolius Recht. Zum Beispiel fand der FOMA-Trendmonitor Ende letzten Jahres heraus, dass viele Agenturchefs glauben, Video wird bis 2014 die wichtigste Werbeform im Netz.


Agenturchefs sind der Meinung, dass die Bedeutung von Video weiter zunimmt

Dass Videos keineswegs teuer produziert werden müssen, um zu funktionieren, wissen auch Jochen Krisch und Stephan Randler. Ersterer betreibt den Blog ExcitingCommerce und widmet sich dort vor allem dem Sinn und Unsinn neuer Geschäftsmodelle im eCommerce. Randler hat sich dem Thema Video verschrieben und schreibt darüber auf Videoshoppingdays.de.

Im jüngst erschienen Studienband „Video Shopping Guide“ (Link) zeigen die beiden Experten zahlreiche Beispiele für interessante Video-Konzepte im Umfeld von Onlineshops. Die folgenden Beispiele trug Jochen Krisch in einem Vortrag anlässlich der InternetWorld vor.

Produkt versus Persönlichkeit

Nicht immer muss das verkaufte Produkt im Mittelpunkt stehen, das sieht man gut bei den diversen Online-Weinhändlern. Wenn die Geschmacksübertragung und damit das Produkterlebnis immer mittelbar bleiben muss, ist die Person des Vermittlers eventuell der richtige Ansatz.


Gary füllt das Thema Wein mit seinem ganzen Enthusiasmus aus

Der besondere Mehrwert: Kann der Vermittler/Verkäufer im Video nicht nur überzeugen, sondern auch unterhalten, dann winkt eine längerfristige Kundenbeziehung.


Hendrik Thoma schüttet schon mal ein Glas Wein aus dem Hotelzimmerfenster

Gary Vaynerchuck von der Winelibrary und Hendrik Thoma von TVino fahren das gleiche Konzept: Kamera aufstellen, davorsetzen und losreden. Wer ein bisschen Gespür für Beleuchtung und ein externes Mikro mitbringt, schafft das allein in Handarbeit. Schön ist auch der Ansatz, Lieferanten zum Gespräch einzuladen. Das tun die Kleineren sicher gerne.

Die Kombination von Produkt und Persönlichkeit pflegt 1-2-3.tv. Der Verkauf wird als Show im klassischen Homeshopping inszeniert. Dabei funktioniert die Idee als Rückwärtsauktion: Wer länger wartet, bekommt den günstigeren Preis oder geht vielleicht leer aus. Das System weiß auch den Mehrwert von online im Vergleich zu TV zu inszenieren – die aktuellen Angebote der aktiven Nutzer werden angezeigt.


Klassisches Homeshopping mit digitalen Zusatzeffekten bei 1-2-3.tv

Der Klassiker unter den Produktvideos zeigt das Produkt im Live-Einsatz. Das ist besonders bei etwas erklärungsbedürftigen Produkten spannend. Design3000.de geht noch einen kleinen Schritt weiter und lässt auch Designer und Hersteller zu Wort kommen, die über Herstellungsprozesse oder Inspirationen philosophieren. Der Link zu den Videos ist irgendwo rechts unten in der Navigation versteckt. Das könnte man auch prominenter in den Vordergrund rücken.


Design3000 lässt auch mal die Desiogner von Produkten zu Wort kommen

Erklärvideos

Einen besonderen Fokus legt Jochen Krisch auf das Thema Erklärvideos. Hier wird das Produkt im Detail gezeigt. Die Videos funktionieren unmoderiert, als klassische Produkt-Videos. So zu sehen etwa beim Elektronikhändler Euronics. Eine zweite Variante lässt Verkäufer die Produkte zeigen. Krisch zeigte auf der InternetWorld ein Beispiel vom Weltbild-Verlag zum Thema Nintendo Wii.

Da beide Beispiele etwas langweilig sind, habe ich hier einen dritten Aspekt herausgenommen, nämlich Erklärvideos mit Mehrwert. Das kann zum Beispiel reiner Nonsens sein, der dennoch das Produkt inszeniert. Perfekt vorgetragen von Blendtec. Zur Zeit im Shredder: das iPad.

Wenn echte Nutzer das Produkt zeigen

Die zweite noch schönere Variante ist, wenn echte Nutzer das Produkt, dessen Vorzüge und eventuell auch Nachteile zeigen. Authentischer geht es kaum. Spielzeughersteller Innvo Labs hat einen kleinen Roboter Dinosaurier im Programm und läßt den schon mal durch die Fußgängerzone spazieren, um die Reaktionen der Kinder, Eltern und Haustiere einzufangen. Und Mattel inszenierte die Werbung für seinen Weihnachtserfolg UCreateMusic gar nicht selbst, sondern vertraute darauf, dass die Kids ihre Qualitäten als Musikproduzenten bei YouTube zeigen wollen.

UCreateMusic war auf Amazon.com der absolute Verkaufsschlager im letzten Weihnachtsgeschäft

Beispielsammlung

Hier noch ein paar Beispiele für ganz besondere Erklärvideos:

5+1 gute Beispiele für Erklärvideos

In zweiten Teil des Beitrags lesen Sie:

  • Konversionsraten steigern mit Detailvideos ohne Ton
  • Wenn Kleider laufen lernen: Pret-a-Porter auf dem Cat Walk
  • Der Produktkatalog als Film – Strategie à la Burberry
  • Bewegung im Netz frei nach Burda und Plan.net
  • Zeigen, was der Kunde davon hat – Produkte in Aktion

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Von Frank Puscher

Autor der Fachbücher "Leitfaden Web-Usability", "Flash MX-Das Kochbuch" und "Die Tricks der Internet Künstler". Frank Puscher ist nicht nur ein angesehener Autor, der für zahlreiche Fachzeitschriften tätig ist, er ist auch als Schulungsleiter und Berater erfolgreich.

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